Corona-News am Freitag Sachsen will strenge Corona-Regeln lockern

In Sachsen sollen Kultureinrichtungen und Hotels bald wieder öffnen dürfen. Unionsfraktionschef Brinkhaus wünscht sich dagegen härtere Maßnahmen. Und: Eine Arztpraxis-Mitarbeiterin soll Impfausweise gefälscht haben. Das war der Überblick am 7. Januar.
Der Platz an der Dresdner Frauenkirche am 1. Januar 2022

Der Platz an der Dresdner Frauenkirche am 1. Januar 2022

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Daniel Schäfer / dpa

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+++ Sachsen will strenge Corona-Regeln lockern +++

22.21 Uhr: Sachsen plant deutliche Lockerungen seiner Corona-Schutzmaßnahmen. Bei einer abendlichen Sitzung verständigte sich das Kabinett in Dresden am Freitag auf Eckpunkte. So sollen unter anderem Kultureinrichtungen und Hotels ab 14. Januar mit der 2G-plus-Regel wieder öffnen, wenn die Situation in den Krankenhäusern das zulässt. Zutritt erhalten dann Genesene und Geimpfte mit einem zusätzlichen Test. Wer eine Booster-Impfung hat, unter 18 Jahre alt ist oder erst vor maximal drei Monaten genesen oder doppelt geimpft ist, braucht keinen Test. 2G-Plus soll auch für die Gastronomie, für Messen, Kongresse und Sport im Innenbereich gelten - in einigen Bereichen mit einer Beschränkung der Teilnehmerzahl.

Unabhängig von der Inzidenz sollen fortan an ortsfesten Versammlungen statt bisher 10 dann 200 Personen teilnehmen können. Wenn die Überlastungsstufe in Krankenhäusern an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten ist, können bis zu 1000 Personen demonstrieren und müssen auch nicht mehr an einem Ort verweilen.

Brinkhaus reichen Maßnahmen nicht aus

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (Archivbild)

Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (Archivbild)

Foto: Kay Nietfeld / dpa

21.58 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus zeigt sich von den Ergebnissen der am Freitag gefassten Beschlüsse von Bund und Ländern nicht überzeugt. »Ich habe meine Zweifel, ob wir mit den beschlossenen Maßnahmen die Omikron-Welle in den Griff bekommen«, sagte Brinkhaus dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Wir stehen weiter dazu bereit, die von einigen Bundesländern geforderte Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite im Bundestag zu beschließen, um damit auch weitere Handlungsmöglichkeiten kurzfristig bereitzustellen.«

Lehrerverband und -gewerkschaft kritisieren Quarantäne-Regeln

21.54 Uhr: Der Deutsche Lehrerverband und die Lehrergewerkschaft GEW kritisieren die geplante Neuregelung der Corona-Quarantäne für Schülerinnen und Schüler. »Wenn diese Aufweichung der Quarantäne-Regeln dazu führt, dass mehr Infizierte unerkannt in Schulen herumlaufen, wird der Schuss nach hinten losgehen«, sagte Heinz-Peter Meidinger, Vorsitzender des Deutschen Lehrerverbands, den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Freitag. Das Freitesten durch relativ unsichere Antigentests erscheine problematisch, vor allem weil diese Tests in den ersten Tagen einer Infektion nicht so aussagekräftig seien.

Bund und Länder hatten am Freitag beschlossen, dass Kontaktpersonen künftig von der Quarantäne befreit werden, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben. Dies gilt auch für frisch doppelt Geimpfte und frisch Genesene – für Kontaktpersonen also, deren Erkrankung oder Impfung weniger als drei Monate zurückliegt. Für alle Übrigen sollen Isolation oder Quarantäne in der Regel nach zehn Tagen enden, wenn sie sich nicht vorher freitesten lassen. Für Schülerinnen und Schüler sowie Kita-Kinder kann die Quarantäne als Kontaktperson aber bereits nach fünf Tagen durch einen Negativtest beendet werden. Ab wann die neuen Regeln genau gelten sollen, ist noch unklar.

Handwerksverband lobt flexiblere Regeln

18.45 Uhr: Die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie stoßen beim Handwerksverband auf Zustimmung. Es sei gut, dass man sich auf flexible Quarantäne- und Isolationsvorgaben verständigt habe, sagte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer. Kontaktpersonen werden demnach von der Quarantäne ausgenommen, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, frisch doppelt geimpft sind, geimpft und genesen oder frisch genesen sind. Als »frisch« gilt ein Zeitraum von bis zu drei Monaten.

Die Beschlüsse ließen das Bemühen erkennen, bei der Pandemiebekämpfung die Balance zwischen dem Gesundheitsschutz und möglichst wenigen einschränkenden Regelungen zu erreichen, sagte Wollseifer. »Dass ein bundesweiter Lockdown weiter vermieden wird, ist im Sinne unserer Handwerksbetriebe. Durch erneute Komplettschließungen würden viele von ihnen in eine existenzbedrohende Lage geraten.«

Mitarbeiterin einer Arztpraxis soll Impfpässe gefälscht haben

18.35 Uhr: Eine Mitarbeiterin einer Bremer Arztpraxis soll gefälschte Impfpässe hergestellt und vertrieben haben. Wie die Polizei am Freitag mitteilte, haben Ermittler in der Wohnung der 29-Jährigen 14 Blanko-Impfbücher, 74 Chargen-Aufkleber, drei bereits gefälschte Impfbücher und drei Stempel, die im Herbst 2021 in der Praxis gestohlen wurden, gefunden. Sie stellten zudem zwei auf den Namen der Frau ausgestellte Impfpässe sicher.

Die 29-Jährige arbeitete laut Polizei in einer Gemeinschaftspraxis und hatte Zugriff auf Impfdosen, Aufkleber mit den Chargenbezeichnungen und Blanko-Impfpässe. Die Polizei ermittelt nun unter anderem wegen Diebstahls und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung gegen die Frau.

Unionsgeführte Länder fordern Feststellung der epidemischen Lage

17.43 Uhr: Die unionsgeführten Bundesländer wollen angesichts der kräftig steigenden Corona-Infektionen, dass der Bundestag die epidemische Lage von nationaler Tragweite wieder feststellt. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) erklärte am Freitag im Anschluss an die Bund-Länder-Runde, aus Sicht der Regierungschefs der unionsgeführten Länder und Baden-Württembergs sei es erforderlich, dass der Bundestag die epidemische Lage feststelle: »Denn die Länder brauchen die Möglichkeit, schnell mit zusätzlichen Schutzmaßnahmen reagieren zu können, wenn die Infektionszahlen wie in anderen europäischen Ländern explosionsartig ansteigen sollten.«

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) verteidigte, dass seine Koalition die epidemische Lage von nationaler Tragweite als Basis von weiterreichenden Beschränkungen derzeit nicht wieder einsetzen will. Alles Nötige könne aktuell auch so gemacht werden. Aber er versicherte: »Wenn etwas zu tun ist, wird sofort gehandelt.«

Athen verpflichtet erneut Privatärzte zum Dienst

17.37 Uhr: Griechenland ebnet den Weg für Dienstverpflichtungen von mehr privaten Ärzten in staatlichen Krankenhäusern, um das wegen der Omikron-Variante des Coronavirus extrem belastete Gesundheitssystem zu stärken. Das Gesundheitsministerium könne ab 12. Januar entscheiden, welche Ärzte nötig seien, und sie schriftlich zum Dienst in staatlichen Krankenhäuser aufrufen, teilte die Regierung mit. Es handelt sich hauptsächlich um Anästhesisten und Pneumologen in Regionen Nordgriechenlands, berichtete der Staatsrundfunk. Athen hatte bereits im November 2021 in der Region der Hafenstadt Thessaloniki Dutzende Privatärzte zum Dienst im staatlichen Bereich der Gesundheit verpflichtet.

Wegen der Omikron-Variante sind seit Wochen die Krankenhäuser vor allem im Norden des Landes restlos überfüllt. In Griechenland waren in den vergangenen Wochen die Corona-Neuinfektionen rasant gestiegen. Seit Jahresanfang werden in diesem EU-Land mit knapp elf Millionen Einwohnern täglich zwischen 30.000 und 50.000 Neuinfektionen gemeldet.

