+++ Corona-News am Donnerstag+++ Russland meldet so viele Neuinfektionen wie nie – Teil-Lockdown in Moskau

Die Moskauer Behörden haben die schärfsten Beschränkungen des öffentlichen Lebens seit Juni 2020 verhängt. Und: Laut WHO werden bis Ende des Jahres nur fünf von 54 Ländern in Afrika das Impfziel erreichen. Der Überblick.
Bis mindestens 7. November müssen Schulen, Kinos, Einkaufszentren und Fitnessstudios in Moskau geschlossen bleiben

Bis mindestens 7. November müssen Schulen, Kinos, Einkaufszentren und Fitnessstudios in Moskau geschlossen bleiben

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Mikhail Tereshchenko / imago images/ITAR-TASS

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+++ Russland meldet so viele Neuinfektionen wie nie – Teil-Lockdown in Moskau +++

17.46 Uhr: In Moskau haben die Behörden wegen rasch steigender Infektionszahlen und stark belasteter Krankenhäuser die schärfsten Beschränkungen des öffentlichen Lebens seit Juni 2020 verhängt. Seit Donnerstag sind lediglich noch Supermärkte und Apotheken geöffnet. Bis mindestens 7. November müssen Schulen, Kinos, Einkaufszentren und Fitnessstudios geschlossen bleiben. Restaurants und Cafés dürfen lediglich Essen und Getränke zum Mitnehmen anbieten.

Landesweit sollen arbeitsfreie Tage von diesem Samstag an gelten. Anders als im Sommer vor einem Jahr dürfen die Einwohnerinnen und Einwohner der Hauptstadt ihre Wohnungen verlassen.

Laut offizieller Statistik vom Donnerstag wurden landesweit mehr als 40.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert – so viele wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020. Auch die Zahl der Toten pro Tag erreichte mit 1160 einen neuen Höchstwert. Die Regierung hat dafür die nur langsam steigende Impfquote verantwortlich gemacht. Erst ein Drittel der 146 Millionen Menschen in Russland ist offiziellen Angaben zufolge vollständig geimpft.

Estland verschärft geltende Beschränkungen

19.20 Uhr: Angesichts steigender Corona-Neuinfektionszahlen verschärft Estland die geltenden Coronaregeln.

In dem baltischen EU-Land gilt nach einem Beschluss der Regierung in Tallinn ab 29. Oktober eine Maskenpflicht auch in Innenräumen. Weiter gilt zum 1. November die 2G-Regel auch für Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren. Anders als für Erwachsene ist für sie aber zur Teilnahme an Veranstaltungen oder zum Zutritt zu gastronomischen Betrieben, Kultur-, Freizeit-, Unterhaltungs- und Sportstätten ein negativer Corona-Test ausreichend. Zugleich müssen alle Esten zusammen mit ihrem grünen Zertifikat künftig einen Ausweis vorlegen.

Die Regierung schränkte am Donnerstag auch die Dauer von öffentlichen Veranstaltungen und Aktivitäten ein – sie müssen vom 1. November an um spätestens 23 Uhr beendet sein. Dies trifft besonders Nachtklubs, Bars und andere Unterhaltungsstätten. Regierungschefin Kajas Kallas begründete dies einem Rundfunkbericht zufolge damit, dass die Wahrscheinlichkeit einer Ausbreitung des Coronavirus bei abendlichen Veranstaltungen höher ist, wenn Alkohol verkauft wird.

In Estland sind die Coronazahlen zuletzt deutlich gestiegen. In den vergangenen 14 Tagen wurden nach offiziellen Angaben 1478 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner registriert. In dem Baltenstaat mit 1,2 Millionen Einwohnern sind fast 57 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft.

England streicht Länder von Roter Liste: keine Hotel-Quarantäne mehr

19.15 Uhr: England hat die Pflicht zur Hotel-Quarantäne nach der Einreise für alle Länder aufgehoben. Ab Montag, dem 1. November, sollen für Einreisende aus allen sieben derzeit noch auf der sogenannten Roten Liste stehenden Ländern wie Peru oder Venezuela die gleichen Regeln gelten wie für Reisende aus anderen Staaten. Das teilte Verkehrsminister Grant Shapps auf Twitter mit.

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De facto bedeutet das, dass vorerst niemand mehr eine verpflichtende, teure Quarantäne im Hotel verbringen muss, wie es bisher der Fall war. Die Kategorie bleibe aber vorsorglich bestehen, hieß es.

Den Zehntausenden Einreisenden, die sich in diesen Tagen auf den Weg zur Weltklimakonferenz COP26 nach Glasgow machen, hilft die Änderung wenig: In Schottland, wo die Regierung traditionell einen etwas vorsichtigeren Coronakurs fährt, bleibt die Pflicht zur Hotel-Quarantäne für Einreisende aus Hochrisikoländern weiterhin bestehen. Allerdings wurde sie für COP-Teilnehmer auf fünf – statt wie üblicherweise zehn – Tage reduziert.

Forscher: Corona-Maßnahmen auch bei hohen Impfquoten notwendig

18.38 Uhr: Britische Forscher empfehlen auf Grundlage einer neuen Studie, auch bei hohen Impfquoten Coronaregeln beizubehalten. »Kontinuierliche Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung wie das Tragen von Masken, Abstand halten und Tests bleiben wichtig, auch bei geimpften Menschen«, schrieb die Co-Autorin einer in der Zeitschrift »Lancet Infectious Diseases«  veröffentlichten Studie, Anika Singanayagam vom Imperial College London.

