Corona-News am Donnerstag Nach Sorgen um Nebenwirkungen – Deutschland impft weiter mit AstraZeneca

Unter anderem Dänemark setzt Impfungen mit AstraZeneca aus Sorge vor Nebenwirkungen aus. Deutschland sieht keine Veranlassung dazu. Und: Johnson & Johnson will 2022 bis zu drei Milliarden Dosen ausliefern. Der Überblick am 11. März.
Vakzine von AstraZeneca

Vakzine von AstraZeneca

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

Das war das Corona-Update am Donnerstag.

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Deutschland impft weiter mit AstraZeneca

22.19 Uhr: Anders als Dänemark, Norwegen und Island setzen Deutschland und weitere EU-Länder Impfungen mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca nicht aus. Bislang gebe es keine Hinweise, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Impfstoff von AstraZeneca in kausaler Verbindung stehe, teilte das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Donnerstagabend in Langen mit. Nach einer ersten Prüfung halte auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) »an der positiven Bewertung des zugelassenen Astrazeneca-Impfstoffs fest«, hieß es.

Dänemark hatte entschieden, vorübergehend niemanden mehr mit dem Corona-Impfstoff des britisch-schwedischen Unternehmens zu impfen. Als Grund wurden Berichte über schwere Fälle von Blutgerinnseln genannt. Dabei wurde auch über einen möglichen Todesfall berichtet. Man könne jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststellen, ob ein Zusammenhang zwischen den Vakzinen und den Blutgerinnseln bestehe, hieß es. Nach Behördenangaben wird der Stopp zunächst 14 Tage dauern. Nach der Bekanntgabe in Kopenhagen entschlossen sich auch die Nicht-EU-Länder Norwegen und Island, den Gebrauch des Präparats von AstraZeneca vorübergehend zu stoppen.

Bis 10. März wurden der EMA nach eigenen Angaben 30 Fälle von »thromboembolischen Ereignissen« bei fast fünf Millionen mit dem Astrazeneca-Impfstoff geimpften Menschen in der EU gemeldet. Dies sei nicht mehr als statistisch zufällig auch ohne Impfung in der Bevölkerung vorkomme. Die EMA erklärte unter Berufung auf ihren Sicherheitsausschuss, »dass der Nutzen des Impfstoffs weiterhin die Risiken überwiegt und der Impfstoff weiterhin verabreicht werden kann, während die Untersuchung von Fällen thromboembolischer Ereignisse fortgesetzt wird«.

Johnson & Johnson will 2022 bis zu drei Milliarden Dosen ausliefern

23.18 Uhr: Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson wird nach Angaben seines Chef-Wissenschaftlers Paul Stoffels bis Ende des Jahres eine Milliarde Dosen seines Corona-Impfstoffs ausliefern. »Nächstes Jahr können wir mehr als zwei Milliarden Impfungen schaffen, und sogar bis zu drei, wenn wir die Kapazitäten maximieren.« Stoffels betont, er sei zuversichtlich, dass im zweiten Quartal 2021 wie geplant 55 Millionen Dosen in die EU geliefert werden könnten. Bis Ende 2021 hat der Konzern 200 Millionen Dosen zugesagt. Die EU-Kommission hat den Vakzinen die finale Genehmigung erteilt. Es ist der vierte Corona-Impfstoff, der in der EU zugelassen ist.

Portugal verlängert Notstand trotz Besserung

21.04 Uhr: Ungeachtet einer drastischen Verbesserung der Lage hat der frühere Corona-Hotspot Portugal den Notstand um weitere zwei Wochen bis zum 31. März verlängert. Das Parlament in Lissabon billigte einen entsprechenden Antrag von Präsident Marcelo Rebelo de Sousa. Das Staatsoberhaupt hatte zuvor sein Vorgehen wieder mit der sozialistischen Regierung abgestimmt. Später am Abend wollte Ministerpräsident António Costa derweil einige Lockerungen des strengen Lockdowns bekannt geben.

Das Land hatte im Januar bezogen auf die Bevölkerungszahl zeitweilig die höchsten Infektionszahlen weltweit. Der seit dem 13. Januar herrschende strenge Lockdown mit Ausgehbeschränkungen und Zwangsschließungen zahlt sich aber offenbar aus.

In den portugiesischen Krankenhäusern, die im Januar kurz vor dem Kollaps standen, entspannt sich die Lage zusehends. Die Zahl der Intensivpatienten ging am Donnerstag um zehn auf 273 zurück – so wenig wie seit dem 29. Oktober nicht mehr. Der Höchstwert war am 5. Februar mit 904 registriert worden. Die Bundeswehr leistet seit Anfang Februar in einem Krankenhaus der Hauptstadt Hilfe.

Frankreich hält an Astrazeneca fest

19.30 Uhr: Frankreich will den Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca weiter nutzen. Europa, Frankreich und Deutschland seien zurzeit der Ansicht, dass es kein übermäßiges Risiko gebe, sagte der französische Gesundheitsminister Oliver Véran. Mehrere andere EU-Länder hatten die Nutzung zuvor ausgesetzt. Grund seien Hinweise, dass es nach Impfungen zu Blutgerinnseln gekommen sei.

Brasiliens Krankenhäuser stoßen an die Kapazitätsgrenze

19.23 Uhr: In großen brasilianischen Städten sind viele Krankenhäuser wegen der Coronapandemie inzwischen ausgelastet. Das gaben Gesundheitsbehörden bekannt. In 15 von 27 Hauptstädten der Bundesstaaten liege die Auslastung bei 90 Prozent, hieß es. In mindestens zwei Hauptstädten gebe es gar keine freien Betten mehr.

