Corona-News am Freitag Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf

»Wir haben den Omikron-Sturm überstanden«: Die Regierung in Dublin ruft umfangreiche Lockerungen aus. Und: Mission Coronakrise – Tom Cruise muss sich gedulden. Der Überblick am 21. Januar.
Irlands Premier Micheál Martin

Irlands Premier Micheál Martin

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Brian Lawless / dpa

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+++ Irland hebt fast alle Corona-Regeln auf +++

21 Uhr: Irland kündigt ab diesem Samstag eine weitgehende Aufhebung fast aller Coronamaßnahmen an. »Wir haben den Omikron-Sturm überstanden«, sagt Ministerpräsident Micheal Martin. Unter anderem dürfen Bars und Restaurants wieder nach 20 Uhr offen bleiben, erklärt Justizministerin Helen McEntee auf Instagram. Sie weist darauf hin, dass eine Zunahme der Neuinfektionen nicht zu bedeutend mehr Intensivfällen geführt habe. Einige Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Läden sollen jedoch weiterbestehen.

Paramount verschiebt zwei »Mission: Impossible«-Filme

20.58 Uhr: Die Studios Paramount Pictures und Skydance verschieben wegen der Pandemie die siebten und achten »Mission: Impossible«-Filme mit Tom Cruise. Statt September 2022 und Juli 2023 würden nun Juli 2023 und Juni 2024 angepeilt, heißt es. Kinobetreiber wie AMC und Cinemark Holdings haben unter der Pandemie wirtschaftlich stark gelitten.

Österreichs Impfpflichtgegner blasen zum Widerstand

20.30 Uhr: Als erstes Land Europas hat Österreich eine Corona-Impfpflicht beschlossen – Gegener der Maßnahme sprechen von einem »gigantischen Anschlag auf die Freiheit«. Impfverweigerern drohen nun bis zu 3600 Euro Bußgeld. Alle anderen dürfen an einer Lotterie teilnehmen. Lassen sich die Bürger so überzeugen? Lesen Sie hier den vollständigen Artikel.

Gesundheitsminister beraten erneut über Corona-Lage

20.22 Uhr: Zwei Tage vor der nächsten Bund-Länder-Spitzenrunde zur Corona-Lage beraten die Ländergesundheitsminister und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Samstag erneut über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Auf der Tagesordnung der Videokonferenz stehen nach Angaben des federführenden Magdeburger Sozialministeriums unter anderem die Impfpflicht, der Umgang mit dem Genesenenstatus sowie generell die Maßnahmen im Hinblick auf die Omikron-Variante.

Im Anschluss (12 Uhr) will die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Ressortchefin Petra Grimm-Benne (SPD), ein Statement abgeben. Am Montag kommen die Regierungschefinnen und -chefs der Länder mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zu neuen Beratungen zusammen.

Sechs weitere Coronafälle bei den Straubing Tigers

19.08 Uhr: Die Serie von Coronafällen bei den Straubing Tigers reißt nicht ab. Wie der Verein aus der Deutschen Eishockey Liga (DEL)mitteilte, sind insgesamt sechs weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Die Betroffenen haben sich umgehend in häusliche Isolation begeben, es geht ihnen den Umständen entsprechend gut«, hieß es.

Erst tags zuvor hatten die Straubinger positive Befunde bei sieben Spielern und drei Personen aus dem Trainer- sowie Betreuerstab vermeldet. Anschließend wurde das für Freitag angesetzte Heimspiel der Eisbären Berlin gegen die Tigers abgesagt. Auch die Straubinger Partie am Sonntag gegen Schwenningen wurde von der DEL abgesetzt.

Ribéry über Covid-19-Erkrankung: »Sehr schwierig«

18.43 Uhr: Der ehemalige FC-Bayern-Spieler Franck Ribéry hat eine Coronainfektion öffentlich gemacht. »In den vergangenen Tagen und Wochen wurde ich leider durch Covid gestoppt, was sehr schwierig war. Aber dank Gott geht es mir besser und besser«, schrieb der Franzose vom italienischen Erstligisten US Salernitana bei Twitter.