Rekordwert in Niederlanden: Rund 35.000 Neu-Infektionen

17.31 Uhr: In den Niederlanden sind so viele Corona-Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden verzeichnet worden wie nie zuvor. Fast 35.000 und damit gut 10.000 Neuinfektionen mehr als am Vortag wurden registriert, wie das zuständige Gesundheitsinstitut RIVM am Freitag mitteilte. Bisher war in der Pandemie an keinem Tag die Marke von 25.000 Neuinfektionen überschritten worden.

Trotz des harten Lockdowns steigen die Infektionszahlen seit gut einer Woche deutlich. Als Grund wird die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante genannt, die in den Niederlanden bereits dominant ist. Die extrem hohe Zahl am Freitag wird zum Teil auch mit einer technischen Störung am Vortag erklärt. Aber auch im Wochendurchschnitt registrierten die Behörden einen deutlichen Anstieg positiver Tests um 63 Prozent im Vergleich zur Vorwoche.

Experten rechnen damit, dass in Kürze auch die Zahl der Patienten in Krankenhäusern deutlich zunehmen werde. Die Regierung will Ende nächster Woche entscheiden, ob der Lockdown fortgesetzt oder gelockert wird.

Bayern prüft 2G plus-Regel für Gastronomie

17.17 Uhr: Nach dem Beschluss von Bund und Ländern zur Einführung einer 2G plus-Regel für Restaurants, Cafes und Kneipen ist die Umsetzung in Bayern noch nicht entschieden. »Ich habe den Gesundheitsminister gebeten zu prüfen, ob das aus unserer Sicht wirklich notwendig ist«, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach den Beratungen vor Journalisten in München: »Wir sind da sehr, sehr zurückhaltend und skeptisch. Wir haben dazu heute auch eine Erklärung gemacht, wir werden es am nächsten Dienstag dann abschließend entscheiden.«

Söder betonte, Bayern habe eine Protokollerklärung abgegeben, wonach der Bund-Länder-Beschluss »in weiten Teilen hinter der bereits geltenden bayerischen Rechtslage« zurückbleibe. Weitere Verschärfungen - wie eine inzidenzunabhängige 2G plus-Regel in der gesamten Gastronomie - müssten erst auf Basis einer möglichst gesicherten wissenschaftlichen Expertise geprüft werden.

Ist skeptisch, ob die 2G plus-Regelung in Bayerns Gastronomie nötig ist: Markus Söder (CSU)

Ist skeptisch, ob die 2G plus-Regelung in Bayerns Gastronomie nötig ist: Markus Söder (CSU)

Foto: Jorg Carstensen / POOL / EPA

In Bayern sind Schankwirtschaften und Discos anders als in anderen Bundesländern derzeit geschlossen, zudem muss die Gastronomie im Freistaat in regionalen Corona-Hotspots ebenfalls ihre Pforten schließen.

Gewerkschaft NGG begrüßt 2G plus-Regelung für Gastronomie

17.09 Uhr: Die Gewerkschaft Nahrung, Genuss, Gaststätten (NGG) begrüßt die verschärften Regeln für die Gastronomie. »Es ist gut, dass es eine einheitliche Regelung gibt und das Gastgewerbe nicht komplett in den Lockdown geschickt wird. Die 2G plus-Regelung bringt zugleich mehr Sicherheit für die Gäste und Beschäftigte«, sagt der NGG-Vorsitzende Guido Zeitler den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Unternehmen und Beschäftigte müssten aber kräftig vom Staat unterstützt werden. Nötig sei ein Mindestkurzarbeitergeld von 1200 Euro im Monat. Die NGG hat nach eigenen Angaben 200.000 Mitglieder.

Haseloff: Kein 2G plus in Sachsen-Anhalts Bars und Restaurants

17.02 Uhr: Sachsen-Anhalt bleibt zunächst bei seinen derzeit geltenden Corona-Maßnahmen und wird in der Gastronomie nicht zusätzlich auf Tests für Genesene und Geimpfte (2G plus) setzen. In Sachsen-Anhalt gebe es anders als in anderen Bundesländern fast nur die Delta-Variante des Coronavirus, deshalb seien neue Maßnahmen zunächst nicht nötig, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Freitag in Magdeburg nach der Bund-Länder-Konferenz: »Es ist unsere Aufgabe, differenzierte Lösungen zu finden.« Jeder finde seine eigene Taktung.

Die Bund-Länder-Runde hatte sich darauf verständigt, dass Geimpfte und Genesene in Restaurants, Cafés und Kneipen künftig einen tagesaktuellen negativen Corona-Test oder eine Auffrischungsimpfung vorweisen müssen.

In Sachsen-Anhalt müssten Gäste in der Gastronomie geimpft oder genesen sein, es bleibe bei der 2G-Regelung, sagte Haseloff. Die derzeit geltende Landesverordnung solle wie geplant bis zum 18. Januar in Kraft bleiben. Der Landesregierungschef und Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) sagten, Sachsen-Anhalt bleibe dabei, dass Geboosterte bei 2G plus einen negativen Test vorweisen müssen.

Österreichs Kanzler Nehammer mit Corona infiziert

16.59 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) ist am Freitag positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Die Ansteckung geschah über ein Mitglied meines Sicherheitsteam«, teilte Nehammer auf Twitter mit.

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Laut Kanzleramt ist Nehammer dreifach geimpft. Der 49-Jährige befinde sich in Heimquarantäne, führe seine Amtsgeschäfte derzeit von zu Hause aus mittels Video- und Telefonkonferenzen und werde in den nächsten Tagen keine öffentlichen Termine mit Personenkontakt wahrnehmen. Nehammers Ehefrau und seine Kinder seien am Freitag negativ getestet worden. »Es besteht kein Grund zur Sorge, es geht mir gut«, sagte der Regierungschef.

Schulen in Uganda öffnen nach einer der längsten Corona-Schließungen

16.33 Uhr: Nach einer der weltweit längsten Schulschließungen wegen Corona steht an diesem Montag ein Neustart im Bildungswesen des ostafrikanischen Landes Uganda an. Ein Sprecher des Bildungsministeriums in Kampala berichtete am Freitag, die Öffnung Tausender Schulen sei für Lehrer und Schüler gleichermaßen eine enorme Herausforderung. »Wir befürchten, dass nicht allzu viele Schüler zurückkommen werden«, sagte der Schullehrer Bosco Wantate der Deutschen Presse-Agentur. Viele Eltern beschwerten sich zudem, weil sie wegen der Corona-Beschränkungen aktuell kein Einkommen hätten.

»Die Situation ist dramatisch: Die meisten Schüler waren insgesamt zwei Jahre nicht in der Schule; besonders Kinder unter acht Jahren und Schüler in entlegenen Regionen hatten kaum Zugang zu Bildung«, erklärte die Verantwortliche für Programmentwicklung der Hilfsorganisation SOS-Kinderdörfer in Uganda, Lilian Ssengooba. Auch sie befürchtete, dass landesweit zahlreiche Schüler ihre Bildung nie wieder aufnehmen werden. »Viele junge Mädchen sind inzwischen von ihren Familien verheiratet worden, oder sie sind schwanger, andere Schüler waren gezwungen, arbeiten zu gehen, um ihre Familien zu unterstützen«, meint Ssengooba. Die Kinder schürften in Steinbrüchen Gold oder verkauften Waren auf der Straße Waren.

Nach Angaben der SOS-Kinderdörfer waren die Schulen in Uganda 83 Wochen lang ganz oder teilweise wegen Corona geschlossen. Uganda hat laut der panafrikanischen Gesundheitsorganisation Africa CDC seit dem Auftreten der Pandemie knapp 150.000 Infektionen registriert, von denen mehr als 3300 tödlich verliefen. Allerdings gilt die Dunkelziffer in vielen afrikanischen Ländern als hoch.

