Corona-News am Freitag Mehrheit von Infizierten bei US-Großevents waren geimpft

Komplett geimpft, aber positiv getestet: Eine US-Studie deutet auf die hohe Übertragbarkeit der Delta-Variante hin. Und: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Günther fordert kostenpflichtige Coronatests. Der Überblick.
Unmaskierten Fans bei einem Konzert in Los Angeles vor wenigen Tagen

Unmaskierten Fans bei einem Konzert in Los Angeles vor wenigen Tagen

Foto: Chris Pizzello / AP

Das waren die Corona-News am 30. Juli.

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+++ Mehrheit von Infizierten bei US-Großevents waren geimpft +++

Einer US-Studie zufolge waren drei Viertel der Infizierten nach mehreren Großereignissen im Bundesstaat Massachusetts eigentlich komplett geimpft. Dies deute auf eine hohe Übertragbarkeit der Delta-Variante hin, teilt die Seuchenbehörde CDC mit.

Nach den Veranstaltungen im Landkreis Barnstable waren 469 Fälle verzeichnet worden, von denen 74 Prozent eine abgeschlossene Impfung aufwiesen. Bei 133 genauer Untersuchten sei in 90 Prozent der Fälle Delta gefunden worden.

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Offenbar könnte die Mutation im Gegensatz zu anderen Varianten auch durch komplett Geimpfte übertragen werden. CDC-Chefin Rochelle Walensky nannte die Studie besorgniserregend und verwies auf neue Empfehlungen der Behörde, dass auch komplett Geimpfte in Gebieten mit hoher Inzidenz Masken tragen sollen.

Deutschlands zynische Impfdebatte

Mobiler Sanitäter bei Impfung in Kenia

Mobiler Sanitäter bei Impfung in Kenia

Foto: Brian Ongoro / AFP

23.33 Uhr: Während das Virus in ärmeren Ländern wütet und neue Mutationen drohen, diskutiert Deutschland darüber, Impfskeptiker mit Prämien zu locken. Es muss Schluss sein mit dem Egoismus der Industriestaaten. Lesen Sie hier den SPIEGEL-Leitartikel. 

»Querdenken«-Kundgebung in Berlin bleibt verboten

22.14 Uhr: Die für Sonntag geplante Kundgebung der Initiative »Querdenken 711« aus Stuttgart auf der Straße des 17. Juni in Berlin bleibt verboten. Das Berliner Verwaltungsgericht hat den Eilantrag gegen das entsprechende Demonstrationsverbot abgelehnt, wie ein Sprecher der Justizbehörde am Freitagabend mitteilte. Zu der Kundgebung waren für Sonntagnachmittag 22.500 Teilnehmer angemeldet.

Auch eine weitere für Sonntag geplante Demonstration in der Bundeshauptstadt bleibe verboten. Die Berliner Polizei hatte für das Wochenende insgesamt zwölf geplante Versammlungen in der Stadt untersagt.

Aiwanger wehrt sich gegen Kritik von Söder

Bayerns Ministerpräsident Söder (l.), Freie-Wähler-Chef Aiwanger: »Schmaler Grat«

Bayerns Ministerpräsident Söder (l.), Freie-Wähler-Chef Aiwanger: »Schmaler Grat«

Foto: Peter Kneffel / dpa

21.31 Uhr: Der Zoff zwischen Bayerns Ministerpräsident Söder und seinem Vize Hubert Aiwanger geht in die nächste Runde. Der Freie-Wähler-Chef pocht auf Impfungen als »persönliche Entscheidung« – und greift seinerseits die CSU an. Lesen Sie hier mehr.

Ärzteverband: Unabhängigkeit der Impfkommission mit Reform absichern

21.25 Uhr: Angesichts des politischen Drucks auf die Ständige Impfkommission (Stiko) hat der Verband der Amtsärzte angeregt, die Unabhängigkeit der wissenschaftlichen Einrichtung organisatorisch abzusichern. »Man müsste überlegen, wie die Stiko künftig aufgehängt ist, um ihre Neutralität und Unabhängigkeit zu sichern«, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der »Ärzte Zeitung«.

Derzeit ist die Stiko am Robert Koch-Institut angesiedelt, einer Bundesbehörde. Damit gerate die Stiko aber »in den Bereich Politik und Politikberatung«, erklärte Teichert. Auch brauche die Kommission hauptamtliche Strukturen, die die professionelle Arbeit der ehrenamtlich tätigen Kommissionsmitglieder unterstütze.

Die verschärften Regeln für Urlaubsrückkehrer sind kaum zu kontrollieren

20.06 Uhr: Mitten in der Ferienzeit bestimmt die aggressive Delta-Variante das Infektionsgeschehen, auch Geimpfte können sich anstecken. Was passiert künftig an den Grenzen und Flughäfen? Erfahren Sie hier mehr. 

Ema genehmigt Moderna-Produktionsausbau in den USA

19.27 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) hat den Ausbau der US-Produktion von Inhaltsstoffen des Impfstoffs von Moderna für den europäischen Markt genehmigt. Die Entscheidung dürfte »erhebliche« Auswirkungen auf die Versorgung mit dem Vakzin in der EU haben, wie die Behörde am Freitag mitteilte. »Im dritten Quartal 2021 wird die US-Lieferkette 40 Millionen Dosen des Impfstoffs für den europäischen Markt bereitstellen«, erklärte die Ema.

