Corona-News am Donnerstag Pariser Klinikchef stellt kostenlose Versorgung für Impfgegner infrage

Impfverweigerer sollen sich an Krankenhauskosten beteiligen – findet ein Klinikchef und sorgt in Frankreich für Streit. Rechte fordern seine Entlassung. Und: Ein dritter Langläufer im norwegischen Olympiateam ist coronapositiv. Der Überblick am 27. Januar.
Eine Krankenschwester pflegt einen Patienten auf einer Covid-Intensivstation in Paris (Symbolbild)

Eine Krankenschwester pflegt einen Patienten auf einer Covid-Intensivstation in Paris (Symbolbild)

Foto: Francois Mori / dpa

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+++ Pariser Klinikchef stellt kostenlose Versorgung für Impfgegner in Frage +++

20.17 Uhr: Der Leiter des Paris Krankenhausverbunds hat eine heftige Debatte mit der Frage ausgelöst, ob die medizinische Behandlung von Impfverweigerern weiterhin von der öffentlichen Krankenversicherung getragen werden sollte.

Im französischen Gesundheitssystem wird der Aufenthalt auf der Intensivstation bei Covid-Patienten wie auch bei anderen Patienten komplett von der Versicherung abgedeckt. Die Behandlung kostet etwa 3.000 Euro pro Tag und dauert in der Regel eine Woche bis zehn Tage.

Er habe die Frage aufgeworfen, weil die Gesundheitskosten explodieren und das unverantwortliche Verhalten einiger die Verfügbarkeit des Systems für alle anderen nicht gefährden dürfe, sagte Martin Hirsch, Chef des Pariser Krankenhausverbunds AP-HP am Mittwoch im französischen Fernsehen.

Mehrere französische Gesundheitsexperten lehnten seinen Vorschlag ab. Rechtsextreme Politiker forderten Hirschs Entlassung. Die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo – Vorsitzende des AP-HP-Verwaltungsrats und sozialistische Kandidatin bei den Präsidentschaftswahlen im April – erklärte, sie sei mit seinem Vorschlag nicht einverstanden.

Eine IFOP-Umfrage  Mitte Januar ergab, dass 51 % der Franzosen es für gerechtfertigt halten, dass nicht geimpfte Personen, die auf der Intensivstation landen, einen Teil oder die gesamte Krankenhausrechnung selbst bezahlen müssen.

RKI: Krankheitslast rückt neben Infektionszahl in den Fokus

23:30 Uhr: Angesichts der in die Höhe schnellenden Zahlen von Omikron-Neuinfektionen sieht das Robert Koch-Institut (RKI) nicht die Messung jeder Infektion, sondern immer mehr die Krankheitslast im Fokus. Für die aktuelle Lagebewertung stehe »nicht die Erfassung aller Infektionen durch Sars-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund«, wie aus dem RKI-Wochenbericht vom Donnerstagabend hervorgeht. Auch wenn nicht mehr jeder Einzelfall im Meldesystem erfasst werde, ermöglichten ergänzend zurate gezogene Schätzwerte »eine zuverlässige Einschätzung der Gesamtentwicklung der epidemiologischen Situation« in Deutschland, hieß es.

Konkret weisen die Experten darum seit Kurzem im Wochenbericht Schätzungen zu Infizierten mit Covid-19-Krankheitssymptomen verschiedener Schwere aus. Spezifisch liegen damit auch Schätzwerte zu Fällen unterhalb der Schwelle von Krankenhausaufnahmen vor, etwa die Häufigkeit von Arztbesuchen: In der Woche bis 23. Januar waren dies demnach 280 pro 100.000 Einwohner, in der Vorwoche waren es laut RKI noch 178 gewesen.

Für die dritte Woche des Jahres wurde zudem geschätzt, »dass in etwa 1,3 bis 2,3 Prozent der Kinder und Jugendlichen bis 14 Jahre und 0,6 bis 1,3 Prozent der Bevölkerung ab 15 Jahren an Covid-19 mit Symptomen einer akuten Atemwegserkrankung erkrankte«. Diese Angaben speisen sich aus verschiedenen Quellen, etwa aus Angaben aus der Bevölkerung.

Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind unter anderem zunehmend an und über ihre Grenzen kommende Test- und Erfassungskapazitäten. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI am Donnerstag erstmals mehr als 200.000 neue Coronafälle an einem Tag, die Sieben-Tage-Inzidenz durchbrach die Schwelle von 1000.

Kekulé: Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal verschieben

21.39 Uhr: Der Virologe Alexander Kekulé plädiert dafür, die Impfpflicht für Klinik- und Pflegepersonal zu verschieben. Für die sich ausbreitende Omikron-Welle komme die Impfpflicht im März viel zu spät, sagte Kekulé am Donnerstag MDR Aktuell. Wenn die Politik im November gehandelt hätte, wäre die Wirkung rechtzeitig gekommen. Es zeige sich immer deutlicher, dass die Omikron-Variante leichtere Verläufe bei Infektionen auslöse.

»Das macht keine Überlastung der Intensivstationen.« Das Hauptproblem seien nun viele leichtere Fälle, bei denen zu diskutieren sei, ob sie überhaupt alle ins Krankenhaus müssten. Deshalb sollte seiner Meinung nach geprüft werden, ob die Impfpflicht für Personal zum richtigen Zeitpunkt komme. Er wäre dafür, die Übergangsfrist zu verändern. Gekippt werden sollte die Impfpflicht für Berufstätige in Kliniken und Pflegeeinrichtungen aber nicht. »Ich finde, man darf und soll das von diesen Menschen abverlangen.« Die Impfungen sollten spätestens wirksam sein, wenn die nächste größere Corona-Welle komme – er erwarte sie im Herbst.

Olympia: Weiterer norwegischer Langläufer positiv getestet

20.05 Uhr: Wenige Tage vor den Olympischen Winterspielen in Peking muss das norwegische Langlauf-Team den nächsten Coronafall verkraften. Wie der Skiverband am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mitteilte, wurde auch der zweimalige Olympiasieger Simen Hegstad Krüger positiv auf das Coronavirus getestet, ein Olympiastart des 28-Jährigen ist nahezu ausgeschlossen. Zuvor waren nach einem Trainer bereits Staffel-Weltmeisterin Heidi Weng und Anne Kjersti Kalva positiv getestet worden. Auch ihr Einsatz in Peking ist ungewiss. Für die Langlaufnation Norwegen ein herber Schlag.

»Es ist unglaublich traurig. Es hat auch Auswirkungen auf die gesamte Mannschaft. Ich muss sagen, dass das keinen Spaß mehr macht. Es ist hart, sehr hart«, sagte Langlauftrainer Espen Bjervig. Die Norweger bereiten sich auf der Seiser Alm in den Südtiroler Dolomiten vor.

Krüger, der 2018 in Pyeongchang Gold im Skiathlon und mit der Staffel gewann, habe keine Symptome. Am 6. Februar sollte Krüger im Skiathlon laufen und wieder um Gold kämpfen. Diese Chance bekommt er nun nicht.

Im Extremfall könnte Krüger erst in 15 Tagen nach China fliegen, sagte Mannschaftsarzt Øystein Andersen. Krüger teilte sich bis zum gestrigen Mittwoch mit Harald Østberg Amundsen ein Zimmer, sodass ein weiterer Fall dazukommen könnte. Beide sind in Quarantäne.

Kurz vor Olympia (4. bis 20. Februar) positiv getestete Athleten müssen insgesamt vier negative PCR-Tests vorlegen, um in China einreisen zu dürfen.

Norwegens Langläufer gelten in der Pandemie als sehr vorsichtig und haben im vergangenen Winter auch auf Wettkämpfe verzichtet, um das Infektionsrisiko zu minimieren. Komplikationen gibt es nun auch bei der Anreise, weil die Sportler als enge Kontaktperson des positiv getesteten Trainers gelten. Nach China soll es nun am 31. Januar und damit später als zunächst geplant gehen.

Lauterbach rechtfertigt Impfpflicht in sensiblen Einrichtungen

19.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat die Mitte März greifende Corona-Impfpflicht für Personal in Einrichtungen wie Kliniken und Pflegeheimen gerechtfertigt. »Das Gesetz gilt. Es geht dabei um den Schutz derer, die besonders gefährdet sind«, sagte der SPD-Politiker der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«.

Konkrete Probleme betreffend, könne der Bund den Ländern helfen, ein einheitliches Vorgehen zu bestimmen – also wie damit umzugehen sei, wenn Personal ausfalle. »Was nicht geht, ist, dass die Impfpflicht in Pflegeheimen eines Landes gilt, ein paar Kilometer weiter aber nicht.« Eine Verschiebung lehne er strikt ab.

Das von Bundestag und Bundesrat im Dezember beschlossene Gesetz legt fest, dass Beschäftigte in Einrichtungen mit schutzbedürftigen Menschen wie Pflegeheimen und Kliniken bis 15. März 2022 Nachweise als Geimpfte oder Genesene vorlegen müssen – oder ein Attest, nicht geimpft werden zu können. Arbeitgeber müssen die Gesundheitsämter informieren, wenn Nachweise nicht vorgelegt werden. Diese können dann die Beschäftigung in der Einrichtung untersagen. Unter Kommunen, Betreibern und den Ländern gibt es Bedenken wegen der Umsetzbarkeit.

Lauterbach sagte: »Es wird natürlich so sein, dass der eine oder andere radikale Impfgegner, der in der Pflege arbeitet, dann aussteigt. Dann stellt sich aber ohnehin die Frage, ob die Person für den Beruf überhaupt geeignet war.« Dass medizinisches Personal wissenschaftliche Erkenntnisse leugne und sogar bereit sei, Patienten zu gefährden, könne nicht sein. Er glaube aber, dass die Widerstände unter Pflegekräften am geringsten seien. Viele Einrichtungen schauten eher auf Küchen- und Reinigungspersonal sowie die Verwaltung.

Booster soll Schutz vor tödlichen Verläufen bei über 50-Jährigen deutlich erhöhen

19.12 Uhr: Eine Auffrischungsimpfung mit einer Covid-19-Vakzine erhöht den Schutz vor Tod durch die Omikron-Variante bei über 50-Jährigen deutlich. Das teilt die britische Gesundheitsbehörde Health Security Agency (UKHSA) mit.

Etwa sechs Wochen nach der zweiten Impfdosis liege der Schutz vor Tod durch die Corona-Mutante lediglich bei 60 Prozent bei Personen über 50 Jahren. Mit der Booster-Impfung steige dieser Wert auf bis zu rund 95 Prozent.

Bei dem Pfizer/BioNTech-Vakzin schütze der Booster zudem zu 90 Prozent vor einer Einweisung in eine Klinik. Dieser Wert sinke auf 75 Prozent zehn bis 14 Wochen nach Verabreichung der Booster-Impfung. Bei Moderna betrage der Schutz vor einer Einweisung ins Krankenhaus 90 bis 95 Prozent bis zu neun Wochen nach der dritten Dosis.

Coronafälle an Schulen innerhalb einer Woche deutlich gestiegen

18.51 Uhr: Die Zahl der Coronainfektionen an Schulen ist nach Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) deutlich gestiegen. Wie am Donnerstag aus der wöchentlichen KMK-Statistik hervorging, waren in der vergangenen Woche deutschlandweit mehr als 147.000 Fälle unter Schülerinnen und Schülern bekannt. Mehr als 212.000 weitere waren in Quarantäne.