Für die Studie analysierten die britischen Forscher die Krankheitsdaten von 621 Personen, die sich zwischen September 2020 und September 2021 mit Corona infizierten und milde oder keine Symptome zeigten. Anhand täglicher PCR-Tests konnten die Forscher analysieren, wie lange die Teilnehmer infektiös waren und wie hoch ihre Viruslast war. Dabei kam heraus: Auch vollständig Geimpfte haben immer noch ein gewisses Risiko, sich mit der Delta-Variante anzustecken und auch andere Mitglieder ihres Haushalts zu infizieren. Ihre Viruslast fiel zeitweise ähnlich aus wie bei Ungeimpften.

Den Studienautoren zufolge liefern die Ergebnisse eine Erklärung dafür, warum die weltweit vorherrschende, hochansteckende Delta-Variante auch in Ländern mit hohen Impfquoten wie etwa Großbritannien für hohe Infektionszahlen sorgen kann. »Unsere Ergebnisse zeigen, dass Impfungen allein nicht genug sind, um Menschen davor zu schützen, sich mit der Delta-Variante anzustecken und sie in ihren Haushalten weiterzuverbreiten«, schrieb einer der Hauptautoren, Ajit Lalvani vom Imperial College London.

Es habe sich außerdem gezeigt, dass die Immunität von Geimpften bereits nach einigen Monaten abnehme. Die Forscher empfahlen Ungeimpften dringend, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen und bereits Geimpften, Angebote für Booster-Impfungen anzunehmen.

Als Schwäche ihrer Studie räumten die Forscher ein, dass die Ausgangsfälle jeweils Menschen mit Covid-19-Symptomen waren, die deswegen durch das britische Testsystem identifiziert wurden. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass in ihren Haushalten zuvor bereits unentdeckte, asymptomatische Infektionen vorgekommen seien.

WHO benötigt 23,4 Milliarden Dollar zur Unterstützung der ärmsten Länder

17.40 Uhr: Für den Kampf gegen die Corona-Pandemie in den ärmsten Ländern weltweit benötigt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den nächsten zwölf Monaten 23,4 Milliarden Dollar (über 20 Milliarden Euro). Mit dem Geld solle die globale Initiative ACT Accelerator die am stärksten gefährdeten Länder bis September 2022 bei Beschaffung und Einsatz von Ressourcen gegen Covid-19 unterstützen, erklärte die WHO am Donnerstag.

Im Vergleich zu den wirtschaftlichen Verlusten durch die Pandemie und die Kosten für die nationalen Konjunkturpakete sei die Summe verschwindend gering, erklärte die WHO. Im Gegenzug helfe die neue Strategie, mindestens fünf Millionen zusätzliche Todesfälle zu verhindern. Der ungleiche Zugang zu Coronatests, -Behandlungen und -Impfstoffen verlängere hingegen die Pandemie weltweit. Er bringe zudem die Gefahr mit sich, dass neue und gefährlichere Virus-Varianten entstehen.

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Bislang seien erst 0,5 Prozent der verfügbaren Impfstoffe in den ärmsten Ländern eingesetzt worden, obwohl sie neun Prozent der Bevölkerung ausmachen. »Wenn die 6,8 Milliarden Impfdosen, die verabreicht wurden, fair verteilt worden wären, hätten wir das Ziel, in jedem Land 40 Prozent der Bevölkerung zu impfen, bereits erreicht«, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Nach Angaben des WHO-Büros in Afrika werden nur zehn Prozent der 54 Länder der Afrika-Region das 40-Prozent-Ziel nach bis Ende des Jahres erreichen, wenn nicht deutlich mehr getan wird.

Gastronomen und Hoteliers in Bulgarien protestiert gegen 3G-Regel

17.32 Uhr: In Bulgarien haben inmitten einer vierten Coronawelle Mitarbeiter und Betreiber von Lokalen erneut gegen die vor einer Woche eingeführte 3G-Regel protestiert. Kundgebungen von Vertretern der Gastronomie und Hotellerie gab es am Donnerstag trotz zunehmender Neuinfektionen in zahlreichen Städten wie etwa Sofia, Plowdiw sowie Warna und Burgas am Schwarzen Meer. In der Hauptstadt blockierten Demonstranten die für den Verkehr wichtige Adlerbrücke (Orlow most), bevor sie zum Regierungssitz und Präsidialamt weiterzogen.

Die bulgarische Gastronomie gibt an, dass nach Einführung der umstrittenen 3G-Regel die Umsätze um bis zu 80 Prozent zurückgegangen seien. Nur Kunden, die geimpft, genesen oder getestet sind, haben seit dem 21. Oktober Zutritt zu Restaurants, Cafés, Einkaufszentren und Fitnessclubs sowie Kultureinrichtungen. In dem südosteuropäischen Balkanland sind lediglich gut 24 Prozent der Menschen über 18 Jahren vollständig geimpft – damit ist das Land EU-Schlusslicht.

Neuinfektionen in Dänemark und Norwegen schnellen in die Höhe

17.05 Uhr: In Dänemark und in Norwegen ist die Zahl der Corona-Neuinfizierten in den letzten Wochen wieder stark gestiegen. Das dänische Seruminstitut meldete am Donnerstag eine Zunahme der Fälle von der Kalenderwoche 11. bis 17. Oktober bis zur darauffolgenden Woche um 73 Prozent. Das entspricht einer Inzidenz von 148. Besonders betroffen sei die Hauptstadtregion Kopenhagen.

