Corona-News am Freitag Gericht erlaubt »Querdenken«-Demo in Nürnberg

Erst verboten, nun doch wieder zugelassen – in Nürnberg dürfen am Samstag 3500 Teilnehmer an einer »Querdenken«-Demonstration teilnehmen. Und: Portugal lockert wegen Champions-League-Finale Corona-Regeln. Der Überblick.
»Querdenken«-Demonstration in München (Symbolbild)

»Querdenken«-Demonstration in München (Symbolbild)

Foto: www.AlexanderPohl.photography / / imago images/Alexander Pohl

Das waren die Corona-News am 14. Mai.

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+++ Gericht erlaubt »Querdenken«-Demo in Nürnberg +++

23.13 Uhr: Die »Querdenken«-Bewegung darf am Samstag in Nürnberg mit rund 3500 Teilnehmern demonstrieren. Am Freitagabend hat der Bayerische Verwaltungsgerichtshof (BayVGH) die Beschwerden der Stadt gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Ansbach zurückgewiesen. Die Ansbacher Richter hatten das Verbot der Versammlung durch die Stadt außer Vollzug gesetzt – mit der Maßgabe, dass eine stationäre Versammlung mit maximal 3500 Teilnehmern auf dem Volksfestplatz stattfinden darf.

Zur Begründung teilte der Verwaltungsgerichtshof mit, die Versammlungsbehörde selbst – also die Stadt – habe der Veranstalterin aufgrund von Erfahrungen mit früheren Versammlungen in Nürnberg eine hohe Zuverlässigkeit und Kooperationsbereitschaft bescheinigt. Gegen diesen Beschluss sind keine Rechtsmittel möglich.

Portugal hebt Restriktionen auf: Reisefreiheit für Engländer vor Champions-League-Finale

Im Estadio do Dragao in Porto wird nun das Champions-League-Finale ausgetragen

Im Estadio do Dragao in Porto wird nun das Champions-League-Finale ausgetragen

Foto: RAFAEL MARCHANTE / REUTERS

23.33 Uhr: Die englischen Fußball-Fans werden beim nach Porto verlegten Champions-League-Finale die erhoffte Reisefreiheit genießen. Gut zwei Wochen vor dem Duell zwischen Manchester City und dem FC Chelsea machte die portugiesische Regierung am Freitag den Weg frei und hob die im Januar verhängten Corona-Restriktionen für Reisende aus Großbritannien auf. Diese können nun unter Vorlage eines negativen PCR-Tests ins Land kommen.

Noch am Donnerstag hatte eine Regierungssprecherin betont, dass diese Entscheidung zunächst abzuwarten bleibe. Für den Tourismus in Portugal ist sie nun ein wichtiger Schritt, britische Reisende stellen »einen wichtigen Markt für unser Land« dar, sagte die zuständige Ministerin Rita Mendes der Nachrichtenagentur AFP. Schon ab Montag sollen zusätzliche Flüge angeboten werden.

»Querdenken«-Demonstrationen in Dresden bleiben verboten

22.00 Uhr: Die für diesen Samstag in Dresden angemeldeten »Querdenken»-Demonstrationen bleiben verboten. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat die Verbotsverfügung der Stadt bestätigt, wie die Justizbehörde am Freitagabend mitteilte. Damit blieb die Beschwerde gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts Dresden erfolglos. Es geht um drei ursprünglich geplante Versammlungen.

Das Verwaltungsgericht war der Prognose der Landeshauptstadt gefolgt, wonach von den Versammlungen mit insgesamt 5000 angemeldeten Menschen nicht vertretbare Corona-Gefahren für Teilnehmer, Polizisten und Passanten ausgehen, die nur durch ein Verbot zu vermeiden sind. Wegen der im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen in Sachsen und der Verbreitung der Virusvarianten bestehe ein unkalkulierbares Risiko.

Delta Air stellt nur noch Geimpfte ein

20.50 Uhr: Die Fluggesellschaft Delta Air Lines setzt bei Neueinstellungen in den USA künftig Corona-Impfungen voraus. Das Unternehmen bezeichnete die Entscheidung am Freitag in einer Mitteilung als wichtigen Schritt zum Schutz seiner Beschäftigten und Kunden. Bei seinen bisherigen Mitarbeitern schreibt Delta solche Impfungen nicht vor, allerdings haben diese nach Angaben der Airline ohnehin schon mehr als 60 Prozent der Belegschaft erhalten.

Dass US-Unternehmen Angestellte zu Corona-Impfungen verpflichten, ist bislang noch nicht häufig vorgekommen. Firmen können dadurch nicht nur Kritik von Impfgegnern und -skeptikern riskieren, sondern nach Einschätzung von Rechtsexperten auch Anti-Diskriminierungsklagen. In der Regel wird deshalb eher auf Prämien gesetzt. Der weltgrößte Online-Händler Amazon etwa kündigte am Donnerstag an, geimpften Bewerbern bei neuen Einstellungen 100 Dollar extra zu zahlen.

Litauen will Corona-Impfstoff an EU-Ostpartner abgeben

20.35 Uhr: Litauen wird den östlichen EU-Partnerländern 200.000 Dosen Corona-Impfstoff bereitstellen, damit sie in der Impfkampagne nicht abgehängt werden. Nach Angaben der Regierung in Vilnius will das baltische EU-Land bis zum Herbst der Ukraine 100.000 Dosen, Georgien 15.000 Dosen und der Republik Moldau 11.000 Dosen zuweisen. Über die Aufteilung der restlichen Dosen soll in Kürze entschieden werden. Bereitstellen werde Litauen den Impfstoff von AstraZeneca, sagte Außenminister Gabrielius Landsbergis der Agentur BNS zufolge.