In der Woche zuvor – zwischen 10. und 16. Januar – waren rund 73.000 Coronainfektionen registriert worden, 111.000 befanden sich demnach in häuslicher Quarantäne. Ein KMK-Sprecher bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa einen deutlichen Anstieg, wies aber auf mögliche Doppelzählungen hin – sofern sich etwa eine Infektion oder Quarantäne auf beide Kalenderwochen erstreckte.

Auch bei der Zahl der infizierten Lehrkräfte zeigt die KMK-Statistik eine deutliche Zunahme: Wurden in der Woche bis zum 16. Januar noch etwas mehr als 5900 infizierte Lehrerinnen und Lehrer erfasst, waren es in der Kalenderwoche bis 27. Januar bereits 9551. Zum Vergleich: In der Woche vor Weihnachten lag die Zahl bei knapp 5300 infizierten Lehrkräften

156.000 Neuinfektionen in Italien

17.59 Uhr: In Italien verzeichnen die Gesundheitsbehörden 155.697 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das seien rund 11.500 weniger als am Vortag, teilt das Gesundheitsministerium mit. 389 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit dem Virus gestorben, am Tag zuvor seien es 426 gewesen. Seit dem Ausbruch des Virus in Italien im Februar 2020 starben 145.159 Menschen – das ist der nach Großbritannien der zweithöchste Wert in Europa und der neunthöchste weltweit. Mehr als 10,54 Millionen Ansteckungsfälle wurden bislang registriert.

Englischen Corona-Experten belästigt: Mann muss acht Wochen in Haft

17.55 Uhr: Weil er gemeinsam mit einem Kumpel den medizinischen Chefberater der britischen Regierung, Chris Whitty, belästigt hat, ist ein 24-Jähriger zu acht Wochen Haft verurteilt worden. Außerdem muss er 1058 Pfund (umgerechnet rund 1271 Euro) bezahlen, wie der Westminster Magistrates' Court am Donnerstag entschied. Der Mann aus Essex, der während des Gerichtsverfahrens immer wieder durch Störungen auffiel, bekannte sich schuldig. Er hatte außerdem einen Polizisten behindert.

Die beiden 24 Jahre alten Männer hatten im vergangenen Juni versucht, Whitty in einem Londoner Park zu einem Selfie zu zwingen. Die beiden Betrunkenen hielten den Mediziner, der oft mit Premierminister Boris Johnson bei Pressekonferenzen auftritt, fest und grölten triumphierend. Ein Video des Vorfalls verbreitete sich rasch und löste Empörung aus.

Der andere Schuldige wurde bereits im vergangenen Sommer zu acht Wochen Haft verurteilt, allerdings auf Bewährung. Der Mann hatte sich bereits früher schuldig bekannt.

Baden-Württemberg lockert Coronaregeln von diesem Freitag an

17.41 Uhr: Von diesem Freitag an gelten im Südwesten neue Coronaregeln. Die Landesregierung setzt mit der neuen Verordnung ihr reguläres Stufensystem wieder in Kraft und lockert damit in vielen Lebensbereichen leicht ihre Maßnahmen. Es gilt nur noch die Alarmstufe, die zweithöchste Stufe. Das bedeutet, dass etwa in Restaurants, Museen und beim Sport in Hallen nur noch die 2G-Regel beachtet werden muss. Bisher waren auch hier Geimpfte und Genesene verpflichtet, einen Test vorzuweisen. Bei Großveranstaltungen in Sport und Kultur sind wieder mehr Besucher erlaubt – die Obergrenze liegt bei 6000, wenn am Eingang die 2G-plus-Regel gilt.

Auch für Ungeimpfte gibt es Erleichterungen. Die nächtlichen Ausgangssperren fallen mit Rückkehr in die normale Alarmstufe weg. Schon seit Mitte der Woche dürfen Ungeimpfte wegen eines Gerichtsurteils wieder shoppen gehen, wenn sie einen aktuellen Test dabei haben. Bei Friseuren und Barbershops müssen sie künftig keinen PCR-Test mehr vorweisen, es reicht ein Antigen-Schnelltest, wie das Staatsministerium in Stuttgart mitteilte.

Hintergrund für die Lockerungen ist, dass die Regierung aus Grünen und CDU das reguläre Stufensystem wieder in Kraft setzen muss. Zuletzt hatte sie wegen Omikron die Alarmstufe II mit harten Einschränkungen eingefroren. Der Verwaltungsgerichtshof (VGH) hält dieses Vorgehen aber für voraussichtlich rechtswidrig. Experten sagen, dass Omikron zwar weniger schwere Krankheitsverläufe habe, aber deutlich ansteckender sei. Weil die Belastung der Krankenhäuser in den vergangenen Wochen – relativ gesehen – gesunken ist, muss die Regierung die Maßnahmen etwas lockern.

Es gibt aber wegen Omikron auch Verschärfungen innerhalb der nun wieder geltenden Alarmstufe. In Bussen und Bahnen ist ab 18 Jahren eine FFP2-Maske Pflicht. Clubs, Discos und clubähnliche Lokale müssen wegen erhöhter Ansteckungsgefahr geschlossen bleiben. Dasselbe gilt für Messen und Ausstellungen. Fastnachtsumzüge sind ebenfalls verboten.

Beschäftigte der Tübinger Uniklinik schreiben Brief gegen Impfpflicht

17.12 Uhr: Rund 300 Beschäftigte des Tübinger Uniklinikums haben sich mit einem Brief an den Vorstand gegen eine berufsbezogene Impfpflicht gewandt. »Um welche Berufsgruppen es sich handelt, ist nicht zweifelsfrei festzustellen, da viele Personen nicht ihren Namen, sondern nur die Einrichtung angegeben haben«, teilte eine Sprecherin der Uniklinik mit. Sie stammten demnach aus unterschiedlichsten Einrichtungen des Klinikums. Laut SWR wollen sie sich nicht impfen oder boostern lassen. Unter anderem seien sie wegen Impfdurchbrüchen und Mutationen nicht mehr vom Schutz der Impfung überzeugt, hieß es. Insgesamt sind mehr als 10.000 Menschen am Uniklinikum beschäftigt.

Aktuell wird am Uniklinikum nach Angaben der Sprecherin der Impf- beziehungsweise Genesenenstatus aller Mitarbeitenden abgefragt. »Daher können wir aktuell noch keine Aussage dazu treffen, wie viele Beschäftigte geimpft sind.« In der Pflege gehe man von einer Impfquote von rund 90 Prozent aus. Zum Stichtag 15. März sollten die geforderten Daten an das Gesundheitsamt übermittelt werden.

Corona-Maßnahmen-Gegner gehen wegen Demo-Verbot vor Gericht

17.06 Uhr: Die Anmelder einer von der Polizei verbotenen Demonstration von Corona-Maßnahmen-Gegnern gehen gerichtlich gegen die Entscheidung vor. Ein entsprechender Eilantrag sei am Nachmittag beim Verwaltungsgericht Hamburg eingegangen, sagte Sprecher Max Plog der Deutschen Presse-Agentur. Unklar sei, ob das Gericht noch am selben Tag entscheiden werde.

Angemeldet war die Demo mit 11.000 erwarteten Teilnehmern für Samstagnachmittag. Da der Anmelder, ein Verein, den Demonstrationszug rund um die Binnenalster ohne Masken habe durchführen wollen und sich im Gespräch nicht kooperativ gezeigt habe, sei die Versammlung am Donnerstagvormittag aus Infektionsschutzgründen untersagt worden, hatte ein Polizeisprecher der dpa im Anschluss gesagt.

EU-Behörde gibt grünes Licht für Coronapille von Pfizer

16.28 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hat den Weg frei gemacht für die Zulassung des Medikaments Paxlovid. Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Lauterbach wurde das Mittel für Deutschland bereits geordert. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Datenschützer: Infektionsketten vorrangig über Corona-Warn-App nachverfolgen

16.23 Uhr: Die Datenschutzbeauftragten von Bund und Ländern empfehlen, zur Nachverfolgung der Kontakte von Coronainfizierten in erster Linie die Corona-Warn-App zu verwenden. Sie empfahlen die »Abkehr von der massenhaften Erfassung von Kontaktdaten«, wie es in einer Erklärung der heutigen Datenschutzkonferenz (DSK) hieß, in der die Beauftragten zusammenarbeiten.

»Bei den aktuell sehr hohen Infektionszahlen werden die Kontaktdaten von den überlasteten Gesundheitsämtern ohnehin kaum noch genutzt«, sagte der DSK-Vorsitzende, der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber. »Bei niedrigen Infektionszahlen ist die allgemeine Kontaktdatenerfassung dagegen ein unverhältnismäßiger Eingriff in das Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung der Bürgerinnen und Bürger.«

Deshalb sollten statt der umfassenden Sammlung von Kontaktdaten die Möglichkeiten der Corona-Warn-App besser genutzt werden. Sie warne »schnell über mögliche Risikokontakte und ist dank der dezentralen Struktur besonders sicher«, hieß es in der DSK-Erklärung. Deshalb sollten die Landesregierungen die App und ihre Möglichkeiten »noch intensiver bewerben und so bekannter machen«, forderten die Datenschützer.

Berliner Abgeordnetenhaus verlängert epidemische Lage

16.18 Uhr: Wegen der hohen Coronazahlen infolge der Omikron-Welle hat das Berliner Abgeordnetenhaus die sogenannte epidemische Lage verlängert. Sie war am 21. Dezember ausgerufen worden und bisher bis zum 31. Januar befristet. Nach der Entscheidung des Parlaments vom Donnerstag gilt sie nunmehr bis zum 31. März. Der Senat könnte auf Basis des Beschlusses etwa neue Beschränkungen beschließen, falls die Infektionslage dies erfordert. Nach letzten Angaben der Regierenden Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und von Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) ist das momentan aber nicht geplant.

Für die Verlängerung der epidemischen Lage stimmten die Koalition aus SPD, Grünen und Linken sowie die CDU. Die AfD stimmte dagegen, die FDP enthielt sich.

Ampel zu Nachtragshaushalt: »Long Covid für Wirtschaft« verhindern

16.13 Uhr: Die Regierungsfraktionen von SPD, Grünen und FDP haben den geplanten Nachtragshaushalt mit einer Milliarden-Umschichtung im Bundestag verteidigt. »Wir wollen diese Pandemie nachhaltig verlassen. Wir wollen ein Long Covid für die deutsche Wirtschaft verhindern«, sagte SPD-Haushälter Dennis Rohde heute vor der Abstimmung. Wegen der Coronapandemie seien viele für die Transformation der Wirtschaft wichtige Investitionen aufgeschoben worden. Diese Investitionen sollten mit den nicht genutzten Krediten jetzt nachgeholt werden.

Finanzminister Christian Lindner (FDP) will mit dem Nachtragshaushalt 60 Milliarden Euro Kredite umschichten, die 2021 nicht genutzt wurden. Sie sollen so auf die hohe Kante gelegt werden, dass sie nicht verfallen, sondern in den kommenden Jahren für Klimaschutz und Transformation genutzt werden können. Ursprünglich waren die Kredite zur Bekämpfung der Coronapandemie gewährt worden. Die Union hält die Pläne daher für verfassungswidrig und hat eine Klage angestoßen.

