Corona-News am Freitag Impfungen können laut Stiko-Chef vierte Welle nicht brechen

Für die Überwindung der akuten Notlage reichen Impfungen laut Stiko-Chef Mertens nicht. Die Slowakei verschiebt 3G am Arbeitsplatz. Und: Die Lombardei will deutsche Corona-Patienten aufnehmen. Der Überblick vom 19. November.
Thomas Mertens: »Es wird uns nicht gelingen, mit Impfungen die vierte Welle zu brechen«

Thomas Mertens: »Es wird uns nicht gelingen, mit Impfungen die vierte Welle zu brechen«

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

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+++ Impfungen können laut Stiko-Chef vierte Welle nicht brechen +++

22.45 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hat vor übertriebenen Erwartungen an Impfungen in der akuten Corona-Situation gewarnt. »Es wird uns nicht gelingen, mit Impfungen die vierte Welle zu brechen«, sagte Mertens, dem TV-Sender Phoenix. »Man muss sagen, dass Impfungen im Augenblick für die Überwindung der akuten Situation eigentlich keine Rolle mehr spielen können.« Allerdings sei es dennoch notwendig weiter zu impfen. »Die Impfungen sind sehr wichtig dafür, wie es im nächsten Jahr aussehen wird«, sagte Mertens.

Heftige Ausschreitungen in Rotterdam

22.54 Uhr: Bei Protesten gegen neue Corona-Maßnahmen in der niederländischen Stadt Rotterdam haben Demonstranten Autos angesteckt und Böller gezündet. Die Polizei gab Warnschüssen ab – offenbar wurden zwei Menschen verletzt. Lesen Sie hier unsere Meldung dazu,

Protest in Rotterdam: Warnschüsse und Verletzte

Protest in Rotterdam: Warnschüsse und Verletzte

Foto: Killian Lindenburg / EPA

Slowakei verschiebt 3G am Arbeitsplatz

22.30 Uhr: Während Nachbarländer wie Österreich ihre Corona-Regeln verschärfen, macht die Slowakei wieder einen Rückzieher von gerade beschlossenen Maßnahmen. Am Freitag gaben die Gesundheitsbehörden in Bratislava bekannt, dass die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz auf unbestimmte Zeit verschoben werde.

Erst am Donnerstag hatte die Regierung beschlossen, dass ab Montag neben Geimpften und Genesenen nur solche Personen zur Arbeit gehen dürfen, die mindestens zweimal pro Woche einen negativen Corona-Test nachweisen können. Schon eine Woche zuvor hatte das Parlament die gesetzliche Grundlage dafür geschaffen, dass Arbeitgeber die entsprechenden Nachweise kontrollieren und Mitarbeiter ohne 3G-Nachweis vom Betreten ihres Arbeitsplatzes ausschließen dürfen, ohne ihnen einen Lohnersatz zahlen zu müssen.

Das für die Detailregelungen und die Überwachung der Maßnahmen zuständige Amt für öffentliche Gesundheit UVZ teilte jedoch am Freitag über die staatliche Nachrichtenagentur TASR mit, dass die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz am Montag nicht in Kraft treten könne. Die Regierung habe noch nicht geklärt, wer die Kosten der Corona-Tests und Kontrollen zu tragen habe. Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky kündigte am Abend im TV-Nachrichtensender TA3 »intensive Verhandlungen« zwischen den Ministerien an. Er räumte jedoch ein, dass vorerst offen sei, ob Arbeitgeber, Arbeitnehmer oder der Staat für diese Kosten aufkommen würden.

Sachsen schränkt weite Teile des öffentlichen Lebens ein

19.41 Uhr: Sachsen will angesichts rasant steigender Corona-Zahlen weite Teile des öffentlichen Lebens einschränken. Das teilte die Landesregierung am Freitagabend mit. Außer Bibliotheken müssen Kultur- und Freizeiteinrichtungen schließen. Bars, Klubs und Diskotheken bleiben zu. Weihnachtsmärkte wird es nicht geben. Lesen Sie hier mehr zum Thema.

Lindner: Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wird kommen

19.18 Uhr: Eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen wird nach Einschätzung des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner eingeführt werden. »Inzwischen haben sich Bund und Länder für eine einrichtungsbezogene Impfpflicht ausgesprochen. Sie wird deshalb kommen«, sagte Lindner der »Süddeutschen Zeitung« (Samstag). Zu Beginn der Pandemie hätten alle, einschließlich der Bundeskanzlerin, Impfpflichten ausgeschlossen. Praktiker hätten auch Bedenken gehabt, dass Beschäftigte dann ihren Arbeitsplatz verlassen würden. »Inzwischen wird das allgemein anders eingeschätzt«, sagte Lindner.

FDP-Chef Lindner: »Inzwischen wird das anders eingeschätzt«

FDP-Chef Lindner: »Inzwischen wird das anders eingeschätzt«

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Die Bundesländer haben den Bund bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag gebeten, in bestimmten Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen eine Impfpflicht für alle Mitarbeiter einzuführen, die Kontakt zu besonders gefährdeten (vulnerablen) Personen haben.

Lombardei bietet Aufnahme von deutschen Covid-Patienten an

19.14 Uhr: Als Norditalien – und insbesondere die Stadt Bergamo in der Lombardei – zu Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr zum Hotspot Europas wurde, wurden Dutzende Intensiv-Patienten nach Deutschland verlegt. Nun hat die Vizepräsidentin der Regionalregierung in der Lombardei, Letizia Moratti, Deutschland die Aufnahmen von schwer erkrankten Covid-Patienten angeboten.

Die deutschen Krankenhäuser seien in einer dramatischen Notlage, die Intensivstationen stünden kurz vor dem Zusammenbruch, schrieb Moratti am Freitag auf Facebook. Angesichts der Hilfe Deutschlands im Frühjahr 2020 halte sie es deshalb »für angemessen und notwendig, Deutschland heute anzubieten, Patienten in unseren Krankenhäusern aufzunehmen und Betten auf unseren Stationen und Intensivstationen bereitzustellen«.

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Dank seiner hohen Impfquote hat Italien die derzeitige vierte Coronawelle besser im Griff als viele andere EU-Staaten. Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Freitag in Berlin mitteilte, wurden bereits zwei Patienten aus dem bayerischen Freising nach Südtirol verlegt.

Griechenland verpflichtet Privatärzte zum Dienst in Krankenhäusern

18.44 Uhr: Zur Entlastung übermüdeter Krankenhaus-Ärzte in der Corona-Pandemie hat das griechische Gesundheitsministerium am Freitag 85 Privatärzte zum Dienst verpflichtet. Die entsprechenden Dokumente übergaben Polizisten an die Ärzte, die nun am Samstagmorgen in den Krankenhäusern erscheinen müssen, berichtete der staatliche Rundfunk. Die Regierung in Athen hatte am Vortag einen Beschluss getroffen, der diesen Schritt ermöglichte. Juristen sagten, wer sich weigere, könnte bis drei Jahre Gefängnis bekommen.

Wegen der vierten Corona-Pandemie-Welle sind seit Wochen die Krankenhäuser vor allem in Nordgriechenland restlos überfüllt. Die Regierung in Athen hatte bereits Anfang November Privatärzte aufgerufen, sich freiwillig zum Dienst zu melden. Es hätten sich aber nur rund 40 Mediziner gemeldet. Das griechische Gesundheitssystem benötigt nach Angaben der Verbände der Krankenhausärzte mindestens 150 zusätzliche Kollegen.

Frankreichs Gesundheitsbehörde empfiehlt Auffrischimpfung ab 40

18.35 Uhr: Frankreichs oberste Gesundheitsbehörde empfiehlt eine Corona-Auffrischimpfung nun bereits für Menschen ab 40 Jahren. Nach der Auswertung internationaler Studien habe sich gezeigt, dass eine Auffrischimpfung sechs Monate nach der vollständigen Immunisierung bereits für Menschen ab 40 vorteilhaft sei, teilte die Gesundheitsbehörde am Freitag in Paris mit. Insbesondere wurden auf gute Erfahrungsdaten aus Israel und den USA verwiesen. Um für noch jüngere Menschen eine Empfehlung abzugeben, seien noch nicht genügend Daten verfügbar, erklärte die Behörde.

In Frankreich sind Menschen ab 65 bereits seit Längerem zu einer Auffrischimpfung aufgerufen, rund 30 Prozent haben die Booster-Impfung bereits erhalten. Vom 15. Dezember an ist diese Impfung Voraussetzung für den Corona-Pass für Menschen ab 65, deren Zweitimpfung bereits ein halbes Jahr oder länger zurückliegt. Nur mit dem »Passe sanitaire« können die Menschen in Frankreich Restaurants und Veranstaltungen besuchen oder per Flugzeug oder Fernzug verreisen. Vom 1. Dezember an können auch Menschen ab 50 Jahren sich in Frankreich für eine Auffrischimpfung melden.

EMA untersucht Covid-19-Medikament Paxlovid

18.33 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit einer Untersuchung des Covid-19-Medikaments Paxlovid des Herstellers Pfizer begonnen, um Ländern einen frühzeitigen Einsatz noch vor einer Marktzulassung zu ermöglichen. Dazu würden bereits vorhandene Daten von Tests mit Paxlovid bei Erkrankten mit dem Risiko eines schweren Verlaufs ausgewertet, teilte die EMA am Freitag in Amsterdam mit. Vorläufige Ergebnisse wiesen darauf hin, dass Paxlovid das Risiko einer Krankenhausbehandlung oder eines tödlichen Ausgangs einer Corona-Infektion reduziert.

