+++ Corona-News +++ Berlins Regierende Bürgermeisterin Giffey mit Coronavirus infiziert

Franziska Giffey hat Corona – zuletzt saß sie bei einer Pressekonferenz neben Kanzler Scholz. Spanien, Großbritannien und USA werden von Hochrisikoliste gestrichen. Der Überblick.
Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey

Foto: Andreas Gora / POOL / EPA

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+++ Berlins Regierende Bürgermeisterin Giffey mit Coronavirus infiziert +++

19.00 Uhr: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nach einem positiven PCR-Test begebe sie sich nun umgehend in Isolation, teilte die SPD-Politikerin am Freitagabend über Twitter und Instagram mit. »Bisher habe ich keine Symptome. Alle Termine in den kommenden Tagen finden, wenn möglich, als Telefon- oder Videokonferenz statt«, schrieb Giffey weiter.

Die 43-Jährige hatte am Mittwoch an dem Bund-Länder-Treffen zur Coronapandemie teilgenommen und bei der anschließenden Pressekonferenz an der Seite von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) gesessen. An diesem Samstag wollte sie an einer Podiumsdiskussion zum Thema »Role of Cities« auf der Münchner Sicherheitskonferenz teilnehmen.

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WHO-Chef: Die Pandemie ist noch nicht vorbei

19.32 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat davor gewarnt, die Coronapandemie voreilig für beendet zu erklären. In einigen Ländern gebe es hohe Impfquote verbunden mit einer geringeren Gefährlichkeit der Omikron-Variante, sagte Tedros Adhanom Ghebreyesus am Freitag auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Dies nähre das gefährliche Narrativ, dass die Pandemie vorbei sei.

»Aber das stimmt nicht«, betonte er. Nicht, wenn 70.000 Menschen pro Woche an einer vermeidbaren und behandelbaren Krankheit sterben. Nicht, wenn 83 Prozent der Bevölkerung Afrikas noch nicht einmal eine erste Impfdosis erhalten habe. Nicht, wenn Gesundheitssysteme noch immer unter der Zahl der Fälle ächzten. Und nicht, wenn es ein höchst übertragbares Virus gebe, das fast unkontrolliert zirkuliere. Die Bedingungen seien ideal, dass noch mehr übertragbare, gefährliche Varianten entstehen könnten, warnte der WHO-Generaldirektor.

Man könne die Pandemie aber als globale Gesundheits-Notsituation beenden – man verfüge dazu über die Instrumente und das Know-how. In dem Zusammenhang erneuerte Tedros das WHO-Ziel, insbesondere von den reichen Staaten 16 Milliarden Dollar einzusammeln, um damit Impfstoffe, Tests, Medikamente und Masken in ärmeren Ländern zielgerichtet zur Verfügung zu stellen.

Studie: Franzosen in Coronakrise mutlos und unzufrieden

19.23 Uhr: Vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich im April ist die Bevölkerung einer Studie zufolge so mutlos und unzufrieden wie seit vielen Jahren nicht mehr. Ängste und Einschränkungen während der Coronapandemie hätten zu einem beispiellosen Rückgang der allgemeinen Lebenszufriedenheit geführt, teilte die Statistikbehörde Insee am Freitag in Paris mit.

Der Durchschnittswert der Lebenszufriedenheit lag 2021 bei 6,8 von 10 Punkten. Dies ist der niedrigste Wert seit 2010, als mit der Erhebung der Lebenszufriedenheit begonnen wurde. Die Unzufriedenheit steige mit wachsendem Alter. 2020 hatte der Wert bei 7,2, und 2019 bei 7,3 gelegen.

Tschechien verlängert umstrittene Corona-Regeln

14.35 Uhr: Nach einer kontroversen Debatte hat das tschechische Parlament die Rechtsgrundlage für die Corona-Maßnahmen verlängert. Das Abgeordnetenhaus überstimmte am Freitag den Senat, der die Vorlage zuvor abgelehnt hatte. Das sogenannte Pandemie-Gesetz ermöglicht es dem Gesundheitsminister unter anderem, Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe zu schließen oder Freizeitaktivitäten einzuschränken. Die bisherige Regelung drohte Ende des Monats auszulaufen.

Südkorea lockert Corona-Beschränkungen

13.54 Uhr: Südkorea hat trotz einer Rekordzahl an Infektionen eine Lockerung der Corona-Beschränkungen angekündigt. »In Anbetracht der zunehmenden Schwierigkeiten für das Leben der Menschen und für die Wirtschaft sind wir zu dem Schluss gekommen, dass eine minimale Anpassung unausweichlich ist«, sagte Ministerpräsident Kim Boo-kyum am Freitag. Die Behörden kündigten an, dass Bars und Restaurants ab Samstag bis 22 Uhr geöffnet bleiben können.

Bislang begann die Sperrstunde um 21 Uhr. Das Gastgewerbe muss auch nicht mehr die Namen und Adressen der Gäste registrieren, um eine Nachverfolgung zu ermöglichen.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen in Südkorea nimmt aber weiter zu. Am Donnerstag wurden 109.831 Fälle gemeldet. Damit überschritt Südkorea erstmals die Schwelle von 100.000 Neuinfektionen. Für den Monat März rechnen Experten wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus mit 270.000 Fällen pro Tag.

Spanien, Großbritannien und USA werden von Hochrisikoliste gestrichen

13.46 Uhr: Die Bundesregierung streicht an diesem Sonntag fast 20 Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete, darunter Spanien, die USA und Großbritannien. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) mit . Von der Liste genommen werden unter anderem auch Tunesien, Marokko und Indien. Für Reisende, die aus Ländern kommen, die nicht mehr als Hochrisikogebiet eingestuft werden, erleichtert sich die Rückkehr nach Deutschland. Neu als Hochrisikogebiete eingestuft wird diesmal kein Land.