Unions-Haushälter Mathias Middelberg warf Lindner zudem vor, bewusst die Schuldenbremse zu umgehen. Wahrscheinlich werde er auch den Haushalt 2022 noch nutzen, »um sich die Taschen voller Geld zu laden« und dann nicht Pandemiebekämpfung, sondern Klimawendepolitik zu betreiben, spekulierte Middelberg. Der FDP-Politiker Christoph Meyer wies die Vorwürfe zurück. »Schizophren hingegen ist die Positionierung der Union«, betonte er. Im vergangenen Jahr hätten CDU und CSU als Teil der damaligen Bundesregierung einer ähnlichen Umschichtung noch zugestimmt.

Impfgegner in Costa Rica wollen kleinen Patienten mit Gewalt aus Klinik holen

16.05 Uhr: Eine Gruppe von Corona-Impfgegnern ist in Costa Rica gewaltsam in ein Krankenhaus eingedrungen, um einen ungeimpften sechsjährigen Jungen herauszuholen. Nach Angaben der Leiterin des Krankenhauses in Heredia, Priscilla Balmaceda, überfielen rund 30 mutmaßliche radikale Impfgegner am Mittwoch Sicherheitsbeamte, Patienten und medizinisches Personal und versuchten, den Jungen mitzunehmen. Dessen Eltern hatten sich einer Impfung ihres Sohnes widersetzt.

Der Junge war einige Tage zuvor wegen einer Atemwegserkrankung in das Krankenhaus eingeliefert worden und sollte auf Empfehlung der Ärzte geimpft werden. Wenige Minuten nach einem »respektvollen Gespräch« mit dem Vater, einem Rechtsberater, in dem es darum gegangen sei, dass der Sozialdienst sein grünes Licht für die Entlassung des Kindes geben müsse, hätten die Impfgegner das Krankenhaus gestürmt, berichtete Balmaceda.

Das Krankenhaus musste geräumt werden, Sprechstunden und Labortermine wurden ausgesetzt und die Apotheke vor Ort geschlossen. Nach dem Vorfall müssen sich sechs Männer und Frauen vor Gericht verantworten. Die costaricanische Sozialversicherung will nach dem durch Online-Aufnahmen gut dokumentierten Sturm alle Beteiligten anzeigen. Der kleine Patient soll aus dem Krankenhaus entlassen werden, sobald Kinderabteilung und Sozialdienst dies genehmigt haben.

In Costa Rica ist die Impfung von Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren seit November Pflicht. Sind Eltern oder Erziehungsberechtigte gegen die Impfung, kann die staatliche Kinderschutzbehörde (Pani) eingreifen. Diese Impfpflicht für kleine Kinder hatte in den vergangenen Wochen immer wieder zu Kundgebungen vor dem Parlament geführt.

EU-Arzneimittelbehörde lässt Corona-Medikament von Pfizer zu

15.58 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hat das Coronamedikament Paxlovid des US-Pharmariesen Pfizer zugelassen. Sie empfehle eine Zulassung von Paxlovid »für die Behandlung von Erwachsenen«, die keinen zusätzlichen Sauerstoff benötigten und bei denen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bestehe, erklärte die Ema heute. Paxlovid ist damit das erste antivirale Medikament in Pillenform, das in der EU zugelassen wird.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte dem Medikament bereits kurz vor Weihnachten eine Notfallzulassung erteilt. Paxlovid wird bei Risikopatienten mit leichten bis mittelschweren Krankheitssymptomen eingesetzt und senkt laut Pfizer die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um knapp 90 Prozent. Das Medikament verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung der durch das Virus ausgelösten Krankheit Covid-19.

Herzmuskelentzündung bei geimpften Jugendlichen sehr selten

Junge Frau wird gegen das Coronavirus geimpft (Symbolbild)

Junge Frau wird gegen das Coronavirus geimpft (Symbolbild)

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

15.54 Uhr: Bei der Impfung von Kindern und Jugendlichen gegen das Coronavirus sind nach neuen Zahlen des israelischen Gesundheitsministeriums schwere Nebenwirkungen insgesamt sehr selten. In der Gruppe der 12- bis 15-Jährigen wurde laut dem heute veröffentlichten Bericht etwa bei rund 900.000 Impfungen in 15 Fällen eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) gemeldet. Zwölf der Fälle traten nach der zweiten Impfdosis auf. Nur eine der Betroffenen war weiblich. Der Verlauf in der Altersgruppe war nach Angaben des Ministeriums zumeist relativ milde, alle Patienten konnten nach einigen Tagen wieder aus dem Krankenhaus entlassen werden.

In der Gruppe der Fünf- bis Elfjährigen gab es demnach keinen einzigen Fall von Myokarditis nach einer Impfung. Das vergleichsweise höchste Risiko hatten dagegen junge Männer im Alter von 16 bis 24 Jahren nach der zweiten Impfdosis. Bei den 16- bis 19-Jährigen lag es statistisch bei einem Fall von 6638 Geimpften, bei den 20- bis 24-Jährigen bei einem Fall von 9574 Geimpften. Das geringste Risiko hatten Frauen ab 30 Jahren nach der ersten Impfdosis, mit einem Fall von mehr als einer Million Geimpften.

Die Gefahr einer Myokarditis, die bei Ungeimpften durch eine Corona-Erkrankung verursacht wird, gilt jedoch insgesamt als deutlich höher als die durch eine Impfung. In Israel wird überwiegend mit dem Präparat von Biontech /Pfizer geimpft. Im Mai vergangenen Jahres hatte die Impfung von 12- bis 15-Jährigen begonnen, im November von Fünf- bis Elfjährigen. Rund 60 Prozent der Jugendlichen und 20 Prozent der Kinder in Israel sind bisher geimpft. Die Angaben des Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn der Impfungen und bis zum 17. Januar erhoben. Dabei ging es um alle Nebenwirkungen in allen Altersgruppen.

3. Liga: Berlin gegen Zwickau wegen Coronafällen abgesetzt

15.48 Uhr: Das für Samstag geplante Drittliga-Fußballspiel zwischen Viktoria Berlin und dem FSV Zwickau wird abgesetzt. Grund sei eine »behördlich angeordnete Kontaktpersonen-Quarantäne durch das zuständige Gesundheitsamt in Berlin«, teilte die Viktoria heute mit. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Bereits das Viktoria-Spiel gegen den Halleschen FC hatte zuletzt wegen Coronafällen in der Mannschaft abgesagt werden müssen. Derzeit sind vier Spieler und vier Personen aus dem Betreuerteam der Viktoria infiziert.

EU-Gesundheitsbehörde: Bis zu 800.000 weniger Hospitalisierungen durch Booster möglich

15.34 Uhr: Booster-Impfungen könnten der EU zufolge mehrere Hunderttausend Krankenhauseinlieferungen in Europa vermeiden. Mit der bis Anfang Januar erreichten Booster-Rate sei eine Reduzierung der Fälle in der EU, Norwegen, Island und Liechtenstein um 500.000 bis 800.000 möglich, teilte die EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit. Rund 70 Prozent der EU-Bürger sind bislang vollständig geimpft, davon hat die Hälfte zusätzlich einen Booster erhalten. Würden alle bereits Geimpften die dritte Impfung in Anspruch nehmen, könnte die Zahl der Hospitalisierungen noch niedriger ausfallen, sagt EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides.

Strafprozesse: Richter für Verlängerung von Corona-Ausnahmeregel

15.23 Uhr: Die wegen der Coronapandemie eingeführte Ausnahmeregelung für längere Unterbrechungen in Strafprozessen könnte noch einmal verlängert werden. »Das Bundesjustizministerium prüft derzeit eine maßvolle Verlängerung der Regelung zur Hemmung des Ablaufs der Unterbrechungsfrist für strafgerichtliche Hauptverhandlungen aufgrund der Covid-19-Pandemie«, teilte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa gegenüber mit.

Auf Basis der zum 28. März 2020 eingeführten Sonderregelung kann ein Strafprozess für bis zu drei Monate und zehn Tage unterbrochen werden. Damit soll verhindert werden, dass Hauptverhandlungen platzen und neu starten müssen.

Normalerweise dürfen Hauptverhandlungen laut Strafprozessordnung nur für maximal drei Wochen unterbrochen werden. Bei besonders umfangreichen Verfahren ist eine Unterbrechung von bis zu einem Monat möglich, falls bereits mehr als zehn Verhandlungstage verstrichen sind. Verrinnt die Frist, muss der Prozess von vorne beginnen. Bei großen Strafverfahren werden darum etwa Ersatzschöffen und auch ein zusätzlicher Richter eingesetzt, um etwa im Krankheitsfall nicht von vorne beginnen zu müssen.

Die vom Bundestag 2020 beschlossene Ausnahmeregelung ist bis zum 26. März 2022 befristet. Sven Rebehn, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbunds, sprach sich für eine Verlängerung aus. Er sagte: »Angesichts der um sich greifenden Omikron-Variante des Coronavirus ist davon auszugehen, dass auch Verfahrensbeteiligte in Strafprozessen zunehmend von Corona-Infektionen betroffen sein werden.« Die Strafgerichte benötigten die flexibleren Sonderregeln einstweilen noch, damit Verfahren im Zuge der Pandemie nicht an überschrittenen Unterbrechungsfristen scheiterten. Aufgrund des Ausnahmecharakters der Vorschrift solle diese aber erneut befristet und mit einem Enddatum versehen werden.

Holocaust-Überlebende Friedländer entsetzt über NS-Vergleiche durch Impfgegner

15.01 Uhr: Die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer hat sich entsetzt über einzelne Impfgegner in Deutschland geäußert, die Vergleiche zur NS-Zeit ziehen. Die 100-Jährige bezeichnete jene Demonstranten, die den sogenannten Judenstern nutzen, als »neue Feinde der Demokratie«. »Heute sehe ich, wie die Erinnerung an das, was geschehen ist, politisch missbraucht, manchmal sogar verhöhnt und mit Füßen getreten wird«, sagte sie am Donnerstag bei einer Rede zum Holocaust-Gedenktag im Brüsseler Europaparlament. Ungläubig müsse sie mit ihren mehr als hundert Jahren sehen, wie Symbole der Ausgrenzung der Juden durch die Nazis heute von neuen Feinden der Demokratie auf offener Straße schamlos benutzt würden, um sich selbst als Opfer zu stilisieren.

Margot Friedländer: »Heute sehe ich, wie die Erinnerung an das, was geschehen ist, politisch missbraucht, manchmal sogar verhöhnt und mit Füßen getreten wird«

Margot Friedländer: »Heute sehe ich, wie die Erinnerung an das, was geschehen ist, politisch missbraucht, manchmal sogar verhöhnt und mit Füßen getreten wird«

Foto: OLIVIER HOSLET / EPA

Das gelbe Hexagramm war eine den Juden von den Nationalsozialisten aufgezwungene Kennzeichnung, um die Minderheit zu stigmatisieren. Das Symbol war in der Vergangenheit immer wieder von Menschen auf Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen gezeigt worden.

In ihrer Rede sprach Friedländer zudem von ihren Erinnerungen an die Nazi-Zeit. Eindrücklich beschrieb sie, wie sie zum ersten Mal Menschen aus dem Vernichtungslager Auschwitz gesehen habe. »Man konnte die Lebenden kaum von den Toten unterscheiden«, sagte sie. Auch betonte sie, dass damals nur sehr wenige Menschen – nicht nur in Deutschland – etwas unternommen hätten, um Jüdinnen und Juden zu schützen. Dänemark sei eine rühmliche Ausnahme gewesen.