Finnland: Long Covid könnte dominierende chronische Erkrankung werden

16.19 Uhr: Die finnische Ministerin für Familienangelegenheiten und soziale Dienste Krista Kiuru befürchtet, Long Covid könnte sich zur am meisten verbreiteten chronischen Krankheit entwickeln. Als Long Covid wird die lange nach einer Infektion andauernde Belastung verstanden. Die Ministerin verweist auf Daten eines finnischen Expertengremiums, welche zeigen, dass die Hälfte aller Erwachsenen und rund zwei Prozent aller Kinder unter Langzeitfolgen nach einer Covid-Erkrankung leiden.

Innenminister Strobl zu radikalem Protest: »So fängt Terror an«

16.16 Uhr: Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU) hat radikalen Gegnern der Corona-Politik vorgeworfen, die Demokratie zu demolieren. »Wer unter dem Deckmantel eines Lichterspaziergangs durch Städte irrlichtert, wer die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit missbraucht, hierbei gar noch Gewalt gegen diejenigen anwendet, die sprichwörtlich ihren Kopf für den Schutz dieser Rechte hinhalten, der überschreitet eine rote Linie, der verlässt den gemeinsamen Boden der Demokratie, der demoliert unsere Demokratie«, sagte Strobl dem Magazin »Focus Online« am Freitag.

Unions-Politiker Thomas Strobl

Unions-Politiker Thomas Strobl

Foto: Uli Deck/ dpa

»Eine rote Linie überschreitet übrigens auch, wer vor Wohnsitzen von Politikern aufmarschiert. So fängt Terror an, das ist Psychoterror. Das verurteile ich auf das Schärfste, das geht gar nicht«, sagte Strobl. Gegner der Corona-Politik hatten Anfang Dezember laut rufend mit Fackeln und Plakaten vor dem Wohnhaus von Sachsens Sozialministerin Petra Köpping  (SPD) im sächsischen Grimma protestiert.

Schweden: Rasant steigende Infektionszahlen belasten Gesundheitssystem

15.59 Uhr: Mit 23.877 Fällen bricht Schweden zum dritten Mal in dieser Woche den Negativrekord bei Neuinfektionen, berichtet die Gesundheitsbehörde. Obwohl die Hospitalisierungsrate weniger stark steigt als die Zahl der Neuinfektionen, belasten saisonale Grippefälle und zahlreiche Personalausfälle das schwedische Gesundheitssystem. Angesichts der Entwicklung hat Schweden im Dezember weitere Beschränkungen für Versammlungen eingeführt und die Bevölkerung aufgerufen, von zu Hause zu arbeiten.

Dutzende Politiker in Hongkong müssen nach Besuch einer Party in Quarantäne

15.47 Uhr: Nach der Teilnahme an einer Geburtstagsfeier müssen sich dutzende Abgeordnete und Regierungsmitarbeiter in Hongkong in Corona-Quarantäne begeben. Die Anordnung gelte für alle Gäste der Party, teilte die Behörde für Gesundheitsschutz in der chinesischen Sonderverwaltungszone am Freitag mit. Zuvor war ein zweiter Corona-Verdachtsfall im Zusammenhang mit der Feier identifiziert worden.

An der Party des Politikers Witman Hung hatten am Montag rund 170 Gäste teilgenommen, unter ihnen zahlreiche Regierungsmitglieder, Abgeordnete und hochrangige Behördenmitarbeiter. Am Donnerstag hatte sich bereits Innenminister Caspar Tsui in Quarantäne begeben. Regierungschefin Carrie Lam äußerte sich daraufhin »sehr enttäuscht« über Tsuis Verhalten, der sich via Facebook entschuldigte.

Blick auf die Skyline von Hongkong

Blick auf die Skyline von Hongkong

Foto: PHILIPPE LOPEZ/ AFP

Hongkong hat ebenso wie die Volksrepublik China in den vergangenen Monaten strikte Quarantäne-Maßnahmen ergriffen. Auf diese Weise gelang es den Behörden, die Stadt weitgehend Corona-frei zu halten. Nach einem kleineren Ausbruch der Omikron-Variante verschärften die Behörden zuletzt die Corona-Maßnahmen und erließen Flugverbote für acht Länder.

Bund und Länder einigen sich auf 2G plus für Gastronomie – deutschlandweit

15.39 Uhr: In Deutschland ist der Zutritt zu Restaurants, Kneipen, Bars und Cafés für doppelt Geimpfte und Genesene bald nur noch mit einem tagesaktuellen, negativen Schnelltest möglich. Darauf haben sich Bund und Länder nach SPIEGEL-Informationen in einer gemeinsamen Videoschalte verständigt.

Lesen Sie hier die gesammte Meldung.

Krankenhausgesellschaft fordert weniger Bürokratie

15.14 Uhr: Angesichts rapide hochschnellender Corona-Infektionszahlen hat die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) einen »Bürokratie-Lockdown« verlangt. »Nur noch notwendige Dokumentationen in der medizinischen Pflege sollten im ersten Halbjahr durchgeführt werden, damit mehr Zeit für die medizinische Versorgung bleibt«, sagte der Vorstandsvorsitzende der DKG, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zudem forderte er wegen der angespannten Lage in den Krankenhäusern, alle Personalstrukturvorgaben auszusetzen.

Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) nannten die Forderung nach einem »Bürokratie-Lockdown« einen gefährlichen Irrtum. Damit das Krisenmanagement in der Pandemie nicht im Blindflug erfolge, brauche Deutschland aktuelle und detaillierte Zahlen zur Versorgungslage, sagte Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband. Dazu gehörten auch Fallzahlen im Krankenhaus und verfügbare Pflegekräfte auf den Stationen. »Wer hier die Berichtspflichten abschafft, der gefährdet Patientinnen und Patienten«, sagte Stoff-Ahnis.

Gaß sagte wiedrum, wegen hoher Infektionszahlen werde es zu Personalausfällen kommen. Durch einen Wegfall der Personaluntergrenzen und anderer Vorgaben könne man vermeiden, dass Stationen geschlossen werden müssten. Zudem verlangte er, dass es Aufgabe der Länder sein müsse, zusätzliches Hilfspersonal in der Pflege zu koordinieren. »Nicht jedes einzelne Krankenhaus sollte und kann dies selbst durchführen«. Vielmehr solle »jedes Bundesland eine zentrale Koordinierungsstelle einrichten«. So könne erreicht werden, dass Hilfe wirklich dort ankomme, wo sie gebraucht werde.

Schottische Polizei setzt wegen Omikron Polizisten in Ausbildung ein

15.13 Uhr: Wegen massiver Personalausfälle durch die heftige Omikron-Welle greift die schottische Polizei auf sich noch in der Ausbildung befindende Polizisten und Spezialeinheiten zurück. Rund 600 Kräfte aus diesen Bereichen sollen der Polizei in Schottland ab Montag helfen, wie die BBC am Freitag berichtete. In der letzten Woche des Jahres 2021 waren bereits rund 1700 Polizistinnen und Polizisten in Schottland wegen Corona krankgeschrieben oder in Quarantäne, das war gut ein Drittel mehr als in der Vorwoche.

Kommissar Alan Speirs sagte: »Omikron hat einen signifikanten Effekt auf das Land und damit auch auf die schottische Polizei.« Man sei aber in der Lage, Kräfte aus verschiedenen Bereichen flexibel zu verschieben und dort einzusetzen, wo sie am dringendsten benötigt würden. Auch im britischen Gesundheitsdienst hat dies bereits begonnen. Zusätzlich wird das Militär eingesetzt, um eine Überlastung des Systems zu vermeiden.

Anmerkung: In einer früheren Version stand, dass die schottische Polizei aufgrund der Personalausfälle Bewährungshelfer einsetzt. Wir haben die entsprechende Stelle korrigiert.

Mitarbeiterin von Arztpraxis soll gefälschte Impfpässe verkauft haben

14.55 Uhr: Die Bremer Polizei ermittelt gegen eine mutmaßliche Impfpassfälscherin – und hat in dem Zusammenhang eine Wohnung durchsucht. Die 29-jährige Mitarbeiterin einer Arztpraxis habe durch ihre Arbeit Zugriff auf Impfstoffdosen, Blankoimpfpässe sowie Chargenaufkleber gehabt, teilten die Ermittler mit . Die Frau stehe im Verdacht, damit gefälschte Impfpässe hergestellt und verkauft zu haben. Die Razzia wurde demnach durch einen Hinweis ausgelöst, den die Beamten zu der Frau erhielten.