Pfizer und Biontech wollen 2021 bis zu 400 Millionen Impfdosen mehr liefern

19.10 Uhr: Pfizer und Bionech wollen 2021 bis zu 20 Prozent mehr Dosen ihres gemeinsam entwickelten Corona-Impfstoffs produzieren als ursprünglich geplant. Statt der angepeilten zwei Milliarden Dosen dürften es nun 2,3 bis 2,4 Milliarden werden, sagt Pfizer-Chef Albert Bourla. Weltweit könnten bis zu 20 Prozent mehr Dosen hergestellt werden als angenommen. Für 2022 stellt Bourla sogar drei Milliarden Dosen in Aussicht.

Bulgarien verschärft Corona-Maßnahmen

18.41 Uhr: In Bulgarien sind die Corona-Maßnahmen wegen schnell steigender Fallzahlen verschärft worden. In 16 von 28 Regionen - einschließlich der Hauptstadt Sofia - müssen Mittelschulen, Gymnasien und Hochschulen ab Freitag zum Fernunterricht übergehen. In Einkaufsmalls dürfen mancherorts nur noch Lebensmittelgeschäfte und Apotheken öffnen. Konferenzen und Tagungen wurden verboten. In dem südöstlichen EU-Land liegt die Zahl der Neuansteckungen binnen sieben Tagen bei 395 pro 100.000 Menschen.

Spahn verbreitet Impfoptimismus

18.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich optimistisch gezeigt, dass bis Ende des Sommers große Teile der Bevölkerung gegen das Coronavirus geimpft sein werden. Er setze große Hoffnung auf die Mithilfe der Arztpraxen, sagte der CDU-Politiker. Und darauf, dass ab Mitte April große Mengen der Impfstoffe geliefert werden. Die Infrastruktur aus Großhändlern, Apotheken und Praxen sei für umfassendes Impfen optimal. »Das ist so eingespielt, das wird unfassbar schnell gehen.« Ab dem 19. April soll es erste reguläre Impftermine in den Praxen geben.

Schwedens Kronprinzessin positiv getestet

17.58 Uhr: Schwedens Kronprinzessin Victoria und ihr Ehemann Prinz Daniel sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Beide hätten milde Symptome, fühlten sich aber den Umständen entsprechend gut, teilt das Königshaus mit. Sie befänden sich in Selbst-Quarantäne.

Bund bietet Ländern zweites Start-Paket für Kauf von Selbsttests an

17.54 Uhr: Die Bundesregierung bietet den Ländern ein zweites Start-Paket für den schnellen Einkauf von Corona-Selbsttests etwa für Schulen und Kitas an. Im März sind darüber 17 Millionen Tests und im April bis zu 45 Millionen weitere Tests zu bekommen, wie aus einem Schreiben von Verkehrs- und Gesundheitsministerium hervorgeht. Interessierte Länder sollen sich bis diesen Freitagmittag melden. Nach einer Vereinbarung mit dem Bund sei der Hersteller Siemens Healthcare in der Lage, ab diesem Montag zunächst wöchentlich 8,5 Millionen Selbsttests auszuliefern.

In einer von Bund und Ländern eingesetzten »Taskforce Testlogistik« hatten Gesundheits- und Verkehrsministerium zu Wochenbeginn bereits ein erstes Start-Paket angeboten – mit insgesamt 10,5 Millionen Selbsttests des Anbieters Roche. Bund und Länder wollen Testangebote deutlich ausweiten, um anstehende Lockerungen des Corona-Lockdowns abzusichern.

EU lässt Johnson & Johnson-Impfstoff zu

17.31 Uhr: Die Europäische Kommission hat den Impfstoff von Johnson & Johnson zugelassen. »Wir haben gerade den Einsatz des Covid-19-Impfstoffs von Johnson & Johnson genehmigt«, twitterte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Mit dem Schritt, der nach einer Empfehlung der europäischen Arzneimittelbehörde Ema erfolgte, sind in der Europäischen Union nun vier Corona-Impfstoffe zugelassen.

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Österreich plant Lockerungen für Kinder und Jugendliche

17.28 Uhr: Freizeitaktivitäten und Sport für Kinder und Jugendliche sollen in Österreich schon bald wieder mit Auflagen möglich sein. Trotz steigender Infektionszahlen soll die Lockerung der Corona-Einschränkungen am Montag in Kraft treten, kündigte das Sozial- und Gesundheitsministerium an. Zuvor muss noch das Parlament zustimmen.

Impfbereitschaft unter Personal auf Intensivstationen gestiegen

17.08 Uhr: Die Impfbereitschaft unter Ärzten und Pflegekräften auf Intensivstationen ist laut einer Umfrage zweier medizinischer Fachverbände im Februar auf 75 Prozent gestiegen. Das berichteten die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) sowie die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin (DGIIN) gemeinsam unter Verweis auf eine Onlinebefragung unter 3500 Mitgliedern. Demnach stieg die Bereitschaft, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, im Vergleich zu einer identischen Umfrage vom Dezember um zehn Prozentpunkte.

Schleswig-Holstein setzt sogenannte Bäderverordnung aus

16.36 Uhr: In den Tourismusorten Schleswig-Holsteins wird es bis 28. März keine Sonntagsöffnungen von Geschäften geben. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz setzte die sogenannte Bäderverordnung aus. »Die Bäderverordnung dient dazu, dass sich Touristen an den Wochenenden Vorräte beschaffen können«, sagte der FDP-Politiker. Weil touristische Übernachtungen derzeit nicht möglich seien, ergebe die Öffnung der Geschäfte keinen Sinn.

