Corona-News am Donnerstag G7 wollen eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung stellen

Die reichsten Länder der Welt versprechen anderen Staaten Hilfe bei der Impfung. Und: Die Stadt New York macht das Empire State Building zum Impfzentrum – eine Belohnung für die ersten 100 Geimpften inklusive. Der Überblick am 10. Juni.
Foto: Owen Humphreys / dpa

Das waren die Corona-News am 10. Juni.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

+++ G7 wollen eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung stellen +++

23.55 Uhr: Im Kampf gegen Corona-Pandemie wollen die G7-Staaten mindestens eine Milliarde Impfdosen für andere Länder zur Verfügung stellen. Dazu sollen sowohl bereits hergestellte Impfdosen verteilt als auch die Herstellung weiterer finanziert werden, teilte die britische Regierung in der Nacht zum Freitag mit. Die Staats- und Regierungschefs wollen demnach auch einen Plan ausarbeiten, um die Impfstoffproduktion auszuweiten. Großbritannien hat in diesem Jahr den Vorsitz in der Gruppe sieben führender Industriestaaten inne, die sich von Freitag bis Sonntag im südwestenglischen Cornwall treffen.

Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte an, dass sein Land 100 Millionen Impfdosen aus seinem Überschuss beisteuern werde, den Großteil über die Impfstoffinitiative Covax. Bis Ende September würden 5 Millionen Dosen für die ärmsten Länder bereitgestellt, die übrigen 95 Millionen dann im Verlaufe des kommenden Jahres. Großbritannien hatte sich derart mit Impfstoff eingedeckt, dass es seine Bevölkerung damit mehrfach durchimpfen könnte. Bisher hat das Land kaum, Impfstoffe exportiert – das rief scharfe Kritik hervor.

»Wegen des erfolgreichen britischen Impfprogramms sind wir nun in der Lage, einige unserer überzähligen Dosen mit denen zu teilen, die sie benötigen«, sagte Johnson. Dies sei ein wichtiger Schritt zum Sieg über das Virus. Großbritannien habe mit der Entwicklung und Finanzierung des Impfstoffs von AstraZeneca die Führung im Kampf gegen die Pandemie übernommen, sagte Johnson. Bisher seien mehr als eine halbe Milliarde Dosen, zum Selbstkostenpreis verteilt, in 160 Ländern weltweit gespritzt worden.

Zuvor hatte US-Präsident Joe Biden angekündigt, die Vereinigten Staaten würden bis spätestens Ende Juni 2022 insgesamt 500 Millionen Impfdosen spenden.

Empire State Building wird Impfzentrum

23.15 Uhr: In der Corona-Pandemie wird auch das Empire State Building in New York zum Impfzentrum. Vorerst von diesem Freitag an bis Sonntag könnten sich Menschen in dem berühmten Hochhaus mitten in Manhattan impfen lassen, teilte Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstag mit. Die ersten 100 Geimpften dürfen danach kostenlos die Aussichtsplattformen des Wolkenkratzers besuchen.

Zuvor waren im Bundesstaat New York schon zahlreiche weitere berühmte Einrichtungen – wie etwa das American Museum of Natural History – zu Impfzentren geworden. Für Impfungen wurden von der Regierung und Unternehmen zahlreiche Anreize geschaffen, beispielsweise kostenlose Donuts, Pommes, U-Bahn-Karten, Eintrittskarten für Museen und Sportveranstaltungen, eine Geld-Lotterie und die Verlosung von kostenlosen Studienplätzen für Kinder und Jugendliche. Mehr als 60 Prozent der Erwachsenen im Bundesstaat New York mit rund 19 Millionen Einwohnern sind bereits voll geimpft, zuletzt hatte der Schwung der Impfkampagne aber nachgelassen.

New Yorker können sich bis Sonntag im Empire State Building impfen lassen

New Yorker können sich bis Sonntag im Empire State Building impfen lassen

Foto: LUCAS JACKSON/ REUTERS

Amazon will Mitarbeiter für drei Tage pro Woche ins Büro zurückholen

22.11 Uhr: Der US-Onlinehändler Amazon will nach der Corona-Pandemie einige Mitarbeiter für drei Tage pro Woche ins Büro zurückholen. An den anderen beiden Tagen sollen die Angestellten im Homeoffice arbeiten dürfen, teilt das Unternehmen mit. Mitarbeiter wie Netzwerkadministratoren, deren Präsenz im Gebäude erforderlich sei, müssten weiterhin vor Ort tätig bleiben. Zuvor hatten der iPhone-Hersteller Apple und der Suchmaschinenbetreiber Google ihren Mitarbeitern ähnliche Ankündigungen für eine hybride Arbeitswoche gemacht.

Corona-Ausbruch im Hotel von Merkels Sicherheitskräften

21.00 Uhr: In einem Hotel, in dem Sicherheitsleute von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) beim G7-Gipfel in Cornwall untergebracht waren, hat es Medienberichten zufolge einen Corona-Ausbruch gegeben. Ein Sprecher des britischen Premierministers Boris Johnson bestätigte jedoch auf Anfrage von Journalisten am Donnerstag, dass die Bundeskanzlerin weiter am Gipfel teilnehmen werde.

Der britischen Nachrichtenagentur PA zufolge wurde der Ausbruch bereits am Mittwoch festgestellt. Das Hotel sei daraufhin geschlossen worden, hieß es weiter.

Die Staats- und Regierungschefs der sieben führenden demokratischen Industrienationen beraten von Freitag bis Sonntag über Themen wie den Kampf gegen Klimawandel und die Coronavirus-Pandemie in dem Badeort Carbis Bay in der südwestenglischen Grafschaft Cornwall.

Biden verkündet »historische« US-Spende von 500 Millionen Coronaimpfdosen

20.53 Uhr: US-Präsident Joe Biden hat die von seiner Regierung geplante Spende von 500 Millionen Corona-Impfdosen an ärmere Länder als »historischen Schritt« im Kampf gegen die Pandemie bezeichnet. Damit würden die Vereinigten Staaten ihrer »Verantwortung« und »humanitären Verpflichtung« gerecht, »so viele Menschenleben wie möglich zu retten«, sagte Biden am Donnerstagabend während seines Besuchs in Südengland.

Auch sei die Spendenaktion als Maßnahme gegen das mögliche Auftreten neuer Varianten des Coronavirus im eigenen Interesse der USA, betonte der US-Präsident am Tag vor einem Gipfeltreffen der G7-Staaten.

Die US-Regierung will die 500 Millionen Impfstoffdosen der Mainzer Firma Biontech und ihres US-Partners Pfizer kaufen und über die Covax-Initiative an 92 ärmere Länder verteilen, wie das Weiße Haus erklärte. Die Initiative setzt sich für eine fairere weltweite Verteilung der Coronavakzine ein.

Südafrika steckt in der dritten Coronawelle

20.33 Uhr: Südafrika steckt nach offiziellen Angaben zum dritten Mal in einer Coronawelle. Das statistisch am schlimmsten betroffene afrikanische Land verzeichnete 9149 Neuinfektionen. Das entspricht in etwa den Werten, die während der zweiten Welle gemeldet wurden. Südafrika sei somit »technisch heute in die dritte Welle eingetreten«, erklärt das Gesundheitsinstitut NCID. Der Direktor der Afrikanischen Zentren für Krankheitsbekämpfung, John Nkengasong, hatte zuvor bereits gewarnt, dass 14 afrikanische Länder auf eine dritte Coronawelle zusteuerten.

Jeder zweite Erwachsene in EU mindestens einmal geimpft

19.30 Uhr: Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Das teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf Twitter mit. Knapp 26 Prozent der Erwachsenen haben demnach den kompletten Impfschutz. Von der Leyen schrieb zudem, dass die EU auf einem guten Weg sei, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Berlins Bürgermeister Müller: Großveranstaltungen noch nicht möglich

19.16 Uhr: Für Großveranstaltungen mit Tausenden von Menschen ist nach Einschätzung von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller die Zeit noch nicht gekommen. »Wir können jetzt eine echte Perspektive für den Sommer und den Herbst entwickeln mit Veranstaltungen mit Tausenden Menschen«, sagte der SPD-Politiker und Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag nach Beratungen der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). »Aber ich sehe noch nicht, dass wir das ab morgen zulassen können oder zulassen sollten. Es sei jetzt genau die richtige Zeit, um dafür ein entsprechendes Konzept zu formulieren.