Bei der Durchsuchung ihrer Wohnung wurden laut Polizeiangaben drei bereits gefälschte Impfpässe, 14 Blankoimpfpässe und 74 Aufkleber mit Chargenbezeichnungen beschlagnahmt. Zudem fanden die Beamten und Beamtinnen dort auch drei Stempel, die im Herbst 2021 aus der Arztpraxis gestohlen worden waren, in der die Frau arbeitet. Sie beschlagnahmten zudem zwei Impfpässe, welche die Verdächtige auf ihren eigenen Namen ausgestellt hatte. Gegen die Frau wird nun unter anderem wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und Diebstahls ermittelt.

Die WHO warnt davor, Omikron als »milde« Variante zu bezeichnen

14.30 Uhr: Mit eindringlichen Worten hat der Direktor der Weltgesundheitsorganisation, Tedros Adhanom Ghebreyesus, vor der Omikron-Variante gewarnt. Die Corona-Mutation sollte nicht als »milde« abgetan werden: »Genau wie vorangegangene Varianten müssen Menschen wegen Omikron ins Krankenhaus, und [die Variante] tötet Menschen«, sagte Ghebreyesus auf einer Pressekonferenz  am Donnerstag.

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus

WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus

Foto: FABRICE COFFRINI / AFP

Zwar scheine der Krankheitsverlauf bei Omikron vor allem bei Geimpften weniger schwer zu verlaufen als bei der Delta-Variante, aber der »Tsunami an Fällen« setze den Gesundheitssystemen auf der ganzen Welt zu. Wegen der Überlastung in Krankenhäusern komme es zu Todesfällen, die eigentlich vermeidbar seien – sowohl im Zusammenhang mit COVID-19, als auch bei anderen Krankheiten und Verletzungen.

Etwa jedes zweite Land wird Corona-Hochrisikogebiet

13.51 Uhr: Die Bundesregierung stuft das Nachbarland Luxemburg sowie fast 40 weitere Länder wegen hoher Corona-Infektionszahlen von Sonntag an ganz oder teilweise als Hochrisikogebiete ein. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer aus einem solchen Gebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien.

Neben Luxemburg werden am Sonntag unter anderem Schweden, Australien, Argentinien, die Vereinigten Arabischen Emirate mit dem Winterurlaubsziel Dubai, Israel und Kenia auf die Risikoliste gesetzt. Insgesamt erhöht sich die Zahl der Hochrisikogebiete weltweit auf einen Schlag auf mehr als 100 Länder. Das bedeutet, dass etwa jedes zweite Land weltweit wieder Hochrisikogebiet ist. Als einziges Land von der Liste gestrichen wird die Ukraine. Von den Nachbarländern Deutschlands ist ab Sonntag nur noch Österreich kein Hochrisikogebiet.

Das Auswärtige Amt in Berlin

Das Auswärtige Amt in Berlin

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot. Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Coronalage.

Bei dem schon bisher als Hochrisikogebiet geltenden Frankreich kommen die Übersee-Departements Französisch-Guayana, Guadeloupe, Martinique, Mayotte, Saint-Martin und Saint-Barthélemy hinzu - wie auch die niederländischen Überseegebiete Aruba und Curaçao. Ebenfalls als Hochrisikogebiete gelten künftig Angola, Bahrain, die Bahamas, Belize, Bolivien, Cabo Verde, die Demokratische Republik Kongo, Estland, Fidschi, Island, Jamaika, Katar, Kuwait, Panama, Uruguay, die Elfenbeinküste (Cote d'Ivoire), Gabun, Ghana, Guinea, Kenia, die Inselgruppe Komoren, Mali, Mauretanien, Nigeria, Ruanda, Sambia, Sierra Leone, Südsudan, Togo und Uganda.

98.000 Kinder in Peru durch Covid-19 zu Halbwaisen oder Waisen geworden

12.33 Uhr: Fast 98.000 Kinder haben durch Covid-19 mindestens ein Elternteil oder einen anderen Sorgeberechtigten verloren. Das teilte die Regierung in Lima mit. »Wir halten einen traurigen Rekord als Land mit der größten Anzahl an Kindern, die einen Vater oder eine Mutter verloren haben«, erklärte die peruanische Frauenministerin Anahí Durand. Sie berief sich dabei auf Zahlen, welche die medizinische Fachzeitschrift »The Lancet« veröffentlicht hatte.

Durands Ministerium zahlt derzeit 18.000 Familien eine Waisenrente in Höhe von 200 Sol (umgerechnet rund 44 Euro) aus. Die Ministerin sprach sich dafür aus, die Hilfen auf mehr als 80.000 minderjährige Waisen auszuweiten. Diese müssten darüber hinaus psychologisch und erzieherisch betreut werden.

Abschied auf dem Friedhof Nueva Esperranza, in einem Abschnitt für Corona-Tote

Abschied auf dem Friedhof Nueva Esperranza, in einem Abschnitt für Corona-Tote

Foto: Rodrigo Abd / dpa

Peru ist im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung das am härtesten von der Pandemie getroffene Land der Welt. Auf eine Million Menschen kommen dort laut einer Berechnung der Nachrichtenagentur AFP auf Grundlage offizieller Zahlen 6122 Covid-19-Tote. In dem südamerikanischen Land mit seinen 33 Millionen Einwohnern grassiert derzeit die dritte Corona-Welle. Insgesamt haben sich dort bisher mehr als zwei Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt, mehr als 202.900 Infizierte starben.

Gesundheitsministerium: Ausreichend Impfstoff vorhanden

12.21 Uhr: Für die Impfkampagne stehen nach Angaben des Gesundheitsministeriums zehn Millionen Impfdosen pro Woche und damit ausreichend Vakzine zur Verfügung. Man werde die Länder unterstützen, niedrigschwellige Impfangebote anzubieten, sagt ein Sprecher. Hintergrund ist, dass im neuen Jahr das Impftempo deutlich nachgelassen hat. Am Donnerstag wurden 595.189 Personen geimpft. Die Zahl liegt weit unter der Marke, die nötig ist, um die von der Regierung angepeilten 30 Millionen Corona-Impfungen im Januar zu erreichen.

Thailand behält verschärfte Einreiseregeln wegen Omikron

11.39 Uhr: Das Urlaubsziel Thailand wird die vor Weihnachten verschärften Einreiseregeln mit Quarantänepflicht für Touristen auf unbestimmte Zeit beibehalten. Diese Entscheidung sei am Freitag als Kompromiss zwischen den benötigten Einnahmen aus dem Tourismus und der Angst vor einem neuen Coronaausbruch durch die Omikron-Variante getroffen worden, berichtete die Zeitung »Bangkok Post«.

Damit ist eine quarantänefreie Einreise unter dem sogenannten Test&Go-Modell nur noch für diejenigen möglich, die sich bereits dafür registriert hatten. Die Frist dafür wurde am Freitag der Zeitung zufolge bis zum 15. Januar verlängert. Wer ohne eine solche Voranmeldung kommen will, muss nach Ankunft zwischen sieben oder zehn Tage in Quarantäne – je nach Herkunftsland und Impfstatus. Neue Registrierungen werden derzeit nicht mehr angenommen.

Ein Strand auf der thailändischen Insel Ko Kaeo Yai

Ein Strand auf der thailändischen Insel Ko Kaeo Yai

Foto: Mladen Antonov/ AFP

Das bereits seit Juli 2021 laufende sogenannte Sandbox-Modell auf der größten Insel Phuket, bei dem vollständig geimpfte Touristen unter bestimmten Auflagen quarantänefrei Ferien machen können, läuft hingegen weiter. Und es sollen nun zu einem noch nicht genannten Zeitpunkt einige weitere Ziele wie die Inseln Koh Samui und Koh Tao hinzukommen. Das beliebte Urlaubsland hatte seine Grenzen Anfang November wieder für Touristen aus Dutzenden Ländern geöffnet. Seither nahm der Zustrom an Besuchern aus aller Welt stetig zu.

