Corona-News am Donnerstag Söder: Öffnungsperspektiven sind »keine Einbahnstraße«

CSU-Chef Markus Söder hat nach der Kritik an den vorgesehenen Shutdown-Lockerungen das neue Konzept der Regierung verteidigt. Doch laut einer Umfrage finden die meisten Deutschen die Beschlüsse verwirrend. Der Überblick am 4. März.
Markus Söder: »Es ist keine Einbahnstraße«

Markus Söder: »Es ist keine Einbahnstraße«

Foto: Peter Kneffel / dpa

Das war das Corona-Update am Donnerstag.

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+++ Söder: Öffnungsperspektiven sind »keine Einbahnstraße« +++

21.00 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat davor gewarnt, die von Bund und Ländern vereinbarten Lockerungsmöglichkeiten für den Corona-Lockdown als unumkehrbar anzusehen. Der CSU-Vorsitzende sprach am Donnerstagabend in einem ARD-»Extra« von einem »sehr ausbalancierten Konzept«, in dem es vorsichtige Öffnungsperspektiven, aber auch eine Notbremse gebe. »Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen.«

Kanzleramtschef Helge Braun sagte im ZDF-»heute journal«, bei steigenden Zahlen müsse es auch wieder Schließungen geben. »Wir werden nicht noch einmal akzeptieren, dass wir so nah an den Rand der Überlastung unseres Gesundheitswesens kommen, wie wir das kurz vor Weihnachten waren«, sagte der CDU-Politiker in einem vorab aufgezeichneten Interview. Die Lockerungsbeschlüsse verteidigte er. »Nach vier Monaten braucht die Gesellschaft eine Perspektive.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Bundesländer hatten am Vortag den Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Es soll aber je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Zugleich soll eine »Notbremse« bei einem regional starken Anstieg der Infektionszahlen dafür sorgen, dass Erleichterungen wieder wegfallen.

Uno-Kommission: 22 Millionen neue Arme in Lateinamerika durch Corona

22.56 Uhr: Rund 22 Millionen Menschen sind im vergangenen Jahr in Lateinamerika und der Karibik infolge der Coronavirus-Pandemie nach Uno-Angaben in die Armut abgerutscht. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg dort auf rund 209 Millionen – etwa ein Drittel der Gesamtbevölkerung der Region, wie aus einem Bericht hervorgeht, den die Uno-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik (Cepal) am Donnerstag vorstellte. Demnach lebten Ende des Jahres 78 Millionen Menschen in extremer Armut. Das entsprach 12,5 Prozent der Bevölkerung – die höchste Zahl seit 20 Jahren.

Außerdem nahm dem Bericht zufolge die Ungleichheit in der Region im Jahr 2020 zu. Vor allem sei die Beteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt zurückgegangen. Der Anstieg der Arbeitslosenquote um 2,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent Ende 2020 im Vergleich zum Vorjahr wirke sich besonders auf Frauen und Arbeiter in der sogenannten informellen Wirtschaft ohne staatliche Regulierung und mit geringem Sozialschutz aus sowie auf junge Menschen und Migranten.

Die Pandemie habe die strukturellen Ungleichheiten in der Region aufgezeigt, die ohnehin schon unter geringem Wirtschaftswachstum, steigender Armut und wachsenden sozialen Spannungen gelitten habe. Die Cepal rief dazu auf, in der Region einen neuen Sozialstaat mit bedingungslosem Sozialschutz einzurichten. Lateinamerika und die Karibik stellen nach Zahlen der Uno-Kommission 8,4 Prozent der Weltbevölkerung, verzeichneten vergangenes Jahr aber 27,8 Prozent der Todesfälle durch Covid-19-Erkrankungen.

Corona-Streit stürzt slowakische Regierung in Krise

20.50 Uhr: Knapp ein Jahr nach ihrem Amtsantritt ist die Regierung in der Slowakei durch Streit über die Bekämpfung der Corona-Pandemie in ihre bisher größte Krise geraten. Während die Zahl der Neuinfektionen steigt und das EU-Land gemessen an der Bevölkerungszahl mittlerweile die höchste Zahl an Corona-Toten weltweit verzeichnet, tragen die vier Regierungsparteien einen heftigen Koalitionsstreit aus.

Am Donnerstag forderte der liberale Vizeministerpräsident und Wirtschaftsminister Richard Sulik den Rücktritt des populistisch-konservativen Regierungschefs Igor Matovic. Auch die zweite Vize-Regierungschefin Veronika Remisova von der konservativen Partei Für die Menschen drohte mit dem Bruch der Koalition.

Matovic hatte entgegen einem offiziellen Regierungsbeschluss den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V bestellt und persönlich in Empfang genommen. Am Donnerstag betonten sowohl Sulik als auch Remisova, Sputnik V sei nicht das Hauptproblem. Es gehe vielmehr um den »unerträglichen Regierungsstil« Matovics. Er beschimpfe seine Koalitionspartner regelmäßig über soziale Medien, anstatt mit ihnen über gemeinsame Strategien zu beraten.

Laumann: Gut zwei Millionen Geimpfte in NRW bis April

20.12 Uhr: Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann rechnet bis April mit gut zwei Millionen Erstimpfungen in Nordrhein-Westfalen. Mit der Freigabe des Impfstoffs von AstraZeneca nun auch für über 65-Jährige werde man das Impftempo erhöhen können, sagte der CDU-Politiker dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Im März sollten insgesamt 756.600 Dosen von AstraZeneca als Erstimpfungen und 620.000 Dosen von Biontech als Erst- und Zweitimpfungen verabreicht werden. Ende März solle die Impfung chronisch Kranker durch Hausärzte beginnen.

Bisher haben in NRW laut Robert Koch-Institut seit Impfstart Ende Dezember 959.746 Menschen eine erste Spritze und 449.292 Personen mit einer zweiten Spritze bereits den vollen Impfschutz erhalten. Noch in dieser Woche soll laut Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) der Ein-Millionste Mensch in NRW erstgeimpft werden.

Paul-Ehrlich-Institut: Keine Bedenken gegen AstraZeneca-Impfstoff

20.05 Uhr: Das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) hält den Covid-19-Impfstoff von AstraZeneca für ebenso gut wie die Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna. Allerdings würden für den Vektorimpfstoff mehr Verdachtsfälle von Nebenwirkungen gemeldet als für die beiden mRNA-Impfstoffe, berichtete das Institut in seinem am Donnerstagabend veröffentlichten Sicherheitsbericht .

Die Melderate unerwünschter Reaktionen sei bei AstraZeneca »vergleichsweise höher«, berichtete das PEI. Daraus könne aber »nicht zwangsläufig auf eine höhere Reaktogenität des Impfstoffes geschlossen werden, da die erhöhte Melderate auch mit der erhöhten medialen Aufmerksamkeit für den Impfstoff und den unterschiedlichen Altersgruppen der geimpften Personen zusammenhängen könnte«.

Zudem seien viele Meldungen als »gefühlt schwerwiegend« gemeldet worden, obwohl es sich beispielsweise nur um vorübergehendes Fieber gehandelt habe. In Großbritannien etwa gibt es dem PEI zufolge keinen großen Unterschied bei den gemeldeten Nebenwirkungen der unterschiedlichen Impfstoffe.

Die unerwünschten Reaktionen nach einer Impfung mit einem der drei Produkte seien »vor allem vorübergehende Lokalreaktionen und Allgemeinreaktionen«, berichtet das PEI. Diese seien auch in den klinischen Prüfungen vor der Zulassung berichtet worden. Bei AstraZeneca seien vor allem Fieber, Schüttelfrost und grippeähnliche Beschwerden gemeldet worden. »Vereinzelte anaphylaktische Reaktionen« nach diesem Impfstoff »sind zu diskutieren«.

Der Impfstoff AstraZeneca wird in Deutschland nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfohlen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) teilte am Donnerstag in Berlin vorab mit, die Impfung mit dem Mittel »für alle Altersgruppen, entsprechend der Zulassung zu empfehlen«. Ende Januar hatte die Stiko den Impfstoff zunächst nur für Menschen zwischen 18 und 64 Jahren empfohlen.

Blitzumfrage: Mehrheit der Bevölkerung findet Corona-Beschlüsse verwirrend

19.30 Uhr: Die jüngsten Vereinbarungen von Bund und Ländern sorgen bei vielen Bundesbürgern offenbar für Konfusion. In einer Blitzumfrage des Meinungsforschungsunternehmens Forsa für RTL und ntv gaben 59 Prozent der Teilnehmer an, sie fänden die Beschlüsse eher verwirrend, wie die Sender mitteilten. Lediglich ein gutes Drittel (36 Prozent) gab an, die Maßnahmen seien alles in allem verständlich. Fünf Prozent sagten, sie hätten sich noch nicht weiter damit auseinandergesetzt.

Niedersachsen will von regionale Lockerungsmöglichkeiten Gebrauch machen

19.20 Uhr: Nach der Bund-Länder-Verständigung auf eine stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen setzt Niedersachsen die Schritte mit der Möglichkeit regionaler Abweichungen um. Von Mitte März an kehren schrittweise wieder alle Schüler in die Klassen zurück. Ob Tourismus über Ostern möglich sein wird, ist noch offen, wie die Landesregierung ankündigte.

Grundlage der Lockerungsschritte sind intensive Schnelltests für alle Bevölkerungsgruppen, die für Schulen und Kindertagesstätten schon ab der kommenden Woche verfügbar sein sollen, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Auch auf einen zügigen Impffortschritt wird gesetzt.