In den USA hat Pfizer gerade eine Notfallzulassung für Paxlovid beantragt. Nach Angaben des Unternehmens von Anfang November verhindert die Corona-Pille sehr erfolgreich schwere Krankheitsverläufe bei Hochrisikopatienten. Eine Zwischenanalyse von Testergebnissen ergab Pfizer zufolge, dass das Medikament das Risiko von Krankenhauseinweisungen und Todesfällen bei Covid-19-Patienten um 89 Prozent senke. Wie die EMA erläuterte, soll die nun anlaufende Untersuchung Gesundheitsbehörden in den EU-Ländern noch vor einer Zulassung des Medikaments einen kurzfristigen Einsatz ermöglichen.

Niederlande verbieten erneut Silvesterfeuerwerk

18.26 Uhr: Das zweite Jahr in Folge darf es in den Niederlanden zu Silvester keine privaten Feuerwerke geben. »Wie im vergangenen Jahr werden der Verkauf und das Abfeuern von Feuerwerkskörpern zum neuen Jahr verboten«, hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Erklärung der Regierung. Ziel der Maßnahme ist demnach, eine Überlastung von Krankenhäusern inmitten der aktuellen Corona-Welle zu verhindern.

Wie in Deutschland ist es in den Niederlanden an Silvester Tradition, Feuerwerkskörper abzufeuern. Wegen Verletzungen durch Feuerwerkskörper waren im Jahr 2019 in den Niederlanden mehr als 1300 Menschen medizinisch behandelt worden. Nach dem im vergangenen Jahr erstmals verhängten Verbot ging diese Zahl um 70 Prozent zurück.

Mit dem Verbot wolle man »zusätzlichen Druck« von medizinischem Personal und der Polizei abwenden, betonte die Regierung. Das Verbot gilt demnach nicht für offizielle Feuerwerke, welche die Gemeinden unter Heranziehung von Experten organisieren dürften.

Österreich: Jugendliche wollten aus Corona-Frust Polizisten anzünden

17.56 Uhr: Aus Unmut über Coronakontrollen in Österreich wollten drei junge Linzer nach eigenen Angaben einen Brandanschlag auf die Polizei verüben. Wie die oberösterreichische Polizei am Freitag berichtete, gestanden zwei 16-Jährige und ein 20-Jähriger, dass sie Mitte November einen Streifenwagen angezündet hatten. Die drei hätten außerdem von ihrem Plan berichtet, eine Polizistin oder einen Polizisten durch Provokation in einen Hinterhalt zu locken, mit Benzin zu übergießen und in Brand zu setzen.

Als Motiv gaben sie bei den Ermittlern an, dass sie die Ordnungshüter wegen ihrer Kontrollen der Covid-Maßnahmen als Gegner sehen. »Wir gehen davon aus, dass sie das wirklich vorhatten und dass es ihnen nicht gelungen ist. Deshalb haben sie sich auf das Polizeiauto beschränkt«, sagte ein Polizeisprecher der Deutschen Presse-Agentur.

In Österreich gelten seit zwei Wochen weitreichende Beschränkungen für Ungeimpfte. Hunderte zusätzliche Beamte wurden eingesetzt, um die Einhaltung sicherzustellen. Oberösterreich ist das Bundesland mit der niedrigsten Impfrate und mit einer der höchsten Infektionszahlen im Alpenland.

Corona-Protest auf Guadeloupe: Frankreich schickt 200 Polizisten

17.49 Uhr: Wegen anhaltender Proteste gegen Coronavorschriften im französischen Überseegebiet Guadeloupe schickt die Regierung in Paris Unterstützung. 200 Polizisten und Gendarmen sollen in den nächsten Tagen in die Karibik gebracht werden, schrieb Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin am Freitag auf Twitter.

Der Gewerkschaftsbund LKP hatte wegen der Impfpflicht für Gesundheitspersonal und andere Maßnahmen ab Montag zum unbefristeten Generalstreik aufgerufen. Seitdem gibt es in Guadeloupe Proteste, etliche Straßen wurden blockiert. Medienberichten zufolge versperrten Demonstrierende teils auch den Zugang zu einem Krankenhaus. Der Sender France Info schrieb zudem von vier Häusern, die in der Nacht zum Freitag brannten.

Wie auch auf dem französischen Festland gilt in Guadeloupe eine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen und im Kontakt mit besonders gefährdeten Menschen. Die Impfquoten unterscheiden sich nach Berufsgruppe. Nach Angaben der Präfektur liegen sie aber bei vielen von der Impfpflicht betroffenen Berufen über 85 Prozent. An zahlreichen Orten wie im Museum oder Restaurant muss der Gesundheitspass vorgezeigt werden. Dieser liefert den Nachweis über eine Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein aktuelles negatives Testergebnis.

Im Sommer waren die Fallzahlen in Guadeloupe in die Höhe geschossen. Teils gab es mehr als 2000 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen in einer Woche. Es wurden der Gesundheitsnotstand und besonders strenge Coronaregeln verhängt. Der Gesundheitsnotstand endete zum Montag und mit ihm auch die nächtliche Ausgangssperre. Zuletzt steckten sich innerhalb einer Woche auf 100.000 Menschen etwa 57 an.

FPÖ ruft zu Protesten gegen Österreichs Coronamaßnahmen auf

17.41 Uhr: Nach der Ankündigung eines neuerlichen Lockdowns und einer Corona-Impfpflicht in Österreich kommt es am Samstag zu Protestkundgebungen. In Wien werden mehrere Tausend Kritiker der Anti-Corona-Maßnahmen erwartet. Zu den Demonstrationen rief die rechte FPÖ auf. Deren Parteichef Herbert Kickl, derzeit selbst an Corona erkrankt, sieht Österreich auf dem Weg in eine »Diktatur«. Die Polizei ist nach eigenen Angaben mit 1300 Beamten im Einsatz, unter anderem um die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske zu überwachen.

In Österreich gilt ab Montag ein Lockdown, der für Geimpfte und Genesene spätestens am 13. Dezember vorbei sein soll. Für Ungeimpfte gelten die Ausgangsbeschränkungen auch darüber hinaus. Außerdem wurde von der Regierung eine Impfpflicht ab Februar 2022 angekündigt.

EU-Arzneimittelbehörde lässt erstes Coronamedikament in Tablettenform zu

17.36 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat dem Corona-Medikament Molnupiravir des US-Pharmariesen MSD eine Notfallzulassung erteilt. Die Tabletten könnten zur Behandlung nicht beatmungspflichtiger Covid-19-Patienten eingesetzt werden, bei denen ein erhöhtes Risiko bestehe, schwer zu erkranken, erklärte die Ema am Freitag.

Anfang des Monats war Molnupiravir in Großbritannien als erstem Land weltweit zugelassen worden. Das Mittel verringert die Fähigkeit des Coronavirus, sich in den Körperzellen zu vermehren, und bremst damit die Weiterentwicklung von Covid-19 ab. Einer klinischen Studie des Herstellers Merck Sharp & Dohme zufolge halbiert Molnupiravir bei infizierten Patienten das Risiko einer Krankenhauseinlieferung und eines tödlichen Krankheitsverlaufs.

Spahn begrenzt Auslieferung von Biontech-Impfstoff

17.17 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium begrenzt einem Bericht der Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland zufolge in den kommenden Wochen die Auslieferung des Biontech-Impfstoffs. Gesundheitsstaatssekretär Thomas Steffen begründe dies in einem Brief an die Bundesländer mit dem drohenden Verfall eingelagerten Dosen des Impfstoffs des US-Konzerns Moderna ab Mitte des ersten Quartals. Niedergelassene Ärzte sollten ab kommender Woche nur noch 30 Dosen Biontech-Impfstoff bekommen, Impfzentren 1020 Dosen. Die Vakzine von Moderna unterliege dagegen keiner Höchstgrenze.

Verbandspräsidentin schlägt Impfungen in Friseursalons vor

17.10 Uhr: Die Präsidentin des Zentralverbands des Deutschen Friseurhandwerks, Manuela Härtelt-Dören, plädiert dafür, künftig auch in Friseursalons zu impfen. »Friseure erreichen alle sozialen Schichten, eine sehr breite Masse«, sagte sie am Freitag dem Nachrichtenportal t-online.de. Das solle man für die Impfkampagne nutzen.

Das Friseurhandwerk habe »250.000 Kundenkontakte am Tag, da käme pro Woche schon eine Menge an Impfungen zusammen«, sagte Härtelt-Dören weiter. In vielen Betrieben sei dies auch leicht umsetzbar, etwa über mobile Impfteams, die dort tätig werden könnten.

»Wenn sich die Menschen gerade die Haare schneiden lassen, kann man sie gut über die Impfungen aufklären – auch wenn das zunächst kurios klingt«, sagte Härtelt-Dören: »Eine höhere Impfquote erreichen wir jetzt durch niederschwellige Impfangebote, auch für die Boosterimpfung wird das noch einmal entscheidend werden.«

Die Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels zu Corona kritisiert sie indes hart. »Ich kann verstehen, dass es auch für Politiker eine schwierige Situation ist«, sagt Härtelt-Dören: »Doch durch die 2G-Regel trifft es mal wieder uns Friseurbetriebe, denn Hunderttausende Kunden werden wegbleiben. Das kann nicht sein.«

Die Regierungschefs der Länder hatten sich am Donnerstag mit der Bundesregierung darauf geeinigt, dass ab einer Hospitalisierungsrate von 3,0 in einem Bundesland die 2G-Regel angewandt wird. Dies gilt im Freizeit- und Kulturbereich, bei Sport- und anderen Veranstaltungen sowie bei körpernahen Dienstleistungen und Beherbergungen.