Angehörige müssen Bayern-Trainingslager verlassen

19.59 Uhr: Frauen, Partnerinnen und Kinder der Bayern-Profis müssen das Trainingslager des deutschen Fußball-Meisters wieder verlassen. Eine entsprechende Anordnung des zuständigen Landratsamtes Traunstein liegt der Deutschen Presse-Agentur vor. Zuvor hatten unter anderem »tz« und »Münchner Merkur« darüber berichtet. Vom FC Bayern München war dazu zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Der alte und neue Meister tritt am Samstag (15.30 Uhr; TV: Sky) zum vorletzten Bundesligaspiel dieser Saison beim SC Freiburg an.

Das Landratsamt stellte gegenüber Verein und Hotelbetreiber klar, dass alle Personen, die nicht zwingend zur Durchführung des Trainingsbetriebs notwendig seien, das Hotel noch am Freitag verlassen müssten. Angebote, die nicht der Übernachtung, Verpflegung oder dem Trainingsbetrieb der Berufssportler dienten, seien einzustellen. Sollten bei der angekündigten Prüfung Verstöße festgestellt werden, würden diese konsequent geahndet. «So gerne wir den FC Bayern bei uns zu Gast haben – klar ist: Regeln gelten für alle gleich«, hieß es in dem Schreiben.

Auf Mallorca öffnen immer mehr Hotels

19.58 Uhr: Gute Nachricht für Mallorca-Fans: Auf der spanischen Urlaubsinsel öffnen nach dem harten Winter mit einer neuen, heftigen Pandemiewelle und zahlreichen Einschränkungen immer mehr Hotels ihre Pforten. Besucher haben bereits die Wahl zwischen 188 Häusern, wie der mallorquinische Hotelierverband FEHM am Freitag mitteilte. Das seien 22,65 Prozent aller Hotels auf der Insel, hieß es. Allein in den vergangenen sieben Tagen hätten 32 Beherbergungseinrichtungen in verschiedenen Teilen der Mittelmeerinsel den Betrieb wieder aufgenommen.

Johnson warnt vor Gefahr durch Corona-Variante B.1.617.2

19.05 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson warnt vor den Gefahren, die von der zunächst in Indien nachgewiesenen Coronavirus-Variante ausgehen. Sie sei leichter zu übertragen, sagt er über die Mutante mit der Bezeichnung B.1.617.2. Die gute Nachricht sei, dass es keinen Hinweis auf eine geringere Wirksamkeit der Impfstoffe gebe. Großbritannien werde daher das Impfprogramm für die über 50-Jährigen forcieren. Gleichzeitig sei es wichtiger den je, dass sich die Menschen zweimal impfen ließen.

Großbritannien wird wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft

17.50 Uhr: Die Bundesregierung stuft Großbritannien trotz niedriger Infektionszahlen ab Sonntag wieder als Corona-Risikogebiet ein. Grund ist das »zumindestens eingeschränkte Vorkommen« der zuerst in Indien festgestellten Virusvariante, wie das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt gab. Die Variante B.1.617.2 hat in Indien zu dramatischen Infektionszahlen beigetragen. Die Nachbarländer Sri Lanka und Nepal werden von der Bundesregierung am Sonntag ebenfalls hochgestuft: Sri Lanka zum Risikogebiet und Nepal zum Virusvariantengebiet, der höchsten Risikostufe, für die weitgehende Reisebeschränkungen gelten.

Es gibt aber auch neun Länder und Regionen, die am Sonntag auf der Corona-Risikoskala zurückgestuft werden – vom Hochinzidenz- zum Risikogebiet: Serbien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien, Estland, Ukraine, Jordanien, Libanon und die Palästinensischen Autonomiegebiete. Wer von dort einreist, muss nicht mehr zwingend in Quarantäne, sondern kann stattdessen bei Einreise einen negativen Test vorweisen.

Mit den Kanarischen Inseln wird außerdem ein weiteres beliebtes Urlaubsziel der Deutschen ganz von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Das hat für Touristen aber keine praktischen Auswirkungen mehr, da die Quarantänepflicht für von dort zurückkehrenden Urlauber mit Inkrafttreten einer neuen Einreiseverordnung bereits am Donnerstag gefallen ist. Die Testpflicht beim Rückflug nach Deutschland gilt weiter.

Dänemark erleichtert Reisen nach Mallorca und auf die Kanaren

17.35 Uhr: Aus Dänemark ist wieder leichter Urlaub an verschiedenen beliebten Ferienzielen möglich. Inseln wie Mallorca, Ibiza, die Kanaren, die Azoren und auch ganz Malta wurden am Freitag vom Außenministerium in Kopenhagen als sogenannte gelbe Regionen eingestuft. Das bedeutet, dass man von diesem Samstag an nach der Rückkehr aus dem Urlaub nicht mehr in Corona-Quarantäne und zuvor auch keinen Test mehr machen muss.

An der Einstufung Deutschlands ändert sich nichts. Die Bundesrepublik gilt für die Dänen weiter als oranges Land. Die bestehenden Test- und Quarantäneanforderungen nach der Einreise bleiben also bestehen. Seit Freitag fällt aber der bislang notwendige triftige Einreisegrund – etwa der Besuch von nahen Verwandten oder Partnern – für Menschen aus EU- und Schengenländern weg. Das heißt in der Praxis, dass Urlauber wieder ins Land gelassen werden, sofern sie sich nach Ankunft testen lassen und in Quarantäne begeben, bereits gegen Covid-19 geimpft wurden oder von einer Infektion genesen sind.

Einwohner Schleswig-Holsteins sind von der Quarantäneregelung seit Freitag ausgenommen. Für sie gilt nun einheitlich, dass die Vorlage eines maximal 72 Stunden alten negativen Tests bei Einreise reicht.

Hamburg will schärfere Strafen für falsche Impfpässe

17.30 Uhr: Hamburg setzt sich im Bund dafür ein, die Fälschung von Impf- und PCR-Testbescheinigungen einer Urkundenfälschung gleichzustellen und damit auch härter bestrafen zu können. Bisher werde die Fälschung von Gesundheitszeugnissen im Strafrecht anders behandelt als die Fälschung von Urkunden, sagte Justizsenatorin Anna Gallina (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. »Der Strafrahmen ist bei entsprechenden Fällen weitaus niedriger und der Straftatbestand enthält noch weitere Unstimmigkeiten.« Hier bestehe Reformbedarf.

