Corona-News am Freitag Gesundheitsämter kontrollieren Südafrika-Reisende an Flughäfen

Wer aus Südafrika einreist, wird ab Samstag von Gesundheitsamtsmitarbeitern empfangen. Acht Länder als Virusvariantengebiete eingestuft. Und: Baden-Württemberg plant »Impfrallye« an Schulen. Der Überblick.
Einreisende aus Südafrika werden in München und Frankfurt von Gesundheitsämtern kontrolliert

Einreisende aus Südafrika werden in München und Frankfurt von Gesundheitsämtern kontrolliert

Foto: Arne Dedert / dpa

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+++ Gesundheitsämter kontrollieren Südafrika-Reisende an Flughäfen +++

20.18 Uhr: Die Gesundheitsämter München und Frankfurt sollen ab sofort die Einschleppung der neuen Variante des Corona-Virus mit eigens anberaumten Kontrollen an den Flughäfen verhindern. Nach SPIEGEL -Informationen sollten mehrere Teams alle Passagiere, die am Morgen auf dem Münchner und Frankfurter Flughafen aus Südafrika ankommen, kontrollieren und an die strengen Quarantäne-Vorschriften erinnern. In München wurde allerdings noch am Abend ein Flieger aus Südafrika erwartet.

Die Flugzeuge sollen an etwas abgelegenen Gates andocken, damit sich die ankommenden Passagiere nicht sofort mit anderen Gästen mischen. Zudem sollen umgehend frische FFP2-Masken ausgeteilt werden. Am Samstagmorgen wird in Frankfurt am Main ein Flug aus Johannesburg erwartet, in München kommt am Sonntag ein Flieger aus Kapstadt an. Die Behörden wollen so infizierte oder erkrankte Passagiere aussortieren.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass die Airlines selbst die Einstufung von Südafrika als Virusvariantengebiet bereits wahrgenommen haben und die entsprechenden Vorschriften beachten. Demnach dürfen sie nur deutsche Staatsbürger und Transit-Passagiere mitfliegen lassen, die zudem vor Abflug einen frischen negativen PCR-Test vorweisen müssen. In Deutschland müssen die Passagiere umgehend 14 Tage in Quarantäne.

Sollten am Freitag doch Passagiere in München ankommen, die nicht aus Deutschland stammen, will sie die Landesregierung für die Zeit der Quarantäne unterbringen. Zudem sollen alle ankommenden Fluggäste aus Kapstadt einen PCR-Test angeboten bekommen.

EU-Behörde hält Ausbreitung der Omikron-Variante in Europa für wahrscheinlich

23.59 Uhr: Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält die Ausbreitung der zuerst in Südafrika entdeckten neuen Corona-Virusvariante Omikron in der EU für wahrscheinlich. Das Risiko einer Verbreitung des neuen Erregers in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum sei »hoch bis sehr hoch«, heißt es in einem am Freitagabend veröffentlichten Bericht der in Stockholm ansässigen Behörde.

Omikron könnte nach Angaben südafrikanischer Wissenschaftler wegen ungewöhnlich vieler Mutationen noch ansteckender sein als die derzeit grassierende Delta-Variante und die existierenden Impfstoffe weniger wirksam machen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte die Variante mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 als »besorgniserregend« ein.

Moderna prüft Impfstoffe gegen B.1.1.529

23.00 Uhr: Der Impfstoffhersteller Moderna testet drei vorhandene Covid-19-Booster-Kandidaten gegen die Omikron-Variante. Das Unternehmen kündigt zudem einen neuen variantenspezifischen Impfstoffkandidaten gegen diese auch unter dem Namen B.1.1.529 bekannte Variante des Coronavirus an, die zuerst in Südafrika festgestellt wurde.

Bundesregierung stuft acht Länder als Virusvariantengebiete ein

21.21 Uhr: Wegen der Verbreitung einer neuen Coronavirus-Variante im südlichen Afrika beschränkt die Bundesregierung die Einreise aus insgesamt acht Ländern der Region drastisch. Südafrika, Namibia, Simbabwe, Botsuana, Mosambik, Eswatini, Malawi und Lesotho werden ab Sonntag als Virusvariantengebiete eingestuft, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag mitteilte.

Fluggesellschaften dürfen damit im Wesentlichen nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen von dort nach Deutschland befördern. Es handelt sich aber nicht um ein Flugverbot. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht – auch für Geimpfte und Genesene. Sie kann auch nicht durch negative Tests verkürzt werden.

Baden-Württemberg plant »Impfrallye« an Schulen

20.00 Uhr: Angesichts stark steigender Infektionszahlen bei Kindern und Jugendlichen planen die Grünen in Baden-Württemberg flächendeckende Impfangebote für Schüler aller Altersgruppen. Grundschüler seien dabei eingeschlossen, berichtet die »Süddeutsche Zeitung«. In den letzten drei Schultagen vor den Weihnachtsferien sollen landesweit Impfteams vor oder in den Schulgebäuden im Einsatz sein, um Kinder, Eltern und Lehrer auf Wunsch gegen das Coronavirus zu impfen.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Andreas Schwarz und der bildungspolitische Sprecher Thomas Poreski begründen ihre Initiative zu einer »Impfrallye« mit dem Wunsch, die Grundlage für einen sicheren Start ins Jahr 2022 zu legen. »Das Ziel ist, möglichst viele Schülerinnen und Schüler zu immunisieren«, sagten sie der »Süddeutschen Zeitung«.

Auch einer Impfung für Fünf- bis Elfjährige stehe man sehr offen gegenüber. »Wir sind der Auffassung: Eine Stiko-Empfehlung ist hierfür nicht notwendig.« Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat den ersten Impfstoff für Kinder am Donnerstag zur Zulassung empfohlen.

Niederlande verhängen Abend-Lockdown

19.55 Uhr: Angesichts schnell steigender Infektions- und Patientenzahlen verhängen die Niederlande einen abendlichen Lockdown. Geschäfte, Kulturstätten, Gaststätten und Sportclubs müssen täglich bereits um 17 Uhr schließen. Die verschärften Maßnahmen gelten ab Sonntag für zunächst drei Wochen. Ausgenommen seien nur Supermärkte. Schulen sollen vorerst geöffnet bleiben, allerdings müssen Schüler ab zehn Jahre eine Mundmaske tragen, wenn sie nicht an ihrem Platz sitzen. Die 1,5-Meter-Distanz-Regel wird ausgeweitet auf Kinos, Theater und Gaststätten.

Vor allem die Lage an den Krankenhäusern spitzt sich in den Niederlanden derzeit zu. Gesundheitsminister Hugo de Jonge verhängte Notmaßnahmen, sodass nun auch akute Behandlungen abgesagt werden können. In einem Krankenhaus in Utrecht werden 120 Militärangehörige eingesetzt, um das Pflegepersonal zu entlasten.

Im ganzen Land hatten sich Einsatzkräfte auf mögliche Unruhen wegen der verschärften Maßnahmen vorbereitet. Einige Personen waren bereits vorsorglich wegen Aufrufen zu Krawallen in sozialen Netzwerken festgenommen worden. Am vergangenen Wochenende hatte es nächtelang zum Teil heftige Ausschreitungen gegeben. Die Polizei rechnet mit Protestaktionen am Wochenende.

Luftwaffe mit Corona-Patienten aus Bayern in NRW gelandet

19.40 Uhr: Sechs Corona-Intensivpatienten aus Bayern sind am frühen Freitagabend mit einer Maschine der Luftwaffe am Flughafen Münster/Osnabrück gelandet. Der Airbus A310 MedEvac setzte gegen 17.30 Uhr in Greven auf. Die Schwerkranken wurden auf dem Luftweg aus Memmingen in Bayern nach Nordrhein-Westfalen gebracht und dort weiter auf verschiedene Kliniken verteilt.

Die Bundeswehr hilft damit erstmals dabei, Krankenhäuser in Regionen mit besonders vielen Corona-Patienten zu entlasten. Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Es handelt sich um den Airbus A310 MedEvac, eine »fliegende Intensivstation« mit sechs Behandlungsplätzen, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH. In dieses waren zwei Plätze zur Intensivbehandlung eingebaut worden.

WHO stuft neue Coronavirus-Variante als »besorgniserregend« ein

19.25 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die zuerst in Südafrika neu festgestellte Coronavirus-Variante als »besorgniserregend« eingestuft. Der Erreger mit der wissenschaftlichen Bezeichnung B.1.1.529 weise »eine große Zahl von Mutationen auf«, begründete das zuständige WHO-Expertengremium die Entscheidung.