In Schleswig-Holstein dürfen Läden in 95 Städten und Gemeinden vom 15. März bis zum 31. Oktober und vom 17. Dezember bis zum 8. Januar eigentlich sonntags jeweils sechs Stunden lang öffnen. Wegen der Coronapandemie sind die Hotels und Ferienwohnungen im Norden aktuell aber geschlossen.

Polen verschärft Corona-Maßnahmen in zwei Landesteilen

16.13 Uhr: Polen verschärft die Corona-Schutzmaßnahmen in zwei weiteren Landesteilen. In den Woiwodschaften Masowien mit der Hauptstadt Warschau und Lebus müssen Hotels, Schwimmbäder, Museen, Kinos, Theater und Sportstätten wieder schließen. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Für Einkaufszentren gelten dort neue Einschränkungen. An den Schulen wird der Präsenzunterricht zurückgefahren. Ähnliche Restriktionen waren zuvor bereits für die Verwaltungsgebiete Ermland-Masuren und Pommern beschlossen worden.

Infektiologe: Zusammenhang von AstraZeneca-Impfung und Blutgerinnsel unwahrscheinlich

16.09 Uhr: Ein deutscher Experte hält einen ursächlichen Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und dem Todesfall in Dänemark für unwahrscheinlich. »Ein direkter Zusammenhang ist nicht richtig vorstellbar, das kann auch Zufall sein«, sagte der Infektiologe Bernd Salzberger vom Universitätsklinikum Regensburg. »Das ist etwas Außergewöhnliches. Gefäßverschlüsse sind weder in den Zulassungsstudien aufgetaucht noch bei den Impfungen in England, und dort ist man sehr wachsam.« Allerdings müsse man dem Vorfall nachgehen, sagte Salzberger.

Frühere US-Präsidenten außer Trump werben für Corona-Impfung

15.35 Uhr: Alle lebenden früheren US-Präsidenten mit Ausnahme von Donald Trump haben in einem Video für Corona-Impfungen geworben. In dem am Donnerstag veröffentlichten einminütigen Clip rufen Barack Obama, George W. Bush, Bill Clinton und Jimmy Carter die US-Bürger auf, sich im Kampf gegen die Pandemie impfen zu lassen. Gezeigt werden zudem Fotos, wie die Ex-Präsidenten und ihre Ehefrauen ihre Spritze erhalten.

»Diese Impfung bedeutet Hoffnung«, sagt Obama in dem Video mit dem Motto »Es hängt von euch ab«, mit dem die Ex-Präsidenten gegen Impfskepsis ankämpfen. »Es wird euch und jene, die ihr liebt, vor dieser gefährlichen und tödlichen Krankheit schützen.«

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Brüssel kündigt weitere Millionenhilfe für Anti-Corona-Maßnahmen an

15.24 Uhr: Deutschland und andere Staaten sollen zur Bewältigung der Coronakrise weitere Millionenhilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds bekommen. Insgesamt geht es um 530 Millionen Euro für 17 EU-Länder und drei Beitrittskandidaten, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Darin sind 132,7 Millionen Euro für Deutschland und sechs weitere Länder enthalten, deren Auszahlung bereits im Oktober angekündigt worden war. Das Geld soll unter anderem dazu dienen, Präventionsmaßnahmen gegen die Virusausbreitung zu unterstützen. Das Europäische Parlament und die EU-Staaten müssen dem Vorschlag der Kommission noch zustimmen.

Italien verbietet Impfungen mit bestimmten AstraZeneca-Chargen

14.47 Uhr: Die italienische Medizin-Aufsichtsbehörde Aifa kündigt an, die Verwendung bestimmter Chargen des AstraZeneca-Impfstoffes zu verbieten. Bei der Partie mit der Kennung ABV 2856 habe es einige ernst zu nehmende negative Auswirkungen gegeben. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, da noch kein Zusammenhang zwischen den Vorkommnissen und den Impfungen festgestellt werden konnte.

Frankreich lockert die Reiseeinschränkungen

14.35 Uhr: Passagiere von und nach Australien, Südkorea, Israel, Japan, Neuseeland, Großbritannien und Singapur müssten nicht mehr einen zwingenden Grund für ihre Reise nachweisen, teilt das Außenministerium in Paris mit. Allerdings blieben andere Vorschriften in Kraft. Dazu gehöre die Vorlage eines negativen Coronavirus-Tests, der nicht älter als 72 Stunden sein dürfe.

EU-Behörde macht Weg frei für Impfstoff von Johnson & Johnson

14.30 Uhr: Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) hat die Zulassung des Corona-Impfstoffes des US-Herstellers Johnson & Johnson in der EU empfohlen. Das teilte die Ema in Amsterdam mit. Die endgültige Entscheidung über die bedingte Marktzulassung muss nun die EU-Kommission treffen – das gilt als Formsache und kann ebenfalls am Donnerstag geschehen.

Streit um Corona-Impfstart in Praxen

13.25 Uhr: Die Praxisärzte fordern eine schnellere Einbeziehung in die Corona-Impfungen, um auf breiter Front mehr Tempo zu bekommen. »Wir scharren seit Wochen ungeduldig mit den Hufen«, sagte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, im Deutschlandfunk. Es gehe darum, beim Durchimpfen der Bevölkerung endlich Ergebnisse zu haben. Nach einer Empfehlung der Gesundheitsminister von Bund und Ländern sollen Impfungen in Praxen »frühestmöglich«, aber spätestens in der Woche vom 19. April starten. Verfügbarer Impfstoff soll weiter zuerst an die bestehenden regionalen Impfzentren der Länder gehen.