Corona in Italien: Sieben-Tage-Inzidenz bei 1669

11.24 Uhr: In Italien hat sich die Coronainzidenz binnen einer Woche mehr als verdoppelt. Stand Donnerstag verzeichneten die Gesundheitsbehörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 1669 Coronafälle je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut ISS am Freitag in Rom mitteilte. In der Vorwoche betrug der Wert demnach 783. Die Belegung der Intensivstationen mit Coronapatienten lag italienweit bei 15,4 Prozent und stieg damit im Vorwochenvergleich weiter. Der Wert liegt noch unter der Alarmschwelle von 30 Prozent.

In dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern waren die Ansteckungszahlen in den vergangenen Tagen rasant gestiegen. Am Donnerstag meldete das Ministerium mit mehr als 219.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages einen weiteren Rekord. Fast 200 Menschen starben in dieser Zeit mit dem Virus.

Einige Krankenhäuser schlugen wegen der angespannten Pandemielage bereits Alarm. Der Ärzteverband in Neapel warnte davor, die Kontrolle zu verlieren, wenn Rom nicht einschreite. Die Regierung vereinbarte in dieser Woche weitere Coronamaßnahmen, um den Anstieg der Corona-Infektionskurve zu senken – etwa eine Impfpflicht für Menschen älter als 50 Jahre.

Müller über Coronaprobleme beim FC Bayern: »Nicht so dramatisch«

11.17 Uhr: Trotz des Coronachaos beim dezimierten FC Bayern München blickt Nationalspieler Thomas Müller zuversichtlich auf den Rückrundenstart am Freitagabend gegen Borussia Mönchengladbach. »Ich sehe das Ganze nicht so dramatisch«, sagte Müller in einem Video des deutschen Fußball-Rekordmeisters: »Es ist natürlich jetzt nicht optimal, das ist ganz klar, aber das bringt natürlich auch die ganze Situation ein bisschen mit sich: der Spielplan, gleich der Start am ersten Januar-Wochenende und dann natürlich noch die weltweite Coronasituation, die ja ein bisschen angezogen hat.«

Bayern-Kicker Thomas Müller

Bayern-Kicker Thomas Müller

Foto: Laurence Griffiths/ Getty Images

Das Spiel nach drei Wochen Winterpause in der zuschauerlosen Allianz Arena steht ganz im Zeichen der aktuellen Coronawelle. Gleich neun positiv auf das Virus getestete Profis um Kapitän Manuel Neuer fehlen den Bayern, vier bei Gladbach. Einige Spieler würden »vielleicht nicht auf ihren Paradepositionen auflaufen, aber trotzdem haben wir sehr viele Nationalspieler oder einfach Top-Qualität auf dem Platz«, sagte Müller.

Brinkhaus plädiert für schärfere Maßnahmen als geplant

10.44 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus bezweifelt, ob die auf dem anstehenden Bund-Länder-Treffen geplanten neuen Coronamaßnahmen reichen werden, »um diese Welle zu brechen«. Die weiterhin geltende Kontaktbeschränkung auf zehn geimpfte oder genesene Personen halte er für zu weitgefasst, sollte die Omikron-Welle voll durchschlagen, sagte der CDU-Politiker den Sendern RTL und ntv. »Ich denke, da kann man also auch noch mal durchaus runtergehen.« Brinkhaus kritisiert demnach in der Sendung »Frühstart« zudem, dass laut Beschlussvorlage der Ministerpräsidentenkonferenz Bars, Kneipen und Klubs nicht pauschal geschlossen werden sollen. »Wenn ich zu entscheiden hätte, dann hätte ich gesagt, Bars und Diskotheken, das ist sicherlich momentan nicht notwendig.« Auch in der Gastronomie müsse man besonders vorsichtig sein. Gegebenenfalls seien hier auch Schließungen nötig.

Union drängt Kanzler Scholz zu Machtwort bei Impfpflicht

10.56 Uhr: Die Union drängt Kanzler Olaf Scholz (SPD), ein Machtwort bei der Einführung der allgemeinen Impfpflicht zu sprechen. »Zum vorausschauenden Agieren in der Pandemie gehört für mich die Vorbereitung der Impfpflicht durch den Bund«, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) dem Sender Phoenix. Die Einschätzung des Expertenrates und die rasche Verbreitung der Omikron-Virusvariante verlangten schnelles Handeln durch die Bundesregierung: »Ich glaube, da ist die Regierung in Berlin jetzt gefordert, Klärung herzustellen, einen Entwurf vorzulegen«, sagte Wüst. Zuvor hatte er bereits der »Rheinischen Post« gesagt: »Der Bundeskanzler hat die Impfpflicht für Februar angekündigt – dieses Wort muss gelten.« Ähnlich äußerte sich Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus. Bei der Impfpflicht sei es so, »dass der Bundeskanzler nicht in die Führungsrolle reingeht, sondern mal schaut, wie sich die Sache entwickelt«, sagte der CDU-Politiker.

Scholz hatte sich wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ausgesprochen. Die Ampelkoalition hatte aber entschieden, eine Abstimmung über die allgemeine Impfpflicht im Bundestag freizustellen, sodass fraktionsübergreifende Gruppenanträge möglich sind.

Vor allem die FDP ist in der Frage einer allgemeinen Impfpflicht gespalten. Deshalb könnte die Ampelkoalition bei einer Abstimmung möglicherweise keine eigene Mehrheit haben. Die beiden SPD-Fraktionsvizes Dagmar Schmidt und Dirk Wiese hatten am Donnerstag mitgeteilt, dass es im Januar zunächst eine »Orientierungsdebatte« geben solle. Ein Abschluss des Gesetzgebungsprozesses werde im ersten Quartal angestrebt. Man werde sich »ausreichend Zeit« für eine breite Diskussion über das gesellschaftlich sensible Thema nehmen. In der Union wird deshalb der Verdacht geäußert, dass die Ampel die Entscheidung über eine Impfpflicht verzögern wolle.

Kretschmer: »Handeln, bevor es die ersten Toten gibt«

10.39 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat vor einer weiteren Eskalation der Coronaproteste gewarnt. »Es werden auch Bürgermeister, Journalisten, Wissenschaftler und Richter bedroht«, sagte Kretschmer den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Freitag. »Wir müssen die Institutionen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung verteidigen – auch in den sozialen Medien.« Die Radikalisierung finde »auf Grundlage von falschen Informationen statt, die immer weiter verstärkt werden«. Deswegen müsse »der Rechtsstaat handeln, bevor es die ersten Toten gibt«.

Kretschmer rief die Bundesregierung und die Europäischen Union dazu auf, geltendes Recht auch auf der Plattform Telegram durchzusetzen. »Telegram dient der Propaganda radikaler Gegner der Coronamaßnahmen«, sagte er. Telegram müsse dazu verpflichtet werden, die Identität von Nutzern zu übermitteln, wenn diese Straftaten begehen oder dazu aufrufen würden.

Mittelstand für kürzere Quarantänezeiten in allen Bereichen

10.29 Uhr: Der deutsche Mittelstand hat sich vor dem Bund-Länder-Treffen zur Pandemielage für kürzere Isolations- und Quarantänezeiten in allen Bereichen ausgesprochen. »Ein massiver und flächendeckender Ausfall von Arbeitskräften muss nicht nur in den viel zitierten kritischen Infrastrukturen vermieden werden«, erklärte der Deutsche Mittelstands-Bund (DMB) am Freitag. Ein Großteil der Beschäftigten im deutschen Mittelstand sei geimpft und dürfe nicht länger als unbedingt nötig aus dem Arbeitsleben herausgerissen werden.

Durch zu lange Isolations- und Quarantänezeiten für Infizierte und Kontaktpersonen trotz Impfung »gefährden Bund und Länder die ohnehin schon angeschlagene Wirtschaft und riskieren einen massiven Arbeitskräfteausfall«, warnte der DMB. Grundsätzlich müsse eine Freitestung für geimpfte Omikron-Infizierte nach sieben Tagen möglich sein, und die Quarantänepflicht für geimpfte Kontaktpersonen müssten Bund und Länder »möglichst komplett streichen«, forderte der Verband.