Ganz fit ist Ribery aber offenbar noch immer nicht. »Seit dieser Woche trainiere ich wieder für mich allein. Ich hoffe, dass ich bald zurück auf dem Feld bin«, so der 38-Jährige.

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Salernitana hatte am 4. Januar elf Coronafälle bestätigt, darunter neun Spieler. Namen nannte der Verein damals nicht. Das Meisterschaftsspiel gegen den FC Venedig war daraufhin abgesagt worden.

Auch Wahlleute in Covid-Isolation dürfen italienischen Staatschef wählen

18.20 Uhr: Für die Wahl des italienischen Staatspräsidenten dürfen Parlamentsabgeordnete oder Regionen-Vertreter ab Montag ausnahmsweise ihre Corona-Quarantäne unterbrechen und zur Stimmabgabe nach Rom kommen. Das erlaubte die Regierung in einem Gesetzesdekret. Damit soll allen 1009 Wahlleuten die Möglichkeit gegeben werden, an der Abstimmung in der Hauptstadt teilzunehmen. Die Wahl des Nachfolgers von Sergio Mattarella beginnt am Montag und dürfte mehrere Tage dauern.

Zuletzt war unklar gewesen, was mit den Abgeordneten, Senatoren und Vertretern der 20 Regionen passiert, die an den Wahlterminen als Infizierte oder Kontaktpersonen in Isolation sind. Sie dürfen zwar nach Rom fahren, aber unter anderem kein öffentliches Verkehrsmittel benutzen und in keinem Hotel übernachten. Offen ist noch der genaue Ablauf ihrer Wahl in der kommenden Woche: Unter anderem war überlegt worden, ob die Wahlleute etwa im Auto bei einer extra errichteten »Drive-In-Station« vor dem Regierungsgebäude abstimmen.

Bundeskanzler Scholz verteidigt Vorgehen bei allgemeiner Impfpflicht

18.11 Uhr: In der Diskussion über eine allgemeine Corona-Impfpflicht hat Bundeskanzler Olaf Scholz die geplante Parlamentsabstimmung ohne Fraktionsvorgaben erneut verteidigt. Dies solle dazu beitragen, dass es »einen großen Konsens« ergeben werde, sagte der SPD-Politiker nach einer Kabinettsklausur in Berlin. Er verwies darauf, dass angesichts der zu niedrigen Impfquote viele in der Politik, aber auch unter den Bürgern, ihre ablehnende Meinung geändert hätten. Deshalb sei es so wichtig, genau diesen Weg zu gehen und nicht über einen Antrag der Regierung.

Scholz begrüßte es, dass die auf den Weg gebrachte Diskussion jetzt »konkretisiert« werde. Sieben Abgeordnete von SPD, FDP und Grünen hatten am Freitag eine erste konkrete Initiative für eine Impfpflicht ab 18 Jahren gestartet, die auf mehr Schutz im Herbst und Winter zielen soll. Dafür wollen sie nach der für diesen Mittwoch geplanten Orientierungsdebatte im Parlament einen Entwurf erarbeiten.

Frankreichs Handball-Cheftrainer Gille positiv auf Corona getestet

17.58 Uhr: Olympiasieger Frankreich muss bei der Handball-Europameisterschaft vorerst ohne Cheftrainer Guillaume Gille auskommen. Der 45-Jährige, der einst als Profi zehn Jahre für den HSV Hamburg spielte, wurde positiv auf Corona getestet. Dies teilte der französische Verband mit.

Gille wird in den ausstehenden Hauptrundenspielen des Rekord-Weltmeisters gegen Island, Montenegro und Dänemark von Co-Trainer Erick Mathé vertreten. Frankreich ist im Turnier noch ungeschlagen und hat als Tabellenführer der Gruppe I gute Chancen auf das Erreichen des Halbfinals.

