Corona-News am Donnerstag Italien will »Grünen Pass« einführen

Geimpft, genesen oder getestet: Das sollen in Italien neue Bedingungen sein, um künftig Fitnessstudios, Restaurants und Großveranstaltungen zu besuchen. Und: Die Inzidenz in Deutschland steigt vor allem bei 15- bis 34-Jährigen. Der Überblick.
Ein Polizist in Rom patrouilliert vor den Tischen im Außenbereich eines Restaurants

Ein Polizist in Rom patrouilliert vor den Tischen im Außenbereich eines Restaurants

Foto: Cecilia Fabiano / dpa

Das waren die Corona-News am 22. Juli.

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+++ Italien will »Grünen Pass« einführen +++

Italien will zur Eindämmung der zuletzt wieder stark zunehmenden Corona-Infektionen Immunitätsnachweise bei zahlreichen Einrichtungen und Veranstaltungen verlangen. Gesundheitsminister Roberto Speranza teilt mit, dass ab 6. August der »Grüne Pass« benötigt werde, um beispielsweise Sportstadien, Fitnesscenter, Museen, Kinos, Schwimmbäder und Handelsmessen zu besuchen. Auch für den Innenbereich von Restaurants müssten die Gäste das Zertifikat vorweisen. Es bescheinigt in Italien, dass eine Person mindestens einmal geimpft, negativ getestet oder genesen ist.

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Großbritannien führt tägliche Coronatests im Lebensmittelsektor ein

23.45 Uhr: Großbritannien will tägliche Coronatests für Mitarbeiter im Lebensmittelsektor einführen, um die Branche am Laufen zu halten. Mit einem negativen Testergebnis könnten Angestellte weiterarbeiten, auch wenn sie vorher von einer App-Warnung aufgefordert worden seien, sich in Quarantäne zu begeben, teilt die Regierung mit. Nach offiziellen Coronawarnungen für hunderttausende Mitarbeiter im Einzel- und Großhandel waren in Großbritannien Regale in Supermärkten leer geblieben. Die mit der App-Warnung zusammenhängenden Probleme – in England kurzerhand Pingdemic getauft – fallen in eine Zeit, in der Premierminister Boris Johnson die Wirtschaft gerade erst weitgehend von Corona-Restriktionen befreit hat.

Wie sich die Pandemie auf die Lebenszufriedenheit ausgewirkt hat

Soziale Kontakte sind in der Pandemie nur eingeschränkt möglich

Soziale Kontakte sind in der Pandemie nur eingeschränkt möglich

Foto: Jörg Carstensen / dpa

23.05 Uhr: Gesundheit, Freunde, Familie – Corona wirkt sich auf viele Lebensbereiche aus. Ergebnisse einer Umfrage zeigen nun, welchen Einfluss sie auf die Zufriedenheit und Zukunftserwartungen von Erwachsenen hatte. Erfahren Sie hier mehr. 

China lehnt WHO-Pläne für Laborinspektionen ab

21.54 Uhr: China stellt sich gegen Pläne der WHO einer Labor-Inspektion in der zentralchinesischen Metropole Wuhan auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus . China könne einen solchen Plan nicht akzeptieren, sagte Zeng Yixin, Vizeminister von Chinas Nationaler Gesundheitskommission, am Donnerstag. Er sei überrascht gewesen, als er die neuen Pläne der WHO studierte. Der Fokus auf einen möglichen Laborausbruch zeuge von einer arroganten Haltung gegenüber der Wissenschaft.

Auf der Suche nach dem Ursprung des Coronavirus hatte die WHO vergangene Woche in einem Brief an die Mitgliedsländer eine neue ständige Arbeitsgruppe angekündigt. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus betonte zudem, dass neben der Untersuchung von Wildtieren und Tiermärkten im chinesischen Wuhan, wo das Virus Ende 2019 zum ersten Mal aufgetaucht war, auch die dortigen Labore inspiziert werden müssen.

RKI: Inzidenzanstieg vor allem bei 15- bis 34-Jährigen

21.43 Uhr: Der Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist laut Robert Koch-Institut (RKI) bisher vor allem bei Menschen zwischen 15 und 34 Jahren zu beobachten. Während sich die Werte in den Gruppen ab 60 Jahren in den vergangenen Wochen nur minimal und auf sehr niedrigem Niveau (unter 5 Fälle pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen) veränderten, verzeichnet das RKI für Jüngere relativ starke Zuwächse. Das geht aus einem wöchentlichen Covid-19-Lagebericht hervor, den das RKI neuerdings donnerstags vorlegt.