Viele Corona-Fälle im Ballett der Mailänder Scala

19.15 Uhr: An der Mailänder Scala, einem der berühmtesten Opernhäuser der Welt, ist es zu einem größeren Corona-Ausbruch gekommen. Im Ballett der Scala seien 35 Mitglieder der Tanztruppe positiv getestet worden. Hinzu kamen drei Mitglieder des Leitungsteams, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag schrieb. Da es auch positive Corona-Tests bei Sängern gegeben habe, seien Proben ausgesetzt worden, hieß es.

Für das Publikum sind die Theater in Italien zum Corona-Schutz geschlossen. Doch die Häuser arbeiten mit ihren Künstlern und Künstlerinnen oft weiter, um Aufführungen zu streamen und ins Netz zu stellen. Die Regierung in Rom hatte diese Woche angekündigt, dass die Häuser in Regionen mit moderatem Virus-Ansteckungsrisiko (Gelbe Zonen) Ende März wieder für das Publikum öffnen dürfen.

Frankreich weitet Wochenend-Lockdown aus

18.40 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie weitet Frankreich seine regionalen Beschränkungen aus. Premierminister Jean Castex kündigte in Paris an, dass es nun auch im Département Pas-de-Calais am Ärmelkanal einen Wochenend-Lockdown geben wird. In Nizza am Mittelmeer und der nordfranzösischen Hafenstadt Dunkerque (Dünkirchen) gilt bereits ein derartiger Lockdown. Die dicht besiedelte Hauptstadtregion Paris und die Hafenstadt Marseille bleiben von solchen Einschränkungen bisher verschont.

Castex hatte vergangene Woche eine erhöhte Corona-Warnstufe für 20 Départements ausgerufen. In Frankreich gilt aktuell eine abendliche Ausgangssperre nach 18 Uhr. Ausnahmen gelten beispielsweise für den Arbeitsweg. In dem Land mit rund 67 Millionen Einwohnern starben bereits mehr als 87.500 Menschen nach einer Infektion.

Gericht kippt Corona-Ausgangsbeschränkungen in Sachsen

18.20 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht Bautzen hat zwei in Sachsens aktueller Corona-Schutzverordnung enthaltene Ausgangsbeschränkungen vorläufig außer Vollzug gesetzt. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten OVG-Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Konkret geht es um die nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 6 Uhr sowie die Begrenzung auf einen 15-Kilometer-Radius für Sport und Bewegung im Freien.

Der Eilantrag der Klägerin aus Dresden richtete sich gegen die zwei entsprechenden Paragrafen der Schutzverordnung vom 12. Februar dieses Jahres. Die Frau hatte geltend gemacht, dass es ihr nicht mehr möglich sei, ihren regelmäßigen Sport mit längeren Fahrradtouren ausüben sowie nächtliche Spaziergänge unternehmen zu können. Das Sächsische Sozialministerium hatte beantragt, den Eilantrag abzulehnen. Das Gericht gab der Frau recht.

Relevanz hat die Entscheidung kaum noch, da die Beschränkungen in der ab kommenden Montag geltenden neuen Corona-Schutzverordnung nicht mehr enthalten sein sollen.

Steigende Corona-Zahlen in Bulgarien - Gastronomie bleibt offen

18.15 Uhr: In Bulgarien steigen die Corona-Zahlen - doch die Anfang März wieder geöffneten Lokale dürfen weiter Kunden empfangen. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in 14 Tagen liegt nach Angaben des Krisenstabs vom Donnerstag derzeit bei 285. Zum Vergleich: In Deutschland liegt dieser Wert der EU-Behörde ECDC zufolge derzeit bei 130.

Statt landesweiten Einschränkungen würden nun lokale Corona-Maßnahmen für die am stärksten getroffenen Regionen erwägt, sagte Gesundheitsminister Kostadin Angelow am Donnerstag. »Die (Corona-)Lage im Land ist offensichtlich auf die Zirkulation der neuen Virusvariante zurückzuführen - der sogenannten britischen Variante«, erklärte Angelow.

Dutzende Infizierte in Fleischwerk in Baden-Württemberg

17.35 Uhr: In einem Fleischwerk von Edeka Südwest im baden-württembergischen Rheinstetten sind Dutzende Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert. Ein Sprecher des Landratsamts Karlsruhe berichtete am Donnerstag von 69 positiv Getesteten und 140 Kontaktpersonen, die in Quarantäne bleiben müssten. In einem Fall sei die zuerst in Großbritannien nachgewiesene mutierte Variante des Virus bestätigt worden.

Weil das Infektionsgeschehen nicht diffus sei und die Kontakte gut nachverfolgt werden könnten, habe der Ausbruch zunächst keine Folgen wie etwaige Ausgangsbeschränkungen, sagte der Sprecher. Zuerst hatten die »Badischen Neuesten Nachrichten«  über den Fall berichtet.

Ein Sprecher von Edeka Südwest erklärte, im Rahmen betriebsinterner Testungen sei vergangene Woche bei zwei Mitarbeitern eine Infektion nachgewiesen worden. Anfang dieser Woche seien weitere Fälle hinzugekommen. »Wir müssen davon ausgehen, dass die Infektionsquelle im privaten Bereich liegt.« Weitere Tests hätten keine positiven Befunde mehr ergeben. In dem Betrieb arbeiten demnach 1200 Menschen. Eine ausreichende Warenversorgung der Märkte sei sichergestellt.

Seit Beginn der Corona-Pandemie hatte es immer wieder größere Ausbrüche in Schlachthöfen und fleischverarbeitenden Betrieben gegeben. Die Bundesregierung hatte daraufhin die Gesetze für die Branche unter anderem in puncto Beschäftigungsverhältnisse, höhere Bußgelder und einheitliche Kontrollstandards verschärft.

Brasilien meldet erneut Tagesrekord an Corona-Toten

17.51 Uhr: Brasilien hat erneut einen Höchstwert bei den an einem Tag erfassten Corona-Toten registriert. 1910 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums vom Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben. Der bisherige Höchstwert lag am Dienstag bei 1641 Toten. Insgesamt sind damit in Brasilien 259.271 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 71 704 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 10,7 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Friseurin soll trotz positivem Corona-Test in Salon gewesen sein

17.47 Uhr: Eine Friseurin soll trotz eines positiven Corona-Tests in einem Salon in Eschweiler bei Aachen tätig gewesen sein. Der Betrieb des Salons sei zur »allgemeinen Gefahrenabwehr« am Dienstag sofort untersagt worden, teilte die Stadt am Donnerstag mit. Zuvor seien beim Ordnungsamt anonyme Hinweise eingegangen, wonach die Friseurin in dem Salon trotz ihres Testergebnisses tätig sei. »Im Rahmen der anschließenden Ermittlungen bestätigte sich dieser Verdacht«, erklärte die Stadt.

Zur Zahl der Menschen, die deswegen nun in Quarantäne müssen, machte die Stadt keine Angaben. Die Städteregion Aachen erklärte allerdings, man gehe nicht von vielen Ansteckungen aus. Die Friseurin sei nur kurze Zeit in dem Salon gewesen. Bislang seien auch alle Tests im beruflichen Umfeld der Frau negativ.

Fitness unter Corona-Bedingungen: Was man beim Joggen mit Maske beachten sollte

17.45 Uhr: In einigen Großstädten müssen Jogger auf beliebten Strecken mit Maske laufen. Ist das gesund? Erfüllt das den Zweck? Ein Forscher der Deutschen Sporthochschule Köln gibt Antworten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Falsche Corona-Atteste verfasst? Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt gegen 16 Ärzte

17.30 Uhr: Die Staatsanwaltschaft Paderborn ermittelt gegen 16 Ärzte wegen des Verdachts, falsche Corona-Atteste ausgestellt zu haben. »Wir prüfen wegen der möglichen Ausstellung von Corona-Attesten falscher Art in 20 Verfahren«, sagte ein Behördensprecher am Donnerstag. Zuvor hatte »Radio Hochstift« über die Vorwürfe gegen die Mediziner berichtet. 15 Ärzte seien im Kreis Paderborn tätig, einer in Porta Westfalica. Das wissentliche Ausstellen falscher Atteste sei ein eigener Straftatbestand, erläuterte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Dem Bericht von »Radio Hochstift«  zufolge waren solche Atteste unter anderem bei Anti-Corona-Demos in Paderborn aufgetaucht. Darin sei bescheinigt worden, dass die Betroffenen angeblich aus gesundheitlichen Gründen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen müssten. Die Polizei habe einige dieser Atteste beschlagnahmt. Die Staatsanwaltschaft machte dazu keine näheren Angaben.

Nein zur Impfung – griechisches Altenheim entlässt Mitarbeiter

17.25 Uhr: Ein kirchliches Altenheim im Westen der Halbinsel Peloponnes hat zwei Mitarbeitern gekündigt, weil sie sich nicht impfen lassen wollten. »Wir haben ihnen 15 Tage Zeit gegeben, sich impfen zu lassen oder ein Attest vorzulegen, warum eine Impfung nicht möglich ist – aber sie waren unnachgiebig und sagten, das käme für sie nicht in Frage«, sagte Metropolit Germanos, Kirchenoberer des Bezirks Elis, dem Onlineportal Patrisnews am Donnerstag.

»Eine Impfung ist notwendig«, sagte der 89-jährige Geistliche weiter. »Wir mussten die Mitarbeiter leider entlassen, damit die Gesundheit der Heimbewohner und des Personals nicht gefährdet wird.« Er selbst habe sich, sobald dies möglich wurde, sofort im nächstgelegenen Impfzentrum impfen lassen.

In Griechenland ist die Impfbereitschaft generell hoch – bei einer entsprechenden Umfrage gaben am Dienstag 80 Prozent der Teilnehmer an, sich impfen lassen zu wollen. Nur 18 Prozent äußerten Bedenken oder lehnten eine Impfung gänzlich ab. Am Donnerstag gab Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis bekannt, dass in dem Land mit seinen rund elf Millionen Einwohnern bereits mehr als eine Million Impfdosen verabreicht worden sind.