»Wir fangen da nicht bei null an«, sagte Müller und wies auf die Erfahrungen hin, die im Rahmen von entsprechenden Pilotprojekten gesammelt worden seien. Müller nannte als Beispiel ein Konzert in der Philharmonie Berlin. Bei solchen Veranstaltungen, bei denen Größenordnungen von 700, 800, 1000 Menschen erreicht worden seien, habe man beispielsweise gesehen, wie das Testsystem und das Einlassmanagement funktionieren – und wie weit Menschen es akzeptierten, während solcher Veranstaltungen Maske zu tragen.

Seltene Proteste in Bahrain nach Coronatodesfall in Gefängnis

Da der Verurteilte Straftäter Hussain Barakat im Gefängnis gestorben ist, kam es zu Protesten in Bahrain

Da der Verurteilte Straftäter Hussain Barakat im Gefängnis gestorben ist, kam es zu Protesten in Bahrain

Foto: Bahrain Institute for Rights and Democracy / AP

19.09 Uhr: Im kleinen Königreich Bahrain ist es nach einem Coronatodesfall in einem Gefängnis zu seltenen Protesten gekommen. Der 48 Jahre alte Hussain Barakat, der eine lebenslange Haftstrafe wegen Terrorismusdelikten absaß, hatte sich mit dem Coronavirus infiziert und wurde vor zwei Wochen in ein Krankenhaus verlegt. Nachdem das Innenministerium am Mittwoch seinen Tod bekannt gab, kam es am Abend in mehreren Dörfern zu Protesten. Videos zeigten Hunderte Demonstranten. Für Donnerstag waren weitere Proteste geplant.

Die Lage der Menschenrechte in Bahrain hat sich Beobachtern zufolge in vergangenen Jahren immer weiter verschlechtert. Laut Amnesty International werden Kritiker der Regierung – darunter Aktivisten, Anwälte, Journalisten, schiitische Geistliche und Demonstranten – zunehmend unterdrückt. Sie würden eingeschüchtert, festgenommen, verhört und mit Reiseverboten und Gefängnisstrafen belegt. Barakat wurde 2018 in einem Massenverfahren zu lebenslanger Haft verurteilt wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung.

Bundeswehr reduziert Kontingent für Corona-Amtshilfe

18.21 Uhr: Die Bundeswehr reduziert angesichts der Fortschritte im Kampf gegen die Pandemie ihr Einsatzkontingent für Amtshilfen. Das Kontingent soll von 25.000 auf 15.000 zum 1. Juli sinken, wie Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) nach Angaben ihres Ministeriums in der Konferenz der Ministerpräsidenten am Donnerstag mitteilte. Die Bundeswehr werde aber weiter gebraucht, insbesondere beim Impfen der Bevölkerung.

(Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autoren die wichtigsten Fragen des Tages. »Die Lage am Abend« – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail.)

18 Euro für einen QR-Code

18.20 Uhr: Erst verdienten Apotheker gut an den Erstattungen für FFP2-Masken. Nun sollen sie auch beim Ausstellen der digitalen Impfzertifikate kassieren. Kritik weist die Branche zurück.

Merkel sieht Coronaimpfwettlauf mit Delta-Variante

18.18 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat vor der Gefahr der Delta-Variante des Coronavirus gewarnt. »Das, was uns Sorge macht ist die sogenannte Delta-Variante, die sich in Großbritannien wieder sehr stark ausbreitet«, sagte Merkel am Donnerstag im Anschluss an Beratungen mit der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. »Wir nehmen diese Delta-Variante sehr ernst«, sagte auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Jeder Tag, in dem es eine geringe Nachweisbarkeit der derzeit in Deutschland nur für 2,5 Prozent der Corona-Infektionen stehenden Variante gebe, sei ein guter Tag, betonte Merkel. Wichtig seien nun weitere Fortschritte beim Impfen. Die Ausbreitung der zuerst in Indien nachgewiesenen Delta-Variante in Deutschland werde sich wohl nicht verhindern lassen, aber »entscheidend ist wann und unter welchen Bedingungen«. »Wir sind im Grund in einem Wettlauf mit dem Impfen«, sagte die Bundeskanzlerin.

EU verlangt Aufhebung von Exportbeschränkungen bei Impfstoffen

18.10 Uhr: Die EU hat alle Staaten zur Aufhebung von Exportbeschränkungen für Coronaimpfstoffe und deren Bestandteile aufgefordert. Die Europäische Union habe mehr als 240 Millionen Impfstoffdosen in 90 Staaten exportiert, mehr als jede andere Region weltweit, sagte der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell am Donnerstag per Videoschaltung vor dem Uno-Sicherheitsrat.

Zudem werde die EU bis Jahresende mindestens 100 Millionen Impfdosen an arme Länder spenden. Dies reiche zur Versorgung der Welt jedoch nicht aus. Daher sollten alle Beteiligten die Beschränkungen beim Export von Coronaimpfstoffen und -Bestandteilen aufheben.

Briten melden 7393 Neuinfektionen und sieben weitere Tote

17.50 Uhr. Großbritannien meldet 7393 Neuinfektionen, wie aus Regierungsdaten hervorgeht. Das sind etwas weniger als am Mittwoch, als mit 7540 bestätigten Fällen die meisten Ansteckungen innerhalb eines Tages seit Ende Februar verzeichnet wurden. Die Zahl der Menschen, die innerhalb von 28 Tagen nach einem positiv ausgefallenen Coronatest verstarben, stieg per Donnerstag um sieben auf nunmehr 127.867.

Von der Leyen befürchtet eine der schlimmsten Bildungskrisen wegen Corona

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: »Wir wissen, dass insbesondere Mädchen und junge Frauen durch die Pandemie gefährdet sind«

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: »Wir wissen, dass insbesondere Mädchen und junge Frauen durch die Pandemie gefährdet sind«

Foto: POOL / REUTERS

17.26 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat kurz vor dem G7-Gipfel deutlich mehr finanzielle Unterstützung für die Initiative globale Partnerschaft für Bildung angekündigt. »Covid-19 hat zu einer der schlimmsten Bildungskrisen der Geschichte für Kinder in der ganzen Welt geführt«, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in einer Pressekonferenz zum Gipfel der sieben großen Wirtschaftsmächte im englischen Cornwall. Etwa elf Millionen Mädchen, von der Vorschule bis zur Sekundarschule, liefen Gefahr, nicht in die Schule zurückzukehren, was schwerwiegende Folgen für ihr Leben nach sich ziehe. »Wir wissen, dass insbesondere Mädchen und junge Frauen durch die Pandemie gefährdet sind«, sagte sie.

Nach Angaben von der Leyens wird die EU-Kommission deswegen ihren Beitrag für die Initiative globale Partnerschaft für Bildung um 32 Prozent erhöhen. Im Zeitraum von 2021 bis 2027 solle ein Gesamtbetrag in Höhe von 700 Millionen Euro fließen, sagte sie.

So kommen Sie an Ihren digitalen Impfnachweis

17.15 Uhr: Ab Montag werden die ersten Apotheken den digitalen Nachweis ausstellen. Auch Impfzentren und Arztpraxen sollen damit anfangen. Was Sie beachten müssen.

Polen lockert die Corona-Beschränkungen weiter

16.57: Polen hat für die Urlaubszeit die Lockerung weiterer Corona-Beschränkungen angekündigt. Ab dem 26. Juni sollen Hotels bis zu einer maximalen Auslastung von 75 Prozent Gäste beherbergen dürfen, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki in Warschau. Kinder würden dabei nicht mitgezählt. Bislang lag das Limit bei 50 Prozent.

Auch in Restaurants dürfen künftig bis zu 75 Prozent der Plätze besetzt werden. Bei Konzerten und Sportveranstaltungen gilt eine maximale Auslastung von 50 Prozent. Auch Tanz in Diskotheken soll es wieder geben – bis zu 150 Gäste sind erlaubt.