Seit der EU-Weiten Erteilung einer Zulassung für den Moderna-Impfstoff hat der EMA-Ausschuss für Humanarzneimittel (CHMP) vier Produktionsstätten für die Herstellung von Wirkstoffen für das Vakzin anerkannt. Zwei davon befinden sich in den USA und zwei in der Schweiz.

85 Prozent der Covid-Kranken in Frankreichs Kliniken ungeimpft

19.21 Uhr: Ein überwältigender Anteil der Covid-Patienten, die in französischen Krankenhäusern behandelt werden, ist nicht geimpft: Rund 85 Prozent der Patienten auf den Normal- und Intensivstationen haben keine Impfung gegen das Coronavirus. Das geht aus einer am amtlichen Statistik hervor. Zudem liege bei 78 Prozent aller Todesfälle nach einer Coronainfektion keine Impfung vor.

Im untersuchten Zeitraum zwischen Ende Mai und Mitte Juli waren demnach nur sieben Prozent der Patienten, die wegen Covid-19 ins Krankenhaus mussten, vollständig geimpft.

Fallzahlen in Italien steigen deutlich

Demonstranten zünden bei einer Demonstration gegen den geplanten »grünen Pass« einen Bengalo

Demonstranten zünden bei einer Demonstration gegen den geplanten »grünen Pass« einen Bengalo

Foto: Riccardo De Luca / dpa

19.12 Uhr: In Italien sind die täglichen Corona-Infektionszahlen weiter gestiegen. In beinahe allen Regionen und Autonomen Provinzen haben die Behörden wachsende Fallzahlen in allen Altersgruppen verzeichnet, heißt es im wöchentlichen Lagebericht des italienischen Gesundheitsministeriums. Der zuletzt berechnete Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei landesweit durchschnittlich 58 Fällen je 100.000 Einwohnern. Die Delta-Variante ist in Italien nach jüngsten Ergebnissen am verbreitetsten. Am Freitag meldeten die Gesundheitsbehörden etwas mehr als 6600 Corona-Neuinfektionen und 18 Tote im Zusammenhang mit dem Virus.

Wegen der Infektionslage beschloss die Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi in der vergangenen Woche, ab dem 6. August Beschränkungen einzuführen. Wer ab dann innen im Restaurant essen, eine Sportveranstaltung besuchen oder in ein Museum gehen will, braucht einen Nachweis, mindestens einmal gegen Covid-19 geimpft zu sein. Rein darf auch, wer eine Genesung nachweisen kann oder ein negatives Corona-Testergebnis mitbringt, das nicht älter als 48 Stunden ist.

Nach Belästigung eines Corona-Experten – Engländer bekommt acht Wochen Haft auf Bewährung

19.08 Uhr: Weil er gemeinsam mit einem Kumpel den medizinischen Chefberater der britischen Regierung, Chris Whitty, belästigt hat, ist ein 24-Jähriger zu acht Wochen Haft verurteilt worden. Die Strafe wurde für zwei Jahre auf Bewährung ausgesetzt, entschied ein Gericht in London.

Der Mann, der wegen des Vorfalls seinen Job als Immobilienmakler verloren hatte, hatte sich zuvor der Körperverletzung schuldig bekannt. Er muss zudem rund 300 Pfund (350 Euro) Strafe und Gebühren zahlen. Whitty wurde bei dem Übergriff nicht verletzt.

Der 24-Jährige hatte zusammen mit seinem gleichaltrigen Freund vor gut einem Monat versucht, den Professor in einem Londoner Park zu einem Selfie zu zwingen. Die beiden Betrunkenen hielten Whitty, der oft mit Premierminister Boris Johnson bei Pressekonferenzen auftritt, fest und grölten triumphierend. Ein Video des Vorfalls verbreitete sich rasch und löste Empörung aus, auch Johnson kritisierte die Männer.

Der zweite Angeklagte plädierte auf nicht schuldig. Das Verfahren gegen ihn wird am 23. November fortgesetzt.


Frankreich meldet einen Fall von Herzmuskelentzündung bei Jugendlichen nach Impfung

19:01 Uhr: Rund sechs Wochen nach Beginn der Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche zwischen zwölf und 17 Jahren in Frankreich ist in dem Land ein Fall von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) nach einer Corona-Impfung gemeldet worden. Dies gab am Freitag die französische Arzneimittelbehörde ANSM bekannt. Insgesamt seien in dieser Altersgruppe fast 2,4 Millionen Menschen geimpft worden. Es gab demnach 66 Fälle schwerer Nebenwirkungen. Myokarditis ist bereits als sehr seltene Nebenwirkung des Biontech/Pfizer-Impfstoffs bei Erwachsenen und jungen Männern bekannt.

Südafrika gilt ab Sonntag nicht mehr als Corona-Virusvariantengebiet

18.50 Uhr: Südafrika wird ab Sonntag nicht mehr als Virusvariantengebiet eingestuft. Stattdessen gilt Südafrika jetzt nur noch als Hochrisikogebiet. Mit dieser Herabstufung entfalle das Beförderungsverbot, erklärte das Gesundheitsministerium. Zudem ändern sich die Quarantänevorgaben: Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann sie aber durch einen Test auf fünf Tage verkürzen.