Die höchste Sieben-Tage-Inzidenz von 32 in der vergangenen Woche verzeichnen demnach die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 15 und 24 Jahren. In dem Alter sind schwere Krankheitsverläufe von Covid-19 relativ selten. Die Impfquoten bei den Menschen unter 60 sind zudem auch deutlich geringer als bei den über 60-Jährigen. Das RKI schreibt, der Rückgang der Patientenzahlen in Krankenhäusern und auf Intensivstationen setze sich aktuell jedoch nicht weiter fort. Die Werte lägen zurzeit aber auf einem niedrigen Niveau.

Neuinfektionen in der Türkei auf höchstem Stand seit Mitte Mai

Gläubige beim Beten in Istanbul

Gläubige beim Beten in Istanbul

Foto: Mucahid Yapici / AP

20.30 Uhr: In der Türkei breitet sich das Coronavirus wieder verstärkt aus. Die Zahl der Neuinfektionen habe sich am Donnerstag mit 9586 Fällen in den vergangenen zwei Wochen verdoppelt, teilt Gesundheitsminister Fahrettin Koca mit. Das sei der höchste Stand seit dem 19. Mai. Die Zahlen bleiben damit aber weit unter einem Rekord von mehr als 60.000 Neuinfektionen pro Tag, die das Land in einer Welle im April/Mai registrierte.

RKI ruft zu Vorbereitungen für Herbst und Winter auf

20.15 Uhr: Eine hohe Impfquote und Schutzmaßnahmen bis zum nächsten Frühjahr: Das Robert Koch-Institut hat Maßnahmen formuliert, mit denen Deutschland sich auf steigende Coronazahlen vorbereiten sollte. Erfahren Sie hier mehr.

Anstieg der Coronazahlen in Spanien verlangsamt sich

19.23 Uhr: Der rasante Anstieg der Coronazahlen in Spanien während der vergangenen Wochen hat sich etwas abgeflacht. Die Zahl der Neuerkrankungen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid vom Donnerstagabend auf 333. Das war nur ein Zähler mehr als am Vortag.

Für die Balearen mit Mallorca als liebster Ferieninsel der Deutschen wurde der Wert mit 365 angegeben – eine Steigerung von 18 Zählern im Vergleich zu Mittwoch. Damit liegen Spanien insgesamt und auch 16 seiner 17 Regionen über dem Wert von 200, ab dem Deutschland ein Land oder eine Region zum Hochinzidenzgebiet erklären kann.

Israel plant Wiedereinführung von »Grünem Pass«

18.35 Uhr: Israel will nach einem Anstieg bei den Neuinfektionen wegen der ansteckenderen Delta-Variante den »Grünen Pass« wieder einführen. Das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett teilt mit, dass die Maßnahme bei einer Zustimmung durch die Regierung ab dem 29. Juli in Kraft treten solle.

An Veranstaltungen mit mehr als 100 Teilnehmern dürften dann nur noch Personen teilnehmen, die vollständig geimpft oder genesen sind oder ein negatives Testergebnis aufweisen können. Dabei stünden vor allem kulturelle und sportliche Veranstaltungen, Fitnesscenter, Restaurants, Konferenzen, Touristenattraktionen und Gebetshäuser im Fokus. Israel hatte im Juni nach einem deutlichen Impffortschritt einen Großteil der Restriktionen aufgegeben.

Apotheken stoppen Ausstellung von Impfzertifikaten

17.19 Uhr: Apotheken in ganz Deutschland können seit Mittwoch keine Corona-Impfzertifikate mehr ausstellen. Der Deutsche Apothekerverband (DAV) teilte mit, dass die Ausstellung von Zertifikaten in Rücksprache mit dem Bundesgesundheitsministerium gestoppt worden sei.

Recherchen des »Handelsblatt«  zeigen, dass der digitale Impfpass eine Sicherheitslücke hat. Zwei IT-Sicherheitsspezialisten war es demnach gelungen mithilfe von professionell gefälschten Dokumenten auf dem DAV-Server einen Gastzugang für einen nicht existierenden Apothekeninhaber zu erzeugen, mit dem dann zwei Impfzertifikate ausgestellt worden sind.