Mehr Herzmuskelentzündungen als erwartet nach mRNA-Impfung von Jüngeren

16.47 Uhr: Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist es nach der Impfung mit einem mRNA-Corona-Impfstoff nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC unerwartet oft zu Herzmuskelentzündungen gekommen. Vorläufige Ergebnisse zweier Untersuchungen legten nahe, dass die Zahl von Herzmuskelentzündungen bei 16- bis 24-Jährigen nach der zweiten Impfdosis höher als zu erwarten gewesen sei, teilte die CDC am Donnerstag mit.

Die Daten zeigten aber, dass sich die meisten Patienten, mindestens 81 Prozent von diesen, vollständig von ihren Symptomen erholt hätten, wie aus einer Präsentation der CDC für einen beratenden Ausschuss der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA hervorgeht. Bislang zugelassene Impfstoffe auf Basis von Boten-RNA (mRNA) sind die von Biontech/Pfizer sowie von Moderna.

Das israelische Gesundheitsministerium hatte in der vergangenen Woche erklärt, es sehe einen möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis des Covid-19-Impfstoffs von Biontech/Pfizer und Fällen von Herzmuskelentzündung bei jungen Männern. Bei 16- bis 19-jährigen Männern sei dies häufiger beobachtet worden als in anderen Altersgruppen.

Impfkommission plädiert für Impfung von Kindern nur bei Vorerkrankungen

16.31: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat keine generelle Impfempfehlung für gesunde Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus aber für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen, wie aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts am Donnerstag hervorging.

Wie nach entsprechenden Äußerungen von Stiko-Mitgliedern zu erwarten gewesen war, war im Entwurf zunächst wegen »großer Wissenslücken« hinsichtlich der Sicherheit keine generelle Impfempfehlung für die Altersgruppe ausgesprochen worden. Der Piks sei aber »nach ärztlicher Aufklärung und bei individuellem Wunsch und Risikoakzeptanz des Kindes oder Jugendlichen beziehungsweise der Sorgeberechtigten möglich«.

Der Entwurf war an Länder und Fachgesellschaften gegangen, die noch Änderungen einbringen konnten. Grundlage sind Analysen von Daten zu Sicherheit und Wirksamkeit des mRNA-Impfstoffs von Biontech /Pfizer (Comirnaty) bei 12- bis 17-Jährigen und Auswertungen zur Epidemiologie und dem Krankheitsbild bei Covid-19. Das Expertengremium wog Nutzen und Risiken gegeneinander ab.

Länderchefs: Noch keine Entscheidung über Großveranstaltungen

16.12: Der Streit unter den Bundesländern über den Umgang mit Großveranstaltungen ist zunächst vertagt. Auch mit Blick auf die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft hatten einige Bundesländer auf Absprachen für Großveranstaltungen gedrängt. Doch bis zu einer Einigung dürfte es noch dauern: Die Ministerpräsidenten einigten sich am Donnerstag nach SPIEGEL-Informationen darauf, dass sich eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien über die Frage des einheitlichen Umgangs von Großveranstaltungen mit länderübergreifendem Charakter verständigen solle. Diese sollen dann auch einen Beschluss fassen.

Löw verzichtet auf Reservekader für Fußball-EM

15.45: Fußballbundestrainer Joachim Löw verzichtet auf die Nominierung eines EM-Reservekaders für den Fall von Corona-Ausfällen – anders als etwa seine Trainerkollegen aus Spanien und Schweden. Ob auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) diese Möglichkeit verfolge? »Nein«, sagte DFB-Direktor Oliver Bierhoff. »Wir hatten im Vorfeld darüber diskutiert, ob wir eine erweiterte Liste abgeben.« Darauf hätten die Trainer dann aber verzichtet.

Löw hatte zuvor darauf hingewiesen, dass er den vom europäischen Verband Uefa auf 26 Spieler erweiterten Kader für groß genug halte, um auf Ausfälle reagieren zu können. Spanien und Schweden dagegen haben sich nach positiven Coronatests in ihren Aufgeboten entschieden, eine »Reserveblase« aufzubauen, also Ersatzspieler zusätzlich zum offiziellen Aufgebot zu isolieren.

Kultusminister gegen erneute Schulschließungen

15.30: Monatelange Schulschließungen wie in diesem Jahr soll es im nächsten Schuljahr nicht mehr geben. Die Kultusministerinnen und Kultusminister der Länder vereinbarten am Donnerstag in einer Videoschalte, dass alle Schulen nach den Sommerferien »dauerhaft im Regelbetrieb« besucht werden sollen, und zwar »mit allen Schulfächern und Unterrichtsstunden«. Das geht aus einem Beschluss hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Auch außerschulische Angebote wie Schulfahrten würden wieder in «vollem Umfang» ermöglicht, heißt es in dem Beschluss.

Schule in Köln: Solche Bilder soll es laut den Kultusministern nicht wieder geben

Schule in Köln: Solche Bilder soll es laut den Kultusministern nicht wieder geben

Foto:

Christoph Hardt / imago images

Der Schulbetrieb soll dabei nicht daran geknüpft werden, ob Schülerinnen und Schüler geimpft sind oder nicht. Eine mögliche Maskenpflicht in den Schulen auch im neuen Schuljahr schließen die Kultusminister nicht aus. »Aber auch eine Maskenpflicht ist immer noch absolut vorzugswürdig gegenüber einer neuerlichen Schulschließung«, sagte ein Teilnehmer der Beratungen.

USA wollen eine halbe Milliarde Impfdosen spenden

14.50: Die USA wollen 500 Millionen Coronaimpfdosen spenden: Sie sollen an 92 ärmere Länder gehen. US-Präsident Joe Biden werde die »historische« Spende am Donnerstag bekannt geben, teilte das Weiße Haus mit. Die USA wollen demnach 500 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer kaufen und über die Covax-Initiative verteilen. Die Entwicklungsorganisation One begrüßte die Ankündigung und rief auch die übrigen G7-Staaten zum Spenden auf.

200 Millionen Impfdosen von den USA sollen bereits bis Ende des Jahres geliefert werden. Der Rest der Lieferung wird bis Juni 2022 erwartet. Diese »größte jemals getätigte Anschaffung und Spende von Impfstoffen durch ein einzelnes Land« werde dabei »helfen, den globalen Kampf gegen die Pandemie zu verstärken«, erklärte das Weiße Haus.

Biden, der ab Freitag am G7-Gipfel in Großbritannien teilnimmt, werde »die Demokratien der Welt dazu aufrufen, ihren Teil zur globalen Versorgung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen beizutragen«.

EU: Jeder zweite Erwachsene mindestens einmal geimpft

14.35: Jeder zweite Erwachsene in der Europäischen Union ist mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft. Die Zahl nannte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Nach Angaben der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sind das 183,1 Millionen Menschen. Ungefähr ein Viertel der Erwachsenen – rund 95 Millionen – hat demnach den vollen Impfschutz, für den in der Regel zwei Spritzen nötig sind.

Laut der Kommissionspräsidentin ist die EU auf gutem Weg zu dem Ziel, bis Ende Juli genügend Impfstoff zu haben, um 70 Prozent der Erwachsenen zu impfen. Ein Sprecher der EU-Kommission stellte klar, dass dieses Ziel gelte, auch wenn sich die Zulassung für den deutschen Hersteller Curevac verzögern sollte.

Zuletzt hatte der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) erklärt, eine Zulassung des Curevac-Impfstoffs sei statt im Juni realistisch erst im August zu erwarten.

Spaniens Nationaltrainer: So schnell impfen wie möglich

13.46 Uhr: Luis Enrique will seine Spieler am liebsten sofort noch impfen lassen, der Trainer der spanischen Fußball-Nationalmannschaft ist sich aber auch der Risiken so kurz vor dem Auftakt der Europameisterschaft bewusst. »Für den Fall, dass eine Einigung erzielt wird, möchte ich, dass sie so schnell wie möglich geimpft werden«, sagte Enrique am Donnerstag während einer Pressekonferenz aus der Ciudad del Fútbol Las Rozas nahe Madrid.