Die auch in Deutschland vorherrschende Delta-Variante des Coronavirus habe die Beta-Variante dort mittlerweile weitgehend verdrängt, begründete das Gesundheitsministerium die Entscheidung. Zudem gelten folgende Länder nicht mehr als Virusvariantengebiet: Botsuana, Eswatini, Lesotho, Malawi, Mosambik, Namibia, Sambia und Simbabwe.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident will Corona-Bürgertests zügig kostenpflichtig machen

18.02 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat den Bund aufgefordert, Coronatests so schnell wie möglich kostenpflichtig zu machen. »Die Bundesregierung sollte schon in der kommenden Woche ein konkretes Datum für die Umstellung auf die Kostenpflichtigkeit der Coronatests festlegen«, sagte der CDU-Politiker der »Welt«. Dieses Datum könnte der 20. September sein. »Bis dahin hätte jeder bisher Ungeimpfte noch die Chance, sich vollständig impfen zu lassen.«

Ausnahmen von dieser Kostenpflichtigkeit sollen laut Günther nur für diejenigen gelten, die sich aus medizinischen Gründen oder aufgrund ihres Alters nicht impfen lassen können, sagte Günther der Zeitung. »Für diese Menschen – zum Beispiel Schwangere und Kinder – sollten die Tests kostenlos bleiben.« Die Kosten für einen Antigen-Schnelltest durch geschultes Personal betragen nach Angaben der Landesregierung in Kiel derzeit, abhängig vom Anbieter, 20 bis 30 Euro.

Einen weiteren Lockdown schloss Günther aus. »Dafür gibt es schon wegen der hohen Impfquote, aber auch angesichts der Lage in den Krankenhäusern keinen Grund mehr.« Geschäfte, Gastronomie, Kindergärten, Schulen oder Fitnessstudios blieben geöffnet. Allerdings erwarte er angesichts der steigenden Infektionszahlen im Herbst verstärkte Testverpflichtungen für Ungeimpfte. »Auch insofern dürfte es also Sinn machen, sich bis dahin noch impfen zu lassen.«

WHO sieht keine höhere Sterblichkeit durch die Delta-Variante

17.50 Uhr: Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) könnten die hart erkämpften Erfolge bei der Pandemiebekämpfung verloren gehen, da sich die hoch übertragbare Delta-Variante weiter ausbreitet. Die WHO-Expertin Maria Van Kerkhove gab aber bekannt, dass es bislang keine Hinweise auf eine höhere Sterblichkeit durch die Delta-Variante gibt.

Bratwurst als Belohnung sorgt für viele Impftermine

16.26 Uhr: Eine Bratwurst als Belohnung hat der Impfstelle im südthüringischen Sonneberg einen regelrechten Ansturm auf Impftermine beschert. Bis zum Nachmittag kamen nach Angaben der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) 250 Menschen, um sich neben der Spritze in den Oberarm auch noch die kulinarische Spezialität abzuholen. Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz. Das erstmals angebotene »Bratwurst-Impfen« ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will.

Datenpanne in Essen: Daten von 13.000 Impfwilligen verschickt


15.47 Uhr: Die Stadt Essen hat versehentlich die Daten von 13.000 Bürgern, die sich für eine Corona-Schutzimpfung angemeldet haben, in einer Mail an 700 Empfänger verschickt. Eine Sprecherin der Stadt bestätigte die Datenpanne. »Es war ein menschlicher Fehler, wir können uns dafür nur entschuldigen.« Der Landesdatenschutz sei verständigt worden. Die Stadt habe außerdem allen 700 Adressaten noch einmal geschrieben und darum gebeten, den Irrläufer zu löschen. Einige Bürger hätten sehr erbost auf den Fehler reagiert, berichtete die Sprecherin. Zuvor hatte die »WAZ« berichtet.

Anlass seien die veränderten Öffnungszeiten im Essener Impfzentrum gewesen, teilte die Sprecherin mit. Angeschrieben wurden die 700 Menschen, die bis zum 15. August einen Impftermin nach 18.00 Uhr vereinbart hatten und jetzt wegen der kürzeren Öffnungszeiten gebeten werden sollten, einen anderen Termin zu nehmen. Die Gruppe wurde aus Excel-Dateien aller 13.000 Impfwilligen bis Mitte August generiert. Versehentlich seien diese Dateien dann vor dem Abschicken der Mail nicht gelöscht worden. Sie enthielten Namen, Anschrift und Geburtsdatum, vielfach auch Telefonnummern und Mailadressen sowie den Impfstatus.

Bundeskabinett beschließt Testpflicht für ungeimpfte Reiserückkehrer

15.46 Uhr: Die Bundesregierung hat die allgemeine Testpflicht für Reisende, die nach Deutschland zurückkehren, offiziell beschlossen. Die neue Verordnung legt fest, dass Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, ab diesem Sonntag einen aktuellen Coronatest vorlegen müssen.

Die Nachweispflichten gelten künftig für alle Ungeimpften, die das zwölfte Lebensjahr vollendet haben. Bei Einreise aus einem Virusvariantengebiet müssen allerdings auch Geimpfte weiterhin einen Test nachweisen. Genesene sind bei Nachweis Geimpften gleichgestellt.

Zusätzlich wird ab dem 1. August eine Vereinfachung bei der Einstufung der Länder vorgenommen, indem nur noch zwei Arten von Risikogebieten ausgewiesen werden, nämlich Hochrisikogebiete und Virusvariantengebiete. Für Einreisende aus diesen Gebieten gelten weiterhin Anmelde- oder Absonderungspflichten. Die regelhaft 14-tägige Quarantänepflicht für Einreisende aus Virusvariantengebieten bleiben weiterhin mit den entsprechend geltenden Ausnahmeregelungen bestehen.