Die von der Hochrisikoliste gestrichenen Länder im Einzelnen: Spanien, die franz. Übersee-Departements Französisch-Guayana, Mayotte, St. Pierre, Miquelon; Irland, Andorra, Großbritannien, Afghanistan, Algerien, Fidschi, Indien, Kasachstan, Katar, Laos, Marokko, Nepal, Pakistan, Saudi-Arabien, Tunesien, Usbekistan, Vereinigte Arabische Emirate, USA.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht vollständig geimpft oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch.

Mit der Einstufung als Hochrisikogebiet verbunden ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige touristische Reisen. Sie erleichtert Touristen die kostenlose Stornierung bereits gebuchter Reisen, bedeutet aber kein Reiseverbot.Als Hochrisikogebiete werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko eingestuft. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Lindner sieht weltweiten Erholung der Weltwirtschaft nach der Pandemie bedroht

13.25 Uhr: Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) sieht »erhebliche Abwärtsrisiken«, die den Aufschwung der Weltwirtschaft nach der Coronapandemie gefährden könnten.

Der FDP-Politiker nannte am Freitag nach Beratungen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) auch die Spannungen in Osteuropa. Mit Blick auf Russland sagte er, es werde alles unternommen, um eine Eskalation abzuwenden. Eine solche wäre vor allem eine Tragödie für die Menschen in der Ukraine, die in Frieden leben wollten. Danach erst kämen ökonomische Erwägungen. Im Falle einer Eskalation gäbe es wirtschaftlich keine Gewinner, es käme zu einer »krisenhaften Zuspitzung«. Der Schlüssel zur Lösung des Konflikts liege in Moskau.

Mit Blick auf die Abschlusserklärung der G20-Finanzminister machte Lindner deutlich, andere hätten die Ukraine-Krise anders eingeordnet – Russland ist Mitglied der G20. Das ändere nichts an der Tatsache, dass Deutschland und viele andere der Auffassung seien, eine Eskalation in der Ukraine-Krise wäre ein großes »geopolitisches Risiko«, das möglichst entschärft werden müsse.

Lindner nannte als weitere Risiken für die Weltwirtschaft die anhaltend hohe Inflation, Unterbrechungen bei Lieferketten sowie Materialengpässe infolge der Pandemie. Er betonte außerdem die Bedeutung internationale Finanzstabilität. Es sei eine »Sensibilität« gefordert bei Ländern, die die Geldpolitik veränderten. Insbesondere die USA hätten eine besondere Verantwortung

Lufthansa will doch keine Piloten entlassen

13.22 Uhr: Die Lufthansa verzichtet bei ihrer Kernmarke darauf, Piloten zu entlassen. Entgegen früheren Ankündigungen in der Coronakrise kommt die Fluggesellschaft ohne betriebsbedingte Kündigungen aus, teilte die Airline am Freitag mit.

Nachdem bereits bei den Kapitänen und Kapitäninnen ein Freiwilligenprogramm erfolgreich war, sollen nun auch Co-Pilotinnen und Co-Piloten freiwillig ausscheiden können oder kollektive Teilzeitvereinbarungen greifen. Dazu gibt es allerdings noch keine Vereinbarungen mit der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit.

Ramaphosa drängt auf Vakzinen-Patentfreigabe

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa nach dem Gipfel der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU)

Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa nach dem Gipfel der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU)

Foto: JOHN THYS / POOL / EPA

12.42 Uhr: Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa hat während eines gemeinsamen Gipfels der Europäischen Union (EU) und der Afrikanischen Union (AU) eine Patentfreigabe für Coronaimpfstoffe gefordert. Es sei nicht akzeptabel, dass Afrika sich mit Blick auf Medikamente immer hinten anstellen müsse, sagte Ramaphosa während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Charles Michel in Brüssel.

Spenden allein seien kein nachhaltiger Weg, um Widerstandsfähigkeit aufzubauen, so Ramaphosa, der AU-Beauftragter für die Coronapandemie ist. Es müsse um das Leben von Millionen Menschen gehen – und nicht um die Gewinne einiger weniger Unternehmen.

Am Rande des zweitägigen Gipfels wurde verkündet, dass in sechs Ländern Afrikas mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in absehbarer Zeit patentfreier mRNA-Impfstoff hergestellt werden soll. Als Standorte nannte die WHO Südafrika, Ägypten, Kenia, Nigeria, den Senegal und Tunesien.

Südafrika geht dieser Schritt aber nicht weit genug. Die Frage der Patentfreigabe sorgt seit Monaten für Streit zwischen der EU und der AU. In Afrika sind erst rund 12 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft, während es in der EU mehr als 70 Prozent sind.

Bundestag beschließt Kurzarbeitergeld bis Ende Juni

12.21 Uhr: Von der Coronapandemie betroffene Unternehmen in Deutschland können noch bis Ende Juni leichter Kurzarbeitergeld beantragen und dieses auch für einen längeren Zeitraum bekommen. Der Bundestag beschloss am Freitag, die wegen der Pandemie geltenden Sonderregeln für die Kurzarbeit zu verlängern. Ohne den Beschluss wären die Regeln Ende März ausgelaufen.

Die maximale Bezugsdauer für das Kurzarbeitergeld beträgt damit vorerst weiterhin 28 Monate statt 24 Monate. Die Zahl der Beschäftigten, die vom Arbeitsausfall betroffen sein müssen, bleibt bei mindestens zehn Prozent – normalerweise muss hier mindestens ein Drittel betroffen sein.