Vor dem ersten Gruppenspiel der Spanier am Montag in Sevilla stellte er zugleich klar: »Es würde mich stören, aufgrund einer Impfreaktion nicht mit einem Spieler planen zu können.«

Stand Donnerstagmittag lag nach Angaben von Enrique noch keine Bestätigung vor, dass sich seine Spieler impfen lassen dürfen. Zuvor hatten spanische Medien berichtet, dass die Mannschaft mit der Vakzine von Pfizer/Biontech laut Spaniens Gesundheitsministerin Carolina Dias geimpft werden solle.

Zunächst wurde immer angenommen, dass die Spanier im Falle einer Impfung die Vakzine von Johnson & Johnson bekommen würden. Dabei wäre nur eine Impfung nötig gewesen. Der Impfstoff von Pfizer/Biontech muss zweimal gespritzt werden. Laut der Zeitung würde die zweite Dosis am 31. Juni verabreicht.

Das würde auch bedeuten, dass die Vorbereitung der Spanier zudem erheblich beeinträchtigt werden könnte, sollten sich die Spieler, die noch nicht geimpft wurden oder eine Infektion überstanden haben, kurz vor dem ersten Gruppenspiel impfen lassen.

Studie: Lockdown bringt Modebranche weitere Milliardeneinbußen

13.42 Uhr: Der monatelange Lockdown zu Jahresbeginn und der Trend zum Homeoffice haben der Modebranche nach einer Untersuchung des Marktforschers GfK in den vergangenen Monaten weitere Umsatzeinbußen in Milliardenhöhe gebracht. Nur knapp die Hälfte der Deutschen habe in den ersten vier Monaten überhaupt Fashionartikel gekauft, berichteten die Marktforscher am Donnerstag gestützt auf die Befragung von rund 7000 Haushalten.

Schaufenster in Düsseldorf

Schaufenster in Düsseldorf

Foto: Michael Gstettenbauer / imago images/Michael Gstettenbauer

Zwischen Januar und April verringerten sich die Ausgaben der Verbraucher für Mode im Vergleich zum Vorjahr um fast drei Milliarden auf nur noch 8,2 Milliarden Euro. Der Markt sei damit um rund ein Viertel geschrumpft, berichtete die GfK. Wenn Bekleidung gekauft wurde, dann vor allem im Internet. Die Onlineshops profitierten von den Ladenschließungen in den Innenstädten und steigerten ihren Umsatz im ersten Quartal 2021 nach Angaben der Marktforscher um 41 Prozent. Besonders groß war demnach die Nachfrage nach bequemer Kleidung.

Die GfK-Modeexpertin Petra Dillemuth erwartet allerdings, dass sich das Onlineshopping nach den Öffnungen der Innenstädte und Einkaufszentren wieder verringern wird. Aktuell beobachten die Marktforscher nach eigener Aussage bereits einen gewissen Nachholbedarf. In den vergangenen Wochen seien Termine bei Click & Meet schnell ausgebucht gewesen. Außerdem hätten die Verbraucher lange Schlangen vor Geschäften in Kauf genommen. Dennoch rechnen die Marktforscher damit, dass sich Onlineshopping auf Dauer auf ein deutlich höheres Niveau einpendeln wird als vor Corona.

EM: Spahn rät zu Vorsicht beim gemeinsamen Fußball-Schauen

13.37 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rät beim gemeinsamen Anschauen von Spielen der Fußball-EM in größeren Gruppen trotz der entspannteren Coronalage zu weiter wichtiger Vorsicht. Entscheidend seien am Ende Abstand, dass Teilnehmer idealerweise getestet oder geimpft seien und »vielleicht etwas weniger Alkohol«, sagte der CDU-Politiker am Donnerstag in Berlin. Alkohol mache generell nachlässiger, was Schutzvorkehrungen angehe.

Fußballfans vor dem Turnier-Quartier der deutschen Nationalmannschaft

Fußballfans vor dem Turnier-Quartier der deutschen Nationalmannschaft

Foto: Christian Charisius / dpa

Mit Blick auf größere Public-Viewing-Veranstaltungen sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, unter bestimmten Voraussetzungen könnten solche Events möglich sein. Abhängig von Indikatoren wie den Neuansteckungen und der Belegung von Intensivstationen könne man dies mit bestimmten Zahlen von Menschen stattfinden lassen, was aber in der Verantwortung der lokalen Behörden liege. Wichtig sei, dass man Basismaßnahmen wie Abstand, Hygiene und Masken weiter einhalte. Das Virus werde durch Mobilität getragen. Mit solchen Events sollten die Zahlen nicht wieder steigen.

Apotheken verzeichnen Rekordumsatz im Coronajahr 2020

13.30 Uhr: In der Coronakrise haben die Apotheker in Deutschland einen Rekordumsatz verzeichnet. Die Erlöse lagen im vergangenen Jahr bei 56,71 Milliarden Euro, wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Das waren mehr als 2 Milliarden Euro mehr als im Jahr davor.

Das habe zum einen mit dem Verkauf von Coronaprodukten wie Masken, Tests und Desinfektionsmittel zu tun, sagte Claudia Korf, ABDA-Geschäftsführerin für den Bereich Ökonomie. Es spielten aber auch Vorzieheffekte eine Rolle, weil viele Verbraucher zu Beginn der Krise Medikamente horteten.

Kritik an einer üppigen Vergütung seitens des Bundes für den Verkauf von Schutzmasken wies Korf erneut zurück. »Das ist Unsinn«, sagte sie am Donnerstag. »Es gab genau vier Wochen, in denen die Regierung eine Möglichkeit gesucht hat, diese Masken an die Bevölkerung zu verteilen.« Einzig die Apotheken seien dazu in der Lage gewesen, »aus dem Nichts« Strukturen aufzubauen und den Einkauf zu organisieren.

Deutsche in erster Juniwoche wieder so viel unterwegs wie vor Coronakrise

13.25 Uhr: In der ersten Juniwoche sind die Menschen in Deutschland wieder genauso viel unterwegs gewesen wie im selben Zeitraum vor dem Beginn der Pandemie. Im Vormonat lag die Mobilität trotz rückläufiger Infektionszahlen noch sechs Prozent unter dem Referenzwert vom Mai 2019, wie aus einer am Donnerstag veröffentlichten Sonderauswertung des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden hervorging. Im April waren es demnach sogar noch neun Prozent weniger gewesen.

Am Maifeiertag und an Christi Himmelfahrt – eigentlich beliebten Ausflugstagen – stellten die Statistiker hingegen 16 beziehungsweise 14 Prozent weniger Bewegungen fest als an denselben Feiertagen im Jahr 2019. Lediglich am Pfingstmontag seien die Menschen mehr unterwegs gewesen als vor der Pandemie. Für die Auswertung nutzten die Statistiker anonymisierte Mobilfunkdaten.

Obwohl Mobilität auch vom Wetter abhänge, sei für den kalten Mai kein starker Wettereffekt zu beobachten, weil der Vergleichsmonat des Jahres 2019 ähnlich kühl und nass ausgefallen sei. Für einzelne Tage seien dennoch Wettereffekte zu erkennen.

Demnach stieg vom 8. auf den 9. Mai mit der Temperatur auch die Mobilität der Menschen stark an: Für den einen Tag verzeichneten die Statistiker noch sechs Prozent weniger, für den zweiten, deutlich wärmeren Tag dann neun Prozent mehr Bewegungen als 2019.

In der ersten Juniwoche stieg die Mobilität in Deutschland laut Statistikamt auch nachts wieder an. Vom 31. Mai bis zum 6. Juni registrierten die Statistiker dennoch durchschnittlich 18 Prozent weniger Bewegungen als vor der Krise.

Dänemark will Beschränkungen im Herbst aufheben

13.11 Uhr: Weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht, mehr Zuschauer bei der Fußball-Europameisterschaft und längere Öffnungszeiten für Bars und Restaurants: Die dänische Regierung hat am Donnerstag die letzten Etappen bis zur geplanten Aufhebung aller Beschränkungen Anfang Oktober verkündet. Demnach gilt bereits ab Montag nur noch in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht und schon ab Samstag werden die Öffnungszeiten für Bars und Restaurants um eine Stunde auf Mitternacht verlängert.

Ab dem 15. Juli können Bars und Restaurants sogar bis 02.00 Uhr nachts offenbleiben. Nachtklubs dürfen am 1. September wieder öffnen. Bis 1. Oktober müssen die Gäste allerdings noch einen »Pass« vorlegen, danach wird dieser Immunitätsnachweis komplett abgeschafft. Für den Besuch von Museen, Kinos und Theatern wird er bereits ab dem 1. August nicht mehr verlangt.