Ägypten beginnt mit Corona-Impfungen

17.00 Uhr: Nach langer Wartezeit hat Ägypten mit der Impfung der breiten Bevölkerung gegen das Coronavirus begonnen. In landesweit 40 Impfzentren sollen zunächst Ältere die Spritze gegen das Virus bekommen, für die sich bisher 153 000 Menschen registriert haben. Eine Gruppe Älterer und chronisch Kranker wurde am Donnerstag in Kairo in Anwesenheit von Ministerpräsident Mustafa Madbuli und Gesundheitsministerin Hala Sajid geimpft. Die Mitarbeiter des Gesundheitswesens waren schon vor einigen Wochen geimpft worden.

»Wir arbeiten daran, die Zahl der Bürger zu erhöhen, die Spritzen verschiedener Impfstoffe erhalten«, sagte Madbuli, ohne Details zu nennen. Bisher hat Ägypten rund 350.000 Dosen des chinesischen Sinopharm-Impfstoffs sowie 50.000 Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs erhalten. Dosen des russischen Corona-Impfstoffs Sputnik V, der ebenfalls zugelassen wurde, sind noch nicht eingetroffen.

Im bevölkerungsreichsten Land der arabischen Welt leben rund 101 Millionen Menschen. Gemeldet wurden dort bisher 184.000 Infektionen, darunter mehr als 10.000 Todesfälle. Weil im Land nur eine kleine Gruppe Riskopatienten getestet wird, gibt es aber Vermutungen, dass die Zahl der tatsächlichen Infektionen deutlich höher liegt.

Wissenschaftler warnen vor Corona-Lockerungen: Anfang April fangen wir wieder von vorn an

16.35 Uhr: Ab Montag gewähren Bund und Länder der Bevölkerung wieder mehr Freiheiten. Experten warnen vor einem Jo-Jo-Effekt. Ihre letzte Hoffnung: massenhaft Antigen-Schnelltests. Aber wo sind die? Lesen Sie hier mehr dazu. 

Italien verbietet Export von AstraZeneca-Impfstoff

16.32 Uhr: Italien hat die Ausfuhr von Corona-Impfstoffen der Firma AstraZeneca blockiert. Es ist das erste Mal, dass der neue EU-Exportmechanismus zum Einsatz kommt. Jetzt drohen auch politische Folgen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Hessen öffnet ab Montag Fitnessstudios

16.25 Uhr: In hessischen Fitnessstudios darf ab Montag wieder trainiert werden. Die Studios würden »unter strengsten Hygienemaßnahmen« geöffnet, erklärte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Donnerstag. Erlaubt ist demnach eine Person auf 40 Quadratmetern Trainingsfläche. Die Sportler müssen sich nach dem Prinzip »Click-and-Meet« vor dem Training für einen festen Zeitraum anmelden.

Auch im Bereich Freizeit- und Amateursport sind in Hessen ab Montag Lockerungen vorgesehen. Demnach dürfen sich maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten treffen. Kinder und Jugendliche unter 14 Jahren können auch in größeren Gruppen gemeinsam Sport unter freiem Himmel machen, öffentliche Sportanlagen dürfen weiterhin geöffnet bleiben.

Die Öffnung der Fitnessstudios und Geschäfte nach dem Prinzip »Click-and-Meet« sind bei einer landesweiten Inzidenz unter 100 Neuninfektionen binnen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner möglich. Aktuell liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Hessen bei 68.

Ministerpräsident Weil muss voraussichtlich in Quarantäne

16.16 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) muss nach einem Corona-Infektionsfall in seiner Staatskanzlei voraussichtlich vorübergehend in Quarantäne. »Es geht uns gut, keiner hat Symptome«, teilte die Staatskanzlei am Donnerstag in Hannover mit. Das Landesgesundheitsamt gehe aber davon aus, dass der Ministerpräsident als direkte Kontaktperson bis zum Montag kommender Woche in Quarantäne müsse. Die endgültige Entscheidung treffe das Gesundheitsamt der Region Hannover.

Wegen dem Infektionsfall der leitenden Mitarbeiterin in der Staatskanzlei wurde die Pressekonferenz der Landesregierung zum künftigen Corona-Kurs kurzfristig abgesagt. In einer digitalen Konferenz sollten die Medien später informiert werden. Die Mitarbeiterin, die Mitglied der Morgenlage in der Staatskanzlei ist, hatte am Sonntag erste Grippe-Symptome verspürt und wurde anschließend positiv auf das Coronavirus getestet. Schnelltests und anschließende PCR-Tests beim Ministerpräsidenten und seinem Umfeld waren negativ. Die Mitarbeiterin war am vergangenen Freitag das letzte Mal in der Staatskanzlei, der Ministerpräsident und sein Umfeld trafen sie seitdem nicht mehr.

Nun sollen Weil und die übrigen Betroffenen in fünf Tagen einen weiteren PCR-Test machen. Ist auch dieser negativ, kann die Quarantäne beendet werden.

Schulen in Niedersachsen weiten Betrieb ab 15. März wieder aus

16.13 Uhr: Die Schulen in Niedersachsen weiten ihren Betrieb ab dem 15. März wieder aus. Dann beenden die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang das Homeschooling und kehren im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück, wie das Kultusministerium am Donnerstag mitteilte.

Bund verdoppelt Corona-Hilfe für Kulturbereich auf zwei Milliarden Euro

16.08 Uhr: Die Corona-Hilfe für den Kulturbereich wird auf zwei Milliarden Euro verdoppelt. Wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) am Donnerstag mitteilte, befürwortete nun auch der Haushaltsausschuss des Bundestags die Aufstockung der Mittel um eine weitere Milliarde auf zwei Milliarden Euro. Die Summe entspreche damit dem gesamten Bundeskulturetat eines Jahres.

Die Kulturstaatsministerin veröffentlichte außerdem ein Eckpunktepapier zur Wiedereröffnung des Kulturbetriebs, laut dem Theater, Kinos, Konzerthäuser und andere Kultureinrichtungen mit sitzendem Publikum öffnen können. »Eine Öffnung während der Pandemie ist nur möglich, wenn die Einrichtungen über eine ausreichend leistungsfähige Lüftungsanlage verfügen«, sagte Heinz-Jörn Moriske, der Verfasser des Papiers und Direktor des Umweltbundesamts, zu den Voraussetzungen. »Auch das Tragen medizinischer Masken ist weiter nötig, und die Besucherinnen und Besucher sollten mit ausreichend Abstand im Schachbrettmuster sitzen.«

Sobald dies erfüllt sei, seien aber selbst bei einer Sieben-Tage-Inzidenz von um die 50 Veranstaltungen mit einer Dauer von zwei oder zweieinhalb Stunden möglich. Dabei sei es egal, ob es sich um Kinos, Theater oder Konzerthäuser handle. Künftig soll laut Grütters noch stärker ein Schwerpunkt auf Hilfen für einzelne Künstler gelegt werden, etwa durch neue oder erweiterte Stipendienprogramme.

Berlins Staatliche Museen wollen ab Mitte März öffnen

15.31 Uhr: Nach Monaten im kulturellen Lockdown wollen die ersten Häuser auf der Berliner Museumsinsel ab dem 16. März wieder öffnen. Das berichten die Nachrichtenagentur dpa sowie der rbb  mit Verweis auf die Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Nach rbb-Informationen müssen Besucher Zeitfenstertickets buchen, Beschränkungen gelten weiter. Nach den aktuellen Planungen ist offenbar vom 1. April an die Öffnung aller Häuser vorgesehen.

Zu den Staatlichen Museen Berlin gehören 15 Sammlungen mit 4,7 Millionen Objekten an 19 Standorten. Die Museen besuchten 2019, dem letzten Jahr vor Corona, fast 4,2 Millionen Menschen, davon allein knapp 3,1 Millionen die Häuser der Museumsinsel.

Nach den Vereinbarungen können die Bundesländer jeweils abhängig vom Pandemieverlauf von Montag (8. März) an Museen und Galerien öffnen, bei Verschärfung der Lage mit Zeitticket. Für viele Häuser ist jedoch ein längerer Vorlauf für die Wiedereröffnung notwendig.

Die Alte Nationalgalerie (Archivbild) soll nach Medienberichten auch geöffnet werden

Die Alte Nationalgalerie (Archivbild) soll nach Medienberichten auch geöffnet werden

Foto: Florian Schuh/ picture alliance / dpa

Starke Zunahme der Infektionen: Ungarn schließt Geschäfte und Kitas

15.13 Uhr: Angesichts der stark steigenden Anzahl der Neuinfektionen verschärft Ungarn die Maßnahmen, die die Ausbreitung der Pandemie bremsen sollen. Ab kommendem Montag muss der gesamte Handel außer Lebensmittelgeschäften, Apotheken, Drogerien und Tankstellen für mindestens zwei Wochen schließen. Das sagte Kanzleramtsminister Gergely Gulyas am Donnerstag in einer Online-Pressekonferenz.

Auch alle Dienstleister müssen für zwei Wochen den Betrieb einstellen. Die Unterstufen der Schulen und die Kindergärten schließen ab Montag bis zum Ende der Osterferien am 7. April. Schon seit letztem November gelten in Ungarn durchgängig Corona-Beschränkungen. So sind die Gaststätten geschlossen, ebenso die Universitäten und die Oberstufen der Schulen. Darüber hinaus gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 20.00 und 05.00 Uhr früh. Touristische Reisen über die Landesgrenzen hinweg sind nicht möglich.