Nur wenn die Kurzarbeit mit einer Qualifizierung verbunden ist, müssen die Arbeitgeber die Sozialversicherungsbeiträge auch nach dem 31. März nur zur Hälfte zahlen. Unternehmensverbände hatten gefordert, dass der Staat die auf das Kurzarbeitergeld entfallenden Sozialversicherungsbeiträge drei weitere Monate lang voll erstattet. Der Bundesrechnungshof hatte dagegen moniert, für die sehr ausgabeintensiven Sonderregelungen gebe es keine Notwendigkeit.

Deutsche Eishockey-Liga spielt nur einen Absteiger aus

11.56 Uhr: Wegen der Coronapandemie wird es in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) in dieser Saison nur einen Absteiger geben. Darauf einigten sich die Verantwortlichen der DEL und der DEL2. »Ich bin davon überzeugt, dass wir durch diese Vereinbarung für alle Beteiligten eine gute Lösung gefunden haben«, sagte der DEL-Aufsichtsratschef Jürgen Arnold: »Nun geht unser Blick auf die Fortführung der Hauptrunde sowie die anstehenden Play-offs.«

Wegen der Auswirkungen der Pandemie mit Spielverlegungen und Geisterspielen hatten mehrere DEL-Klubs eine Aussetzung des Abstiegs gefordert. Die sportliche und wirtschaftliche Unsicherheit sei zu groß.

Nach dem Aufstieg der Bietigheim Steelers spielt die DEL derzeit mit 15 Klubs. Deshalb müssten eigentlich die beiden Letzten der Tabelle absteigen, wenn die Löwen Frankfurt Zweitliga-Meister werden sollten. Die Hessen sind der einzige Klub, der sich um den Aufstieg beworben hatte.

Deutsche Wirtschaft bei Digitalisierung nur Mittelmaß – trotz Coronaschub

11.45 Uhr: Trotz eines deutlichen Schubs in der Coronakrise sieht sich die deutsche Wirtschaft bei der Digitalisierung weiter nur im Mittelmaß. Vor allem Engpässe bei der technischen Infrastruktur, ein Mangel an IT-Fachkräften und -Kompetenzen sowie fehlendes Geld und Zeit hindern die Betriebe derzeit daran, ihre Digitalisierungsprojekte schneller voranzutreiben. Das geht aus einer Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter knapp 4300 Unternehmen hervor.

Viele Firmen hätten im Pandemiejahr 2021 Prozesse, Dienstleistungen und Produkte umgestellt, sagte Ilja Nothnagel, Mitglied der DIHK-Hauptgeschäftsführung. Als wichtigste Motive nennen die Firmen flexibleres Arbeiten (51 Prozent) und eine höhere Kundenbindung (40 Prozent). Trotzdem schätzen sie den eigenen Stand der Digitalisierung – unverändert zum Vorjahr – nur als befriedigend ein (Durchschnittsnote: 2,9).

Meyer-Hermann sieht »Licht am Ende des Tunnels«

Michael Meyer-Hermann: »Wir sind in einer Situation, wo wir einen Rohrbruch versuchen zu kontrollieren«

Michael Meyer-Hermann: »Wir sind in einer Situation, wo wir einen Rohrbruch versuchen zu kontrollieren«

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Political-Moments

11.39 Uhr: Der Immunologe Michael Meyer-Hermann aus dem Corona-Expertenrat der Bundesregierung sieht Anlass zur Hoffnung in der Omikron-Welle, mahnt aber zu maßvollen Lockerungen. »Es ist Licht am Ende des Tunnels«, sagte der Leiter der Abteilung System-Immunologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig am Freitag in Berlin.

Im europäischen Vergleich komme Deutschland recht gut durch die Pandemie: So verzeichne die Bundesrepublik derzeit etwa 1400 Tote pro eine Million Menschen, was »eine erschreckend hohe Zahl« sei. In anderen europäischen Ländern liege die Zahl aber bei 2200. Südkorea allerdings habe nur 140 auf eine Million.

Meyer-Hermann wies darauf hin, dass die Lage noch sehr fragil und deswegen bei Lockerungen ein maßvolles und stufenweises Vorgehen wichtig ist. »Wir sind in einer Situation, wo wir einen Rohrbruch versuchen zu kontrollieren. Wir halten die Hand drauf«, sagte er und bezog sich dabei auf die Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht. »Es ist natürlich nicht so eine gute Idee, die Hand wegzunehmen, bevor man den Haupthahn abgedreht hat.«

Um in eine endemische Lage zu kommen, müsse eine gewisse Grundimmunität erreicht werden, für die die Impfungen der entscheidende Faktor seien, so der Wissenschaftler. Er gehe davon aus, dass sich angesichts der Lockerungen vermehrt die Ungeimpften anstecken würden. Entsprechend sei bei ihnen vermehrt mit Todesfällen zu rechnen und schweren Verläufen, »die auch nicht lustig sind«.

Meyer-Hermann warnte zudem vor dem Trugschluss, sich von einer Omikron-Infektion eine Immunisierung zu erwarten. Wer eine Omikron-Infektion überstanden habe, aber ungeimpft sei, habe einen geringen Schutz vor andere Coronavarianten wie Delta. Mit Blick auf die Schulen sagte der Wissenschaftler, es müsse nun vorrangig dafür gesorgt werden, dass diese »stabil und gleichmäßig« offen blieben. Er verwies auf erhebliche mentale Belastungen für Kinder durch Unsicherheit, wie es weitergehe – etwa mit einem dauernden Hin und Her zwischen verschiedenen Regeln auch zu Masken.