Handel erwartet zahlreiche Klagen wegen Coronahilfen

12.55 Uhr: Zahlreiche Einzelhändler dürften aus Sicht des Branchenverbandes HDE auf eine staatliche Umsatzerstattung für die Schließung ab Mitte Dezember klagen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) geht auf Grundlage eines Gutachtens von guten Erfolgsaussichten aus. »Da die Lage bei vielen Händlern nach wie vor sehr schwierig ist, rechnen wir mit einer großen Zahl an Klagen«, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Die Expertise sieht laut dem HDE eine haltlose Ungleichbehandlung von Handel und Gastronomie. Denn Gastronomen könnten sich über die Dezemberhilfe bis zu 75 Prozent ihres entgangenen Umsatzes ausgleichen lassen. Der Handel dagegen werde auf die Überbrückungshilfe III verwiesen, mit der Fixkosten teilweise kompensiert werden. Dies sei deutlich weniger Geld als die Dezemberhilfe.

Corona-Fälle in Afrika gehen zurück – Impfkampagne startet

12.29 Uhr: Afrika verzeichnet bei der Zahl der nachgewiesenen neuen Corona-Fälle einen spürbaren Rückgang. »Bei den neuen Fällen gab es in den vergangenen vier Wochen auf dem gesamten Kontinent einen neunprozentigen Rückgang«, sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (AU). In dem am meisten betroffenen Land Südafrika – es verzeichnet kontinental 38 Prozent aller Fälle – sei die Covid-19-Sterberate im Schnitt sogar um 25 Prozent gesunken.

In den kommenden Tagen soll die Impfkampagne »Vaccinate Africa 2022« vorgestellt werden, die mit EU-Hilfe beim Aufbau einer entsprechenden Infrastruktur rund 60 Prozent der Bevölkerung immunisieren soll. Von den 54 Staaten Afrikas hätten bisher 22 afrikanische Staaten von Lieferungen der Impfstoff-Initiative Covax profitiert. »Wir befinden uns aber noch in den Anfangstagen«, sagte Nkengasong mit Blick auf die nun auch in Afrika eintreffenden Covid-19-Impfstoffe. Die CDC versucht, die vorhandenen Mittel der afrikanischen Staaten zu bündeln und Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie zu koordinieren.

Öffnung der Bühnen: Berlin plant Pilotprojekt

12.24 Uhr: In Berlin sollen die ersten Bühnen noch im März für ein Pilotprojekt öffnen. Das Publikum wird vorher auf das Coronavirus getestet. Neben den Philharmonikern, der Berliner Volksbühne und der Staatsoper Unter den Linden ist beispielsweise auch die Clubcommission mit einem Konzert dabei. Geplant sind neun Veranstaltungen bis Anfang April. »So ein Pilot ist in Deutschland einzigartig und hoffentlich ein Beitrag mit Blick auf ein unbeschwertes Besuchen von Kulturveranstaltungen«, teilte der Berliner Kultursenator Klaus Lederer (Linke) mit. Das Publikum muss am Tag der Veranstaltung zu einem Coronatest und soll während der Vorstellung einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Mehr als 250.000 Deutsche an einem Tag geimpft

11.45 Uhr: Das Impftempo in Deutschland zieht langsam an. Mitte der Woche wurden bundesweit erstmals mehr als 250.000 Corona-Schutzimpfungen binnen eines Tages vorgenommen, wie aus den aktuellen Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Rund 192.000 Impfdosen davon entfielen auf Erstimpfungen, 65.000 auf Zweitimpfungen. Insgesamt 3,2 Prozent der Einwohner Deutschlands sind damit bereits vollständig geimpft. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung (93,1 Prozent) verfügt auch zweieinhalb Monate nach dem Impfstart noch immer über keinen Impfschutz.

Dresden untersagt »Querdenken«-Demonstration

11.41 Uhr: Die Stadt Dresden hat die für Samstag geplante »Querdenken«-Demonstration gegen Corona-Auflagen auf drei großen Plätzen im Zentrum untersagt. Die Kundgebungen und damit einhergehende Anreisen aus Sachsen und angrenzenden Bundesländern würden dem »Schutzzweck aller Corona-Schutzverordnungen zuwiderlaufen«, hieß es in der Begründung.

Der Veranstalter habe Bedenken hinsichtlich mangelndem Infektionsschutz nicht ausräumen können, teilte die Stadt weiter mit. Daher müsse die Versammlungsbehörde schlussfolgern, »dass der Veranstalter nicht in der Lage und nicht willens ist, seine Mobilisierung und den damit verbundenen Zustrom von Tausenden Teilnehmern auch aus Hochinzidenz- und Mutationsgebieten nach Dresden zu beeinflussen«.

Dänemark stoppt AstraZeneca-Impfungen

11.00 Uhr: Dänemark will vorerst nicht mehr mit der Vakzine von AstraZeneca impfen. Das teilte Gesundheitsminister Magnus Heunicke mit. Der Grund seien Hinweise, dass es nach Impfungen zu Blutgerinnseln gekommen sei. Ob ein Zusammenhang mit dem Impfstoff bestehe, sei nicht nachgewiesen, trotzdem müsse die dänische Regierung vorsichtshalber schnell handeln.

In Ungarn neuer Höchstwert bei täglichen Positivtests

10.43 Uhr: Ungarn registriert mit 8312 neuen Positivtests einen Höchstwert. Damit zeigt sich nach offiziellen Angaben, dass sich die dritte Welle der Pandemie verstärkt, obwohl die Kontakteinschränkungen verschärft und die Impfkampagne ausgeweitet wurde. Ministerpräsident Viktor Orbán will heute nach Israel reisen, um sich über Maßnahmen gegen die Seuche zu informieren. Israel hat die Ausbreitung des Virus eindämmen können und erste Schritte zur Rückkehr zur Normalität eingeleitet.