Giffey will Absprachen bei Tests und Kontaktnachverfolgung

17.51 Uhr: Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey erwartet klare Absprachen bei der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag zu weiteren Schritten bei der Bekämpfung der Coronapandemie. »Ich sehe es so, dass wir in der Ministerpräsidentenkonferenz vor allen Dingen darüber sprechen werden, wie wir fokussierte Kontaktnachverfolgung hinbekommen, die besonders auf die vulnerablen Gruppen zielt«, sagte Giffey am Freitag nach einem Besuch im Vivantes-Klinikum in Berlin-Friedrichshain. »Und wie wir es schaffen, beim Testregime klarer zu ziehen, dass das Freitesten der Genesenen mit den Antigen-Schnelltests erfolgt.«

Das sei ein ganz wichtiger Punkt, sagte die SPD-Politikerin vor dem Hintergrund deutlich gestiegener Infektionszahlen. »Und da erhoffe ich mir schon vom Bundesgesundheitsminister jetzt auch eine klare Darstellung in der Testverordnung, welche Antigen-Schnelltests sind so verlässlich, dass sie im Prinzip gleichgestellt sind.« Das Ziel sei, die Testkapazitäten halten zu können und PCR-Tests dort anzuwenden, wo es zum Beispiel in Pflegeeinrichtungen und in den Krankenhäusern wirklich erforderlich sei, sagte Giffey. »Und in den anderen Bereichen eben mit verlässlichen Schnelltests zu arbeiten.«

Fast 2000 Ärzte in Italien wegen fehlender Impfung suspendiert

17.42 Uhr: In Italien sind 1913 Ärzte und Zahnärzte vom Dienst suspendiert, weil sie sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Das teilte die nationale Ärzte- und Zahnärztekammer (FNOMCeO) mit . Jene Mediziner haben bislang keinen Nachweis einer Impfung in das einheitliche digitale Erfassungssystem hochgeladen und können damit nicht mehr ihrer Arbeit nachgehen.

Die Zahl der suspendierten Mediziner steigt damit an: Im November 2021 hatte die Kammer noch 1656 Fälle gemeldet und eigentlich gehofft, dass sich immer mehr Ärzte impfen lassen. In Italien gilt seit April 2021 eine Impfpflicht im Gesundheitswesen.

Insgesamt haben aktuell gar mehr als 33.500 Ärzte ein unvollständiges Corona-Impfregister, wie FNOMCeO mitteilte. In diese Gruppe werden aber auch jene gezählt, die etwa wegen einer Genesung auf eine Impfdosis warten müssen, die im Ausland geimpft wurden oder die aus gesundheitlichen Gründen kein Vakzin erhalten können.

Skisprung-Olympiasieger Wellinger positiv auf Corona getestet

16.49 Uhr: Skisprung-Olympiasieger Andreas Wellinger ist zwei Wochen vor den Winterspielen in Peking positiv auf das Coronavirus getestet worden. Darüber informierte der Deutsche Skiverband (DSV) am Freitag beim Weltcup in Titisee-Neustadt.

Der 26-Jährige, der 2018 in Pyeongchang Gold im Einzel gewonnen hatte, brach seine Anreise Richtung Schwarzwald ab und muss sich nun isolieren. Wellinger wollte eigentlich an diesem Wochenende noch um ein Olympia-Ticket für China (4. bis 20. Februar) kämpfen. Am vergangenen Wochenende in Zakopane musste der ehemalige Topspringer wegen einer Knieverletzung pausieren.