In einem Antrag für die Justizministerkonferenz im Juni soll der Bund deshalb auffordert werden, die Regelungen zu überprüfen »und diese Unwucht zu beseitigen«, sagte Gallina. »Ziel muss es sein, falsche Gesundheitszeugnisse und Urkundenfälschung gleichzustellen und die Regelungen auf Reformbedarf zu überprüfen.«

Vor dem Hintergrund des Wegfalls von Corona-Einschränkungen für vollständig Geimpfte werden im Internet gefälschte Impfpässe zum Kauf angeboten. Da es sich um ein falsches Gesundheitszeugnis handelt, sieht das Strafgesetzbuch einen Strafrahmen von maximal einem Jahr Freiheitsstrafe vor. Besonders schwere Fälle, etwa banden- oder gewerbsmäßige Begehung, sind nicht vorgesehen. Auch der Versuch bleibt straflos. Anders sieht es bei der Urkundenfälschung aus, die in besonders schwerem Fall mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden kann.

Auch an der unterschiedlichen Einstufung der verschiedenen Corona-Testbescheinigungen zeige sich die Unsinnigkeit der geltenden Rechtslage, kritisiert die Hamburger Behörde. So stellten etwa die für Friseurbesuche und Veranstaltungen einsetzbaren betrieblichen Corona-Testbescheinigungen und ein Großteil der Schnelltests keine Gesundheitszeugnisse dar, da sie nicht von Ärzten ausgestellt werden. Eine Fälschung wäre somit Urkundenfälschung. Die Fälschung von PCR-Tests und Impfbescheinigungen, die mehr Sicherheit bieten und einer Behörde vorgelegt werden sollen, dagegen nicht.

Höchster Stand bei Corona-Infektionen in Moskau seit Januar

17.00 Uhr: Die Zahl der Coronavirus-Neuinfektionen in Moskau hat den höchsten Stand seit dreieinhalb Monaten erreicht. Wie die Behörden der russischen Hauptstadt am Freitag mitteilten, wurden innerhalb eines Tages 3818 neue Ansteckungsfälle verzeichnet. Dies ist die höchste Zahl seit Ende Januar.

In ganz Russland wurde am Freitag mit 9462 Fällen die höchste Zahl von Neuinfektionen seit Ende März registriert. Außerdem zählten die Behörden landesweit 393 Todesopfer der Pandemie binnen eines Tages.

Die Behörden fürchten, dass ganz Russland in den kommenden Wochen von einer neuen Ausbreitungswelle des Virus heimgesucht werden könnte. Präsident Wladimir Putin hatte in den vergangenen Wochen verstärkt für Corona-Impfungen geworben. Er möchte bis zum Herbst die sogenannte Herdenimmunität der russischen Bevölkerung erreichen, die Impfkampagne kommt jedoch nur schleppend voran.

In einer russischen Erhebung vom April zeigten sich 62 Prozent der Befragten nicht bereit, sich mit der russischen Corona-Vakzine Sputnik V impfen zu lassen. In dem 146-Millionen-Einwohner-Land haben bislang rund zehn Millionen Menschen beide Dosen des Impfstoffs erhalten, weitere 14 Millionen Menschen erhielten die erste Dosis.

Gesundheitsminister Spahn gegen Corona geimpft – mit AstraZeneca

16.50 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Freitag von seinem Hausarzt im münsterländischen Legden gegen Corona impfen lassen. Der 40-Jährige erhielt den Impfstoff der Firma AstraZeneca. Er habe sich nach einem Gespräch mit dem Arzt bewusst dafür entschieden, erklärte er nach Angaben eines Sprechers. Für den kompletten Schutz brauche Spahn nur eine Impfung, da er bereits eine Corona-Erkrankung durchgemacht habe, sagte der Sprecher weiter.

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»Nach diesen langen Monaten der Pandemie fühlt es sich gut an, geimpft und damit geschützt zu sein. Alle bei uns zugelassenen Impfstoffe wirken sehr gut und sind sicher«, sagte Spahn. »Ich kann nur jedem empfehlen, der ein Impfangebot bekommt, sich auch impfen zu lassen.« Der Weg raus aus der Pandemie führe nur über mehr Impfungen und geringere Inzidenzen.

Nach Angaben seines Ministeriums hätte Spahn auch in Berlin die Möglichkeit gehabt, sich als Mitglied der Bundesregierung in der Prioritätsgruppe 3 mit anderen Impfstoffen impfen zu lassen. Der AstraZeneca-Impfstoff kann seit dem 6. Mai unabhängig von Prioritätsgruppen verimpft werden.

Sachsen hebt Impfpriorisierung in Arztpraxen ab 24. Mai auf

16.30 Uhr: Sachsen hat angekündigt, die Impfpriorisierung mit allen zugelassenen Impfstoffen in Arztpraxen ab dem 24. Mai aufzuheben. Damit können Ärzte ohne Bindung an die Impfverordnung frei entscheiden, welche Patienten sie zuerst impfen, teilte das sächsische Gesundheitsministerium mit. Die Impfpriorisierung werde in den Impfzentren und bei den mobilen Teams jedoch beibehalten.

»Mit unserer Entscheidung wollen wir die Arztpraxen so weit wie möglich bei Organisation und Terminvergabe entlasten, damit sie mit größtmöglicher Flexibilität Impfungen vornehmen können«, sagte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Ärzte könnten sehr gut einschätzen, wer bevorzugt geimpft werden sollte. Köpping bat um Geduld, da noch nicht genug Impfstoff für alle zur Verfügung stehe.

Um die Impfungen in den Praxen zu beschleunigen, rief das Ministerium dazu auf, nicht unbedingt notwendige Arztbesuche bis zu den Sommerferien zu vermeiden und Behandlungen zu verschieben. Dazu zählten insbesondere Routine-Kontrolluntersuchungen oder Besprechungen von Laborbefunden. Notfälle oder dringende Behandlungen würden weiterhin versorgt.