Bei den vier Spielen der Fußball-EM, die in Kopenhagen ausgetragen werden, lässt die Regierung nun 25.000 Zuschauer zu – 9000 mehr als bisher geplant. Aus Zeitgründen kann dies allerdings noch nicht beim ersten Spiel – Dänemark gegen Finnland – am kommenden Samstag umgesetzt werden, wie die Europäische Fußball-Union (Uefa) mitteilte.

»Alles, was wir versäumt haben, werden wir nachholen können, weil wir die Epidemie weitgehend unter Kontrolle haben«, sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke. Dänemark ist in der Pandemie weitgehend glimpflich davongekommen. Derzeit werden nur noch 122 Patienten im Krankenhaus behandelt, so wenig wie seit Oktober nicht mehr. 24,2 Prozent der dänischen Bevölkerung sind inzwischen vollständig geimpft, 42,7 Prozent haben bereits die erste Dosis erhalten.

RKI-Chef Wieler: »Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance«

12.59 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat trotz »erfreulichen Entwicklungen« beim Rückgang der Zahlen auf weiter bestehende Risiken hingewiesen. »Das Virus ergreift jede noch so kleine Chance - die sollten wir ihm nicht geben«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Donnerstag in Berlin. Das zeige sich etwa in Pflegeeinrichtungen, wo es trotz hoher Impfquote auch weiter ungeimpfte Menschen gebe und es auch zu Ausbrüchen komme. Die Pandemie sei nicht vorbei. Die Fallzahlen seien momentan zehnmal so hoch wie vor einem Jahr. Viele hätten sich in der Pandemie an hohe Krankheits- und Todeszahlen gewöhnt. Nicht vergessen werde dürfe, dass hinter all den Fällen einzelne Menschen stünden.

Merkel vor G7-Gipfel weiter gegen Aufhebung von Impfstoffpatenten

12.47 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel lehnt vor dem G7-Gipfel der wichtigen Industriestaaten im englischen Cornwall eine Aufhebung des Patentschutzes für Impfstoffe weiterhin ab. Die Kanzlerin glaube nicht, dass eine Patentfreigabe hilfreich sei und dass die Patente das Problem bei dem Thema weltweiter Impfungen seien, hieß es am Donnerstag in deutschen Regierungskreisen in Berlin. »Es hat sich an der deutschen Position nichts geändert.« Zu möglichen zusätzlichen deutschen Angeboten von Impfdosenspenden für ärmere Länder hieß es, Deutschland habe in dem Bereich bereits sehr viel getan und sei »einer der großen Unterstützer«.

Merkel wird zu ihrem wohl letzten G7-Gipfel als Kanzlerin von ihrem Ehemann Joachim Sauer begleitet. Der Termin für das geplante erste bilaterale persönliche Gespräch mit US-Präsident Biden am Rande des Gipfels stehe noch nicht fest, hieß es weiter. Die G7-Runde aus den Staats- und Regierungschefs aus den USA, Deutschland, Großbritannien, Kanada, Frankreich, Italien und Japan sowie EU-Vertretern kommt von Freitag bis Sonntag zusammen.

Zweiter Coronatest bei Fußballspieler Diego Llorente negativ

12.45 Uhr: Ein erneuter Coronatest beim spanischen Fußball-Nationalspieler Diego Llorente ist negativ ausgefallen. Dies gab der spanische Verband am Donnerstag bekannt.

Ein erster Test des Verteidigers hatte ein positives Ergebnis gebracht. Llorente musste daraufhin ebenso in Quarantäne wie zuvor schon Mannschaftskapitän Sergio Busquets.

Urlauber aus Deutschland dürfen bald wieder nach Marokko reisen

12.37 Uhr: Marokko will nach längerer Zeit wieder Touristen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern ins Land lassen. Von kommendem Dienstag an nimmt das nordafrikanische Land in eingeschränktem Umfang wieder Flug- und Fährverkehr nach Europa auf, wie das Auswärtige Amt und die deutsche Botschaft in Rabat auf ihren Webseiten mitteilten. Fährverbindungen soll es demnach zunächst etwa nur von und nach Frankreich sowie von und nach Italien geben.

Auch Touristen aus fast allen anderen europäischen Ländern dürfen dem marokkanischen Fremdenverkehrsamt zufolge wieder nach Marokko reisen. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes brauchen alle - auch Geimpfte und Genesene - einen negativen PCR-Test bei der Einreise.

Das öffentliche Leben ist in Marokko derzeit wegen der Pandemie weiterhin eingeschränkt. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen. Marokko wird als Risikogebiet eingestuft.

Aus Sorge vor der Ausbreitung neuer Mutationen hatte das Land Ende Februar den Flugverkehr unter anderem nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz ausgesetzt.

WHO Europa mit Corona-Warnung vor Fußball-EM und Urlaubssaison

12.29 Uhr: Vor der Fußball-Europameisterschaft und der anstehenden Urlaubssaison warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO vor Nachlässigkeit im Kampf gegen die Pandemie. »Wir sind keineswegs außer Gefahr«, sagte der Leiter des WHO-Regionalbüros Europa, Hans Kluge, am Donnerstag auf einer Online-Pressekonferenz in Kopenhagen. Angesichts zunehmender gesellschaftlicher Zusammenkünfte, größerer Mobilität sowie großen Festivals und Sportturnieren in den kommenden Tagen und Wochen mahne die WHO Europa zur Vorsicht.

Die portugiesische Nationalmannschaft beim Training für die EM

Die portugiesische Nationalmannschaft beim Training für die EM

Foto: Filipe Amorim / imago images/GlobalImagens

Letztlich müsse man aus den Erfahrungen des vergangenen Sommers lernen, sagte Kluge. Damals seien die Fallzahlen erst in jüngeren Altersgruppen gestiegen, dann hätten sie sich auf Ältere ausgebreitet, was im Herbst und Winter zu einem verheerenden Wiedererstarken des Virus, zu Lockdowns und Todesfällen beigetragen habe. »Lassen Sie uns diesen Fehler nicht noch einmal machen.«

Spahn gibt Startschuss für digitalen europäischen Impfpass

12.21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gibt den Startschuss für einen digitalen europäischen Impfpass. Die Tests seien erfolgreich, so dass mit dem Roll-out begonnen werden könne, sagt Spahn in Berlin. Schritt für Schritt würden nun die Impfzentren und Arztpraxen an das System angeschlossen. Ziel sei, dass bis Ende Juni der sogenannte CovPass »für alle, die wollen, zur Verfügung steht«. Der Impfnachweis kann einerseits in die Corona-Warn-App integriert oder in einer eigenen App installiert werden.

So sieht der digitale Impfpass aus.

So sieht der digitale Impfpass aus.

Foto: Soeren Stache / dpa

Knapp 100.000 Unterschriften: DFB und DOSB übergeben Petition für Öffnungen im Sport an die Politik

12.01 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) haben ihre Petition für Öffnungen im Amateur- und Breitensport an die Politik übergeben. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel nahm am Donnerstag in Berlin das Dokument unter dem Motto »Draußen muss drin sein« mit 96.582 Unterschriften stellvertretend für die Konferenz der Ministerpräsident*innen der Länder entgegen.

Zwei Kinder spielen Fußball auf einer Wiese

Zwei Kinder spielen Fußball auf einer Wiese

Foto: Christian Kunz / picture alliance/dpa

DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann verband die symbolische Übergabe mit einem eindringlichen Appell. »Sport war und ist kein Pandemietreiber«, sagte er: »Man kann die Bedeutung des organisierten Sports gar nicht hoch genug einschätzen. Ich wünsche mir, dass man das stärker sieht.« Auch DOSB-Vizepräsident Kaweh Niroomand forderte, dass die Politik nun »eine aktive Rolle für die sportliche Bewegung speziell im Sinne der Jugend« einnehmen müsse.