Die Weltgesundheitsorganisation hat der neuen Variante außerdem einen offiziellen Namen gegeben: den griechischen Buchstaben Omikron.

EU-Staaten stoppen Flüge aus sieben afrikanischen Ländern.

18.50 Uhr: Die EU-Staaten wollen angesichts einer neuen möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus alle Passagierflüge aus sieben Ländern im südlichen Afrika aussetzen. Davon betroffen sind Botswana, Swasiland, Lesotho, Mosambik, Namibia, Südafrika und Simbabwe.

Die slowenische EU-Ratspräsidentschaft teilte mit, das zuständige Gremium der EU-Staaten habe sich darauf verständigt, die entsprechende Notbremse auszulösen und Einschränkungen für alle Reisen aus dem südlichen Afrika in die EU zu verhängen. Die Ratspräsidentschaft rief die EU-Staaten dazu auf, für Rückkehrer aus dieser Region strenge Test- und Quarantänevorschriften zu verhängen.

Die Vereinbarung ist für die EU-Staaten nicht bindend, wurde jedoch von allen Ländern unterstützt. Schon jetzt haben viele Staaten, unter ihnen Deutschland, Einschränkungen verhängt. Deutschland werde Südafrika zum Virusvariantengebiet erklären, kündigte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen. Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.

Bericht: Bundesregierung fürchtet geringere Impfstoffwirkung

18.35 Uhr: Die Bundesregierung ist besorgt, dass die Coronaimpfstoffe gegen die in Südafrika entdeckte Virusvariante weniger wirksam sein könnten. In einem internen Lagebericht heißt es, es sei unklar, ob die Wirkung von Impfstoffen herabgesetzt sei. Das Mutationsprofil deute jedoch darauf hin, dass eine herabgesetzte Impfstoffwirkung »zumindest ernsthaft in Betracht gezogen werden muss«.

Das Mutationsprofil sowie der plötzliche Fallzahlanstieg werden in dem Bericht als »auffällig« bezeichnet. Dies könne ein Hinweis auf eine möglicherweise sogar leichtere Übertragbarkeit als bei Delta sein. Die Variante weist besonders viele Mutationen im Spike-Protein auf, laut Regierungsbericht sind es mindestens 30 und damit dreimal so viele bei der Delta-Variante.

Neue Corona-Unsicherheit: Ölpreis fällt

17.43 Uhr: Verschärfte Pandemiesorgen haben die Ölpreise am Freitag auf Talfahrt geschickt. Marktbeobachter verwiesen auf die hohe Unsicherheit wegen einer neuen und möglicherweise gefährlicheren Variante des Coronavirus. Sowohl die Nordseesorte Brent als auch US-Erdöl gaben um jeweils über zehn Prozent nach und fielen auf zweimonatige Tiefstände.

Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 73,38 US-Dollar. Das waren 8,84 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 9,48 Dollar auf 68,86 Dollar.

Südafrika hält Reiseverbote für ungerechtfertigt

17.29 Uhr: Südafrikas Gesundheitsminister Joe Phaahla kritisiert die Reaktion mehrerer europäischer Staaten auf das Auftreten einer neuen Coronavirus-Variante in seinem Land als ungerechtfertigt. Dass einige Länder Reiseverbote verhängten, laufe den Normen und Standards der Weltgesundheitsorganisation WHO vollkommen zuwider. Südafrika verhalte sich transparent. Gleichzeitig räumt Phaahla ein, dass die Variante vorläufigen Studienerkenntnissen zufolge womöglich leichter übertragbar sei.

Bundesregierung schränkt Reiseverkehr mit weiteren afrikanischen Staaten ein

17.02 Uhr: Die Bundesregierung hat wegen der Angst vor der neuen Coronavariante B.1.1.529 die Reiserestriktionen nach SPIEGEL-Informationen deutlich ausgeweitet. Neben Südafrika selbst sollen noch heute die Nachbarländer Lesoto, Botswana, Malawi, Namibia, Simbabwe und Mosambik als sogenannte Virusvariantengebiete eingestuft werden. Das hat am Nachmittag eine Krisenschalte zwischen verschiedenen Ministerien beschlossen.

Damit gelten strenge Regeln für alle Reisenden, die sich in den letzten zehn Tagen in den betreffenden Ländern aufgehalten haben und in Deutschland einreisen wollen. So dürfen Airlines direkt nach Deutschland nur deutsche Staatsbürger transportieren. Diese müssen zusätzlich über einen frischen PCR-Test verfügen und in Deutschland in eine 14-tägige Quarantäne, die nicht verkürzt werden darf. Die Regel gilt bereits für Südafrika und soll durch die Airlines ab sofort umgesetzt werden. Dies gilt besonders für die Direktflüge aus Johannesburg und Namibia, beide Ziele sind bei deutschen Urlaubern sehr beliebt.

»Keine Kraft mehr für diesen ganzen Mist«: Jusos fordern Impfpflicht für alle

17.00 Uhr: Juso-Chefin Jessica Rosenthal hat eine Impfpflicht für alle gefordert. »Eine allgemeine Impfpflicht muss kommen, denn sie schränkt Freiheit nicht ein, sondern sie gibt sie uns allen zurück«, sagte die 29-Jährige auf dem Bundeskongress der SPD-Jugendorganisation. Dabei gehe es nicht um Bestrafung. »Es geht darum, dass eben die Freiheit von uns allen und die Gesundheit von uns allen mehr wiegt als die Freiheit des Einzelnen«, sagte Rosenthal. Die neue Bundestagsabgeordnete forderte Impfinformationen an Schulen und in den Stadtteilen. Auch Kinder müssten jetzt endlich geimpft werden.

»Wir wollen unser Recht auf Bildung verwirklicht sehen. Wir wollen unsere Freiheit, unser Leben zurück«, betonte die Juso-Chefin und forderte auf: »Lasst euch endlich impfen! Wir haben keine Kraft mehr für diesen ganzen Mist.«

Werder Bremen: Spiel ohne Zuschauer aus Gebieten mit hohen Inzidenzen

16.58 Uhr: Fußball-Zweitligist Werder Bremen hat als Reaktion auf die hohen Infektionszahlen weitere Maßnahmen ergriffen. So wird die Zuschauerkapazität beim Spiel gegen Erzgebirge Aue um 25 Prozent reduziert. Zudem sind bei der Partie am 3. Dezember keine Zuschauer zugelassen, die aus »Regionen mit hohen Inzidenzen« stammen.

»Damit sind nach der Abstimmung mit dem Bremer Innensenator Ulrich Mäurer die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Bayern gemeint«, hieß es in der Werder-Mitteilung. Maximal 31.600 Zuschauer dürften ins Stadion.

Ein Wechsel auf 2G plus, also für Geimpfte oder Genesene mit aktuellem Test, hätte »aufgrund fehlender Testkapazitäten dazu geführt, dass wir wahrscheinlich nur einen sehr geringen Teil an Zuschauerinnen und Zuschauern im Stadion hätten haben können«, sagte Werder-Präsident Hubertus Hess-Grunewald.

Lagarde: EZB plant für die Zeit nach dem Corona-Notprogramm

16.52 Uhr: Die EZB hat laut Präsidentin Christine Lagarde auch nach einem Ende ihres Corona-Notprogramms im Kampf gegen die Folgen der Pandemie noch Pfeile im Köcher. Unter den derzeitigen Gegebenheiten gehe sie zwar davon aus, dass die EZB ab dem Frühjahr keine weiteren Nettoanleihekäufe im Rahmen des Anleiheprogramms PEPP mehr vornehmen werde, sagte sie der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« laut Vorabbericht. »Das heißt nicht, dass PEPP gänzlich endet, weil wir ja auslaufende Anleihen wieder ersetzen müssen. Und lassen Sie uns nicht vergessen, dass wir andere Kaufprogramme im Werkzeugkasten haben«, fügte sie hinzu.

Das auf 1,85 Billionen Euro ausgelegte Notfall-Anleihekaufprogramm PEPP soll noch bis mindestens Ende März 2022 laufen. Viele Experten gehen davon aus, dass die EZB danach ihre Käufe nicht einstellt, sondern ihr aktuell weit kleineres Kaufprogramm APP in der einen oder anderen Form weiterführen wird. Lagarde betonte mit Blick auf Inflationsgefahren, die Europäische Zentralbank werde handeln, wenn es notwendig sei.