Auch andere Bundesländer hatten die Priorisierung in Arztpraxen für alle Impfstoffe bereits aufgehoben. In Baden-Württemberg und Berlin fällt sie ab Montag weg. Bayern plant eine Aufhebung im Laufe der nächsten Woche.

Indien beginnt mit Einsatz von Sputnik-V-Impfstoff

16.25 Uhr: In Indien wird nun auch der russische Corona-Impfstoff Sputnik V eingesetzt. Die ersten Impfungen mit der Vakzine hätten am Freitag im zentralindischen Hyderabad begonnen, teilte der russische Staatsfonds RDIF mit. Sputnik V sei damit der »erste im Ausland hergestellte Impfstoff, der in Indien genutzt wird«. Eine zweite Charge werde in den kommenden Tagen in Indien erwartet.

Die indischen Behörden hatten Sputnik V Mitte April eine Notzulassung erteilt. Mehrere in Indien ansässige Pharmafirmen, darunter Virchow Biotech und Hetero Biopharma, wurden zudem Lizenzen für eine örtliche Produktion der russischen Vakzine erteilt. Ziel der Unternehmen ist es, insgesamt mehr als 850 Millionen Impfstoffdosen pro Jahr herzustellen.

Indien mit seinen 1,3 Milliarden Einwohnern gehört zu den derzeit am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Den dritten Tag in Folge meldeten die Behörden des Landes am Freitag den Tod von mehr als 4000 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionen stieg um mehr als 343.000.

Wales lockert ab Montag – aber mit Vorsicht wegen indischer Variante

15.40 Uhr: Im britischen Landesteil Wales haben die Menschen ab kommenden Montag wieder mehr Freiheiten. Pubs und Restaurants dürfen dann auch drinnen wieder Gäste empfangen, wie Regierungschef Mark Drakeford am Freitag bestätigte. Auch Museen, Theater und Kinos dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist in Wales mit rund neun Fällen pro 100.000 Einwohnern am niedrigsten in ganz Großbritannien.

Bei weiteren geplanten Lockerungen drückte Drakeford jedoch auf die Bremse und vertröstete die Bevölkerung auf eine neue Prüfung der Lage Anfang Juni. Grund ist das verstärkte Auftreten der indischen Corona-Variante B.1.617.2 im Nordwesten von England und in einigen Fällen auch direkt in Wales. Je nach Entwicklung der Lage könnten sich Veranstalter einiger Kulturevents und Food-Festivals länger gedulden müssen, bis sie wieder grünes Licht bekommen. Auch Kontaktbeschränkungen könnten länger in Kraft bleiben als zunächst geplant. Drakeford riet seinen Landsleuten außerdem davon ab, in diesem Jahr Auslandsreisen zu planen.

Bundesregierung weiß nicht, wie viele Intensivpflegekräfte in Deutschland arbeiten

14.30 Uhr: Wie viele Menschen arbeiten als Intensivpflegekräfte? In der Coronapandemie ist das eine entscheidende Frage. Doch nach SPIEGEL-Informationen kann die Bundesregierung sie nicht beantworten. Lesen Sie hier den ganzen Artikel aus dem aktuellen SPIEGEL.

Quarantänepflicht bei Einreise fällt in Italien weg

14.19 Uhr: Für Italien-Urlauber aus Deutschland und anderen europäischen Ländern entfällt am Sonntag die bisher notwendige Corona-Quarantäne nach der Ankunft. Das teilte das Gesundheitsministerium am Freitag in Rom mit. Künftig sei für Einreisen aus den Ländern der Europäischen Union, dem Schengenraum sowie Großbritannien und Israel nur noch ein negativer Test erforderlich. Bisher musste man fünf Tage in Quarantäne und am Ende einen zweiten Test machen.

Das 60-Millionen-Einwohner-Land zählte am Donnerstag in 24 Stunden rund 8000 Corona-Neuinfektionen und etwa 200 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Sars-CoV-2-Virus. Von Montag an werden voraussichtlich fast alle Regionen Italiens zur Gelben Zone mit moderatem Corona-Risiko gehören.

Infiziert trotz vollständiger Impfung – 13.000 Fälle in Deutschland

14.12 Uhr: In Deutschland wurden bisher rund 13.000 vollständig Geimpfte noch positiv auf das Coronavirus getestet. Das entspricht bei insgesamt mehr als acht Millionen Zweitimpfungen etwa 0,16 Prozent. Es sei aber nicht klar, ob die Erkrankung bei vollem Impfschutz, also mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung, auftrat oder in den Tagen davor, teilte das Gesundheitsministerium mit. Impfungen können Coronainfektionen zwar in den meisten Fällen verhindern, allerdings nicht zu hundert Prozent. Man geht außerdem davon aus, dass der Körper nach der zweiten Impfung rund zwei Wochen braucht, um den vollen Impfschutz aufzubauen.

Nach der ersten Impfung wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums rund 44.000 Covid-19-Fälle gemeldet. Das entspricht bei mehr als 28,5 Millionen Erstgeimpften etwa 0,15 Prozent. 662 zweifach Geimpfte und rund 2000 einfach Geimpfte starben.

Interview mit Rechtsexperten – machen sich Impfdrängler strafbar?

13.11 Uhr: Der Strafrechtler Christof Knauer erklärt, wann Menschen, die sich Impfungen erschleichen, schon jetzt mit Sanktionen rechnen müssen. Die Forderung nach weiteren Strafen hält er für überzogen. Lesen Sie hier das Interview von Dietmar Hipp.