Kataloniens Behörden schaffen Nachweispflicht mit Covidpass ab

14.53 Uhr: Wegen des durch die Omikron-Variante ausgelösten Infektionsgeschehens müssen Besucher von Bars, Restaurants und Fitnessstudios in Katalonien ab Freitag keinen Impfnachweis mehr vorzeigen. »Ein erheblicher Teil der Bevölkerung ist aufgrund von Omikron erneut anfällig für eine Infektion mit dem Coronavirus«, und zwar unabhängig von ihrem Impf- oder Genesenenstatus, teile die Regierung der Region im Nordosten Spaniens am Donnerstag mit. Damit nutze auch der eigentlich obligatorische Nachweis eines Covid-Passes weniger als vorher.

Obwohl die Zahl der Infektionsfälle in Katalonien immer noch hoch ist, sind die Krankenhäuser nicht so überlastet wie befürchtet. Die Behörden hoben daher in den vergangenen Tagen einen Großteil ihrer Beschränkungen schrittweise wieder auf. Sie folgten damit auch dem Rat eines Expertengremiums. Einzig die Diskotheken bleiben weiterhin geschlossen. Trotz der hohen Impfrate von 90,7 Prozent der Einwohner über zwölf Jahren sind die Fälle von Covid-19 seit Ende Dezember in Spanien deutlich angestiegen. Das Land weist heute eine der höchsten Inzidenzraten in Europa auf.

Litauen meldet erstmals mehr als 10.000 Corona-Neuinfektionen

14.44 Uhr: Litauen hat den zweiten Tag in Folge einen Rekord bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Mit 10.630 registrierten Fällen binnen 24 Stunden wurde dabei am Donnerstag erstmals ein fünfstelliger Wert erfasst – 9490 waren es am Vortag. Der 14-Tage-Inzidenzwert stieg damit nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius auf 2985 Infektionen pro 100 000 Einwohner: der höchste Wert in dem baltischen EU-Land mit knapp drei Millionen Einwohnern seit Beginn der Pandemie.

Nach Behördenangaben gehe die große Mehrzahl der neuen Fälle auf die besonders ansteckende Omikron-Variante zurück. Gesundheitsminister Arunas Dulkys halte neue Coronaregeln für vorerst nicht notwendig. Die Pandemie könne mit den gegenwärtigen Beschränkungen eingedämmt werden, sagte er.

Hongkong verkürzt Quarantäne für Einreisende auf 14 Tage

14.31 Uhr: Hongkong reduziert die Quarantäne-Dauer bei Einreise um sieben auf 14 Tage. Die Änderung gelte ab dem 5. Februar, sagt Regierungschefin Carrie Lam. Diplomaten und die Finanzbranche hatten zuvor die Länge der Quarantäne kritisiert, sie schade dem Wettbewerb. Sie beuge sich nicht dem Druck Anderer, sagt Lam. Es habe sich gezeigt, dass Omikron eine recht kurze Inkubationszeit habe. Bislang müssen Einreisende aus über 160 Ländern auf eigene Kosten 21 Tage in Hotel-Quarantäne. Für welche Länder die neue Regelung gilt, gibt Lam noch nicht bekannt.

Luxemburg erreicht Coronainzidenz von mehr als 2400

14.24 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist in Luxemburg weiter gestiegen. In der vergangenen Kalenderwoche betrug die Inzidenz bei den neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner 2409, wie das Gesundheitsministerium des Landes heute mitteilte. In der Woche zuvor hatte der Wert bei 1848 gelegen. Am höchsten lag die Inzidenz bei Kindern bis 14 Jahren – mit einem Wert von 5320.

Bei den Krankenhauseinweisungen waren laut Bericht 20 von 58 Patienten auf der Normalstation nicht geimpft. Auf der Intensivstation waren zehn von 14 Patienten nicht gegen das Coronavirus geimpft. Das Durchschnittsalter der Personen, die positiv auf das Virus diagnostiziert wurden, betrug 28 Jahre.

Sarah Palin hat Corona – und besucht ein Restaurant in Manhattan

14.00 Uhr: Die republikanische US-Politikerin Sarah Palin kehrte zwei Tage nach dem positiven Coronatest in ein Restaurant New Yorker Stadtteil Manhattan zurück, wie mehrere US-Medien berichten. Es war dasselbe Restaurant, in dem die ehemalige Gouverneurin von Alaska am Samstag zwei Tage vor ihrem positiven Coronatest am Montag gegessen hatte. Dieser Restaurantbesuch der ungeimpften Palin, verstößt gegen die Coronaregeln von New York City, wonach alle Gäste, die im Innenbereich von Restaurants speisen, vor dem Betreten einen Impfnachweis vorlegen müssen.

Ob Palin am Mittwoch noch ansteckend war, war unklar. Luca Guaitolini, der Manager des Restaurant »Elio's«, sagte gegenüber Mediaite am Mittwoch in einer Erklärung : »Heute Abend ist Sarah Palin ins Restaurant zurückgekehrt, um sich für den Aufruhr um ihren vorherigen Besuch zu entschuldigen. Gemäß der geltenden Impfpflicht und zum Schutz unserer Mitarbeiter haben wir sie im Freien platziert. Wir sind ein öffentlich zugängliches Restaurant und behandeln alle Zivilisten gleich.«

77-jährige Ärztin aus Berlin soll zahlreiche Impfbescheinigungen gefälscht haben

13.38 Uhr: Polizei und Staatsanwaltschaft in Berlin sind zu einer Razzia bei einer 77-jährigen Ärztin wegen mutmaßlicher Impfpassfälschung angerückt. Nach Angaben der Ermittler vom Donnerstag steht die Medizinerin aus dem Stadtteil Wilmersdorf im Verdacht, gegen Zahlung von jeweils mindestens 180 Euro zahlreiche falsche Impfbescheinigungen in Impfpässe eingetragen zu haben. Mit diesen konnten sich Ungeimpfte dann digitale Impfzertifikate erschleichen.

Wie Polizei und Generalstaatsanwaltschaft in der Hauptstadt weiter mitteilten, erstrecken sich die Ermittlungen auch auf eine mögliche Verbindung der Frau »ins Milieu der organisierten Kriminalität«. Am Mittwoch durchsuchten Einsatzkräfte die Praxis und die Privaträume der Beschuldigten. Dabei beschlagnahmten sie Beweismittel, darunter auch mutmaßlich gefälschte Aufkleber mit Chargennummern. Der Frau wird das Ausstellen falscher Gesundheitszeugnisse zur Last gelegt.

Grünen-Vorsitzkandidatin Lang positiv auf Corona getestet

13.31 Uhr: Vor dem für sie so wichtigen Bundesparteitag hat sich die Kandidatin für den Grünen-Vorsitz, Ricarda Lang, mit dem Coronavirus infiziert. Das habe ein PCR-Test am Mittwochabend ergeben, schrieb Lang heute auf Twitter. »Zum Glück bin ich dreifach geimpft, mir geht es gut und ich verspüre keine Symptome.« Ihre Bewerbungsrede für die Wahl zur neuen Grünen-Chefin beim Parteitag am Samstag werde sie digital halten.

»Nach meiner ersten Rede im Bundestag fuhr ich gestern nach Hause für eine Videokonferenz und bekam am Abend per E-Mail das Ergebnis des PCR-Tests, den wir vor dem Parteitag am Wochenende standardmäßig zur Sicherheit durchgeführt haben«, schrieb Lang. Im Bundestag hatte Lang während der Orientierungsdebatte zur Corona-Impfpflicht eine Rede gehalten. Sie habe sich jetzt zu Hause isoliert und ihre Risikokontakte benachrichtigt, teilte sie mit.

»Wir wissen, dass die Impfung sehr zuverlässig vor schweren Verläufen und dem Tod schützt, aber vor allem bei Omikron weiter das Risiko besteht, sich anzustecken«, schrieb Lang. »Darum kann ich nur an alle appellieren, sich bitte auch impfen zu lassen und auf sich und ihre Mitmenschen achtzugeben.«

Die Grünen halten am Freitag und Samstag einen digitalen Parteitag ab. Im Berliner Velodrom präsent ist nur ein kleiner Personenkreis. Die mehreren Hundert Delegierten schalten sich per Internet zu. Am zweiten Tag der Veranstaltung stehen Neuwahlen der Führungsriege an. Die 28-jährige Sozialpolitikerin Lang gehört dem linken Flügel an und kandidiert gemeinsam mit dem 46-jährigen Außenpolitiker Omid Nouripour vom Realo-Flügel als neues Führungsduo.

Italien will Einreiseregelung ab Februar lockern

13.18 Uhr: Italien-Urlauber können ab Februar mit gelockerten Corona-Einreiseregeln rechnen. Ab dem 1. Februar brauchen Reisende aus den EU-Ländern lediglich entweder einen negativen Coronatest oder einen Impf- oder Genesungsnachweis, wenn sie nach Italien kommen, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums heute auf Nachfrage mitteilte. Gesundheitsminister Roberto Speranza habe dazu eine Anordnung unterzeichnet.

In dem Mittelmeerland werden die Nachweise als »Green Pass« (Grüner Pass) bezeichnet. Die in Deutschland verwendeten QR-Codes für die Impfung gelten auch in Italien. Bislang mussten alle Reisenden, auch Coronageimpfte und Genesene, zusätzlich einen negativen Coronatest vorweisen.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern sind die Zahlen der täglichen Neuinfektionen mit dem Virus weiter hoch. Am Mittwoch meldeten die Behörden rund 167.000 Infektionen binnen eines Tages. Laut Medienberichten prüft die Regierung derzeit, das Ablaufdatum der Impfnachweise derjenigen auszusetzen, die die Auffrischungsimpfung erhalten haben.

Razzia gegen Drogenhandel in Hessen führt zu mutmaßlichen Impfpassfälschern

13.13 Uhr: Eine Razzia gegen den Drogenhandel in Hessen hat die Ermittler zu mutmaßlichen Impfpassfälschern geführt. Im Mittelpunkt des Verfahrens stehen fünf Männer, wie die Polizei in Wiesbaden heute mitteilten. Vier davon arbeiteten demnach im Sicherheitsdienst eines Impfzentrums. Die Beamten rückten im Oktober 2021 wegen eines vermuteten Drogenhandels zu einer Razzia in einer Shishabar in Rüdesheim aus. Unter dem Tresen fanden sie mehrere Blankoimpfpässe samt Chargenstickern und offiziellem Stempelabdruck des Impfzentrums im Rheingau-Taunus-Kreis. Ein 28-Jähriger wurde verdächtigt, die gefälschten Impfpässe verkauft zu haben.

Ermittlungen ergaben, dass der 28-Jährige die Impfpässe von einem 32-Jährigen erhalten hatte. Bei einer weiteren Razzia bei dem zweiten Verdächtigen in Bad Schwalbach beschlagnahmten die Beamten rund zwei Dutzend Impfausweise und fast hundert Chargenaufkleber. Durch die Auswertung seines Handys konnten weitere Verdächtige identifiziert werden. Der 32-Jährige soll als Mitarbeiter beim Sicherheitsdienst des Impfzentrums die Ausweise gestohlen und verkauft haben. Dazu soll er sich mit drei weiteren Komplizen zusammengeschlossen haben. Diese arbeiteten wie er als Security im Impfzentrum. Die Polizei wirft ihnen gewerbsmäßigen Diebstahl vor.