Corona-Infektionszahlen in Israel gehen zurück

10.27 Uhr: Fast ein Vierteljahr nach Beginn der Coronavirus-Impfkampagne nimmt die Infektionsdynamik in Israel ab. Erstmals seit Mitte Dezember fiel die Infektionsrate unter die Marke von drei Prozent, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Von knapp 99.000 gemachten Tests fielen demnach am Mittwoch 2,9 Prozent positiv aus. Gemeldet wurden 2802 neue Fälle – am Mittwoch vor einer Woche waren es noch 4666.

Im Vergleich zu Deutschland liegt die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Israel allerdings höher. In Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen wie in dem Mittelmeerstaat. Hier wurden zuletzt binnen 24 Stunden 14.356 Corona-Neuinfektionen erfasst.

Unicef warnt vor dauerhaften Auswirkungen für Kinder

10.02 Uhr: Am Jahrestag der Einstufung der Coronavirus-Ausbreitung als Pandemie warnt das Uno-Kinderhilfswerk Unicef vor langfristigen Folgen für Kinder und Jugendliche. »Ein Jahr nach der Coronapandemie sind die Fortschritte in nahezu allen wichtigen Bereichen der Kindheit rückläufig«, sagt Unicef-Exekutivdirektorin Henrietta Fore. Die Zahl der Kinder, die hungern, isoliert sind, missbraucht werden, in Armut leben oder in Zwangsehen verheiratet werden, sei gestiegen. Gleichzeitig habe sich ihr Zugang zu Bildung, sozialer Teilhabe und grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheit, Ernährung und Schutz verschlechtert. »Die Anzeichen dafür, dass Kinder in den kommenden Jahren die Narben der Pandemie tragen werden, sind unverkennbar«, sagt Fore.

Corona-Inzidenzwert steigt im Hotspot Thüringen weiter an

9.41 Uhr: In Thüringen hat sich der Corona-Inzidenzwert weiter auf mittlerweile 138,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche erhöht. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Donnerstag hervor. Einen Tag zuvor hatte die Inzidenz noch bei rund 134 gelegen. Innerhalb eines Tages kamen mit Stand vom Donnerstag 771 Covid-19-Fälle in Thüringen hinzu. Die Gesamtzahl der Infizierten stieg damit auf 80.882, von denen geschätzt 72.600 als genesen gelten.

Der Freistaat steht im bundesweiten Vergleich seit vielen Wochen an der Negativspitze beim Corona-Infektionsgeschehen. Die Landesregierung will auf einen »Dreiklang aus Impfen, Testen und elektronischer Kontaktnachverfolgung« setzen, wie Staatssekretär Malte Krückels in einer Landtagssitzung sagte.

Corona-Maßnahmen kurbeln Konsum an

9.30 Uhr: Kaufanreize schaffen, um die Wirtschaft in der Pandemie zu stärken – dieses Konzept des Bundes ist Zahlen des Statistischen Bundesamtes zufolge teils aufgegangen. Für die Untersuchung wurden zwischen August und Dezember 2020 monatlich rund 4200 Menschen online befragt. 20 bis 25 Prozent der Teilnehmer gaben an, die um drei Prozentpunkte abgesenkte Mehrwertsteuer als zusätzlichen Kaufanreiz wahrgenommen zu haben und deshalb private Anschaffungen teilweise vorgezogen zu haben. Mit Blick auf den Kinderbonus von 300 Euro pro berechtigtem Kind gab etwa jeder zweite Empfängerhaushalt an, die Summe ganz oder zumindest einen Teil des Geldes für Konsumzwecke ausgegeben zu haben.

Ethikrat-Chefin Buyx fordert höheres Tempo beim Impfen

9 Uhr: Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hat die schnelle Beteiligung niedergelassener Ärzte bei den Corona-Impfungen gefordert. »Es ist ein ethisches Gebot, jetzt Meter zu machen beim Impfen«, sagte Buyx am Donnerstag in der Sendung »Frühstart« von RTL und n-tv. »Ich bin ein ganz großer Befürworter, dass man das in die niedergelassenen Praxen bringt – so schnell wie möglich.«

Sie habe großes Vertrauen, dass die niedergelassenen Ärzte die vorgegebene Impfreihenfolge im Großen und Ganzen gut umsetzen können, sagte die Ethikratsvorsitzende. Sie sei zwar dafür, grundsätzlich an der Priorisierung festzuhalten. Aber den Ärztinnen und Ärzten solle die Möglichkeit gegeben werden, »selbst zu entscheiden, wen impfe ich jetzt von meinen Patientinnen und Patienten besonders schnell, wer braucht besonders viel Schutz«.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Vortag beschlossen, dass die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig wohl erst Mitte April starten können. Die bestehenden Impfzentren sollten weiterhin parallel mindestens 2,25 Millionen Impfungen pro Woche verabreichen, hieß es. Der darüber hinaus vorhandene Impfstoff solle dann den Arztpraxen zur Verfügung gestellt werden.

GlaxoSmithKline plant Zulassungsantrag für Covid-19-Antikörpertherapie

8.55 Uhr: Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline und sein Partner Vir Biotechnology planen nach positiven Studiendaten mit einem Corona-Medikament einen Antrag auf Notfallzulassung. Ein unabhängiges Kontrollgremium sah Hinweise auf eine hochgradige Wirksamkeit der Antikörpertherapie und empfahl, die Aufnahme weiterer Patienten in die Studie zu unterbrechen, wie die beiden Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Eine Zwischenanalyse basierend auf Daten von 583 Patienten der entscheidenden Phase-III-Studie zeigte demnach einen Rückgang von 85 Prozent bei Krankenhauseinweisungen und Todesfällen gegenüber einem Scheinmedikament (Placebo).