Knapp elf Millionen Booster-Impfdosen in der kommenden Woche

16.23 Uhr: In der kommenden Woche sollen Arztpraxen und Impfzentren knapp elf Millionen Impfdosen für Boosterimpfungen erhalten. Grundlage seien deren Bestellungen, die bis Dienstag eingegangen seien, teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Die Auslieferung solle ab kommendem Montag erfolgen.

Für die noch laufende Woche seien mehr als sieben Millionen Impfdosen ausgeliefert worden, hieß es weiter. Es seien jedoch bislang in der laufenden Woche nur 2,7 Millionen Impfungen tatsächlich verabreicht worden – nach 2,65 Millionen Impfungen in der Woche zuvor.

Hintergrund der Angaben sind Debatten über eine Knappheit des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, für die auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verantwortlich gemacht wird. Das Gesundheitsministerium wies weiter darauf hin, es seien für die kommende Woche noch zusätzliche Bestellungen von Impfzentren und Praxen eingegangen, allerdings erst nach Ablauf der Bestellfrist bis Dienstagmittag. Dies sei wegen der komplexen Impfstofflogistik problematisch. Normalerweise seien fünf Tage Zeit zwischen Bestellung und Auslieferung erforderlich. Es werde aber zusammen mit dem Großhandel geprüft, »was von den verspätet eingegangenen Bestellungen noch kurzfristig adressiert werden kann«.

Der Apothekerverband Nordrhein hatte zuvor gewarnt, in der kommenden Woche würden Hausärzte nur etwa die Hälfte der von ihnen bestellten Impfstoffe erhalten, teilweise sogar weniger als 30 Impfdosen. »Bei den niedergelassenen Ärzten wird offensichtlich auf Kosten der Impfzentren und öffentlichen Impfteams gespart«, sagte der Verbandsvorsitzende Thomas Preis der »Rheinischen Post«.

Virologe Drosten verweist auf fehlende Daten

16.18 Uhr: Bei der Einschätzung der in Südafrika neu entdeckten Virusvariante gibt es noch viele offene Fragen, sagt der Charité-Virologe Christian Drosten. So sei unklar, ob die Variante tatsächlich ansteckender sei oder ob ein anderer Faktor Grund für die momentan beobachtete Ausbreitung sei. »Für eine veränderte Krankheitsschwere gibt es derzeit keine Hinweise«, teilte er der Nachrichtenagentur dpa mit.

Die Genomveränderungen bei dem Erreger wiesen darauf hin, dass die Virusvariante sich der Immunabwehr entziehen könnte. »Veränderungen im Genom sind aber allein nicht ausreichend, um von einer besorgniserregenden Situation zu sprechen«, erklärte der Virologe von der Berliner Charité. Zusätzlich müsse klar sein, dass das Virus sich schneller verbreite oder andere veränderte Eigenschaften habe, beispielsweise einen schwereren Krankheitsverlauf. Die Bewertung der Variante sei noch nicht abgeschlossen.

In Südafrika habe es im dortigen Winter eine große Welle der Deltavariante gegeben, so Drosten weiter. Es sei wahrscheinlich, dass das Ende der Verbreitungswelle durch Bevölkerungsimmunität verursacht worden sei. »Da das Infektionsgeschehen zuletzt stark reduziert war, ist es denkbar, dass neu auftretende Ausbrüche vor einem sehr kleinen Hintergrund an anderen Viren übergroß erscheinen, und dies in anderen Ländern, in denen eine höhere momentane Infektionstätigkeit herrscht, kaum auffallen würde», so Drosten. Diese Unsicherheit werde sich in wenigen Tagen aufklären.

Bundestagsgutachten verweist auf Hürden für berufsbezogene Impfpflicht

15.58 Uhr: Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages hat auf hohe rechtliche Hürden für die Einführung einer Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen hingewiesen. »Eine Impfpflicht zum Schutz vor Covid-19 für die Berufsgruppen der Lehr- und Pflegekräfte berührt den Schutzbereich mehrerer Grundrechte, insbesondere den der körperlichen Unversehrtheit und der Berufsfreiheit«, heißt es in einem Gutachten des Parlamentsdienstes, aus dem das Online-Magazin »Telepolis« zitierte .

Für die Angemessenheit einer Impfpflicht für Lehrkräfte spreche insbesondere, »dass diese jeden Tag in der Schule mit zahlreichen, wechselnden Schülerinnen und Schülern zusammentreffen«, erklärte der Wissenschaftliche Dienst. Das Virus könnte sich so täglich in mehreren Klassenverbänden verbreiten. Dieses Risiko könne durch die Impfung vermindert werden. Als Argument für die Angemessenheit einer Impfpflicht für Pflegekräfte nannte der Wissenschaftliche Dienst die »vermehrt schweren Krankheitsverläufe bei älteren und vorerkrankten infizierten Personen«, zu denen das Personal engen Kontakt habe.

Eine mögliche Impfpflicht müsse angesichts des dynamischen Pandemiegeschehens stetig an aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden, hieß es in dem Gutachten weiter. »Dabei müssten unter anderem das Infektionsgeschehen, die freiwillige Impfbereitschaft sowie Nebenwirkungen und Langzeitfolgen der Impfung einbezogen werden.« Ausnahmen von einer Impfpflicht müsse es in jedem Fall für Menschen geben, »für die keine Impfempfehlung vorliegt beziehungsweise eine entsprechende Kontraindikation« oder die aufgrund einer Covid-19-Erkrankung noch immunisiert sind.

Die Ampelkoalition plant eine Coronaimpflicht in Alten- und Pflegeheimen. In den vergangenen Tagen nahm auch die Diskussion über eine allgemeine Impfpflicht an Fahrt auf.

Weihnachtstour von Kölner Band Höhner steht auf der Kippe

15.20 Uhr: Nach der Corona-Infektion von Sänger Henning Krautmacher sind noch zwei weitere Mitglieder der Kölner Traditionsband Höhner mit dem Virus infiziert. Auch bei Gitarrist Edin Colic und Keyboarder Micki Schläger hätten PCR-Tests positive Ergebnisse geliefert, teilte ein Sprecher mit. Alle drei seien vollständig geimpft und nahezu symptomfrei.

Deshalb hoffe die Band, doch noch einen Teil ihrer traditionellen »Höhner-Weihnacht-Tour« spielen zu können. Bis zum 22. Dezember sind zahlreiche Konzerte, vor allem im Rheinland, geplant. Einige der Auftritte mussten bereits abgesagt werden. Die Höhner sind vor allem im Kölner Raum sehr erfolgreich, deutschlandweit bekannt ist ihr Hit »Viva Colonia«.

EU-Kommission schlägt Notbremse gegen neue Virusvariante vor

15.16 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin hat auf Twitter in einem Video ein Statement zu der neuen Virusvariante verbreitet: »Es ist jetzt wichtig, dass wir alle in Europa sehr schnell, entschlossen und einig handeln. Die Europäische Kommission hat den Mitgliedstaaten heute vorgeschlagen,
die Notbremse zu aktivieren, was Reisen aus den Ländern im südlichen Afrika und anderen betroffenen Staaten angeht.« Sämtliche Flugreisen im Zusammenhang mit diesen Ländern sollten unterbleiben, »bis wir ein klares Verständnis darüber haben, wie gravierend dieses neue Virus ist.« Auch die Impfstoffhersteller würden diese Position unterstützen.

Für Fälle wie diesen habe die Europäische Union vorgesorgt, ergänzte von der Leyen: Man habe die Impfstofflieferanten verpflichtet, die Vakzinen rasch an neue Varianten anzupassen.

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EZB-Vize: Neue Virusvariante wird Wirtschaft wohl nicht so hart treffen

15.08 Uhr: EZB-Vizechef Luis de Guindos hat wirtschaftliche Sorgen wegen der neuen Variante des Coronavirus zu dämpfen versucht. Die Folgen dürften geringer sein als in früheren Phasen der Pandemie, sagte der Spanier. Die Impfungen machten den Unterschied. »Daher denke ich, dass die Auswirkungen auf die Wirtschaft begrenzter sein werden. Ich bin da relativ optimistisch«, fügte er hinzu.