Zudem soll die Gruppe negative Corona-Testergebnisse über nicht erfolgte Schnelltests ausgestellt haben. Bei zusätzlichen Razzien in den vergangenen Wochen wurden weitere Blankoimpfausweise, gefälschte Impfausweise, Blankoimpfnachweisbögen mit QR-Code und hunderte Impfstoffchargenaufkleber beschlagnahmt.

Caterer muss bei wegen Corona abgesagter Hochzeit Anzahlung voll zurückzahlen

12.47 Uhr: Hat ein Paar seine vor der Pandemie geplante Hochzeitsfeier wegen Corona abgesagt, muss der Caterer laut einem Urteil eine bereits geleistete Anzahlung in voller Höhe zurückzahlen. Das Brautpaar dürfe in diesem Fall von dem Vertrag zurücktreten, entschied das Landgericht im rheinland-pfälzischen Frankenthal laut einer heutigen Mitteilung. Zur Begründung hieß es, die Pandemie und ihre Folgen seien bei Vertragsabschluss Anfang 2020 nicht vorhersehbar gewesen. (Az. 8 O 198/21)

Anfang Januar 2020 hatte das Paar mit dem Unternehmen einen Vertrag über die Ausrichtung der Feier im Mai 2020 inklusive Essen und Trinken für rund hundert geladene Gäste geschlossen. Es überwies mehr als 6000 Euro als Anzahlung an den Caterer, was etwa die Hälfte der vereinbarten Kosten war. Wegen der Pandemie konnte die Feier nicht stattfinden – sie wurde erst auf 2021 verlegt und wegen der damals geltenden Bundesnotbremse schließlich abgesagt.

Das Unternehmen weigerte sich, die Anzahlung zurückzuzahlen. Jedoch hat das Paar einen Anspruch darauf, wie die Richter entschieden. Hätte das Paar vorhergesehen, dass wegen der Auflagen eine Feier im Innenbereich über viele Monate hinweg nicht möglich sein wird, hätte es den Vertrag nicht abgeschlossen. Auf die Möglichkeit, draußen zu feiern, müsse es sich nicht verweisen lassen. Ein weiteres Abwarten hielten die Richter für nicht zumutbar.

Hamburger Polizei verbietet erneut große Coronademonstration

12.42 Uhr: Die Hamburger Polizei hat eine für kommenden Samstag angemeldete Demonstration von 11.000 Corona-Maßnahmen-Gegnern verboten. Als Hauptgrund nannte Polizeisprecher Holger Vehren heute den Infektionsschutz. Der Anmelder, ein Verein, habe die Demo unter das Motto »Gegen die Maskenpflicht und sonstige Corona-Maßnahmen« gestellt und deutlich gemacht, dass er den Demonstrationszug rund um die Binnenalster ohne Masken abhalten wolle. Er habe sich in Gesprächen auch nicht kooperationsbereit gezeigt, sagte Vehren der Deutschen Presse-Agentur.

Angesichts der pandemischen Lage sei eine Versammlung mit 11.000 Teilnehmern ohne Masken nicht möglich, sagte Vehren. Vor zwei Wochen war bereits eine Großdemonstration von Gegnern der Impf- und Coronamaßnahmen, zu der bis zu 15.000 Menschen in der Innenstadt erwartet wurden, aus Infektionsschutzgründen verboten worden. Dennoch hatten sich später rund 3000 Menschen größtenteils ohne Masken und Abstand rund um die Kunsthalle versammelt. Als sie sich weigerten, den Platz zu räumen, drängte die Polizei die Demonstranten teils mit körperlicher Gewalt ab; vereinzelt kam es zu Handgreiflichkeiten.

Gegen das Verbot der Demonstration vor zwei Wochen war die Anmelderin beim Verwaltungsgericht mit einem Eilantrag vorgegangen und gescheitert. Eine mögliche Beschwerde beim Hamburgischen Oberverwaltungsgericht blieb aus. Auch der Anmelder der jetzt verbotenen Demo habe angekündigt, den Rechtsweg beschreiten zu wollen, sagte Vehren. Nach Angaben eines Gerichtssprechers lag heute Mittag aber noch kein entsprechender Antrag der Demo-Anmelder gegen das Verbot beim Verwaltungsgericht vor.

Mindestens 43 Millionen Menschen haben Booster-Impfung erhalten

12.37 Uhr: Mehr als die Hälfte der Bevölkerung hat eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Mindestens 43 Millionen Menschen (51,7 Prozent) seien inzwischen geboostert, teilte das Robert Koch-Institut heute mit. Das ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron. In Deutschland sind am Mittwoch rund 458.000 Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Mindestens 75,6 Prozent der Bevölkerung (62,9 Millionen Menschen) sind bislang einmal geimpft. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an. Das Ziel scheint zunehmend unrealistisch.

Mindestens 73,7 Prozent der Bevölkerung (61,3 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Dafür sind in der Regel zwei Impfdosen nötig. Noch zählt das RKI auch Menschen mit, die nur eine Dosis des Johnson-&-Johnson-Präparats erhalten haben, – allerdings wird das gerade umgestellt. Künftig sollen Johnson-&-Johnson-Geimpfte erst nach einer zweiten Impfdosis – möglichst mit einem mRNA-Impfstoff wie dem von Biontech/Pfizer oder Moderna – als vollständig geimpft gelten.

Nicht geimpft sind derzeit 24,4 Prozent der Bevölkerung (20,3 Millionen Menschen). Für 4,8 Prozent (vier Millionen) dieser Menschen im Alter von 0 bis 4 Jahren steht bisher kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung. Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestquoten zu verstehen sind, »da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann«. Das RKI geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Von der Coronapandemie zur Endemie

12.32 Uhr: Durch die rasante Verbreitung der Omikron-Variante könnte das Coronavirus Experten zufolge endemisch werden. Während sich eine Pandemie über Länder und Kontinente hinweg ausbreitet, werden Krankheiten oder Erreger als endemisch bezeichnet, die dauerhaft und gehäuft in einer begrenzten Region oder in Teilen der Bevölkerung vorkommen. Dabei kann es saisonale Schwankungen geben, ein klassisches Beispiel dafür ist die Malaria.

Im Fall von Sars-CoV-2 bedeutet der Eintritt in eine Endemie, dass das Virus bleibt – die Menschen müssen damit leben, es wird aber für die Gesamtbevölkerung weniger gefährlich. Der Virologe Christian Drosten bezeichnete die Omikron-Variante als »ein Nachdurchseuchungsvirus« und im Grunde »perfektes erstes endemisches Virus«. Denn Omikron verbreitet sich schnell, verursacht aber offensichtlich weniger schwere Erkrankungen.

Deutschland ist auf dem Weg in eine endemische Lage noch nicht so weit wie andere Länder. Denn ein breiter Impfschutz gilt als ein wichtiger Schritt in die Endemie, und hierzulande gibt es noch deutliche Lücken. Diese Immunitätslücken schließt das Virus, indem Ungeimpfte, aber auch Geimpfte infiziert werden.

In einer endemischen Situation wird die Immunität dann durch immer wiederkehrende Kontakte mit dem Virus aufgefrischt. In einer Übergangszeit kann es aber nötig sein, zumindest Risikopatienten noch über Jahre immer wieder Auffrischungsimpfungen zu verabreichen. Perspektivisch könnte dann Sars-CoV-2 wie andere bekannte Coronaviren auch am Ende harmlose Erkältungskrankheiten verursachen.

Gesundheitsministerium zählt 42 Millionen mehr Impfzertifikate als Impfungen

12.27 Uhr: In Deutschland wurden bisher deutlich mehr digitale Zertifikate ausgestellt als Coronaimpfdosen verabreicht. Was zunächst nach massenhaften Fälschungen klingt, ist wohl anders zu erklären. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Derzeit kaum Personalausfall bei Luftfahrt

12.19 Uhr: Trotz der Omikron-Welle gibt es in der Luftfahrtbranche einem Verband zufolge derzeit keine flächendeckenden Personal-Probleme aufgrund von Krankheitsausfällen. »Hier ist sicherlich nicht Alarmstimmung – Vorsicht ja«, sagt Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow vom Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL). Die Schutz- und Hygienemaßnahmen im Luftverkehr helfen demnach, dass die Abläufe auch vor dem Hintergrund der Coronavariante Omikron möglichst unverändert fortgesetzt werden. Vereinzelt hätten Transporte im Frachtgeschäft zurückgestellt werden müssen – nicht aber in hochsensiblen Bereichen. Insgesamt sei die Lage derzeit zwar herausfordernd, aber für die Unternehmen im Wesentlichen organisierbar.

RKI hält Verbesserung der Corona-Meldesoftware für erforderlich

11.58 Uhr: Bei der von Gesundheitsämtern genutzten Software zur Meldung von Coronafällen sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) Verbesserungen erforderlich. Dabei geht es »neben der Behebung von aktuellen Problemen in der Software auch um Verbesserungen der Benutzerführung, damit Vorgänge einfacher und schneller bearbeitet werden können«, teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Darüber hinaus gehe es »um technische Ertüchtigungen, damit die großen Datenmengen insgesamt bewältigt werden können«. Das RKI sei in engem Austausch mit den Gesundheitsämtern und unterstützte entsprechend.

Mitarbeiter in etlichen Gesundheitsämtern hatten sich in den vergangenen Wochen darüber beschwert, dass die vom RKI bereitgestellte Software »SurvNet« zum Teil so langsam auf Eingaben reagiere, sodass die Software oft unbrauchbar sei. Außerdem stürze die Software häufig ab. Das SurvNet-System wird von vielen der rund 400 Gesundheitsämtern verwendet, um ihre Daten an 16 Landesgesundheitsämter zu übermitteln. Dort werden die Daten noch einmal aufbereitet, bevor sie dann an das RKI gehen.

Die RKI-Sprecherin betonte, das Institut habe den Überblick über die übermittelten Fälle, könne jedoch »keinen systematischen Überblick darüber geben, wie viele Meldungen in den Gesundheitsämtern nicht zeitnah verarbeitet werden können«. Es sei dem RKI bekannt, dass es aufgrund der sehr hohen Anzahl der Meldungen in den Ämtern zu einem Rückstau komme. Dies sei auch in den Ämtern ohne eventuelle Softwareprobleme der Fall.

Jeder Zweite für Abschaffung von 2G im Einzelhandel

11.50 Uhr: Fast die Hälfte der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist für eine Abschaffung der 2G-Regelung im Einzelhandel. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov gaben 49 Prozent der Befragten an, sie würden für ihr Bundesland stattdessen eine 3G-Regelung befürworten, sodass außer Geimpften und Genesenen auch Getestete Zugang zu den Geschäften abseits des Lebensmittelhandels hätten. Rund 38 Prozent lehnten eine solche Entschärfung der Coronaauflagen ab.

Bund und Länder hatten die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels angesichts der steigenden Corona-Inzidenzzahlen Anfang Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Ausgenommen waren Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien, Apotheken.

Doch wurde die Regelung inzwischen bereits in mehreren Ländern von Gerichten gekippt, sodass mittlerweile ein Flickenteppich mit unterschiedlichen Zugangsregeln entstanden ist. Zwar gilt die 2G-Regel noch in den meisten Bundesländern. In Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern und im Saarland wurde sie jedoch aufgehoben.