Auf Basis dieser Ergebnisse wollen GSK und Vir nun bei der US-Gesundheitsbehörde FDA und auch in weiteren Ländern eine Notfallzulassung für die Antikörpertherapie beantragen. Eine vitro-Laborstudie mit dem Mittel hat nach Angaben der beiden Unternehmen zudem gezeigt, dass der Antikörper auch gegen die ansteckenderen neuen Virusvarianten effektiv ist.

Coronapandemie verhindert Naturschutz

8.47 Uhr: Der Naturschutz hat in vielen Teilen der Welt wegen der Coronapandemie schweren Schaden genommen. So mussten in mehr als der Hälfte aller Schutzgebiete in Afrika Patrouillen und Einsätze gegen Wilderer reduziert oder eingestellt werden, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) am Donnerstag in Gland bei Genf berichtete. Auch ein Viertel aller Schutzgebiete in Asien meldete Einschränkungen bei Naturschutzaktivitäten. In Nord- und Lateinamerika sowie in Europa und der Region Ozeanien seien die wichtigsten Funktionen aufrechterhalten worden, obwohl Einkünfte durch Touristen fehlten.

Nach Umfragen in mehr als 60 Ländern verlor jeder fünfte Wildhüter seinen Arbeitsplatz, jeder vierte musste mit einer Einkommenskürzung oder Auszahlungsverspätung fertig werden, schreibt die IUCN in der hauseigenen Zeitschrift »Parks«. In 22 Ländern seien in mindestens 64 Fällen Erhaltungsmaßnahmen in Schutzgebieten zugunsten von Straßenbau oder Öl- und Gasförderung zurückgenommen worden. Natürlich habe die Gesundheitskrise der Menschen in der Coronapandemie Priorität, sagte IUCN-Generaldirektor Bruno Oberle. »Aber wir dürfen nicht vergessen, dass wir nur mit Investitionen in eine gesunde Natur eine solide Basis für die Erholung von der Pandemie schaffen und künftige Krisen der öffentlichen Gesundheit vermeiden.«

Kambodscha meldet ersten Coronatoten

8.33 Uhr: In Kambodscha ist ein 50-Jähriger als erster Mensch, der an Covid-19 gestorben ist, registriert worden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit. Der Tod des Mannes steht im Zusammenhang mit einem lokalen Ausbruch mit mehreren Hundert Infizierten.

Der Verstorbene hatte offiziellen Angaben zufolge als Fahrer für einen ebenfalls infizierten chinesischen Staatsbürger gearbeitet. Am 27. Februar wurde er positiv auf das Coronavirus getestet, nicht einmal zwei Wochen später starb er.

Mit insgesamt nur rund 1100 Coronavirus-Infektionen zählt Kambodscha zu den Ländern mit den wenigsten Fällen  in Asien. Ein starker Anstieg der Infektionen seit dem 20. Februar hat die Gesamtzahl jedoch mehr als verdoppelt.

Kassenärztliche Bundesvereinigung glaubt nicht an Impfbeginn in Hausarztpraxen im April

8.22 Uhr: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, sieht die Haus- und Fachärzte nicht wie von der Bundesregierung geplant im April mit den Corona-Impfungen starten. Auf die Impfressourcen könne »wohl erst im Mai in Arztpraxen zurückgegriffen werden«, sagte Gassen im ZDF-»Morgenmagazin«. Es fehle an Impfstoff. Außerdem habe die Regierung entschieden, vorerst die Menschen prioritär weiter in Impfzentren zu immunisieren.

»Fünf Millionen Impfungen pro Woche sind in Arztpraxen ohne große Anstrengung machbar«, sagte der KBV-Vorstandsvorsitzende. Voraussetzung sei, dass diese Impfstoffmengen verfügbar seien. »Dann wären 50.000 oder 100.000 Praxen am Impfprozess beteiligt. Das können sogar mehr werden«, stellte Gassen in Aussicht.

Nach Beratungen im Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch hieß es, die Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen könnten routinemäßig wohl erst Mitte April starten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder hatten in ihren Corona-Beratungen vergangene Woche noch einen Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert.

Roche erleidet Rückschlag bei Entwicklung von Corona-Medikament

7.48 Uhr: Das Medikament Actemra des Schweizer Pharmakonzerns Roche hat in einer klinischen Studie den Wirkungsnachweis bei schwer erkrankten Covid-19-Patienten verfehlt. Durch die Verabreichung der Arznei zusätzlich zum Medikament Remdesivir von Gilead verringerte sich die Zeit bis zur Krankenhausentlassung von Patienten mit schwerer Lungenentzündung nicht.

Das primäre Hauptziel des Phase-III-Tests wurde damit nicht erreicht. Auch die Notwendigkeit für eine künstliche Beatmung und das Sterberisiko nahmen nicht ab. Roche testet den Einsatz von Actemra bei einer Coronavirus-Infektion in verschiedenen Studien und Kombinationen.

Passagieraufkommen am Flughafen Frankfurt sinkt weiter

7.19 Uhr: Am Frankfurter Flughafen ist der Passagierverkehr wegen der anhaltenden Shutdowns und Reisebeschränkungen im Februar noch einmal deutlich abgesackt. Der Flughafenbetreiber Fraport zählte an Deutschlands größtem Luftfahrt-Drehkreuz im vergangenen Monat 681.845 Passagiere und damit 84,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, wie er mitteilte .