Laut DAV würden deshalb aktuell die angemeldeten Betriebsstätten einer Überprüfung unterzogen. Doch gebe es bislang keine Hinweise auf andere unberechtigte Zugänge.

Großbritannien meldet fast 40.000 Neuinfektionen

17.15 Uhr: Im Vereinigten Königreich ist die Zahl der Ansteckungen mit dem Coronavirus im Vergleich zum Vortag leicht zurückgegangen. Nach offiziellen Angaben wurden am Donnerstag 39.906 neue Fälle gemeldet, tags zuvor waren es noch 44.104 gewesen. Die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg dagegen von 73 auf 84 an. Das Land kämpft bereits seit Wochen mit rasant steigenden Infektionszahlen.

Bundesregierung recycelt Carpendale-Schlager für Impfspot

16.15 Uhr: Wann kehrt das Leben zurück, wie wir es vor der Pandemie gewohnt waren? Der Appell der Bundesregierung ist eindeutig: Wenn mehr Menschengegen das Coronavirus geimpft sind.

Um zusätzlich für die Vakzinierungen zu werben, hat die Regierung nun den Schlagerhit »Hello again« von Howard Carpendale in einem Fernsehspot neu aufgelegt. Der Clip  mit einem Cover des Songs wurde am Donnerstag online veröffentlicht, ab Freitag soll er im Fernsehen und auf Streamingdiensten ausgestrahlt werden. Das teilte das Gesundheitsministerium mit.

Der kurze Spot zeigt eine Frau, die nach einer Impfung die Straßen betritt, welche gerade wieder zum Leben erwachen. Zunächst hatte die Funke Mediengruppe darüber berichtet. Ebenfalls gezeigt werden Geburtstagsfeiern sowie Menschen in Cafés, auf Konzerten und bei Fußballspielen. Die Botschaft am Ende lautet: »Holen wir uns das volle Leben zurück« und »Jede Impfung zählt«.

Laut Gesundheitsministerium sollen weitere TV-Spots folgen, die an die Zweitimpfung gegen Corona erinnern. Ziel sei unter anderem »bisher unentschlossene Bürgerinnen und Bürger für eine Erstimpfung zu erreichen«, sagte eine Sprecherin. Bislang haben in Deutschland fast 50,3 Millionen Menschen (60,4 Prozent der Bevölkerung) mindestens eine Impf­dosis erhalten. Fast 40 Millionen Personen (48 Prozent) haben bereits vollständigen Impfschutz.

Tschechien setzt vermehrt auf Impfungen ohne Anmeldung

16 Uhr: Im Kampf gegen erste Anzeichen von Impfmüdigkeit setzt Tschechien immer stärker auf Corona-Impfangebote ohne Anmeldung. Am Donnerstag öffnete im Janacek-Theater in der zweitgrößten Stadt Brno ein neues Zentrum, in dem sich täglich 1500 Menschen spontan gegen das Virus vakzinieren lassen können. Es ist auch nach Feierabend und an Wochenenden geöffnet.

Zuvor waren bereits Impfstellen ohne Anmeldung unter anderem am Prager Hauptbahnhof sowie landesweit in mehreren Einkaufszentren, Krankenhäusern und Polikliniken eröffnet worden. Voraussetzung ist in jedem Fall ein Wohnsitz in Tschechien.

Ministerpräsident Andrej Babiš lehnte derweil eine Impfpflicht gegen das Coronavirus zum derzeitigen Zeitpunkt ab: »Wir gehen den Weg der Überzeugung«, sagte Babiš laut der Nachrichtenagentur CTK bei einem Besuch in Nachod im Norden des Landes. Für die Zeit nach der Parlamentswahl im Oktober schloss er eine Debatte darüber jedoch nicht aus.

Katastrophengebiete sollen zusätzlichen Impfstoff bekommen

15.40 Uhr: In die von der Hochwasserkatastrophe gezeichneten Gebiete sollen Zehntausende Corona-Impfdosen geliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium habe den betroffenen Ländern zusätzlichen Impfstoff angeboten, teilte eine Sprecherin mit. Damit könnten niedrigschwellige Impfangebote vor Ort gemacht werden.

Rheinland-Pfalz habe dieses Angebot bereits angenommen und erhalte 23.400 zusätzliche Impfdosen Biontech. Sie sollen durch mobile Teams zum Beispiel dort verimpft werden, wo die Arztpraxen aufgrund des Hochwassers schließen mussten, hieß es. Neben Impfstoff sollten bei Bedarf auch Masken, Tests und Medikamente geliefert werden.