Nordlicht nahe Tromsø (Archivbild): Die Stadt in Nordnorwegen, die besonders von den hohen Neuinfektionen betroffen ist, hat allen Bürgerinnen und Bürgern empfohlen, wieder Abstand zu halten, Mundschutz zu tragen und von zu Hause aus zu arbeiten

Nordlicht nahe Tromsø (Archivbild): Die Stadt in Nordnorwegen, die besonders von den hohen Neuinfektionen betroffen ist, hat allen Bürgerinnen und Bürgern empfohlen, wieder Abstand zu halten, Mundschutz zu tragen und von zu Hause aus zu arbeiten

Foto: Martial Trezzini/ ASSOCIATED PRESS

In Norwegen stieg die Zahl der positiv Getesteten innerhalb einer Woche um 53 Prozent. Die Zahl der Fälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, ist aber in beiden Ländern auf einem niedrigen Niveau. Beide Länder haben vor einigen Wochen fast alle Maßnahmen zurückgefahren. In Dänemark sind 75 Prozent der erwachsenen Bevölkerung vollständig geimpft, in Norwegen 87.

Trotz der Entwicklung hat die norwegische Regierung beschlossen, vorerst keine nationalen Beschränkungen einzuführen. Man sei jedoch bereit, jederzeit die Werkzeuge wieder herauszuholen, wenn es notwendig sein sollte, sagte Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol am Donnerstag. Dänemarks Gesundheitsminister Magnus Heunicke will am Freitag die Parteien im Parlament über die Situation informieren. Dem Dänischen Rundfunk sagte er, es könne notwendig werden, bestimmte Beschränkungen wieder einzuführen.

Arzneimittelbehörde Ema wird gestärkt

17.00 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde soll auf künftige Gesundheitskrisen wie die Corona-Pandemie in Zukunft schlagkräftiger reagieren können. Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten einigten sich am Donnerstag darauf, das Mandat der Behörde in Amsterdam zu stärken.

Damit es nicht wie zu Beginn der Coronakrise zu Versorgungsengpässen mit Medikamenten und Medizinprodukten kommt, soll die Ema in Zukunft Lücken bei der Versorgung mit bestimmten Produkten überwachen und beseitigen. Auch soll die Behörde dafür sorgen, dass im Fall einer neuen Krise sichere und wirksame Medikamente entwickelt werden, wie der Rat der EU-Staaten mitteilte. Nach Angaben des Europaparlaments sollen Informationen zu Engpässen bei wichtigen Medikamenten oder Medizinprodukten online einsehbar seien.

Vor Corona war die Ema nur wenigen Europäern ein Begriff. In der Pandemie selbst spielt sie jedoch eine zentrale Rolle, weil sie unter anderem die maßgeblichen Empfehlungen für die Zulassung von Impfstoffen abgibt. Nach der teils als zu langsam kritisierten EU-Reaktion auf die Krise legte die EU-Kommission vor knapp einem Jahr ein Paket für eine »Gesundheitsunion« vor. Unter anderem sollen auch die Kompetenzen der EU-Gesundheitsbehörden ECDC ausgeweitet werden. Zudem soll eine neue Behörde namens Hera zur Vorsorge von Gesundheitskrisen geschaffen werden. Die Einigung vom Donnerstag muss noch vom Rat der EU-Staaten sowie vom EU-Parlament bestätigt werden.

Emeritierter Papst Benedikt XVI. erhält Auffrischungsimpfung

16.39 Uhr: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. hat seine Auffrischungsimpfung gegen Covid-19 erhalten. Das bestätigte sein Privatsekretär Kurienerzbischof Georg Gänswein der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage am Donnerstag. Der 94-Jährige sei damit zum dritten Mal geimpft worden. Mit ihm seien außerdem alle Bewohner des Klosters Mater Ecclesiae im Vatikan immunisiert worden, in dem Benedikt XVI. seit seinem Rücktritt lebt.

Der Heilige Stuhl hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass im Vatikan ab Mitte Oktober mit den dritten Corona-Impfungen für alle über 60-Jährigen und gefährdeten Personengruppen begonnen wurde. Ob Papst Franziskus auch unter den Geimpften gewesen sei, teilte der Vatikan nicht mit. Es galt jedoch als ausgemacht, dass auch der 84 Jahre alte Argentinier seine Auffrischung bekam.

Söder will wieder Corona-Gespräche zwischen Bund und Ländern

16.33 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) das geplante Auslaufen der »epidemischen Lage von nationaler Tragweite« kritisiert. »Was anderes als das, was jetzt stattfindet, ist eine epidemische Lage?«, fragte Söder am Donnerstag in München mit Blick auf die bundesweit wieder steigenden Zahlen. Die Diskussion sei schwer nachzuvollziehen. Zugleich forderte er die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP möglichst bald zu Gesprächen mit den Ländern auf, wie es weitergehen soll.

Das Auslaufen der »epidemischen Lage von nationaler Tragweite« war von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angekündigt worden, die Ampel-Parteien SPD, Grüne und FDP wollen dies im Bundestag auch vollziehen.

