Corona-News am Donnerstag Pariser Geistliche nach Ostermesse ohne Abstand festgenommen

Bei einer Ostermesse in Paris hielt sich niemand an Abstände, sogar die Mundkommunion wurde erteilt. Und: In Deutschland wurden am Mittwoch so viele Corona-Impfdosen verabreicht wie noch nie. Der Überblick am 8. April.
Nach einer Ostermesse ohne Abstand wurden in Paris zwei Geistliche in Gewahrsam genommen (Symbolbild)

Nach einer Ostermesse ohne Abstand wurden in Paris zwei Geistliche in Gewahrsam genommen (Symbolbild)

Foto: Lola Loubet / imago images/Hans Lucas

Das war das Corona-Update am Donnerstag.

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Pariser Geistliche nach Ostermesse ohne Abstand in Polizeigewahrsam

20.51 Uhr: In Frankreich sind zwei Geistliche nach einer Ostermesse ohne Abstandsregeln vorübergehend in Polizeigewahrsam genommen worden. Ihnen werde unter anderem vorsätzliche Gefährdung anderer vorgeworfen, wie die Pariser Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Justiz hatte bereits Anfang der Woche Vorermittlungen in dem Fall eingeleitet. Am Abend kamen beide wieder auf freien Fuß.

Hintergrund ist eine Ostermesse in der Pariser Kirche Saint-Eugène-Sainte-Cécile am Samstag. Zahlreiche Menschen hatten dort eng aneinander ohne Maske das Osterfest begangen, wie etwa die französische Zeitung »Le Parisien« berichtete. In Videoausschnitten des vierstündigen Gottesdienstes war auch die Mundkommunion zu sehen. Bei den Festgenommenen handelt es sich um einen Priester und einen weiteren Geistlichen.

Die Pariser Diözese eröffnete ein Kirchenverfahren gegen den zuständigen Pfarrer der Kirche. Hygienemaßnahmen seien Gegenstand klarer Anweisungen, an welche die Diözese Paris regelmäßig erinnere, hieß es in einer Mitteilung. Diese seien bei der Messe in Saint-Eugène-Sainte-Cécile nicht eingehalten worden.

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Rekord-Infektionszahlen in der Türkei

22.41 Uhr: Die Türkei verzeichnet erneut eine Rekordzahl von Neuinfektionen. Sie liegt nach Daten des Gesundheitsministeriums bei 55.941. Zudem wurden 258 Todesfälle registriert.

Slowakei soll umstrittene Sputnik-Impfdosen zurückschicken

20.02 Uhr: Die russische Regierung fordert die Slowakei auf, umstrittene Sputnik-V-Impfdosen zurückzuschicken. Die für die Sputnik-Vermarktung im Ausland zuständige Behörde RDIF wirft dem EU-Land Vertragsbruch und »einen Akt der Sabotage« vor, weil der Impfstoff nicht in einem der dafür vorgesehenen Labor geprüft worden sei. Die gelieferten Dosen sollen nun an andere Länder gehen. Der slowakischen Arzneimittelbehörde SUKL zufolge unterscheidet sich die Charge von denen, die etwa von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geprüft wurden. Die RDIF spricht von Falschinformationen.

Abiturprüfungen finden in diesem Jahr statt

19.58 Uhr: Trotz Coronapandemie: Schülerinnen und Schüler sollen auch in diesem Jahr zum Abitur antreten. Das teilte die Kultusministerkonferenz mit. Lesen Sie hier mehr.

Querdenker dürfen nicht erneut in Stuttgart demonstrieren

19.20 Uhr: Die Stadt Stuttgart will nach massenhaften Verstößen gegen die Corona-Regeln bei einer Demonstration mit Tausenden Teilnehmern am Karsamstag zwei von »Querdenkern« angemeldete Protestveranstaltungen verbieten. Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) begründete dies nach Angaben vom Donnerstag damit, »dass sich die Anmelder bei Versammlungen in der Vergangenheit als unzuverlässig im Sinne des Versammlungsrechts erwiesen hätten und deswegen keine Gewähr dafür gegeben sei, dass Versammlungsauflagen eingehalten werden«. Die beiden Demos waren für den 17. April geplant.

In Baden-Württembergs Landeshauptstadt hatten sich am Karsamstag rund 15.000 Menschen größtenteils ohne Masken und Mindestabstand versammelt und die Stadt in große Erklärungsnot gebracht. Es waren mehr als 1000 Polizisten im Einsatz. Sie schritten wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln aber kaum ein. Nopper hatte die Erlaubnis der Stadt für die Demo damals verteidigt und auf das Versammlungsrecht verwiesen.

Die Demo, zu der Teilnehmer auch aus anderen Bundesländern gekommen waren, hatten Vertreter der »Querdenken«-Bewegung angemeldet. Das Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet diese Gruppierung.

Bouffier: Bund und Länder können Corona nur gemeinsam bekämpfen

17.50 Uhr: Nach den Worten von Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kann die Coronapandemie nur erfolgreich bekämpft werden, wenn Bund und Länder gemeinsam vorgehen. Mit Blick auf eine mögliche Novellierung des Bundesinfektionsschutzgesetzes und mehr Kompetenzen des Bundes erklärte er, man sollte sich zunächst darauf verständigen, welche Dinge bundesweit geregelt werden sollten. Dabei könnte es sich allenfalls um einen Rahmen handeln. Das teilte sein Sprecher in Wiesbaden mit. Die Ausführungen der Coronamaßnahmen lägen ja nach wie vor bei den Ländern.

Ein Vorstoß der CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Röttgen, Johann Wadephul und Yvonne Magwas sieht vor, »dem Bund (zusätzlich) dieselben Handlungsmöglichkeiten zu geben wie den Ländern, nämlich durch Rechtsverordnung die Durchsetzung der nationalen Ziele des Infektionsschutzgesetzes zu gewährleisten«. Die drei CDU-Parlamentarier machen diesen Vorschlag in einer Mail an andere Mitglieder der Unionsfraktion.

NRW schickt Schüler wieder in Distanzunterricht

17.30 Uhr: Nordrhein-Westfalen ordnet ab Montag wieder Distanzunterricht an. Nach den Osterferien sollten die meisten Schülerinnen und Schüler wieder im Homeschooling lernen, berichten »Rheinische Post«  und WDR  über die Pläne von Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Damit werde das Modell des Wechselunterrichts vorerst gestoppt.

Tschechien: Gericht bestätigt Testpflicht am Arbeitsplatz

17.23 Uhr: Das höchste Verwaltungsgericht Tschechiens hat die Coronatestpflicht am Arbeitsplatz bestätigt. Geklagt hatte ein Arbeiter eines Automobilzulieferers, weil er in der Regel einen zustimmungspflichtigen medizinischen Eingriff sah. Die Richter hielten die Maßnahme für verhältnismäßig, wie ein Sprecher am Donnerstag mitteilte . Ein Rachenabstrich sei kein derart starker Eingriff in die körperliche Unversehrtheit und die Menschenwürde des Arbeitnehmers, dass die Testpflicht gestoppt werden müsste. Zu berücksichtigen sei, dass auf diese Weise eine völlige Schließung der Betriebe verhindert werden könne.

Die Regierung aus Populisten und Sozialdemokraten hat die wöchentliche Testpflicht inzwischen schrittweise auf alle Unternehmen ausgeweitet. Sie gilt auch für Freiberufler und Selbstständige, die in Kontakt mit Kunden kommen. Die Tests werden von der staatlichen Krankenkasse bezuschusst.

Tschechien ist eines der am stärksten von der Coronapandemie getroffenen EU-Länder, die Zahlen sinken aber wieder. Seit Beginn der Pandemie gab es mehr als 1,5 Millionen bestätigte Infektionen und 27.466 Todesfälle. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen zuletzt mehr als 260 Menschen je 100.000 Einwohner an.

Philosoph Nida-Rümelin plädiert für Öffnung von Kultureinrichtungen

17.06 Uhr: Der Philosoph und frühere Kulturstaatsminister Julian Nida-Rümelin hat für eine Öffnung der Museen, Opern und Theater plädiert. »Dort, wo mit Mindestabstand und Masken und nicht Drängeln die Kultur aufrechterhalten werden kann, (...) dann machen wir das natürlich. Bitte macht das!«, sagte Nida-Rümelin am Donnerstag beim Online-Symposium »Kultur ohne Mindestabstand« von Stage Entertainment Germany. Wenn Museen keinen Beitrag zum Infektionsgeschehen leisteten, sei es auch kein falsches Signal, sie wieder zu öffnen. Die Kultur und all die dazugehörenden Gewerke seien eine riesige und sehr dynamische Branche. Er begrüße daher jeden Schritt der Öffnung.

Nida-Rümelin sagte, die Inzidenz dürfe nicht mehr alleiniges Kriterium für Fortschritte in der Pandemiebekämpfung sein. Vielmehr müssten die Krankenhausbelegungen und Todesfälle im Zentrum stehen. »Das sind die beiden relevanten Kriterien, die man im Auge haben muss, nicht Inzidenz«, sagte Nida-Rümelin mit Blick auf Israel, wo die Krankenhausbelegungen und Todesfälle trotz teils hoher Inzidenz mit den Impfungen stark zurückgegangen seien.

Zehn Millionen Menschen in Frankreich mit erster Dosis geimpft

16.45 Uhr: In Frankreich haben mehr als zehn Millionen Menschen mindestens eine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Dieses Ziel sei eine Woche früher als vorgesehen erreicht worden, sagte Frankreichs Premier Jean Castex am Donnerstag während eines Besuchs eines Impfzentrums in Nogent-sur-Marne in der Nähe von Paris. Das sind knapp 15 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Generell können sich in Frankreich aktuell unter anderem Menschen in Pflegeheimen, über 70-Jährige, Pflege- und Rettungskräfte, Menschen mit Vorerkrankungen ab 50 Jahren sowie Menschen, die ein besonders hohes Risiko haben, schwer an Covid-19 zu erkranken, impfen lassen. Am Dienstag hatte ein riesiges Impfzentrum im Stade de France bei Paris seine Tore geöffnet.