Alle Mitglieder im DFB und DOSB, Vereine und andere Verbände waren aufgerufen, sich der Onlinepetition anzuschließen, die drei Wochen lief. »Der Sport spricht zu Recht an, dass Schäden entstanden sind«, sagte Geisel und betonte: »Das, was möglich ist, muss möglich gemacht werden. Natürlich immer unter der Voraussetzung, dass es so sicher wie möglich ist.«

Lockdowns treiben Kinderarbeit hoch – Erster Anstieg seit 20 Jahren

11.55 Uhr: Die Restriktionen zur Bewältigung der Coronakrise haben weltweit zu einer Zunahme von Kinderarbeit geführt. Hier gab es im Pandemiejahr 2020 erstmals seit 20 Jahren wieder einen Anstieg, wie die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef am Donnerstag mitteilten. Die Zahl der Kinder, die Geld verdienen mussten, erhöhte sich auf 160 Millionen. 2016 hatte sie noch bei 152 Millionen gelegen. Am stärksten war die Zunahme in Afrika, dort zusätzlich bedingt durch Bevölkerungswachstum, Krisen und Armut. »Jetzt, im zweiten Jahr weltweiter Lockdowns, Schulschließungen, ökonomischer Zusammenbrüche und sinkender Staatshaushalte, sind Familien zu herzzerreißenden Entscheidungen gezwungen«, erklärte Unicef-Geschäftsführerin Henrietta Fore.

Ein 11-jähriger Junge arbeitet in einer Mine in Mexiko

Ein 11-jähriger Junge arbeitet in einer Mine in Mexiko

Foto: Eduardo Verdugo / dpa

Problematisch ist nach Angaben der Vereinten Nationen (Uno) nicht nur, dass mehr und damit verstärkt auch jüngere Kinder davon betroffen sind, sondern auch die Arbeitsbedingungen. Die Kinder müssten teils länger arbeiten und würden in gefährlichere und gesundheitsschädlichere Jobs gedrängt. Laut dem Bericht der internationalen Organisationen macht die Gruppe der Fünf- bis Elfjährigen rund um den Globus inzwischen etwas mehr als die Hälfte bei der Kinderarbeit aus.

In den beiden vergangenen Jahrzehnten hatte es den Uno zufolge noch eine stetige Verbesserung gegeben. Im Jahr 2000 arbeiteten noch 246 Millionen Kinder zum Broterwerb. Die aktuelle Zunahme wird sich den Schätzungen zufolge noch verstärken. So halten die Uno für nächstes Jahr einen Anstieg um 46 Millionen auf 206 Millionen für möglich, wenn die Regierungen im Zuge der Coronakrise Sparprogramme auflegen und die Ärmsten der Gesellschaft nicht schützen. »Die neuen Prognosen sind ein Weckruf«, betonte ILO-Geschäftsführer Guy Ryder. »Wir können nicht einfach nur zuschauen, wie eine neue Generation von Kindern in Gefahr gebracht wird.«

Nashorndame mit dreimonatiger Coronaverspätung nach Japan gereist

11.49 Uhr: Die Coronapandemie hat auch die Reisepläne für die Nashorndame Emma durcheinandergebracht: Mit drei Monaten Verspätung landete das Breitmaulnashorn-Weibchen aus dem Leofoo-Safaripark in Taiwan nun in Japan, wo es sich im Tobu-Zoo in Saitama im Großraum Tokio mit einem männlichen Nashorn paaren soll. Eigentlich war Emma schon im März in Japan erwartet worden. Wegen der Pandemie hatte die Reise verschoben werden müssen.

Ein männliches Breitmaulnashorn aus Kenia

Ein männliches Breitmaulnashorn aus Kenia

Foto: Str/ picture alliance/dpa

Britischer Minister weist Lügenvorwürfe von Ex-Berater zurück

11.45 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat scharfe Vorwürfe von Ex-Regierungsberater Dominic Cummings zurückgewiesen, dass er in der Coronakrise mehrfach gelogen habe. Er habe keine Ahnung, wieso Cummings die Anschuldigungen erhoben habe, sagte Hancock am Donnerstag vor Abgeordneten in London. Es sei bezeichnend, dass der frühere Berater von Premierminister Boris Johnson seit seiner Aussage vor zwei Wochen keine Beweise vorgelegt habe.

»Ich bin jeden Morgen mit der Ansicht und Einstellung aus dem Bett aufgestanden, dass es meine Aufgabe ist, Leben zu schützen und dieses Land aus der Pandemie zu befreien«, betonte Hancock. Er habe stets mit »Ehrlichkeit« sowie »Integrität« gehandelt und das Vertrauen Johnsons gespürt.

Cummings hatte das Management der Regierung vor allem zu Beginn der Pandemie scharf kritisiert, die Politik habe versagt. Vor allem Hancock habe mehrmals gelogen, etwa bei der Besorgung von Schutzausrüstung oder bei Coronatests für Alters- und Pflegeheime.

Hancock sagte nun vor Mitgliedern zweier Unterhaus-Ausschüsse, die Regierung habe sich stets an wissenschaftlichen Rat gehalten. Im Frühling 2020 habe der Nationale Gesundheitsdienst (NHS) allerdings nicht die benötigten Testkapazitäten gehabt. Weil die Auswertung mehrere Tage gedauert habe, seien einige Patienten, die dann später ein positives Testergebnis hatten, in Heime zurückgekehrt.

Bei Schutzausrüstung habe es nie nationale Engpässe gegeben, sagte Hancock. Er räumte allerdings »örtliche Herausforderungen« ein. Es habe zu der Zeit eine riesige weltweite Nachfrage gegeben und China als einer der wichtigsten Produzenten habe Exportrestriktionen verhängt.

Europa ist bei Corona keineswegs außer Gefahr

11.39 Uhr: Trotz sinkender Coronainfektionen und Todesfälle ist Europa nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO noch nicht außer Gefahr. Angesichts zunehmender Zusammenkünfte, einer größeren Mobilität der Bevölkerung und großer Festivals und Sportturniere, die in den kommenden Tagen und Wochen stattfinden, ruft die WHO zur Vorsicht auf, wie der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge, sagt.

Ferienhäuser und Wohnungen für den Sommer werden knapp – aber nicht teurer

11.18 Uhr: Knappes Angebot, aber keine nennenswerten Preisexplosionen: Wer für den Sommer noch ein Ferienhaus oder eine Ferienwohnung haben möchte, muss nach Einschätzung der Branche vor allem flexibel sein. »Wer im Allgäu nichts findet, weicht vielleicht auf den Harz aus. Wer an der Mecklenburgischen Seenplatte nicht fündig wird, hat im Spreewald Erfolg«, erklärte der Deutsche Ferienhausverband am Donnerstag. Demnach wird in den Hotspots zunehmend das Angebot knapp.

Ferienhaus in Mecklenburg-Vorpommern

Ferienhaus in Mecklenburg-Vorpommern

Foto:

Jens Büttner/ dpa

Zuletzt waren dem Verband zufolge die Buchungen in die Höhe geschnellt, nachdem sich Lockerungen für den Sommer abgezeichnet hatten. Wegen der teils noch unsicheren Coronalage im Ausland buchen demnach viele Menschen Urlaub in Deutschland.

Dabei konnten der Ferienhausverband und der Deutsche Tourismusverband hingegen keine »durch Corona bedingte Preissteigerung« erkennen. In einer Umfrage Ende April unter gut 10.500 Vermietern von Ferienhäusern und Ferienwohnungen gaben 75 Prozent an, die Miete gleich gelassen zu haben, zwei Prozent senkten sie ab. Zudem gaben 72,1 Prozent der Gastgeber an, keine Preiserhöhungen zu planen.

»Wenn die Vermieter ihre Preise erhöht haben, dann weil sie in Ausstattung oder technische Infrastruktur investiert haben und sich das Ferienobjekt nun in einem anderen Preissegment befindet«, führte der Ferienhausverband aus. Dazu hätten viele Gastgeber den Lockdown genutzt und das rechtfertige höhere Mieten. Die Mietsteigerungen liegen demnach durchschnittlich bei sechs Prozent.

Der Umfrage zufolge investierten zudem 86,1 Prozent der Vermieter in zusätzliche Hygienemaßnahmen. Jeder Zweite bietet zudem eine kontaktlose Schlüsselübergabe an, jeder Fünfte eine digitale Gästemappe.