Die Quarantänepflichten für Einreisende aus Hochrisikogebieten entsprechen den Pflichten, wie sie für die bisherigen Hochinzidenzgebiete gelten. Nicht geimpfte oder genesene Einreisende müssen eine zehntägige Quarantäne antreten, die frühestens ab dem fünften Tag durch Übermittlung eines negativen Testnachweises beendet werden kann. Ausnahme: Wer jünger als zwölf Jahre ist, kann ohne Testnachweis nach fünf Tagen die Quarantäne beenden.

Delta-Variante laut US-Gesundheitsbehörde so ansteckend wie Windpocken

15.20 Uhr: Die Delta-Variante ist offenbar so ansteckend wie Windpocken. Dies geht aus einer internen Präsentation der US-Gesundheitsbehörde CDC hervor, die von der »Washington Post« veröffentlicht wurde.

Die Erkenntnisse der Behörde stellen dabei allerdings nicht die Wirksamkeit der Impfstoffe infrage: Diese schützten auch bei Delta weiterhin mit hoher Wahrscheinlichkeit vor schweren Verläufen oder dem Tod. Der Schutz vor Ansteckung besteht zwar auch, scheint aber schwächer. Zudem kommt die CDC zu dem Schluss, dass Delta wohl gefährlicher ist als das ursprüngliche Virus und Erkrankte eher schwere Verläufe erfahren. Es müsse »anerkannt werden, dass sich der Krieg verändert hat«, hieß es auf einer der Folien. Zuletzt hatte die CDC ihre Richtlinien angesichts der starken Ausbreitung der Delta-Variante angepasst und auch für Geimpfte in vielen geschlossenen Räumen wieder das Maskentragen empfohlen.

Berlin öffnet Klubs für Pilotprojekt

15.14 Uhr: Mehrere Klubs in Berlin sollen für ein Pilotprojekt wieder drinnen öffnen dürfen – die Gäste sollen vorab zum PCR-Test. Das Projekt solle unter wissenschaftlicher Begleitung der Charité – also der Berliner Universitätsmedizin – aufzeigen, ob und wie Tanzveranstaltungen in Klubs »auch unter pandemischen Bedingungen in Zukunft sicher möglich sein können«, teilte die Senatskulturverwaltung mit.

Sechs Klubs sollen mitmachen, darunter der KitKatClub und das SO36. Das Projekt soll vom 6. bis 8. August laufen – von Freitagabend bis Sonntagmittag. Rund 2000 Besucherinnen und Besucher werden zugelassen. Sie sollen vorab mit PCR- anstelle von Schnelltests auf das Coronavirus untersucht werden.

Dabei soll zum Beispiel nicht unterschieden werden, ob Menschen schon geimpft sind. Alle müssten die vorgeschlagene Teststrategie durchlaufen, hieß es in der Mitteilung. Wer mitmacht, soll einige Stunden vor Projektbeginn und einige Tage danach getestet werden.

Berlin hatte bereits im März ein Pilotprojekt für die Kultur aufgelegt. Damals spielten etwa die Philharmoniker trotz Lockdowns vor rund tausend Mensche

RKI registriert 2454 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 16,5

13.13 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt seit über drei Wochen an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmittag lag sie bei 16,5 – am Vortag betrug der Wert 16,0, am Freitag der Vorwoche 13,2. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI zuletzt binnen einem Tag 2454 Corona-Neuinfektionen.

Die Zahlen gehen aus der Fallzahl-Tabelle des RKI vom Freitagmittag (Stand 13 Uhr) hervor. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 2089 Ansteckungen gelegen.

Zahl der Aufführungen an deutschen Bühnen drastisch gesunken

13.03 Uhr: In der ersten von der Coronapandemie betroffenen Spielzeit ist die Zahl der Aufführungen an Deutschlands Bühnen drastisch gesunken. In der Spielzeit 2019/20 gab es 56.122 Aufführungen, wie aus der Werkstatistik des Deutschen Bühnenvereins hervorgeht. Das bedeute gegenüber der Vorsaison einen Rückgang um rund 33 Prozent, berichtete der Bühnenverein in Köln.

Das professionelle Theaterschaffen sei nach dem ersten Lockdown im März 2020 für den Rest der Saison überwiegend zum Erliegen gekommen, hieß es. Insgesamt meldeten 353 Theater aus Deutschland ihre Daten. Um rund 13 Prozent auf 4166 sank die Zahl der gespielten Werke in Deutschland, um rund 14 Prozent auf 6220 die Zahl der Inszenierungen.

51,5 Prozent der Deutschen gegen Corona geimpft

11.07 Uhr: Die Coronaimpfungen in Deutschland legen weiter zu. Vollständig mit der meist nötigen zweiten Spritze geschützt sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums  42,8 Millionen Menschen oder 51,5 Prozent aller Einwohner. Die Marke von 50 Prozent haben inzwischen 11 der 16 Bundesländer geschafft – darunter lagen noch Sachsen-Anhalt, Bayern, Hamburg, Brandenburg und Sachsen. An der Spitze steht weiter Bremen mit 59,9 Prozent voll geimpften Bürgern.

Mindestens eine erste Spritze haben demnach bundesweit mittlerweile 51,1 Millionen Menschen oder 61,5 Prozent der Gesamtbevölkerung bekommen. Im Ländervergleich vorn liegt ebenfalls Bremen mit einem Anteil von 70,4 Prozent, Schlusslicht ist Sachsen mit 52 Prozent.