Wissler: Zweiwöchiger Gastronomie-Lockdown sinnvoller als 2G plus

10.21 Uhr: Linkenchefin Janine Wissler hält statt einer 2G-plus-Regel in der Gastronomie einen zweiwöchigen Lockdown für die Branche für denkbar. Die Einbußen durch 2G plus wären sehr groß, sagte Wissler am Freitag im ARD-»Morgenmagazin«. Es sei die Frage, ob es nicht sinnvoller wäre zu sagen, »man macht lieber zwei Wochen diesen ganzen Bereich dicht« und entschädige die Menschen, sagte die Linken-Vorsitzende. Das wäre »die sinnvollere Variante, wenn die Zahlen so durch die Decke gehen«.

Linken-Vorsitzende Janine Wissler

Linken-Vorsitzende Janine Wissler

Foto: Frank Rumpenhorst / DPA

Die Spitzen von Bund und Ländern beraten ab 13.00 Uhr darüber, wie angesichts der raschen Ausbreitung der hoch ansteckenden Omikron-Variante die Corona-Schutzvorschriften angepasst werden. Einem Beschlussentwurf zufolge soll der Besuch von Restaurants, Cafés und ähnlichen Einrichtungen für Geimpfte und Genesene nur noch mit tagesaktuellem Test oder dem Nachweis einer Auffrischungsimpfung möglich sein.

Studentenwerk: psychosoziale Beratung »wird förmlich überrannt«

10.08 Uhr: Das Deutsche Studentenwerk schlägt wegen der Pandemiefolgen für Studierende Alarm. »Die psychosoziale Beratung der Studenten- und Studierendenwerke wird förmlich überrannt, die Wartezeiten werden länger«, sagte der Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, Matthias Anbuhl, der Deutschen Presse-Agentur. Bund und Länder müssten hier in einem Aktionsprogramm dringend die Ressourcen aufstocken. »Nötig sind bis zu zehn Millionen Euro in den kommenden vier Semestern«, sagte Anbuhl. Er appellierte an Bund und Länder, solche Themen stärker in der Corona-Krisenpolitik zu berücksichtigen.

Vereinsamung wegen Corona: Das Deutsche Studentenwerk warnt vor den Belastungen für Studierende in der Pandemie

Vereinsamung wegen Corona: Das Deutsche Studentenwerk warnt vor den Belastungen für Studierende in der Pandemie

Foto: Uwe Anspach / picture alliance / dpa

Studierende litten unter fehlender Präsenzlehre. »Vereinsamung, digitale Isolation und depressive Verstimmung sind oftmals die Folge.« Anbuhl forderte, dass Hochschulen so lange offen bleiben müssten wie möglich. »Und das heißt im Zweifel auch: länger als Bars, Restaurants, Fußballstadien und andere Teile des öffentlichen Lebens.«

Britische Armee hilft in Londoner Krankenhäusern aus

10.05 Uhr: Wegen der Personalmängel durch die Omikron-Welle hilft in London seit Freitag die Armee in Krankenhäusern aus. Wie das Verteidigungsministerium mitteilte, sollen in den kommenden drei Wochen 200 Militärangehörige in der britischen Hauptstadt im Einsatz sein. Außerdem sollen 32 Soldatinnen und Soldaten im Rettungsdienst aushelfen. Auch in anderen Teilen des Landes sind Militärangehörige im Einsatz, um die Behörden bei der Bewältigung der Coronapandemie zu unterstützen.

Großbritannien ist noch immer fest im Griff der Omikron-Welle - auch wenn Experten Anzeichen für eine Abflachung in London erkennen. Am Donnerstag wurden landesweit knapp 180.000 Neuinfektionen gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz – die Zahl der Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner – wird mit knapp 1800 angegeben (Stand 1. Januar). Schätzungen zufolge war in London in der letzten Woche des vergangenen Jahres jeder Zehnte mit dem Coronavirus infiziert.

41,6 Prozent der Deutschen haben Auffrischimpfung erhalten

10.02 Uhr: In Deutschland haben inzwischen 34,6 Millionen Menschen ihre Auffrischungsimpfung erhalten. Damit sind 41,6 Prozent geboostert, wie aus dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Bei der aktuell diskutierten 2G-plus-Regelung in der Gastronomie sollen geboosterte von der Testpflicht befreit sein. Am Donnerstag wurden nach Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) 595.189 Impfungen verabreicht, davon waren 470.517 Auffrischimpfungen, 43.404 Menschen ließen sich erstmals impfen. Die Zahl liegt weit unter der Marke, die nötig ist, um die von der Regierung angepeilten 30 Millionen Impfungen im Januar zu erreichen.

Philippinischer Präsident ordnet Haft für ungeimpfte Lockdown-Verweigerer an

9.56 Uhr: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte hat die Festnahme von nicht gegen das Coronavirus geimpften Menschen angeordnet, die gegen die geltende Ausgangssperre im Land verstoßen. Wer sich weigere, entgegen den Anweisungen zu Hause zu bleiben, könne festgenommen werden, sagte Duterte am Donnerstag. Bei der Coronapandemie handele es sich um einen »nationalen Notstand«, der ein derartiges Vorgehen rechtfertige.

Angesichts der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus hatte die Regierung Anfang der Woche entschieden, dass in der Hauptstadt Manila und mehreren weiteren Städten Ungeimpfte ihre Häuser nur noch zum Einkauf lebensnotwendiger Güter oder zum Sport verlassen dürfen.

Bisher sind erst weniger als die Hälfte der Philippiner gegen das Coronavirus geimpft. Er sei »erschüttert« über die niedrige Impfquote, sagte Duterte. »Wenn Sie sich nicht impfen lassen, bringen Sie alle in Gefahr« betonte er an die Ungeimpften gerichtet.

Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen stieg am Donnerstag auf mehr als 17.000, das sind mehr als dreimal so viele wie zwei Tage zuvor. Kurz vor Weihnachten hatte die Zahl der täglichen Neuinfektionen noch bei wenigen hundert gelegen.

Bremens Bürgermeister sieht keine großen Streitpunkte bei Corona-Runde

9.07 Uhr: Unmittelbar vor der Bund-Länder-Runde zur Coronakrise rechnet Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte mit keinen großen Streitpunkten. »Es liegt ein Beschlussvorschlag vor. Und ich erwarte eigentlich, dass wir uns auf dieser Linie, die da vorgezeichnet wird, auch einigen können«, sagte der SPD-Politiker am Freitag im ARD-»Morgenmagazin«. Es werde eine gemeinsame Regelung zu 2G plus im Kernbereich der Gastronomie geben sowie eine dringende Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken im öffentlichen Personennahverkehr und im Einzelhandel. »Und wir werden uns natürlich auch mit erleichterten Quarantäneregelungen beschäftigen, damit wir auch bei stark steigenden Fallzahlen die kritische Infrastruktur weiter am Laufen halten können«, sagte Bovenschulte.

Erwartet Geschlossenheit: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Erwartet Geschlossenheit: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD)

Foto:

Sina Schuldt/ picture alliance/dpa

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder kommen am Mittag zu einer Videokonferenz zusammen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Wegen des befürchteten steilen Anstiegs der Infektionszahlen durch die Omikron-Variante hatten Bund und Länder bereits vor etwas mehr als zwei Wochen verschärfte Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen beschlossen.

Kinderärzte fordern »sofort« Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen

8.52 Uhr: Die deutschen Kinderärztinnen und Kinderärzte fordern die schnelle Einführung einer Corona-Impfpflicht für alle Erwachsenen. Er wolle »eine allgemeine Impfpflicht, und zwar sofort« , sagte der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.

Die Politik habe sich viel zu lange vor dem unbequemen Thema gedrückt und wolle die Impfpflicht nun auf die lange Bank schieben, kritisierte Fischbach: »Das wäre fatal, denn umso länger müssen Kinder und Jugendliche unter den Einschränkungen leiden.«

Kinder dürften nicht länger dafür herhalten müssen, »die wirklich Gefährdeten, also ungeimpfte Erwachsene, zu schützen. Denn das ist unanständig«, sagte der Ärztevertreter weiter.