Guinea sagt Teilnahme an Olympischen Spielen ab

15.30 Uhr: Guinea wird nicht an den Olympischen Spielen in Tokio teilnehmen. Das teilte das Sportministerium des westafrikanischen Landes am Mittwochabend mit. Als Grund wurden die steigende Zahl der Corona-Infektionen und die Sorge um die Gesundheit der Athletinnen und Athleten genannt. Die Delegation hätte aus fünf Aktiven bestanden. Guinea ist das zweite Land nach Nordkorea, das gar keine Sportler nach Japan entsenden wird. Die Olympischen Spiele werden am Freitag offiziell eröffnet.

Nur wenige Tage zuvor waren für die Delegation zuvor Mittel freigegeben worden, um nach Tokio zu reisen. Bei einer betroffenen Sportlerin stößt die Maßnahme des Sportverbands auf Unverständnis. »Die Frage, die ich mir stelle, ist: Warum hat Guinea sich wegen des Coronavirus dazu entschieden, nicht an den Olympischen Spielen teilzunehmen, wenn das Austragungsland Japan die Spiele noch nicht abgesagt hat«, sagte die Freistilringerin Fatoumata Yarie Camara laut AP.

Italien will wieder mehr Fans in Stadien erlauben

15.15 Uhr: Italien will offenbar mehr Zuschauern den Zugang zu Stadien und Sporteinrichtungen erlauben. Sport-Staatssekretärin Valentina Vezzali hat der Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi einen Vorschlag für eine Auslastung von 75 Prozent der Plätze in offenen Stadien und von 50 Prozent in geschlossenen Hallen eingereicht. Über den Vorschlag soll das Kabinett noch diese Woche entscheiden.

Bericht: Regierung will Spanien und Niederlande zu Hochinzidenzgebieten erklären

15 Uhr: Die Bundesregierung plant offenbar, Spanien und die Niederlande angesichts der hohen Corona-Infektionszahlen zu Hochinzidenzgebieten zu erklären. Das berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe unter Berufung auf Regierungskreise.

Beide Länder sind derzeit als einfache Risikogebiete eingestuft, sodass sich Menschen nach der Einreise aus den Staaten zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben müssen. Für von einer Covid-19-Erkrankung nachweislich genesene, gegen das Coronavirus geimpfte oder negativ auf das Virus getestete Personen entfällt die Quarantänepflicht.

Bei einer Einstufung als Hochinzidenzgebiet ändert sich für Geimpfte und Genesene nichts, sie müssen weiterhin nicht in Quarantäne. Ein »Freitesten« ist dann allerdings frühestens fünf Tage nach der Einreise möglich.

Lauterbach angesichts neuer Auswertungen »sehr sorgenvoll für den Herbst«

14.49 Uhr: Karl Lauterbach hält die Delta-Variante des Coronavirus inzwischen für deutlich gefährlicher als bisherige Mutanten. »Von allem, was wir bisher wissen, müssen wir davon ausgehen, dass die Delta-Variante sowohl ansteckender als auch tödlicher ist«, sagte Lauterbach den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Dies hätten Auswertungen aus Kanada gezeigt. Auch Daten aus England hätten die Hoffnung, Delta wäre zwar ansteckender, aber nicht tödlicher, nicht bestätigt. Der Epidemiologe zeigte sich daher »sehr sorgenvoll für den Herbst«.

Lauterbach sagte, die Delta-Variante könne auch für jüngere Menschen und Kinder schwere gesundheitliche Folgen haben. »Obwohl wir dort keine oder nur sehr wenige Todesfälle erwarten müssen, wird es viele auch schwere Verläufe geben, deren Endergebnis Long Covid auch für Kinder sein kann«, sagte Lauterbach.

60 Prozent der Bevölkerung in Afrika wohl frühestens Ende 2022 geimpft

13.38 Uhr: In Afrika rückt das Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung gegen Covid-19 ins kommende Jahr. »Wir bleiben sehr optimistisch, bis zum Jahresende 25 Prozent geimpft zu haben«, sagte John Nkengasong von der Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union, der Africa CDC. Das ursprünglich für dieses Jahr anvisierte Ziel einer Impfung von 60 Prozent der Bevölkerung sei somit kaum vor Ende 2022 zu erreichen.