Impftempo in Deutschland sinkt weiter

10.58 Uhr: In Deutschland geht es beim Impfen gegen das Coronavirus immer langsamer voran. Am Donnerstag wurden in Deutschland mindestens 175.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag (Stand 9.01 Uhr) hervorgeht. Das sind deutlich weniger Impfungen als am Donnerstag vergangener Woche (248.288) und als vor zwei Wochen (339.369 Impfungen).

Mittlerweile haben 75,1 Prozent der Bevölkerung (mindestens 62,4 Millionen Menschen) einen Grundschutz erhalten, für den meist zwei Spritzen nötig sind. 56,1 Prozent (46,6 Millionen) haben zusätzlich eine Auffrischungsimpfung bekommen. Mindestens einmal geimpft sind 76,2 Prozent (63,3 Millionen).

Eine große Gruppe von 23,8 Prozent der Bevölkerung (19,8 Millionen Menschen) bleibt weiterhin ungeimpft. Für 4,8 Prozent (vier Millionen) ist allerdings bisher kein Impfstoff zugelassen, weil sie vier Jahre oder jünger sind.

Mützenich plädiert für Fortsetzung zusätzlicher Kinderkrankentage

10.35 Uhr: Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, hat sich für eine Fortschreibung der großzügigeren Regeln bei den Kinderkrankheitstagen ausgesprochen. »Auch wenn die Infektionszahlen rückläufig sind, bleibt die Problematik für betroffene Eltern ja bestehen, wenn die Kinder in Isolation oder Quarantäne müssen. Ich strebe deswegen an, dass diese Sonderregel noch einmal verlängert wird«, sagte Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Gleichzeitig sei er »dafür, dass man den Anspruch grundsätzlich auf mehr Tage erweitert, also unabhängig von der Pandemie«. Wegen der Pandemie war die Zahl der Kinderkrankentage im vergangenen Jahr von sonst 10 auf 30 pro Elternteil verdreifacht worden. Im Zuge der Pandemie können Eltern die Leistung derzeit auch in Anspruch nehmen, wenn etwa ein Kind nach Infektionsfällen in der Kita oder in der Schulklasse in Quarantäne geschickt wird, aber selbst nicht erkrankt ist.

Die Ersatzleistung stellt einen Lohnausgleich für die Zeit der Betreuung und Beaufsichtigung des Kindes dar. Mit Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes am 19. März wird das Kinderkrankengeld anders als jetzt nur noch im Fall der Erkrankung eines Kindes gewährt.

RKI-Vize Schaade sieht Scheitelpunkt für die Intensivstationen noch nicht erreicht

10.21 Uhr: Laut dem Vizepräsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI), Lars Schaade, ist die Gefahr in der Coronapandemie trotz sinkender Infektionszahlen in Deutschland noch nicht gebannt. »Unsere Daten deuten darauf hin, dass der Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten ist«, sagte Schaade bei einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Karl Lauterbach.

»Allerdings ist der Scheitelpunkt für die Intensivstationen noch nicht erreicht«, mahnte Schaade. Einen sicheren Rückgang sehe man auch bei den Todesfällen noch nicht.

Die Situation ermögliche nun eine stufenweise und vorsichtige Rücknahme der Infektionsschutzmaßnahmen – stets unter aufmerksamer Beobachtung der Situation, so Schaade. Er mahnte jedoch, die Kliniken und Intensivstationen seien weiter teils stark belastet, und Omikron sei immer noch weit verbreitet, was ein weiterhin hohes Infektionsrisiko bedeute.

Zudem nehme der Anteil des Omikron-Subtyps BA.2, der nach aktuellem Kenntnisstand noch leichter übertragbar ist, zu. Setze sich dieser weiter durch, sei es »nicht auszuschließen, dass die Fallzahlen langsamer sinken oder auch wieder ansteigen«, so Schaade.

Gesundheitsminister Lauterbach hatte zuvor den Rückgang der Fallzahlen bestätigt. »Ich glaube, wir haben den Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten«, sagte der SPD-Politiker. Die Maßnahmen gegen die Fallzahlen hätten zudem gewirkt. Auch Lauterbach warnte jedoch: »Wir sind noch nicht wirklich in sicheren Gewässern.«

Oscar-Galagäste brauchen offenbar Impfnachweis und zwei negative PCR-Tests

10.03 Uhr: Für die 2500 Gäste der Academy Awards gelten in diesem Jahr hohe Coronavorgaben. Wie US-Medien berichten, müssen Besucher der Oscar-Gala in diesem Jahr einen Impfnachweis gegen das Coronavirus und mindestens zwei negative PCR-Tests vorlegen.

Moderatoren und auftretende Künstler müssen sich ebenfalls testen lassen, benötigen jedoch keinen Impfnachweis, wie eine Sprecherin gegenüber der »New York Times« sagte. In das Dolby Theatre in Hollywood passen den Angaben zufolge mehr als 3300 Menschen. Wegen der Zeitverschiebung ist die Verleihung in Deutschland in den frühen Morgenstunden des 28. März zu sehen.

Mit zwölf Nominierungen ist der Film »The Power of the Dog« der diesjährige Oscarfavorit. Zehn Nominierungen erhielt das Science-Fiction-Epos »Dune« des kanadischen Regisseurs Denis Villeneuve.

Afrika: Patentfreier mRNA-Impfstoff soll in sechs Ländern hergestellt werden

9.55 Uhr: Mit Unterstützung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) soll in sechs afrikanischen Ländern in absehbarer Zeit patentfreier mRNA-Impfstoff hergestellt werden. Die WHO gab am Freitag beim EU-Afrika-Gipfel die Standorte Südafrika, Ägypten, Kenia, Nigeria, Senegal und Tunesien bekannt. In Südafrika wird bereits seit 2021 der erste afrikanische mRNA-Impfstoff entwickelt.