Seit Mittwoch wird auch in Frankreich der Impfstoff von Biontech/Pfizer abgefüllt. Die Delpharm-Gruppe hat in einem Werk in Saint-Rémy-sur-Avre damit begonnen. Die Dosen sind nicht nur für Frankreich bestimmt.

Günther offen für Änderungen im Infektionsschutzgesetz

16.35 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus will sich Schleswig-Holstein Änderungen im Bundesinfektionsschutzgesetz nicht verschließen. »Ich bin für verbindlichere Regelungen auch im Infektionsschutzgesetz für Regionen mit einer ansteigenden Inzidenz über 100 offen«, sagte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag auf Anfrage. »Allerdings sollten wir in diesem Gesetz das Problem bei der Wurzel packen und uns auf die wirklich wirksamen Lösungen zur Eindämmung der Pandemie konzentrieren, nicht auf die Bereiche, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen kaum Effekte auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens haben, wie zum Beispiel der Einzelhandel oder Aktivitäten im Außenbereich.«

Eine Inzidenz über 100 bedeutet, dass die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen über diese Marke gestiegen ist. Er wundere sich darüber, dass Kollegen eine bundesgesetzliche Lösung einforderten, so Günther. »Wir haben schon jetzt alle Möglichkeiten, im gesetzlichen Rahmen und auf der Grundlage von Beschlüssen alle Maßnahmen bei hohen Inzidenzen zu ergreifen. Man muss einfach nur machen.«

Die aktuelle Diskussion um einen bundesweiten Lockdown könne sich nur auf eine Notbremse für Regionen mit hohen Coronazahlen beziehen. Dazu teile er auch die Auffassung von Kanzlerin Angela Merkel, sagte Günther. »In Regionen, in denen die Inzidenz niedriger ist und in denen die Auslastung der Krankenhäuser im Griff ist, gilt der Stufenplan.« Daher werde die für nächsten Montag vorgesehene Öffnung der Außengastronomie in Schleswig-Holstein davon nicht berührt. Das nördlichste Bundesland hatte mit Stand Mittwochabend die bundesweit niedrigste Inzidenz von 63,3.

Britischer Minister zu AstraZeneca-Beschränkung: Kein Impfstoffmangel

16.10 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sieht trotz der geänderten Empfehlung für den AstraZeneca-Impfstoff in seinem Land keinen Grund für Impfstoffmangel. »Wir haben mehr als genug an Pfizer- und Moderna-Impfstoff, um ihn all denen anzubieten, die jünger sind als 30 Jahre«, sagte Hancock bei der BBC . Das werde die Geschwindigkeit der Impfkampagne nicht beeinflussen.

Die britische Impfkommission hatte ihre Empfehlung am Mittwoch für den AstraZeneca-Impfstoff nach einer Überprüfung geändert. Das Präparat soll künftig möglichst nur noch über 30-Jährigen verabreicht werden, wie die Kommission am Mittwoch mitteilte. Grund sind Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Vakzine.

In Großbritannien sind nach Angaben der Arzneimittelbehörde MHRA bislang 79 Fälle von seltenen Blutgerinnseln nach Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff aufgetreten. Dabei kam es zu 19 Todesfällen. Die meisten dieser Fälle betrafen junge Menschen. Ein direkter Zusammenhang mit dem Impfstoff konnte laut Impfkommission zwar noch nicht nachgewiesen worden. Aber angesichts des geringeren Risikos für jüngere Menschen, an Covid-19 zu sterben, habe man diese Abwägung getroffen, hieß es.

Corona in Israel: Zahl der Schwerkranken so niedrig wie zuletzt im Dezember

15.40 Uhr: Die Zahl der schwerkranken Coronapatienten in Israel ist trotz weitreichender Lockerungen der Maßnahmen erstmals seit mehr als vier Monaten wieder auf unter 300 gefallen. Das Gesundheitsministerium teilte am Donnerstag mit, es gebe noch 290 Schwerkranke. Zuletzt war die Zahl am 1. Dezember mit 277 Schwerkranken niedriger gewesen, allerdings damals als Ergebnis des zweiten Lockdowns im Land. Nach dessen Lockerung war die Zahl zunächst wieder gestiegen. Ende Januar gab es noch rund 1200 schwerkranke Coronapatienten in Israel.

Fast vier Monate nach Beginn der rasanten Corona-Impfkampagne werden auch immer weniger Neuinfektionen registriert. Am Donnerstag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 274 neue Fälle gemeldet worden. Nur 0,5 Prozent von 53.755 Tests fielen demnach positiv aus. Viele Krankenhäuser haben ihre Corona-Intensivstationen bereits geschlossen.

Bisher haben knapp 5,3 Millionen der insgesamt neun Millionen Israelis eine Erstimpfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer erhalten. Fast 4,9 Millionen Einwohner sind vollständig geimpft. Vor allem Geimpfte und Genesene genießen wieder viele Freiheiten.

Aida sagt Mittelmeer-Kreuzfahrten ab – Reisen rund um Kanaren möglich

15.35 Uhr: Der Kreuzfahrtanbieter Aida Cruises hat seine für Mitte Mai bis Anfang Juni geplanten Mittelmeerreisen wegen der Coronapandemie abgesagt. Stattdessen werde die »Aidaperla« zu drei Fahrten rund um die Kanaren ab Las Palmas auf Gran Canaria aufbrechen, teilte das Unternehmen mit . Bereits seit Mitte März sei die »Aidaperla« als einziges Schiff der Flotte dort mit einer stark reduzierten Passagierzahl unterwegs. Die Kanarischen Inseln seien seit vielen Monaten eine der wenigen Urlaubsziele Europas mit konstant niedrigen Inzidenzwerten, hieß es.

Das Unternehmen bot seinen Mittelmeerpassagieren an, auf eine der Kanarenreisen oder eine spätere Reise umzubuchen. Zum Gesundheits- und Hygienekonzept an Bord der »Aidaperla« gehörten ein PCR-Test vor der Anreise, regelmäßige Gesundheitschecks, umfangreiche AHA-Regeln oder die medizinische Betreuung inklusive Testkapazitäten an Bord.

Die »Aidaperla« soll zu drei Fahrten rund um die Kanaren aufbrechen

Die »Aidaperla« soll zu drei Fahrten rund um die Kanaren aufbrechen

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Christian Charisius/ dpa

Slowakische Arzneimittelkontrolle kritisiert Sputnik-Hersteller

15.30 Uhr: In der Slowakei hat das staatliche Institut für Arzneimittelkontrolle SUKL  einen kritischen Bericht über den russischen Impfstoff Sputnik V veröffentlicht. Die gelieferten Impfstoffe seien nicht in allen Details identisch mit den zuvor in der renommierten Fachzeitschrift »The Lancet«  beschriebenen, hieß es in dem Bericht, der der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag vorlag. Zuvor hatten slowakische Medien darüber berichtet.

Auch Informationen aus anderen Ländern, in denen Sputnik V bereits eingesetzt wurde, seien wegen mangelnder Übereinstimmung nicht auf die an die Slowakei gelieferten Vakzinen anwendbar. »Diese Vakzinen haben nur den Namen gemeinsam«, schrieben die slowakischen Kontrolleure wörtlich. Schon vorher hatten sie der Herstellerfirma mangelhafte Information vorgeworfen.

Die Slowakei hat am 1. März eine erste Lieferung von 200.000 Impfdosen des in der EU nicht zugelassenen Impfstoffs aus Russland erhalten. Der inzwischen zurückgetretene Gesundheitsminister Marek Krajci erteilte zwar eine Ausnahmegenehmigung für die Anwendung von Sputnik V. Zugleich ordnete er jedoch an, dass der tatsächliche Einsatz erst nach Vorliegen einer positiven Prüfung durch SUKL beginnen dürfe. Deshalb wurde der Impfstoff bisher nicht genutzt.

Nach Angaben aus Russland ist die slowakische Regierung gebeten worden, den Impfstoff zur Prüfung an ein Labor zu schicken. Am Dienstag sei das Land aufgefordert worden, das Vakzine wegen »mehrfacher Vertragsverletzungen« zurückzuschicken, damit es in anderen Ländern verwendet werden könne, schrieb der staatliche Direktinvestmentfonds RDIF bei Twitter. »Impfstoffe sollten Leben retten und nicht für geopolitische und interne politische Kämpfen eingesetzt werden.«

Der slowakische Finanzminister Igor Matovic kritisierte negative Medienberichte auf Facebook als böswillige Verschwörung. Jemand versuche offenbar »aus geopolitischen Gründen« zu verhindern, dass Sputnik V in der Slowakei mithelfen könne, Menschenleben zu retten, schrieb der konservativ-populistische Ex-Ministerpräsident. Am Donnerstag brach er überraschend nach Moskau auf, um mit dem Chef der russischen Vermarktungsagentur zu sprechen, wie er auf Facebook mitteilte .

Schärfere Coronamaßnahmen während des Fastenmonats Ramadan

15.15 Uhr: Wegen eines befürchteten Anstiegs der Zahl der Coronainfektionen im muslimischen Fastenmonat Ramadan wollen Länder im arabischen Raum die Vorschriften während der Festtage wieder verschärfen. So will Saudi-Arabien das traditionelle Fastenbrechen (Iftar) und das Frühstück vor dem Morgengrauen (Suhur) in Moscheen verbieten, wie der Nachrichtenkanal Al-Arabija berichtete. Gläubige in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten müssen in Moscheen Mund-Nasen-Schutz tragen und dürfen sich dort zum speziellen Nachtgebet (Tarawih) höchstens 30 Minuten lang aufhalten.

In Oman wird das öffentliche Leben während des Ramadans, der in den meisten Ländern voraussichtlich am kommenden Dienstag beginnt, wieder stark eingeschränkt. Geschäfte müssen geschlossen bleiben, auch sämtliche Aktivitäten in den Bereichen Sport, Kultur und Unterhaltung werden ausgesetzt. Außerdem soll eine nächtliche Ausgangssperre von 21.00 Uhr abends bis 4.00 Uhr morgens gelten. Auch in der Türkei sind während des Fastenmonats verschärfte Coronamaßnahmen angedacht. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte bereits vor einem Anstieg der Coronainfektionen im arabischen Raum während der Festtage gewarnt.