Spanische Behörden suchen niederländische Touristengruppe nach Coronainfektionen

16.22 Uhr: Eine Gruppe niederländischer Touristen, die sich nach positiven Coronatests eigentlich in ihrem Ferienhaus in der westspanischen Region Extremadura hätte isolieren müssen, ist seit Tagen unauffindbar. Wie eine Sprecherin der Regionalregierung am Freitag berichtete, wollten Vertreter der Gesundheitsbehörde die sieben Touristen am Mittwoch aufsuchen, doch war deren Ferienhaus in der Ortschaft Navas del Madroño komplett verwaist.

»Wir wissen nicht, wo sie sind«, sagte der regionale Gesundheitsminister José María Vergeles am Freitag. Da es sich um ein »Problem der öffentlichen Gesundheit« handele, seien nun die internationalen Gesundheitsbehörden informiert worden. Er fügte hinzu, die offensichtliche Flucht der Touristen zeige deutlich, »wie man sich nicht verhalten sollte«. Vergeles vermutete, dass die Gruppe Spanien bereits auf dem Landweg verlassen haben könnte, um einer Kontrolle ihrer Tests zu entgehen.

Wegen seiner hohen Impfquote weist Spanien derzeit eine der niedrigsten Inzidenzraten in Europa auf. Doch auch in dem südeuropäischen Land nimmt die Zahl der Neuinfektionen wieder zu: Nach Angaben des Gesundheitsministeriums stieg die zweiwöchige Ansteckungsrate am Donnerstag zum ersten Mal seit mehr als zwei Monaten wieder auf über hundert Fälle pro 100.000 Einwohner.

US-Behörde erlaubt Boosterimpfungen für alle Erwachsenen

15.36 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für Auffrischungsimpfungen gegen das Coronavirus für alle Erwachsenen gegeben. Die FDA genehmigte am Freitag Drittimpfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna für alle Menschen ab 18 Jahren, wie die Behörde mitteilte. Nach der Zulassung stand zunächst noch eine Impfempfehlung der Gesundheitsbehörde CDC aus. In Deutschland hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Donnerstag allen Menschen ab 18 Jahren eine sogenannte Boosterimpfung empfohlen.

Bislang waren Auffrischungsimpfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna in den USA bereits für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, Senioren ab 65 Jahren, 18- bis 64-Jährige mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf sowie Erwachsene in Berufen mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verfügbar. Nun gilt es für alle Erwachsenen.

Zugelassen ist außerdem ein Booster für alle Erwachsenen mit der Vakzine von Johnson & Johnson, bei der ursprünglich nur eine Dosis verabreicht wurde. Nach Angaben der CDC haben in den USA bereits knapp 32,5 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung bekommen.

AfD hält an Bundesparteitag fest

15.29 Uhr: Ungeachtet der steigenden Zahl von Coronainfizierten hält die AfD an ihrem für den 11. Dezember geplanten Bundesparteitag in Wiesbaden fest. Wie Teilnehmer einer Telefonkonferenz des Bundesvorstandes am Freitag übereinstimmend berichteten, wurde besprochen, die zweitägige Veranstaltung vorerst nicht abzusagen. Sollten an dem betreffenden Wochenende allerdings sowohl in Hessen als auch im benachbarten Rheinland-Pfalz Hotelübernachtungen nur noch nach den 2G-Regeln – geimpft oder genesen – möglich sein, könne der Parteitag wohl nicht stattfinden, hieß es. Ein signifikanter Teil der Mitglieder der AfD lehnt – aus unterschiedlichen Gründen – eine Impfung gegen Covid-19 ab.

Die AfD-Delegierten wollen bei dem Parteitag einen neuen Bundesvorstand wählen. Von den zwei bisherigen Vorsitzenden tritt nur Tino Chrupalla noch an. Der langjährige Co-Vorsitzende Jörg Meuthen will nicht mehr kandidieren.

Berlinale 2022: Festivalleitung plant mit 2G-Regel

15.21 Uhr: Die Berlinale hält trotz verschärfter Infektionslage in Deutschland an ihren Plänen für das kommende Jahr fest. Das Filmfestival soll im Februar 2022 wieder als Präsenzveranstaltung stattfinden – gelten soll dann die 2G-Regel. Das heiße, dass der Zutritt nur für Geimpfte oder Genesene möglich sein werde, teilte Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek mit: »Die eventuelle Erweiterung auf 2G plus haben wir im Auge.«

Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek

Berlinale-Geschäftsführerin Mariette Rissenbeek

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ AFP

Weil sich zuletzt immer mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert haben, greifen vielerorts wieder strengere Regeln, auch um eine Überlastung der Kliniken zu verhindern. »Die rasante Entwicklung der Infektionszahlen ist natürlich beunruhigend«, sagte Rissenbeek der Deutschen Presse-Agentur. Die soeben beschlossenen weiteren Maßnahmen zur Eindämmung seien daher sehr wichtig.

Die Berlinale zählt neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals. Tausende Besucher kommen normalerweise nach Berlin. Vor der Pandemie waren für die Filmvorführungen mehr als 300.000 Tickets verkauft worden. 2021 wurde die Berlinale wegen der Pandemie geteilt: Im Frühjahr konnten Fachleute online Filme schauen, erst verspätet im Sommer liefen Filme fürs Publikum.

EU-Haushalte gaben 2020 wegen Pandemie deutlich weniger Geld aus

15.16 Uhr: Privathaushalte in der EU haben während der Pandemie rekordverdächtig wenig Geld für ihren Konsum ausgegeben. Im Vergleich zum Vorjahr gingen die Ausgaben 2020 etwa für Kleidung, Kultur, Bildung und Gesundheit um insgesamt acht Prozent zurück, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Grund sei die Pandemie. Dies sei der höchste Rückgang, seit die Haushaltsausgaben gemessen werden.

Abstandsmaßnahmen und weitere staatliche Beschränkungen hätten zu weniger Haushaltsausgaben geführt, hieß es weiter. Am meisten gespart wurde, weil weniger Geld in Restaurants und Hotels ausgegeben wurde. Auch bei Kleidung und Schuhen wurden deutliche Rückgänge gemessen. Dagegen legten die Ausgaben für Wasser, Strom und Gas sowie für Lebensmittel leicht zu.

GEW fordert bessere Schutzmaßnahmen für Schulen und Kitas in Coronapandemie

15.04 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) beklagt ein mangelndes Engagement für Schulen und Kitas in der Coronapandemie. »Grundsätzlich hält die GEW das Ziel der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der Ministerpräsidenten für richtig, Schulen und Kitas so lange wie möglich geöffnet zu halten«, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Dafür müssen Länder und Kommunen aber endlich die notwendigen Voraussetzungen schaffen.« Dies sei bisher nur »unzureichend« geschehen.

Herumtollen in der Pause: GEW-Vorsitzende Maike Finnern fordert ein besseres Coronamanagement an Schulen

Herumtollen in der Pause: GEW-Vorsitzende Maike Finnern fordert ein besseres Coronamanagement an Schulen

Foto: Frank Molter/ picture alliance/dpa

»In manchen Hotspots droht die Situation an den Schulen bereits jetzt aus dem Ruder zu laufen«, sagte Finnern: »Deshalb muss die Politik sofort mit absoluter Priorität folgende Maßnahmen in Angriff nehmen: Luftfilteranlagen, eingebettet in Raum-, Lüftungs- und Hygienekonzepte, müssen umgehend eingebaut werden.« Die Maskenpflicht in den Innenräumen der Schulen sei trotz pädagogischer Bedenken »eine sinnvolle und wirksame Maßnahme, um Infektionen zu verhindern«.

Die GEW-Chefin rief außerdem dazu auf, die Impfkampagne weiter konsequent voranzutreiben. Alle Lehrkräfte müssten spätestens sechs Monate nach ihrer Zweitimpfung schnell und unbürokratisch ein Angebot für eine Boosterimpfung erhalten. Darüber hinaus müsse die Gruppe der Zwölf- bis 17-Jährigen »dringend in den Fokus genommen werden«.

Tschechien verzichtet auf Lockdown – 2G für Gaststätten und Hotels

14.58 Uhr: Trotz hoher Coronazahlen will Tschechien im Gegensatz zum Nachbarland Österreich auf einen landesweiten Lockdown vorerst verzichten. »Tschechien wird nicht dem Beispiel Österreichs folgen – auf keinen Fall«, sagte der geschäftsführende Ministerpräsident Andrej Babiš am Freitag. Gegen flächendeckende Schließungen hatte sich zuvor auch sein designierter Nachfolger, der liberalkonservative Wahlsieger Petr Fiala, ausgesprochen.

Von Montag an wird in Tschechien in vielen Bereichen wie in Gaststätten und Hotels die 2G-Regel gelten. Zugang haben also nur noch Geimpfte und Genesene. Das Kabinett beschloss zudem am Freitag eine Ausweitung der landesweiten Massentests. Alle Schülerinnen und Schüler mit Ausnahme der Geimpften müssen künftig wöchentlich einen Antigentest absolvieren. Auch in den Firmen müssen Ungeimpfte wöchentlich getestet werden. Rund ein Drittel der Unternehmen macht dies bereits freiwillig.

Nach aktuellen Zahlen gab es in Tschechien innerhalb von sieben Tagen 847 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am stärksten sind die östlichen Landesteile betroffen. Der scheidende Regierungschef Babiš wandte sich mit einer emotionalen Botschaft an die Menschen: »Begreift doch endlich, dass es die Impfung gibt, um zu verhindern, dass die Krankenhäuser überlastet werden und Menschen sterben.« Nur 6,2 Millionen der 10,7 Millionen Einwohner des EU-Mitgliedstaats sind vollständig geschützt.