Das waren rund 200.000 Passagiere weniger als im Januar, als der Rückgang im Jahresvergleich 80,9 Prozent betragen hatte. Viele Fluggesellschaften hatten auf die Lockdowns in zahlreichen Ländern reagiert und ihr ohnehin gekapptes Flugangebot weiter zurückgefahren.

Im Cargo-Geschäft ging es hingegen kräftig aufwärts. Im Februar erhöhte sich das Aufkommen an Fracht und Luftpost in Frankfurt am Main im Jahresvergleich um 21,7 Prozent auf 180.725 Tonnen.

Ramelow wirbt für Bestellung von Sputnik-Impfstoff

5.55 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat dafür geworben, den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V zu bestellen. »Für mich ist der Sputnik-Impfstoff eine große Chance, wieder schneller zur Normalität zurückzukehren«, sagte der Linkenpolitiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich appelliere an die Bundesregierung, gegenüber der EU deutlich zu machen, dass jetzt bei den Produzenten von Sputnik entsprechende Impfmengen geordert werden sollten.«

Die Europäische Arzneimittel-Agentur (Ema) prüft Sputnik V derzeit. Die EU-Kommission hatte vergangene Woche klargestellt, dass sie mit den Sputnik-Herstellern derzeit nicht über einen Lieferrahmenvertrag für alle 27 EU-Staaten verhandelt.

Brasilien meldet erstmals über 2000 Coronatote in 24 Stunden

5.50 Uhr: Nach der bisher todbringendsten Woche in der Pandemie hat Brasilien erstmals mehr als 2000 Coronatote an einem Tag erfasst. 2286 Menschen sind nach Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwochabend (Ortszeit) innerhalb von 24 Stunden gestorben.

Insgesamt sind damit in Brasilien 270.656 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Neu infiziert haben sich 79.876 Menschen, womit die Zahl der Corona-Infizierten in dem größten Land Lateinamerikas auf mehr als 11,2 Millionen stieg. Nur in den USA und in Indien sind die Zahlen noch höher.

Brasilien, das erst im Januar mit Impfungen begann, ist eines der am stärksten von der Pandemie betroffenen Länder. Das Gesundheitssystem ist in vielen Städten zusammengebrochen. So haben die Intensivstationen für Covid-19-Patienten etwa in Porto Velho, Campo Grande und Porto Alegre laut der Forschungseinrichtung »Fundação Oswaldo Cruz« (Fiocruz) 100 Prozent Auslastung erreicht.

Ein Coronatoter wird in Brasilien beerdigt

Ein Coronatoter wird in Brasilien beerdigt

Foto: Rogerio Florentino / EPA

Nach Angaben der Forschungseinrichtung Fiocruz haben die intensive Zirkulation von Menschen und die zunehmende Ausbreitung von Sars-CoV-2 das Auftreten von »besorgniserregenden Varianten« in Brasilien wie der offenbar im Amazonasgebiet entstandenen neuen P.1-Variante begünstigt.

Lokale Politiker haben den Ernst der Lage erkannt und die Maßnahmen gegen eine rasante Ausbreitung des Coronavirus zuletzt verschärft. Präsident Jair Bolsonaro, der das Coronavirus von Anfang an verharmlost hatte und mittlerweile auch den Sinn einer Impfung in Zweifel zieht, lehnt Einschränkungen aus wirtschaftlichen Gründen weiter ab.

Mehrere Unternehmen bieten Mitarbeitern offenbar Schnelltests an

4.45 Uhr: Mehrere große Unternehmen wollen ihrer Belegschaft laut einem Medienbericht Corona-Schnelltests in der Firma oder für zu Hause anzubieten. Unter anderem planten dies Aldi Süd, Aldi Nord, Henkel, Metro, Rewe, RWE und Telekom, berichtete die »Rheinische Post«. Beim Handelskonzern Metro soll es demnach für die Beschäftigten in der Zentrale pro Woche zwei Tests geben.

Aldi Süd und Aldi Nord bieten den Beschäftigten in den Filialen ab nächster Woche alle sieben Tage einen kostenlosen Selbsttest an. Der Energieversorger RWE will dem Bericht zufolge Schnelltests und Selbsttests an allen großen Standorten anbieten. Bei Henkel bekämen alle Mitarbeiter in Deutschland fünf Selbsttests nach Hause geschickt, Vodafone prüfe eine ähnliche Aktion. Die Deutsche Post habe schon mehr als 46.000 Tests an deutschen Betriebsstätten vorgenommen.

Hausärzteverband kritisiert Verzögerung beim Impfstart in Arztpraxen

4.00 Uhr: Der Chef des Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, hat die Verzögerung beim Start der Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen kritisiert. »Wir sind nicht nur bereit, wir scharren schon seit Wochen ungeduldig mit den Hufen«, sagte Weigeldt dem Deutschlandfunk. Er könne nicht nachvollziehen, dass »man das Volk sozusagen im Lockdown hält«, statt es zu impfen. Die Impfzentren seien am Anfang sicher notwendig gewesen. In den Praxen könne aber schneller und besser geimpft werden.

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich am Mittwoch auf die Empfehlung geeinigt, mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen routinemäßig Mitte April zu beginnen. Begründet wurde dies damit, dass noch nicht genügend Impfstoff für einen früheren Start zur Verfügung stehe. Zuvor war ein Impfstart in den Praxen Anfang April anvisiert worden. Die endgültige Entscheidung treffen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchefs auf Grundlage der Empfehlung der Gesundheitsminister.