Der Beginn des Ramadans hängt vom Erscheinen der Neumondsichel ab, da der islamische Kalender sich nach dem Mond richtet. Gläubige Muslime verzichten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Abends kommen sie zum gemeinsamen Fastenbrechen zusammen. Bei den Treffen im großen Kreis sowie bei Gebeten, zu denen in Moscheen meist hoher Andrang herrscht, könnte die Gefahr der Coronaausbreitung besonders groß sein.

Papst Franziskus fordert »Impfsolidarität«

15.12 Uhr: Papst Franziskus hat anlässlich des Frühjahrstreffens der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) mehr »Impfsolidarität« in der Coronapandemie gefordert. Die Kosten der Immunisierung müssten gerecht geteilt werden und dürften nicht dem Markt überlassen werden, verlangte das katholische Kirchenoberhaupt in einem Brief. Der Vatikan veröffentlichte das Schreiben am Donnerstag.

Die Schuldenlast der ärmsten Nationen, die durch die Pandemie verschärft wurde, solle deutlich reduziert werden. Dies sei eine zutiefst menschliche Geste und könne den besseren Zugang zu Impfstoffen, Gesundheit, Bildung und Arbeitsplätzen ermöglichen. Alle Menschen müssten Zugang zu Impfstoffen haben, so der Papst. Die Frühjahrstagung der beiden wichtigen Finanzorganisationen findet wegen der Pandemie zum zweiten Mal vor allem online statt. Das Treffen läuft noch bis zum 11. April.

Der 84-jährige Franziskus hatte auch zu Ostern und bei früheren Gelegenheiten gemahnt, im Kampf gegen das Coronavirus die ärmeren Länder nicht zu vergessen.

Mehr als 650.000 Dosen an einem Tag – RKI meldet Impfrekord

15.00 Uhr: Nach dem Einstieg der Hausärzte hat sich die Zahl der Coronaimpfungen in Deutschland sprunghaft erhöht. So wurden am Mittwoch rund 656.000 Dosen verabreicht – 290.000 mehr als am Vortag. Das geht aus der täglichen Impfstatistik des Robert Koch-Instituts hervor. Am Mittwoch starteten in den meisten Bundesländern die Impfungen in den insgesamt 35.000 teilnehmenden Hausarztpraxen. Bisher waren an keinem Tag mehr als 367.000 Corona-Impfdosen in Deutschland verabreicht worden. In der Regel waren es deutlich weniger.

Insgesamt verabreicht wurden seit dem Start der Impfkampagne im Dezember 16,26 Millionen Impfdosen. 13,8 Prozent der Menschen in Deutschland wurden mindestens einmal geimpft – nach 13 Prozent am Vortag. Vollständig geimpft wurden 5,7 Prozent.

Zwischen den Bundesländern gibt es nach wie vor große Unterschiede beim Impffortschritt. Spitzenreiter ist Bremen, wo 16,5 Prozent der Bevölkerung mindestens die Erstimpfung hat. Es folgen das Saarland (15,9 Prozent), Schleswig-Holstein (15,8 Prozent), Brandenburg (15,5 Prozent), Thüringen (15 Prozent), Sachsen-Anhalt (14,6 Prozent), Rheinland-Pfalz (14,3 Prozent), Berlin (14 Prozent) und Bayern (13,9 Prozent).

Das größte Land, Nordrhein-Westfalen, konnte seinen Platz nach dem Start der Impfungen bei den Hausärzten verbessern und liegt jetzt im Bundesschnitt von 13,8 Prozent. Es folgen Hamburg (13,7 Prozent), Baden-Württemberg (13,4 Prozent), Niedersachsen (13,3 Prozent), Hessen (13 Prozent), Sachsen (12,8 Prozent). Mecklenburg-Vorpommern ist mit 12,5 Prozent das Land mit dem geringsten Anteil geimpfter Bürgerinnen und Bürger in Deutschland.

Die deutliche Verbreiterung der Impfkampagne bei den Hausärzten begann mit den ersten Praxen am Dienstag. In der ersten Woche erhalten alle Praxen zusammen 940.000 Impfdosen. Das sind rein rechnerisch etwa 26 Dosen pro Praxis. In der Woche vom 26. April gibt es einen deutlichen Schub – dann können die Praxen insgesamt mit mehr als drei Millionen Dosen rechnen.

Deutschlands Kliniken droht der Kollaps: »Die Leute verstehen nicht, was die dritte Welle für die Krankenhäuser bedeutet«

14.45 Uhr: Die Situation auf den Intensivstationen spitzt sich zu, das Personal ist ausgebrannt. Christian Karagiannidis, Leiter des Intensivregisters, befürchtet: Ohne harten Lockdown wird das zu ungeahnten Konsequenzen führen. Lesen Sie hier das SPIEGEL-Interview. 

Bauarbeiten für AstraZeneca-Produktionsstätte in Dessau haben begonnen

14.17 Uhr: Das Pharmaunternehmen IDT Biologika hat in Dessau-Roßlau den Grundstein für ein weiteres Gebäude zur Impfstoffproduktion gelegt. Ab Anfang 2023 will das Unternehmen dort den Coronaimpfstoff von AstraZeneca produzieren. Insgesamt investiere das Unternehmen rund 100 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes in Sachsen-Anhalt, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Damit werde das Projekt etwa doppelt so schnell umgesetzt, wie in der Branche üblich.

Neben der neuen Produktionsstätte solle noch eine weitere Abfüllanlage entstehen, teilte das Unternehmen mit. IDT hatte die Kooperation mit dem britisch-schwedischen Hersteller vor Wochen bekanntgegeben. «IDT und der Biopharmapark Dessau mit seinen weiteren Partnern am Standort sind dabei, sich zu einem der Biopharmazentren im Herzen Europas zu entwickeln«, sagte Firmenchef Jürgen Betzing.

Nicht nur beim Corona-Präparat von AstraZeneca ist die Firma aus Dessau beteiligt. Bereits seit Mitte März füllt das Unternehmen auch den Impfstoff des US-Pharmakonzerns Johnson & Johnson ab und verpackt die Ampullen. Die ersten Chargen sind bereits in der Qualitätskontrolle und sollen ab Mitte April ausgeliefert werden.

Coronaregeln bei Bayern-Spiel missachtet: Strafe für Fans in Patras

14.03 Uhr: Sechs griechische Fußballfans und der Besitzer einer Bar in der Hafenstadt Patras müssen wegen der Missachtung von Coronaregeln Geldstrafen in Höhe von insgesamt 8600 Euro zahlen. Der Inhaber der Bar hatte am Mittwochabend sein Geschäft für die sechs Stammkunden geöffnet, damit sie alle zusammen das Champions-League-Spiel FC Bayern gegen Paris Saint-Germain (2:3) im Fernsehen verfolgen konnten. Nachbarn informierten die Polizei. Als die Beamten ankamen, schlossen die Fußball-Begeisterten die Tür der Bar ab.

Die Staatsanwaltschaft ordnete umgehend die Öffnung der Tür durch einen Schlüsseldienst an, wie der staatliche griechische Rundfunk ERT  am Donnerstag berichtete. Nun müssen die sechs Fans pro Kopf 300 Euro zahlen, weil sie sich in einer illegal geöffneten Bar aufhielten, sowie weitere 300 Euro pro Person, weil sie das nächtliche Ausgangsverbot (zwischen 21.00 und 05.00 Uhr) nicht eingehalten haben. Der Besitzer der Bar bezahlt seine Fußballleidenschaft noch teurer: Er muss mit einer Strafe von 5000 Euro rechnen.

Dreyer: »Brauchen nicht unbedingt neue Beschlüsse«

13.36 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hat in der Debatte über einen harten Lockdown und eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes die bundesweite Umsetzung des Stufenplans mit der Notbremse gefordert. »Wir haben klare gemeinsame Verabredungen mit der Notbremse. Ich wünsche mir, dass wir diese Notbremse überall anführen und auch durchsetzen«, sagte Dreyer am Donnerstag in Mainz. Es gehe darum, »dass die Beschlüsse, die da sind, auch umgesetzt werden – und zwar in jedem Bundesland«, so Dreyer mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz vom 3. März. »Wir haben im Moment alle Instrumente, die man braucht.«

»Wir ziehen das in Rheinland-Pfalz auch wirklich durch. Wir wenden genau diese Vereinbarungen auch an«, sagte die Ministerpräsidentin. Dazu gehöre, dass Landräte auch angewiesen werden müssten, die Regelungen umzusetzen.

»Wenn wir eine Ministerpräsidentenkonferenz machen, brauchen wir eine Vorlage«, sagte Dreyer mit Blick auf das Treffen am kommenden Montag. »Es geht nicht darum, dass viele Menschen über die Presse verlauten lassen, was es für Ideen gibt im Land. Das verunsichert die Menschen nur ganz unnötig«, sagte Dreyer. »Ich kann nur appellieren, dass wir uns verständigen gemeinsam im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz. Nicht mit Ideen, sondern mit einem klaren Vorgehen«, sagte sie mit Blick auf Äußerungen ihres Amtskollegen aus Nordrhein-Westfalen, des CDU-Parteichefs Armin Laschet. Das Thema »Brückenlockdown« sei aus ihrer Sicht durch. »Ich halte generell gar nichts davon.«

»Aus meiner Sicht brauchen wir gar nicht unbedingt neue Beschlüsse«, so Dreyer. »Wir haben nämlich sehr klare Beschlüsse.«

Niederlande: Ermittler verhindern Anschlag auf Impfzentrum

13.18 Uhr: Niederländische Ermittler haben nach eigenen Angaben einen Anschlag auf ein Corona-Impfzentrum verhindert. Ein 37 Jahre alter Mann sei unter dem Verdacht eines Terroranschlags in Den Helder festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft  am Donnerstag mit. Der Mann wollte den Angaben zufolge einen Sprengkörper in dem Impfzentrum explodieren lassen und dadurch die Impfungen sabotieren.

Die Festnahme des mutmaßlichen Täters erfolgte nach Angaben der Justiz bereits am 18. März. Bei Krawallen gegen den Lockdown hatte es im Januar auch Angriffe auf Testzentren gegeben.

Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als Terrorakt ein: »Der Verdächtige wollte mit seinem Handeln der Bevölkerung große Angst einflößen und wirtschaftliche und soziale Strukturen des Landes destabilisieren.« Der Haftrichter verlängerte die Untersuchungshaft um drei Monate. Die Ermittlungen nach möglichen Komplizen dauern an.

Auch Woidke befürwortet Einsatz von Coronaimpfstoff Sputnik V

13.00 Uhr: Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) kann sich den Einsatz des russischen Coronaimpfstoffs Sputnik V vorstellen. Dies bestätigte die Staatskanzlei am Donnerstag. Für die Impfkampagne werde sehr viel Impfstoff benötigt, sagte Woidke demnach. »Dafür sollte jeder geeignete, zuverlässige und zugelassene Impfstoff genutzt werden«, so der Regierungschef. »Das gilt selbstverständlich auch für Sputnik V.« Zuvor hatten mehrere Medien über Woidkes Vorstoß berichtet.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Mittwoch erklärt, Bayern habe sich mit einem Vorvertrag 2,5 Millionen Impfdosen Sputnik V für den Fall einer EU-Zulassung des Wirkstoffs gesichert. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) kündigte am Donnerstag dazu Gespräche mit Russland an. Auch Mecklenburg-Vorpommern sicherte sich die Option auf eine Million Dosen von Sputnik V, wie Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Schwerin mitteilte.

Spanischer Fußballverband: EM-Spiele vor Zuschauern in Bilbao undenkbar

12.15 Uhr: Die spanische Stadt Bilbao droht als Spielort der Fußball-Europameisterschaft (11. Juni bis 11. Juli) wegzufallen. Angesichts der Bedingungen der Regionalregierung des Baskenlandes seien Spiele vor Publikum in Bilbao undenkbar, teilte der spanische Verband RFEF mit. Die sieben Forderungen der Behörden seien bis Juni »unmöglich zu erfüllen«, hieß es. Zuvor war am Mittwoch in Spanien noch berichtet worden, aus Bilbao habe die Europäische Fußball-Union (Uefa) eine relativ konkrete Zusage für Spiele mit Zuschauern erhalten.

Offen ist, ob die Uefa darauf bestehen wird, dass EM-Spiele vor Zuschauern stattfinden müssen. Uefa-Präsident Aleksander Čeferin hatte am Mittwoch bei Sky gesagt, man müsse sich ansehen, wie die Gesundheitssituation aussehe: »Wenn es die Situation erlaubt, erwarten wir Zuschauer.«

Die baskische Regionalregierung will EM-Spiele vor Zuschauern nur unter bestimmten Bedingungen zulassen. Dazu gehört unter anderem, dass bis zum 14. Juni mindestens 60 Prozent der Bevölkerung des Baskenlandes sowie auch ganz Spaniens gegen das Coronavirus geimpft sein müssen. Dem Impfprogramm der Zentralregierung zufolge wäre diese Bedingung allerdings nicht zu erfüllen. Madrid will erst bis Ende August rund 70 Prozent aller Bürger immunisiert haben.

Eine andere Forderung, die laut Verband nicht zu erfüllen ist, lautet, dass im Juni höchstens zwei Prozent aller Intensivbetten mit Covid-Patienten besetzt sein dürfen. »Das alles wird dazu führen, dass es in Bilbao kein Publikum geben wird«, so der RFEF.

Mehrere der zwölf vorgesehenen EM-Gastgeber hatten bereits ihre Bereitschaft erklärt, Begegnungen vor Zuschauern auszurichten, darunter Glasgow, Amsterdam, London, Sankt Petersburg, Kopenhagen, Bukarest und Rom. Für Baku und Budapest werden ebenfalls keine Probleme erwartet. Bezüglich des deutschen Standorts München herrscht derweil Skepsis. Auch die Bestätigung von Dublin gilt als ungewiss.

Spiele der Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC und SV Sandhausen abgesetzt

12.05 Uhr: Nach der angeordneten Coronaquarantäne für die Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC und SV Sandhausen hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) die jeweils zwei kommenden Spiele der beiden Klubs abgesetzt. Dies teilte die DFL am Donnerstag mit. Nicht wie geplant stattfinden werden die Partien des KSC bei Fortuna Düsseldorf (10. April) und gegen den FC Erzgebirge Aue (17. April) sowie die Spiele von Sandhausen bei der SpVgg Greuther Fürth (9. April) und gegen den Hamburger SV (16. April).

Ob die Begegnungen beider Mannschaften am 30. Spieltag abgesetzt werden, will die DFL eigenen Angaben zufolge Ende der kommenden Woche unter Berücksichtigung des dann aktuellen Stands entscheiden. Wann die bereits abgesetzten Spiele stattfänden, solle »schnellstmöglich bekannt gegeben« werden.

Mecklenburg-Vorpommern will eine Million Impfstoffdosen Sputnik V

11.50 Uhr: Wie Bayern sichert sich auch Mecklenburg-Vorpommern noch vor der möglichen EU-Zulassung den Zugang zu dem russischen Coronaimpfstoff Sputnik V. Wie Landesgesundheitsminister Harry Glawe (CDU) am Donnerstag in Schwerin mitteilte, hat sich das Bundesland gegenüber Russland eine Option auf eine Million dieser Impfdosen gesichert. »Wir sind aktuell noch in einer Phase, wo es große Abhängigkeiten von noch zu wenigen Herstellern gibt«, sagte Glawe zur Begründung.

Mecklenburg-Vorpommern versuche auch eigene Wege zu gehen, um das Tempo und die Planbarkeit der Impfungen zu verbessern. »Wir sind interessiert an langfristigen Kooperationen mit Russland. Darüber hinaus prüft das Land, ob im Land ansässige Firmen eine Abfüllung oder Produktion ermöglichen könnten«, sagte Glawe.

In Bayern soll eine Firma im schwäbischen Illertissen den russischen Impfstoff produzieren. Eine entsprechende Absichtserklärung für die Produktion und den Import sei unterzeichnet, hieß es. Nach der Zulassung soll der Freistaat 2,5 Millionen Impfdosen erhalten.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) prüft derzeit den Antrag auf Zulassung von Sputnik V in der EU. Im April werden Experten der Ema in Russland zur Begutachtung der Produktion und Lagerung des Impfstoffs erwartet. Russland gab das Mittel bereits Mitte August 2020 als weltweit ersten Coronaimpfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung frei. Mittlerweile haben in der medizinischen Fachpresse publizierte Daten dem Mittel hohe Wirksamkeit bescheinigt.

»Dies ist ein Notruf« – Experten schlagen wegen Intensivbetten Alarm

11.47 Uhr: Wegen der wieder stark wachsenden Belastung der Intensivstationen in Deutschland in der Coronapandemie schlagen Fachleute Alarm. »Liebe Entscheidungsträger, wie hoch sollen die Zahlen denn noch steigen, bevor Ihr reagieren wollt???«, schrieb der wissenschaftliche Leiter des Divi-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, auf Twitter. Städte wie Bonn, Bremen und Köln hätten kaum noch freie Betten für den nächsten Herzinfarkt, Verkehrsunfall oder Covid-19-Patienten. Der Charité-Virologe Christian Drosten leitete den Text des Intensivmediziners am Donnerstag bei Twitter mit dem Kommentar »Dies ist ein Notruf« an seine mehr als 700.000 Follower weiter.

Hier lesen Sie das SPIEGEL-Interview mit Christian Karagiannidis

Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 wieder deutlich an. Derzeit sind es mehr als 4400, zu Jahresbeginn waren es knapp 5800 gewesen. »Wenn das so weitergeht, werden wir in Kürze auch leider Gottes über 5000 Covid-19-Patienten haben«, sagte der ehemalige Divi-Präsident Uwe Janssens am Mittwoch den Sendern RTL/ntv. Ab einer Zahl von 5000 bis 6000 Intensivpatienten könne es sein, dass einige Krankenhäuser wieder auf den Notbetrieb umstellen müssten.

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Mehr Covid-19-Fälle – Charité reduziert Zahl der planbaren Eingriffe

11.42 Uhr: Wegen steigender Patientenzahlen in der dritten Coronawelle schränkt Europas größte Uniklinik, die Berliner Charité, künftig wieder den übrigen Klinikbetrieb stark ein. Ab kommender Woche würden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vermehrt in Covid-19-Bereichen eingesetzt, planbare Eingriffe würden zurückgefahren, teilte der für die Krankenversorgung zuständige Vorstand Martin Kreis am Donnerstag mit. »Wir rechnen mit einer erneut starken Arbeitsbelastung unserer Ärztinnen, Ärzte und Pflegekräfte.« Notfälle und zeitkritische Eingriffe sollen von der Regelung vorerst ausgenommen bleiben.

Die Charité versorgt in Berlin vorrangig Betroffene mit schweren Covid-19-Verläufen. Sie hatte bereits von Mitte Dezember bis Ende Januar ein Notfallprogramm gefahren, um die Patientenzahlen zu bewältigen. Seit Mitte März steigt bundesweit die Zahl der Intensivpatienten mit Covid-19 wieder deutlich an, auf nun mehr als 4400. In Berlin nähert sich die Auslastung der Intensivbetten mit dieser Art von Erkrankten wieder der als kritisch definierten Schwelle von 25 Prozent an. Als Nadelöhr bei der Versorgung gilt vor allem die Verfügbarkeit von Pflegepersonal.

Öffnungen im Saarland: Geimpfte müssen weiter Schnelltest vorzeigen

11.35 Uhr: Um die seit Dienstag im Saarland möglichen Öffnungsangebote nutzen zu können, müssen auch Menschen, die bereits zwei Coronaimpfungen erhalten haben, weiterhin einen negativen Coronatest vorweisen. Das teilte am Donnerstag die Landesregierung auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Es sei »aktuell nicht vorgesehen«, dass Menschen mit Impfschutz gegen Covid-19 etwa in der Außengastronomie oder im Fitnessstudio auch ohne Schnelltest vom Angebot Gebrauch machen können. Das zu erlauben, werde aber »sicher zu einem späteren Zeitpunkt in Betracht gezogen«, heißt es weiter.