Laut CDC sind bisher gerade mal 1,39 Prozent der Bevölkerung auf dem Kontinent komplett geimpft. Marokko ist mit 21,3 Millionen Dosen der Spitzenreiter auf dem Kontinent, vor Südafrika mit 5,6 Millionen verabreichten Dosen. Die Länder Burundi, Eritrea und Tansania hätten nicht mal mit Impfungen begonnen – obwohl Tansania sich nun bei der Corona-Bekämpfung stärker engagiere.

Bisher hat Afrika laut CDC erst 82,7 Millionen Impfdosen von den für dieses Jahr geplanten 700 Millionen beschafft – 74 Prozent wurden verabreicht.

Merkel appelliert, Hygieneregeln weiter einzuhalten

11.15 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat angesichts der zuletzt wieder deutlich ansteigenden Infektionszahlen Vorsicht angemahnt. Derzeit habe man bei den Fallzahlen in Deutschland ein exponentielles Wachstum. »Das heißt, es führt kein Weg daran vorbei, dass die Vorsichtsregeln – Abstand, Maske, Hygiene, Lüften – weiter beachtet werden müssen«, so die Kanzlerin. Diese Maßnahmen seien von »wirklich großer Bedeutung«, sagte Merkel. Auch das Testen werde in Zukunft wieder wichtiger werden.

Mit dem Fortschritt der Impfkampagne und der dadurch sinkenden Zahl der Krankenhauseinweisungen von Covid-19-Patienten verändere sich indes die Bedeutung des Inzidenzwerts beim Pandemiemanagement, sagte die Kanzlerin. Es gelte weiterhin, eine Überlastung des Gesundheitssystems zu vermeiden. Merkel forderte erneut alle Unentschlossenen auf, sich impfen zu lassen. »Je mehr geimpft sind, desto freier werden wir wieder sein.«

Die derzeit für Ende August geplante Ministerpräsidentenkonferenz zur Corona-Pandemie könnte laut Merkel vorgezogen werden. Merkel sagte, das Thema Corona könne auch bei einem Treffen von Ministerpräsidenten zur Katastrophenhilfe besprochen werden, das deutlich früher stattfinden soll.

RKI erwartet »fortgesetzte globale Zirkulation des Virus«

11.05 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet für den Herbst und Winter in Deutschland noch einmal einen Anstieg der Corona-Infektionszahlen und eine »fortgesetzte globale Zirkulation des Virus«. Deutschland befinde sich mit den steigenden Impfquoten in der Übergangsphase vom pandemischen in ein endemisches Geschehen, erklärte das RKI. Wann dieser Übergang abgeschlossen sein werde, könne derzeit aber noch nicht genau vorausgesagt werden.

Wenn ein Virus endemisch ist, bedeutet das, dass es nicht mehr verschwindet und in der betreffenden Weltregion zu bestimmten Zeitpunkten immer wieder Infektionen auftreten. Eine Pandemie ist dagegen eine Krankheit, die sich weltweit schnell ausbreitet.

Das Institut empfiehlt, die »aktuell entspannte Infektionslage« zu nutzen, um präventive Maßnahmen für den Herbst und Winter vorzubereiten, sodass »die Anzahl schwerer Krankheitsverläufe, Todesfälle und die Belastung für das Gesundheitswesen klein gehalten und bevölkerungsbezogene Maßnahmen minimiert werden können«.

Audi-Chef Duesmann könnte nach Covid-19-Reha früher als gedacht zurückkehren

10.47 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende des Autoherstellers Audi, Markus Duesmann, kann wohl im Anschluss an das Auskurieren der Folgen einer Covid-19-Erkrankung wieder an die Arbeit gehen. Der Topmanager – im Konzern auch für zentrale Bereiche der Technologie-Entwicklung zuständig – absolviere zunächst ein zwei- bis dreiwöchiges Reha-Programm, sagte der Chef des VW-Aufsichtsrates, Hans Dieter Pötsch, zum Auftakt der Hauptversammlung von Volkswagen.

Nach der Sommerpause könne sich Duesmann dann voraussichtlich »weiter mit voller Kraft seinen Aufgaben zur Transformation« von Audi widmen. Nach Berichten über ein mögliches längeres Aus für Duesmann hatte es bereits am vergangenen Wochenende aus dem Konzern geheißen, Duesmann könne nun möglicherweise für einige Zeit nicht da sein. Eine dauerhafte Vertretung müsse jedoch aus derzeitiger Sicht wohl nicht eingeplant werden.