Kimmich muss erneut in Quarantäne

14.49 Uhr: Joshua Kimmich vom Fußballverein Bayern München muss als ungeimpfte Kontaktperson eines Coronainfizierten erneut in Quarantäne. Das bestätigte der Klub wenige Stunden vor dem Bundesligaspiel beim FC Augsburg am Freitag. Nationalspieler Kimmich fällt damit nicht nur für das Derby beim FCA aus, sondern wird auch das Champions-League-Gruppenspiel bei Dynamo Kiew am kommenden Dienstag verpassen.

Am Donnerstag war Kimmich, der bislang eine Impfung gegen Covid-19 ablehnt, nicht beim Abschlusstraining dabei gewesen. Eine »reine Vorsichtsmaßnahme«, sagte Trainer Julian Nagelsmann.

Fußballspieler Joshua Kimmich

Fußballspieler Joshua Kimmich

Foto: VALDRIN XHEMAJ / EPA

Kimmich hatte zuletzt bereits als Kontaktperson des positiv getesteten Teamkollegen Niklas Süle die Länderspiele gegen Liechtenstein und in Armenien verpasst und war erst zu Wochenbeginn aus der Quarantäne zurückgekehrt. Neben Süle fällt beim FC Bayern derzeit auch Verteidiger Josip Stanisic nach einem positiven Coronatest aus. Süle und Stanisic sind doppelt geimpft.

Dänemark will Coronapass-Pflicht für Staatsangestellte einführen

14.35 Uhr: Nach den Wünschen der dänischen Regierung sollen staatliche Arbeitgeber von ihren Angestellten künftig einen Coronapass einfordern können. Über ein entsprechendes Gesetz solle das Parlament nächste Woche abstimmen, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke bei einer Pressekonferenz. Die Maßnahme sei mit den Gewerkschaften und der Arbeitgeberorganisation abgesprochen. Mit dem Pass lässt sich nachweisen, dass man gegen Corona geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

In Dänemark sind die Coronazahlen in den letzten Wochen trotz guter Impfraten rasant angestiegen. Am Freitag waren mehr als 4000 neue Fälle registriert worden. Das ist die höchste Anzahl seit Dezember 2020. Rund 380 Personen wurden wegen einer Covid-19-Infektion im Krankenhaus behandelt. Die Inzidenz lag bei 388. »Wenn wir nicht reagieren, werden sowohl die Infektionszahlen als auch der Druck auf die Krankenhäuser zunehmen«, sagt Heunicke.

Geplant sei auch, Kinder ab der ersten Klasse zu testen. Im ganzen Land gebe es Ausbrüche an 221 Schulen.

Ramelow lobt Einigkeit der Länder bei Maßnahmen

14.18 Uhr: Der gegenwärtige Präsident des Bundesrates, Thüringens Regierungschef Bodo Ramelow, hat den einstimmigen Beschluss zur Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes in der Länderkammer begrüßt. »Wir haben es geschafft, die Ministerpräsidenten haben es geschafft, dass eine große Einigkeit als nationale Kraftanstrengung vereinbart ist«, sagte Ramelow.

Damit sei erreicht worden, »dass die Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden müssen, auch umgesetzt werden«.

Die Coronasituation sei vor allem in Sachsen, Thüringen und Bayern »ausgesprochen angespannt«, sagte der Linkenpolitiker. »Wir brauchen eine Beruhigung des Infektionsgeschehens.« Daher sei es notwendig, dass man mit systematischen Tests auch bei Geimpften regelmäßig schaue, ob eine Ansteckungsgefahr besteht.

Söder für Impfpflicht im nächsten Jahr

14.05 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder wirbt für eine allgemeine Impfpflicht im nächsten Jahr. »Sonst wird das eine Endlosschleife«, sagte er – und die Situation im nächsten Jahr nicht besser.

Die Coronaregeln in Bayern sollen am kommenden Dienstag massiv verschärft werden, um die aktuelle Coronawelle zu brechen. Aber »das ist keine langfristige Lösung«, sagte Söder und äußerte Zweifel, ob eine partielle Impfpflicht für einzelne Berufsgruppen wirklich ausreiche und »die einzige Lösung sein kann für nächstes Jahr«.

»Besser spät als nie« – Breites Bündnis fordert mehr Impftempo

13.47 Uhr: Angesichts der dramatischen Coronalage haben Krankenhausträger und Ärzteschaft gefordert, alle Kräfte für eine Intensivierung der Impfkampagne zu mobilisieren. »Wir müssen, um noch mehr Geschwindigkeit aufzunehmen, glaube ich, die Basis verbreitern, an der geimpft werden kann«, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, in Berlin bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Deutschen Krankenhausgesellschaft, dem Marburger Bund und Spitzenverbänden der Fachärzte, leitenden Krankenhausärzte und Krankenhausdirektoren.

Ärzteschaft und Krankenhausträger appellierten an die Politik, Bedingungen für eine unbürokratische und barrierearme Impfkampagne sowie niedrigschwellige Impfangebote zu schaffen. Insofern Krankenhäuser unter anderem bei der Terminvergabe und Dokumentation der Impfungen unterstützt würden, seien auch die Kliniken bereit, zu helfen, hieß es. Auch die niedergelassenen Haus- und Fachärzte wollen sich demnach intensiv in die Impfkampagne einbringen.

Vor allem Impfwerbung und -aufklärung müssten massiv ausgeweitet werden, um noch unentschlossene oder besorgte Menschen zu erreichen. Es brauche unter anderem eine breit angelegte Informationskampagne zur Notwendigkeit und Wirkweise von Impfungen. »Laienverständliche, mehrsprachige Informationen über Auffrischungsimpfungen in Hörfunk- und TV-Spots, in Social-Media-Postings sowie in individuellen Versichertenanschreiben der Krankenkassen« könnten Wissenslücken schließen und gezielt verbreitete Fake News richtigstellen, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung.

Ärzteschaft und Krankenhausträger sind überzeugt, dass beim Impfen noch vieles erreicht werden könne. »Besser spät als nie«, sagte der Präsident des Verbands der Krankenhausdirektoren (VDK), Josef Düllings. »Wir müssen jetzt anpacken und den Schaden so gering wie möglich halten.«

Lockdown in Österreich: Regierung verlängert Wirtschaftshilfen

13.31 Uhr: Wegen des erneuten Corona-Lockdowns in Österreich hat die Regierung weitere Unterstützungen für betroffene Branchen angekündigt. Besonders der Handel und der Tourismus würden unter den Einschränkungen leiden, sagte Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP). Ein Lockdown für die Gesamtbevölkerung tritt am Montag für maximal 20 Tage in Kraft, um die massive vierte Infektionswelle zu brechen.

»Wir wissen, dass die Situation gerade jetzt vor Weihnachten für den Handel, aber auch für den Rest der Wirtschaft eine sehr, sehr herausfordernde Zeit ist«, sagte der konservative Minister. Laut Blümel hängen rund 15 Prozent der österreichischen Wirtschaftsleistung vom Tourismus und somit teils auch vom Wintersport ab. Mithilfe des Lockdowns könne hoffentlich ein Teil der Skisaison stattfinden, sagte Blümel.

Der staatliche Ersatz für Umsatzeinbrüche bei Unternehmen werde monatlich rund 700 Millionen Euro kosten, und ein Härtefonds für Kleinunternehmen werde mit hundert Millionen Euro pro Monat zu Buche schlagen, sagte Blümel. Außerdem können Unternehmen wieder Steuererleichterungen und Unterstützung für die Verringerung von Arbeitszeiten in Anspruch nehmen.

Bayern sagt alle Weihnachtsmärkte wegen Coronalage ab

13.24 Uhr: Bayern hat wegen der Coronalage sämtliche Weihnachtsmärkte abgesagt. Außerdem werden Klubs, Bars und die gesamte Nachtgastronomie wieder geschlossen, wie Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Freitag nach einer Sitzung seines Kabinetts in München sagte. Es müsse dort vorgegangen werden, wo es die meisten Ansteckungen gebe, sagte der Regierungschef zur Begründung.

Diese Schließungen gelten landesweit, wie Söder sagte. Die Landesregierung will den Handel demnach von der 2G-Regel ausnehmen, aber die Zahl der Kunden auf einen pro zehn Quadratmeter begrenzen. Außerdem soll für die Gastronomie eine Sperrstunde ab 22.00 Uhr eingeführt werden. Bei Veranstaltungen in den Bereichen Kultur und Sport kommt eine Obergrenze von 25 Prozent Auslastung, womit etwa auch die Zuschauerzahlen zu Spielen bayerischer Vereine in der Fußball-Bundesliga begrenzt werden.

Über Landkreise mit einer Coronainzidenz von über 1000 verhängt Bayern außerdem einen Lockdown. »Hier muss alles geschlossen werden«, sagte Söder. Ausnahmen werde es für Kitas, Schulen und den Handel geben. Im Handel wird in diesen Landkreisen ein Kunde je 20 Quadratmeter zugelassen.

Die Lockdownmaßnahmen sollen bis Mitte Dezember gelten. Derzeit haben acht bayerische Landkreise eine Inzidenz über 1000. Söder sagte, er erwarte hier aber einen Anstieg. Die Beschlüsse des Kabinetts sollen am Dienstag in den Landtag eingebracht werden und dort beschlossen werden.

Ramelow will Corona-Maßnahmen in Thüringen weiter verschärfen

13.04 Uhr: Die Corona-Maßnahmen für Thüringen sollen weiter verschärft werden. Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) verwies am Freitag zur Begründung auf die hohe Inzidenz sowie die hohe Hospitalisierungsrate in seinem Bundesland. Er kündigte für kommenden Mittwoch eine Sondersitzung des Landtags an, in der die überarbeitete Verordnung der Landesregierung beraten werden soll. Thüringen werde sich dabei an Sachsen orientieren.