Söder sagte dazu, es sei wenig zielführend, nun das Datum 20. März zu nennen. Schließlich könne keiner eine Gewähr dafür abgeben, was am 20. März sein werde. Die Ampel-Parteien sollten nun bald mit den Ländern reden: »Es wäre sinnvoll, dass wir möglichst bald zwischen Bund und Ländern zusammenkommen und beraten, wie das weitergeht.«

Intensiv-Mediziner: 4000 Betten weniger als 2020

16.18 Uhr: Divi-Präsident Gernot Marx sieht die Intensivmedizin wegen Corona derzeit »in der absurden Situation«. »Wir haben zwar nur rund 1600 Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen behandeln müssen, gleichzeitig fehlen uns aber mehr als 4000 Betten im Vergleich zum letzten Jahr«, sagt der Chef der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) der Nachrichtenagentur Reuters.

»Wir werden alle Patienten versorgen können, da bin ich mir sicher. Aber es werden hierzu wieder Operationen abgesagt wie auch Pflegepersonal aus anderen Bereichen abgezogen werden müssen«, sagte Marx. Er erwarte keinen Winter, »der sich groß von den letzten zwei erlebten unterscheidet«.

Gericht: Vorlage von gefälschtem Impfausweis in Apotheke nicht strafbar

16.08 Uhr: Wer sich durch Vorlage eines gefälschten Corona-Impfausweises in einer Apotheke unberechtigterweise ein digitales Impfzertifikat verschafft, macht sich einer Entscheidung des Landgerichts Osnabrück zufolge dabei nicht strafbar. Es bestehe laut geltender Rechtslage für diesen Fall eine »Strafbarkeitslücke«, teilte das Gericht am Donnerstag mit. Der Gebrauch eines falschen Gesundheitszeugnisses »im privaten Bereich« sei derzeit straffrei.

Strafrechtlich sanktioniert sind demnach nur die Herstellung von gefälschten Gesundheitszeugnissen sowie deren Gebrauch gegenüber Behörden oder Versicherungen, um die es sich bei einer Apotheke nicht handle. Ferner sehe auch das deutsche Infektionsschutzgesetz nur Strafen für den Fall vor, dass zu Impfungen berechtigte Fachleute wie etwa Ärzte eine falsche Bescheinigung ausstellten, hieß es. Im Ergebnis bleibe die Vorlage eines falschen Impfausweises in einer Apotheke nach der derzeit herrschenden Rechtslage straffrei.

Zugleich stellte das Gericht klar, dass eine Beschlagnahme eines gefälschten Impfausweises durch die Polizei möglich sei. Die Maßnahme lasse sich auf das polizeiliche Gefahrenabwehrrecht stützen, weil die Verwendung aufgrund der Ansteckungsgefahr eine »gegenwärtige Gefahr für die Allgemeinheit« darstelle. Dies gelte unabhängig von der Frage der Strafbarkeit des fraglichen Handels.

Hohe Klinikauslastung – Corona-Maßnahmen in Kiew werden verschärft

15.53 Uhr: Wegen der sich drastisch verschlechternden Corona-Situation führt nun auch die ukrainische Hauptstadt Kiew massive Einschränkungen ein. Ohne negativen PCR-Test oder einen Impfnachweis dürfen vom kommenden Montag an Restaurants, Bars, Fitnessstudios und Hotels nicht mehr aufgesucht werden, wie Bürgermeister Vitali Klitschko am Donnerstag sagte. Das gelte auch für Angestellte. Die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs werde ebenso nur mit Impfzertifikat oder negativem Test erlaubt. Kontrollen solle es stichprobenartig geben.

Derzeit sind nach dem in der Ukraine geltenden Ampelsystem bereits acht der 25 Regionen als rot eingestuft, das heißt, dass auch hier die massiven Einschränkungen gelten. Am Freitag sollen sieben weitere Regionen folgen.

In der Dreimillionenstadt Kiew sind etwa ein Drittel der Einwohner komplett geimpft. Anlass für die verschärften Maßnahmen ist, dass mittlerweile 65 Prozent der Klinikbetten, die mit Sauerstoffmasken ausgestattet sind, ausgelastet seien. Am Donnerstag wurde dem Gesundheitsministerium zufolge mit 26.071 Neuinfektionen ein neuer Höchstwert verzeichnet. 576 Tote wurden registriert. Landesweit sind nur etwas über 17 Prozent geimpft.

USA bestellen 50 Millionen weitere Impfdosen für Kinder

15.49 Uhr: Die USA haben bei Biontech/Pfizer weitere 50 Millionen Impfdosen des Covid-19-Impfstoffs für Kinder geordert. Diese Impfdosen sind zur Impfung von Kindern, einschließlich Kindern unter fünf Jahren, gedacht, wenn die Vakzine die dafür noch nötige Freigabe erhält.

Die US-Regierung hat sich damit insgesamt seit Beginn der Pandemie 600 Millionen Impfdosen bei den beiden Unternehmen gesichert, darunter sind Dosen für Erwachsene, Jugendliche und Kinder. Biontech/Pfizer erwarten, die nun bestellten Kinderimpfdosen bis Ende April nächsten Jahres liefern zu können. »Diese Liefervereinbarung wird dazu beitragen, allen Kindern unter 12 Jahren in den Vereinigten Staaten ein Impfangebot zu machen«, sagte Biontech-Chef Uğur Şahin.

Söder stellt Maskenpflicht im Unterricht nach den Ferien in Aussicht

15.33 Uhr: Angesichts explodierender Corona-Zahlen müssen Schülerinnen und Schüler in Bayern nach den Herbstferien – also ab 8. November – voraussichtlich auch im Unterricht wieder Masken tragen. Endgültig soll dies in einer Sondersitzung des Kabinetts in der kommenden Woche beschlossen werden. Das kündigte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Donnerstag in München an. Auch wie lange die Maskenpflicht gelten solle, solle nächste Woche beraten werden.