Ungarn ist in den letzten Wochen von der Pandemie stark erfasst worden. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden in dem Zehn-Millionen-Einwohner-Land 6278 Neuansteckungen mit dem Coronavirus. Am Donnerstag vor zwei Wochen waren es noch 2853 Fälle gewesen. Auch die Sterblichkeit ist hoch – seit Beginn der Pandemie vor einem Jahr starben 15.476 Menschen in Ungarn an den Folgen einer Corona-Infektion.

Prognose für Österreich: Sieben-Tage-Inzidenz von 228 Fällen möglich

15.09 Uhr: Österreichs Gesundheitsministers Rudolf Anschober (Grüne) hat die Corona-Prognosen für das Land als alarmierend bezeichnet. »Das Ruder zeigt leider in die falsche Richtung«, sagte Anschober am Donnerstag in Wien. Nach jüngsten Daten des Covid-Prognose-Konsortiums droht die Sieben-Tage-Inzidenz von jetzt rund 165 auf 228 nächste Woche zu steigen. Die Entwicklung sei regional voraussichtlich sehr unterschiedlich. Ein besonders hoher Wert von rund 320 sei im Bundesland Salzburg zu erwarten.

Bis zum 17. März sagen die Forscher auch einen spürbaren Anstieg der mit Covid-Patienten belegten Klinikbetten voraus. Eine Überlastung der Intensivstationen drohe aber nicht. Die Steigerung gehe auf die ansteckendere britische Virus-Variante zurück, hieß es. Die Reproduktionszahl sei auf 1,14 gestiegen. Das heißt, dass ein Erkrankter mehr als einen weiteren ansteckt.

Ob die für Ende März ins Auge gefassten weiteren Öffnungsschritte kommen könnten, werde die Regierung bis zum 15. März entscheiden, so der Minister. Dann sollten zumindest die Außenbereiche der Gastronomie in ganz Österreich öffnen dürfen. Im Bundesland Vorarlberg, das von der Steigerung der Zahlen vergleichsweise wenig betroffen ist, sollen die Gastronomie und andere Teile des öffentlichen Lebens bereits ab 15. März wieder anlaufen. Anders als in Deutschland gilt die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich als wichtiger aber nicht alles entscheidender Faktor bei der Beurteilung der Gesamtlage.

Bund und Länder erwägen Einsatz der Luca-App

15.05 Uhr: Die App Luca, an der auch Rapper Smudo beteiligt ist, hat erst in einigen Gegenden Partnerschaften mit dem Gesundheitsamt. Aber jetzt ist Luca als bundesweite Ergänzung zur Corona-Warn-App im Gespräch. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gerichtsbeschluss zu Impfpriorisierung: »Es ist ein Glücksspiel«

14.42 Uhr: Ein Verwaltungsgericht hat einer Krebspatientin einen sofortigen Impftermin eröffnet – entgegen der aktuellen Impfverordnung, die das selbst in Härtefällen nicht vorsieht. Lesen Sie hier mehr dazu:

Wirtschaft will wegen schleppender Impfkampagne selbst impfen

14.36 Uhr: Eine wachsende Zahl großer deutscher Unternehmen will wegen der lahmenden Impfkampagne den Schutz der Mitarbeiter vor dem Coronavirus in die eigenen Hände nehmen. Dax-Konzerne wie die Allianz und die Deutsche Telekom sind ebenso bereit, die eigenen Belegschaften durch Betriebsärztinnen und -ärzte impfen zu lassen wie die chemische Industrie, der Mischkonzern Baywa oder die den Sparkassen verbundene Versicherungskammer. »Wir stehen zu unserem Angebot, die Impfstrategie durch einen koordinierten Einsatz von Betriebsärzten zu unterstützen«, sagte Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger am Donnerstag.

In vielen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden löst der langsame Fortschritt der Impfkampagne wachsenden Ärger aus, da der Shutdown und die Corona-Beschränkungen des Alltags große volkswirtschaftliche Schäden bedeuten. Aus den auf dem Impfdashboard des Bundes veröffentlichten Zahlen geht hervor, dass bis zum Mittwoch knapp 10,4 Millionen Impfdosen nach Deutschland geliefert wurden, davon aber über ein Drittel – 3,5 Millionen Dosen – bislang nicht verimpft waren. Nach Analyse des Statistikportals »Our World in Data« war Großbritannien bis Dienstag mit 31,8 verabreichten Impfdosen pro 100 Einwohner viermal schneller vorangekommen als Deutschland mit 7,9.

»Wir bereiten uns aktuell darauf vor, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an allen großen Standorten in Deutschland die Möglichkeit zu einer Corona-Impfung anzubieten«, hieß es bei der Allianz in München. Die Telekom betonte, dass sie auf Wunsch und mit Unterstützung der Behörden ihre »bewährte Logistik« für die alljährlichen Grippeimpfungen auch für andere Impfstoffe einsetzen könne, wie ein Sprecher sagte. »Wenn voraussichtlich ab April mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen wir alle Kapazitäten nutzen, um ihn in den Arm zu bringen«, sagte Kai Beckmann, Präsident des Chemie-Arbeitgeberverbands BAVC.

Söder verteidigt Lockerung der Corona-Regeln

14.20 Uhr: Markus Söder hält die zweite Welle in der Pandemie für besiegt – warnt aber vor den Corona-Mutationen in der dritten Welle. Dennoch rechtfertigte Bayerns Regierungschef die jüngsten Öffnungsbeschlüsse. Lesen Sie hier mehr dazu.

Novartis wird Curevac-Impfstoff produzieren

14.08 Uhr: Der Schweizer Pharmakonzern Novartis wird das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac bei der Produktion seines Covid-19-Impfstoffs unterstützen. Novartis werde ab dem zweiten Quartal in seinem österreichischen Werk Kundel mit der Herstellung der Vakzine beginnen, teilten die beiden Unternehmen mit.

Erste Dosen sollen voraussichtlich ab dem Sommer ausgeliefert werden. Im laufenden Jahr sei die Produktion von bis zu 50 Millionen Dosen geplant, 2022 sollen es dann bis zu 200 Millionen sein. Curevac hat die entscheidende Studie für seinen Impfstoff mit mehr als 35.000 Teilnehmern im Dezember gestartet und geht davon aus, die Zulassung im zweiten Quartal beantragen zu können. Für die Produktion hat das Unternehmen auch andere Partner an Bord geholt, etwa den Bayer-Konzern.

Novartis unterstützt bereits Biontech und Pfizer bei der Impfstoff-Produktion.

Schleswig-Holstein öffnet Einzelhandel ab Montag wieder

13.59 Uhr: In Schleswig-Holstein darf der Einzelhandel ab Montag wieder öffnen. In Geschäften bis 800 Quadratmeter werde dabei eine Beschränkung von zehn Quadratmetern pro Kunde gelten, kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) im Kieler Landtag an. Oberhalb dieser Größe gelten 20 Quadratmeter pro Kunde. Für einen solchen Schritt hatte die Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Mittwoch den Weg geebnet.

Weitere Schulöffnungen in Baden-Württemberg geplant

13.41 Uhr: Baden-Württemberg geht am 15. März den nächsten Öffnungsschritt bei den Schulen im Land. Das hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) dem SWR bestätigt. »Übernächste Woche werden wir weitere Öffnungsschritte bei den Grundschulen machen. Aber auch bei den Fünft- und Sechstklässlern sind weitere Öffnungsschritte eingeleitet. Das wird so ein eingeschränkter Regelbetrieb sein«, sagte der Grünenpolitiker.

Wie die Nachrichtenagentur dpa zuvor unter Berufung auf Regierungskreise berichtet hatte, sollen in den weiterführenden Schulen bis zu den Osterferien zunächst die Klassen fünf und sechs wieder Präsenzunterricht bekommen. Es sollen alle Schülerinnen und Schüler ins Schulgebäude kommen und dort auf mehrere Räume verteilt werden.

Nachdem schon die Grundschulen vor knapp zwei Wochen mit Wechselunterricht gestartet waren, sollen diese nun am 15. März in den »eingeschränkten Regelbetrieb« übergehen, das heißt die Präsenzpflicht bleibt ausgesetzt. In Baden-Württemberg sind außerdem die Abschlussklassen teilweise wieder im Präsenzunterricht. Wann es für die Mittelstufe wieder losgeht, soll erst später entschieden werden.

Bayern öffnet am 15. März weiterführende Schulen – außer in Hotspots

13.37 Uhr: Nach rund einem Vierteljahr Corona-Zwangspause dürfen ab dem 15. März auch alle weiterführenden Schulen in Bayern wieder öffnen – im Wechselunterricht und nur in Regionen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Das teilte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag nach einer Videoschalte des Kabinetts in München mit.

Mobilitätsforscher erwarten mehr Ansteckungen bei privaten Treffen

13.23 Uhr: Die von Bund und Ländern beschlossene Lockerung bei privaten Kontakten lässt Berliner Mobilitätsforscher mehr Corona-Ansteckungen in diesem Bereich befürchten. Dadurch seien viele zusätzliche Infektionen zu erwarten, erklärte Kai Nagel von der TU Berlin am Donnerstag. Nach Simulationen, die unter anderem auf anonymisierten Mobilfunkdaten beruhen, seien private Treffen bereits in den vergangenen Wochen der »kritischste Bereich« gewesen, neben Ansteckungen im eigenen Haushalt.

Es sei zu hoffen, dass die Menschen Besuche in Eigenverantwortung weiterhin reduzierten oder sich dabei absicherten, etwa durch Masken, Schnelltests, Impfung oder Treffen im Freien, betonte Nagel. Der Leiter des TU-Fachgebiets Verkehrssystemplanung und Verkehrstelematik berichtete, Aktivitäten außer Haus nähmen seit vergangener Woche laut den Mobilitätsdaten bereits wieder zu.