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hatte zuvor für sein Bundesland massive Einschränkungen auch für Geimpfte und Genesene angekündigt. Noch am Freitag will das Landeskabinett schärfere Maßnahmen beschließen, etwa die Absage von Großveranstaltungen.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow

Foto: Martin Schutt/ DPA

»Weder die Infektionssituation noch die Hospitalisierung lässt Lockerungen zu«, sagte Ramelow nach der einstimmigen Billigung des Infektionsschutzgesetzes durch den Bundesrat. Konkrete Maßnahmen nannte er nicht. Mit Blick unter anderem auf die Weihnachtsmärkte betonte Ramelow aber, es sei »unter dieser Situation kritisch zu beleuchten, ob das Hygienemanagement unter 2G-Bedingungen durchführbar ist oder ob der Landtag sich entscheiden wird, dass eventuelle Weihnachtmärkte abzusagen sind«.

Die Auslastung der Krankenhäuser wird nach einem von Bund und Ländern am Donnerstag vereinbarten Stufenplan zum Maßstab für verschärfte Corona-Schutzmaßnahmen und Beschränkungen. Die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen Covid-19 in einem Bundesland ins Krankenhaus mussten.

Ab einem Wert von 3 gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel, ab einem Wert von 6 die 2G-plus-Regel. Ab einem Wert von 9 sollen noch weitere Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen hinzukommen. Der Wert in Thüringen lag laut Robert Koch-Institut zuletzt bei 17,55.

Bundeswehr bereitet sich auf das Ausfliegen von Corona-Patienten vor

13.01 Uhr: Die Bundeswehr bereitet sich wegen der Corona-Notlage auf den Intensivstationen bereits auf innerdeutsche Patienten-Transporte mit einem Spezialflugzeug der Luftwaffe vor. Seit Anfang der Woche plant die Luftwaffe, wie man Patienten mit einem Medizinflieger vom Typ A400M aus besonders stark betroffenen Regionen wie in Bayern oder Sachsen in andere Krankenhäuser verlegen könnte, wenn einzelne Intensivstationen keine Betten mehr haben.

Mit dem A400M, der mehrere Intensivplätze an Bord hat, werden normalerweise Schwerstverletzte aus Auslandseinsätzen nach Hause gebracht. Während der ersten Corona-Wellen hat die Luftwaffe schon dutzende infizierte Soldaten aus Afghanistan oder Afrika mit dem sogenannten MEDEVAC-Flieger abgeholt. Bisher gibt es zwar keine konkreten Anfragen für solche Flüge. Aus Bundeswehr-Kreisen hieß es aber, man bereite sich lieber schon vor, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Belgien, Niederlande, Griechenland und Irland werden zu Hochrisikogebieten

12.57 Uhr: Die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut (RKI) haben die Niederlande, Belgien, Griechenland und Irland zu Corona-Hochrisikogebieten erklärt. Die Einstufung trete am Sonntag in Kraft, teilte das RKI am Freitag mit. Alle vier EU-Länder verzeichnen derzeit stark steigende Infektionszahlen. Zugleich wird Frankreich ab Sonntag nicht mehr als Hochrisikogebiet gelistet.

Die Niederlande hatten am vergangenen Wochenende wieder einen Teil-Lockdown eingeführt. Betroffen sind Gastronomie, Geschäfte und Sportaktivitäten. Größere Veranstaltungen müssen abgesagt werden. In Belgien breitet sich das Coronavirus mit durchschnittlich mehr als 10.000 Neuinfektionen pro Tag in der vergangenen Woche so schnell aus wie seit einem Jahr nicht mehr.

Wer aus Hochrisikogebieten nach Deutschland einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss sich zehn Tage lang isolieren. Die Quarantäne kann frühestens nach fünf Tagen mit einem negativen Coronatest beendet werden.

Auf der Risikoliste des RKI stehen derzeit rund 70 Länder und Regionen, darunter mehrere EU-Staaten wie Tschechien, Kroatien, Slowenien, Ungarn und weite Teile Österreichs. Neben den Hochrisikogebieten gibt es auch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Corona-Mutanten besonders weit verbreitet sind. Hier sind derzeit keine Staaten oder Regionen eingestuft.

Einreisende nach Norwegen müssen sich registrieren

12.28 Uhr: Angesichts steigender Coronazahlen im In- und Ausland wird Norwegen seine Einreisebestimmungen zum 26. November ändern. Wer aus dem Ausland einreist, muss sich digital registrieren . Das gelte auch für Menschen, die in Norwegen leben, sagte Justizministerin Emilie Enger Mehl am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Außerdem muss ein Coronazertifikat, das eine Impfung oder eine Genesung belegt, vorgezeigt werden. Wer nicht geimpft ist, muss bei der Einreise einen negativen Test vorweisen und sich nach der Einreise noch einmal testen lassen. Für Kinder unter 16 Jahren gelten diese Regeln nicht.

Nationale Maßnahmen wie das Tragen eines Mundschutzes werden vorerst nicht wieder eingeführt. Gesundheitsministerin Ingvild Kjerkol empfahl aber, auf das Händeschütteln zu verzichten. Kommunen, in denen die Infektionszahlen besonders hoch sind, können regional Maßnahmen wie Coronapass und Mundschutzpflicht einführen.

Spahn rechnet mit Entscheidung über Kinderimpfstoff in einer Woche

12.23 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet Ende der kommenden Woche mit einer Zulassungsentscheidung für einen Coronaimpfstoff für Kinder und mit ersten Auslieferungen kurz vor Weihnachten. Der CDU-Politiker sagte am Freitag, er gehe davon aus, dass es bei der Europäischen Arzneimittelagentur Ema »am 25./26.11. zu der Zulassungsentscheidung für den Impfstoff für 5- bis 11-Jährige kommt«. Da es sich beim Kinderimpfstoff um eine geringere Dosierung handele, müssten von Biontech/Pfizer erst andere Fläschchen produziert und geliefert werden. Alle EU-Staaten würden nach derzeitigem Stand um den 20. Dezember herum die erste Lieferung bekommen. Bisher sind Coronaimpfstoffe in der EU erst ab zwölf Jahren zugelassen.

Spahn rechnet damit, dass Deutschland in der Erstlieferung gut zwei Millionen Dosen erhalten wird. Damit werde man bei rund 4,5 Millionen Kindern in dieser Altersklasse die Erstnachfrage gut beantworten können. Der geschäftsführende Minister verwies auch darauf, dass nach einer Zulassung auch ohne Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) allen Fünf- bis Elfjährigen die Impfung ermöglicht werden solle: »Es wird eine Stiko-Empfehlung geben. Ich weiß nicht, wie die aussieht.« Aber in dem Moment, wo es einen zugelassenen Impfstoff gebe, solle es wie bei allen anderen zugelassenen Impfstoffen möglich sein, nach individueller Entscheidung und Besprechung mit dem Arzt zu impfen. »Und wenn dann noch eine Empfehlung hinzutritt, umso besser«, sagte Spahn.

Wissler: Jüngste Corona-Beschlüsse »werden nicht reichen«

12.02 Uhr: Die Linkenvorsitzende Janine Wissler ist unzufrieden mit den jüngsten Beschlüssen von Bundestag, Bundesrat und Ministerpräsidentenkonferenz zur Pandemiebekämpfung: »Die Maßnahmen werden nicht reichen, um die vierte Coronawelle zu brechen«, sagte sie am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Konkret kritisierte Wissler unter anderem den Beschluss der Bund-Länder-Runde vom Donnerstag, die sogenannte Hospitalisierungsrate zum zentralen Kriterium für die Verschärfung von Eindämmungsmaßnahmen zu machen. »Wenn die Hospitalisierungsrate steigt, zeigt das doch eigentlich, dass es schon zu spät ist«, betonte Wissler. Die Einweisungen ins Krankenhaus aufgrund einer Coronainfektion »laufen dem Infektionsgeschehen bekanntermaßen um bis zu zwei Wochen hinterher«, argumentierte sie.

Linkenvorsitzende Janine Wissler

Linkenvorsitzende Janine Wissler

Foto: Wolfgang Kumm / dpa

Die Linkenvorsitzende beklagte zudem, dass eine Initiative für die bessere Bezahlung von Pflegekräften ebenso fehle wie eine Anstrengung für die flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Luftfiltern, Lüftungsanlagen und CO₂-Messgeräten. Auch würden die Impfzentren nicht überall reaktiviert.

Wissler forderte außerdem, Menschen mit vollständiger Coronaimpfung regelmäßigen Tests zu unterziehen. »Angesichts der steigenden Infektionszahlen auch unter Geimpften brauchen wir verpflichtende Tests für alle«, sagte die Linkenchefin: »Massenveranstaltungen mit Zehntausenden Menschen müssen sofort deutschlandweit abgesagt werden. Dafür ist die Lage zu ernst.«

Göring-Eckardt: Neue Coronamaßnahmen jetzt schnell umsetzen

11.48 Uhr: Nach der Zustimmung des Bundesrats zum neuen Infektionsschutzgesetz müssen die Länder aus Sicht der Grünen die neuen Instrumente zur Eindämmung der Coronapandemie rasch nutzen. Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt sagte am Freitag, es gehe darum, dass die härteren Maßnahmen am Arbeitsplatz und im öffentlichen Verkehr jetzt »auch wirklich sehr schnell und sehr beherzt umgesetzt werden«. Das gelte auch für Einschränkungen im Freizeitbereich. Zu den Maßnahmen zählten zudem Kontaktbeschränkungen, »da, wo die Situation besonders schlimm ist«, betonte die Grünenpolitikerin.

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt

Foto: Kay Nietfeld/ DPA

SPD, Grüne und FDP hätten jetzt »eine Alarmstufe nach oben gesetzt«. Um die aktuelle Coronawelle zu brechen, müsse aber auch die Impfkampagne wieder Fahrt aufnehmen, mit mobilen Impfteams und auch in Apotheken, forderte Göring-Eckardt.