Irland boostert alle über 16

14.27 Uhr: Irland weitet sein Corona-Auffrischungsprogramm auf alle Menschen über 16 Jahre aus. Das Gesundheitsministerium in Dublin teilte mit, Ressortchef Stephen Donnelly habe die entsprechende Empfehlung der Impfkommission akzeptiert. Zunächst sollen Schwangere, dann über 40-Jährige und schließlich 16- bis 39-Jährige drankommen. Sie dürfen diese dritte Impfung frühestens nach fünf Monaten erhalten. Deshalb ist bisher noch niemand dieser Gruppen berechtigt. Abgewartet wird zudem noch, bis diejenigen, die bereits für eine Auffrischung infrage kommen, fertig geimpft sind: über 50-Jährige, Risikopatienten sowie medizinisches Personal.

B.1.1.529 erreicht Europa – erster Fall in Belgien

14.21 Uhr: Belgien hat einen ersten Fall mit der neuen, zunächst im südlichen Afrika festgestellten Coronavariante B.1.1.529 registriert. Das gab der belgische Gesundheitsminister Frank Vandenbroucke bei einer Pressekonferenz bekannt. Der belgische Premierminister Alexander De Croo kündigte zudem Reisebeschränkungen für Einreisende aus Ländern im südlichen Afrika an. Es sei Vorsicht erforderlich, aber keine Panik, sagte Vandenbroucke.

Frank Vandenbroucke, Belgiens Gesundheitsminister

Frank Vandenbroucke, Belgiens Gesundheitsminister

Foto: OLIVIER HOSLET / EPA

Gleichzeitig führt Belgien wieder strengere Regeln für private Feiern, in der Gastwirtschaft und im Nachtleben ein. »Die Situation heute ist schlimmer als alle Szenarien, die uns die Experten vorgerechnet hatten«, sagte De Croo. Bereits vor gut einer Woche hatte Belgien strengere Coronamaßnahmen eingeführt, unter anderem eine teilweise Homeoffice-Pflicht. Trotzdem schießen die Infektionszahlen in dem Land mit 11,5 Millionen Einwohnern immer weiter in die Höhe.

EU bereitet Einschätzung der neuen Virusvariante vor

14.10 Uhr: Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC will noch am Freitag eine Einschätzung zur neu aufgetretenen Corona-Variante B.1.1.529 abgeben. Man beobachte die sich entwickelnde Situation genau und werde im Laufe des Tages ein sogenanntes Threat Assessment Brief zu der Variante herausgeben, schreibt die in Stockholm ansässige Behörde auf Twitter. Diese kurze Bewertung, die in ihrem Format demjenigen der umfassenderen Corona-Risikoeinschätzungen der Organisation ähnele, werde voraussichtlich im Laufe des Nachmittags veröffentlicht, sagte eine ECDC-Sprecherin.

WHO rät von Reisebeschränkungen wegen neuer Virusvariante ab

13.50 Uhr: Als Reaktion auf die neue Variante B.1.1.529 empfiehlt die Uno-Gesundheitsorganisation WHO wissenschaftlich fundierte Maßnahmen und Risikobewertungen, aber aktuell keine Reisebeschränkungen. WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagte in Genf, Staaten könnten auch ohne solche Einschränkungen eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um die Ausbreitung von neuen Varianten einzudämmen. Dazu gehörten die genaue Beobachtung des Infektionsgeschehens und die Genanalyse von auftretenden Fällen.

Die Europäische Kommission, Deutschland, Frankreich und einige andere Staaten kündigten am Freitag an, Einreisen aus dem südlichen Afrika einschränken zu wollen.

»Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es Vorbehalte gegen Reisebeschränkungen«, sagte Lindmeier während einer Pressekonferenz und verwies auf die entsprechenden bisherigen WHO-Empfehlungen. Demnach sollen Coronamaßnahmen den internationalen Verkehr nicht unnötig behindern und Reisende nicht automatisch als Verdachtsfälle eingestuft werden. Lindmeier betonte, bekannte Mittel wie Masken, Handhygiene, Frischluft und das Vermeiden von Menschenmengen seien auch gegen B.1.1.529 wirksam.

Bremens Innensenator fordert Unterbrechung des DFL-Spielbetriebs

13.21 Uhr Der Spielbetrieb in den Fußball-Bundesligen sollte aus Sicht von Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) unterbrochen werden. »Wir setzen die Polizeibeamtinnen und -beamten einer unnötig großen Gefahr aus, wenn wir sie mitten in der vierten Welle quer durch die Republik schicken, nur um Fußballspiele gegen gewalttätige Fans abzusichern«, sagte Mäurer laut einer Mitteilung.

Mit Blick auf die rasant steigenden Zahlen sei dies nicht mehr zu verantworten. Vor der Innenministerkonferenz Anfang Dezember forderte er seine Kolleginnen und Kollegen zum Handeln auf: »Es ist höchste Zeit, dass die Deutsche Fußball Liga den Spielbetrieb unterbricht. Es gilt, in der Krise Prioritäten zu setzen. Ein Fußballspiel abzusichern, gehört definitiv nicht dazu.«

Mäurer sagte, die Öffentlichkeit erwarte zu Recht, dass sich die Polizei an Kontrollen beteilige und gewalttätige Demonstrationen oder Ausschreitungen im Kontext der Pandemie unterbinde. In seinem Schreiben im Vorfeld der Innenministerkonferenz bat er um eine Beratung und ein geschlossenes Vorgehen, um die Pandemie nicht unnötig zu befördern. »Wir müssen auf die DFL einwirken, den Spielbetrieb umgehend zu unterbrechen oder zumindest vorerst nur Geisterspiele anzusetzen.«

Biontech untersucht neue Variante – Ergebnisse binnen zwei Wochen

13.20 Uhr: Der Impfstoffhersteller Biontech untersucht die im südlichen Afrika entdeckte neue Variante des Coronavirus und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen. »Wir können die Besorgnis von Experten nachvollziehen und haben unverzüglich Untersuchungen zur Variante B.1.1.529 eingeleitet«, teilte das Unternehmen in Mainz mit. Die Variante unterscheide sich deutlich von bisher beobachteten Varianten, da sie zusätzliche Mutationen am Spike-Protein habe. Die Daten aus nun laufenden Labortests würden Aufschluss geben, ob eine Anpassung des Impfstoffs erforderlich werde, wenn sich diese Variante international verbreite.

Biontech teilte weiter mit, gemeinsam mit dem US-Partner Pfizer habe man schon vor Monaten Vorbereitungen getroffen, um im Fall einer sogenannten Escape-Variante des Virus den Impfstoff innerhalb von sechs Wochen anzupassen und erste Chargen innerhalb von 100 Tagen auszuliefern. Dafür seien klinische Studien mit »variantenspezifischen Impfstoffen« gestartet worden, um Daten zur Sicherheit und Verträglichkeit zu erheben. Diese könnten im Fall einer Anpassung bei den Behörden als Musterdaten vorgelegt werden. Als Escape-Variante bezeichnet man eine Virusvariante, die sich der Wirkung der derzeit verfügbaren Impfstoffe entzieht.

Auch Frankreich verhängt Landeverbot für Flüge aus südlichem Afrika

12.40 Uhr: Auch Frankreich verhängt wegen des Aufkommens der neuen Variante B.1.1.529 ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika. Dieses gelte ab sofort für wenigstens 48 Stunden, teilte Premierminister Jean Castex in Paris mit. Reisende aus Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini dürften unabhängig von ihrem Impfstatus für wenigstens 48 Stunden nicht nach Frankreich einreisen.

Wer innerhalb der letzten 14 Tage aus einem dieser Länder in Frankreich eingetroffen sei, solle sich bei den Gesundheitsbehörden melden und schnellstens einen PCR-Test machen. Geplante Reisen in diese Länder sollten abgesagt werden. Das weitere Vorgehen werde in den nächsten Stunden auf EU-Ebene beraten.

Schleswig-Holstein und Hamburg: MPK muss nicht vorgezogen werden

12.06 Uhr: Die Regierung von Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Schleswig-Holstein sieht trotz neuer Höchststände bei den Corona-Neuinfektionen keine Notwendigkeit für ein Vorziehen der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK), die für den 9. Dezember geplant ist. Schleswig-Holstein beobachte die Lage sehr aufmerksam, sagte ein Sprecher: »Das Infektionsschutzgesetz gibt uns ausreichend Instrumente, um diese Maßnahmen umzusetzen.«

Unter anderem Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert eine raschere Ministerpräsidentenkonferenz, um mit schärferen Maßnahmen auf die Entwicklung zu reagieren.