Andreas Wellinger muss nun erstmal auf dem Boden bleiben

Andreas Wellinger muss nun erstmal auf dem Boden bleiben

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Grzegorz Momot / EPA

Oberverwaltungsgericht des Saarlandes setzt 2G-Regel im Einzelhandel aus

16.40 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht des Saarlandes (OVG) hat die Zutrittsbeschränkung zu Einzelhandelsgeschäften nach der 2G-Regelung vorläufig außer Vollzug gesetzt. Damit gebe man einem Eilantrag mehrerer saarländischer Fachmärkte für Elektronikartikel statt, teilte das OVG in Saarlouis am Freitag mit. Die Entscheidung bedeute, dass im Saarland bis auf Weiteres die 2G-Regelung im Einzelhandel generell nicht mehr anzuwenden sei.

Für Niedersachsen kippte das Oberverwaltungsgericht in Lüneburg die Regeln bereits Mitte Dezember. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof hatte die 2G-Regel für den Einzelhandel im Freistaat diese Woche außer Vollzug gesetzt.

Nach Auffassung des Oberverwaltungsgerichts des Saarlandes »verstößt die Regelung gegen das aus dem Rechtsstaatsprinzip abgeleitete Gebot der Bestimmtheit von Normen«. Von der Vorschrift seien nur Ladenlokale ausgenommen, deren Waren- oder Dienstleistungsangebot der Deckung des täglichen Bedarfs diene. Allerdings gelten auch für weitere Ladengeschäfte Ausnahmen. Es sei aber unklar, nach welchen Kriterien die Einzelhandelsbetriebe von der Ausnahmeregelung erfasst würden. Denn weder aus dem Ausnahmekatalog, noch aus der amtlichen Begründung ergäben sich einheitliche, objektivierbare Kriterien.

Kann Deutschland Endemie?

16.37 Uhr: Die Omikron-Wand ist da. Die Hoffnung auf einen baldigen Übergang in die Endemie wächst, doch der muss auch mental gelingen. Und aktuelle Entwicklungen aus der Forschung: unser Corona-Wochenüberblick:

Weltwirtschaftsforum soll nach Covidpause Ende Mai stattfinden

16.24 Uhr: Die eigentlich für Januar geplante Jahreskonferenz des Weltwirtschaftsforums (WEF) soll nun vom 22. bis 26. Mai in Davos in der Schweiz stattfinden. »Nach all den virtuellen Treffen der vergangenen zwei Jahre müssen sich Führungspersönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft endlich wieder persönlich treffen«, sagte WEF-Gründer Klaus Schwab am Freitag.

Im vergangenen Jahr wurde die Konferenz mit Top-Vertretern wegen der Coronapandemie abgesagt. Und auch in diesem Jahr konnte der traditionelle Termin am Jahresbeginn wegen der Ausbreitung der Omikronvariante nicht eingehalten werden. Stattdessen fanden diese Woche Online-Veranstaltungen statt.

Im Mai soll in Davos nach Angaben der Organisatoren unter anderem über die Erholung der Weltwirtschaft nach der Pandemie, den Umgang mit dem Klimawandel sowie über Veränderungen in der Arbeitswelt diskutiert werden.

Polens Ex-Präsident Lech Wałęsa positiv getestet

16.12 Uhr: Der polnische Ex-Präsident und Friedensnobelpreisträger Lech Walesa ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Ich kann es nicht glauben! Dreimal geimpft. Abstrich genommen. Ich bin infiziert«, schrieb Walesa am Freitag auf Facebook. Er habe Kopfschmerzen und Schwierigkeiten, seinen Körper warm zu halten, teilte der 78-Jährige mit.

Der gelernte Elektriker war von 1980 bis 1990 Vorsitzender der Gewerkschaft Solidarnosc und als Arbeiterführer maßgeblich an der Überwindung des kommunistischen Regimes in Polen beteiligt. Von 1990 bis 1995 war er Präsident seines Landes.

Razzia bei Arzt: gefälschte Impfausweise ausgestellt?