Die Länder sollen jetzt die nötige Technologie erhalten und bei der Ausbildung der Fachkräfte unterstützt werden. Die Pandemie habe gezeigt, wie gefährlich es sei, auf einige wenige Impfstoffhersteller angewiesen zu sein, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus. Er kritisiert seit Monaten, dass reiche Länder sich einen Großteil der Impfstoffproduktion mit Vorverträgen sicherten und viele Länder monatelang praktisch leer ausgingen. Mehr als 80 Prozent der Bewohner Afrikas hätten bis heute noch nicht einmal die erste Impfdosis erhalten, sagte er.

Die Coronavakzine soll 2023 fertig sein. Sie verletzt nach Angaben der WHO keine Patente. Neben Coronaimpfstoffen sollen in den Ländern auf Basis von mRNA-Technologie später auch andere Medikamente hergestellt werden können, etwa Insulin, Krebsmedikamente oder solche gegen Malaria, Tuberkulose oder HIV.

Zuletzt hatte auch das Mainzer Unternehmen Biontech eine Initiative gestartet, um die Impfstoffproduktion in Afrika anzukurbeln. In der zweiten Jahreshälfte sollen die ersten mobilen Container zur Impfstoffproduktion geliefert werden, geplant wird mit Ruanda, Senegal und gegebenenfalls Südafrika.

Mutmaßliche Touristenabzocke auf Bali – Behörden wollen durchgreifen

9.43 Uhr: Auf der indonesischen Urlaubsinsel Bali sollen verschiedene Hotels und Reiseveranstalter Urlauber im Rahmen der Coronamaßnahmen abgezockt haben. So hätten als Quarantänehotels ausgewiesene Unterkünfte von Gästen pro Zimmer und Nacht 500.000 indonesische Rupien (30 Euro) zusätzlich verlangt und fälschlich erklärt, es handele sich um einen Quarantäneaufschlag, zitierten lokale Medien am Freitag den Gouverneur von Bali, I Wayan Koster. Auch sollen Reiseveranstalter von Ausländern völlig überteuerte Preise für ihre Touristenvisa verlangt haben.

Touristen am Mittwoch im Flughafen Denpasar auf Bali

Touristen am Mittwoch im Flughafen Denpasar auf Bali

Foto: Firdia Lisnawati / dpa

Das Nachrichtenportal Medcom.id sprach laut der Nachrichtenagentur dpa von einer »Visa- und Quarantänemafia«. Die Behörden in dem Inselstaat wollten nun hart durchgreifen, um die Schuldigen ausfindig zu machen und zu verhindern, dass sich solche Betrügereien wiederholten.

»Die Touristen sind so weit gereist, um eine gute Zeit zu haben, nur um dann mit einer bitteren Realität konfrontiert zu werden«, betonte Koster. Dies schade Balis Ruf erheblich. Tourismusminister Sandiaga Uno sagte dem indonesischen Sender CNBC: »Wir haben Beschwerden erhalten und werden entschlossen gegen jedes Verhalten vorgehen, welches der Reputation des indonesischen Tourismus schadet.«

Auf Bali soll die Quarantänezeit ab kommender Woche für Besucher von derzeit fünf Tagen auf drei Tage verkürzt werden. Dies gilt aber nur für Reisende mit dritter Impfdosis.

Russland meldet 784 neue Corona-Todesfälle

9.27 Uhr: In Russland bleibt die Zahl der Coronaneuinfektionen weiter auf hohem Niveau. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, wurden in dem Land 180.071 neue Ansteckungen mit dem Virus registriert, 784 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden im Zusammenhang mit einer Coronainfektion.

Nach offiziellen Angaben sind seit Beginn der Pandemie über 336.000 Menschen in Verbindung mit der Pandemie gestorben. Die tatsächliche Zahl der Coronatoten könnte allerdings noch deutlich höher liegen – denn die offiziellen Zahlen spiegeln nicht das ganze Ausmaß der Pandemie in Russland wider.  

Schweizer Bundespräsident setzte gut gelaunt die Maske ab – jetzt ist er positiv getestet

9.15 Uhr: Bei einer Pressekonferenz verkündete der Schweizer Bundespräsident Ignazio Cassis das Ende der meisten Coronamaßnahmen – und nahm lachend seine Maske ab. Nun hat er sich mit dem Coronavirus infiziert.

Lauterbach: »Ich glaube, wir haben den Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten«

9.00 Uhr: Deutschland hat nach Einschätzung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach den Scheitelpunkt der Omikron-Infektionen hinter sich. »Ich glaube, wir haben den Höhepunkt der Omikron-Welle überschritten«, sagte der SPD-Politiker bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Vizechef des Robert Koch-Instituts (RKI) Lars Schaade.

Die Maßnahmen gegen die Fallzahlen hätten zudem gewirkt. Die zentrale Aufgabe sei der Schutz der Älteren gewesen. Daher habe man relativ niedrige Sterbezahlen im Vergleich zu anderen Ländern. Lauterbach warnte jedoch: »Wir sind noch nicht wirklich in sicheren Gewässern.« Die Zahlen könnten bei übertriebenen Lockerungen auch schnell wieder ansteigen.

Die Bundesländer müssten zurückhaltend bleiben. »Das ist alles auf Kante genäht.« Was beschlossen sei, sei das meiste, was man sich an Lockerungen erlauben könne. Lauterbach appellierte an die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten, nicht in einen Wettlauf bei den Lockerungen einzutreten. Es wäre falsch, mit weitergehenden Lockerungsmaßnahmen politische Geländegewinne machen zu wollen, sagte der Minister. Man dürfe nicht vergessen, dass in anderen Ländern mit bereits jetzt weitreichenderen Öffnungsstrategien auch die Impfquote höher sei.