Rekord: Mehr als 57.000 Corona-Neuinfektionen in Polen

11.39 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat den zweiten Tag in Folge einen Höchstwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 57.659 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium heute mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 262 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner, also knapp halb so viele wie Deutschland.

Nach einer Anweisung des Bildungsministeriums stellten heute alle Schulen des Landes auf Fernunterricht für Schüler ab der 5. Klasse um. Diese Regelung soll für einen Monat gelten. Auch führt Polen nun die Möglichkeit zu kostenlosen Coronatests ein. Ab sofort gebe es landesweit 64 Apotheken, wo sich Bürger testen lassen könnten, teilte Minister Adam Niedzielski mit. Weitere Apotheken hätten die Zulassung als Teststelle beantragt.

Die Opposition wirft der nationalkonservativen PiS-Regierung schon länger vor, drastische Beschränkungen im Alltagsleben zu vermeiden, um Impfgegner in den eigenen Reihen nicht zu verprellen. Bislang hat die Regierung in Warschau nichts unternommen, um etwa eine rechtliche Grundlage dafür zu schaffen, dass Betreiber von Restaurants, Hotels und Geschäften den Impfstatus ihrer Kunden abfragen können. Regelungen wie 2G (also Zugang nur für Geimpfte und Genesene) oder 3G (Zugang auch für Getestete) sind in Polen unbekannt.

Auch ein Gesetzentwurf, der wenigstens Arbeitgebern ermöglichen soll, den Impfstatus oder ein Testergebnis der Beschäftigten abzufragen, steckt seit Monaten im Parlament fest. Die PiS hat dort nur eine bröckelnde Mehrheit und ist auf die Stimmen von Abgeordneten angewiesen, die Impfgegner sind.

350.000 Teilnehmer bei Coronademos und Gegenprotesten am vergangenen Montag

11.35 Uhr: Am vergangenen Montag haben einem Medienbericht zufolge bundesweit rund 350.000 Menschen an Protesten gegen Coronaschutzmaßnahmen sowie an Gegendemonstrationen teilgenommen. Das berichtete das ARD-Politmagazin »Kontraste« am Donnerstag unter Berufung auf Angaben des Bundesinnenministeriums. Eine nähere Aufschlüsselung, wie sich die Zahl auf die beiden gegensätzlichen Lager verteilt, gab es nicht. Seit Monaten demonstrieren vielerorts Menschen gegen Impfungen und andere Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung.

Der Sozialpsychologe Oliver Decker sagte »Kontraste«, dass die Coronamaßnahmen lediglich ein Auslöser der Proteste seien und als Verstärker für bereits vorhandene antidemokratische Ressentiments in Teilen der Bewegung fungierten. »Was hier zum Tragen kommt, sind gewachsene Strukturen und auch gewachsene Ablehnung des demokratischen Systems«, sagte der Experte der Universität Leipzig.

Klassische Erkältungshilfsmittel lindern leichte Coronasymptome

10.55 Uhr: Bei leichten Coronasymptomen helfen die Hilfsmittel, zu denen man auch bei grippalen Infekten greift. Mittel gegen laufende Nase, Halskratzen oder Abgeschlagenheit seien nicht Corona-spezifisch, sagt Martin Scherer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin.

Gegen Fieber und Schmerzen helfen Wirkstoffe wie Ibuprofen oder Paracetamol. Hier bestimmt nicht Corona die Auswahl, sondern die Frage, ob man bestimmte Allergien oder Vorerkrankungen hat. »Wer eine kranke Niere hat, sollte zum Beispiel eher zu Paracetamol greifen.«

Ist die Nase verstopft, rät der Fachmann ganz klassisch zum Nasenspray. Bei einem kratzigen Hals kann man zu Lutschpastillen greifen. Es spricht auch bei Corona nichts gegen Inhalieren, obgleich Scherer andere Methoden wie das Nasenspray für effektiver hält, um Schleim zu lösen.

DIW: Omikron bremst Wirtschaft aus – Im Frühjahr naht Erholung

10.49 Uhr: Deutschland steuert dem Berliner DIW zufolge inmitten der Omikron-Welle in eine Konjunkturflaute. Das signalisiert das Barometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), das im Januar leicht nachgibt. Nachdem es im vierten Quartal 2021 noch knapp über der 100-Punkte-Schwelle gelegen hatte, ist es mit einem Indexstand von 99,5 Punkten für das erste Quartal 2022 nun darunter gefallen, wie die Forscher heute mitteilten. Die Wirtschaftsleistung dürfte dem DIW zufolge bereits Ende 2021 etwas geschrumpft sein – Details dazu veröffentlicht das Statistische Bundesamt am Freitag.

Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Experten erwarten für das vierte Quartal ein Minus von 0,3 Prozent. Vor allem aufgrund der Auswirkungen der aktuellen Omikron-Welle zeichnet sich laut DIW nun auch für den Jahresbeginn ein leichter Rückgang ab. »Die derzeit enorm hohen Corona-Infektionszahlen bremsen die deutsche Wirtschaft aus«, sagte DIW-Ökonom Simon Junker.

Alles in allem stehe der Jahresbeginn weiter im Zeichen der Pandemie. Die Aussichten auf eine Erholung im Frühjahr seien aber gut. In der Industrie deute immer mehr darauf hin, dass sich die Materialengpässe nach und nach lösten. Auch insgesamt dürften die Unternehmen hierzulande allmählich wieder mehr produzieren. »Sofern sich die Lieferketten in einigen Monaten erholt haben, dürfte die rosige Auftragslage zu einem kräftigen Produktionsschub führen«, so Junker.

Warum Covid-19 für Männer häufiger tödlich ist als für Frauen

10.41 Uhr: Männer haben ein größeres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken, als Frauen gleichen Alters. Warum Sexualhormone und Chromosomen die Immunabwehr beeinflussen – und wie man daraus neue Therapien entwickeln könnte. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Studie – Corona-Sterberisiko unter populistischen Regierungen höher

10.34 Uhr: In Ländern mit populistischen Regierungen ist das Corona-Sterberisiko einer Studie zufolge deutlich höher als anderswo. Die Übersterblichkeit sei dort im Durchschnitt mehr als doppelt so hoch wie in nicht-populistisch regierten Ländern, geht aus dem unter Mitwirkung des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) entstandenen Forschungspapier hervor. »Die Zahlen sind eindeutig: Populisten sind in der Coronapandemie die klar schlechteren Krisenmanager und für viele vermeidbare Tote in den von ihnen regierten Ländern verantwortlich«, sagte IfW-Experte Michael Bayerlein, der zu Populismus forscht.

Die sogenannte Übersterblichkeit – also die Anzahl an Todesfällen oberhalb des Wertes, der auch ohne die Pandemie zu erwarten gewesen wäre – liegt in nicht populistisch geführten Ländern bei gut acht Prozent. In populistisch geführten Ländern sind es der Studie nach hingegen fast 18 Prozent. Insgesamt elf Regierungen stuften die Autoren dabei als populistisch ein – darunter die in Polen, der Slowakei, Tschechien, Ungarn, Großbritannien, Brasilien und Indien. Bei sonst 100 Todesfällen verursache die Coronapandemie dort 18 zusätzliche Tote, so das Fazit. Im Durchschnitt aller betrachteten Ländern liegt demnach die Übersterblichkeit bei zehn Prozent: Statt sonst 100 seien durch die Pandemie 110 Sterbefälle zu verzeichnen.

Ursächlich für die deutlich höhere Übersterblichkeit ist den Angaben nach die bei vergleichbaren Infektionszahlen höhere Bewegungsaktivität der Bevölkerung in populistisch regierten Ländern. Zur Messung nutzen die Autorinnen und Autoren Mobilitätsdaten von Google. Diese weisen darauf hin, wie stark bestimmte Orte wie Lebensmittelgeschäfte oder Parks während der Pandemie besucht wurden. Den Daten zeigten laut Studie, dass der Bewegungsindex in populistischen regierten Ländern mit einem Wert von 20 doppelt so hoch ist.

Für die höhere Mobilität macht das Autorenteam zwei Gründe aus. Zum einen würden populistische Regierungen weniger Maßnahmen zum Infektionsschutz erlassen, insbesondere zur Kontaktbeschränkung. Zum anderen sei die Kommunikation populistischer Regierungen darauf ausgelegt, die Gefahren durch das Virus zu verharmlosen und wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren. Das halte die Bevölkerung davon ab, ihre Bewegungsaktivität von sich heraus einzuschränken.

Personalengpass durch Corona macht Lufthansa Cargo zu schaffen

10.25 Uhr: Steigende Infektionszahlen in der Coronapandemie haben sich bei der Lufthansa-Frachttochter Lufthansa Cargo in Frankfurt am Main bemerkbar gemacht. »Trotz umfangreicher Präventionsmaßnahmen spüren wir das erhöhte Infektionsgeschehen nun auch deutlich«, teilte das Unternehmen heute mit. Dies führe zu einer außergewöhnlichen Verringerung des Personalbestands, was den Betrieb am Fracht-Drehkreuz Frankfurt derzeit störe. Der Flugplan sei nicht betroffen. Aber aus den USA, Kanada und Europa könne derzeit keine lose Fracht – also Sendungen mit unterschiedlichen Bestimmungsorten in einem Container – umsortiert werden. Besonders eilige Fracht wie Organspenden oder temperaturgeführte Sendungen seien nicht betroffen.

Frankfurt ist der größte Standort von Lufthansa Cargo. Die anderen Drehkreuze der Airline – München, Wien und Brüssel – arbeiteten normal, so Lufthansa-Cargo. Bei der Post-Tochter DHL laufen alle Operationen in Frankfurt sowie auch am Drehkreuz in Leipzig störungsfrei, teilte DHL mit.

Impfpflicht ab 18 »keine allgemeine Impfpflicht«, sagt die Caritas

10.15 Uhr: In der Diskussion um eine allgemeine Impfpflicht wirft der Deutsche Caritasverband der Politik »Etikettenschwindel« vor. Die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und anderen vertretene Impfpflicht ab 18 Jahren sei gerade kein allgemeiner Ansatz, sondern ein altersdifferenzierter, sagte Caritas-Präsidentin Eva Maria Welskop-Deffaa der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung« vom Donnerstag. Entweder solle sich die Politik an der Impfstoffzulassung ab fünf Jahren orientieren oder an der am meisten gefährdeten Gruppe ab 50 Jahren.

»Mir fällt kein Argument ein, das für 18 spricht«, sagte Welskop-Deffaa. Sie kritisierte auch Lauterbachs Vorschlag zur Auszahlung eines weiteren Coronabonus in der Pflege: »Ein Füllhorn, das eher zufällig ausgegossen wird, ist der falsche Weg.« Die geplante Begrenzung der Prämie auf Pflegekräfte missachte, dass auch das Hilfspersonal und die Ärzte stark belastet seien. Welskop-Deffaa forderte stattdessen, dass sich die Sozialpartner auf eine Coronaprämie einigen sollten. »Man könnte das tarifvertraglich regeln. Es gibt Sonntagszuschläge, Nachtzuschläge, warum nicht auch Pandemiezuschläge?«, sagte sie der Zeitung.