Indien meldet mit mehr als 6000 Toten neuen weltweiten Höchstwert

11.01 Uhr: Indien hat mit mehr als 6000 Coronatoten einen neuen weltweiten Höchstwert verzeichnet. Das indische Gesundheitsministerium meldete am Donnerstag 6148 bestätigte Todesfälle binnen 24 Stunden, nachdem der Bundesstaat Bihar am Mittwoch rund 4000 Fälle nachgemeldet hatte. Der bisherige weltweite Höchstwert von 5527 Todesfällen war laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP am 12. Februar in den USA verzeichnet worden – auch dort waren Nachmeldungen der Grund.

Das Oberste Gericht in Bihar hatte zuvor eine Überprüfung der Coronastatistik in dem nordostindischen Bundesstaat gefordert. Der Regionalregierung war vorgeworfen worden, das wahre Ausmaß der Pandemie zu verschleiern und die Infektions- und Totenzahlen künstlich niedrig zu halten. Daraufhin korrigierte die Regierung die Totenzahl am Mittwoch um rund 4000 auf 9500 Fälle nach oben.

Indien hatte sich vor einigen Wochen zum Epizentrum der Coronapandemie entwickelt. Nachdem die Zahl der täglichen Neuansteckungen Anfang Mai bei mehr als 400.000 lag, ist sie mittlerweile wieder deutlich zurückgegangen.

Experten zufolge gibt es in Indien allerdings eine sehr hohe Dunkelziffer bei den Infektions- und Totenzahlen. Während der heftigen zweiten Infektionswelle waren vielerorts die Krankenhäuser und Krematorien überlastet, Hunderte Leichen wurden in Flüsse geworfen oder in eilig gegrabenen Gräbern verscharrt. Viele Todesfälle wurden also gar nicht erfasst.

Offiziell liegt die Totenzahl in Indien inzwischen bei knapp 360.000 – schon das ist die dritthöchste Totenzahl weltweit nach den USA und Brasilien. Viele Experten gehen aber davon aus, dass sie tatsächlich bei mehr als einer Million liegen könnte – das wäre der weltweite Spitzenplatz. Die Zweifel an der offiziell gemeldeten Totenzahl werden unter anderem damit begründet, dass die Sterberaten in Ländern wie Brasilien oder den USA deutlich höher sind als in Indien.

Versicherungskonzern Axa bietet französischen Gastronomen 300 Millionen Euro an

10.15 Uhr: Der Versicherungskonzern Axa hat im Streit um Corona-Entschädigungen in Frankreich Zahlungen für Gastronomen angeboten. Insgesamt 300 Millionen Euro könnten etwa 15.000 Menschen zugutekommen, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Mit dem Angebot will Axa wohl den laufenden Rechtsstreit mit zahlreichen Restaurantbetreibern über Entschädigungszahlungen für coronabedingte Schließungen mit einem Vergleich beenden.

Geschlossenes Straßencafé

Geschlossenes Straßencafé

Foto: Arnulf Hettrich/ imago images/Arnulf Hettrich

In Frankreich laufen derzeit mehrere Rechtsstreitigkeiten um Versicherungszahlungen wegen Schließungen. Versicherer hatten teils die Abgrenzung zwischen einer Epidemie und einer Pandemie nicht eindeutig in ihren Policen definiert. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete allein für Axa von etwa 1500 Verfahren. Die Urteile fielen demnach unterschiedlich aus, Axa habe auch häufig verloren.

Ähnliche Auseinandersetzungen und auch Vergleiche gab es ebenfalls in Deutschland. Kern der Rechtsstreitigkeiten war, ob die Versicherung zahlen muss, obwohl das Coronavirus in den Policen nicht explizit genannt ist. Das Münchner Landgericht etwa hatte die nicht eindeutig formulierten Versicherungsbedingungen der Allianz kritisiert. Der Branchenprimus hatte demnach in den Verträgen zwar eine Liste von Krankheiten und Erregern festgelegt, für die der Versicherungsschutz gilt – nicht erwähnte Erreger aber auch nicht ausdrücklich ausgeschlossen.

USA wollen 500 Millionen Coronaimpfdosen für arme Länder spenden

10.07 Uhr: Die USA wollen 500 Millionen Impfdosen für 92 ärmere Länder bereitstellen. US-Präsident Joe Biden werde die »historische« Spende am Donnerstag bekannt geben, teilte das Weiße Haus mit und bestätigte damit Berichte von US-Medien. Die USA wollen demnach 500 Millionen Dosen des Impfstoffs von Biontech und Pfizer kaufen. 200 Millionen Dosen sollen bereits bis Ende des Jahres geliefert werden. Der Rest der Lieferung wird bis Juni 2022 erwartet.

Präsident Joe Biden

Präsident Joe Biden

Foto: KEVIN LAMARQUE / REUTERS

Diese »größte jemals getätigte Anschaffung und Spende von Impfstoffen durch ein einzelnes Land« werde dabei »helfen, den globalen Kampf gegen die Pandemie zu verstärken«, erklärte das Weiße Haus. Biden, der in dieser Woche am G7-Gipfel in Großbritannien teilnimmt, werde »die Demokratien der Welt dazu aufrufen, ihren Teil zur globalen Versorgung mit sicheren und wirksamen Impfstoffen beizutragen.« Die gespendeten Impfdosen sollen über die Covax-Initiative verteilt werden.

Die Hersteller Biontech und Pfizer bestätigten das Vorhaben der US-Regierung am Donnerstag. Die Impfdosen werden demnach »an 92 Länder mit niedrigem und niedrigem mittleren Einkommen« verteilt, darunter auch alle 55 Mitgliedstaaten der Afrikanischen Union.

Die USA waren zuletzt in die Kritik geraten, weil sie auf riesigen Beständen ungenutzter Impfstoffe sitzen. Die US-Regierung argumentiert, dass dies als Vorsichtsmaßnahme notwendig gewesen sei. Derzeit liegt die Impfquote mit mindestens einer Dosis bei den Erwachsenen in den USA bei 64 Prozent.

Weniger Grippekranke durch Coronamaßnahmen

10.00 Uhr: Die Maßnahmen gegen Corona haben auch andere Infektionskrankheiten wie die Grippe oder Erkältungen zurückgedrängt. Eine Studie mit diesem Ergebnis hat SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter geteilt.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

EU fördert mRNA-Impfstoffproduktion in Afrika

09.45 Uhr: Die EU wird den Aufbau von mRNA-Impfstoffproduktion in Afrika nach Angaben von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen mit einer Milliarde Euro unterstützen. Dies sei nicht nur für die Herstellung von Impfstoffen wichtig, sagt von der Leyen.

Dänemark erlaubt mehr Stadionzuschauer bei EM-Spielen als ursprünglich vereinbart

09.39 Uhr: Bei den EM-Spielen in Kopenhagen werden mehr Fans live im Stadion dabei sein können als ursprünglich vereinbart. Die dänische Regierung einigte sich in der Nacht zum Donnerstag mit dem Großteil der Parlamentsparteien darauf, dass pro Spiel nun 25.000 Zuschauer ins Stadion Parken gelassen werden dürfen. Für die ersten EM-Begegnungen auf dänischem Boden überhaupt waren bislang 15.900 Stadionzuschauer vorgesehen. Im Parken finden in beschränkungsfreien Zeiten rund 38.000 Fußballzuschauer Platz.

In Kopenhagen werden vier EM-Partien ausgetragen: die drei Vorrundenspiele der dänischen Nationalmannschaft gegen Finnland, Belgien und Russland sowie ein Achtelfinale.

Der Fußballverband DBU schränkte aber schon am Donnerstag ein, dass es angesichts der kurzen Vorlaufzeit nicht realistisch sei, bereits beim Finnland-Spiel am Samstag 25 000 Zuschauer in den Parken lassen zu können. Man hoffe, das für die nächsten beiden Dänemark-Spiele zu erreichen, sagte DBU-Chef Jakob Jensen dem Sender TV2 und der Nachrichtenagentur Ritzau.