Die Landesregierung begründet dieses Vorgehen mit dem bislang knappen Impfstoff. Es gebe noch zu wenig davon, »um möglichst allen Menschen ein Impfangebot machen zu können«, heißt es.

Seit Dienstag sind für alle Saarländer die Außengastronomie, Fitnessstudios Theater und Kinos wieder geöffnet – Zugangsvoraussetzung ist ein negativer Corona-Schnelltest, der nicht älter als 24 Stunden ist. Das Saarland ist damit das einzige Bundesland, das bislang einen so flächendeckenden Öffnungsschritt wagt – mitten in der dritten Pandemiewelle.

Stuttgart prüft Anmeldung der nächsten Demonstration

11.20 Uhr: Gegner der Coronamaßnahmen wollen am 17. April erneut in Stuttgart auf die Straße gehen. Bei der Stadt sei eine entsprechende Veranstaltung angemeldet, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit. »Diese wird nun geprüft – unter Einbeziehung der Ereignisse vom vergangenen Wochenende.« Hinter der neuen geplanten Kundgebung steht eine Initiative mit dem Namen »Es reicht uns«.

In Stuttgart hatten sich am Karsamstag rund 15.000 Menschen größtenteils ohne Masken und Mindestabstand versammelt und die Stadt in große Erklärungsnot gebracht. Es waren mehr als tausend Polizisten im Einsatz. Sie schritten bei den Verstößen gegen die Coronaregeln aber kaum ein. Stuttgarts Stadtoberhaupt Frank Nopper (CDU) hatte die Erlaubnis der Stadt für die Demonstration verteidigt. Sie war von der »Querdenken«-Bewegung angemeldet worden.

Die Veranstalter namens »Es reicht uns« hatten zuletzt am 13. März in Stuttgart demonstriert. Damals hatte die Polizei die Teilnehmer aufgefordert, die Auflagen einzuhalten. Daraufhin löste der Anmelder die Veranstaltung auf, wie die »Stuttgarter Zeitung« und »Stuttgarter Nachrichten« berichteten. Er habe das nicht mit der mangelnden Einsicht der Teilnehmenden begründet, Masken zu tragen und Abstand zu halten, sondern mit dem schlechten Wetter. Die Menge trennte sich dann und zog in Grüppchen in die Innenstadt.

BGH: Coronahilfe darf nicht wegen alter Schulden gepfändet werden

11.15 Uhr: Selbstständige und Kleinstunternehmer müssen mit dem Geld aus der Coronasoforthilfe keine alten Schulden begleichen. Die Mittel seien zweckgebunden und daher nicht pfändbar, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Sie dienten der Abmilderung einer finanziellen Notlage. Gläubiger haben also keinen Zugriff. Das geht aus einer Entscheidung der obersten Zivilrichter aus dem März hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. (Az. VII ZB 24/20)

Im konkreten Fall ging es um 9000 Euro aus dem Bundesprogramm und der »NRW-Soforthilfe 2020«, die Ende März 2020 bewilligt wurden und auf ein Pfändungsschutzkonto flossen. Auf einem solchen »P-Konto« sind eine feste monatliche Grundsumme plus bestimmte Freibeträge vor Pfändungen sicher, damit Geld zum Leben übrig bleibt. Das Amtsgericht Euskirchen hatte auf Antrag der Schuldnerin den pfändungsfreien Betrag für April 2020 um die 9000 Euro erhöht. Dagegen legte der Gläubiger Beschwerde ein – nun auch in letzter Instanz ohne Erfolg.

Laut BGH sind die Hilfen ausschließlich zur Finanzierung von Verbindlichkeiten gedacht, die seit dem 1. März 2020 entstanden sind. Der Empfänger könne frei entscheiden, welche Ausgaben er damit tätige, er allein sei dafür verantwortlich. Deshalb sei der Pfändungsfreibetrag um die Summe zu erhöhen. Die Richter schlossen damit eine Lücke im Gesetz, wo dieser Fall bisher nicht bedacht war. Im bereits beschlossenen Pfändungsschutzkonto-Fortentwicklungsgesetz, das im Laufe des Jahres in Kraft tritt, gibt es dazu eine Regelung.

Ifo-Chef fordert Verschärfung der Coronamaßnahmen

11.12 Uhr: Der Chef des Münchner Ifo-Instituts, Clemens Fuest, fordert eine Verschärfung der Coronamaßnahmen. »Wir müssen die sozialen Kontakte reduzieren, damit wir die Infektionen herunterbringen, denn sonst wird es auch keine nachhaltige wirtschaftliche Erholung geben«, sagte der Präsident des Forschungsinstitus am Donnerstag dem Fernsehsender Phoenix. Ob die Kontaktreduzierung durch Schließung des Einzelhandels oder der Schulen erreicht werde, sei letztlich eine politische Entscheidung.

Es sei fatal, dass die Politik die Osterferien habe vorbeiziehen lassen, ohne diese für eine Reduzierung der sozialen Kontakte zu nutzen, so Fuest. Ohne schärfere Maßnahmen bleibe Deutschland »im Jojo-Lockdown, in den uns die Politik jetzt leider geführt hat, weil sie eben nicht viel früher eine überzeugende Strategie eingeschlagen hat«, so der Ifo-Chef.

EU-Kommissar Breton: Sputnik V kann nicht kurzfristig helfen

10.58 Uhr: Der russische Coronaimpfstoff Sputnik V kann nach Einschätzung des Impfstoffbeauftragten der EU-Kommission, Thierry Breton, nicht kurzfristig helfen bei der Impfkampagne der Europäischen Union. Auf die Frage, ob Präparate etwa aus Russland oder China dazu beitragen könnten, bis zum Sommer 70 Prozent der Erwachsenen in der EU zu impfen, schrieb der Franzose am Donnerstag in einem Blogeintrag : »Ich fürchte, die Antwort ist Nein.«

Breton schrieb, dass er zwar keinen Grund habe, an der Effektivität, Sicherheit und Qualität jener Impfstoffe zu zweifeln, die außerhalb der EU entwickelt worden seien. Dies zu bewerten sei jedoch Sache der Europäischen EU-Arzneimittelbehörde Ema. Jedes Unternehmen, das einen neuen Impfstoff produzieren wolle, brauche aber mindestens zehn Monate. Deshalb müsse man sich auf die Produktion jener Impfstoffe konzentrieren, die in der EU bereits zugelassen oder kurz davor sind.

Die Ema hatte Anfang März ein Prüfverfahren für Sputnik V im Rahmen einer Rolling Review begonnen. Dabei werden Testergebnisse bereits geprüft, auch wenn noch nicht alle Daten vorliegen und noch kein Zulassungsantrag gestellt wurde.

Breton zeigte sich jedoch optimistisch, dass es auch ohne Impfstoffe wie Sputnik V bis Ende Juni genügend Dosen in der EU gibt, um etwa 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Im ersten Quartal seien 108 Millionen Dosen geliefert worden, für das zweite Quartal rechne er mit 360 Millionen weiteren. Die EU-Staaten müssten Massenimpfungen und Kampagnen organisieren, um die Bürger davon zu überzeugen, sich impfen zu lassen. Er sei optimistisch, dass es bald etwas Normalität geben werde und die Europäer einen Sommer ähnlich wie im vergangenen Jahr erleben würden.

Thailand legt Nachtleben in 41 Provinzen lahm

10.53 Uhr: Wegen eines Anstiegs der Coronazahlen in Thailand werden in Bangkok und 40 weiteren Provinzen alle Unterhaltungslokale für zwei Wochen geschlossen. Betroffen seien Bars, Pubs, Klubs und Karaoke-Lokale, berichtete die Zeitung »Bangkok Post«  am Donnerstag. Die Maßnahme trete in Kraft, sobald Ministerpräsident Prayut Chan-o-cha am Freitag den Plan unterzeichne, sagte der Sprecher des Zentrums für die Covid-19-Situationsverwaltung (CCSA), Taweesilp Visanuyothin.

Zuletzt waren neue Infektionsfälle vor allem in Nachtlokalen entdeckt worden. Zudem gebe es Angst vor einer Ausbreitung der britischen Variante in dem südostasiatischen Land, das bisher eher glimpflich durch die Krise gekommen ist, hieß es. Auch sorgen sich die Behörden wegen des traditionellen Neujahrsfests Songkran, das in der kommenden Woche gefeiert wird und zu dem Millionen Menschen unterwegs sind, um etwa ihre Familien zu besuchen.

Am Donnerstag seien 405 neue Fälle bestätigt worden, so das CCSA. Insgesamt hat Thailand damit bisher rund 30.300 Coronafälle verzeichnet, 95 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 offiziell gestorben.

Menschen in Bangkok warten auf ihre Coronatests

Menschen in Bangkok warten auf ihre Coronatests

Foto: ATHIT PERAWONGMETHA / REUTERS

Indien meldet knapp 127.000 Corona-Neuinfektionen an einem Tag

10.50 Uhr: Indien hat wieder einen Höchstwert an Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreicht. Innerhalb eines Tages seien 126.789 neue Infektionen erfasst worden, wie das indische Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Demnach wurden auch 685 Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert. In absoluten Zahlen ist Indien das am drittmeisten von Corona betroffene Land – nach Brasilien und den USA.

Trotzdem leben viele so, als gäbe es kein Corona. Sie feiern große hinduistische Feste und besuchen Regionalwahlveranstaltungen, bei denen viele Leute ohne Masken und Abstand zusammenkommen. Auch ansteckendere Virusmutanten könnten bei der Virusausbreitung eine Rolle spielen.

Indien stellt Impfstoffe in Massenproduktion her – und bislang wurden nach offiziellen Angaben mehr als 90 Millionen Dosen verimpft. Aber in der größten Demokratie der Welt leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Der Gesundheitsminister des besonders betroffenen und reichsten Bundesstaats Maharashtra hatte kürzlich gewarnt, dass dort bald der Impfstoff ausgehe. Aber vom indischen Gesundheitsminister Harsh Vardhan hieß es dazu, dass solche Aussagen leichtsinnig seien und Panik verbreiteten.