Die Maske sei die schnellste und einfachste Form des Schutzes, sagte Söder. Schon nach den Sommerferien hatten Schülerinnen und Schüler auch am Platz Masken tragen müssen – diese umfassende Maskenpflicht war dann aber nach einigen Wochen wieder wie geplant ausgelaufen.

Thüringer Familienunternehmen: Morddrohungen nach Impf-Aushang

15.15 Uhr: Eine Thüringer Firma hängt ein Plakat mit den Bildern ungeimpfter Mitarbeiter an die Tür des Pausenraums – und erntet einen Shitstorm. Das Plakat ist zwar weg, aber der Chef wird jetzt täglich per Mail mit dem Tod bedroht. Lesen Sie hier mehr dazu.

EU und Großbritannien erkennen Corona-Zertifikate gegenseitig an

14.57 Uhr: Menschen aus der EU können mit ihrem Covid-Zertifikat bald auch im Vereinigten Königreich eine Impfung, einen Test oder eine Genesung nachweisen. Wie die EU-Kommission am Donnerstag mitteilte, einigten sich London und Brüssel darauf, die Nachweise der jeweiligen Gegenseite zu akzeptieren. Der Beschluss soll am Freitag in Kraft treten. Eine ähnliche Vereinbarung sei mit Armenien getroffen worden.

Der zuständige EU-Kommissar Didier Reynders sagte: »Wir sind offen für weitere Länder, die sich unserem System anschließen wollen.« Den Angaben zufolge wird der EU-Standard für Covid-Zertifikate bereits in 45 Staaten auf vier Kontinenten verwendet. Als Drittstaat kann Großbritannien aber weiterhin eigene Einreiseregeln etwa für nicht Geimpfte festlegen.

80 Gäste positiv getestet – Kreuzfahrtschiff bricht Donau-Reise ab

14.50 Uhr: Für rund 170 Passagiere eines Fluss-Kreuzfahrtschiffs aus Deutschland ist die Reise auf der Donau wegen eines Corona-Ausbruchs an Bord abrupt zu Ende gegangen. Bei einem Stopp in Wien waren 80 Gäste nach Angaben des medizinischen Krisenstabs der Stadt positiv auf das Virus getestet worden.

Das an einer Schleuse liegende Schiff wurde unter Quarantäne gestellt. Am Donnerstag waren alle Passagiere – getrennt in Erkrankte und Gesunde – laut Krisenstab in vier Bussen wieder auf dem Weg nach Deutschland. Auf dem Weg von Passau nach Wien hatte niemand das Schiff verlassen. Auch in der österreichischen Hauptstadt war niemand von Bord gegangen. Keiner der Betroffenen musste laut ORF ins Krankenhaus. 

Hochtief verbucht mehr Aufträge als vor Beginn der Coronakrise

14.11 Uhr: Der Baukonzern Hochtief hat im dritten Quartal den operativen Ertrag steigern können. Die Essener schraubten zudem den Auftragseingang deutlich in die Höhe. Der Umsatz ging von Juli bis September auf vergleichbarer Basis leicht um 1,5 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro zurück, der operative Konzerngewinn legte auf 116,8 (Vorjahr: 109,4) Millionen Euro zu, teilte Hochtief mit.

Der Auftragseingang kletterte um 29,3 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro, der Auftragsbestand habe zum Ende des Quartals 51,2 Milliarden Euro betragen und liege damit deutlich über dem Niveau von Dezember 2019, also vor Ausbruch der Corona-Krise.

Spahn wirbt für Corona-Auffrischungsimpfungen

13.12 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat zu Corona-Auffrischungsimpfungen aufgerufen – und sich am Donnerstag selbst eine zusätzliche Spritze geben lassen. »Ich werbe dafür, dass viele andere das auch tun«, teilte der CDU-Politiker in einer Twitter-Mitteilung des Ministeriums. »Boostern Sie Ihren Impfschutz für den Winter.« Am Mittwoch wurde mit erstmals mehr als 100.000 Auffrischungsimpfungen ein Tagesrekord erzielt, wie Spahn erläuterte. Laut Robert Koch-Institut (RKI) waren es 102.400, sodass nun 1,8 Millionen Menschen eine Impf-Verstärkung erhalten haben.

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65 Prozent der Nichtgeimpften in Deutschland wollen sich keinesfalls impfen

13.01 Uhr: Fast neun von zehn nichtgeimpften Menschen in Deutschland wollen sich einer Umfrage zufolge auch in den kommenden acht Wochen nicht gegen Corona impfen lassen. Auf keinen Fall vor haben dies laut der online veröffentlichten Forsa-Erhebung im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums 65 Prozent. 23 Prozent sagen eher nein. Nur fünf Prozent haben auf jeden Fall oder eher vor, sich in den kommenden zwei Monaten impfen zu lassen. Sieben Prozent sind noch unentschlossen. Das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete zuerst darüber.

In Deutschland sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts 66,5 Prozent der Gesamtbevölkerung voll geimpft. 69,3 Prozent haben mindestens eine Impfdosis erhalten. Das RKI geht allerdings davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Meldedaten nahelegen.