Laut den Simulationen der Berliner Wissenschaftler um Nagel ist die Mutation B.1.1.7 so viel stärker ansteckend als die bisherigen Varianten, dass selbst die Beibehaltung der bisherigen Maßnahmen nicht zum Verhindern einer dritten Welle ausgereicht hätte. Einen breiten Schnelltest-Einsatz, der in Simulationen gute Wirkungen gezeigt hatte, begrüßen die Forscher daher. Sie mahnen dabei allerdings Tempo an: »Es ist sehr zu hoffen, dass der Einstieg sofort erfolgt.«

Frankreich weitet Ausgangssperren am Wochenende aus

13.15 Uhr: Frankreich weitet den bereits an der Côte d'Azur geltenden Wochenend-Lockdown aus: Solche auch tagsüber geltenden Ausgangssperren an Samstagen und Sonntagen sollen auch im nordfranzösischen Verwaltungsbezirk Pas-de-Calais mit der Hafenstadt Calais gelten, wie aus französischen Regierungskreisen verlautete. Der Pariser Großraum und das Mosel-Gebiet an der Grenze zum Saarland und zu Rheinland-Pfalz bleiben dagegen vorerst verschont. Eine nächtliche Ausgangssperre ab 18.00 Uhr gilt in Frankreich bereits landesweit.

Zusätzliche Ausgangsbeschränkungen seien nur »das letzte Mittel«, um die hohen Infektionszahlen zu senken, sagte ein Regierungsmitglied. Stattdessen soll es in Corona-Hotspots andere Maßnahmen geben, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Premierminister Jean Castex und Gesundheitsminister Olivier Véran wollten sich dazu am Donnerstagabend ab 18.00 Uhr äußern.

Im Pas-de-Calais am Ärmelkanal breitet sich die britische Corona-Variante aus. Dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz auf mehr als 400 pro 100.000 Einwohner gestiegen, das Doppelte des landesweiten Schnitts. Im nahe gelegenen Dünkirchen liegt die Inzidenz bereits bei über 1000. Deshalb wurde auch rund um die 80.000-Einwohner-Stadt ein Wochenend-Lockdown verhängt. Frankreich hat insgesamt 20 Départements unter »verschärfte Beobachtung« gestellt.

Impfkommission empfiehlt AstraZeneca jetzt auch für Menschen über 65

13.01 Uhr: Bisher war der Impfstoff von AstraZeneca nur für Personen unter 65 Jahren zugelassen. Die Ständige Impfkommission hat ihre Empfehlungen nun geändert. Auch der Abstand zwischen beiden Impfdosen soll sich verlängern. Lesen Sie hier mehr dazu.

Beschlüsse von Bund und Ländern: Verstehen Sie den Corona-Stufenplan?

12.47 Uhr: Die Corona-Öffnungsschritte, nachzulesen auf einer Seite: Das mag zwar kompakt sein – aber ist es auch übersichtlich und verständlich, wie es aus der Politik heißt? Sehen und entscheiden Sie hier selbst.

Zahl der Neuninfektionen in Europa steigt nach sechs Wochen wieder

12.38 Uhr: Mehr als die Hälfte der Länder in Europa haben in der vergangenen Woche einen Anstieg der Infektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Nach einem sechswöchigen Rückgang steigt damit in Europa die Zahl der Neuinfektionen wieder, in der vergangenen Woche um neun Prozent auf mehr als eine Million, sagte der Regionaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für Europa, Hans Kluge, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Kopenhagen. Damit ende »ein vielversprechender sechswöchiger Rückgang bei den neuen Fällen«.

Betroffen von dem Anstieg sind laut Kluge Zentral- und Osteuropa, aber auch mehrere westeuropäische Länder, in denen die Infektionszahlen bereits hoch gewesen seien. Die Virusvariante B.1.1.7, die zuerst in Großbritannien auftrat, sei inzwischen in 43 der 53 europäischen Länder aufgetreten. Die südafrikanische Mutation B.1.351 sei in 26 Ländern, die brasilianische Variante in 15 Ländern gemeldet worden.

Kluge rief die Länder zu mehr Wachsamkeit für Varianten auf, bei denen eine erhöhte Übertragbarkeit bestehe. »Wir müssen die Ausbreitung des Virus überall unterdrücken, indem wir die Mittel anwenden, von denen wir wissen, dass sie funktionieren«, so Kluge. Besonders wichtig sei das Testen und Isolieren der erkranken Menschen sowie die Nachverfolgung ihrer Kontakte.

In 45 Ländern der europäischen Region habe man inzwischen mit dem Impfen begonnen und positive Auswirkungen registriert. So sei in Ländern wie Israel und Großbritannien, wo die Impfrate sehr hoch ist, die Zahl der Todesfälle und Krankenhausaufenthalte von Menschen in den Risikogruppen zurückgegangen.

Thailand will Touristen Quarantäne in Hotelanlagen erlauben

12.06 Uhr: Thailand will ausländischen Besuchern eine Quarantäne in den Hotelanlagen vor Ort erlauben und damit seinen brachliegenden Tourismus-Sektor wiederbeleben. Geplant sei das Vorhaben ab April oder Mai zunächst in fünf Provinzen, darunter Phuket und Krabi, sagt Tourismusminister Phiphat Ratchakitprakarn. Dort würden Besucher üblicherweise zwischen einem und drei Monaten bleiben.

Touristen müssten dort dann zwar für 14 Tage in Quarantäne. Wenn es nach drei Tagen aber einen negativen Corona-Test gebe, dürften sie aus ihren Zimmern und sich in den Hotelanlagen frei bewegen. Die Einnahmen aus dem Tourismus in Thailand waren 2020 um mehr als 80 Prozent auf nur noch knapp elf Milliarden Dollar eingebrochen.

Einsamer Tourist in einem Resort auf der Insel Phuket im September 2020

Einsamer Tourist in einem Resort auf der Insel Phuket im September 2020

Foto:

LILLIAN SUWANRUMPHA / AFP

Bundestag verlängert epidemischen Lage um weitere drei Monate

12.02 Uhr: Die wegen der Corona-Pandemie ausgerufene epidemische Lage von nationaler Tragweite gilt für weitere drei Monate bis Mitte des Jahres weiter. Der Bundestag beschloss am Donnerstag in namentlicher Abstimmung das Gesetz, mit dem die Notlage über Ende März hinaus bis zum 30. Juni verlängert wird. Sollte bis dahin kein neuerlicher Beschluss zur Fortsetzung gefasst werden, läuft die Regelung dann aus. Für die Vorlage stimmten 368 Abgeordnete, 293 stimmten dagegen.

Die epidemische Notlage ist die Grundlage für die Kontaktbeschränkungen und Schließungen in der Corona-Pandemie, für die die Länder zuständig sind. Das Gesetz enthält noch weitere Neuerungen – unter anderem schreibt es fest, dass sich die Beschränkungen künftig nicht mehr nur am Inzidenzwert orientieren müssen, sondern auch andere Kennzahlen berücksichtigen können, wie etwa den R-Wert und den Fortschritt bei den Impfungen.

Von Wuppertal zum Nordkap – und andere Corona-Reisen

11.28 Uhr: »Ich wachte auf, und es leuchtete grün über mir«: Um sich Urlaubsträume zu erfüllen, brauchen SPIEGEL-Leserinnen und -Leser kein Flugzeug. Sie packen Werkzeug, Zelt oder auch die Kletterausrüstung in Satteltaschen – und radeln einfach los. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kanzleramtschef: Impfzentren im Mai »rappelvoll«

11.18 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) erwartet, dass die Impfungen gegen das Coronavirus bald an Fahrt aufnehmen werden. »Im Laufe des Aprils gehen die Impfstofflieferungen zahlenmäßig stark hoch«, sagte er am Donnerstag dem Sender Hit Radio FFH in Bad Vilbel. Deshalb gehe man davon aus, dass die Impfzentren im Mai »rappelvoll« sein werden.

Zur künftigen Rolle der Hausärzte sagte er: Am Anfang werde sich das Impfen in den Praxen auf Patienten beispielsweise mit Vorerkrankungen beziehen. »Dass quasi jeder seinen Termin beim Hausarzt machen kann, das wird dann im zweiten Schritt der Fall sein.«

Bund und Länder hatten am Vortag vereinbart, den Shutdown grundsätzlich bis zum 28. März zu verlängern. Allerdings soll es je nach Infektionslage verschiedene Lockerungsmöglichkeiten gegeben. Dass Öffnungsschritte erforderlich seien, darüber habe es Einigkeit gegeben, sagte Braun weiter. »Man kann ja eine Gesellschaft nicht ewig im Winterschlaf halten.« Angesichts steigender Infektionszahlen und der sich ausbreitenden britischen Virusvariante sei jedoch ein vorsichtiges Vorgehen nötig. »Wir müssen sehr aufpassen, dass uns die Zahlen nicht nach oben entwischen.«

Griechenland erreicht eine Million Impfungen – noch keine Entwarnung

11.09 Uhr: Rund 35.000 Menschen werden derzeit in Griechenland täglich gegen das Coronavirus geimpft. »Heute übertreffen wir die eine Million Impfungen«, teilte der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag mit. Damit sind laut griechischer Impfstatistik rund 650.000 der rund 11 Millionen Einwohner mindestens einmal geimpft; dazu kommen rund 350.000 Zweitimpfungen.