Litauen spendet 200.000 Coronavirus-Impfstoffe für Osteuropa

13.01 Uhr: Litauen wird 200.000 Impfstoff-Einheiten an seine osteuropäischen Nachbarn spenden. »Helfen ist die wahre Solidarität«, sagte Außenminister Gabrielius Landsbergis und kündigte an, dass 100.000 Dosen für die Ukraine vorgesehen sind. Die Vakzinen werden an die EU-Länder der »Östlichen Partnerschaft« geliefert. Dazu gehören auch Weißrussland, Aserbaidschan, Georgien, die Republik Moldau und Armenien.

Polizisten bei Kontrolle angehustet – Geldstrafe für 30-Jährige

12.30 Uhr: Nachdem sie bei einer Corona-Abstandskontrolle am Frankfurter Mainufer Polizisten absichtlich angehustet hat, ist eine Frau zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Das Amtsgericht Frankfurt entschied, dass die 30-Jährige insgesamt 1440 Euro (120 Tagessätze) zahlen muss. Das Gericht ging von einem tätlichen Angriff auf Vollstreckungsbeamte aus und erließ einen entsprechenden Strafbefehl, nachdem lediglich der Verteidiger der Angeklagten erschienen war.

Die Kontrolle war von den Beamten im April vergangenen Jahres vorgenommen worden, nachdem sich vor allem junge Leute am Mainufer zusammengefunden hatten. Ein Polizist wurde bei dem Anhusten der Frau auch von Speichelpartikeln getroffen. Laut Gericht kann in Pandemiezeiten auch ein einfaches, aber bewusstes Anhusten eine Tätlichkeit im strafrechtlichen Sinne darstellen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Spahn wegen sinkender Sieben-Tage-Inzidenz zuversichtlich

12.08 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die weiter sinkende Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland als ermutigend bezeichnet. Die Tatsache, dass die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erstmals seit dem 20. März wieder unter die Schwelle von 100 gesunken sei, gebe Anlass zur Zuversicht, sagte er beim Besuch der Bundeswehrapotheke im niedersächsischen Quakenbrück. Die Lage sei aber bundesweit sehr unterschiedlich, denn es gebe Landkreise mit einem Inzidenzwert von 35, aber auch solche mit über 200.

Spahn sagte, ihm sei es wichtig, dass, wenn bei einer Inzidenz unter 100 geöffnet werde, dies zuerst im Außenbereich geschehe. Dies gelte für die Außengastronomie oder kleine Konzerte oder ein Fußballspiel mit ausgedünnter Teilnehmerzahl und Abstands- und Hygienekonzept. »Ich kann nur bei den Ländern und Landkreisen dafür werben, dass wir insbesondere bei der Innengastronomie warten, bis wir unter 50er-Inzidenzen sind.« Wenn sich mehrere Menschen länger im Innenraum ohne Maske aufhielten, sei dies die Mischung, die es dem Virus leicht mache, sich zu verbreiten.

Mit Blick auf den Sommerurlaub verwies Spahn auf die derzeitige Empfehlung, noch soweit möglich auf nicht notwendige Reisen zu verzichten. Das werde man bei einem niedrigen Infektionsgeschehen zum Sommer hin sicher lockern können. »Ich verstehe die Sehnsucht, aber wir sind eben noch in der Pandemie.« Deshalb solle man sich Länder aussuchen, die auch niedrige Inzidenzwerte aufwiesen. Im Zweifel sei es aber nicht die weite Reise, sondern »eher Nordsee als die Südsee«.

351.000 Menschen unterschreiben Petition gegen die Olympischen Spiele

11.51 Uhr: Mit einer Petition versuchen Japaner die Olympische Spiele in Tokio zu verhindern. Die Regierung hält trotz der Pandemie an dem Großereignis fest – weitet aber gleichzeitig den Notstand aus. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Berliner Cafés und Restaurants dürfen Pfingsten draußen wieder öffnen

11.25 Uhr: Der Berliner Senat hat nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen, dass Cafés und Restaurants zumindest im Freien wieder Gäste bewirten dürfen – für die Zeit ab Freitag vor Pfingsten (21. Mai).

Voraussetzung ist neben einem vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie obligatorischen Hygienekonzept, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt. Dann greift die Bundesnotbremse nicht mehr, die solche Lockerungen bisher verbietet. Gäste müssen außerdem einen negativen Coronatest nachweisen oder vollständigen Impfschutz haben. In den Innenräumen dürfen Gaststätten weiterhin keine Gäste bewirten. Für die Hotels in der Hauptstadt sind noch keine Öffnungsschritte geplant.

Am Freitag lag der Inzidenzwert in der Hauptstadt nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 71,5, am Donnerstag bei 83,4 und zuletzt am Montag noch oberhalb der 100er-Marke. Nur wenn der Wert fünf Werktage in Folge unter der Schwelle bleibt, sind Lockerungen am übernächsten Tag möglich. Das wäre in Berlin erstmals am nächsten Mittwoch der Fall.

Spahn: Brauchen längerfristig Lagerkapazitäten für Impfstoffe

10.57 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn fordert Kapazitäten für eine längerfristige Lagerung von Coronaimpfstoffen. Gesundheits- und Verteidigungsministerium seien darüber im Gespräch, sagte der CDU-Politiker bei einem Besuch im Bundeswehr-Verteilzentrum in Quakenbrück mit Blick auf möglicherweise nötige Nachimpfungen.

Bis Ende Mai wird der Schwerpunkt beim Impfen nach Angaben des Gesundheitsministers nicht mehr bei den Erst-, sondern den Zweitimpfungen liegen. Dies sei nötig, um den vollen Impfschutz bei denen zu erreichen, die bereits einmal geimpft worden sind. Die Erstimpfungen würden dann wieder im Juni in den Vordergrund rücken, sagte Spahn.

Rekordzahl – 1,35 Millionen Menschen an einem Tag geimpft

10.44 Uhr: In Deutschland sind am Mittwoch so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden wie noch nie. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand: 09.35 Uhr) wurden an dem Tag 1.353.453 Impfspritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, wurden damit an beiden Tagen zusammen fast zwei Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft.