Lauterbach kündigte auch das Eintreffen eines weiteren Impfstoffes gegen das Coronavirus an. Die Regierung rechne in der nächsten Woche mit den ersten Vakzinen des Herstellers Novavax. »Am Montag erwarten wir 1,4 Millionen Dosen von Novavax.« Diese sollten im Wesentlichen dafür eingesetzt werden, die Impfpflicht in Pflege- oder Altenheimen umzusetzen. Novavax als sogenannter Totimpfstoff gilt als Möglichkeit, auch Impfskeptiker von einer Immunisierung zu überzeugen.

Neue Phase der Pandemiebekämpfung in Kalifornien – »mit dem Virus leben«

8.40 Uhr: Der US-Bundesstaat Kalifornien tritt in eine neue Phase der Pandemiebekämpfung ein. Man werde künftig verstärkt auf Bereitschaft, Wachsamkeit und Impfungen setzen und dazu übergehen, »mit dem Virus zu leben«, sagte Gouverneur Gavin Newsom am Donnerstagabend (Ortszeit).

Kaliforniens Gouverneur Newsom: »Impfungen, Masken, Achtsamkeit«

Kaliforniens Gouverneur Newsom: »Impfungen, Masken, Achtsamkeit«

Foto: Watchara Phomicinda / AP

Ein Schwerpunkt der neuen Strategie liegt laut der Nachrichtenagentur Reuters darauf, künftig mehr Masken und medizinische Schutzausrüstung vorzuhalten. Mit einer »Myth-Busters«-Kampagne soll zudem gegen Falschinformationen über das Virus vorgegangen werden. Auch soll verstärkt das Abwasser auf Corona untersucht werden, um Virusausbrüche frühzeitig zu erkennen.

Einzelhandel erwartet keinen Ansturm bei Wegfall der 2G-Regel

8.11 Uhr: Die deutschen Einzelhändler rechnen trotz des Wegfalls der 2G-Regel nicht unmittelbar mit großem Andrang auf die Läden. Er gehe zwar davon aus, dass sich die Lage nun normalisiere und »wieder mehr Menschen zum Einkaufen in die Innenstädte kommen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Funke-Zeitungen. Kauflust und Geld seien vorhanden. »Doch einen Ansturm erwarten wir nicht.«

Die Bund-Länder-Runde zu den Coronamaßnahmen hatte am Mittwoch beschlossen, dass dort, wo es nicht ohnehin bereits geschehen ist, im Einzelhandel die Zugangsbeschränkungen für alle Kunden entfallen sollen. Allerdings gilt weiterhin die Pflicht zum Tragen einer Maske. (Lesen Sie hier alle Beschlüsse des Gipfels im Überblick.)

Kanadische Polizei nimmt Anführer der Lkw-Blockade fest

7.27 Uhr: Die Polizei in Kanada hat Anführer der seit rund drei Wochen andauernden Blockade in der Hauptstadt Ottawa festgenommen. Wie auf von den Demonstranten am Donnerstagabend (Ortszeit) im Internet veröffentlichten Videos zu sehen war, wurden zwei Organisatoren der Coronaproteste von Polizisten in Gewahrsam genommen.

Spiegel fordert weiterhin regelmäßige Coronatests bei Kindern

7.16 Uhr: Kinder und Jugendliche sollten nach Ansicht von Bundesfamilienministerin Anne Spiegel weiterhin regelmäßig auf Corona getestet werden. Sie stimme der Empfehlung des Expertenrats der Bundesregierung uneingeschränkt zu, dass Schulen, Kitas und außerschulische Bildungs-, Freizeit- und Sporteinrichtungen für Kinder und Jugendliche offen bleiben müssten, sagte die Grünenpolitikerin der Deutschen Presse-Agentur. »Um sie allerdings bestmöglich vor einer Ansteckung zu schützen, muss weiter regelmäßig und verbindlich getestet werden.«

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Karin Prien, hatte vor wenigen Tagen gefordert, das Testen an Schulen müsse »schrittweise enden«. »Spätestens Ende März reichen wahrscheinlich auch zwei Tests pro Woche«, sagte die CDU-Politikerin, die Bildungsministerin in Schleswig-Holstein ist. Schrittweise müsse die Testpflicht zur »Testmöglichkeit« werden.

Der Corona-Expertenrat forderte in einer am Donnerstagabend veröffentlichten Stellungnahme, dem Wohl von Kindern in der Pandemie eine hohe Priorität einzuräumen. Kinder und Jugendliche seien besonders stark belastet. Als besonders schwerwiegend wird die sogenannte sekundäre Krankheitslast durch psychische und physische Erkrankungen bezeichnet, ausgelöst etwa durch Lockdownmaßnahmen, Belastungen in der Familie wie Angst, Krankheit, Tod oder Existenzverlust, Verlust an sozialer Teilhabe oder an Planungssicherheit. Kinder müssten vor Infektionen und vor Erkrankungen infolge der Pandemie gleichermaßen geschützt werden.

Kanadische Polizei nimmt Anführer der Lkw-Proteste gegen Coronapolitik fest

6.23 Uhr: Die Polizei in Kanada hat Anführer der seit rund drei Wochen andauernden Blockade in der Hauptstadt Ottawa festgenommen. Wie auf von den Demonstranten am Donnerstagabend (Ortszeit) im Internet veröffentlichten Videos zu sehen war, wurden zwei Organisatoren der Coronaproteste von Polizisten in Gewahrsam genommen.