Neue Höchstwerte in Ungarn und Russland

11.34 Uhr: In Ungarn steigen die Infektionszahlen weiter stark an. Das Gesundheitsministerium meldet mit 11.289 Neuinfektionen einen neuen Höchststand. Die Impfquote in dem Land mit zehn Millionen Einwohnern liegt unter dem Durchschnitt in der Europäischen Union.

Auch Russland meldet angesichts der stark gestiegenen Infektionszahlen der vergangenen Wochen einen neuen Höchstwert: 1254 neue Todesfälle, die im Zusammenhang mit dem Coronavirus stehen. Zudem verzeichnen die Behörden binnen 24 Stunden 37.156 Neuinfektionen. Den Höchstwert gab es mit 41.335 Neuinfektionen am 6. November.

Spahn: Es liegt an uns, wie Weihnachten wird

11.28 Uhr: Fünf Wochen vor Weihnachten wagt der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn noch keine Aussage, wie das Weihnachtsfest unter Coronabedingungen aussehen kann. »Die Frage, wie Weihnachten wird, da traue ich mir keine Aussage zu. Es liegt an jedem von uns«, sagte der CDU-Politiker am Freitag. Spahn wies darauf hin, dass bei einem Reproduktionswert deutlich unter 1 die Zahl der Neuinfektionen genauso schnell sinken könne, wie sie gestiegen sei.

Christbaumschmuck in Corona-Zeiten

Christbaumschmuck in Corona-Zeiten

Foto: Federico Gambarini / dpa

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, sagte: »Wenn wir heute Maßnahmen treffen, sehen wir deren Effekt in zwei Wochen.« In Regionen wie Bayern, Sachsen oder Thüringen mit sehr hohen Inzidenzen dauere es natürlich länger, bis man die Situation wieder deeskaliere, als dort, wo man schon früher Schutzmaßnahmen einhalte.

Am Mittwochabend hatte Wieler bei einer Onlinediskussion mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) gewarnt: »Wir laufen momentan in eine ernste Notlage. Wir werden wirklich ein sehr schlimmes Weihnachtsfest haben, wenn wir jetzt nicht gegensteuern.«

Macron hält Lockdown für Ungeimpfte in Frankreich für unnötig

11.14 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hält im Kampf gegen die Coronapandemie einen Lockdown für Ungeimpfte in seinem Land für unnötig. »Die Länder, die einen Lockdown für die Ungeimpften verhängen, sind die Länder, die keinen Gesundheitspass eingeführt haben«, sagte er der Zeitung »La Voix du Nord«: »Diese Maßnahme ist daher in Frankreich nicht notwendig.«

Der französische Gesundheitspass wurde im Sommer 2021 eingeführt und entspricht in etwa einer 3G-Regelung für die Teilnahme am öffentlichen Leben. Er liefert den Nachweis über eine Impfung, eine überstandene Covid-19-Erkrankung oder ein aktuelles negatives Testergebnis. Wer in Frankreich etwa im Restaurant essen, im Fernzug reisen oder ins Museum gehen will, muss den Pass vorzeigen, meist in Form einer App.

Drogerieketten verzeichnen Engpässe bei Coronatests

11.01 Uhr: Bei den Schnelltests für Privatpersonen kommt es zu vereinzelten Engpässen. »Seit September verzeichnen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Nachfrage nach Corona-Selbsttests«, teilt die Drogeriekette Rossmann auf Nachfrage mit. »Die Verfügbarkeit ist grundsätzlich gesichert, es kann jedoch aufgrund der derzeit hohen Nachfrage punktuell zu kurzfristigen Engpässen kommen.«

Ein Antigen-Corona-Schnelltest

Ein Antigen-Corona-Schnelltest

Foto: Sebastian Gollnow / picture alliance/dpa

Beim Konkurrenten DM erklärte Sebastian Bayer, als Geschäftsführer verantwortlich für das Ressort Marketing und Beschaffung, aufgrund der schwankenden Nachfrage sowie gestörter Lieferketten könne es dazu kommen, dass bei den Selbsttests »nicht immer alle Produkte ausreichend verfügbar sind«.

Bundesrat stimmt Coronamaßnahmen der Ampel zu

10.54 Uhr: Eine Blockade der unionsgeführten Länder blieb aus: Nach dem Bundestag hat nun auch der Bundesrat die Neufassung des Infektionsschutzgesetzes bestätigt.

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Bayern bei Inzidenz von 625,3

10.44 Uhr: Die Coronalage in Bayern spitzt sich immer weiter zu. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Freistaat stieg nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag auf 625,3. Damit hat der Freistaat deutschlandweit die höchste Zahl von Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Es folgen Sachsen mit 593,6 und Thüringen mit 585,4. Die höchste Inzidenz Deutschlands hat weiter der bayerische Landkreis Rottal-Inn mit 1423,6.

In einer früheren Version dieser Meldung hieß es, Bayern habe mittlerweile die höchste Coronainzidenz in Deutschland. Tatsächlich liegen dem RKI momentan noch keine aktualisierten Werte für Sachsen vor, wo die Coronazahlen noch höher sein könnten. Wir haben die Meldung entsprechend korrigiert.
Anmerkung der Redaktion

Österreichs Tourismusbranche sieht großen Imageschaden durch Lockdown

10.39 Uhr: Der Lockdown für ganz Österreich bedeutet nach Ansicht der Hotelbranche einen erheblichen Imageschaden für den Tourismus. Das völlige Ausufern der Coronakrise werfe ein schlechtes Licht auf das Land, sagte Susanne Kraus-Winkler vom Fachverband Hotellerie in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Die Gäste seien nicht nur wegen der schönen Landschaft gekommen, sondern auch wegen des Gefühls der Sicherheit: »Sicherheit ist die neue Währung im Tourismus.«

Der Lockdown selbst sei alternativlos. »Wir müssen das jetzt mittragen«, sagte Kraus-Winkler. Der klassische Weihnachtsurlaub sei wohl gelaufen. Da sei allenfalls noch mit ein paar Stammgästen zu rechnen. Die Branche setze auf ein Durchstarten in der zweiten Saisonhälfte ab Mitte Januar. »Wir hoffen, dass noch was zu retten ist«, sagte Kraus-Winkler. Durch die Schließung aller Hotels und Lokale im Lockdown verzögert sich der Saisonstart.

Durch die drohende Schließung von Hotels für Touristen verzögert sich der Saisonstart. Die Hotels sind in bisherigen Lockdowns nur für Geschäftsreisende und aus anderen zwingenden Gründen buchbar gewesen. Der Tiroler Skiort Ischgl wollte am 25. November die Skisaison eröffnen.

Bayern fordert von Scholz erneut Steuerentlastungen für Pflegekräfte

10.26 Uhr: Per Brief hat Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) erneut vom geschäftsführenden Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) Steuerentlastungen für Pflegekräfte gefordert. »Es ist jetzt ein deutliches Signal der Politik erforderlich, um die gesellschaftliche Anerkennung für diese elementar wichtige Berufsgruppe auszudrücken und möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihren Pflegeberufen zu halten«, heißt es in dem Schreiben, welches der Deutschen Presse-Agentur in München vorliegt.

Albert Füracker (CSU)

Albert Füracker (CSU)

Foto:

Peter Kneffel / dpa

In dem Brief betonte Füracker, dass er sich bereits wiederholt in der Angelegenheit an Scholz gewandt habe, »zuletzt mit Schreiben vom 26. April 2021«. Die Steuerfreistellung insbesondere von Zuschlägen für Pflegekräfte könne – auch fernab der Coronakrise – einen wichtigen Beitrag leisten, um die Attraktivität des Berufsbildes zu erhöhen.

Österreich geht ab Montag in einen landesweiten Lockdown

10.27 Uhr: In Österreich wird ab Montag wegen der steigenden Infektionszahlen wieder ein landesweiter Lockdown für die Gesamtbevölkerung verhängt. Das kündigt Kanzler Alexander Schallenberg (ÖVP) nach einem Bund-Länder-Gipfel an.

Parlament in Wien

Parlament in Wien

Foto: Christian Bruna/ dpa

Das öffentliche Leben soll für maximal 20 Tage heruntergefahren werden. Spätestens ab dem 13. Dezember soll es für Geimpfte und Genesene keinen Lockdown mehr geben, sagt Schallenberg. Darüber hinaus soll ab Februar eine generelle Impfpflicht gegen das Coronavirus kommen.

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Studie sieht Zusammenhang zwischen AfD-Ergebnis und Covid-Zahlen

10.21 Uhr: In Landkreisen mit hohen Wahlanteilen für die Alternative für Deutschland (AfD) sind in den beiden Coronawellen 2020 laut einer Studie die Infektionszahlen besonders stark angestiegen. Faktoren wie etwa die Grenznähe einer Region, die Anzahl der Schulen oder Homeoffice-Quoten können demnach als alternative Erklärungen für den Anstieg der Inzidenzen ausgeschlossen werden. Zu diesem Ergebnis kommt eine am Freitag veröffentlichte Arbeit von Wissenschaftlern der Teilinstitute Jena und Bielefeld des Forschungsinstituts Gesellschaftlicher Zusammenhalt und des Helmholtz Zentrums München.

Ausgangspunkt für die Forschungsarbeit war die Annahme, dass es in Regionen mit hohem Zuspruch zu Parteien der radikalen Rechten eine höhere Skepsis gegenüber demokratischen Institutionen und eine geringere Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen gibt und dass deswegen die Zahlen steigen.