16.05 Uhr: Ein Arzt in Recklinghausen steht im Verdacht, gefälschte Corona-Impfausweise ausgestellt und die entsprechenden Impfdosen vernichtet zu haben. Der Mediziner soll von Juni bis Dezember 2021 in seiner Praxis in mehreren Fällen gegen Entgelt »bewusst wahrheitswidrig« eine Impfung bescheinigt haben, wie die Bochumer Staatsanwaltschaft am Freitag mitteilte. Tatsächlich habe er die dokumentierte Erst-, Zweit- oder Auffrischungsimpfung aber dem Verdacht zufolge nicht vollzogen, sondern die Impfdosen vernichtet, sagte eine Sprecherin.

Das Ermittlungsverfahren richte sich gegen den Arzt »und andere«, schilderte die Behörde, ohne dazu weitere Angaben zu machen. Im Kreis Recklinghausen und Umgebung seien am Freitag Privat- und Geschäftsräume des beschuldigten Mediziners durchsucht worden.

Sander: Besonders Risikogruppen profitieren von angepasstem Impfstoff

15.54 Uhr: Der Berliner Infektionsimmunologe Leif Erik Sander hält eine Anpassung des Coronaimpfstoffs an die sich rasant ausbreitende Omikronvariante für einen wichtigen Schritt, besonders für Risikogruppen. Er gehe fest davon aus, dass Menschen mit einem erhöhten Risiko für schwere Krankheitsverläufe wie etwa ältere Menschen von der Impfung mit einem angepassten Vakzin profitieren würden, sagte Sander am Freitag. »Wenn wir Infektionen verhindern können und dadurch auch die Infektionsdynamik bremsen können in den dann wieder kommenden Wintern, wäre das wichtig.«

Die Hersteller arbeiten bereits an einem Impfstoff-Update speziell gegen Omikron. Sander betonte, die Grundimmunisierung durch die derzeit verabreichten Vakzine mit Auffrischimpfung sei sehr wichtig und schütze sehr gut auch gegen Omikron. Wie schnell aber die Schutzwirkung schwinde, sei noch offen. Ein großes Problem sei in seinen Augen allerdings die Impflücke, die es derzeit in Deutschland durch die vielen Ungeimpften noch gebe, weshalb viele Menschen das Stadium der Grundimmunität noch gar nicht erreicht hätten.

»Es ist eine Illusion, dass wir jetzt quasi in kurzer Zeit die Bevölkerung durch natürliche Infektionen immunisieren«, betonte Sander mit Blick auf die Frage, ob man Omikron mittlerweile in der Bevölkerung durchlaufen lassen könne, um die Immunitätslücke zu schließen. Wenn das passiere, breche nicht nur das Gesundheitssystem, sondern auch die gesamte kritische Infrastruktur zusammen, warnte der Experte. »Das ist überhaupt keine Strategie.«

SWR-Sendungen droht Ausfall wegen Corona

15.28 Uhr: Wegen steigender Corona-Zahlen bereitet sich der Südwestrundfunk (SWR) auf einen möglichen Ausfall von Sendungen vor. »Auch bei uns im SWR drohen erhebliche Personalengpässe durch Infektionen und Quarantäne«, teilte Intendant Kai Gniffke am Freitag in Stuttgart mit. »Es kann also in den kommenden Tagen und Wochen sein, dass unsere Havarie-Szenarien Wirklichkeit werden.«

Der öffentlich-rechtliche Sender will Ausfälle so weit wie möglich vermeiden. »Aber wir dürfen uns selbst und unsere Kolleginnen und Kollegen nicht überfordern«, mahnte Gniffke in seinem Intendantenblog. »Wenn es nicht mehr geht, geht es nicht mehr. Dann müssen wir auch mal die Waffen strecken und unserem Publikum sagen, dass wir es aufgrund der Pandemie gerade nicht schaffen.«

RKI weist 19 weitere Hochrisikogebiete aus

14.56 Uhr: Die Omikronvariante des Coronavirus sorgt dafür, dass gut drei Viertel aller rund 200 Länder auf der Welt als Hochrisikogebiete eingestuft werden. Zu den 136 Ländern, die seit einer Woche insgesamt auf der Risikoliste des Robert Koch-Instituts (RKI) stehen, kommen an diesem Sonntag nochmals 19 weitere Staaten hinzu, wie das RKI am Freitag in Berlin mitteilte. Insgesamt stehen damit nun 155 Länder auf der Liste. Kein Land wird demnach von der Liste gestrichen.