Auf die Frage, warum sie sich bisher nicht haben impfen lassen, sagen 34 Prozent, sie hielten die verfügbaren Impfstoffe für nicht ausreichend erprobt. Es folgen als Gründe Angst vor Nebenwirkungen (18 Prozent), nach eigenem Ermessen handeln zu wollen und einen Impfzwang abzulehnen (16 Prozent) oder an der Sicherheit der Impfstoffe zu zweifeln (15 Prozent).

Die Erhebung erfolgte vom 29. September bis zum 10. Oktober 2021. Insgesamt wurden 3048 Personen ab 14 befragt, die die Corona-Schutzimpfung bislang nicht wahrgenommen haben.

Zahl der Coronafälle in Afrika sinkt – nur 5,5 Prozent geimpft

12.48 Uhr: In Afrika geht die Zahl der Coronafälle zurück, obwohl erst 5,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft sind. Im Wochenvergleich sanken die Neuinfektionen laut John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC) um 26 Prozent auf 31.000 Fälle. Er sprach am Donnerstag von einem guten Signal und meinte: »Als Kontinent haben wir eine Menge Fortschritte gemacht.« Als Spitzenreiter beim Impfen gilt auf Europas Nachbarkontinent Marokko, das 57 Prozent seiner Bevölkerung bisher entsprechende Injektionen verabreicht hat.

»Die (Infektions-)Zahlen sinken leicht, aber stetig«, sagte Nkengasong, der aber auch zugleich vor einem möglichen Rückschlag warnte. Insgesamt seien bisher 188 Millionen Impfstoffe verabreicht worden. Impf-Skepsis sei auf dem Kontinent kaum verbreitet, sagte er auf entsprechende Fragen.

Insgesamt wurden in Afrika laut CDC bisher knapp 8,5 Millionen Infektionen dokumentiert, von denen mehr als 218.800 tödlich waren. Die Dunkelziffer dürfte nach Expertenansicht auf dem Kontinent mit seinen 1,3 Milliarden Menschen jedoch weitaus höher liegen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte mitgeteilt, dass fast 86 Prozent aller Corona-Infektionen in Afrika unbemerkt bleiben und die Zahl aller Infektionen auf dem Kontinent auf 59 Millionen geschätzt.

Gericht: Verein, der zu Widerstand gegen Coronamaßnahmen aufruft, ist nicht gemeinnützig

12.35 Uhr: Ein Verein, der im Zusammenhang mit den Coronamaßnahmen auf das im Grundgesetz verankerte Widerstandsrecht verweist und Politikern eine Abhängigkeit »von anderen Mächten« unterstellt, ist nicht mehr gemeinnützig. Das stellte der Bundesfinanzhof (BFH) in München in einem am Donnerstag veröffentlichten Beschluss klar. Von zulässigen Satzungszielen sei dies nicht mehr gedeckt (Az: V B 25/21 (AdV)). Mit der Gemeinnützigkeit sind steuerliche Vorteile verbunden, etwa bei der Ertrags- und der Vermögenssteuer.

Der Verein, um den es in dem Eilverfahren ging, hatte sich »die Förderung des öffentlichen Gesundheitswesens sowie die Förderung des allgemeinen demokratischen Staatswesens« auf die Fahnen geschrieben. In der Praxis kämpfte er aber vor allem gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Laut BFH stellte er die Effektivität von Masken zum Schutz vor Ansteckung infrage, forderte die Aufhebung aller Maßnahmen und wies auf das Recht zum Widerstand hin. Ein Vorstandsmitglied des Vereins habe im Zusammenhang mit der Pandemiebekämpfung von der »mögliche Abhängigkeit von Politikern von anderen Mächten« gesprochen, teilte das Gericht mit.

»Der BFH hat klargestellt, dass derartige Betätigungen die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit des Vereins verhindern«, hieß es in der Mitteilung. Mit der Information der Bevölkerung zum öffentlichen Gesundheitswesen habe das ebenso wenig zu tun wie mit der Förderung der Demokratie. »Dafür muss sich eine Körperschaft umfassend mit den demokratischen Grundprinzipien befassen und diese in geistiger Offenheit objektiv und neutral würdigen. Dies hat der Verein jedoch nicht getan«, schrieb der BFH.

Tote und Chaos wegen langer Wartezeiten vor Notaufnahmen in England

11.54 Uhr: Wegen stundenlanger Wartezeiten vor Notaufnahmen sind in England zuletzt mindestens zwei Patienten gestorben. Interne Dokumente, aus denen die Nachrichtenagentur PA am Donnerstag zitierte, zeichnen ein katastrophales Bild der Situation. In einem Brief fordert die Spitze des Gesundheitsdiensts NHS demnach, die Schlangen von Rettungswagen vor Notaufnahmen zu beenden und Ambulanzen nicht mehr als zusätzliche Warteräume zu benutzen. Das Risiko für die Patienten sei enorm, betonten der medizinische Direktor des NHS, Stephen Powis, und die Chefin des NHS-Notdiensts, Pauline Philip, in dem Schreiben, aus dem PA zitierte. Auch »The Independent« berichtet darüber. 

Eigentlich soll die Übergabe vom Rettungswagen an die Notaufnahme nicht mehr als 15 Minuten dauern. Grund für die enorme Belastung sei die Corona-Pandemie, sagte Martin Flaherty vom Verband der Rettungsdienstleister. Notfalleinrichtungen und Ambulanzen stünden unter enormem Druck, auch wegen Abstandsregeln sowie Mitarbeitern, die sich nach Kontakt mit Infizierten isolieren mussten. Seit April hat sich die Zahl der Wartezeiten für Rettungswagen fast verzehnfacht. Im September behandelten Notaufnahmen insgesamt 1,39 Millionen Menschen – so viele wie noch nie in einem Monat.