Olympia-Gastgeber Japan weitet Corona-Notstand aus

11.05 Uhr: Japan hat wegen stark gestiegener Coronainfektionen den Notstand für die Olympia-Stadt Tokio abermals verlängert und auf weitere Präfekturen ausgeweitet. Die Regierung entschied am Freitag, den inzwischen vierten Notstand bis zum 31. August zu verlängern.

Am selben Tag meldete Tokio 3300 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, nachdem die Zahl am Vortag einen Höchststand von 3865 Fällen erreicht hatte. Zudem verhängte die Regierung den Notstand auch für Tokios Nachbarprovinzen Saitama, Chiba und Kanagawa sowie für die Großstadt Osaka. Der wichtigste Coronavirus-Berater der Regierung, der Mediziner Shigeru Omi, hatte angesichts der rasanten Ausbreitung der Virus-Variante Delta vor Überlastung des Gesundheitssystems gewarnt.

Israels Präsident Izchak Herzog zum dritten Mal gegen Corona geimpft

10.03 Uhr: Nach der Entscheidung Israels, älteren Menschen eine dritte Coronaimpfung zu geben, hat Präsident Izchak Herzog, 60, als Erster seine Auffrischungsimpfung erhalten. Israel hatte angesichts steigender Infektionszahlen zuvor als erstes Land mitgeteilt, 60-Jährigen und älteren Jahrgängen eine dritte Impfung gegen das Coronavirus zu geben. Dies gelte für Patienten, die vor mindestens fünf Monaten ihre zweite Impfdosis erhalten haben, teilte Ministerpräsident Naftali Bennett mit. Mit Herzog ließ sich auch seine Frau Michal, 60, erneut impfen.

Fast die Hälfte der Briten fand laut Umfrage Ende der Coronamaßnahmen zu früh

09.39 Uhr: Die Aufhebung fast aller Coronamaßnahmen in England findet unter den Briten einer aktuellen Umfrage zufolge längst keine flächendeckende Zustimmung. 46 Prozent von 1500 Befragten fanden das Ende der Beschränkungen »zu früh«, wie aus einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Redfield and Wilton Strategies für das Magazin Politico hervorgeht. 33 Prozent fanden den Zeitpunkt richtig und nur zwölf Prozent zu spät.

Am 19. Juli hatte Premierminister Boris Johnson in England trotz extrem hoher Coronazahlen fast alle noch geltenden Maßnahmen aufgehoben.

Tschechiens Staatsbeschäftigte bekommen für Impfung zwei Tage frei

08.51 Uhr: In Tschechien erhalten Staatsbeschäftigte zwei zusätzliche freie Tage, wenn sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Dies habe die Regierung beschlossen, teilt Ministerpräsident Andrej Babiš mit. »Das Ziel ist eine maximale Impfung, um uns vor einer Ansteckung aus dem Ausland zu schützen.« Bislang sind in Tschechien 4,74 Millionen der insgesamt 10,7 Millionen Menschen vollständig geimpft.

Porsche-Chef Blume: »Ich appelliere an alle, sich impfen zu lassen«

07.53 Uhr: Trotz Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante ist Porsche-Chef Oliver Blume gegen eine Impfpflicht im Kampf gegen das Coronavirus. »Das steht entgegen unserer freiheitlichen Grundordnung«, sagte Blume der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«. Er könne die Diskussion, dass für ungeimpfte Menschen die Teilnahme am öffentlichen Leben dort eingeschränkt werde, wo es notwendig sei, aber nachvollziehen.

Bei Porsche seien an den Standorten Zuffenhausen, Weissach und Leipzig bislang rund 6000 Beschäftigte geimpft worden. »Letztlich ist das eine Privatangelegenheit«, sagte der Vorstandschef. »Aber ich appelliere an alle, sich impfen zu lassen. Nur so ist der Weg zurück zur Normalität möglich. Ich betrachte die Impfung als eine Verpflichtung jedes Einzelnen der Gesellschaft gegenüber.« Es gehe bei der Frage des Impfens zwar um eine individuelle Abwägung, vor allem aber auch um unser gesellschaftliches Zusammenleben.

Mehr als 200 Coronainfizierte nach Flughafen-Ausbruch in China

07.35 Uhr: Nach einem Ausbruch am Flughafen der Metropole Nanjing breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus in China weiter aus. Wie chinesische Staatsmedien berichteten, wurden mindestens 200 Infektionen in fünf chinesischen Provinzen nachgewiesen, die mit dem Ausbruch in Nanjing in Verbindung stünden.

Die ersten Infektionen waren vergangene Woche bei Flughafen-Mitarbeitern in der Neun-Millionen-Metropole nachgewiesen worden. Es wird vermutet, dass das Virus über einen Flug aus Russland nach Nanjing gelangte.

Delta-Variante laut US-Behörde so ansteckend wie Windpocken

07.22 Uhr: Eine Impfung gegen das Coronavirus schützt Menschen mit über 90 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf – auch wenn es sich um die Delta-Variante handelt. Doch sie schützt wohl weniger davor, sich mit der Delta-Variante anzustecken oder sie weiterzugeben. Falls Personen sich trotz Impfung mit dem Virus anstecken, geben sie das Virus offenbar genauso häufig weiter wie Ungeimpfte.