Nach den RKI-Angaben gelten von Sonntag an Rumänien, die Republik Moldau, Kosovo, Algerien, Saudi-Arabien, Japan, Indien, Bhutan, Nepal, Mongolei, Kasachstan, Usbekistan, Brasilien, Chile, Ecuador und Paraguay neu als Hochrisikogebiete. Auch die beliebten Reiseziele Marokko, Tunesien, Brasilien und die Malediven zählen dazu.

Wer aus einem Hochrisikogebiet einreist und nicht mindestens den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze hat oder genesen ist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich frühestens fünf Tage nach der Einreise mit einem negativen Test davon befreien. Für Kinder, die das sechste Lebensjahr noch nicht vollendet haben, endet die Absonderung fünf Tage nach der Einreise automatisch.

Ampel-Abgeordnete kündigen Entwurf für Corona-Impfpflicht an

14.13 Uhr: Sieben Abgeordnete der Koalitionsfraktionen von SPD, FDP und Grünen haben einen ersten Gesetzentwurf für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht angekündigt. Die Gruppe spricht sich für eine Pflicht ab 18 Jahren aus, sie will nach der für nächsten Mittwoch geplanten Orientierungsdebatte im Parlament an einem Entwurf dazu arbeiten, wie es in einem nun bekannt gewordenen Schreiben heißt.

Knapp die Hälfte der Bevölkerung hat Booster-Impfung bekommen

14.05 Uhr: Im Kampf gegen das Coronavirus hat fast die Hälfte der Bevölkerung in Deutschland mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) haben bisher 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Bevölkerung eine solche Booster-Impfung bekommen. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der besonders ansteckenden Virusvariante Omikron.

Mindestens 75,3 Prozent der Bevölkerung (62,7 Millionen Menschen) wurde mindestens eine erste Impfdosis verabreicht. Und: Mindestens 73,2 Prozent der Bevölkerung (60,9 Millionen) haben nach RKI-Angaben einen vollständigen Grundschutz erhalten. Die Bundesregierung strebt 80 Prozent Erstgeimpfte bis Ende Januar an.

Bei der Impfquote Erst- und Zweitgeimpfter liegt Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Bei den Auffrischungsimpfungen ist das Saarland, vor Schleswig-Holstein und Bremen, an der Spitze. Sachsen ist jeweils Schlusslicht.

Energie- und Wasserwirtschaft: Coronalage bislang entspannt

13.46 Uhr: Trotz explodierender Corona-Infektionszahlen sieht die Energie- und Wasserwirtschaft die Versorgungssicherheit nicht gefährdet. Die Lage bei den Unternehmen sei »weiterhin entspannt«, wie der Bundesverband Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Freitag mitteilte.

Insbesondere in sensible Bereichen wie Leitwarten oder Entstörungsdiensten, die zentral sind für die sichere Gewährleistung der Energie- und Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, würde die Lage genau im Blick behalten werden. Bestehende Notfallpläne würden regelmäßig überprüft und bei Bedarf angepasst.

Söder: Coronamaßnahmen derzeit nicht verschärfen

13.31 Uhr: Bayerns Regierungschef Markus Söder (CSU) hat sich vor der Ministerpräsidentenkonferenz am Montag trotz sprunghaft steigender Infektionszahlen gegen härtere Coronamaßnahmen ausgesprochen. »Es ist nicht sinnvoll, jetzt zu verschärfen«, sagte der Parteichef nach einer Sitzung des CSU-Vorstandes am Freitag in München. Vielmehr müsse mit Augenmaß beobachtet werden, inwieweit sich die Omikronwelle auf die Belastung des Gesundheitswesens auswirke.