Die aktuellen Zahlen

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit über zwei Wochen kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Donnerstagmorgen lag sie bei 12,2 – am Vortag betrug der Wert 11,4 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9. Demnach meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI zuletzt binnen einem Tag 1890 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.11 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 1642 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 42 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 32 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.750.503 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.642.600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.458.

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China will keine Kontrolle von Laboren durch WHO-Experten

09.16 Uhr: Noch immer ist unklar, woher das Coronavirus kam. Einen Unfall in einem Wuhaner Labor schlossen Experten früh aus. Doch mittlerweile ist aus dem Gerücht eine ernst zu nehmende Theorie geworden. Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hatte daher gefordert, dass in der zweiten Stufe der Untersuchungen zum Corona-Ursprung auch Labore in China kontrolliert werden. »Audits der relevanten Labore und Forschungseinrichtungen« sollten eine Priorität bei der Untersuchung sein, sagte er.

Nun hat China die WHO wegen der geplanten Inspektion scharf kritisiert. Er sei »äußerst überrascht« über den Vorstoß, sagte der chinesische Vize-Gesundheitsminister Zeng Yixin. Er warf der WHO eine »Missachtung des gesunden Menschenverstands und eine Arroganz gegenüber der Wissenschaft« vor.

Schon kurz nach Beginn der Pandemie war darüber spekuliert worden, dass das Virus bei einem Unfall aus dem Institut für Virologie in Wuhan, in dem an Coronaviren geforscht wird, entwichen sein könnte. Die chinesische Regierung bestreitet dies energisch.

Langzeitfolgen von Pandemie für psychische Verfassung

06.20 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist auf die Langzeitfolgen der Corona-Pandemie für die geistige Gesundheit der Menschen hin. Es seien nicht nur die Infektionen und die Angst vor einer solchen Ansteckung, die auf die Psyche schlagen könnten, teilte das WHO-Regionalbüro Europa mit. Auch von den psychologischen Effekten von Lockdowns und Selbstisolation, aber auch den Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen, sozialer Ausgrenzung und anderem sei jeder auf die eine oder andere Weise betroffen.

»Die Menschen in der europäischen Region brechen buchstäblich unter der Belastung von Covid-19 und seinen Folgen zusammen«, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Die Auswirkungen der Coronakrise hätten hinsichtlich der geistigen Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen enormen Tribut gefordert.

Gleichzeitig biete die Pandemie Ländern eine Gelegenheit, ihre psychische Gesundheitsversorgung zu überdenken und zu reformieren. »Das ist eine Gelegenheit, bei der es sich kein Land leisten kann, sie zu verschwenden, wenn wir besser und stärker wieder aufbauen wollen«, so Kluge. Psychische Gesundheit und Wohlbefinden sollten als grundlegende Menschenrechte betrachtet werden.

Einzelhandel appelliert an Kunden: »Impfen, impfen, impfen«

06.13 Uhr: Angesichts rasch steigender Inzidenzzahlen in Deutschland appelliert der Einzelhandel an die Bevölkerung, sich gegen Corona impfen zu lassen. »Nur mit einer wirkungsvollen und schnellen Impfkampagne können wir die Pandemie nachhaltig zurückdrängen und uns dauerhaft mehr Normalität auch beim Einkaufen zurückerobern«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Stefan Genth.

Unterstützt wurde der Aufruf des HDE von Vertretern namhafter deutscher Handelskonzerne wie der Rewe Group, der Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland), der Edeka-Zentrale, von Aldi, Otto, Douglas, Galeria Karstadt Kaufhof und Ikea.

Es gehe jetzt darum, möglichst viele Menschen von der Notwendigkeit einer Impfung zu überzeugen, sagte Genth. Vorstand und Präsidium des HDE betonten, mit einer Impfung könne jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag zur Überwindung der Pandemie leisten. Dies gelte für Kunden und Mitarbeiter. Die Gefahr einer vierten Infektionswelle sei nach wie vor nicht gebannt. »Wir müssen diesen Sommer nutzen, um uns noch besser gegen die Pandemie aufzustellen«, sagte Genth. »Jetzt heißt es: Impfen, impfen, impfen«.