Damit seien 35,9 Prozent (29,8 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft und 10,6 Prozent (8,8 Millionen) voll geschützt. Laut RKI hatte es vor dem neuen Tagesrekord in den vergangenen Wochen bereits drei Tage gegeben, an denen über eine Million Impfspritzen gesetzt wurden. Insgesamt wurden demnach bis einschließlich Donnerstag etwa 38,6 Millionen Impfdosen verabreicht.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 40,4 Prozent. Sachsen liegt mit 31,1 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Die Impfkampagne in Deutschland hatte Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft.

Landkreise fordern normalen Schulunterricht im Juni

10.33 Uhr: Die Corona-Fallzahlen sinken, die Forderungen nach Lockerungen werden lauter. Noch vor den Sommerferien soll es für Schülerinnen und Schüler nach dem Willen des Landkreistags wieder regulären Präsenzunterricht geben. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Diakonie fordert staatliche Coronahilfen für Prostituierte

10.15 Uhr: Der Sozialverband Diakonie hat angesichts des wegen der Coronapandemie erlassenen Prostitutionsverbots schnelle staatliche Hilfe für Prostituierte gefordert. »Sie sind völlig mittellos, prostituieren sich im Verborgenen weiter und müssen sich auf vieles einlassen«, sagte Diakonie-Vorstandsmitglied Maria Loheide der »Augsburger Allgemeinen«. Ihnen müsse jetzt der Zugang zu Sozialhilfe und der gesetzlichen Krankenversicherung geöffnet werden.

»Corona hat das Leben vieler Prostituierter drastisch verschlechtert«, sagte Loheide. Sie schlug die Einberufung eines runden Tischs vor, an dem unter anderem Bund, Länder, Kommunen, Sozialverbände und die Polizei teilnehmen sollen. Loheide forderte, die Beratungsarbeit vor Ort grundsätzlich zu verstärken, vor allem durch mobile Teams, die Prostituierte aufsuchen.

Die Diakonie sprach sich dagegen aus, Prostitution nach dem Ende der Pandemie grundsätzlich zu verbieten. »Prostitution hört nicht einfach auf, wenn man sie verbietet«, sagte Loheide. Laut Bericht arbeiten offiziell 40.000 Menschen als registrierte Prostituierte. Schätzungen gehen davon aus, dass es tatsächlich zehnmal mehr sind. Wegen der Eindämmung des Coronavirus sind Bordelle, Stundenhotels und Terminwohnungen derzeit geschlossen.

Singapur verschärft Coronamaßnahmen wegen sprunghaften Anstiegs von Infektionszahlen

09.59 Uhr: Wegen steigender Corona-Infektionszahlen kehrt Singapur zu strikten Kontaktbeschränkungen zurück: Von Sonntag an dürfen sich maximal zwei Menschen in der Öffentlichkeit oder in Privatwohnungen treffen, wie die Behörden des Stadtstaats am Freitag mitteilten. Das Essen in Restaurants wird untersagt, außerdem gilt eine Homeoffice-Pflicht für alle Angestellten, die dies umsetzen können. Die Verschärfungen gelten zunächst bis 13. Juni.

In Singapur war die Ausbreitung des Coronavirus weitgehend unter Kontrolle – bis in den vergangenen Wochen die Infektionszahlen wieder sprunghaft zunahmen. Die Behörden meldeten mehrere Infektionsherde. Unter anderem wurden am Flughafen 46 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet – die meisten von ihnen Airport-Angestellte. Bereits in der vergangenen Woche hatten die Behörden die Coronamaßnahmen verschärft und unter anderem die Schließung von Fitnessstudios beschlossen.

Die nun verkündeten Eindämmungsmaßnahmen weckten in der Metropole Erinnerungen an den Teil-Lockdown im vergangenen Jahr, der Singapur in seine bislang schwerste Rezession stürzten. Erwartet wird, dass der Anstieg der Infektionszahlen auch die Umsetzung von Plänen verhindert, einen Reisekorridor zwischen Singapur und Hongkong zu schaffen. Bisher war vorgesehen, dass Menschen aus Singapur und Hongkong ab dem 26. Mai zwischen beiden Städten reisen können, ohne sich in Quarantäne begeben zu müssen.

Wirtschaftsexperten erwarten Anstieg von Pleiten kleinerer Firmen

09.44 Uhr: Staatliche Hilfen und ein geändertes Insolvenzrecht haben den pandemiebedingten wirtschaftlichen Kahlschlag nur übertüncht. In den nächsten Monaten werden wohl viele kleinere Betriebe aufgeben. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Justizministerin Lambrecht lehnt härtere Strafen für Impfpassfälscher ab

09.34 Uhr: Wer einen Impfnachweis fälscht, riskiert Geld- oder sogar Gefängnisstrafen. Justizministerin Lambrecht findet diese Strafen ausreichend. Es gehe um genaue Kontrollen, nicht um höhere Strafrahmen. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Briten wollen indische Variante mit Massentests und Impfen eindämmen

09.20 Uhr: Nach einem Anstieg von Fällen der indischen Coronavariante B.1.617.2 will die britische Regierung mit gezielten Massentests in betroffenen Regionen die Ausbreitung verhindern. Im Nordwesten von England sowie in London würden mobile Teams gezielt Tests anbieten und die Nachverfolgung von Kontakten verstärken, wie die britische Regierung mitteilte. Außerdem sollen noch mehr Proben gensequenziert werden.

Man lote derzeit auch Möglichkeiten aus, wie Impfungen möglichst effektiv eingesetzt werden könnten, sagte der für die Impfkampagne zuständige Staatssekretär Nadhim Zahawi am Freitag dem Sender Sky News. So könnten entweder zweite Impfdosen vorgezogen oder in den Regionen auch jüngere Altersgruppen geimpft werden, die eigentlich noch nicht an der Reihe sind.

Laut Statistiken von Public Health England hat sich die Zahl der in Großbritannien nachgewiesenen Fälle der Variante B.1.617.2 innerhalb einer Woche auf gut 1300 Fälle verdoppelt. Allerdings soll es noch keine Klarheit darüber geben, ob sich die Mutante der Wirkung von Impfstoffen entzieht oder schwerere Erkrankungen hervorruft.