Ähnlich wie Schleswig-Holstein sieht es die Regierung von Hamburg. Der Stadtstaat hatte am Donnerstag mit 237,9 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche einen neuen Höchststand bei der Sieben-Tage-Inzidenz erreicht, lag damit aber deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Bundespräsident Steinmeier: Unbedingt Schulen offen halten

11.51 Uhr: Trotz der dramatisch steigenden Corona-Zahlen hat sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gegen Schul- und Kitaschließungen ausgesprochen. »Es muss jetzt unser oberstes Ziel sein, Kitas und Schulen offen zu halten«, sagte Steinmeier in einer Videoansprache zum 10. Deutschen Schulleiterkongress in Düsseldorf.

Kinder und Jugendliche, die sich nicht oder erst seit Kurzem impfen lassen könnten, hätten zu Beginn der Pandemie einen hohen Preis zahlen müssen, um ältere Menschen zu schützen, sagte Steinmeier. Schulschließungen hätten dazu geführt, dass gerade die Schülerinnen und Schüler, die es beim Lernen ohnehin etwas schwerer hätten, weiter zurückgefallen seien. »Und wir wissen inzwischen auch, dass viele junge Menschen bis heute unter körperlichen und seelischen Folgen von Isolation und Einsamkeit leiden«, sagte der Bundespräsident. Daher müsse dafür gesorgt werden, dass Kitas und Schulen offen blieben. »Und wie das geht, das wissen wir alle: Lassen Sie sich impfen und erneuern Sie Ihren Impfschutz.« Steinmeier rief auch dazu auf, freiwillig Kontakte zu reduzieren.

Türkei rechnet mit drastisch höherer Sterberate durch Covid-Spätfolgen

11.32 Uhr: Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca erwartet in den kommenden Jahren eine deutlich höhere Sterberate durch Spätfolgen von Corona-Erkrankungen. In den kommenden drei Jahren rechne er mit einem Anstieg um das Drei- bis Vierfache in der Türkei, sagte Koca. Darum sei es besonders wichtig, sich impfen zu lassen.

Bereitet schlechte Nachrichten vor: Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca

Bereitet schlechte Nachrichten vor: Der türkische Gesundheitsminister Fahrettin Koca

Foto: ADEM ALTAN / AFP

Das türkische Statistikamt hat bisher noch keine Zahlen zur Sterberate des vergangenen Jahres veröffentlicht – und dafür besonders von der politischen Opposition Kritik kassiert. Politiker der prokurdischen HDP etwa vermuteten dahinter den Versuch, das tatsächliche Ausmaß der Coronapandemie in der Türkei zu vertuschen.

In der Türkei sind offiziellen Angaben zufolge bisher etwa 73.000 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben. Zum Vergleich: In Deutschland wurden bisher mehr als 100.000 Todesfälle verzeichnet. Beide Länder haben ähnlich viele Einwohner.

In Dänemark kehrt die Maskenpflicht zurück

11.19 Uhr: In Dänemark müssen die Menschen ab Montag in verschiedenen Alltagssituationen wieder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine Mehrheit im Epidemie-Ausschuss des dänischen Parlaments beschloss die Wiedereinführung der Maskenpflicht unter anderem in öffentlichen Verkehrsmitteln und beim Einkaufen. Darüber hinaus wird die Gültigkeitsdauer von Coronatests verkürzt, wie Gesundheitsminister Magnus Heunicke dem Fernsehsender TV2 sagte. Negative PCR-Tests werden nur noch 72 Stunden, Schnelltests 48 Stunden gültig sein. Das sind jeweils 24 Stunden weniger als zuvor.

Eine Maskenpflicht gibt es seit Monaten nicht mehr in Dänemark. Mitte September hatte sich Deutschlands nördlichster Nachbar zudem von den letzten bis dahin verbliebenen Coronabeschränkungen im Land verabschiedet. Angesichts der immens gestiegenen Zahlen wurde vor zwei Wochen aber das Vorzeigen des Coronapasses wiedereingeführt. Damit kann man etwa auf Konzerten oder im Restaurant vorweisen, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet ist.

1,2 Millionen Franzosen buchen Impftermin – an einem Tag

11.14 Uhr: Eine Verschärfung der Coronaregeln hat in Frankreich zu einem gewaltigen Ansturm für Auffrischungsimpfungen geführt. Mehr als 1,2 Millionen Menschen vereinbarten allein am Donnerstag einen Termin über die Website Doctolib, wie der in Frankreich viel genutzte Plattformbetreiber am Freitag mitteilte. Zu der Booster-Impfung sind in Frankreich alle Einwohner ab 18 Jahren aufgerufen, sobald ihre bisher letzte Impfung fünf Monate zurückliegt.

Ein Grund für den Ansturm dürfte sein, dass mit den verschärften Regeln der Corona-Pass von Menschen ungültig wird, die diese Auffrischung nicht innerhalb von sieben Monaten nach ihrer vollständigen Impfung verabreicht bekommen haben. Bei Menschen ab 65 Jahren, die bereits seit Längerem zu einer Boosterimpfung aufgerufen sind, gilt die neue Regelung ab dem 15. Dezember, für Menschen ab 18 Jahren ab dem 15. Januar. Nur mit dem sogenannten Gesundheitspass, einem 3G-Nachweis von Impfung, Genesung oder Coronatest, können die Menschen in Frankreich Restaurants und Veranstaltungen besuchen oder per Flugzeug oder Fernzug verreisen.

Tschechien und Malta riegeln gegen Südafrika ab

11.06 Uhr: Tschechien verbietet Nicht-EU-Bürgern aufgrund der neuen auftretenden Coronavariante B.1.1.529 die Einreise aus Südafrika, Namibia, Mosambik, Sambia und vier weiteren afrikanischen Staaten. Das gelte von Samstag an, teilte das Außenministerium in Prag am Freitag mit. Für Tschechen und andere EU-Bürger, die sich in den vergangenen 14 Tagen in einem dieser Staaten aufgehalten haben, sind strenge Quarantänemaßnahmen geplant. Vergleichbares gilt auch in Malta ab der Nacht von Samstag auf Sonntag.

DRV: Etwa 400 Urlauber mit Reiseveranstaltern im südlichen Afrika

11.00 Uhr: Nach der Einstufung Südafrikas als Virusvariantengebiet werden deutsche Veranstalter nach Angaben des Branchenverbandes DRV ihre Reisen ins südliche Afrika stornieren oder umbuchen. Die betroffenen Gäste würden informiert. »Reiseveranstalter werden ihre Gäste aktiv informieren und, wenn von den Kunden gewünscht, auch vorzeitig zurück nach Deutschland bringen«. Aktuell befinden sich nach Schätzung des DRV lediglich bis zu 400 Gäste mit deutschen Reiseveranstaltern im südlichen Afrika.

Zuvor hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

Spahn: Warten auf Stiko-Empfehlung passt nicht in Pandemie

10.58 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn kritisiert das Prozedere für Impfungen in Deutschland. Er schätze die Arbeit und die Expertise der Ständigen Impfkommission (Stiko) sehr, sagt Spahn in Berlin. Es sei aber zu hinterfragen, ob dieses Vorgehen auch in einer Pandemie und einer Gesundheitskrise das Richtige sei. Diese Frage müsse »auf jeden Fall einer Prüfung und Veränderung unterzogen werden«. Dies sei völlig vorwurfsfrei gemeint.

Divi: Impfstatus kein Kriterium bei Triage

10.50 Uhr: Der Impfstatus eines schwer erkrankten Covid-Patienten darf aus Sicht von Intensivmedizinern bei der Entscheidung über die weitere Behandlung keine Rolle spielen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) betont diese Maxime in der aktualisierten Fassung ihrer Empfehlungen dazu, wie bei knappen Ressourcen während der Coronapandemie möglichst viele Menschen gerettet werden können. Die ärztliche Hilfspflicht gelte unabhängig davon, wie das Verhalten des Betroffenen vorher gewesen sei, sagte Georg Marckmann, Vorstand des Instituts für Ethik, Geschichte und Theorie der Medizin in München am Freitag.