In der Stadt Worcester wurde eine Untersuchung eingeleitet, nachdem ein Patient während fünfstündiger Wartezeit in einem Krankenwagen vor der Tür des Worcestershire Royal Hospital gestorben war . In Cambridge starb eine Frau in einem ähnlichen Fall, wie »The Independent«  und BBC berichteten . Der NHS in der Region West Midlands um Birmingham erhöhte die Risikoeinschätzung für Verzögerungen bei der Übergabe an Notaufnahmen erstmals in seiner Geschichte auf die höchste Stufe.

NGOs fordern gerechte Impfstoff-Verteilung

11.20 Uhr: Vor dem Gipfeltreffen der G20-Gruppe in Rom haben Hilfsorganisationen mehr Unterstützung für ärmere Länder in der Pandemie und ein entschlosseneres Handeln zur Bewältigung der Klimakrise gefordert. Die Organisation Oxfam rief die Staats- und Regierungschefs am Donnerstag auf, bei ihrem Treffen am Wochenende die »skandalöse Ungleichheit beim Zugang zu Covid-19-Impfstoffen zu beenden«.

In den ärmsten Teilen der Welt seien kaum zwei Prozent der Bevölkerung mit mindestens einer Dosis geimpft, während die Impfquote in wohlhabenden Ländern teilweise bei über 70 Prozent liege. Die reichen Staaten hätten den Ländern mit niedrigerem Pro-Kopf-Einkommen nur einen Bruchteil der versprochenen Impfdosen zur Verfügung gestellt, teilte Oxfam mit. Die Hilfsorganisation verlangte eine Aussetzung des Patentschutzes für Corona-Impfstoffe, »um die Produktion zu steigern und die Kosten für alle zu senken«.

Auch die Hilfsorganisation ONE rief die G20 zum Einsatz für mehr Impfgerechtigkeit auf. »Es kann doch nicht sein, dass wir in Deutschland bereits diskutieren, wer wann die dritte Impfung bekommt, während die meisten Menschen in ärmeren Ländern noch nicht einmal die Aussicht auf eine Erstimpfung haben«, sagte der Chef von ONE Deutschland, Stephan Exo-Kreischer. Die Staats- und Regierungschefs der G20-Gruppe kommen am Wochenende in Rom zu ihrem ersten Gipfel seit Beginn der Corona-Pandemie zusammen.

Maskenpflicht im Unterricht in Nordrhein-Westfalen wird abgeschafft

10.59 Uhr: In Nordrhein-Westfalen müssen Schülerinnen und Schüler im Unterricht bald keinen Mund-Nasen-Schutz mehr tragen. Die Maskenpflicht auf den Sitzplätzen im Klassenraum werde zum 2. November abgeschafft. Das teilte das NRW-Schulministerium am Donnerstag mit.

Schüler müssen die Maske demnach nur weiterhin noch im übrigen Gebäude tragen und wenn sie ihren festen Sitzplatz verlassen. Für den Außenbereich war die Maskenpflicht schon vor einiger Zeit abgeschafft worden. Für Lehrkräfte entfällt die Maskenpflicht, solange ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann.

Die üblichen Coronatests an den Schulen sollen nach den bisherigen Planungen fortgesetzt werden: also drei Corona-Selbsttests pro Woche an weiterführenden Schulen und zwei PCR-Pooltests pro Woche an Grund- und Förderschulen. Einige Verbände hatten die angekündigte Aufhebung der Maskenpflicht als riskant und verfrüht kritisiert. Auch aus der politischen Opposition waren unter anderem mit Verweis auf kletternde Inzidenzwerte bei Kindern und Jugendlichen mahnende Stimmen gekommen.

Lauterbach unterstützt Pläne zum Ende der epidemischen Lage: »Geimpft, genesen oder leider verstorben«

10.57 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht dem Winter mit Sorge entgegen. Das Eckpunkte-Papier der Ampelparteien hält er trotzdem für eine gute Idee. Nur in einem Punkt ist er skeptisch. Lesen Sie hier mehr dazu.

Weltärztepräsident warnt vor Kliniküberlastung durch ungeimpfte Coronapatienten

09.31 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, hat vor einer Überlastung deutscher Krankenhäuser durch ungeimpfte Coronakranke gewarnt. »Das Pflegepersonal der Intensivstationen und die Ärzte arbeiten längst am Anschlag«, sagte er der »Augsburger Allgemeinen« vom Donnerstag. »Viele haben die Arbeit im Intensivbereich aufgegeben – auch, weil sie es leid sind, sich für die Unvernunft von Impfgegnern abzurackern«, sagte er der Zeitung.

Die gegenwärtige Entwicklung bereite ihm große Sorge. Vor diesem Hintergrund forderte Montgomery größere Impfanstrengungen. Es müsse »alles in unserer Macht Stehende« versucht werden, um die Impfraten zu erhöhen. »Wer sich jetzt nicht impfen lässt, obwohl er es machen könnte, riskiert sein Leben und das seiner Mitmenschen«, sagte der Weltärztepräsident.