Unionsfraktionschef Brinkhaus will Impfzentren dauerhaft erhalten

09.14 Uhr: Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) hat sich für eine dauerhafte Vorhaltung der Impfzentren auch über die aktuelle Corona-Pandemie hinaus ausgesprochen. »Wir sollten prüfen, ob wir die Infrastruktur der Impfzentren nicht dauerhaft in Reserve halten können, denn das wird nicht die letzte Pandemie gewesen sein, die wir erleben werden«, sagte Brinkhaus der »Rheinischen Post«.

»Auch wenn die Impfzentren in den nächsten Jahren nicht erneut zum Einsatz kommen, ermöglichen sie uns im Notfall, schnell zu reagieren«, sagte er. »Diese zusätzliche Infrastruktur ist wichtig, um Handlungsfähigkeit zu behalten.«

Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen bleibt gering

09.10 Uhr: Die Coronapandemie hat den Frankfurter Flughafen weiter fest im Griff. Trotz der Osterferien blieb die Zahl der abgefertigten Passagiere am größten deutschen Flughafen auch im April unter der Millionenmarke. Im Vergleich zum April 2019, also bevor die Pandemie den Flugverkehr weltweit massiv beeinträchtigt hatte, sank die Zahl der Passagiere um fast 84 Prozent auf knapp 984.000, wie der im MDax notierte Flughafenbetreiber Fraport mitteilte.

Geringes Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen

Geringes Passagieraufkommen am Frankfurter Flughafen

Foto: Arne Dedert / dpa

Im Vergleich zum April 2020 zog die Zahl der Passagiere allerdings um 423 Prozent an. Der Vorjahresmonat war der erste, in dem Fraport die Corona-Folgen voll zu spüren bekommen hatte. Über die ersten vier Monate des laufenden Jahres gesehen, ging die Zahl der Passagiere um 69 Prozent auf mehr als 3,4 Millionen zurück – im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019 war dies sogar ein Rückgang um 83 Prozent.

Rund 343.000 Neuinfektionen in Indien

09.02 Uhr: In Indien verzeichnet das Gesundheitsministerium 343.144 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Infektionsfälle steigt damit auf 24,05 Millionen. 4000 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Virus, insgesamt sind es nun 262.317 Todesfälle. Allein in dieser Woche verzeichnen die Behörden 1,4 Millionen weitere Ansteckungsfälle und mehr als 16.000 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern dürfte Experten zufolge deutlich höher sein.

Balearen-Regierungschefin rechnet nicht mit Partysommer auf Mallorca

07.10 Uhr: Kein Bierkönig, keine Schinkenstraße: Sommer-Touristen auf Mallorca und den übrigen Balearen müssen sich wohl auf Urlaub ohne Klubbesuche einstellen. »Erst mit einer höheren Impfrate können wir das Nachtleben wieder öffnen«, sagte die Regierungschefin der Inseln, Francina Armengol, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Durch zu schnelle Öffnungsschritte würden wir die großen Opfer, die unsere Bevölkerung bei der Bekämpfung der Pandemie erbracht hat, gefährden«, sagte sie. Priorität habe nun der »verantwortungsvolle Tourismus«, man wünsche sich viele Familien, Sport-, Kultur- und Gastronomieurlauber. »Das Nachtleben folgt später, wahrscheinlich nicht mehr in diesem Sommer.«

Armengol bezeichnete die Coronapandemie zudem als Chance, »den Exzesstourismus hinter uns zu lassen«. Auf den Balearen habe man angefangen, einen Qualitätstourismus zu entwickeln, mit mehr Respekt vor der Natur und den Eigenheiten der Regionen. »Corona hat uns noch einmal die Notwendigkeit von verantwortungs- und respektvollem Tourismus gezeigt.«

Die Erfahrungen mit der Öffnung für deutsche Touristen seit Ostern seien sehr positiv gewesen. Seit mehreren Tagen liegt die Inzidenz auf den Balearen laut Armengol unter 25.

Mallorca wurde in Deutschland am 14. März von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen wurde. Die Reisewarnung des Auswärtigen Amts wurde aufgehoben, weil die Zahl der Neuinfektionen dort unter 50 pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gesunken war. Damit wurde der Urlaub auf Balearen wieder ohne Quarantäne bei der Rückkehr möglich.

Maas hält Sommerurlaub für möglich – will aber keine Touristen heimholen

07.00 Uhr: Angesichts sinkender Fallzahlen wird laut Außenminister Heiko Maas im Sommer wieder Urlaub möglich sein. »Wir dürfen uns Hoffnung machen, dass sich das Leben bald wieder normalisiert, wenn die Infektionszahlen weiter sinken und die Impfkampagne Fortschritte macht«, sagte der SPD-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Dies könne auch für Nicht-Geimpfte gelten.

Eine abermalige Rückholaktion für Bundesbürger, die wegen der Pandemie im Ausland stranden, lehnte der Minister ab: »Wenn sich in bestimmten Ländern die Pandemielage verschlechtern sollte, darf das heute, im Jahr 2021, anders als noch im vergangenen Jahr, niemanden mehr überraschen«, sagte Maas.

Bundesaußenminister Heiko Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas

Foto: OLIVIER MATTHYS / AFP

2020 hatte die Bundesregierung Tausenden gestrandeten Reisenden eine Rückkehr ermöglicht. Die Betroffenen sollen sich an den Kosten der größten Rückholaktion der deutschen Geschichte beteiligen. Doch gut ein Jahr nach Beginn der Aktion waren im März noch Tausende Rechnungen offen.