Die Caritas-Präsidentin verwies zugleich auf die angespannte Personalsituation in den Pflegeheimen: »Da herrscht eine Doppelbelastung.« Einerseits würden ab Mitte März die Gesundheitsämter in Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht Betretungsverbote für nicht geimpfte Beschäftigte aussprechen. »Gleichzeitig kommen möglicherweise hohe Krankenstände und Quarantäneausfälle auf uns zu«, sagte Welskop-Deffaa. »Dann besteht die Gefahr, dass die ohnehin angespannte Personaldecke endgültig reißt.« Davor hätten »die Leute richtig Panik«.

Strikte Coronamaßnahmen: Olympische Dörfer in Peking eröffnet

10.03 Uhr: Unter strengen Vorsichtsmaßnahmen wegen der Coronapandemie sind die olympischen Dörfer für die Winterspiele in Peking heute offiziell eröffnet worden. Mehr als 360 Sportler und Teammitglieder aus mehr als 20 Ländern sollen die Unterkünfte am Eröffnungstag beziehen, berichtete das chinesische Staatsfernsehen. Seit vergangener Woche waren allerdings auch schon Sportler und Vorausdelegationen eingetroffen und eingezogen.

Für die Winterspiele, die am Freitag eröffnet werden, gibt es drei Athletendörfer an den jeweiligen Wettkampfstätten. Sie sind auf die Hauptstadt, das 75 Kilometer entfernte Yanqing und das 180 Kilometer vor den Toren Pekings liegende Zhangjiakou verteilt. Virusprävention und Kontrolle seien »die wichtigsten Aufgaben« des Managements in den Dörfern, sagte der Direktor des Verwaltungsteams, Shen Qianfan.

Die Unterkünfte ähneln wie die Austragungsorte jeweils Hochsicherheitszonen, da sich die Sportler und Teammitglieder nur in hermetisch »geschlossenen Kreisläufen« (Closed Loops) bewegen dürfen. Es geht dabei weniger darum, die Olympia-Teilnehmer vor Infektionen von außen zu schützen. Vielmehr soll es verhindern, dass das Virus durch die ausländischen Gäste nach China eingeschleppt wird.

Anders als andere Länder verzeichnet China gegenwärtig nur ein paar Dutzend Infektionen pro Tag. Die Gesundheitskommission meldete heute landesweit 25 lokale Infektionen, davon fünf Fälle in der 20-Millionen-Metropole Peking. Mit strikten Maßnahmen wie Ausgangssperren, Massentests, Kontaktverfolgung und Isolation hat China das Virus schon seit mehr als eineinhalb Jahren weitgehend im Griff. Dafür hat sich China auch weitgehend vom Ausland abgeschottet.

Covid-19-Impfungen können vorübergehend den weiblichen Zyklus stören

9.37 Uhr: Zahlreiche Frauen berichten nach der Coronaimpfung über Verzögerungen ihrer Menstruation oder ungewöhnliche Blutungen. Zwei neue Untersuchungen zeigen: Die Störungen sind kurz, ungefährlich – und erklärbar. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Krankenhaus in Boston verweigert Ungeimpftem Herztransplantation

9.31 Uhr: Ein Krankenhaus in der US-Metropole Boston hat Medienberichten zufolge einem nicht gegen das Coronavirus geimpften Patienten eine Herztransplantation verweigert. Der Vater des 31-jährigen Patienten, David Ferguson, sagte den Sendern CNN und ABC, sein Sohn sei von der Liste der Kandidaten für eine Herztransplantation gestrichen worden, weil er sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wolle.

Eine Sprecherin des Krankenhauses sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Coronaimpfung sei in der Klinik eine der »Voraussetzungen« für Organ-Transplantationen. Hinzu kämen weitere Anforderungen an die betroffenen Patienten. Es müsse sichergestellt werden, dass ein Patient nach der Organ-Transplantation gute Überlebenschancen habe, weil sein Immunsystem dann »drastisch unterdrückt« sei.

Ferguson sagte, sein Sohn befinde sich »am Rande des Todes«. Die Coronaimpfung lehne der 31-Jährige ab, weil diese seinen »Grundprinzipien« widerspreche. »Er glaubt nicht daran.« Ferguson sagte, er respektiere die Entscheidung seines Sohnes. Er wolle ihn nun in ein anderes Krankenhaus verlegen. »Aber uns läuft die Zeit davon«, fügte er hinzu.

Der Medizinethiker Arthur Caplan von der New York University verwies im Sender CBS auf die immensen Risiken von Coronainfektionen für Patienten mit frisch transplantierten Organen. »Wenn Sie ein Organ transplantiert bekommen, wird Ihr Immunsystem komplett ausgeschaltet. Covid könnte Sie töten.« Für die Entscheidung von Kliniken, nur geimpften Menschen Organe zu transplantieren, äußerte Caplan Verständnis. »Die Organe sind spärlich. Sie würden sie nicht an jemanden geben, der geringe Überlebenschancen hat, wenn es auch andere geimpfte (Kandidaten) gibt, die nach einer Operation bessere Überlebenschancen haben.«

Ukraine meldet Rekord an Corona-Neuninfektionen

9.19 Uhr: Inmitten der wachsenden Spannungen im Konflikt mit Russland meldet die Ukraine Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Innerhalb von 24 Stunden seien 32.393 neue Fälle registriert worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das sind so viele wie noch nie. Der alte Rekord lag am 4. November bei 27.377 Fällen. Insgesamt verzeichnet die Ukraine 3,95 positive Tests und 99.738 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus.

Krankenhäuser erwarten viele neue Coronapatienten

8.07 Uhr: Die Krankenhäuser stellen sich angesichts der emporschnellenden Coronainfektionszahlen auf zahlreiche neue Patienten ein. Die aktuelle Zahl von 200.000 Neuinfizierten innerhalb eines Tages werde sich erst in sieben bis zehn Tagen in den Kliniken auswirken, sagte der Vorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, im ZDF- »Morgenmagazin«. »Das heißt, wir werden auch in den kommenden Tagen und wahrscheinlich Wochen eine hohe Dynamik neuer Zugänge in die Krankenhäuser erleben«, sagte er. Hinzu komme, dass Personal wegen eigener Ansteckungen ausfalle. »Das belastet die Krankenhäuser.«

Wegen der Personalausfälle habe bereits in der vergangenen Woche die Hälfte der Krankenhäuser Einschränkungen bei der Belegung gemeldet. »Es ist im Moment aber nicht so, dass die Versorgung gefährdet wäre«, sagte Gaß.

In den vorangegangenen Coronawellen hatte die Überlastung der Intensivstationen mit Coronakranken dazu geführt, dass Operationen anderer Patienten abgesagt werden mussten. Mit Blick auf die etwas milderen Krankheitsverläufe bei der Coronavariante Omikron stellte Gaß fest: »Diese Situation scheinen wir im Moment nicht vor uns zu haben. Aber natürlich: Die hohe Belegung auf den Normalstationen belastet auch das Personal und letztlich auch das Krankenhaus insgesamt.«

Beim Impfstand ihrer Mitarbeiter hofften die Kliniken auf den neuen Impfstoff von Novavax. Dieser gilt als eine Art Totimpfstoff und könnte damit Impfskeptikern entgegenkommen, die die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna ablehnen. Bis zum Stichtag 15. März bei der Impfpflicht für Beschäftigte von Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen würden die Krankenhäuser alles versuchen, um ihre ungeimpften Mitarbeiter noch zu überzeugen, so Gaß. Wenn das nicht gelinge, müssten diese damit rechnen, dass sie ohne Lohnfortzahlung zunächst freigestellt würden.

Israel weitet Kreis der Berechtigten für vierte Coronaimpfdosis aus

7.51 Uhr: Israel hat den Kreis der Berechtigten für eine vierte Coronaimpfdosis ausgeweitet. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch bekannt gab, können in der neuen Phase der Impfkampagne auch alle immungeschwächten Menschen ab 18 Jahren eine vierte Impfstoffdosis erhalten. Dasselbe gilt für Menschen, die durch ihren Beruf einem hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Bislang war die vierte Impfstoffdosis nur für ältere und besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen verfügbar.

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben mehr als 600.000 von insgesamt 9,4 Millionen Einwohnern bereits eine vierte Corona-Impfstoffdosis erhalten. In den vergangenen Tagen sind auch in Israel wegen der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus die Neuinfektionen auf ein Rekordniveau gestiegen.

Erstmals mehr als 50.000 Neuinfektionen in Tschechien

7.42 Uhr: Tschechien meldet erstmals mehr als 50.000 Coronaneuinfektionen und damit den dritten Tag in Folge einen neuen Höchstwert. Das Gesundheitsministerium registriert in dem Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern binnen 24 Stunden 54.685 neue Ansteckungen.

Peking verschärft vor Olympischen Spielen Beschränkungen

6.42 Uhr: China schränkt den Bewegungsradius der Menschen in weiten Teilen der Hauptstadt Peking trotz sinkender Fallzahlen weiter ein. Laut Angaben der Regierung soll damit das Virus-Risiko wenige Tage vor Beginn der Olympischen Winterspiele gesenkt werden. Der Pekinger Bezirk Fengtai teilt mit, dass die Bewohner ihre Wohnungen nur aus wesentlichen Gründen verlassen dürfen und sich täglich einem Coronatest unterziehen müssen.

62.000 französische Impfpässe gefälscht

4.57 Uhr: Fahnder in Frankreich haben ein Netzwerk von Betrügern ausgehoben, das 62.000 gefälschte Impfnachweise erstellt haben soll. Die Ermittlungen einer Pariser Spezialeinheit für Cyberkriminalität hätten zur Festnahme von fünf Personen im Raum Poitiers und Lyon geführt, berichtete der Sender France Info  am Mittwochabend. Er berief sich dabei auf Angaben der Polizei.

Drei Verdächtige im Alter zwischen 22 und 29 Jahren sollen die Daten von 35 Ärzten gehackt haben, um damit falsche Nachweise für Coronaimpfungen zu erstellen. Diese sollen sie direkt und über Mittelsmänner weiterverkauft haben.

Der Betrug war nach Hinweisen unter anderem einer Krankenkasse erkannt worden, die in der Dokumentation auf Tausende angebliche Impfungen durch eine einzelne Krankenschwester gestoßen war – diese war an der Impfkampagne aber gar nicht beteiligt.

Die französische Regierung war kürzlich von rund 200.000 gefälschten Impfnachweisen ausgegangen, die im Land im Umlauf seien.

RKI: Sieben-Tage-Inzidenz überschreitet Wert von 1000

4.01 Uhr: Die Zahl der Coronaneuinfektionen in Deutschland hat erstmals die Marke von 200.000 überstiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter 203.136 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Mittwoch hatte das RKI noch 164.000 Neuinfektionen gemeldet, am Donnerstag vor einer Woche 133.536.

Die Sieben-Tage-Inzidenz überstieg zudem erstmals die Tausender-Marke und lag am Donnerstagmorgen bei 1017,4. Am Mittwoch hatte der Wert noch bei 940,6 gelegen; am vergangenen Donnerstag waren es 638,8. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Mehr zu den aktuellen RKI-Zahlen können Sie hier nachlesen.