Das geht aus einer internen Präsentation der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) hervor, die der »Washington Post « vorliegt. Die Zeitung hat das Dokument auf ihrer Website  hochgeladen. Man müsse »anerkennen, dass sich der Krieg verändert habe«, heißt es in der Präsentation. Die Behörde hatte noch nicht veröffentlichte Daten über das Infektionsgeschehen analysiert. Die Daten sollen am Freitag offiziell veröffentlicht werden.

Die Delta-Variante des Coronavirus verursacht demnach mehr schwere Krankheitsverläufe als frühere Varianten. Außerdem soll sie sich so leicht verbreiten wie Windpocken.

Die Behörde empfiehlt daher, mehr Menschen zu impfen und weitere Sicherheitsmaßnahmen wie Tragen einer Maske.

Brasilien beginnt Massenimpfstudie in Armenviertel von Rio de Janeiro

06.46 Uhr: In einem Modellprojekt sollen Tausende Bewohner eines Armenviertels in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro gegen das Coronavirus geimpft werden. Bei dem Feldversuch soll die Wirksamkeit des Impfstoffs von AstraZeneca unter besonderer Berücksichtigung der Lebensbedingungen in dem Armenviertel Maré und neuer Covid-19-Varianten studiert werden, hieß es zum Auftakt der Kampagne in einer Mitteilung der Stadtverwaltung Rios am Donnerstag (Ortszeit).

Das Armenviertel Maré ist mit rund 130.000 Bewohnern einer der größten Favela-Komplexe Rio de Janeiros. Bis Sonntag sollen mehr als 30.000 Bewohner im Alter von 18 bis 33 Jahren geimpft werden. Sie werden dann über sechs Monate lang begleitet.

Der Feldversuch sei Teil einer Studie der Forschungseinrichtung »Fundaçao Oswaldo Cruz« in Zusammenarbeit mit dem städtischen Gesundheitssekretariat und der Nichtregierungsorganisation »Redes da Maré«, hieß es weiter.

Hamburg und Berlin geben ungenutzte Impfdosen an Bund zurück

06.08 Uhr: Vor dem Hintergrund einer nachlassenden Impfnachfrage geben erste Bundesländer ungenutzte Impfdosen an den Bund zurück. So wollen Hamburg und Berlin Zehntausende Impfdosen zurückführen. Andere Bundesländer prüfen noch oder beabsichtigen dies derzeit nicht.

In einem Schreiben, das der Nachrichtenagentur dpa vorliegt, hatte das Bundesgesundheitsministerium den Ländern die Möglichkeit eröffnet, »Impfstoffdosen, die in der nationalen Impfkampagne nicht mehr zum Einsatz kommen und deren Lagerhaltung eine Weitergabe an Drittstaaten im Rahmen von Spenden zulassen«, an das zentrale Lager des Bundes zurückzugeben.

Die Impfstoffe sollten noch mindestens zwei Monate haltbar sein. Impfstoff aus Arztpraxen sowie von Betriebsärzten soll nicht an den Bund zurückgeführt werden. Als erstes sollen Covid-19-Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson an den Bund zurückgehen, die in Verteilzentren gelagert und diese seit Lieferung durch den Bund nicht verlassen haben. »Nur so kann die pharmazeutische Qualität, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der Covid-19-Impfstoffe unter Einhaltung der erforderlichen Lagerungs- und Transportbedingungen sichergestellt werden«, heißt es in dem Schreiben.

FDP-Politikerin Suding: »Sehenden Auges in die nächste Unterrichtsmisere«

05.46 Uhr: Die stellvertretende FDP-Fraktionsvorsitzende Katja Suding hat die Ministerpräsidenten aufgefordert, sich bei ihrer nächsten Konferenz mit der Sicherstellung eines Präsenzunterrichts nach den Sommerferien zu beschäftigen. »Bleibt es bei der Lethargie der letzten Wochen, laufen wir sehenden Auges in die nächste Unterrichtsmisere«, sagte Suding der Nachrichtenagentur dpa. Die Regierungschefs der Länder müssten sich mit dem Bund darauf verständigen, dass es nicht zu erneuten Schulschließungen komme. Dazu sei jeder Klassenraum mit mobilen Luftfiltern auszustatten.

»Dafür müssen die zur Verfügung stehenden Gelder jetzt sofort in die Fläche kommen, indem das bürokratische Antragsverfahren für mobile Luftfilter entrümpelt und verbindliche Verträge mit Herstellern und Lieferanten gemacht werden«, forderte sie. Außerdem müsse der Digitalpakt Schule radikal beschleunigt werden – etwa mit einer zentralen Online-Plattform für alle Schulen, um die benötigten Mittel unkompliziert beantragen zu können.

Sydney verschärft Ausgangsbeschränkungen

05.40: Im australischen Sydney, das mit einer steigenden Anzahl an Coronavirus-Infektionen zu kämpfen hat, verschärfen die Behörden die Beschränkungen in acht Stadtbezirken. Mehr als zwei Millionen betroffene Einwohner dürfen sich nur in einem Radius von fünf Kilometern um ihre Häuser aufhalten und müssen Masken tragen, wenn sie das Haus verlassen.

Das Militär und die Polizei sollen die Einhaltung der Regeln überwachen. Die Polizei ist befugt, Unternehmen zu schließen, die gegen die Vorschriften verstoßen.