Uniklinikum Gießen: Ein intubierter Patient und ein Pfleger auf der Intensivstation

Uniklinikum Gießen: Ein intubierter Patient und ein Pfleger auf der Intensivstation

Foto: Boris Roessler / dpa

»Es ist so, dass wir den Lungenkrebs des Rauchers genauso behandeln wie die koronare Herzerkrankung des Übergewichtigen. Und genauso werden wir natürlich auch die Covid-Erkrankung von jemand behandeln, der sich nicht geimpft hat«, sagte Marckmann. »Wie ein Kollege das mal sehr treffend auf den Punkt gebracht hat: Wir sind Retter, keine Richter.« Wichtigstes Entscheidungskriterium bleibe die Erfolgsaussicht einer Behandlung.

RKI-Präsident Wieler: »Massive Reduktion der Kontakte – jetzt sofort«

10.39 Uhr: RKI-Präsident Lothar Wieler hat die Politik eindringlich aufgefordert, gegen die immer drastischer um sich greifende Coronawelle Maßnahmen zur sofortigen Kontaktreduzierung zu beschließen. »Wir brauchen eine massive Reduktion der Kontakte – jetzt sofort«, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag in Berlin.

Niederlande beschränken Reiseverkehr aus Südafrika

10.38 Uhr: Auch die Niederlande werden wegen des Aufkommens einer neuen Virusvariante ein Landeverbot für Flüge aus dem südlichen Afrika verhängen. Dieses gelte ab Freitag, 12 Uhr, teilte die Regierung in Den Haag mit. Außerdem würden Südafrika sowie weitere betroffene Länder der Region zu Hochrisikogebieten erklärt.

Passagiere, die aus der Region nun noch unterwegs sind, müssten sich nach Ankunft auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol testen lassen und anschließend in Quarantäne begeben. Die neue Virusvariante B.1.1.529 gebe Anlass zur Sorge, sagte der geschäftsführende Gesundheitsminister Hugo de Junge. »Dies ist eine vorsorgliche Maßnahme, um die Einführung einer neuen Variante, die möglicherweise ansteckender ist, abzubremsen«, zitierte die Nachrichtenagentur ANP den Minister.

Südafrika hält Reisebeschränkungen für verfrüht

10:30 Uhr: Die Regierung Südafrikas erklärt, ein britisches Flugverbot für sechs Länder des südlichen Afrikas wegen der Entdeckung einer neuen Corona-Variante erscheine übereilt, da selbst die Weltgesundheitsorganisation (WHO) noch nicht über die nächsten Schritte beraten habe. Zum Zeitpunkt der Erklärung sind die entsprechenden Ankündigungen aus EU-Ländern – unter anderem bereiten die Bundesrepublik, Italien und Österreich ähnliche Schritte vor – noch nicht bekannt. Die WHO will in einer Expertenrunde am Mittag über die Variante beraten. Zu den Flugreisebeschränkungen äußerte sich die WHO zunächst nicht.

Söder will Impfpflicht ab Januar

10.28 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat eine rasche Bundesnotbremse für ganz Deutschland und eine ab Januar geltende allgemeine Impfpflicht gefordert. »Nur die allgemeine Impfpflicht befreit uns aus der Dauerendlosschleife Corona«, sagte Söder am Freitag in Rosenheim. »Nur die allgemeine Impfpflicht führt am Ende zu gesellschaftlichem Frieden.«

Bayerns Ministerpräsident Söder: Steigende Neuinfektionen nicht nur ein Problem Bayerns oder Ostdeutschlands

Bayerns Ministerpräsident Söder: Steigende Neuinfektionen nicht nur ein Problem Bayerns oder Ostdeutschlands

Foto: Peter Kneffel / dpa

Er appellierte an den Bund und die Ampel-Parteien: »Einigt euch auf eine Impfpflicht ab dem neuen Jahr, ab dem 1. Januar«, forderte Söder. Dies würde helfen, die Impfzahlen zu verbessern. Eine partielle Impfpflicht etwa für medizinische Berufe hätte aus seiner Sicht keine große Wirkung. »Wir müssen aus dieser Krise rauskommen«, mahnte Söder und betonte, dass die steigenden Corona-Neuinfektionen nicht nur ein Problem Bayerns oder Ostdeutschlands seien. Es sei ein »nationales Phänomen«. Es sei eine »Komplettüberlastung des deutschen, aber auch des regionalen Gesundheitssystems« zu befürchten.

Weckruf: Spahn versucht es mit Uhren-Rhetorik

10.07 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) äußert sich besorgt. »Die Lage ist dramatisch ernst, so ernst wie noch zu keinem Zeitpunkt in dieser Pandemie«, sagt Spahn in Berlin. Vor zwei Wochen habe er noch gesagt, es sei fünf nach zwölf, vor einer Woche sei es zehn nach zwölf gewesen. »Es ist mittlerweile halb eins, aber der Weckruf ist noch nicht überall angekommen«, sagt Spahn. Er fordert dringend umgehende Kontaktreduzierungen, um eine immer weitere Corona-Ausbreitung in ganz Deutschland abzuwenden.

Expertentreffen der WHO zur Virusvariante B.1.1.529

10.02 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) beruft für den Mittag ein Expertentreffen wegen der neuen Corona-Variante aus Südafrika ein. Es müsse entschieden werden, ob die bislang B.1.1.529 genannte Variante als eine »interessante Variante« oder als »besorgniserregende Variante« eingestuft werden solle, sagt ein WHO-Sprecher. Auch solle der Zeitplan für die laufenden Studien überprüft werden. Fast 100 Sequenzen der Variante seien bekannt. Eine frühere Analyse zeige, dass sie eine große Anzahl von Mutationen aufweise. Dies müsse genauer untersucht werden.

Bundesverfassungsgericht entscheidet am Dienstag über Bundesnotbremse

09.50 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht will am Dienstag seine Entscheidungen zu insgesamt neun Verfassungsbeschwerden gegen die sogenannte Bundesnotbremse veröffentlichen. Das teilte das Gericht am Freitag mit. Demnach geht es in sieben der Beschwerden um Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen, in zwei weiteren um Schulschließungen (Aktenzeichen: 1 BvR 781/21, 1 BvR 971/21 und weitere). Insgesamt waren bis August 301 Anträge und Verfassungsbeschwerden zum als Bundesnotbremse bezeichneten vierten Bevölkerungsschutzgesetz registriert. Zahlreiche davon wurden bereits abgewiesen oder nicht zur Entscheidung angenommen.

Für die Entscheidung über die ausgewählten Hauptverfahren bat das Bundesverfassungsgericht Sachverständige etwa aus der Infektiologie, der Epidemiologie und der Bildungsforschung um Stellungnahmen. Nun werden die Beschlüsse dazu erwartet. Das strittige Gesetz war am 23. April in Kraft getreten. Es regelt bundesweit, was geschieht, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen stabil über 100 liegt. Ende Juni lief die Bundesnotbremse aus, sie könnte aber reaktiviert werden.

Von der Leyen: EU-Flugverkehr nach Südafrika kappen

09.50 Uhr: Deutschland und die Europäische Union wollen sich gegen die Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante wappnen, die in Südafrika entdeckt wurde. Der Flugverkehr aus dem südlichen Afrika solle angesichts der wachsenden Besorgnis gekappt werden, schlug EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Freitag vor. »Die Kommission wird in enger Abstimmung mit den Mitgliedstaaten vorschlagen, die Notbremse zu aktivieren, um den Flugverkehr aus dem südlichen Afrika aufgrund der besorgniserregenden Variante B.1.1.529 einzustellen«, twitterte sie.

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Italien und Österreich schränken Einreise aus Südafrika ebenfalls ein

09.46 Uhr: Italiens Gesundheitsminister Roberto Speranza hat wegen der Coronavirus-Variante B.1.1.529 per Anordnung die Einreise aus mehreren südafrikanischen Ländern eingeschränkt. Wer in den vergangenen 14 Tagen in Südafrika, Lesotho, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Namibia und Eswatini gewesen sei, könne nicht nach Italien einreisen, teilte sein Ministerium am Freitag mit.

09.47 Uhr: Auch Österreich verbietet die Einreise aus Südafrika und einigen anderen afrikanischen Staaten. Das gab das Gesundheitsministerium bekannt. Nur Österreicher, die sich bereits dort aufhielten, dürften noch in ihre Heimat zurückkehren. Sie müssten aber besonders strenge Quarantäne-Bedingungen beachten.