Länder setzen zunehmend auf mobiles Impfen wegen sinkender Impfzahlen

06.02 Uhr: Angesichts sinkender Nachfrage nach Corona-Impfungen setzen die Bundesländer zunehmend auf flexible Lösungen, um mehr Menschen zu erreichen. Das geht aus einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa hervor. Das Interesse an einer Impfung lässt vielerorts nach, teilweise werden Impfzentren geschlossen. Außerdem gibt es immer mehr mobile Impfteams, und Menschen können sich vielerorts auch ohne Termin eine Spritze holen. Trotz der sinkenden Zahlen sind bislang nur wenige Impfdosen verfallen.

Nach Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) sinkt die Anzahl der täglich verabreichten Impfdosen in Deutschland. Am Dienstag wurden beispielsweise nur 572.482 Dosen gespritzt, verglichen mit dem Höchststand von 1,5 Millionen am 9. Juni. Besonders die Impfzentren verzeichneten einen Rückgang laut dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung. Aber auch die Arztpraxen sind demnach weit vom Rekord entfernt. Gleichzeitig steigt die Inzidenz wieder. Bislang haben etwas mehr als 60 Prozent der Bevölkerung laut RKI mindestens eine erste Impfung bekommen.

Um mehr Menschen zu erreichen, setzen viele Länder auf flexible Impfangebote. »Wenn die Menschen nicht zu den Impfungen kommen, dann müssen die Impfungen eben zu den Menschen kommen«, betonte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke). »Ob eine Impfung im Fußballstadion, mobile Impfteams auf Markt- und Supermarktplätzen oder Impfungen ohne Termin in den Zentren – alle Initiativen sind willkommen«, erklärte Baden-Württembergs Ressortchef Manne Lucha (Grüne). Auch Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte an, bis zum Ende der Impfzentren im September noch einmal den »Impf-Turbo anzuschmeißen«.

In vielen Ländern sind mobile Impfteams unterwegs, oder es gibt Impfungen bis in die Nacht hinein. Bremen impft ausländische Seeleute direkt an ihren Schiffen. In Thüringen kann man sich in Sonneberg mit der Spritze eine Bratwurst abholen. In Berlin gibt es Drive-In- oder Walk-In-Impfungen an einer Ikea-Filiale. Vielerorts kann man auch ohne Termin in Impfzentren eine Spritze bekommen.

Japan fürchtet wegen Olympia eine neue Coronawelle

05.22 Uhr: In dieser Woche beginnen die Olympischen Sommerspiele in Tokio – gegen den Willen vieler Japaner. Sie fürchten eine neue Coronawelle, auch ohne Zuschauer. Vor Ort herrschen einige seltsame Regeln. Hier finden Sie ein Video zu dem Thema.

Kassenärzte fordern mehr Einsatz von Betrieben und Unis beim Impfen

04.00 Uhr: Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat mehr Engagement von großen Unternehmen und Universitäten bei der Corona-Impfkampagne gefordert. »Große Arbeitgeber können noch stärker eingreifen, genau wie die Universitäten, wenn die Semester wieder losgehen«, sagte Vizechef Stephan Hofmeister der Nachrichtenagentur dpa. »Das halten wir für geeigneter, als mit dem Impfbus abends vor der Disco zu stehen.« Derzeit zeichne sich in einigen Regionen eine Impfmüdigkeit ab, insbesondere in den Impfzentren gehe die Frequenz der Impfungen deutlich nach unten.

Impfungen in Unis, hier die Freie Universität Berlin, sind laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sinnvoller als Impfbusse vor Clubs

Impfungen in Unis, hier die Freie Universität Berlin, sind laut der Kassenärztlichen Bundesvereinigung sinnvoller als Impfbusse vor Clubs

Foto: Priller&MAUG / imago images

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen erklärte, es gebe »eine relevante Zahl von Menschen, die sich schlicht nicht impfen lassen will«. Desinteressierte könne man »schon ein bisschen schubsen«, etwa indem Bürgertests bald für alle kostenpflichtig würden, die sich theoretisch auch impfen lassen könnten. »Impfen ist der beste Individual-Schutz«, betonte er.