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Patienten aus Bayern werden nach Italien verlegt

9.49 Uhr: Aus Bayern werden Patienten wegen überfüllter Krankenhäuser nach Italien verlegt, sagt der Präsident des Verbandes der Leitenden Krankenhausärzte Deutschlands, Michael Weber. Die Kapazitäten würden knapp. Er erwarte innerhalb der nächsten 21 bis 23 Tage eine Verdopplung der Zahl der Intensivpatienten.

Mehr als fünf Millionen Auffrischungsimpfungen verabreicht

9.44 Uhr: Die Zahl der Boosterimpfungen gegen das Coronavirus hat die Marke von fünf Millionen überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Auffrischungen am Freitag (Stand 9.08 Uhr) mit 5,2 Millionen an. Allein am Donnerstag kamen 393.000 hinzu. Insgesamt wurden am Donnerstag 523.000 Coronaimpfungen vorgenommen. Am Vortag lag die Zahl der Impfungen erstmals seit Wochen wieder über der Marke von 500.000.

56,4 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,5 Millionen Menschen wurden mindestens einmal gegen das Virus geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Kretschmer stellt Sachsens Bürgerinnen und Bürger auf weitreichende Einschränkungen ein

9.31 Uhr: Nach der Bund-Länder-Spitzenrunde zur Corona-Lage hat Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) die Bürger seines Bundeslandes auf massive Einschränkungen vorbereitet. Noch am Freitag werde das Landeskabinett dies beschließen, kündigte Kretschmer am Freitag im Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) an. Die Einschränkungen würden auch Geimpfte und Genese betreffen.

»Das bedeutet keine Großveranstaltungen, keine Ansammlungen von Menschen und wenig Mobilität«, fügte der Ministerpräsident an. Kretschmer hatte bereits am Donnerstag im sächsischen Landtag angesichts der eskalierenden Infektionslage einen zwei- bis dreiwöchigen »harten und klaren Wellenbrecher« angekündigt.

Die Landesregierung werde alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um den Anstieg der Infektionszahlen kurzfristig zu stoppen. »Wir müssen dieses Land zu einem großen Teil zur Ruhe bringen«, sagte er.

Sachsen ist das derzeit am schwersten von der vierten Welle der Pandemie betroffene Bundesland. Dort ist die Sieben-Tage-Inzidenz so hoch wie nirgendwo sonst, zugleich ist die Impfquote am niedrigsten. Das zeigt sich auch in der Belastung der Kliniken, die zunehmend stärker an ihr Limit kommen. Kretschmer hatte deshalb bereits am Donnerstag angekündigt, in seinem Bundesland seien bereits jetzt weitergehende harte Gegenmaßnahmen notwendig.

Arbeitsministerium: Ungeimpfte Beschäftigte müssen selbst für Testnachweise sorgen

9.22 Uhr: Bei den ab kommender Woche geplanten 3G-Regeln am Arbeitsplatz müssen Ungeimpfte im Zweifel selbst für Testnachweise an allen Arbeitstagen sorgen. »Stellt der Arbeitgeber lediglich Selbsttests zur Eigenanwendung zur Verfügung, die nicht unter Aufsicht durchgeführt werden, ist dies kein zertifizierter Nachweis«, erklärte das Bundesarbeitsministerium gegenüber der »Welt« (Freitagsausgabe). Beschäftigte könnten aber kostenlose Bürgertests entsprechend der Coronavirus-Testverordnung in Anspruch nehmen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) unterstützt die Testnachweispflicht für Beschäftigte. »Da es auch andere, kostenfreie Instrumente des Infektionsschutzes gibt – allen voran die Impfung – sind die Beschäftigten aufgerufen, diese Möglichkeit wahrzunehmen«, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann der »Welt«. Es gelte hier nicht uneingeschränkt die sonst übliche Regelung, dass der Arbeitgeber für die Kosten des Arbeitsschutzes aufkommt.

Der Präsident des Bundesarbeitgeberverbandes Chemie (BAVC) sieht keinen Anspruch auf Lohnfortzahlung und Homeoffice für Arbeitnehmer, die nicht geimpft sind und es ablehnen, sich vor Dienstantritt testen zu lassen. »3G im Betrieb muss rechtssicher ausgestaltet sein«, forderte BAVC-Präsident Kai Beckmann in der »Bild«-Zeitung vom Freitag.

Die Unternehmen müssten wissen, wer geimpft ist und wer nicht. »Und wer sich als Ungeimpfter nicht testen lassen will, hat keinen Anspruch auf Bezahlung oder Homeoffice. Das muss klar geregelt sein.«

Strengere 2G-Regeln bremsen Umsätze im deutschen Gastgewerbe

09.08 Uhr: Strengere Corona-Einschränkungen bremsen die Erholung von Hotels und Restaurants in Deutschland. Der Umsatz im Gastgewerbe sank von August auf September preisbereinigt um 3,5 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im September hatten mehrere Bundesländer aufgrund steigender Corona-Infektionszahlen die 2G-Regelung eingeführt, die nur Geimpften und Genesenen den Zutritt zu Gastronomie und Beherbergungsbetrieben gestattet. »Dies kann einen Teil des Umsatzrückgangs erklären«, teilte das Bundesamt mit. Zum September 2020 stieg der Umsatz zwar um 6,5 Prozent, lag aber immer noch 17,7 Prozent unter dem Niveau des Februars 2020, dem Monat vor Ausbruch der Coronapandemie in Deutschland.

Das Hotel-und Gastgewerbe ist angesichts der steigenden Coronazahlen nervös

Das Hotel-und Gastgewerbe ist angesichts der steigenden Coronazahlen nervös

Foto: Jan-Philipp Strobel/ dpa

Die Branche hat unter den Corona-Einschränkungen 2020 und 2021 extrem gelitten und fürchtet nun wegen der schnell steigenden Corona-Neuinfektionen einen weiteren massiven Rückschlag – und dies ausgerechnet zum Jahresende. »Das für die Branche so wichtige Weihnachtsgeschäft droht komplett wegzubrechen, wir erleben erneut eine Absagewelle«, sagte Präsident Guido Zöllick vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) jüngst. »Mit Blick auf steigende Infektionszahlen und die damit einhergehenden strengeren Zugangsregeln nehmen die Verunsicherung und die Existenzsorgen der Betriebe wieder zu.« Laut Verbands-Umfrage setzte die Branche vom 1. bis 15. November 28,2 Prozent weniger um als im November des Vorkrisenjahres 2019.

Schwesig verteidigt Drei-Stufen-Modell für Coronabeschränkungen

8.33 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig hat das von Bund und Ländern vereinbarte Drei-Stufen-Modell für Coronabeschränkungen verteidigt. Dieses Modell, das die Rate von Covidpatienten in Kliniken in den Blick nimmt, sei klar, sagte die SPD-Politikerin am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin«. In Mecklenburg-Vorpommern gebe es bereits ein Warnstufenmodell, das nun entsprechend der Vereinbarung aktualisiert werde.

Orientierungsgröße soll dem Bund-Länder-Beschluss zufolge die für das jeweilige Bundesland ausgewiesene Hospitalisierungsrate sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Krankenhausaufnahmen von Coronapatienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Ab den Schwellenwerten von 3, 6 und 9 sollen Regeln für 2G, 2G plus oder weitergehende Beschränkungen gelten. 2G bedeutet, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt etwa zu Gastronomie und Veranstaltungen haben, bei 2G plus brauchen diese zusätzlich einen negativen Testnachweis. In Mecklenburg-Vorpommern lag die Hospitalisierungsrate am Donnerstag ganz knapp unter der 2G-plus-Schwelle bei 5,96.

Günther hält weitere Einschränkungen für Ungeimpfte für möglich

08.27 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) zeigt sich von einer Wirkung der jüngsten Beschlüsse zur Verschärfung der Coronavorschriften überzeugt. »Ich bin mir sicher, dass das greift«, sagte Günther am Freitag auf NDR Info. »Aber ich schließe definitiv nicht aus, dass es weitere Einschränkungen auch für Ungeimpfte geben wird.«

Die Jamaikakoalition aus CDU, Grünen und FDP wird dem Infektionsschutzgesetz im Bundesrat am Freitag zustimmen. Für das Bündnis sei die Zustimmung aufgrund weiterer Verbesserungen unstrittig, sagte Günther. Eine Verlängerung der epidemischen Notlage wäre zwar auch eine Möglichkeit gewesen. Mit dem Gesetz könne die Regierung die geplanten Maßnahmen aber »jetzt genauso umsetzen«.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther

Foto: Markus Scholz/ picture alliance/dpa

Schleswig-Holstein schließt wegen stark gestiegener Infektionszahlen Menschen ohne Coronaimpfung ab Montag von weiten Teilen des öffentlichen Lebens aus. Für Ungeimpfte sind dann Innenräume von Freizeitstätten und Gaststätten tabu. Kleine Kinder und Schüler sind ausgenommen. Im Freizeitbereich gilt die 2G-Regel (geimpft, genesen), bei beruflichen Veranstaltungen und für Jugendliche greift 3G.

Günther rechnet damit, dass im Norden künftig pro Monat etwa 450.000 Auffrischungsimpfungen nötig sind. Die Hausärzte gingen davon aus, dass sie jeden Monat etwa 100.000 davon schaffen könnten, sagte er. 350.000 Impfungen sollten durch mobile Impfteams in stationären Einrichtungen erfolgen. Impfungen würden dort montags bis samstags von morgens bis abends möglich sein. »Der Impfstoff ist ja ohnehin da.« Bereits in der kommenden Woche seien die Impfstationen startklar.