Die Corona-Erkrankung tobe sich nun bei den Ungeimpften aus, während die Geimpften recht zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen geschützt seien, sagte er der Zeitung. Inzidenzwerte und die Zahl der Krankenhausaufnahmen seien weiterhin eng miteinander verknüpft – nur der Faktor habe sich geändert. »Bei hoher Durchimpfung der Bevölkerung gibt es sehr viel mehr milde Verläufe – die müssen nicht ins Krankenhaus, aber viele Ungeimpfte erkranken nach wie vor schwer«, sagte er.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt in Deutschland auf über 130

09.00 Uhr: Dem Robert Koch-Institut wurden binnen 24 Stunden 126 weitere Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei 28.037. Lesen Sie hier mehr dazu.

Antidepressivum zeigt Erfolg bei früher Behandlung von Covid-19

08.00 Uhr: Das Antidepressivum Fluvoxamin könnte bei einigen Covid-19-Patienten das Risiko verringern, im Krankenhaus behandelt werden zu müssen. Allerdings hilft es nur in einem sehr frühen Stadium der Erkrankung. Lesen Sie hier mehr dazu.

Kinderärzte hoffen auf baldige Impfung für unter Zwölfjährige

07.27 Uhr: Angesichts gestiegener Corona-Inzidenzen in jüngeren Altersgruppen setzen Kinderärzte auf zügige Covid-19-Impfungen für unter Zwölfjährige. »Wir hoffen darauf, dass in den nächsten Wochen eine europäische Zulassung des Biontech-Impfstoffs für die Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen kommt, die dann auch in Deutschland übernommen wird«, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin, Jörg Dötsch, den Zeitungen der Funke Mediengruppe .

Nach seinen Worten wären Corona-Impfungen in dieser Altersgruppe damit auch ohne eine ausdrückliche Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) »rechtlich abgesichert«. Die Empfehlung könnte dann nach genauer Prüfung der Daten zu Nebenwirkungen in den Wochen darauf folgen.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Mittwoch angekündigt, möglichst noch vor Weihnachten zu entscheiden, ob sie eine Empfehlung für Corona-Impfungen für Kinder zwischen fünf und elf Jahren ausspricht.

Dötsch sagte, die Kinderärzte würden sich einer entsprechenden Empfehlung der Stiko zur Impfung der Fünf- bis Elfjährigen anschließen. Die Impfung von Kindern in diesem Alter nannte der Mediziner sinnvoll.

Neuseeland lockert erstmals seit Pandemiebeginn Einreiseregeln

05.01 Uhr: Ab dem 14. November lockert Neuseeland erstmals seit Beginn der Pandemie seine Einreiseregeln etwas. Jedoch dürfen weiterhin nur Staatsbürger und Menschen mit Wohnsitz in dem Pazifikstaat ins Land kommen. Statt 14 Tagen müssen sie demnächst nur noch sieben Tage in staatliche Quarantäne, bevor sie sich in eine dreitägige häusliche Isolation begeben.

Weitere Lockerungen würden in Kraft treten, wenn 90 Prozent der Bevölkerung vollen Impfschutz gegen das Virus hätten, sagte der Minister zur Eindämmung der Corona-Pandemie, Chris Hipkins. Bislang sind 72 Prozent der fünf Millionen Einwohner vollständig geimpft.

Wann Touristen wieder in den Inselstaat dürfen, ist aber noch unklar. Priorität bekämen weiterhin Menschen, die ein Recht hätten, ins Land zu kommen, so Hipkins. »In der Zwischenzeit ist meine Botschaft an alle Neuseeländer, egal ob sie hier oder im Ausland sind, sehr einfach: Lassen Sie sich impfen.«

Singapur meldet Rekordanstieg an Virus-Fällen

04.43 Uhr: Singapur verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministeriums (MOH) mit 5324 neuen Fällen binnen Tagesfrist die meisten Neuinfektionen seit Beginn der Virus-Pandemie. »Die Infektionszahlen sind heute ungewöhnlich hoch, was vor allem auf die vielen positiven Fälle zurückzuführen ist, die von den Testlabors innerhalb weniger Stunden am Nachmittag festgestellt wurden«, hieß es vom MOH.

Der ungewöhnliche Anstieg innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums werde derzeit noch untersucht. Etwa 84 Prozent der Bevölkerung Singapurs sind geimpft.

Lauterbach: »Niemand braucht mehr einen Lockdown«

02.01 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Pläne von SPD, Grünen und FDP für ein Ende der gesetzlichen Corona-Sonderlage begrüßt. »Das Eckpunktepapier wird der Bekämpfung der Corona-Pandemie gerecht. Es ist ein guter Kompromiss aus weiterhin möglichen Maßnahmen für die Länder und einer Absage an harte Einschnitte wie Lockdowns oder Ausgangssperren«, sagte Lauterbach der »Rheinischen Post«. »Niemand braucht mehr einen Lockdown oder Schulschließungen.«

Die gesetzliche Sonderlage wegen der Corona-Pandemie soll nach Plänen der möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP zum 25. November enden. Für eine Übergangszeit bis zum 20. März 2022 soll stattdessen aber eine neue rechtliche Basis für Corona-Vorgaben geschaffen werden, wie die drei Fraktionen am Mittwoch mitteilten. Damit sollen die Länder weiterhin »weniger eingriffsintensive« Maßnahmen anordnen können – unter anderem zu Masken oder Zugangsregeln nur für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Lauterbach sagte, im Frühjahr werde sich erst noch zeigen müssen, ob ab dem 21. März alle Corona-Maßnahmen fallen könnten.

bbr/ngo/ptz/dpa/Reuters/afp/ap
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