Olaf Scholz verteidigt ausgeweitete Testpflicht

05.30 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz hat die geplanten erweiterten Corona-Testpflichten für Menschen, die nach Deutschland einreisen, verteidigt. »Es geht darum, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger in diesem Land zu schützen«, sagte der SPD-Kanzlerkandidat am Donnerstagabend in den ARD-»Tagesthemen«.

Auf Änderungen müssen sich nach einem Verordnungsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums in diesem Sommer nun vor allem Ungeimpfte einstellen. Es wird erwartet, dass die breiteren Testpflichten am Freitag vom Kabinett beschlossen werden und dann ab Sonntag (1. August) gelten.

Grundsätzlich sollen laut Entwurf künftig alle Einreisenden ab zwölf Jahren über einen negativen Testnachweis, einen Genesenen-Nachweis oder einen Nachweis einer vollständigen Impfung verfügen müssen – egal von wo und auf welchem Weg sie kommen. Bei Einreise aus einem Gebiet mit besorgniserregenden Virusvarianten soll ein Testnachweis nötig sein, Nachweise als Geimpfter oder Genesener sollen dann nicht reichen. Mögliche Schnell- oder PCR-Tests im Ausland sind selbst zu zahlen.

»Wir alle sind es gewohnt, uns testen zu lassen, das tun wir schon seit sehr, sehr langer Zeit«, sagte Scholz. Viele würden sich ohnehin im Urlaub testen lassen, zum Beispiel weil es für bestimmte Aktivitäten notwendig sei. »Wir müssen vermeiden, dass es jetzt im Herbst wieder zu Situationen kommt wie im letzten Jahr – da hilft uns das Impfen, aber eben auch das Testen.«

Lehrerverband fordert »Pflicht-Förderung« mancher Schüler

05:00 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, plädiert für eine verpflichtende Förderung bestimmter Schüler in der Corona-Krise. »Extra-Förderung wird gerade von denen, die sie am nötigsten brauchen, oft weniger stark in Anspruch genommen«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. »Wir als Lehrerverband sind deshalb für eine verpflichtende Extra-Förderung für jene Schülerinnen und Schüler, bei denen die weitere Schullaufbahn ansonsten gefährdet wäre.«

Meidinger warnte vor langfristigen Wissenslücken. »Es besteht die Gefahr, dass dauerhafte Lücken entstehen. Da geht es auch um so grundlegende Fertigkeiten wie Lesen und Schreiben«, sagte er. »Aufholprogramme sind eine gute Sache, aber gerade die Ferienangebote sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein.«

Lernstandserhebungen seien nun dringend nötig, so Meidinger, weil in den meisten Ländern völlig unklar sei, wie groß die Lücken überhaupt seien. Um den zusätzlichen Unterricht zu stemmen, sollte nach seiner Einschätzung vor allem pädagogisches Fachpersonal gewonnen werden, das idealerweise im Präsenzunterricht arbeiten könne. »Es fehlt an Angeboten wie attraktiv gestalteten freiwilligen Arbeitszeitkonten, damit Lehrer solche Förderstunden selbst anbieten können und sie nicht an externe Anbieter ausgelagert werden müssen.«

Studie: Wenig Umdenken bei Mobilität nach Corona

04.47 Uhr: Die Coronapandemie hat die Deutschen vorübergehend einen Großteil ihrer Mobilität beraubt – einer repräsentativen Befragung zufolge ist das für die meisten aber kein Grund, sich etwa beim Reisen oder auch bei ihren Wegen zur Arbeit dauerhaft umzustellen. »Die Ergebnisse legen nahe, dass die große Mobilitätsrevolution ausgeblieben ist«, ergab die Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI (Karlsruhe).

Dafür waren in Großstädten lebende Menschen jeweils im vergangenen und im laufenden Jahr beispielsweise gefragt worden, ob sie für die Zeit nach Corona einen Rückgang ihrer freizeitbezogenen Mobilität erwarten: Im August 2020 hatten viele dies noch bejaht. Im April dieses Jahres kehrte sich ihre Haltung praktisch um. »Die Mehrheit sagte, dass sie in Zukunft wieder mobil sein und wieder raus in die Welt wollen«, erklärte der Wissenschaftler Johannes Schuler, der das Projekt geleitet hatte. »Dieser Trend war 2020 nicht erkennbar.«

Dobrindt: Inzidenzwert nicht entscheidende Bewertungsgrundlage für Coronapolitik

Alexander Dobrindt

Alexander Dobrindt

Foto: Lukas Barth-Tuttas / EPA

04.30 Uhr: CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat sich dafür ausgesprochen, die Pandemie nicht mehr hauptsächlich an der Sieben-Tage-Inzidenz zu bewerten. »Der Inzidenzwert in seiner singulären Betrachtung hat sich überholt. Er kann als Frühwarnsystem dienen, aber nicht mehr automatisch zu Beschränkungen führen«, sagt Dobrindt der »Augsburger Allgemeinen« einem Vorabbericht zufolge. Laut Dobrindt brauche es wegen des bereits teilweise bestehenden Impfschutzes stattdessen eine Kombination aus Inzidenz, Fortschritt der Impfkampagne und der Zahl der Coronapatienten in den Krankenhäusern.