Städtebund sieht Umsetzung der Corona-Beschlüsse als »Herkulesaufgabe«

08.00 Uhr: Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, hält die neuen Beschlüsse zur Coronabekämpfung für umsetzbar, fordert aber Hilfe für die Kommunen. »Das wird eine Herkulesaufgabe«, sagte Landsberg am Freitag im ZDF-»Morgenmagazin«. Die Kommunen stünden zur Umsetzung bereit, erwarteten aber eine Unterstützung der Länder, etwa durch die Polizei bei den nötigen Kontrollen. Gleichwohl habe man Erfahrung in der Pandemie gesammelt. »Ich sage mal, wir schaffen das«, fügte Landsberg hinzu.

Der Kommunalvertreter rief die Menschen zugleich auf, sich impfen zu lassen und auch Auffrischungsimpfungen abzuholen. Bis Weihnachten müssten rund 20 Millionen Menschen »geboostert« sein. Es gebe hier seit einigen Tagen einen großen Zulauf. Diese Stimmung müsse aufrechterhalten werden. Impfungen seien der einzige Ausweg aus der Pandemie.

Nach dem Bundestag am Donnerstag stimmt auch der Bundesrat an diesem Freitag über den neuen Instrumentenkasten zur Corona-Bekämpfung ab.

Bremen geht von Zustimmung der Union-geführten Länder zu neuen Maßnahmen aus

07.55 Uhr: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat sich optimistisch gezeigt, dass die Union-geführten Länder dem neuen Instrumentenkasten zur Corona-Bekämpfung zustimmen. Die Landesregierungen hätten mit der neuen Länderklausel im Infektionsschutzgesetz eine »große Beinfreiheit«. Bovenschulte sagte, es gebe derzeit in Deutschland regional drei Zustände in der Pandemie: ernst, sehr ernst und extrem ernst.

Im Bundesrat geht es unter anderem um 3G-Vorgaben am Arbeitsplatz sowie in Bussen und Bahnen. Hier wären jeweils Nachweise über Impfung, Genesung oder negativen Test (3G) nötig. Für Pflegeheime und Kliniken sind Testpflichten für Beschäftigte und Besucher vorgesehen. Auf der anderen Seite aber sollen etwa Schul- oder Geschäftsschließungen künftig nicht mehr möglich seien. Bund und Länder hatten zudem Beschränkungen für Ungeimpfte vereinbart. In Abhängigkeit von der Rate von Covid-Patienten in Krankenhäusern soll etwa der Zutritt zu Freizeitveranstaltungen oder Gastronomie nur noch Geimpften und Genesenen möglich sein, bei einer höheren Hospitalisierungsrate bräuchten diese noch zusätzlich einen negativen Test.

Patientenschützer kritisieren Maßstab zu Klinikbelastungen

07.30 Uhr: Bund und Länder haben aus Sicht der Deutschen Stiftung Patientenschutz noch immer keinen verlässlichen Maßstab zur Bewertung der Corona-Lage geschaffen. Die Hospitalisierungsrate sei weder eine aktuelle Zahl, noch spiegele der Wert die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser wider, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. Überfällig sei ein »Covid-19-Radar« für die Kliniken, der tagesaktuelle Parameter in den Blick nehme. Dazu gehörten Corona-Infizierte, Covid-19-Erkrankte, Corona-Verstorbene und die Auslastung aller Stationen.

Bund und Länder hatten am Donnerstag vereinbart, dass bei Überschreiten bestimmter Belastungsschwellen der Kliniken einheitlich härtere Corona-Maßnahmen greifen sollen. Orientierungsgröße soll die Hospitalisierungsrate des jeweiligen Landes sein. Dafür erfasst das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldete Klinikaufnahmen von Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner in einem Sieben-Tage-Zeitraum. Konkret soll es ausgehend davon künftig drei Stufen mit jeweils weitergehenden Beschränkungen geben – unter anderem mit flächendeckenden Zugangsregeln nur für Geimpfte und Genesene (2G).

RKI registriert 52.970 Corona-Neuinfektionen

07.14 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Freitagmorgen mit 340,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 336,9 gelegen, vor einer Woche bei 263,7 (Vormonat: 75,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 52.970 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.48 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 48.640 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 201 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 191 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5 248 291 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI Donnerstag mit 5,30 an (Mittwoch: 5,15). Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des Vorjahres bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 4 588 200 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 98.739.

Bayerns Klinken senden dramatischen Hilferuf wegen Corona-Überlastung

6.47 Uhr: Die bayerischen Krankenhäuser warnen angesichts der ungebremst steigenden Corona-Infektionszahlen vor einer unmittelbar drohenden Überlastung der Intensivstationen und fordern deutlich härtere Kontaktbeschränkungen im Freistaat. »Die aktuelle Lage ist so dramatisch, wie sie noch nie in der gesamten Pandemiezeit in Bayern war«, sagte der Geschäftsführer der Bayerischen Krankenhausgesellschaft, Roland Engehausen, der »Augsburger Allgemeinen« vom Freitag.

»Wir haben schon jetzt kaum noch Kapazitäten«, berichtete Engehausen. In bayerischen Kliniken müssten sogar Krebsoperationen auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Auch die Verlegung von Patienten in angrenzende Bundesländer werde immer schwieriger.

Deutliche Kontaktvermeidung

»Die Infektionszahlen müssen runter, um die planbaren Behandlungen, die wir jetzt verschieben, durchführen zu können«, forderte der Krankenhaus-Vertreter. »Wir brauchen deutliche Kontaktvermeidung«, forderte Engehausen. »Ob man das Lockdown oder anders nennt, ist für uns Kliniken zweitrangig.«

Die derzeit geplanten Schritte reichten nicht aus, um den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen: »Wir sehen im Moment keine ausreichend wirksamen Gegenmaßnahmen, die uns in den Kliniken in den nächsten zwei bis vier Wochen eine Entlastung bringen würde«, warnte der Vertreter der bayerischen Kliniken. »Das macht die Lage sowohl jetzt als auch in der Perspektive der nächsten Wochen so dramatisch.«

Die Zahl der Corona-Intensivpatienten steige in Bayern ohne harte Gegenmaßnahmen jede Woche um etwa 30 Prozent an, »sodass wir bald keine Chance mehr für Verlegungen innerhalb des Freistaats haben«, sagte Engehausen.

Schon jetzt würden bayerische Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt. »Aber der Weg nach ist eigentlich bereits geschlossen, weil sich die Kliniken dort der bayerischen Situation annähern«, sagte der Krankenhaus-Vertreter. »Ob wir in ein paar Wochen noch jemand nach bringen können, wissen wir nicht. Nach Thüringen und Sachsen braucht man nicht zu fahren, und im Süden in Österreich ist die Lage nicht besser als bei uns.«

Von der Situation einer Triage sei Bayern trotz entsprechender Vorbereitungen einiger Krankenhäuser aber immer noch weit entfernt. »Wir sehen eine derartige Situation an bayerischen Kliniken nach wie vor nicht«, betonte Engehausen. »Wir haben die Möglichkeit, planbare Behandlungen zu verschieben, Patienten über längere Strecken in Regionen zu verlegen, die weniger belastet sind und andere Mittel«, sagte er.

Die jetzige Entwicklung habe aber selbst die sehr pessimistischen Erwartungen der Kliniken noch übertroffen. »Der 22. Oktober war der Kipppunkt, seitdem haben wir stark steigende Inzidenzzahlen und damit einhergehend steigende Intensivbehandlungen. Wir sind in ein Hamsterrad geraten, das sich immer weiter beschleunigt.«

Die allermeisten Intensivfälle wären durch Impfungen vermeidbar gewesen, sagte Engehausen. »Gerade jetzt ist es für jeden einzelnen Menschen wichtig, sich impfen zu lassen, nicht nur aus Solidarität, sondern auch, weil die Versorgung nicht mehr optimal ist, wie man es vielleicht noch vor ein paar Wochen dachte.«

Angeblich falsches Impfzertifikat: Ermittlungen gegen Werder-Coach

00.05 Uhr: Gegen Werder Bremens Trainer Markus Anfang ist nach Vereinsangaben ein Ermittlungsverfahren wegen der angeblichen Nutzung eines gefälschten Impfzertifikats eingeleitet worden. Darüber sei die Geschäftsführung des Fußball-Zweitligisten am Donnerstagabend informiert worden, hieß es in einer Stellungnahme.

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»In einem persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung hat Markus Anfang die Anschuldigungen entschieden zurückgewiesen und nachdrücklich versichert, vollständig geimpft zu sein und ein gefälschtes Impfzertifikat nicht genutzt zu haben«, hieß es in der Mitteilung des Klubs.

»Ich habe genau wie jeder andere doppelt geimpfte Bürger meine beiden Impfungen in einem offiziellen Impfzentrum erhalten und dafür die entsprechenden Aufkleber im gelben Impfpass bekommen. Den habe ich anschließend in der Apotheke digitalisieren lassen und ging selbstverständlich davon aus, dass damit alles seine Ordnung hat. Ich hoffe sehr, dass sich das Thema schnell aufklärt«, wurde Anfang in der Mitteilung zitiert.

Späte Lockdowns in Österreich: Storno-Welle statt Ski-Saison

00.04 Uhr: Kürzlich spottete Salzburgs Landeshauptmann noch über mahnende Virologen. Viel zu spät verhängte er einen harten Lockdown – eine Katastrophe für den Wintertourismus. Wer übernimmt die Verantwortung? Lesen Sie hier mehr dazu. 

Die Corona-Notlage in Deutschland: Was bleibt, ist Trauer

00.02 Uhr: Wie Hartmut Feddersen haben viele Deutsche Angehörige durch Corona verloren, nachdem das Virus in Seniorenheimen gewütet hat. Der Ruf nach einer Impfpflicht für Pflegeberufe wird lauter. Sehen Sie hier den Film von

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sol/atb/cop/mfh/wit/dpa/AFP/Reuters
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