Stiko: Etliche Menschen trotz Impfung ungeschützt

08.15 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) geht davon aus, dass etliche Menschen trotz vollständiger Impfung keinen wirksamen Corona-Immunschutz aufgebaut haben. Der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe: »Es gibt inzwischen mehrere Studien, die zeigen, dass die Impfung gegen Covid-19 bei Menschen, deren Immunsystem medikamentös gebremst wird, nicht so gut wirkt wie bei anderen.« Die Immunantwort sei schlechter oder falle ganz aus.

Betroffen seien etwa Menschen nach einer Organtransplantation oder zum Teil auch Krebs- und Rheumapatienten. »Abhängig vom Ausmaß der Immunsuppression und den verwendeten Medikamenten ist die Immunantwort sogar trotz vollständiger Impfung deutlich schlechter oder fällt ganz aus«, sagte Mertens.

Im Moment könne man noch nicht abschätzen, wie groß die Gruppe dieser Patienten sei. »Wir müssen aber davon ausgehen, dass es nicht nur Einzelfälle sind.« Weitere Studien würden derzeit noch durchgeführt.

In solchen Fällen sei es wichtig, das Ansteckungsrisiko im Umfeld durch Impfungen so weit wie möglich zu verringern. »Man nennt das Kokonstrategie«, so Mertens.

Niedersachsen fordert bundesweite Regelung für Volksfeste

07.57 Uhr: Angesichts der sinkenden Corona-Zahlen hat sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil vor den neuen Bund-Länder-Beratungen für eine bundesweite Regelung für Großveranstaltungen wie etwa Volksfeste ausgesprochen. »Das wäre auf jeden Fall von Vorteil«, sagt der SPD-Politiker im ARD-Morgenmagazin. Denn es gehe häufig um Veranstaltungen mit einem ähnlichen Format. »Deswegen wäre es gut, wenn wir einheitliche Maßstäbe hätten.«

Bei den Regelungen gehe es um Kapazitätsbegrenzungen, Impfungen und Testungen sowie klare Hygienekonzepte. »Dann kann man sich langsam aber sicher auch wieder an größere Veranstaltungen herantasten.« Zugleich warnte Weil auch wegen der Virusmutationen vor übereilten Lockerungen. »Wir sind jetzt eigentlich ziemlich dicht vor dem Ziel – so ist mein Eindruck – und ganz kurz vor dem Ziel sollte man keine Fehler mehr machen.«

US-Moderator Colbert bringt Show vor Zuschauer zurück

Moderator Colbert

Moderator Colbert

Foto: Andrew Harrer , Pool / dpa

05.10 Uhr: Nach mehr als 200 von zu Hause aus gesendeten Folgen bringt der US-Moderator Stephen Colbert seine Late-Night-Show zurück ins Studio – vor ein ausverkauftes und komplett Corona-geimpftes Publikum. Gäste der Studioshow am Montag seien unter anderem Colberts Comedy-Kollege Jon Stewart und die Sängerin H.E.R., teilten die Veranstalter mit.

Colbert hatte die »Late Show« 2015 von David Letterman übernommen. Nach den Einschränkungen in der Coronapandemie hatte er damit begonnen, die Show bei sich zu Hause zu produzieren – und sich etwa aus seiner Badewanne zu Wort gemeldet.

3187 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz bei 19,3

05.03 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 3187 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.03 Uhr wiedergeben.

Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 4640 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Donnerstagmorgen mit bundesweit 19,3 an (Vortag: 20,8; Vorwoche: 34,1).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 94 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 166 Tote gewesen.

G7-Gipfel in Großbritannien – Wie sich Merkel und Co. schützen

04.50 Uhr: Persönliche Begegnungen zwischen Spitzenpolitikern sind während der Coronapandemie selten geworden, Gipfeltreffen wie nun der G7 in Großbritannien umso mehr. Doch der britische Premier Boris Johnson, der in diesem Jahr den G7-Vorsitz innehat, wollte unbedingt einen »echten« Gipfel – und nicht nur einen virtuellen. Auch dank des erfolgreichen Impfprogramms geht dieser Wunsch nun in Erfüllung.

Doch die Schutzmaßnahmen sind enorm und haben personelle Folgen.

  • So können etwa deutlich weniger Journalisten anreisen als sonst. Und die, die da sind, müssen sich täglich auf das Virus testen – ohne tagesaktuelles, negatives Ergebnis darf kein Reporter ins Pressezentrum.

  • Ähnliches gilt auch für die Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker sowie deren Entourage: »Alle Delegationsmitglieder müssen sich einem strengen täglichen Testregime im Vorfeld und während der Reise unterziehen, zudem gelten durchgehend die Abstands- und Hygieneregeln«, teilte ein Sprecher der Bundesregierung mit.

Für den Trip nach Cornwall und danach zum Nato-Gipfel nach Brüssel gelten für Kanzlerin Angela Merkel und ihre Delegation scharfe Vorsichtsmaßnahmen. Weil Großbritannien als Gebiet eingestuft ist, in dem eine hochaggressive Virusvariante grassiert, wird am Freitag eine deutlich verkleinerte Delegation mit ihr nach Cornwall fliegen. Auf eine Begleitung durch Journalisten im Regierungs-Airbus verzichtet sie diesmal ganz.

Merkel ist erst einmal gegen Corona geimpft. Am 16. April hatte sie sich das Mittel von AstraZeneca spritzen lassen.

Ramelow plädiert für Komplettöffnung im Herbst

03.05 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) spricht sich nach einem Zeitungsbericht dafür aus, die Coronaregeln im Herbst komplett zu lockern. »Ich glaube, wir können das Risiko der kompletten Öffnung im Herbst eingehen«, sagte er der »Rheinischen Post«.

Er wisse aber auch, dass sich 20 bis 25 Prozent der Bevölkerung nicht impfen lassen werden. »Die müssen das Risiko dann selbst tragen und verantworten«, sagte Ramelow. Mehr dazu erfahren Sie hier.

Schwesig wirbt für einheitliche Regeln für Feste und Veranstaltungen

Schwesig vor einem Schnelltestzentrum in Rostock

Schwesig vor einem Schnelltestzentrum in Rostock

Foto: via www.imago-images.de / imago images/BildFunkMV

02.15 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) will bundeseinheitliche Coronaregeln für Großveranstaltungen. Vor den Beratungen der Länder-Regierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag sagte sie der »Rheinischen Post«: »Mecklenburg-Vorpommern wirbt dafür, dass wir uns auf gemeinsame Regeln für den Umgang mit Volksfesten und Großveranstaltungen verständigen. Da sollten wir möglichst einheitlich vorgehen.« Zudem brauche es gemeinsame Regeln für Regionen, in denen die Coronazahlen wieder steigen.

Spahn will ab Juli 5,50 Euro weniger pro Schnelltest erstatten

01.20 Uhr: Nach Betrugsfällen in Testzentren sollen die Kontrollen verschärft und die staatliche Kostenerstattung verringert werden. Private Betreiber von Teststellen sollen vom 1. Juli an nicht mehr 18 Euro, sondern nur noch bis zu 12,50 Euro pro Schnelltest abrechnen können, wie aus dem Entwurf einer neuen Corona-Testverordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hervorgeht. Das Papier liegt dem SPIEGEL vor.

In der künftigen Erstattungssumme sind demnach acht Euro für die Dienstleistung und bis zu 4,50 Euro für Sachkosten enthalten. Zudem werden die Kassenärztlichen Vereinigungen verpflichtet, mehr Kontrollen durchzuführen.

Kretschmer fordert Kostenanalyse der Pandemie

00.10 Uhr: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) erwartet von der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag eine Bilanz der Coronabekämpfung und eine ehrliche Analyse der Finanzsituation. »Wir müssen offen über die Probleme, die Traumata, die Lage der Kinder und Jugendlichen sprechen. Auch über die Kosten dieser Pandemie von 400 Milliarden Euro«, sagt Kretschmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Viele neue Leistungsgesetze in den vergangenen Jahren und die Anstrengungen in dieser Pandemie hätten Deutschland in eine Situation gebracht, »dass keine nennenswerten großen neuen Sozialausgaben mehr zu schultern sind in den nächsten Jahren«. Die Schulden dürften nicht den nachfolgenden Generationen aufgebürdet werden. »Das muss unsere Generation zurückzahlen.«

aar/jpz/mke/vbt/mjm/sol/dpa/AFP/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.