Dies sei eine erfreuliche Nachricht – es gebe aber auch schlechte, sagte der Premier. Die Anzahl der Neuinfektionen sei in den vergangenen Tagen gestiegen. Das Gesundheitssystem stehe unter Druck, deswegen müssten die Menschen im Land für die nächsten Wochen noch strenge Maßnahmen einhalten. Die Bewegungsmöglichkeiten wurden ab Donnerstagmorgen um 6.00 Uhr und bis zum 16. März nochmals verschärft. So wurde der Bewegungskreis für Einkäufe auf zwei Kilometer beziehungsweise auf die eigene Gemeinde eingegrenzt.

Am Vortag hatte Athen wegen der hohen Zahl der Corona-Neuinfektionen Alarm geschlagen. Im Großraum Athen wurden Privatkliniken zur Unterstützung des öffentlichen Gesundheitssektors verpflichtet. Auch Militärkrankenhäuser nehmen nun zivile Patienten auf. Mit 2702 Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am Mittwoch der bisherige Höchstwert in diesem Jahr registriert worden. Die Anzahl der Neuinfektionen ist im europäischen Vergleich weiterhin zwar recht niedrig; das Gesundheitssystem hat allerdings unter der jahrelangen Finanzkrise des Landes stark gelitten.

Großbritannien und vier weitere Staaten gehen Impfstoff-Allianz ein

11.02 Uhr: Großbritannien und vier weitere Staaten haben eine Impfstoff-Allianz geschmiedet, um veränderte Impfstoffe gegen neue Varianten des Coronavirus rasch zuzulassen. Auf Virus-Mutationen zugeschnittene Versionen bereits zugelassener Vakzinen sollten ohne langwierige klinische Tests zugelassen werden, erklärten die Arzneimittelbehörden von Großbritannien, Australien, Kanada, Singapur und der Schweiz am Donnerstag. Voraussetzung sei, dass die Hersteller »belastbare Beweise« für deren Wirksamkeit und Sicherheit vorlegen könnten.

Ziel sei es, »so schnell wie möglich effektive Impfstoffe bereitzustellen, ohne Abstriche bei der Sicherheit zu machen«, sagte der Chef der britischen Arzneimittelbehörde MHRA, Christian Schneider. Die vereinbarte Herangehensweise basiere auf dem lang erprobten Verfahren bei der jährlichen Zulassung von Grippe-Impfstoffen. Da sich die Grippevirenstämme ständig verändern, wird jedes Jahr ein neues Mittel zugelassen.

Großbritannien hatte Anfang Dezember als weltweit erstes Land mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus begonnen. Inzwischen breiten sich jedoch Mutanten des ursprünglichen Coronavirus aus, von denen einige möglicherweise widerstandsfähiger gegen die bisher entwickelten Impfstoffe sein könnten.

Am Dienstag hatte bereits Österreich eine Impfstoff-Kooperation gemeinsam mit Israel und Dänemark angekündigt. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen reisen dafür am Donnerstag nach Israel.

Intensivmediziner rechnen nach Bund-Länder-Beschlüssen mit mehr Corona-Fällen

10.56 Uhr: Intensivmediziner gehen angesichts des Öffnungs-Fahrplans von Bund und Ländern in der Pandemie von einer deutlichen Zunahme der Corona-Fälle aus. »Ich rechne damit, dass wir durch die beschlossenen Öffnungsszenarien deutlich steigende Zahlen von Neuinfektionen erleben werden – und dann auch vermehrt Intensivpatienten mit Covid-19«, sagte der Präsident der Deutschen interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. »Die Sorge ist, dass wir in eine dritte Welle rutschen.«

»Auch wenn der Lockdown grundsätzlich verlängert wurde, sind diese Beschlüsse ein Strategiewechsel in Richtung Öffnung – und das auch schon vor dem 1. April«, betonte Marx, der vergangene Woche eine Lockdown-Verlängerung bis Anfang April gefordert hatte. Hintergrund sind Prognosen der Fachgesellschaft, wonach frühe Lockerungen, je nach Impftempo und Ausbreitung der ansteckenderen Varianten, zu einer erneut hohen Belastung der Intensivstationen führen könnten.

»Wir hätten uns drei weitere Wochen Zeit für das Umsetzen der Impfstrategie gewünscht«, sagte Marx. So würden die Entscheidungen vom Mittwoch angesichts der steigenden Infektionszahlen mit Sorge betrachtet. »Vor allem, da die Mutante B.1.1.7 bereits 46 Prozent Anteil an den Infektionen hat. Die Reproduktionszahl liegt etwa bei 1 – und sollte aus Sicht von uns Intensivmedizinern auf keinen Fall höher ausfallen. Aber man muss ja bedenken: Das ist alles noch unter den aktuellen Lockdown-Bedingungen.«

EU-Arzneimittelbehörde startet Prüfung zur Zulassung von Sputnik V

10.38 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (Ema) beginnt mit der Prüfung einer Zulassung für den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V. Die Behörde teilte am Donnerstag in Amsterdam mit, sie habe ein rollierendes Verfahren zur Zulassung des russischen Impfstoffs gestartet. Die Entscheidung basiere auf Ergebnissen von Laborversuchen und klinischen Studien bei Erwachsenen.

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Beim sogenannten Rolling Review werden erste Ergebnisse wissenschaftlicher und klinischer Tests nach und nach analysiert, bevor alle für eine Zulassung nötigen Daten vorliegen. Bei allen bisher zugelassenen Corona-Impfstoffen war die Ema so vorgegangen. Die Verfahren dauerten einige Wochen, im Fall von AstraZeneca drei Monate. Dann erst stellten die Hersteller formell den Antrag auf Zulassung.

Als Reaktion kündigte der an der Impfstoff-Entwicklung beteiligte souveräne russische Fonds an, bei einer Zulassung von Sputnik V könnten ab Juni 50 Millionen Europäer mit dem Impfstoff versorgt werden. Wann eine Zulassung erfolgen könnte, ist nicht abzusehen.

In Ungarn wird der vom russischen Gamaleja-Zentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie entwickelte Vektorviren-Impfstoff bereits eingesetzt, genau wie in mehreren weiteren Ländern. Auch andere EU-Staaten planen dies unabhängig von der Ema-Entscheidung.

Die Vakzine ist nicht unumstritten. Als Russland im August entschied, den Impfstoff einzusetzen, obwohl er noch nicht ausreichend getestet worden war, folgte international heftige Kritik. Zudem hatte der Hersteller bereits mehrfach angegeben, dass ein Antrag bei der EU-Behörde gestellt worden sei. Das war aber nach Angaben der Ema zu dem Zeitpunkt nicht der Fall. Mittlerweile hat das Fachblatt »Lancet« in einer publizierten Studie dem Impfstoff Anfang Februar eine Wirksamkeit von 91,6 Prozent attestiert. Kanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn hatten sich für einen Einsatz in Deutschland offen gezeigt.  Die endgültige Entscheidung über eine Zulassung trifft die EU-Kommission.

Wohnungskonzern Vonovia steigert Gewinn in Coronakrise deutlich

10.03 Uhr: Wirtschaft und Verbraucher leiden in der Coronakrise, Vonovia nicht: Der größte deutsche Wohnungskonzern hat 2020 erneut einen Milliardengewinn gemacht. Die Investitionen sanken hingegen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Rheinland-Pfalz will Schnelltests ab Montag anbieten

09.51 Uhr: Rheinland-Pfalz will kostenlose Schnelltests für alle Bürger schrittweise ab Montag anbieten. Dafür seien vier Millionen Testsets bestellt worden, sagt Ministerpräsidentin Malu Dreyer. Spätestens Freitag werde es genauere Informationen geben, wo die Tests zu bekommen seien. Bis April sollten auch Betriebe und Schulen einbezogen seien.

Reaktionen auf Bund-Länder-Plan: »Corona-Irrgarten«

09.25 Uhr: Die Opposition reagiert verärgert auf die Corona-Pläne von Kanzlerin und Länderchefs. FDP-Chef Lindner spricht von Versagen. Grünenchef Habeck sieht die Bürger im Stich gelassen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Corona-Beschlüsse: Gefühl schlägt Verstand

09.00 Uhr: Die neuen Corona-Beschlüsse zeigen: Kanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs haben kapituliert. Vor der Infektionsdynamik, vor dem öffentlichen Druck, vor dem eigenen Versagen. Lesen Sie hier den Kommentar von Philipp Wittrock.

Einzelhandel nennt Corona-Beschlüsse »Katastrophe«

08.22 Uhr: Mit Enttäuschung und Unverständnis hat der Einzelhandel auf die Bund-Länder-Beschlüsse zur Corona-Pandemie reagiert. Diese seien eine »Katastrophe«, erklärte der Handelsverband Deutschland (HDE) am Donnerstag. Denn faktisch werde der Shutdown für die große Mehrheit der Nicht-Lebensmittelhändler bis Ende März verlängert und es drohten weitere zehn Milliarden Euro Umsatzverluste, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Laut den jüngsten Beschlüssen soll ab dem kommenden Montag der Einzelhandel in Regionen mit einem Inzidenzwert von unter 50 wieder öffnen dürfen. Bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 dürfen Kunden nur nach vorheriger Terminbuchung kommen. Ein Notbremsen-Mechanismus soll die Öffnungen rückgängig machen, wenn die Fallzahlen wieder deutlich steigen.

Die für eine Öffnung der Geschäfte vorgeschriebene stabile Inzidenz von 50 sei laut HDE allerdings »nicht flächendeckend in Sichtweite« und Konzepte zum Abholen vorher bestellter Ware könnten die Händler »nicht einmal annähernd retten«. Auch Einkaufen mit Termin sei für die allermeisten Geschäfte kein Rettungsanker, denn dabei überstiegen in der Regel die Kosten die Umsätze.