Tennis: French Open werden verlegt

10.46 Uhr: Aufgrund der Coronapandemie werden die French Open um eine Woche nach hinten verlegt. Das Grand-Slam-Turnier in Paris solle nun vom 30. Mai bis 13. Juni stattfinden, teilten die Organisatoren am Donnerstag mit . Zuvor hatte bereits die Zeitung »L'Équipe«  darüber berichtet. Bereits in der vergangenen Woche hatte die französische Sportministerin Roxana Maracineanu Überlegungen zu einer möglichen Verschiebung bestätigt.

Durch den späteren Termin erhoffen sich die Organisatoren, mehr Zuschauer beim Sandplatzturnier zu ermöglichen. In ganz Frankreich sind seit dem vergangenen Wochenende für mindestens vier Wochen strengere Coronamaßnahmen in Kraft, in Paris galten sie zum Großteil bereits zuvor. Im vergangenen Jahr konnten die French Open wegen der Coronapandemie erst Ende September beginnen.

Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes: Merkel will Länder bei Coronabekämpfung entmachten

10.13 Uhr: Die Pandemiebekämpfung in Deutschland ist ein Flickenteppich – jedes Bundesland gibt sich eigene Regeln. Nun will die Kanzlerin dem Bund mehr Macht geben. Auch drei Unionsabgeordnete haben eine Initiative gestartet. Lesen Sie hier die ganze Nachricht.

Höchststand bei Corona-Neuinfektionen in der Türkei

10.05 Uhr: Die Corona-Neuinfektionen in der Türkei sind auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Das Gesundheitsministerium meldete am Mittwochabend 54.740 Neuinfektionen an einem Tag und 276 Todesfälle in 24 Stunden im Zusammenhang mit Covid-19. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist besonders in der Millionenmetropole Istanbul hoch. Sie lag zuletzt bei rund 590 Fällen pro 100.000 Einwohner in einer Woche.

Die Türkei mit ihren rund 84 Millionen Einwohnern hatte Coronabeschränkungen Anfang März teilweise aufgehoben – seitdem steigen die Fallzahlen rapide. Inzwischen gelten wieder strengere Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen am gesamten Wochenende in bestimmten Regionen. Im Fastenmonat Ramadan, der kommende Woche beginnt, sollen weitere Maßnahmen greifen. Cafés und Restaurants, die zurzeit geöffnet sind, müssen dann etwa auf Paketservice umstellen.

Die Türkische Ärztevereinigung (TTB) warf der türkischen Regierung auf Twitter eine falsche Politik in der Pandemie vor. Die türkische Regierungspartei AKP von Präsident Recep Tayyip Erdoğan war unter anderem in die Kritik geraten, weil sie trotz steigender Fallzahlen Großveranstaltungen abhielt. Die TTB-Vorsitzende Sebnem Korur Fincanci hatte zudem bereits vergangene Woche vor Platzmangel in Krankenhäusern gewarnt.

Spahn: Werden über Sputnik-Impfstoff mit Russland bilateral reden

09.53 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat bilaterale Gespräche mit Russland angekündigt über eventuelle Lieferungen des Coronaimpfstoffs Sputnik V im Falle einer EU-Zulassung. Man müsse aber sehr aufpassen, dass dies nicht zu einer »Fata-Morgana-Debatte« werde, sagte er am Donnerstag im WDR5-»Morgenecho«. Zunächst gehe es um die Zulassung durch die EU. »Dafür muss Russland Daten liefern.« Solange dies nicht geschehe, könne es keine Zulassung geben.

Die zweite Frage sei dann die der Bestellung, sagte Spahn. Die EU-Kommission habe am Mittwochabend erklärt, dass sie über Sputnik V nicht Verträge schließen werde wie mit den anderen Herstellern wie etwa Biontech. »Daraufhin habe ich auch im EU-Gesundheitsministerrat für Deutschland erklärt, dass wir dann bilateral auch mit Russland reden werden, und zwar erst mal darüber, wann überhaupt welche Mengen kommen könnten«, sagte Spahn.

»Um wirklich einen Unterschied zu machen in unserer aktuellen Lage, müsste die Lieferung schon in den nächsten zwei bis vier, fünf Monaten kommen – ansonsten haben wir so oder so mehr als genug Impfstoff.« Insofern erwarte er von Russland verbindliche Aussagen dazu, »wann welche Menge konkret nach einer Zulassung auch Deutschland erreichen könnte«.

Auch Spanien empfiehlt AstraZeneca-Impfstoff nur für über 60-Jährige

09.50 Uhr: Auch in Spanien soll der Coronaimpfstoff von AstraZeneca vorerst nicht mehr an unter 60-Jährige verabreicht werden. Das habe das Gesundheitsministerium den Regionen des Landes empfohlen, teilte Ministerin Carolina Darias in der Nacht zum Donnerstag in Madrid mit. Es handele sich um einen vorläufigen Vorschlag. »Mit den bisher vorliegenden Informationen und als Vorsichtsmaßnahme wird empfohlen, den Impfstoff bei Menschen ab 60 Jahren einzusetzen«, so Darias nach einem Treffen des Interterritorialen Gesundheitsrats.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hatte am Mittwoch erklärt, dass es sich nach ihrer Einschätzung bei den aufgetretenen Blutgerinnseln um Nebenwirkungen der Vakzine handelt. Die Ema nahm jedoch keine Änderung an ihrer uneingeschränkten Empfehlung für den Impfstoff vor. In Europa gelten in unterschiedlichen Staaten schon länger unterschiedliche Regeln beim Einsatz des AstraZeneca-Mittels. In Deutschland hatte die ständige Impfkommission (Stiko) den AstraZeneca-Impfstoff zuletzt für Menschen ab 60 Jahren empfohlen.

Mehr als 2500 Corona-Tote binnen 24 Stunden in den USA

09.43 Uhr: In den USA haben die Behörden binnen einem Tag 2563 Tote nach Coronainfektionen gemeldet. Das waren fast 1500 mehr als am gleichen Tag der Vorwoche mit 1076, wie am Donnerstagmorgen (MEZ) aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore für Mittwoch hervorging.

Zudem wurden für denselben Zeitraum 74.628 Neuinfektionen registriert. Vor einer Woche waren es 67.029 gewesen. Der bisherige Höchstwert an Neuinfektionen war in den USA mit 300.295 am 2. Januar erreicht worden. Die Todesfälle erreichten am 12. Januar mit 4476 den bislang höchsten Wert seit Beginn der Pandemie.

Mit bisher mehr als 559.100 Toten und 30,9 Millionen Infektionen sind die USA in absoluten Zahlen das weltweit am stärksten von der Pandemie betroffene Land. Inzwischen wurden mehr als 64,4 Millionen Menschen vollständig geimpft. Insgesamt zählen die USA knapp 330 Millionen Einwohner.

Weltärzte-Chef Montgomery fordert Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen

09.25 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat die Entscheidung der EU-Behörde Ema zum AstraZeneca-Impfstoff begrüßt und eine Auswahlmöglichkeit bei den Vakzinen gefordert.

»Die Diskussion um den AstraZeneca-Impfstoff reißt nicht ab. Da ist es gut, dass die Ema klare Kante zeigt«, sagte Montgomery der »Rheinischen Post«. Noch fehle zwar die wissenschaftliche Evidenz, der Impfstoff sei aber aller Wahrscheinlichkeit nach für die sehr seltenen Hirnvenenthrombosen vor allem bei Frauen unter 60 Jahren verantwortlich, sagte Montgomery.

»Das Risiko der Impfung ist aber deutlich geringer als das Risiko der Erkrankung. Diese Informationen gehören in die Risikoinformation jedes Impfwilligen«, sagte der Weltärzte-Chef. »Aus europäischer Sicht sollte man gleichwohl den Einsatz der anderen Impfstoffe verstärken, um Irritationen in der Bevölkerung vorzubeugen. Wir müssen jetzt noch mehr auf Biontech, Moderna und Johnson & Johnson setzen. Und man muss den Menschen so bald wie möglich ein Wahlrecht für den Impfstoff einräumen«, sagte Montgomery.

Zug auf Sylt wegen Coronafalls evakuiert

09.13 Uhr: Ein Zug der Deutschen Bahn ist in Westerland auf Sylt wegen eines Coronafalls evakuiert worden. Die leere Bahn sei nach Husum zur Desinfektion gebracht worden, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am Donnerstag. Der Zug hätte von Sylt nach Hamburg fahren sollen. Wie viele Reisende betroffen waren und wie der Coronafall bekannt wurde, konnte die Sprecherin nicht sagen. Zunächst hatte shz.de  berichtet.

Stiko-Chef »nicht überzeugt« von Bayerns Alleingang bei Sputnik V

08.20 Uhr: Der Vorsitzende der ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat sich skeptisch über Bayerns Alleingang beim Bezug des russischen Impfstoffs Sputnik V geäußert. Prinzipiell sei es gut, dass man jetzt versuche, sich Impfstoff zu sichern, sagte Mertens im ZDF. »Dass das jetzt wieder als bayerischer Alleingang sozusagen geplant sein sollte, wenn das denn so ist, davon bin ich nicht so sehr überzeugt.«

Bayern hat einen Vorvertrag für den Bezug von 2,5 Millionen Dosen von Sputnik V abgeschlossen, die Ema hat den Impfstoff noch nicht zugelassen. Die bislang publizierten Daten über Sputnik V sähen »sehr gut« aus, sagte Mertens. »Wenn der Impfstoff geprüft und zugelassen wird, hätte ich persönlich auch nichts gegen den Einsatz des Impfstoffs einzuwenden.«

Niedersachsens Ministerpräsident gegen bundesweiten Lockdown

07.41 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil lehnt einen kurzen bundesweiten Lockdown ab, wie ihn Kanzlerin Angela Merkel und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet ins Spiel gebracht haben. »Ich sehe wirklich mit großer Sorge, dass hier einfach ein Begriff in die Runde geworfen wird, und kein Mensch weiß im Ernst, was damit gemeint ist. Und das ist falsch«, sagte der SPD-Politiker im ZDF-»Morgenmagazin« in Bezug auf Laschets Idee eines »Brückenlockdowns«.