In den Praxen besteht laut Gassen die Gefahr, dass Impfstoff weggeschmissen werden muss, weil er nur in größeren Fläschchen angeboten wird. Um ein Fläschchen voll zu nutzen, müssten in kurzer Zeit sechs Impfpatienten kommen. Das sei aber immer seltener der Fall. »Wichtig wäre, dass die Industrie diesen Impfstoff in Einzeldosen anbietet«, sagte Gassen deshalb. »Sonst wird es zum Verfall von Impfdosen kommen.« Auch ein Teil der Impfdosen von AstraZeneca und Johnson & Johnson, die derzeit schwerer vermittelbar seien, müssten vielleicht entsorgt werden. »Damit wird man leben müssen.«

Auffrischungsimpfungen sind nach Auffassung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung im Herbst nur für Über-75-Jährige nötig und für chronisch Kranke mit Medikamenten, die das Immunsystem unterdrücken. »Gesunde 20- bis 60-Jährige dagegen sind dieses Jahr noch sicher«, sagte Hofmeister. Gassen plädierte zudem für neue Kriterien zur Bewertung der Corona-Bedrohung. »Es muss zum Beispiel darum gehen, wer wie schwer erkrankt. Wenn wir nur auf die Inzidenz schauen, laufen wir am Ende ohne wissenschaftliche Begründung mal wieder in eine Lockdown-Situation«, warnte er.

Tausende Griechen demonstrieren gegen Impfpflicht für Gesundheitskräfte

Polizeieinsatz bei Anti-Impf-Demo in Athen

Polizeieinsatz bei Anti-Impf-Demo in Athen

Foto: ALEXANDROS BELTES / EPA

02.25 Uhr: Tausende Menschen haben in Griechenland gegen die geplante Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich protestiert. Insgesamt gingen nach Polizeiangaben am Mittwochabend etwa 5000 Menschen gegen die geplanten Regelungen der Regierung auf die Straße, allein in der Hauptstadt Athen waren es 3000. Am Donnerstag stimmt das Parlament über die Maßnahme ab.

Die Menschen hielten Plakate mit Parolen wie »Nein zur Zwangsimpfung« oder »Freiheit«. Auch große Kreuze und griechische Flaggen waren in der Menge zu sehen. Die Polizei setzte Wasserwerfer und Tränengas ein, um eine Gruppe von etwa 120 Vermummten auseinanderzutreiben, wie ein AFP-Reporter berichtete.

Die griechische Regierung von Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis hatte vergangene Woche eine Corona-Impfpflicht für Gesundheits- und Pflegekräfte angekündigt. Das Land reagiert damit auf die rapide Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. In nur zwei Wochen ist die Zahl der Neuinfektionen von 800 auf 3000 pro Tag angestiegen.

Steuereinnahmen steigen im Juni – bleiben aber unter Vorkrisenniveau

01.15 Uhr: Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind im Juni erneut deutlich gestiegen. Sie wuchsen um 12,9 Prozent zum Vorjahresmonat auf knapp 73,8 Milliarden Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht. »Hierbei ist zu berücksichtigen, dass das Steueraufkommen im Vorjahresmonat aufgrund der steuerlichen Maßnahmen zur Abmilderung der Auswirkungen der Pandemie deutlich gemindert war«, so das Ministerium, das damals etwa Steuerstundungen für Unternehmen erlaubt hatte. Im Vergleich zum Juni 2019, als es die Pandemie noch nicht gab, fiel das Steueraufkommen hingegen um 8,6 Prozent niedriger aus. Im gesamten ersten Halbjahr legten die Steuereinnahmen von Bund und Ländern um 5,9 Prozent auf mehr als 347 Milliarden Euro zu.

Langzeitfolgen von Pandemie für psychische Verfassung

00.05 Uhr: Das Europa-Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist auf die Langzeitfolgen der Pandemie für die geistige Gesundheit der Menschen hin. Es seien nicht nur die Infektionen und die Angst vor einer solchen Ansteckung, die auf die Psyche schlagen könnten, teilte das WHO-Regionalbüro Europa am Donnerstag mit. Auch von den psychologischen Effekten von Lockdowns und Selbstisolation, aber auch den Folgen von Arbeitslosigkeit, finanziellen Sorgen, sozialer Ausgrenzung und anderem sei jeder auf die eine oder andere Weise betroffen.

»Die Menschen in der europäischen Region brechen buchstäblich unter der Belastung von Covid-19 und seinen Folgen zusammen«, erklärte WHO-Regionaldirektor Hans Kluge. Die Auswirkungen der Coronakrise hätten hinsichtlich der geistigen Gesundheit und dem Wohlbefinden der Menschen enormen Tribut gefordert.

lau/jok/fek/hej/mjm/AFP/dpa/Reuters
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