Neue Coronahilfen können beantragt werden

8.27 Uhr: Ab sofort können Unternehmen die neue Überbrückungshilfe IV zum Ausgleich für Belastungen durch die Coronakrise erhalten. Auf der Internetplattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de  können Steuerberater nun bis Ende April Anträge für den Förderzeitraum Januar bis März 2022 stellen, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag in Berlin mitteilte. Die Förderbedingungen haben sich nach Angaben des Ministeriums im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum verändert.

Bereits in den nächsten Wochen würden die ersten Abschlagszahlungen ausgezahlt, sagte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. »Die rasante Ausbreitung der Omikron-Variante fordert uns allen abermals Einschränkungen ab.« Diese seien nötig, um die Gesundheit zu schützen und Krankenhäuser vor einer Überlastung zu bewahren.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne)

Foto: Clemens Bilan / EPA

»Gleichzeitig bedeuten diese Einschränkungen aber auch eine erneute Belastungsprobe für viele Unternehmen und ihre Beschäftigten, und das, nachdem sie schon knapp zwei Jahre Pandemie hinter sich haben – eine Zeit voller Unsicherheit, Einschränkungen und Sorgen, eine Zeit, die viele aufgezehrt hat.« Mit der Überbrückungshilfe IV wolle man den Unternehmen sehr schnell eine helfende Hand reichen, um wenigstens einige Härten abzufedern.

Erstmals mehr als 100.000 Coronafälle an einem Tag in Argentinien

8.11 Uhr: Argentinien hat zum ersten Mal mehr als 100.000 Coronainfektionen innerhalb eines Tages registriert. 109.608 neue Fälle in 24 Stunden wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums des südamerikanischen Landes vom Donnerstag gemeldet. Noch vor wenigen Tagen hatte die Rekordmarke in dem 45 Millionen Einwohner zählenden Land bei 50.506 neuen Fällen am 30. Dezember gelegen. Am Dienstag waren 81.210, am Mittwoch 95.159 neue Fälle gemeldet worden.

»Omikron bringt uns viele Überraschungen. Wir wissen nicht, wo die Obergrenze für den Anstieg sein wird«, sagte Sonia Tarragona, Kabinettschefin im Gesundheitsministerium, der Zeitung »El Clarín«.

Der Rekordwert trifft mit den Sommerferien auf der Südhalbkugel zusammen. Tausende Menschen reisten zu Weihnachten und Silvester im Land umher, in wichtigen Touristenzentren herrscht Hochbetrieb. Nur in wenigen Provinzen gelten noch Einschränkungen.

»Boostern bis die Nadel glüht«

7.23 Uhr: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte erwartet bei der heutigen Ministerpräsidentenkonferenz nach eigenen Worten »keine großen Streitpunkte«. Es liege ein Beschlussvorschlag vor, und er gehe davon aus, »dass wir uns auf dieser Linie, die da vorgezeichnet wird, auch einigen können«, sagt der SPD-Politiker in der ARD. Es werde

  • eine gemeinsame Regelung zu 2G-Plus geben im Kernbereich der Gastronomie

  • sowie eine dringende Empfehlung, FFP2-Masken im ÖPNV und im Einzelhandel zu nutzen.

»Und wir werden uns natürlich auch mit erleichterten Quarantäneregelungen beschäftigen, damit wir auch bei stark steigenden Fallzahlen, die kritische Infrastruktur weiter am Laufen halten können.« Eindringlich wirbt Bovenschulte dafür, sich impfen und vor allem boostern zu lassen. Das wichtigste Instrument in der jetzigen Lage bleibe es, zu »boostern bis die Nadel glüht«.

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Polizeischutz vor dem Abschiebezentrum, in dem Tennisstar Djokovic auf die Gerichtsentscheidung zu seiner Einreise wartet

Polizeischutz vor dem Abschiebezentrum, in dem Tennisstar Djokovic auf die Gerichtsentscheidung zu seiner Einreise wartet

Foto: WILLIAM WEST / AFP

Australiens Regierung weist Kritik im Fall Djokovic zurück

6.18 Uhr: Australien Behörden haben Vorwürfe der Familie von Novak Djokovic zurückgewiesen, sie halte den Tennis-Star seit dessen Ankunft in Melbourne wie einen Gefangenen fest. »Herr Djokovic wird nicht in Australien gefangen gehalten, er kann jederzeit gehen, und der Grenzschutz wäre dabei behilflich«, sagte Innenministerin Karen Andrews dem Sender ABC News am Freitag. Zugleich bestätigte sie zwei weitere Problemfälle im Zusammenhang mit den Australian Open, die nun vom Grenzschutz geprüft würden.

Andrews verteidigte das Vorgehen der Behörden und sagte dem TV-Kanal Seven Network, Djokovic habe es versäumt, die richtigen Informationen für seine Einreise nach Australien bereitzustellen: »Sie werden von jedem verlangt, der in das Land einreist. Wenn diese Informationen nicht bereitgestellt werden können, sind die Einreisebestimmungen für Australien nicht erfüllt.«

Eigentlich gilt in Australien die Regel, dass nur Reisende mit Impfschutz gegen das Coronavirus ins Land gelassen werden. Laut Turnierboss Craig Tiley hatten anlässlich der Australian Open 26 Profis oder Betreuer eine Ausnahmegenehmigung beantragt. Bei einer »Handvoll« von Fällen habe das auch geklappt. Titelverteidiger Djokovic ist als einziger namentlich bekannt und steht seit Tagen in der Kritik – zumal der 34-Jährige bislang nicht offengelegt hat, mit welcher Begründung ihm die umstrittene Genehmigung erteilt wurde.

Omikron-Welle: Bund und Länder beraten über nächste Schritte

5.00 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder kommen an diesem Freitag erneut zu einer Videokonferenz zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Wegen des befürchteten steilen Anstiegs der Infektionszahlen durch die Omikron-Variante hatten Bund und Länder bereits vor etwas mehr als zwei Wochen verschärfte Kontaktbeschränkungen und weitere Maßnahmen beschlossen. Im Fokus steht nun unter anderem eine Neuregelung der Quarantäne-Vorgaben.

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Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz springt auf 303,4

3.53 Uhr: Der Inzidenzwert bei den Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist erneut stark gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitagmorgen mit 303,4 an. Am Vortag hatte sie bei 285,9 gelegen, vor einer Woche bei 214,9. Der Wert beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen. Die Inzidenz liegt damit wieder so hoch wie zuletzt vor Weihnachten.

Wie das RKI nun unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter weiter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 56.335 Neuinfektionen verzeichnet. Es war bereits der dritte Tag in Folge mit mehr als 50.000 Neuinfektionen. Vor einer Woche waren es noch 41.270.

Ferner wurden am Mittwoch 264 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt. Seit Pandemie-Beginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des RKI insgesamt 7.417.995 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Corona-Toten in Deutschland stieg auf 113.632. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 6.664.800.

Der »Bergdoktor« ist fürs Impfen: Schauspieler Hans Sigl

Der »Bergdoktor« ist fürs Impfen: Schauspieler Hans Sigl

Foto: Britta Pedersen / dpa

Ärzte-Chef lehnt Impfpflicht ab

2.25 Uhr: Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, lehnt eine allgemeine Impfpflicht ab. »Impfen ist das wirksamste Instrument im Kampf gegen das Virus. Trotzdem halte ich nach wie vor nicht viel von einer Impfpflicht«, erklärt Gassen der »Rheinischen Post« einem Vorabbericht zufolge. »Es gibt allein schon zu viele organisatorische Hindernisse, um dieses Vorhaben in kurzer Zeit starten zu können. Das fängt bereits beim Impfregister an. Wer soll das unter Wahrung des Datenschutzes erstellen, wo soll es gepflegt werden?«, fragte der KBV-Chef. »Bis wir dies alles erarbeitet haben, ist die Corona-Gefahr vermutlich wirklich vorbei.«

Auch die nachlassende Wirksamkeit des Impfstoffes sei ein Problem: »Man kann den Leuten nicht ernsthaft eine Impfpflicht auferlegen und dann feststellen, dass die Wirkung des Impfstoffes immer nur ein paar Monate hält.«

Durch die Impfpflicht werde »letztlich keine relevante Erhöhung der Impfquote im Vergleich zu einer intensiven Impfkampagne, flankiert von Maßnahmen wie 2G« erreicht.