Japans Regierung will Ausnahmezustand ausweiten

03.05 Uhr: Japans Regierung will den Ausnahmezustand bis zum 31. August auf drei Präfekturen in der Nähe der Olympia-Gastgeberstadt Tokio und die westliche Präfektur Osaka ausweiten. Wirtschaftsminister Yasutoshi Nishimura, der Japans Pandemiebekämpfung anführt, schlug dies vor einem Expertengremium vor. Er wolle den starken Anstieg von Coronafällen im gesamten Land mit allen Mitteln eindämmen, so der Minister. Die japanische Hauptstadt meldete für Donnerstag eine Rekordzahl von 3865 Infizierten.

Im Umfeld der Olympischen Spiele wurden binnen 24 Stunden 27 positive Fällen registriert, nachdem es am Vortag 24 Neuinfektionen gegeben hatte. Das gaben die Organisatoren der Spiele am Freitag bekannt. So viele Fälle waren seit Beginn der Erfassung am 1. Juli zuvor noch nicht an einem Tag verzeichnet worden. Unter den Positivfällen sind auch wieder drei Athleten. Die Namen der Sportler werden von den Organisatoren nicht veröffentlicht.

Lauterbach geht von stark steigender Impfbereitschaft im Herbst aus

02.16 Uhr: SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach geht von einer stark steigenden Impfbereitschaft im Herbst aus. »Corona-Verhaltensbeschränkungen sind im Wesentlichen im Herbst vorbei, nicht aber für die Ungeimpften. Der Druck auf Ungeimpfte wird dann automatisch steigen«, sagte Lauterbach der »Rheinischen Post«. Es könne aber dann keine Gleichbehandlung von Geimpften und Getesteten mehr geben.

Die Delta-Variante sorge dafür, dass die Aussagekraft von Schnelltests noch nicht genau genug sei, um Ansteckungsketten zu vermeiden, argumentierte Lauterbach. »Es gibt zu viele falsch-negative Ergebnisse. Somit werden ungeimpfte Personen nicht zu einer Normalität zurückkehren können.« Jeder, der sich nicht impfen lassen wolle oder könne, müsse leider damit rechnen, im nächsten halben Jahr an Covid zu erkranken, sagte Lauterbach. »Ich gehe deswegen davon aus, dass die Impfbereitschaft im Herbst noch einmal stark steigen wird.«

Exportwirtschaft warnt vor Testpflicht für Fernfahrer

LKW-Stau auf der A4 (Symbolbild)

LKW-Stau auf der A4 (Symbolbild)

Foto: Max Stein/ imago images

02.04 Uhr: Die deutsche Exportwirtschaft hat vor einer Coronatestpflicht für Fernfahrer im innereuropäischen Warenverkehr gewarnt. »Grundsätzlich ist das Bemühen zur Pandemie-Eindämmung nachvollziehbar. Nationale Alleingänge sind jedoch gerade im Güterverkehr der falsche Weg und würden die ohnehin angespannten Lieferketten zusätzlich stressen«, sagte der Sprecher des Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), André Schwarz, der »Rheinischen Post«.

»Die kilometer- und tagelangen Staus, die wir bereits erleben mussten, sind noch in lebhafter Erinnerung«, sagte der BGA-Sprecher. »Notwendig sind vielmehr europaweit verbindliche Regelungen, die die Grenzen für den Waren- und Güterverkehr offenhalten und gleichzeitig den Schutz der Gesundheit und die Versorgungssicherheit garantierten.«

Schäuble drängt auf Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren

01.07 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble drängt die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer Coronaimpfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. »Wenn die europäische Zulassungsbehörde zwei Coronaimpfstoffe für sicher und wirksam auch für Kinder ab 12 Jahren erklärt, spricht aus meiner Sicht sehr viel dafür, die Vakzine auch für diese Gruppe breit zu nutzen«, sagte der CDU-Politiker im Gespräch mit der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). »Es steht dem Bundestagspräsidenten nicht an, die Ständige Impfkommission zu kritisieren. Allerdings darf ich sie an ihre Verantwortung erinnern.« Die Coronarisiken seien auch für Kinder um ein Vielfaches höher als die einer Impfung. Er wünsche sich persönlich als Großvater, dass seine Enkel möglichst bald geimpft werden könnten.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Stiko die Impfung bisher jedoch nur Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Als Gründe nannte die Stiko noch fehlende Daten zur Sicherheit des Impfstoffs.

Impfgegner blockieren Verkehr in Bratislava

00.01 Uhr: Aus Protest gegen die Coronapolitik der slowakischen Regierung haben Demonstranten am Donnerstag den Verkehr in einem Teil des Stadtzentrums von Bratislava lahmgelegt. Die nach Polizeiangaben rund 1500 Menschen forderten vor dem Amtssitz von Präsidentin Zuzana Caputova die Rücknahme eines umstrittenen Impfgesetzes und blockierten ab Mittag einen der wichtigsten innerstädtischen Verkehrsknoten. Am Abend kündigte ein Teil der Protestierenden an, die Blockade auch während der Nacht und der nächsten Tage fortzuführen.

Das am Sonntag vom Parlament abgesegnete und am Montag von der Präsidentin unterschriebene Impfgesetz erlaubt den Gesundheitsbehörden im Falle einer Verschlechterung der Coronapandemiesituation weitreichende Einschränkungen für all jene Menschen, die nicht vollständig gegen Covid-19 geimpft sind. Unter anderem könnte ihnen dann der Zutritt zu Geschäften oder der Weg zur Arbeit nur mit regelmäßigen Coronatests erlaubt sein.

bbr/cte/lau/jok/hej/mjm/AFP/dpa/Reuters
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