Auf der anderen Seite gebe es auch keinen Anlass dafür, wie etwa in Großbritannien auf ein Coronamanagement völlig zu verzichten. Es könne aber nach Lage der Dinge Erleichterungen geben. Für Bayern kündigte er mögliche Lockerungen für die Zulassung von Zuschauern beim Profisport sowie für Kinder und Jugendliche bei der Beschäftigung am Nachmittag an.

Britische Coronapolitik: Wales wirft Johnson Ablenkungsmanöver vor

13.24 Uhr: Der walisische Regierungschef Mark Drakeford sieht im angekündigten Ende aller Coronamaßnahmen in England ein Ablenkungsmanöver von dem Skandal um Lockdown-Partys im Londoner Regierungssitz. »Jeder, der gesehen hat, was in Westminster vor sich gegangen ist, wird wissen, dass diese Ankündigungen nicht von der Wissenschaft getrieben sind«, sagte Drakeford dem Nachrichtensender Sky News am Freitag.

Es handle sich nicht um einen sorgsam durchdachten Plan, sondern nur um einen »Versuch britischer Minister, eine andere Schlagzeile zu finden als die, von der die Nachrichten dominiert wurden«, sagte Drakeford weiter. Die Regierung in London sei gelähmt von dem Skandal, weil alles darauf ausgerichtet werde, das politische Überleben von Premierminister Boris Johnson zu sichern. Der werde sich von dem Schaden an seinem Ruf aber nicht mehr erholen können, so Drakeford.

Hamburgs CDU-Chef Ploß fordert Öffnung der Fußballstadien für mehr Publikum

13.12 Uhr: Hamburgs CDU-Chef Christoph Ploß ist der Auffassung, dass zeitnah wieder mehr Zuschauer in Fußballstadien gelassen werden sollten. Im Dezember beschloss die Runde der Ministerpräsidenten mit dem Kanzler, die Publikumszahlen zu beschränken, was in den Bundesländern jedoch unterschiedlich ausgelegt wird. »Wenn man nicht unter freiem Himmel ins Stadion gehen kann, während manche Konzertsäle gefüllt sind, ist das widersprüchlich«, sagte Ploß dem SPIEGEL. Wer geimpft und getestet sei, sollte auch wieder im Stadion ein Fußballspiel genießen können.

»Es hat mit zielgenauer Pandemiebekämpfung wenig zu tun, wenn die Fans ausgerechnet im Fußball-Land Deutschland schlechter gestellt werden als andere«, so der CDU-Landeschef. Zuletzt hatten sich laut Medienberichten die vier wichtigsten Profiligen in einem Brief an die Regierung über »existenzbedrohende« »Symbolpolitik« beklagt.

Baden-Württemberg passt Coronaregeln nach Gerichtsurteil an

12.52 Uhr: Die Menschen in Baden-Württemberg müssen sich schon nächste Woche auf neue Coronaregeln einstellen. Voraussichtlich gilt dann nur noch die zweithöchste Stufe, die normale Alarmstufe, die mit einigen Lockerungen verbunden wäre.

Das Land will das am 12. Januar ausgesetzte reguläre Stufensystem der Coronabeschränkungen Mitte nächster Woche wieder in Kraft setzen, wie eine Sprecherin des Staatsministeriums am Freitag mitteilte. Die Regierung reagiert damit auch auf ein vorangegangenes Urteil des Verwaltungsgerichtshofs, das das Einfrieren der Alarmstufe II mit harten Einschränkungen für Ungeimpfte für teilweise rechtswidrig erklärt hatte. Die grün-schwarze Landesregierung hatte diese Stufe in der Coronaverordnung beibehalten und damit die Grenzwerte für die Belastung der Krankenhäuser bis Ende Januar außer Kraft gesetzt.