RKI-Chef Wieler warnt: dritte Coronawelle hat begonnen

3.45 Uhr: Ein Jahr nach der Erklärung einer Pandemie durch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat in Deutschland nach Überzeugung des Robert Koch-Instituts die dritte Coronawelle begonnen. »Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen«, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler im Gespräch mit der Uno-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. »Ich bin sehr besorgt.« Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig.

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus seien. »Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden«, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind – in welchen Abständen, sei bislang unklar.

US-Regierung erlaubt dank Impfungen wieder Besuche in Pflegeheimen

2.35 Uhr: Angesichts der erfolgreichen Corona-Impfkampagne in Pflege- und Altenheimen sind in den Einrichtungen nach einer neuen Richtlinie wieder Besuche erlaubt. Dies gelte unabhängig davon, ob die Besucher oder Heimbewohner geimpft seien, teilte die zuständige Behörde CMS mit. In den Heimen seien bislang rund drei Millionen Menschen geimpft worden, hieß es. Die »lange anhaltende Isolierung und Trennung von der Familie« wegen der Pandemie hätten die Heimbewohner und deren Angehörige psychologisch, emotional und körperlich belastet, hieß es von der Behörde.

Besuche sollen demnach nur in Ausnahmefällen untersagt werden können, etwa wenn in einem Gebiet mehr als zehn Prozent aller Coronatests positiv ausfallen und weniger als 70 Prozent der Heimbewohner vollständig geimpft sind. Zudem sollen Besuche auch bei Menschen mit aktiver Infektion untersagt werden können, oder bei jenen, die sich in Quarantäne befinden. Doch selbst in diesen Fällen sollen bei dringlichen gesundheitlichen Gründen Besuche möglich sein.

Die neuen Richtlinien seien in Zusammenarbeit mit der US-Gesundheitsbehörde CDC erarbeitet worden, erklärte das CMS. Dabei handelt es sich um das Zentrum für Medicare und Medicaid Services, also eine Behörde, die unter anderem für die Gesundheitsversorgung von Amerikanern ab dem Rentenalter zuständig ist.

Lauterbach: Kein höheres Impftempo im April durch Hausärzte

2.10 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft Erwartung an ein höheres Impftempo im April. »Es ist richtig, die Hausärzte in die Impfstrategie einzubinden, auch wenn sich dadurch das Impftempo wegen des Mangels an Dosen bis Ende April noch nicht wesentlich erhöhen lässt«, sagt Lauterbach der Zeitung »Rheinische Post«.

Union verliert durch Maskenaffäre Vertrauen

1.45 Uhr: Die Union verliert durch die Maskenaffäre an Vertrauen in der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Online-Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag der Zeitungen der Funke Mediengruppe. Demnach vertrauen nur rund ein Drittel der Befragten der Union in gleichem Maße wie vor den Korruptionsvorwürfen. Rund 60 Prozent geben hingegen an, dass die Maskenaffäre ihr Vertrauen in die CDU und CSU negativ beeinflusst habe. Gut 75 Prozent der Befragten rechnen damit, dass die Parteien daher bei der Bundestagswahl mit großer Wahrscheinlichkeit Schaden nehmen werden.

Zahnärzte wollen beim Impfen helfen

0.35 Uhr: Die Zahnärzte in Deutschland bieten weiterhin an, bei Test- und Impfmaßnahmen zu unterstützen. »Das Angebot gilt weiterhin«, sagt der Vorsitzende der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), Wolfgang Eßer, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Als approbierte Ärzte seien Zahnärzte grundsätzlich dazu befähigt, Impfungen durchzuführen. Gerade im Hinblick auf schnelle und flächendeckende Impfungen sei es wichtig, ausreichend Impfärzte zu haben.

Malta schließt Schulen und Geschäfte

0.10 Uhr: Malta schließt im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen ab Donnerstag die Schulen sowie alle Geschäfte und Dienstleistungen, die nicht als systemrelevant gelten. Die Sperren gelten für rund einen Monat, kündigte Premierminister Robert Abela in einer Ansprache am Mittwoch an. Reisen auf Maltas Schwesterinsel Gozo würden eingeschränkt. Organisierter Sport ist künftig verboten. Hochzeiten dürften nicht mehr gefeiert werden.

Die Beschränkungen gelten den Angaben zufolge bis mindestens 11. April, wenn die Osterferien enden. Zuvor hatte das kleine EU-Land mit rund 500.000 Einwohnern einen Rekordwert von über 500 Corona-Neuinfektionen in 24 Stunden registriert.

WHO-Einstufung von Corona als Pandemie jährt sich zum ersten Mal

0.05 Uhr: Die Einstufung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus als Pandemie jährt sich am Donnerstag zum ersten Mal. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Covid-19 am 11. März 2020 zur Pandemie erklärt. Der Begriff »Pandemie« setzt sich aus den altgriechischen Wörtern »pan« für »alles« und »demos« für »Volk« zusammen. Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die gesamte Weltbevölkerung potenziell einem Erreger ausgesetzt ist – und das Risiko besteht, dass »ein Teil von ihr erkrankt«.

Ihre höchste Alarmstufe wegen des neuartigen Erregers hatte die WHO allerdings schon am 30. Januar 2020 ausgerufen , indem sie die Ausbreitung von Sars-CoV-2 zum »öffentlichen Gesundheitsnotfall von internationalem Interesse« erklärte. Seit der Registrierung der ersten Infektionen im Dezember 2019 in China wurden bis heute weltweit mehr als 117 Millionen Ansteckungen nachgewiesen. Mehr als 2,6 Millionen Infizierte starben.

mas/bbr/nck/cop/mrc/ssu/hba/dpa/AFP/Reuters/sid/AP
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