Fast 12.000 Neuinfektionen und 359 neue Todesfälle in Deutschland

08.15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen eines Tages 11.912 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 359 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 11.869 Neuinfektionen und 385 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 64,7 – und damit etwas höher als am Vortag (64,0). Vor vier Wochen, am 4. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 80,7 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden.

Der Höchststand von 1244 neu gemeldeten Todesfällen war am 14. Januar erreicht worden. Bei den binnen 24 Stunden registrierten Neuinfektionen war mit 33.777 am 18. Dezember der höchste Wert erreicht worden – er enthielt jedoch 3500 Nachmeldungen.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwoch bei 0,93 (Vortag 0,94). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 93 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Grünenchef Robert Habeck kritisiert Beschlüsse

08.07 Uhr: Kritik an den Bund-Länder-Beschlüssen kommt von der Opposition. »Als Bürger fühlt man sich im Stich gelassen«, sagte Grünenchef Robert Habeck im Deutschlandfunk.

Aus seiner Sicht sei nicht klug, was gerade getan werde. »Es wird auf Hoffnung gesetzt, das ist aber keine Strategie«, sagte der Politiker. »Wir sind am Beginn einer dritten Welle und reden über Öffnung, statt über Impfen, über Testen, über Nachvollziehbarkeit zu reden.« Es müsse erst getestet werden, dann könne es Öffnungen geben. Die Bundesregierung verheddere sich in Bürokratie, anstatt einfach nur zu machen und zum Beispiel Schnelltests kurzerhand zu bestellen.

Lesen Sie hier weitere Reaktionen auf die Beschlüsse: »Corona-Irrgarten«

Olaf Scholz: »Es gibt sehr viele Testangebote, die beschafft werden können«

07.51 Uhr: Vize-Kanzler Olaf Scholz hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern im »Morgenmagazin« der ARD als »Öffnungskonzept mit nötiger Vorsicht« verteidigt.

Wichtig seien nun verstärkt Schnell- und Selbsttests, sagte der SPD-Kanzlerkandidat: »Wir wollen diese beide Möglichkeiten einsetzen, um mit einer umfassenden Teststrategie uns mehr Spielraum für Öffnungen zu erarbeiten.«

Auf die Frage, ob es zügig ausreichend Kapazitäten geben werde, sagte der Politiker: »Es gibt sehr viele Testangebote, die beschafft werden können.« Es sei davon auszugehen, dass nach einer »kurzen Übergangsphase« ausreichend Tests zur Verfügung stünden.

Lufthansa vermeldet Rekordverlust

07.13 Uhr: Der Geschäftseinbruch durch die Coronakrise hat für die Lufthansa 2020 zu einem Rekordverlust geführt. Unter dem Strich stand ein Minus von 6,7 Milliarden Euro nach einem Gewinn von 1,2 Milliarden ein Jahr zuvor, wie der vom Staat gestützte Konzern mitteilte.

Nach dem schwierigen Start ins neue Jahr wird Vorstandschef Carsten Spohr auch für 2021 ein Stück pessimistischer. Das Flugangebot dürfte lediglich 40 bis 50 Prozent des Niveaus aus dem Vorkrisenjahr 2019 erreichen. Bisher hatte er noch bis zu 60 Prozent für möglich gehalten.

Ifo-Chef Fuest warnt vor Öffnungen ohne Corona-Tests

06.50 Uhr: Ifo-Präsident Clemens Fuest fällt ein gemischtes Urteil über die Ergebnisse des Corona-Gipfels. Es sei gut, dass endlich begonnen werde, mehr zu testen, sagte er am Donnerstag in der ARD. Man müsse aber die Öffnungen an Tests binden. »Das hat man nicht getan«, sagte Fuest mit Blick auf die Einigung von Bund und Ländern auf eine neue Corona-Politik. »Es sind nicht wirklich die Öffnungen an die Tests gebunden, und das ist ein Fehler. Wenn wir jetzt einfach öffnen, ... laufen wir in eine dritte Infektionswelle.« Fuest warb beispielsweise für Teststraßen vor Einkaufszentren, die dann auch geöffnet werden könnten.

Die Lage der Wirtschaft bewertete der Ifo-Präsident als »ziemlich gespalten«. Während es um die Gastronomie, Reisebranche, Teile des Einzelhandels teils sehr schlecht stehe, gehe es großen Teilen der Industrie »ausgezeichnet, erstaunlich gut«. So hätten sich Auto-, Chemie- und Bauindustrie gut erholt. »Wir haben ein gespaltenes Bild und ziemlich konzentrierte Verluste.« Derzeit fielen etwa drei Prozent der Wertschöpfung weg, »das ist doch weniger als die meisten glauben«. Derzeit sei die Wirtschaft in einer »schleppenden Entwicklung, aber nicht in einer Rezession«.

Kurz und Frederiksen reisen für Impfstoff-Gespräche nach Israel

06.15 Uhr: Die Regierungschefs der EU-Länder Österreich und Dänemark reisen am Donnerstag für Gespräche über eine engere Impfstoff-Zusammenarbeit nach Israel. Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen wollen mit Regierungschef Benjamin Netanyahu darüber diskutieren, wie die drei Länder bei der Erforschung und Produktion von Impfstoffen und Medikamenten enger kooperieren können. Das Treffen war für 15 Uhr (MEZ) geplant, Statements vor der Presse für 16 Uhr (MEZ).

Bei ihrer Reise zu Netanyahu geht es Kurz und Frederiksen auch darum, Lehren aus der im Vergleich deutlich zügigeren israelischen Impfkampagne zu ziehen: Israel hat einen wesentlich höheren Bevölkerungsanteil gegen Covid-19 geimpft als die EU und mit einem grünen Pass für Geimpfte und Genesene inzwischen erste Schritte auf dem Weg hin zu einer Rückkehr zur Normalität unternommen. Kurz ist ein vehementer Fürsprecher eines solchen Projekts auch in der EU.

Streit zwischen Söder und Scholz bei Bund-Länder-Treffen

05.15 Uhr: Kurz vor dem Ende der Beratungen von Bund und Ländern zur weiteren Corona-Strategie sind Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder heftig aneinandergeraten. Auslöser war dem Vernehmen nach die Finanzierung eines Härtefallfonds zu gleichen Teilen von Bund und Ländern. Kurz nach Ende der Konferenz sagte der CSU-Chef auf Nachfrage aber bereits wieder: »Ich will nicht sagen wir sind ein Herz und eine Seele, aber jetzt ist alles wieder gut.«

Nach Angaben von Teilnehmern hatte der SPD-Kanzlerkandidat zunächst an alle Ministerpräsidenten gerichtet erklärt: »Es braucht keiner zu träumen, dass der Bund ein Konto einrichtet, von dem alles bezahlt wird.« Es werde keinen anderen Konsens geben als die anteilige Finanzierung von Bund und Ländern.

Michael Müller, Angela Merkel und Markus Söder kurz nach der Pressekonferenz im Anschluss an das Bund-Länder-Treffen

Michael Müller, Angela Merkel und Markus Söder kurz nach der Pressekonferenz im Anschluss an das Bund-Länder-Treffen

Foto: Markus Schreiber / dpa / AP

Daraufhin habe Söder – so wird es von mehreren Teilnehmern dargestellt – Scholz hart angegangen: »Sie sind nicht der König von Deutschland oder Weltenherrscher.« Und: Scholz müsse jetzt »gar nicht so schlumpfig herumgrinsen«.

Söder sagte auf Nachfrage, man solle nicht jedes überlieferte Wort auf die »Goldwaage« legen, er schätze Scholz »grundsätzlich«, und auch in der Großen Koalition komme man gut miteinander zurecht. Gleichwohl gebe es bisweilen unterschiedliche Standpunkte, und Scholz habe »eine sehr pointierte Art.«

Der Härtefallfonds geht auf Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) zurück. Der Fonds soll Firmen helfen, die die bisherigen Hilfskriterien nicht exakt erfüllen oder wo spezielle Verhältnisse in bestimmten Branchen nicht erfasst sind. Trotz des Streits wurde der Fonds auch von der Ministerpräsidentenkonferenz beschlossen, am Montag sollen aber noch weitere Detailfragen geklärt werden.

Berlins Regierungschef Müller: Es war kein vergeblicher Kampf

04.50 Uhr: Berlins Regierungschef Michael Müller (SPD) hat die Corona-Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verteidigt. »Wir haben im letzten Jahr vielen Menschen viel zugemutet, auch mit den Einschränkungen«, sagte der Regierende Bürgermeister und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) nach Bund-Länder-Beratungen in Berlin. »Aber ich werde nicht müde zu sagen, es war wichtig und richtig, dass wir so vorgegangen sind, weil uns Impfen und Testen noch nicht so wie jetzt zur Verfügung standen und wir damit auch Tausende Leben gerettet haben.« Er wolle es immer wieder betonen: »Das war kein vergeblicher Kampf, den wir geführt haben.«

Länder wollen Schulen je nach Infektionslage weiter öffnen

04.15 Uhr: Die Bundesländer werden bei den geplanten weiteren Schulöffnungen voraussichtlich nicht einheitlich vorgehen. Man habe festgestellt, dass die Länder in eigener Verantwortung schrittweise eine weitere Rückkehr in den Präsenzunterricht planen könnten, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD), nach der Bund-Länder-Runde zu Corona in Berlin. »Wir werden dann sehen, wann die nächsten Jahrgangsstufen auch möglich sind.« Dies würden die Länder aufgrund ihrer jeweiligen Inzidenzlage beschließen. Bereits zuvor hatten die Kultusministerinnen und -minister beschlossen, dass der an Grundschulen begonnene Wechsel- oder Präsenzunterricht auf weitere Jahrgänge ausgeweitet und intensiviert werden soll.