NRW verschiebt OPs für bayerische Corona-Patienten

09.44 Uhr: Die NRW-Landesregierung will zur Aufnahme von Corona-Patienten aus anderen Bundesländern planbare Operationen in den NRW-Krankenhäusern verschieben lassen. Eine entsprechende Verordnung will das Kabinett am Freitagmorgen in einer Sondersitzung verabschieden, wie die Staatskanzlei mitteilte. Um 14 Uhr soll ein Spezialflugzeug der Luftwaffe auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen. Die Ankunft der Maschine wurde für den frühen Abend geplant.

Tschechien meldet neue Höchstwerte bei Corona-Infektionen

09.39 Uhr: In Tschechien hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages abermals einen Rekordwert erreicht. Binnen 24 Stunden kamen 27.717 bestätigte Fälle hinzu. Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg auf 1231 je 100.000 Einwohner. Mehr als 6000 Krankenhausbetten waren mit Corona-Patienten belegt.

Am Freitag trat in dem deutschen Nachbarland wegen der vierten Corona-Welle der nationale Notstand in Kraft. Cafés, Restaurants und Kneipen müssen nun bereits um 22 Uhr schließen. Dort gilt ohnehin die 2G-Regel – Besucher müssen also geimpft oder genesen sein. Die Weihnachtsmärkte wurden abgesagt, die Zahl der Teilnehmer bei Sportveranstaltungen auf 1000 Geimpfte und Genesene begrenzt.

Der tschechische Präsident Miloš Zeman befindet sich im Krankenhaus, nachdem ein Coronatest positiv ausgefallen war. Die geplante Ernennung des Liberalkonservativen Petr Fiala zum neuen Ministerpräsidenten musste verschoben werden. Zeman hatte die Klinik gerade erst nach anderthalb Monaten verlassen können. Er war dort nach offiziellen Angaben wegen Komplikationen im Zusammenhang mit einer chronischen Erkrankung behandelt worden.

Lufthansa fliegt Südafrika weiter an

09.37 Uhr: Die deutsche Lufthansa hält die Flugverbindungen in das Virusvariantengebiet Südafrika vorerst aufrecht. »Wir setzen die Vorgaben um und werden weiter fliegen, auch um Menschen nach Hause zu bringen und Fracht zu transportieren«, sagte ein Lufthansa-Sprecher. Lufthansa beobachte die Lage intensiv und halte sich an alle gesetzlichen Auflagen und Regeln. Zuvor hatte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitgeteilt, Deutschland werde Südafrika wegen der neu auftretenden Coronavirus-Variante B.1.1.529 zum Virusvariantengebiet erklären. Die Regelung trete in der Nacht zum Samstag in Kraft, Fluggesellschaften dürften dann nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern. Gegebenenfalls seien auch Nachbarländer Südafrikas betroffen.

Dax reagiert mit kräftigem Minus auf die Corona-Nachrichtenlage

09.36 Uhr: Die Sorgen um eine neue Coronavirus-Mutation im südlichen Afrika haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag einen kräftigen Schlag versetzt. Der Dax rutschte gleich in den ersten Handelsminuten um 3,15 Prozent auf 15.416,93 Punkte ab und landete so auf dem tiefsten Stand seit Ende Oktober. Zuvor hatte bereits in Asien die Virusmutation den letzten Handelstag der Woche verdorben und für teils hohe Kursverluste gesorgt.

Grüne Woche im Januar fällt aus

09:30 Uhr: Die Grüne Woche im Januar 2022 fällt wegen der stark steigenden Corona-Zahlen aus. Das teilten die Veranstalter der Agrar- und Ernährungsmesse der Deutschen Presse-Agentur mit. Beim großen Jahresauftakt der Ernährungsbranche sollte 2G eigentlich wieder eine Präsenzmesse möglich machen, mit Zehntausenden Besuchern. Acht Wochen vor der geplanten Eröffnung sagten die Veranstalter die Agrar- und Ernährungsmesse nun ab. Angesichts der Wucht der gegenwärtigen Corona-Welle werde es im Januar und Februar keine Großveranstaltungen geben, teilte die Messe Berlin mit. Davon betroffen ist auch die Fruchthandelsmesse Fruit Logistica; die internationale Fachbesucher-Messe wird von Februar auf Anfang April verschoben.

Wegen Corona: CDU wählt neuen Vorsitzenden online

09.22 Uhr: Die CDU muss ihren neuen Vorsitzenden wegen der dramatischen Coronalage erneut bei einem Online-Parteitag wählen. Der Bundesvorstand der Partei entschied nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer digitalen Sitzung, das am 21./22. Januar in Hannover in Präsenz geplante Treffen der 1001 Delegierten abzusagen. Stattdessen soll es am 22. Januar einen digitalen Parteitag geben.

Grüne fordern schnellere Stiko-Entscheidung zur Kinderimpfung

09.13 Uhr: Baden-Württembergs Gesundheitsminister Manfred Lucha (Grüne) hat die Ständige Impfkommission (Stiko) zu einer schnellen Entscheidung über eine Empfehlung des Kinderimpfstoffs von Biontech und Pfizer aufgefordert. »Die Stiko sollte nicht bis zum 20. Dezember mit einer Entscheidung warten«, sagte Lucha dem »Handelsblatt«. Ab dem 20. Dezember sollen in Deutschland 2,4 Millionen Impfdosen für Kinder bereitstehen.

»Die Daten, auf die die Stiko zurückgreift, sind da – darauf haben auch die Experten in den USA und in Israel zurückgegriffen«, sagte Lucha. Deshalb sollte die Stiko-Entscheidung zeitnah fallen. Grünenchefin Annalena Baerbock sagte dem SPIEGEL, ihr sei wichtig, dass die Kinderimpfung auch logistisch vorbereitet werde. »Erwachsene können notfalls auch mal Stunden für eine Impfung anstehen – mit kleinen Kindern geht das nicht.«

Bundesregierung schränkt Flugverkehr aus Südafrika wegen Virusvariante ein

9.00 Uhr: Wegen der neu aufgetretenen Variante des Coronavirus schränkt die Bundesregierung den Flugverkehr mit Südafrika drastisch ein. Das Land gelte ab der Nacht zum Samstag als Virusvariantengebiet, teilte das Bundesgesundheitsministerium am Freitag mit.

»In der Folge dürfen Fluggesellschaften nur noch deutsche Staatsbürger nach Deutschland befördern.« Zudem müssten alle Eingereisten für 14 Tage in Quarantäne – auch wenn sie vollständig geimpft sind.

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, der auch als möglicher neuer Bundesgesundheitsminister gehandelt wird, schrieb auf Twitter: »Wir müssen Zeit gewinnen.  Nichts ist schlimmer als eine neue Variante in eine laufende Welle hinein.« Wenn vorläufige Daten sich als korrekt herausstellten, »müssen sofort Reisebeschränkungen erfolgen«.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden.

Luftwaffe startet am Nachmittag mit Corona-Hilfsflügen

08.30 Uhr: Die Luftwaffe wird sich von Freitagnachmittag an mit einem Spezialflugzeug an der Verlegung von Intensivpatienten in der Corona-Pandemie beteiligen. Ein Airbus A310 MedEvac sollte nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur um 14.00 Uhr auf dem bayerischen Flughafen Memmingen landen und Schwerkranke nach Münster-Osnabrück in Nordrhein-Westfalen fliegen. Die Ankunft der Maschine ist für den frühen Abend geplant.

Schnelle Transportkapazitäten mit Flugzeugen sollen eingesetzt werden, um Intensivpatienten bei einer regionalen Überlastung von Krankenhäusern in Regionen mit freien Kapazitäten fliegen zu können.

Die Luftwaffe hält zwei Flugzeuge für den Hilfseinsatz bereit. Dazu gehört der Airbus A310 MedEvac, eine »fliegende Intensivstation« mit sechs dieser Behandlungsplätze, sowie eine umgerüstete Spezialmaschine, das Überwachungsflugzeug A319OH (»offener Himmel«), das nachträglich mit zwei Plätzen zur Intensivbehandlung ausgerüstet wurde. In Wunstorf (Niedersachsen) ist zudem ein A400M MedEvac stationiert.