Er sei gegen einen »kurzatmigen Aktionismus« und habe »große Zweifel«, dass Niedersachsen einen bundesweiten Lockdown mittragen würde. »Dafür sehe ich schlicht die Umstände nicht«, so Weil. Die Zahlen in Niedersachsen gingen zurück, die Lage in den Krankenhäusern sei entspannt. »Immer mehr Teile unseres Landes wachsen gerade aus der Notbremse heraus.«

»Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen ihr Verhalten geändert haben, und das ist entscheidend«, sagte Weil. Das wolle er unterstützen, nicht aber erneut »die Familien so stark belasten, wie wir das in großen Teilen der letzten Monate schon hatten«.

Beamtenbund fordert Verzicht auf Präsenzunterricht ohne Coronatest

07.10 Uhr: Der Beamtenbund dbb hat die Kultusminister der Länder zu klaren Regeln gegen eine weitere Zuspitzung der Coronalage durch offene Schulen aufgefordert. »Von der Kultusministerkonferenz fordern wir klare Entscheidungen: Wenn die Schulen in der dritten Welle geöffnet sein sollen, müssen die Lehrkräfte auch geimpft und die Schülerinnen und Schüler getestet werden«, sagte der dbb-Vorsitzende Ulrich Silberbach.

An diesem Donnerstag beraten die Kultusminister der Länder über das weitere Vorgehen an den Schulen nach den Osterferien. Silberbach sagte: »Wer nicht getestet werden kann oder will, muss vom Präsenzunterricht ausgeschlossen werden. Andernfalls setzen wir alle Beteiligten einem zu großen Risiko aus, und die Infektionszahlen drohen nach den Osterferien zu explodieren.« Laut den jüngsten Lageberichten des Robert Koch-Instituts spielen die Schulen eine wachsende Rolle bei der Viruszirkulation in Deutschland.

In der Debatte über das anstehende Abitur rief Silberbach die Länder zu Flexibilität auf. »Schülerinnen und Schüler müssen die Möglichkeit haben, ihr Abitur abzulegen«, sagte der dbb-Chef. »Sie dürfen nicht als Corona-Verlierer abgestempelt werden.« Silberbach sagte: »Die Lehrkräfte sind in der Lage, ihre Schülerinnen und Schüler auch ohne Präsenzunterricht zu beurteilen, wenn es anders nicht geht.« Die dbb-Gewerkschaften vertreten auch zahlreiche Beschäftigte im Bildungs- und Erziehungsbereich.

Hautärzte raten zu Desinfektionsmitteln statt Seife

06.45 Uhr: Ständiges Händewaschen mit Seife in der Coronapandemie hat zu mehr Handekzemen geführt. Darauf weist die Deutsche Dermatologische Gesellschaft hin und empfiehlt, lieber zu Desinfektionsmittel zu greifen. »Die empfohlenen intensivierten Maßnahmen der Handhygiene bergen ein nicht unerhebliches Gesundheitsrisiko für die Entstehung von Handekzemen«, sagte der Sprecher der Gesellschaft, Peter Elsner (Uniklinikum Jena).

Rückmeldungen aus Hautarztpraxen und -kliniken zeigten, dass die Zahl der Patienten mit solchen Beschwerden seit einem Jahr steige, sagte Elsner. Besonders gefährdet seien Menschen im Medizinsektor: Bei einer Befragung von mehr als hundert Beschäftigten des Universitätsklinikums München klagten 90 Prozent über die Symptome eines Handekzems wie Trockenheit, Rötung, Jucken, Brennen, Schuppen oder Risse.

»Natürlich gelten in der Pandemie die AHA-Regeln«, betonte Elsner, »aber für eine gesunde Haut ist desinfizieren besser als einseifen.« Seife löse die Fette aus der Haut, die natürliche Barriere des Körpers werde zerstört.

Die Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) zum Thema Infektionsschutz lesen sich anders: »Viele Infektionskrankheiten werden über die Hände übertragen«, heißt es auf den Infoseiten. »Händewaschen ist eine einfache und wirksame Maßnahme, die vor einer Ansteckung schützen kann.« Gerade in Zeiten von Krankheitswellen sei das besonders wichtig.

Auch Spanien verabreicht AstraZeneca-Vakzine nur noch an Menschen über 60

05.50 Uhr: Auch in Spanien wird der Coronaimpfstoff von AstraZeneca nur noch an Menschen im Alter von mehr als 60 Jahren verabreicht. Dies kündigte Gesundheitsministerin Carolina Darias an. Spanien folgt damit dem Beispiel anderer EU-Länder. Deutschland, Italien und die Niederlande hatten bereits zuvor beschlossen, die AstraZeneca-Vakzine nur noch an Menschen über 60 zu verabreichen. In Belgien und Frankreich ist die Altersgrenze für dieses Präparat inzwischen bei 55 angesetzt.

Hintergrund ist eine auffällige Häufung von Thrombosefällen bei Frauen unter 55 Jahren, die den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers gespritzt bekommen hatten. Die EU-Arzneimittelbehörde Ema gelangte aber am Mittwoch nach einer erneuten Prüfung des AstraZeneca-Mittels zu dem Schluss, dass bei diesem der Nutzen gegenüber den Risiken überwiege. Blutgerinnsel sollten als »sehr seltene Nebenwirkung« des Impfstoffs aufgeführt werden, so die Behörde.

Trotz der Häufung von Thrombosefällen bei Frauen unter 55 Jahren konnte die Ema keine spezifischen Risikofaktoren für Blutgerinnsel nach einer AstraZeneca-Impfung wie etwa Alter, Geschlecht oder Vorerkrankungen feststellen, wie Behördenchefin Emer Cooke erläuterte. »Eine plausible Erklärung für diese seltenen Nebenwirkungen ist eine Immunreaktion auf den Impfstoff.« Insgesamt bleibe die Ema aber bei ihrer positiven Einschätzung dieses Impfstoffs. »Er rettet Leben«, betonte Cooke.

Mehr als 20.000 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz bei 105,7

05.35 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen einem Tag 20.407 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 306 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Donnerstagmorgen hervor. Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich rund um die Osterfeiertage weniger Menschen testen ließen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe. Zudem könne es sein, dass nicht alle Gesundheitsämter an allen Tagen Daten an das RKI übermittelten.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tag 24.300 Neuinfektionen und 201 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 4.55 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 105,7. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 110,1 an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.930.852 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.631.400 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 77.707.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Mittwochabend bei 0,76 (Vortag: 0,81). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 76 weitere Menschen anstecken. Eine Absenkung des R-Werts könne auch mit den Osterfeiertagen zusammenhängen, schreibt das RKI. »Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden.«

Argentinien verhängt wieder Ausgangssperren

03.55 Uhr: Angesichts der zweiten Welle der Coronapandemie in Argentinien verhängt die Regierung des Landes wieder strenge Ausgangsbeschränkungen. In den besonders betroffenen Distrikten gilt ab Freitag eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 24 und 6 Uhr, wie Präsident Alberto Fernández ankündigte. »Argentinien hat die zweite Welle erwischt«, sagte der Staatschef. »Als Präsident ist es meine Verantwortung, die Zügel in die Hand zu nehmen und das Land zu führen.« Trotz einer Impfung hatte sich Fernández zuletzt selbst mit dem Coronavirus infiziert.

Private Zusammenkünfte in Häusern und Wohnungen über die eigene Familie hinaus werden bis Ende April untersagt, Treffen unter freiem Himmel auf höchstens 20 Personen begrenzt. Restaurants und Bars müssen um 23 Uhr schließen, Casinos und Diskotheken werden komplett geschlossen. Den öffentlichen Nahverkehr dürfen nur noch Mitarbeiter aus essenziellen Sektoren benutzen.

Diese Beschränkungen gelten für die Bewohner der Hauptstadt Buenos Aires und der umliegenden Vororte sowie der Ballungsräume Córdoba, Mendoza, Tucumán, San Juan und Rosario. Insgesamt sind etwa 26 der rund 45 Millionen Argentinier betroffen. In den übrigen Regionen sollen die Gouverneure Regelungen treffen, um die Mobilität und Kontakte zu drosseln.

Am Mittwoch meldete Argentinien 22.039 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden – so viele wie niemals zuvor in der Pandemie. Insgesamt haben sich in dem südamerikanischen Land rund 2,4 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, fast 57.000 Patienten sind bislang im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben.

Vorsitzender des Weltärztebundes fordert Auswahlmöglichkeit bei Impfstoffen

03.40 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, begrüßt die Entscheidung der EU-Behörde Ema zum AstraZeneca-Impfstoff und fordert eine Auswahlmöglichkeit bei Vakzinen. »Die Diskussion über den AstraZeneca-Impfstoff reißt nicht ab. Da ist es gut, dass die Ema klare Kante zeigt«, sagte Montgomery der Zeitung »Rheinische Post«. Noch fehle zwar die wissenschaftliche Evidenz, der Impfstoff sei aber aller Wahrscheinlichkeit nach für die sehr seltenen Hirnvenenthrombosen vor allem bei Frauen unter 60 Jahren verantwortlich. Das Risiko der Impfung sei aber deutlich geringer als das Risiko der Erkrankung. Aus europäischer Sicht sollte jetzt noch mehr auf Biontech, Moderna und Johnson & Johnson gesetzt werden, um Irritationen in der Bevölkerung vorzubeugen. »Und man muss den Menschen so bald wie möglich ein Wahlrecht für den Impfstoff einräumen.«

Dehoga fordert Öffnungsperspektive für Mai

03.15 Uhr: Der Gastgewerbe-Branchenverband Dehoga dringt auf eine Öffnungsperspektive. »Am 12. April müssen die notwendigen Maßnahmen getroffen werden, die eine Öffnung der Hotels und Restaurants im Laufe des Mais ermöglichen. So geht es auf jeden Fall nicht weiter«, sagt Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der Zeitung »Rheinische Post« mit Blick auf den Wirtschaftsgipfel von Minister Peter Altmaier (CDU). Es brauche einen bundesweit verbindlichen Maßnahmenkatalog, der klar regele, welche Beschränkungen oder Lockerungen bei Erreichen bestimmter Werte eintrete. Um für Tests in Betrieben mehr Anreize zu schaffen, sollten Mitarbeiter mit negativen Testergebnissen Bescheinigungen bekommen. Wenn der Mitarbeiter mit dem Negativtest aus der Firma nach Arbeitsende dann in die Geschäfte oder Außengastronomie gehen könne, erhöhe dies sicherlich die Bereitschaft zu den freiwilligen Tests in den Unternehmen.