Laschet sieht Paradigmenwechsel in der Pandemiebekämpfung

03.40 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) sieht einen Perspektivwechsel in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Die Strategie heiße jetzt: Weg vom dauerhaften Schließen hin zu kontrollierter Sicherheit, sagte er am frühen Donnerstagmorgen nach den Bund-Länder-Beratungen zur Coronakrise.

Bei ihren Beratungen über die Corona-Maßnahmen hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderregierungschefs in einer Videokonferenz vereinbart, den Lockdown grundsätzlich bis zum 28. März zu verlängern. Allerdings soll es, je nach Infektionslage, viele Öffnungsmöglichkeiten geben.

Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer Region, werden automatisch alle schon erfolgten Erleichterungen wieder gestrichen.

Städte- und Gemeindebund kritisiert Teststrategie als zu unkonkret

03.30 Uhr: Deutsche Städte- und Gemeindebund übt Kritik an der beschlossenen Teststrategie. »Zu unkonkret sind die Beschlüsse zu Teststrategien in Bezug auf Schnell- und Eigentests«, sagt der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, der Zeitung »Rheinische Post«.

»Zwar soll es flächendeckend für jeden Schnelltests geben, was richtig und gut ist. Allerdings ist es bedauerlich, dass es offenbar noch einige Wochen dauern wird, bis diese Instrumente flächendeckend in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen werden«, sagte er. Die Organisation liege bei den Ländern und Kommunen. »Wie sich die Eigentests in das System einfügen sollen, wie der Nachweis dokumentiert wird, wie lange er gewisse Zugänge ermöglichen soll, wird leider noch nicht beantwortet.«

Hausärzte-Verbandschef Weigeldt befürchtet »bürokratischen Overkill«

02.55 Uhr: Nach der Bund-Länder-Vereinbarung zu einer stärkeren Einbeziehung von niedergelassenen Ärzten bei den Corona-Impfungen fordern die Hausärzte bürokratische Entlastungen. Um neben der Versorgung der Patienten auch die Impfungen sowie die zusätzlichen Testungen stemmen zu können, müsse jeglicher vermeidbarer Aufwand wegfallen, sagt der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Er warnt, dass die Atteste, die die Hausärzte im Rahmen der Impfpriorisierung für Patienten ausstellen sollen, den Prozess enorm verlangsamten und »schnell zum bürokratischen Overkill« werden. Stattdessen könnten die Krankenkassen bei der Vorrangprüfung »durch ein flächendeckendes Einladungsverfahren« unterstützen.

Paraguays Gesundheitswesen steht vor dem Kollaps

02.20 Uhr: Rund ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie in Südamerika gerät das Gesundheitswesen in Paraguay an seine Grenzen. In den öffentlichen Krankenhäusern des Landes seien mittlerweile alle Betten auf den Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt, berichtete die Zeitung »ABC Color« am Mittwoch. »Die Hospitäler brechen zusammen, die Notaufnahmen brechen zusammen, die Medikamentenversorgung bricht zusammen. Alles kollabiert«, sagte die Vorsitzende des Ärzteverbandes, Gloria Meza. Sie forderte einen harten Lockdown von zwei Wochen, um die Lage wieder unter Kontrolle zu bekommen.

Wegen des Mangels an Material und Medikamenten kündigten verschiedene Gewerkschaften von Krankenschwestern und Pflegern für die kommenden Tage Proteste an. Die Regierung sagte daraufhin am Mittwoch zu, im großen Stil Medikamente für Covid-19-Patienten zu kaufen.

Bislang haben sich in dem südamerikanischen Land nachweislich gut 160.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Über 3200 Patienten sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 gestorben. Paraguay ist etwa so groß wie Deutschland und die Schweiz zusammen, hat aber nur gut sieben Millionen Einwohner. Gerade im ländlichen Raum ist die Gesundheitsversorgung oft schlecht ausgebaut.

Bartsch nennt Gipfelbeschlüsse »Corona-Irrgarten«

01.40 Uhr: Linksfraktionschef Dietmar Bartsch hat die Ergebnisse des Spitzengesprächs von Bund und Ländern scharf kritisiert. In den Zeitungen der Funke Mediengruppe sprach Bartsch anschließend mit Blick auf den komplizierten Öffnungsfahrplan von einem »Corona-Irrgarten« und von »Inzidenz- und Lockerungswirrwarr«. Dies werde »die Bürger und Bürgerinnen weiter verunsichern«.

Dagegen habe »das Schlüsselthema des zügigen Impfens« eine zu geringe Rolle gespielt, sagte Bartsch weiter. »Wir brauchen eine nationale Kraftanstrengung beim Impfen, um den Lockdown dauerhaft hinter uns zu lassen«, hob er hervor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) müsse dies zur Chefsache machen, damit nicht »bis Ostern über sechs Millionen Impfdosen rumliegen«.

Unzufrieden mit den Beschlüssen äußerte sich auch FDP-Chef Christian Lindner. »Für die Bundesregierung bleibt offenbar der Lockdown das einzig denkbare Rezept«, sagte er ebenfalls der Funke Mediengruppe. »Dabei wäre mit innovativen Konzepten mehr gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben möglich.« Das beschlossene Angebot von einem Schnelltest pro Woche für alle kritisierte Lindner als »zu wenig«.

Sieben positive Corona-Tests in der NBA

01.25 Uhr: Im letzten kompletten Testzeitraum mit Spielen vor der All-Star-Pause hat es in der NBA sieben positive Corona-Tests bei Basketballern gegeben. Das gab die Liga am Mittwoch bekannt. Berücksichtigt wurden Testergebnisse seit dem 24. Februar. Am Sonntag treffen sich die Stars der Liga zum Show-Wettkampf in Atlanta, Zuschauer sind wegen der Corona-Pandemie nicht erlaubt.

Auch das übliche Programm mit dem Slam-Dunk-Contest und weiteren Wettkämpfen ist komprimiert und findet am gleichen Tag statt. Die unbeteiligten Basketballer haben frei und können Urlaub machen. Es gibt daher Sorge um eine größere Zahl positiver Testergebnisse nach der Rückkehr zu den Teams.

Handwerk und Reisebranche kritisieren Lockerungen als nicht ausreichend

01.05 Uhr: Das Handwerk und die Reisebranche haben die beim Corona-Gipfel beschlossenen Lockerungen als nicht ausreichend kritisiert. »Die Beschlüsse bringen für viele unserer von Schließungen betroffenen Betriebe nicht die erhoffte Öffnungsoption schon in nächster Zeit«, sagte Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Um ein Betriebesterben auf breiter Front zu verhindern, müsse wirtschaftliches Leben schnellstens wieder ermöglicht werden, wo immer das epidemiologisch vertretbar sei. Der Handwerkspräsident sagte, es wäre beim Corona-Gipfel deutlich mehr drin gewesen, »als einen Öffnungsfahrplan mit einer angezogenen Handbremse zu präsentieren«.

Auch der Deutsche Reiseverband (DRV) zeigte sich enttäuscht. DRV-Präsident Norbert Fiebig sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, es sei »inakzeptabel, dass wir aufgrund des Fehlens von Tests und des viel zu langsamen Impfprozesses gezwungen werden, weitere Monate im Lockdown zu verharren«. Fiebig forderte die Politik auf, ihre Appelle zum Reiseverzicht zu beenden.

Insbesondere die Quarantäne bei der Rückkehr nach Deutschland schrecke Urlaubsfreudige ab. »Hier brauchen wir unbedingt Wege, um mit einem negativen Corona-Testergebnis eine drohende Quarantäne auszuhebeln – mehr Tests helfen hier definitiv«, sagte Fiebig.

Bouffier: »Müssen weiterhin vorsichtig sein«

01.05 Uhr: Nach den Bund-Länder-Beratungen zur Coronakrise hat Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) angesichts der beschlossenen Lockerungen zur Vorsicht gemahnt. »Wir müssen weiterhin vorsichtig sein, um das Erreichte nicht zu gefährden«, sagte Bouffier.

Die gefassten Beschlüsse begrüßte der Ministerpräsident. »Worauf wir uns vonseiten der Länder mit dem Bund verständigt haben, ist ein Kompromiss«, sagte er. Das hessische Corona-Kabinett werde am Donnerstag über die Beschlüsse beraten.

Belgien erlaubt Verabreichung von AstraZeneca-Impfstoff an Ältere

0.55 Uhr: Belgien will künftig auch ältere Menschen mit dem Impfstoff des Unternehmens AstraZeneca impfen. Wie Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke mitteilte, sollten die Behörden »sofort« beginnen können, auch über 55-Jährigen die Vakzine zu verabreichen.

Vor einem Monat hatte das Land entschieden, zunächst nur jüngere Menschen mit dem Impfstoff zu immunisieren, weil es an Daten zur Wirksamkeit bei Älteren fehlte.

Jüngste Studien aus Großbritannien und Israel hätten gezeigt, dass die AstraZeneca-Vakzine auch bei über 55-Jährigen »einen guten Schutz gegen die Krankheit« biete, hieß es in einer Mitteilung im Anschluss an ein Treffen der Gesundheitsminister der Regionen und der Landesregierung. Bisher haben 5,7 Prozent der volljährigen Einwohner Belgiens eine erste Impfdosis erhalten, 3,5 Prozent eine zweite.

Der italienische Regierungschef Mario Draghi forderte am Mittwoch eine »schnellere Antwort der EU« auf die Pandemie, besonders bei der Verteilung und Verabreichung von Impfstoffen. Draghi und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hatten zuvor telefoniert.

bbr/cop/ngo/lmd/ptz/dpa/AFP/Reuters/sid/AP