Argentinien muss bei WM-Qualifikation auf Nationalcoach verzichten

03.03 Uhr: Wegen eines positiven Coronatests muss die argentinische Nationalmannschaft beim nächsten Spiel in der WM-Qualifikation auf ihren Nationaltrainer Lionel Scaloni verzichten. »Ich möchte klarstellen, dass es mir gut geht. Ich bin genesen, aber der PCR-Test ist immer noch positiv«, sagte der Trainer am Mittwoch. »Das ist das Problem. Ich bin eigentlich in einem Zustand, um bei dem Spiel dabei zu sein, aber sie lassen mich so nicht nach Chile einreisen.«

Bei der Partie am Donnerstag in Calama in Chile fehlt außerdem Kapitän Lionel Messi. Der Starstürmer hatte sich Ende vergangenen Jahres beim Heimaturlaub in Argentinien mit dem Coronavirus infiziert. Die Genesung dauerte länger als erwartet und der 34-Jährige verpasste mehrere Spiele seines Vereins. Argentinien ist genauso wie Brasilien für die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar Ende des Jahres bereits qualifiziert.

England hebt die meisten Coronabeschränkungen auf

02.36 Uhr: Trotz hoher Coronafallzahlen hat England erneut fast alle noch geltenden Pandemie-Maßnahmen aufgehoben. Seit Donnerstag gilt im größten britischen Landesteil in den meisten Innenräumen keine Maskenpflicht mehr. Auch die ohnehin nur bei Großveranstaltungen und in Klubs eingesetzten Impf- oder Testnachweise müssen nicht mehr kontrolliert werden. Die Empfehlung, von zu Hause aus zu arbeiten, gilt ebenfalls nicht mehr.

In der britischen Hauptstadt London gilt allerdings weiterhin in Bahnen und Bussen eine Maskenpflicht.

In den vergangenen Tagen hat sich die Zahl der Neuinfektionen auf hohem Niveau eingependelt – täglich werden zwischen 80.000 und 100.000 Neuinfektionen gemeldet, die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei rund 945 (Stand: 21. Januar).

Hans: Kritik an Coronapolitik wächst – aber Zusammenhalt weiter groß

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans

Foto: BeckerBredel / imago images/BeckerBredel

02.10 Uhr: Zwei Jahre nach dem ersten bestätigten Coronafall in Deutschland sieht der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eine wachsende Kritik an der Coronapolitik. Den Zusammenhalt in der Gesellschaft hält er aber nicht für gefährdet.

»Viele Menschen sind nach dieser langen Zeit der Einschränkungen einfach pandemiemüde und wünschen sich das Leben vor Corona zurück«, sagte Hans der »Rheinischen Post«. »Dass die Kritik an einzelnen Maßnahmen oder der Coronastrategie als Ganzem zunimmt, ist deshalb auch völlig nachvollziehbar und damit müssen die politischen Entscheidungsträger auch leben: Denn es gab und gibt in dieser Situation auch nie die eine perfekte Lösung, die für niemanden Nachteile hat.«

Weiter erklärte er: »Es war und ist immer ein sehr schmaler Grat, die persönliche Freiheit jedes einzelnen und die berechtigten Interessen der Wirtschaft mit dem Schutz unserer Gesundheit in der Coronapandemie umsichtig in Einklang zu bringen«, betonte Hans. Das sei im Großen und Ganzen aber recht gut gelungen. »Wir sind besser durch die Pandemie gekommen als andere Länder und ich spüre auch nach wie vor einen großen Zusammenhalt«, befand der CDU-Politiker.

Am 27. Januar 2020 war die erste bestätigte Coronainfektion in Deutschland gemeldet worden. Betroffen war ein Mitarbeiter des Autozulieferers Webasto in Stockdorf bei München.

Ärztevertreter warnen vor Personalengpässen wegen Omikron-Welle

01.39 Uhr: Ärztevertreter befürchten Lücken in der medizinischen Versorgung, weil sich zunehmend auch Personal mit dem Coronavirus infiziert. »Je stärker die Inzidenzen steigen, desto mehr Praxen werden auch vorübergehend krankheitsbedingt schließen müssen«, sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Schon jetzt arbeiteten die Praxen »am Limit«. Bei weiter steigenden Infektionszahlen werde sich die Lage zuspitzen.

Auch der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, warnte vor Personalengpässen. »Die Quarantäne wird zum Problem werden in den kommenden Wochen«, sagte Gassen. »Wenn im Krankenhaus die halbe Belegschaft zu Hause bleiben muss, weil sie in Quarantäne ist, ist auch ein normales Aufkommen schon schwer zu bewältigen. Dasselbe gilt für die Praxen – auch Ärzte und medizinische Fachangestellte können sich infizieren und in Quarantäne müssen, auch da wird das Personal knapp werden.«

Göring-Eckardt erwartet Aus für Genesenen-Sonderregel im Bundestag

Stellvertretende Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Stellvertretende Bundestagspräsidentin Katrin Göring-Eckardt

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

01.15 Uhr: Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt geht davon aus, dass der Bundestag die Coronasonderregelung beim Genesenenstatus wieder ändert. Für Bürgerinnen und Bürger ist dieser auf drei Monate verkürzt worden, im Parlament gilt durch eine Allgemeinverfügung von Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) die Frist von sechs Monaten. »Das war keine gute Idee und deswegen wird sie auch geändert. Da bin ich ganz sicher«, sagte Göring-Eckardt am Mittwochabend in der ARD-Sendung »Maischberger. Die Woche«.

Dass die Sonderregelung viele Menschen aufgeregt habe, »das habe ich gut verstanden«, sagte die Parlamentsvizepräsidentin. »Die (Bundestags-)Präsidentin hat das entschieden und hat das entschieden nach Regelungen, die in Berlin gelten«, sagte Göring-Eckardt. Im Land Berlin gilt bei Veranstaltungen weiter die 2G-plus-Regel mit sechs Monaten für Genesene.

Moderna startet klinische Studie zu Omikron-Impfstoff

00.52 Uhr: Der Hersteller Moderna hat seine erste klinische Studie zur Untersuchung eines speziell auf die Omikron-Variante zugeschnittenen Coronaimpfstoffs begonnen. Das teilte das US-Unternehmen am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Beständigkeit der Antikörper mit der normalen Booster-Impfung stimme zwar zuversichtlich, sagte Moderna-Chef Stéphane Bancel. »In Anbetracht der langfristigen Bedrohung durch die sogenannte Immunflucht von Omikron treiben wir unseren Omikron-spezifischen Impfstoffkandidaten dennoch weiter voran.«

Zuletzt hatten auch Biontech und Pfizer die Erprobung ihres Impfstoffkandidaten gegen Omikron angekündigt.

Unterdessen veröffentlichte das Fachmagazin »New England Journal of Medicine« eine Untersuchung zur Wirksamkeit des bisher bereits zugelassenen Boosters von Moderna gegen die Omikron-Variante. Demnach ist der Antikörperspiegel gegen die hochansteckende Mutation des Coronavirus einen Monat nach der dritten Injektion 20 Mal höher als nach der zweiten – er nehme in den darauffolgenden Monaten jedoch deutlich ab. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach twitterte dazu: »Die Studie zeigt, dass der Moderna Booster-Impfstoff das Risiko einer Infektion mit Omikron massiv senkt. Das ist genau die Booster-Impfung, die wir in Deutschland neben Biontech gerade anbieten.«

Weltkongress: Pandemie als »Brandbeschleuniger« für Antisemitismus

00.35 Uhr: Die Coronapandemie hat nach Einschätzung des Jüdischen Weltkongresses (WJC) den Antisemitismus in Deutschland verstärkt. »Die Pandemie wirkt wie ein Brandbeschleuniger: Menschen vergleichen den Holocaust verharmlosend mit Impfungen«, sagte WJC-Präsident Ronald Lauder der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. »Unter dem Deckmantel vermeintlicher Kritik an Coronamaßnahmen ist Antisemitismus noch gesellschaftsfähiger und damit gefährlicher geworden«, sagte Lauder.

Lauder zeigte sich vor dem Holocaust-Gedenktag besorgt über eine Zunahme des Antisemitismus in Deutschland. Der WJC-Präsident verwies auf eine im November von seiner Organisation durchgeführten Umfrage unter 5000 Menschen in Deutschland, über deren Details die »Frankfurter Allgemeine Zeitung« und das ZDF berichteten. Demnach hat nach Lauders Angaben jeder Dritte unter 25 Jahren grundsätzlich antisemitische Vorstellungen. Unter allen Erwachsenen sei es fast jeder Dritte.

Italien lockert ab Februar Einreisebedingungen für EU-Bürger

00.15 Uhr: Italien lockert ab Februar die Einreisebedingungen für Bürger aus anderen EU-Staaten. Laut einem von Gesundheitsminister Roberto Speranza unterzeichneten Dekret soll der Impfpass ab kommendem Monat für Reisende aus anderen EU-Ländern ausreichen, um eine vollständige Impfung, eine Genesung oder einen negativen Coronatest nachzuweisen. Derzeit verlangt Italien auch von vollständig Geimpften oder Genesenen noch einen zusätzlichen negativen Coronatest bei der Einreise.

Die EU-Mitgliedstaaten hatten am Dienstag vereinbart, das Reisen für Bürger mit einem gültigen Coronazertifikat innerhalb der EU einfacher zu gestalten. Sie sprachen sich in Brüssel dafür aus, dass Geimpfte oder Genesene keinen zusätzlichen Coronatest für die Einreise in ein anderes EU-Land brauchen.

Im Dezember hatte die Regierung in Rom angesichts steigender Neuinfektionen mit der Omikron-Variante Tests von allen Einreisenden und eine fünftägige Quarantäne für alle Ungeimpften verlangt. Diese schärferen Regeln waren in Brüssel auf Kritik gestoßen.

Lauterbach will verkürzten Genesenenstatus europaweit umsetzen, Impfregister hält er für hinderlich

00.00 Uhr: Im Streit um die Verkürzung des Genesenenstatus nach Coronainfektionen in Deutschland hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Drei-Monats-Frist verteidigt – und will sich um Umsetzung auch auf europäischer Ebene bemühen. »Wir werden in Kürze erneut versuchen, die drei Monate auch auf europäischer Ebene umzusetzen«, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend im ZDF-»heute journal«.

»Nach drei Monaten kann sich derjenige, der schon mit der Delta-Variante infiziert war, erneut mit der Omikron-Variante infizieren. Somit sind die drei Monate wissenschaftlich richtig«, sagte Lauterbach.

Die EU-Staaten hatten sich am Dienstag darauf verständigt, dass sich Reisende innerhalb der Union ohne weitere Auflagen frei bewegen können sollen, wenn sie einen gültigen Impf-, Test- oder Genesenennachweis vorlegen. Beim Genesenennachweis wird hier eine Gültigkeit von 180 Tagen genannt, also sechs Monate. In Deutschland war der Status Mitte des Monats überraschend auf eine Zeitspanne von 28 bis 90 Tagen nach einem positiven PCR-Test verkürzt worden.

Die Frage einer möglichen generellen Impfpflicht sei allerdings eine ethische und keine wissenschaftliche, betonte Lauterbach nach der Debatte im Bundestag über das Thema. Im Parlament sprach sich der SPD-Politiker für eine allgemeine Impfpflicht aus, allerdings nicht als Minister, sondern als Bundestagsabgeordneter.

Ein Impfregister hält Lauterbach für nicht nötig und auch hinderlich, da eine Einführung zu lange dauern würde. Die Kontrolle eines Impfnachweises könnte Lauterbach zufolge am Arbeitsplatz oder bei der Nutzung bestimmter Verkehrsmittel erbracht werden oder auch bei Arztbesuchen. Es könnte auch einfach sporadische Kontrollen geben wie in Österreich.

aar/asc/jso/asa/bbr/ime/AFP/dpa/Reuters
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