Virologe Streeck überrascht über Empfehlung nach AstraZeneca-Impfung

02.50 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck hat sich überrascht über die Empfehlung gezeigt, Menschen nach einer Coronaimpfung mit dem Präparat von AstraZeneca eine Zweitimpfung mit Biontech- oder Moderna-Wirkstoffen anzubieten. »Da sind die klinischen Studien noch nicht gelaufen. Ich hielte es für notwendig, sich an die Regeln zu halten und abzuwarten, ob die Studien erfolgreich sind«, sagte Streeck der »Fuldaer Zeitung«. Er halte es aber für eine »nachvollziehbare« Entscheidung, die AstraZeneca-Vakzine nicht mehr an Menschen unter 60 Jahren zu verabreichen – auch wenn der Impfstoff an sich gut und sicher sei.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte empfohlen, dass Menschen unter 60 Jahren, die bereits eine erste Coronaimpfung mit dem Präparat von AstraZeneca erhalten haben, bei der zweiten Impfung auf ein anderes Mittel umsteigen sollen. Grund sind mehrere Verdachtsfälle auf eine Hirnvenenthrombose. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko jüngere Menschen betrifft. Die Stiko empfahl, als zweite Dosis einen mRNA-Impfstoff zu verabreichen. In Deutschland sind die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zugelassen.

Der Vorsitzende der Stiko, Thomas Mertens, sagte der »Rheinischen Post« zu der Empfehlung zur Zweitimpfung: »Der Schutz gegen Covid-19 nimmt bei einmaliger AstraZeneca-Impfung nach gewisser Zeit ab.« Mertens meinte, dass es bei einer Zweitimpfung mit einem anderen Impfstoff sogar zu einer besseren Schutzwirkung kommen könne.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema empfahl am Mittwoch uneingeschränkt die Anwendung von AstraZeneca. Der Nutzen sei höher zu bewerten als die Risiken, erklärte die Behörde mit Sitz in Amsterdam. Die britische Impfkommission änderte dagegen ihre Empfehlung: Das AstraZeneca-Präparat soll künftig möglichst nur noch über 30-Jährigen verabreicht werden.

Stiftung fordert Erleichterungen für geimpfte Heimbewohner

02.35 Uhr: Nach Weichenstellungen zu generellen Erleichterungen für Menschen mit Corona-Impfung fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz auch entsprechende Freiheiten in Pflegeheimen. »Bisher haben Bund und Länder nicht verbindlich festgelegt, unter welchen Bedingungen stationär versorgte und vollumfänglich geimpfte Pflegebedürftige ihre Grundrechte zurückbekommen«, sagte der Vorstand der Stiftung, Eugen Brysch, der dpa.

Die Gesundheitsminister von Bund und Länder hatten am Mittwoch darüber beraten, dass für Menschen mit vollem Corona-Impfschutz künftig voraussichtlich Verpflichtungen für Coronatests entfallen sollen. Personen mit vollständigem Impfschutz könnten so behandelt werden wie Menschen, die über ein tagesaktuell negatives Testergebnis verfügten, heißt es in einer der dpa vorliegenden Empfehlung des Bundesgesundheitsministeriums.

Brysch bezweifelt nach eigenen Angaben, dass der von den Gesundheitsministern eingeschlagene Kurs auch den 900.000 Pflegeheimbewohnern mehr Freiheiten bringen werden. »Auch wenn in den Einrichtungen 75 Prozent der Menschen eine Zweitimpfung erhalten haben, bleiben Ausgangssperren, Kontakteinschränkungen und Quarantäne-Auflagen im Alltag bestimmend«, sagte er. »Eine Tasse Kaffee in der Außengastronomie, spontane Treffen mit geimpften oder getesteten Angehörigen, selbst ein Besuch von Gottesdiensten bleiben für geimpfte Bewohner Tabu.«

Den Betroffenen werde nur die Möglichkeit bleiben, ihre Grundrechte vor Gerichten einzuklagen. »Dabei liegen alle Hoffnungen auf dem Bundesverfassungsgericht«, sagte Brysch. »Hier ist eine Klage von geimpften Senioren anhängig, die sich endlich wieder in der Cafeteria treffen wollen.«

Die Empfehlungen des Bundesgesundheitsministeriums sehen ausdrücklich ein vorsichtigeres Vorgehen in Heimen vor, »um Restrisiken einer Weitergabe von Infektionen in diesen sensiblen Bereichen zu minimieren«.

Lehrer- und Schülervertreter fordern einheitliche Regeln für Schulen

02.05 Uhr: Vor einer Sitzung der Kultusminister an diesem Donnerstag plädieren Vertreter von Lehrern und Schülern für bundesweit einheitliche Regeln bei Schulöffnungen und Corona-Tests. »Der Ball liegt jetzt bei den Kultusministern«, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Diese könnten jetzt zeigen, ob »sie es schaffen, mehr als ein Jahr nach Beginn der Pandemie endlich bundeseinheitliche Vorgaben zum Thema Schule vorzulegen«.

Meidinger forderte eine Testpflicht für alle Schüler in Deutschland. Mindestens zweimal in der Woche müsse verbindlich getestet werden. Auch bei Schulöffnungen sei eine einheitliche Linie nötig: »Es kann nicht angehen, dass jedes Bundesland macht, was es will – und einzelne sagen, sie öffnen unabhängig von den Inzidenzen«.

Die generelle Grenze müsse sein, dass oberhalb einer Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen einer Woche die Schulen geschlossen bleiben, verlangte der Lehrerverbands-Präsident.

Auch der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, forderte im Gespräch mit dem RND: »Die Kultusministerinnen und Kultusminister müssen sich auf eine einheitliche, für alle verbindliche Linie beim Thema Schulöffnungen verständigen.« Die Schulen sollten »überall da, wo es vertretbar ist«, offen bleiben. In Hotspots mit Inzidenzen von mehr als 100 müsse es aber verbindlich Distanzunterricht geben – mit Ausnahmen nur für Abiturjahrgänge und Abschlussklassen, sagte der Schülervertreter.

Zu den Coronatests sagte Schramm: »Jede Schülerin und jeder Schüler muss die Möglichkeit haben, sich zweimal die Woche testen zu lassen. Das darf nicht nur ein Ziel sein, sondern muss wirklich geregelt sein.« Es müsse auch verbindliche Regeln dafür geben, wie die Tests organisiert werden.

Die Kultusministerkonferenz (KMK) befasst sich an diesem Donnerstag mit den Coronatests an den Schulen. Anfang März hatte sich die KMK für »flächendeckende Testmöglichkeiten für das an Schulen tätige Personal sowie perspektivisch auch für Schülerinnen und Schüler« ausgesprochen.

Bei der Konferenz der Regierungschefs der Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am 22. März war beschlossen worden, für die Kinder und Jugendlichen »baldmöglichst zwei Testungen pro Woche« anzubieten. Mehrere Bundesländer haben dies bereits umgesetzt. In einigen Ländern wurde außerdem eine Testpflicht angekündigt – Schülerinnen und Schüler sollen nur nach negativem Coronatest am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen.

Das Gespräch der Kultusministerinnen und -minister diene auch der Vorbereitung des nächsten Corona-Krisengipfels der Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag, hieß es vorab von der Kultusministerkonferenz.

In neun der 16 Bundesländer gehen am Sonntag die Osterferien zu Ende. In Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz ist bereits wieder Unterricht, in Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland beginnt er an diesem Donnerstag. Hamburg hatte keine Osterferien, und in Hessen und Schleswig-Holstein dauern die Ferien noch bis Ende kommender Woche.

FDP: Die Bund-Länder-Konferenz »funktioniert nicht mehr«

02.00 Uhr: Kurz vor dem nächsten Bund-Länder-Treffen am Montag fordert die FDP ein neues Verfahren für die Pandemiebekämpfung. »Die Runde der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten funktioniert nicht mehr«, sagte FDP-Generalsekretär Volker Wissing den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Es sei verantwortungslos, weitreichende Freiheitseinschränkungen ohne umfassende Einbeziehung der Parlamente zu beschließen. Es brauche ein Verfahren, das die Einbeziehung des Deutschen Bundestages sichere. »Das sprunghafte Krisenmanagement der Regierung zerstört das Vertrauen der Menschen in die Schutzmaßnahmen.«

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Türkei auf Höchststand

01.45 Uhr: In der Türkei ist die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Beginn der Pandemie angestiegen. Am Mittwoch wurden 54.740 neue Ansteckungsfälle binnen 24 Stunden verzeichnet, wie aus von der Regierung veröffentlichten Daten hervorging. Ferner wurden 276 weitere Todesfälle gezählt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land seit Pandemie-Beginn wuchs damit auf 32.943.

Zuletzt hatte die Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdoğan die Anfang März gelockerten Corona-Restriktionen wegen der steigenden Infektionszahlen erneut verschärft. In den am stärksten betroffenen Städten – darunter in der Hauptstadt Ankara und der Millionenmetropole Istanbul – wurden Ausgangssperren an den Wochenenden verhängt.

Zudem kündigte Erdoğan Einschränkungen des öffentlichen Lebens während des gesamten muslimischen Fastenmonats Ramadan an, der von Mitte April bis Mitte Mai dauert. Dazu gehört neben Lockdowns an den Wochenenden auch die weitgehende Schließung von Restaurants. Diese dürfen nur für die Auslieferung und Abholung von Speisen geöffnet bleiben. Erdoğan äußerte die Hoffnung, dass durch die Restriktionen die Infektionszahlen rechtzeitig zu Beginn der Feriensaison im Mai gedrückt werden könnten.

Die Corona-Impfkampagne hatte in der Türkei Mitte Januar begonnen. Dabei setzte das Land zunächst fast ausschließlich auf das Präparat des chinesischen Unternehmens Sinovac. Seit Freitag vergangener Woche wird aber auch die Vakzine der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer verabreicht.

beb/cop/wit/ptz/hba/dpa/AFP/AP/Reuters