Kanadas Premierminister Justin Trudeau hatte sich am Montag auf Notstandsbefugnisse berufen, um stärker gegen die Protestkonvois vorgehen zu können. Ottawas Interimspolizeichef Steve Bell hatte den Protestierenden am Mittwoch ein Ultimatum gestellt und mit Festnahmen gedroht, falls sie nicht das Stadtzentrum räumten. Am Donnerstag hatte er die Polizeipräsenz im Parlamentsviertel deutlich erhöht.

Die Lkw-Fahrer demonstrieren mit der Blockade der Hauptstadt gegen die Coronapolitik der Regierung. Aus Furcht vor der drohenden Festnahme hatten die Organisatoren am Donnerstag ihre Anhänger aufgerufen, nach Ottawa zu kommen. Gleichzeitig hatten sie ihren Durchhaltewillen bekräftigt.

SPD will zusätzliche Krankentage fortschreiben

5.32 Uhr: Der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Rolf Mützenich, setzt sich für eine Fortschreibung der großzügigeren Regeln bei den Kinderkrankheitstagen ein. »Auch wenn die Infektionszahlen rückläufig sind, bleibt die Problematik für betroffene Eltern ja bestehen, wenn die Kinder in Isolation oder Quarantäne müssen. Ich strebe deswegen an, dass diese Sonderregel noch einmal verlängert wird«, sagte Mützenich den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Gleichzeitig sei er »dafür, dass man den Anspruch grundsätzlich auf mehr Tage erweitert, also unabhängig von der Pandemie«. Wegen der Pandemie war die Zahl der Kinderkrankentage im vergangenen Jahr von sonst 10 auf 30 pro Elternteil verdreifacht worden.

Wegen der Coronapandemie können Eltern die Leistung derzeit auch in Anspruch nehmen, wenn etwa ein Kind nach Infektionsfällen in der Kita oder in der Schulklasse in Quarantäne geschickt wird, aber selbst nicht erkrankt ist. Die Ersatzleistung stellt einen Lohnausgleich für die Zeit der Betreuung und Beaufsichtigung des Kindes dar. Mit Auslaufen des Infektionsschutzgesetzes am 19. März wird das Kinderkrankengeld anders als jetzt nur noch im Fall der Erkrankung eines Kindes gewährt.

DRK registriert wachsendes Desinteresse an Impfungen

5.00 Uhr: Die Nachfrage nach Impfungen in den Impfzentren ist dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und den Maltesern zufolge stark gesunken. Das DRK wisse aus »mündlichen Rückmeldungen, dass die Abfrage von Impfterminen beziehungsweise die Wahrnehmung von Impfangeboten derzeit auf einem sehr niedrigen Niveau verläuft«, sagt eine Sprecherin des DRK dem Redaktionsnetzwerk Deutschland einem Vorabbericht zufolge. »Die Erfahrungen aus dem letzten Herbst haben gezeigt, dass es dennoch wichtig ist, Impfkapazitäten zur Anpassungs- und Auffrischungsimpfung aufrechtzuerhalten.«

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1371,7

4.20 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland ist erneut gesunken. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitagmorgen bundesweit bei 1371,7. Lesen Sie hier die vollständige Meldung.

Hongkong will 20.000 Hotelzimmer für Quarantäne nutzen

4.00: Hongkong versucht die aktuelle Coronawelle einzudämmen und hat zu diesem Zweck 20.000 Hotelzimmer identifiziert, die sich zu Quarantäneunterkünften umfunktionieren lassen. Das sagte Regierungschefin Carrie Lam. 21 Hotels hätten Interesse bekundet, ihre Räumlichkeiten für Isolationszwecke zur Verfügung zu stellen, womit »das Ziel der Regierung von 7000 bis 10.000 Räumen bei Weitem übertroffen werde«.

Quarantäne-Einrichtungen in Hongkong kommen derzeit an ihre Grenzen und mehr als 90 Prozent der Krankenhausbetten in der Stadt sind belegt, während die Coronafälle weiter steigen. Einige Patienten, darunter auch ältere Menschen, müssen in Betten im Freien liegen – bei kühlen Temperaturen und zum Teil Regen.

Die Hotelzimmeraktion ist eine Reaktion auf die schnell steigenden Fallzahlen. Behörden in Hongkong haben gemeldet, dass die Neuinfektionen sich in diesem Monat bisher versechzigfacht haben.

Oscarverleihung: Testpflicht für alle, Impfnachweispflicht für die meisten

3.07 Uhr: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der diesjährigen Oscarverleihung müssen einen Impfnachweis vorlegen und mindestens zwei negative PCR-Tests: Das berichtet die »New York Times« .

Künstler und Moderatoren müssten sich umfangreichen Tests unterziehen, aber keine Impfung nachweisen, wird eine Sprecherin der Academy of Motion Picture Arts and Sciences, die die Oscars ausrichtet, zitiert. Auch die Vorgaben zum Tragen einer Schutzmaske variieren bei der 94. Ausgabe der Award-Show: Nominierte und ihre Gäste werden im sogenannten Orchestra- und Parterre-Bereich des Dolby Theatre in Los Angeles sitzen, wo Abstandregeln eingehalten werden können. Alle anderen Besucher werden möglicherweise eine Maske tragen müssen, da sie Schulter an Schulter säßen.

Regina Hall, Amy Schumer und Wanda Sykes sind die Gastgeberinnen der diesjährigen Oscarverleihung

Regina Hall, Amy Schumer und Wanda Sykes sind die Gastgeberinnen der diesjährigen Oscarverleihung

Foto: Uncredited / dpa

Zum ersten Mal in der Geschichte der Oscars werden diese von drei Frauen moderiert: Comedian Amy Schumer, Schauspielerin Regina Hall und Comedian Wanda Sykes.