Esken schließt Lockdown im Winter nicht aus

07.31 Uhr: SPD-Co-Chefin Saskia Esken plädiert nicht für einen Lockdown im Winter, schließt ihn aber auch nicht aus. Jetzt müssten die 2G- und 2Gplus-Regeln angewandt und vor allem kontrolliert werden, sagte sie in der ARD. »Wir sind der Auffassung, dass geimpfte Menschen, die jetzt in den letzten Monaten alles richtig gemacht haben, die sich haben impfen lassen und sich um einen Booster-Termin bemühen, dass wir die nicht in einen Lockdown schicken können, um eben vor allem Ungeimpfte zu schützen.«

Auf die Frage, ob sie sagen könne, dass es keinen kurzen harten Winter-Lockdown geben könne, sagt Esken: »Ich würde heute, Stand heute und auch schon gestern und vorgestern nichts ausschließen, was wir in die Hand nehmen müssen, welche Instrumente wir in die Hand nehmen müssen, um diese Welle zu brechen.«

Japan und Indien verschärfen Kontrolle von Reisenden aus Afrika

07.08 Uhr: In Japan hat die Regierung eine Verschärfung der Grenzkontrollen für Einreisende aus Südafrika und fünf andere afrikanische Länder beschlossen, wie die Nachrichtenagentur Jiji meldet. Hintergrund sei die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante.

Auch Indien reagiert auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante: Internationale Reisende aus Südafrika und anderen Ländern sollen konsequent getestet und geprüft werden, wie das Gesundheitsministerium mitteilt. Hintergrund seien Berichte über die neue Virusvariante mit dem Namen B.1.1.529, der eine hohe Zahl von Mutationen zugeschrieben werde.

Volker Wissing: Länder müssen mehr tun

06.51 Uhr: FDP-Generalsekretär Volker Wissing ruft die Bundesländer zu raschem Handeln auf. Sie müssten die wichtigsten Kontaktbeschränkungen so schnell wie möglich umsetzen, sagt er im Deutschlandfunk. Mit dem neuen Infektionsschutzgesetz könnten viel schärfere Maßnahmen zur Anwendung kommen, betont Wissing. Diese Möglichkeiten müssten nun ausgeschöpft werden.

Die Länder dürften nicht nur nach Berlin schauen »wie in einer Schockstarre«. Wissing fordert zugleich, die noch amtierende Bundesregierung müsse nun entscheiden, wie auf die in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante zu reagieren sei. Dazu gehörten auch Maßnahmen im Flugverkehr.

Weltweit mehr als fünf Millionen Menschen an oder mit Corona gestorben

6.45 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen weltweit liegt derzeit bei 259,61 Millionen Fällen, mehr als 5,4 Millionen Menschen sind im Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorbenen. Das geht aus einer Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten hervor. Seit dem Auftreten der ersten Fälle in China im Dezember 2019 wurden Infektionen in mehr als 210 Ländern und Territorien gemeldet.

CSU-Gesundheitspolitiker fordert strengen Weihnachtslockdown

6.40 Uhr: Der CSU-Bundestagsabgeordnete Stephan Pilsinger hat sich für strenge Coronamaßnahmen um die Feiertage im Dezember ausgesprochen. »Um das Schlimmste zu verhindern, ist ein strenger Weihnachtslockdown für alle Bürger ähnlich wie letztes Jahr in Italien notwendig«, sagte der Gesundheitspolitiker der »Augsburger Allgemeinen« .

Man müsse unbedingt handeln, um zu verhindern, dass es Anfang nächsten Jahres einen völligen Kollaps des Gesundheitssystems wie zum Beispiel in Bergamo mit vielen Coronatoten gebe.

Eine Überlastung des Gesundheitssystems und der Intensivstationen sei bei den massiv wachsenden Infektionszahlen nicht mehr vermeidbar. Die Zeit um den Jahreswechsel sei praktikabel: »In diesem Ferienzeitraum sind die negativen Auswirkungen eines Lockdown zur Brechung der Welle für die Kinder und die Wirtschaft am geringsten«, sagte er.

RKI registriert 76.414 Neuinfektionen – Inzidenz bei 438,2

6.27 Uhr: Die Zahl der binnen einem Tag ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat wieder einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Freitagmorgen 76.414 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 52.970 erfasste Neuinfektionen gewesen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 438,2 an – ebenfalls ein Höchstwert. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 419,7 gelegen, vor einer Woche bei 340,7 (Vormonat: 113,0). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.32 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 357 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 201 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 5.650.170 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 5,79 an (Mittwoch: 5,74). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Freitag mit 4.775.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 100.476.

WHO: Fast 500.000 Leben in Europa durch Covid-19-Impfungen gerettet

6.15 Uhr: Seit Beginn der Covid-19-Impfungen sind allein in Europa nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mindestens 470.000 Menschen in der Altersgruppe über 60 vor dem Tod gerettet worden. Das zeige eine zusammen mit dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im Magazin »Eurosurveillance« veröffentlichte Untersuchung in 33 europäischen Ländern, teilte das in Kopenhagen ansässige Europa-Büro der WHO am Donnerstag mit. Diese Schätzung schließe nicht jene Fälle ein, die durch die Impfung von Personen unter 60 Jahren gerettet worden seien.

WHO-Regionaldirektor Hans Kluge sagte, die Impfstoffe gegen Covid-19 seien ein Wunder der modernen Wissenschaft. Diese Studie verdeutliche, dass sie genau die versprochene Wirkung hätten, »nämlich Leben retten und einen sehr hohen Schutz vor schwerer Krankheit und Tod bieten«. In manchen Ländern wären die Todesfallzahlen ohne die Impfstoffe doppelt so hoch ausgefallen. Deshalb komme es entscheidend darauf an, dass alle Mitgliedstaaten so bald wie möglich eine hohe Durchimpfung in den Risikogruppen erreichten. Länder mit niedrigeren Impfraten müssten auch weiterhin vorrangig die am stärksten gefährdeten Personen impfen und die schutzbedürftigen Gruppen so schnell wie möglich schützen.

Seit Dezember 2019 haben die Länder der Europäischen Region der WHO den Angaben zufolge über 1,5 Millionen bestätigte Todesfälle infolge von Covid-19 gemeldet, davon 90,2 Prozent in der Altersgruppe über 60.

Montgomery: »Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor«

5.40 Uhr: Die Lage in den Krankenhäusern spitzt sich angesichts der stark steigenden Zahl von Corona-Infizierten dramatisch zu. Der Vorsitzende des Weltärztebunds, Frank Ulrich Montgomery, schlug Alarm: »Wir alle bereiten uns auf eine Triage vor«, sagte Montgomery den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Freitag). Die Ärzte versuchten alles, um diese letzte entsetzliche Entscheidung abzuwenden. »Aber angesichts der steigenden Infektionszahlen müssen sich die Kliniken vorbereiten«, sagte Montgomery.

Triage bedeutet, dass Mediziner aufgrund von knappen Ressourcen entscheiden müssen, wem sie zuerst helfen. An diesem Freitag will sich die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) auf einer Online-Pressekonferenz zur Priorisierung und Triage bei Covid-19 äußern.

Neue Supervariante im Süden Afrikas

2.35 Uhr: Die Ausbreitung einer neuen möglicherweise sehr gefährlichen Variante des Coronavirus' im südlichen Afrika hat international Besorgnis ausgelöst. Experten befürchten, dass die Variante B.1.1.529 wegen ungewöhnlich vieler Mutationen nicht nur hoch ansteckend sei, sondern auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. Großbritannien und Israel schränkten deswegen vorsorglich den Flugverkehr in die Staaten der Region ein.

Das südafrikanische Institut für Ansteckende Krankheiten NICD teilte am Donnerstag mit, es seien in Südafrika erste 22 Fälle der neuen Variante B.1.1.529 nachgewiesen worden. Mit mehr Fällen sei im Zuge der laufenden Genomanalysen zu rechnen. »Obwohl die Datenlage noch beschränkt ist, machen unsere Experten mit allen Überwachungssystemen Überstunden, um die neue Variante und die damit möglicherweise verbundenen Implikationen zu verstehen.«

Gesundheitsminister Joe Phaahla erklärte, die neue Variante bestätige die »Tatsache, dass dieser unsichtbare Feind sehr unvorhersehbar ist«. Er rief die Südafrikaner auf, Masken zu tragen, Abstand zu halten und insbesondere sich impfen zu lassen. »Wir haben auch das zusätzliche Mittel der Impfungen, das uns helfen wird, schwere Erkrankungen zu vermeiden, einschließlich, dass wir in der Klinik enden oder sogar dem Virus zum Opfer fallen«, sagte er.

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