Jeder einzelne habe Erfahrung mit dem Coronavirus gesammelt. »Auch die Reiseveranstalter und Fluggesellschaften hatten Gelegenheit, sich auf die Situation einzustellen«, sagte Minister Maas nun. Die Menschen könnten sich aber weiterhin im Notfall immer auf die weltweit mehr als 200 deutschen Botschaften und Konsulate. »Wer strandet, dem wird mit Rat und Tat geholfen, bis die Heimreise gelingt.«

11.336 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz bei 96,5

05.15 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz hat nach Daten des Robert Koch-Instituts  (RKI) erstmals seit dem 20. März wieder die Schwelle von 100 unterschritten. Nach Stand des RKI-Dashboards von 4.56 Uhr lag der Wert am Freitag bei 96,5 (20. März: 99,9). Am Vortag hatte das RKI die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche mit 103,6 angegeben, am Freitag vor einer Woche mit 125,7. Einen Höchststand hatte die bundesweite Inzidenz während der dritten Welle am 26. April mit 169,3 erreicht. Der bisher höchste Inzidenzwert hatte bei 197,6 am 22. Dezember vergangenen Jahres gelegen.

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen einem Tag 11.336 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.485 Neuansteckungen gelegen. Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 190 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 284 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.577.040 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.259.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85 ´.848.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 0,87 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 87 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Hausärzte-Chef zweifelt an Startdatum für Impfpass

04.50 Uhr: Der Deutsche Hausärzteverband zweifelt an der geplanten Einführung eines digitalen Impfpasses bis Ende Juni. Es deute wenig darauf hin, dass der Ausweis bis zum Beginn der Reisesaison im Sommer flächendeckend verfügbar sein werde, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der »Augsburger Allgemeinen«. »Da darf man mit Blick auf bürokratische Vorgaben und weitere leidvolle Verkomplizierungen schon Zweifel haben, ob den vollmundigen Ankündigungen dann auch zeitnah Taten folgen werden.«

Unabhängig davon dürfe Hausarztpraxen »keinesfalls noch mehr Bürokratie aufgebürdet werden«, sagte der Ärztefunktionär. Die Mediziner bräuchten Zeit für Patienten, aber »ganz gewiss nicht, um uns als Passamt der Republik zu verdingen«. Umso wichtiger sei, dass der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannte gelbe Impfausweis als Nachweis gültig bleibe.

Deutschland will gemeinsam mit der EU noch im Juni einen digitalen Corona-Impfnachweis einführen. Bei bereits vorher vollständig Geimpften soll der Impfstatus aus dem analogen Impfpass übertragen werden. Jedoch sind bereits gefälschte Impfpässe im Umlauf.

Griechenland lockert Corona-Regeln und inländische Reisebeschränkungen

04.20 Uhr: Griechenland lockert ab Freitag zahlreiche Corona-Beschränkungen. Zusätzlich zur Aufhebung eines Reiseverbots innerhalb des Landes sollen auch Museen wieder öffnen dürfen. Zudem müssen Bürger künftig das Verlassen ihrer Wohnungen nicht mehr per SMS bei den Behörden anmelden. Wer auf eine der griechischen Inseln mit dem Schiff oder Flugzeug reist, muss aber einen Impfnachweis oder einen negativen Coronatest vorlegen.

Die dritte Welle der Coronapandemie hatte Griechenland besonders hart getroffen. Die Mehrheit der etwa 10.000 Corona-Todesfälle entfiel auf die vergangenen Monate. Griechenland, dessen Wirtschaft stark vom Tourismus abhängt, hat seine Impfkampagne vor der Sommersaison beschleunigt. Obwohl die Behörden weiterhin mehr als 2000 Neuinfektionen pro Tag registrieren und die Krankenhäuser ausgelastet sind, durften bereits am Montag alle Schulen wieder öffnen.

Brasilianische Regierung ließ Anfrage auf Vakzinen-Bestellung unbeantwortet

03.55 Uhr: In Brasilien untersucht eine Senatskommission, ob die Regierung von Jair Bolsonaro die Pandemie falsch gehandhabt hat. Im Zentrum steht die Frage, ob sich die Regierung rechtzeitig um Impfstoffe bemüht hat. Pfizer-Chef für Lateinamerika, Carlos Murillo teilt der Kommission mit, er habe dem brasilianischen Gesundheitsministerium zwischen August und November vergangenen Jahres wiederholt angeboten, sein Covid-19-Vakzin zu verkaufen. Er habe aber keine Antwort von der Regierung erhalten.

Der damalige Gesundheitsminister Eduardo Pazuello wurde letzten Monat ersetzt, wegen steigender Kritik an seinen Versäumnissen bei der Impfstoffbeschaffung. Die brasilianische Regierung verhandelte im März einen Vertrag mit Pfizer zur Lieferung von 100 Millionen Dosen. Die ersten Vakzinen trafen Ende April ein.

Umfrage: Zwei Drittel mit Corona-Krisenmanagement unzufrieden

0.25 Uhr: Knapp zwei Drittel der Menschen in Deutschland sind aktuell unzufrieden damit, wie die Politik die Corona-Maßnahmen begründet und erklärt. Allerdings hat sich der Anteil der Unzufriedenen gegenüber dem April verringert, wie der von Infratest dimap erhobene Deutschlandtrend des ARD-»Morgenmagazins« ergab.

65 Prozent der Wahlberechtigten sind demnach unzufrieden damit, wie die Corona-Maßnahmen kommuniziert werden. Im Vergleich zum April sind dies 7 Prozentpunkte weniger. Zufrieden mit der Erklärung und Begründung der Schritte sind 32 Prozent der Befragten, 5 Prozentpunkte mehr als im April.

Gegenüber April von 15 auf 36 Prozent gestiegen ist die positive Bewertung der Impfkampagne. 62 Prozent sind mit dem Impfmanagement unzufrieden, 21 Prozentpunkte weniger als Anfang April. Die Bewertung der Impfkampagne hängt laut Umfrage stark vom Alter der Befragten ab. Bei den über 65-Jährigen stellt die Hälfte (50 Prozent) der Impfkampagne ein positives Zeugnis aus, bei den unter 65-Jährigen sind es nur etwa drei von zehn.

cop/apr/mfu/ptz/mjm/dpa/AFP/Reuters