Bericht: Mehr als 200 Abgeordnete unterstützen Impfpflicht ab 18

2.18 Uhr: Den Antrag zur Einführung einer allgemeinen Coronaimpfpflicht ab 18 Jahren haben nach einem Medienbericht bislang mehr als 200 Bundestagsabgeordnete unterschrieben. »Bis heute haben sich 218 Abgeordnete unserem Antrag für die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht angeschlossen und stündlich kommen weitere hinzu«, sagte die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Schmidt der »Rheinischen Post«. Damit habe der Antrag eine breite Rückendeckung und bilde die Grundlage für die im März geplante erste Lesung im Bundestag.

Dem Zeitungsbericht zufolge handelt es sich bei den Unterzeichnern um 153 Sozialdemokraten, 60 Grüne, drei FDP-Politiker und zwei Linke. Der Bundestag hat insgesamt 736 Abgeordnete, die Zahl der Unterzeichner ist also noch deutlich von einer Mehrheit der Parlamentarier entfernt.

Der Entwurf soll ebenso wie ein konkurrierender Vorschlag für die mögliche Einführung einer Impfpflicht ab 50 sowie ein Antrag gegen eine Impfpflicht ohne Fraktionszwang im Bundestag beraten werden. Die Unionsfraktion hat zudem einen eigenen Antrag vorgelegt, der zunächst nur ein Impfregister vorsieht und dann einen Stufenplan mit einer möglichen Impfpflicht für bestimmte Gruppen je nach Pandemielage. Die Ampelpartner haben sich auf eine erste Lesung am 14. März verständigt.

Omikron-Subtyp BA.2 legt laut RKI weiter zu

1.25 Uhr: Die nach ersten Erkenntnissen noch schneller übertragbare Variante BA.2 von Omikron hat nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Deutschland merklich zugelegt. Der Anteil in einer Stichprobe untersuchter Coronafälle sei zuletzt auf 14,9 Prozent gestiegen, hielt das RKI in seinem Wochenbericht vom Donnerstagabend fest. Diese Angabe bezieht sich auf die Woche bis zum 6. Februar – für die Woche davor gibt das RKI den Anteil mit 10,4 Prozent an.

Zwar lägen noch nicht ausreichend Daten vor, um die Eigenschaften des Subtyps hinsichtlich der Krankheitsschwere genauer beurteilen zu können. Durch die voranschreitende Ausbreitung und leichtere Übertragbarkeit von BA.2 sei aber »eine langsamere Abnahme oder eine erneute Zunahme der Fallzahlen nicht auszuschließen«, heißt es.

Zu einer solchen Entwicklung könnten demnach auch die geplanten Lockerungen der Coronamaßnahmen und eine damit verbundene Zunahme von Kontakten beitragen. Experten wiesen zuletzt verstärkt auf BA.2 als möglichen Unsicherheitsfaktor hin. In Ländern wie Dänemark breitete sich der Subtyp bereits stark aus. Dies ist demnach auch in Deutschland möglich und könnte nach Einschätzung vieler dafür sorgen, die Omikron-Welle noch zu verlängern.

Claudia Roth dank Coronalockerungen optimistisch für Kultur-Frühling

0.57 Uhr: Kulturstaatsministerin Claudia Roth (Grüne) sieht angesichts der geplanten Coronalockerungen Licht am Ende des Tunnels für den durch die Pandemie gebeutelten Kulturbetrieb. »Ich bin sehr glücklich, dass wieder mehr möglich wird«, sagte sie den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). »Endlich gibt es für den gesamten Kulturbereich eine klare Perspektive.«

Wenn sich das Infektionsgeschehen nicht noch einmal wesentlich dramatisiere, könnten kulturelle Einrichtungen ab dem 20. März wieder ganz auf Zugangs- und Kapazitätsbeschränkungen verzichten. Museen, Theater, Konzerthäuser und Kinos könnten sich darauf einstellen, dass mit dem Frühling auch der Normalbetrieb in ihre Häuser zurückkehre.

Portugal beschließt weitere Lockerung der Coronaeinschränkungen

0.05 Uhr: Angesichts sinkender Infektionszahlen hat Portugal eine weitere Lockerung der Coronaeinschränkungen beschlossen. Wie die Regierung am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung mitteilte, wird unter anderem die 3G-Regel abgeschafft, die im beliebten Urlaubsland bisher noch für den Besuch von Hotels, Restaurants und anderen Einrichtungen galt. Auch Grenzen für die zulässige Auslastung wird es nicht mehr geben. Zudem entfällt die Testpflicht für den Zutritt zu Sportveranstaltungen, Diskotheken und Bars. »Dies ist ein weiterer Schritt hin zu einem normalen Leben, das uns vor fast zwei Jahren entrissen wurde«, erklärte Präsidentschaftsministerin Mariana Vieira da Silva.

Einige Einschränkungen bleiben allerdings vorerst bestehen. In geschlossenen öffentlichen Räumen muss man weiterhin Schutzmaske tragen. Ungeimpfte und auch diejenigen, die noch keine Boosterimpfung haben, müssen bei Besuchen in Krankenhäusern und Pflegeheimen einen negativen Test vorlegen. Und bei der Einreise ins Land muss der digitale Impfpass vorgelegt werden. Der Coronanotstand bleibt in abgeschwächter Form bis zum 7. März in Kraft.

fek/mfh/mik/jok/AFP/dpa/Reuters
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