Am Donnerstag verlautete aus Parlamentskreisen, dass sich die Beratungen im Bundestag zur Einführung einer erweiterten Corona-Impfpflicht verzögern. Demnach soll es Ende Januar eine »Orientierungsdebatte« geben, konkrete Gesetzentwürfe sollen erst Mitte Februar diskutiert werden. Der Abschluss des Gesetzgebungsprozesses solle bis Ende März erfolgen, hieß es.

NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) mahnt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), sein Wort bei der Impfpflicht zu halten. »Der Bundeskanzler hat die Impfpflicht für Februar angekündigt – dieses Wort muss gelten«, sagt Wüst der »Rheinischen Post« einem Vorabbericht zufolge. »Die Menschen brauchen Verlässlichkeit und Vertrauen in die Politik. Das Gefühl, dass bei einem solch sensiblen Thema wie der Impflicht taktiert und auf Zeit gespielt wird, darf nicht entstehen.« Die Impfung sei und bleibe der zentrale Weg aus der Pandemie, betont der NRW-Ministerpräsident.

»Bergdoktor« Hans Sigl für klare Kante gegenüber Corona-Leugnern

1.39 Uhr: Dem »Bergdoktor«-Schauspieler Hans Sigl ist es ein Bedürfnis, klare Kante gegenüber Corona-Leugnern und sogenannten Querdenkern zu zeigen, indem er etwa im Internet keiner Diskussion aus dem Weg geht. »Das ist mir ein persönliches Anliegen – und auch Sinn und Zweck dieser Kanäle«, sagte der 52-Jährige der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Ich habe das nicht angefangen, um meine Wurstbrote zu posten.«

Er teile oft Informationen und wissenschaftliche Ergebnisse, worauf er manchmal auch Hassmails und Drohungen erhalte. »Aber dann muss man auch noch mal dagegenhalten«, sagte Sigl. Dabei nehme er auch in Kauf, Freunde an Impfgegner zu verlieren und den Kontakt mit ihnen einzustellen. Er bekomme beispielsweise zu hören: »Das hätte man vom Bergdoktor nicht gedacht«. Dazu sagte der Seriendarsteller: »Wer jetzt Fiktion und Realität nicht auseinander halten kann, dem ist ohnehin nicht zu helfen.«

Corona-Impfung verzögert laut US-Studie die Periode bei Frauen leicht

1.34 Uhr: Die Corona-Impfung kann bei Frauen laut einer US-Studie die Periode leicht verzögern. Laut der am Donnerstag in dem Fachjournal »Obstetrics & Gynecology« veröffentlichten Studie setzte bei geimpften Frauen die Blutung etwa einen Tag später ein als bei ungeimpften Frauen. Die Dauer der Monatsblutung wurde demnach jedoch nicht beeinflusst. Den Forschern zufolge sind die Auswirkungen der Impfung auf die Periode gering und voraussichtlich nur vorübergehend.

Die Wissenschaftler hatten anonymisierte Daten einer App zur Überwachung der Fruchtbarkeit bei Frauen im Alter von 18 bis 45 Jahren, die keine hormonelle Verhütung verwenden, ausgewertet. Etwa 2400 Frauen in dem Datensatz waren geimpft, die meisten mit Biontech/Pfizer (55 Prozent) gefolgt Moderna (35 Prozent) und Johnson & Johnson (sieben Prozent). Als Vergleichsgruppe wurden die Daten von 1500 ungeimpften Frauen herangezogen.

Die Hauptautorin der Studie, Alison Edelman von der Oregon Health & Science University, erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass die Ergebnisse der Studie »sehr beruhigend« seien und die Frauen, die nach einer Impfung Veränderungen an ihrer Periode bemerkt hatten, bestätige. Die Studie könnte auch dazu beitragen, Fehlinformationen zu dem Thema im Netz zu entkräften.

Arbeitsminister Heil: »Wo immer möglich Homeoffice anbieten«

1.22 Uhr: Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet von den Corona-Beratungen von Bund und Ländern an diesem Freitag auch noch einmal Hinweise für ein verstärktes Arbeiten im Homeoffice in Deutschland. »Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten noch einmal sehr, sehr deutlich machen werden, welche Regeln schon gelten und einzuhalten sind«, sagte Heil der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. »Dazu gehören auch die Vorgaben zum Homeoffice.«

Heil erinnerte daran, dass im Infektionsschutzgesetz geregelt sei, dass Homeoffice angeboten und auch wahrgenommen werden müsse, wo es möglich sei. Seitdem werde Homeoffice auch wieder stärker genutzt. »Aber da ist noch Luft nach oben«, sagte Heil. »Deshalb ist jetzt der klare Appell an die Unternehmen, wo immer möglich Homeoffice anzubieten und die klare Aufforderung an die Beschäftigten, wann immer möglich von zu Hause zu arbeiten.« Es gelte jetzt noch einmal, soziale Kontakte zu reduzieren und damit auch einen Beitrag für die Gesellschaft gegen die Ausbreitung des Virus zu leisten.

Ärzteverband warnt vor Engpässen bei PCR-Tests

0.19 Uhr: Deutschlands größter Ärzteverband Marburger Bund hat vor Engpässen bei PCR-Tests gewarnt. »Die Omikron-Variante wird auch zu mehr Infektionen bei Beschäftigten in den Laboren führen«, sagte die Vorsitzende Susanne Johna den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). Es sei also damit zu rechnen, dass die PCR-Testkapazitäten in Deutschland bald nur noch »eingeschränkt« zur Verfügung stehen. Dies sei schon jetzt in anderen Ländern zu sehen.

»Wir brauchen deshalb einen Plan B, um die Quarantäne- und Isolationsregeln zu verkürzen«, forderte Johna und schlug vor: »Möglich wären zwei Antigentests in Folge, mit denen man sich freitesten kann.« Die Vorsitzende des Ärzteverbands betonte, dass grundsätzlich PCR-Tests eingesetzt werden sollten. »Aber wenn wir das Ergebnis erst nach vier Tagen haben, ist ein PCR-Test für den Klinikalltag nicht mehr sinnvoll.«

Auch das Bundesgesundheitsministerium hält Engpässe für möglich. »Bei sehr hohen Fallzahlen wird man gegebenenfalls dazu übergehen müssen, eine Diagnose rein symptom- beziehungsweise antigenschnelltest-basiert zu stellen, also auf eine PCR-Diagnostik bei bestimmten Personengruppen zu verzichten«, teilte das Ministerium gegenüber ZDFheute.de mit. Deutschland werde aber nicht »im Chaos landen«, hieß es aus dem Ministerium. Demnach gibt es derzeit eine Kapazität für 2,4 Millionen PCR-Tests pro Woche.

Lauterbach: mehr Kontaktbeschränkungen für Gastronomie nötig

0.11 Uhr: Angesichts der Omikron-Variante des Coronavirus hält Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) mehr Kontaktbeschränkungen in der Gastronomie für nötig. In der Sendung »RTL direkt« sagte er am Donnerstagabend, es sei für die Innenräume der Gastronomie angedacht, »dass man dort nur eintreten kann, wenn man zweimal geimpft und getestet ist. Nur noch Geboosterte können so rein.« Das sehe eine Beschlussvorlage für die Gespräche von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) an diesem Freitag mit den Ministerpräsidenten der Länder vor.

Lauterbach erklärte: »Die Gastronomie ist ein Problembereich. Da sitzt man ohne Maske oft für Stunden. Und wenn sich die Menschen dort dann gegenseitig infizieren, wie wir es bei Omikron sehr viel sehen, dann brauchen wir einen besseren Schutz, daher 2G plus, also geimpft und zusätzlich eben getestet.« Lauterbach schloss für die Zukunft auch noch weitergehende Kontaktbeschränkungen nicht aus.

rai/atb/oka/sol/AFP/dpa/Reuters
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