Wann kommen wir hier raus – und wie?

12.46 Uhr: Länder wie Großbritannien lockern die Maßnahmen trotz hoher Coronazahlen. Und Deutschland? Experten warnen vor einem zu frühen Exit, Zweifel an der Impfpflicht wachsen – und Omikron ist nicht das Ende. Eine SPIEGEL-Recherche  zur Pandemiepolitik der Bundesregierung.

Russland verzeichnet neuen Höchststand an täglichen Neuinfektionen

12.37 Uhr: Russland hat einen neuen Höchststand bei den täglichen Corona-Neuinfektionen gemeldet. Nach Behördenangaben vom Freitag wurden binnen 24 Stunden 49.513 Ansteckungen nachgewiesen. Damit wurde der bisherige Höchststand von 41.335 Fällen innerhalb eines Tages vom November deutlich übertroffen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Russland war in den vergangenen deutlich gestiegen.

Staatschef Wladimir Putin hatte vergangene Woche gewarnt, Russland habe nur zwei Wochen, um sich auf einen sprunghaften Anstieg der Coronainfektionen wegen der hochansteckenden Omikron-Virusvariante vorzubereiten. Er rief die Behörden auf, mehr Coronatests und Impfungen bereitzustellen.

Regierung will Deutschland auf »Omikron-Wand« vorbereiten

12.28 Uhr: Die Bundesregierung will Deutschland organisatorisch auf das rasante Wachstum der Omikronwelle mit erwarteten Hunderttausenden Infizierten pro Tag vorbereiten. Neben einer Priorisierung der besonders sicheren PCR-Tests wird dafür auch eine weitere Konzentration der Kontaktnachverfolgung auf wichtige gesellschaftliche Bereiche erwogen, wie ein Sprecher von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Freitag in Berlin mit Blick auf die bevorstehende Ministerpräsidentenkonferenz sagte. Bund und Länder wollen an diesem Montag weitere Schritte im Kampf gegen die Coronapandemie beraten.

»Wir müssen mit diesen steigenden Infektionszahlen rechnen und müssen uns organisatorisch darauf einstellen«, sagte der Sprecher. Geänderte Quarantäne- und Testregeln sorgten dafür, dass das öffentliche Leben noch sicher stattfinden könne, besonders in der kritischen Infrastruktur. Dazu zählen etwa das Gesundheitswesen, die Versorgungseinrichtungen und die Sicherheitsbehörden.

Ein »Nadelöhr bei den PCR-Tests jedenfalls für die kritische Infrastruktur« solle verhindert werden. »Und deswegen konzentrieren wir wahrscheinlich auch die Kontaktnachverfolgung auf wichtige Bereiche, wie es heute schon passiert«, so der Sprecher. Experten erwarten, dass die »Omikron-Wand« erst nach frühestens zwei Wochen die Krankenhäuser erreicht.

Italien: Sieben-Tage-Inzidenz über Schwelle von 2000

11.55 Uhr: In Italien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter leicht gestiegen. Bis Donnerstag registrierten die Behörden in den zurückliegenden sieben Tagen landesweit durchschnittlich 2011 Coronainfektionen je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) am Freitag mitteilte. In der Vorwoche lag die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 1988 Fällen. Nach Ansicht der Experten stabilisiert sich der Wert damit etwas.

Die Lage auf den Intensivstationen sei mit einer Belegung durch Covid-19-Patienten von etwa 17 Prozent verglichen mit dem Vorwochenwert etwa gleich geblieben. Auf den Klinik-Stationen stieg die Rate dagegen leicht auf 31 Prozent an.

Berlin: Keine PCR-Tests mehr für mutmaßlich Infizierte ohne Symptome

11.36 Uhr: Für Menschen mit einer mutmaßlichen Coronainfektion ist nach Angaben des Berliner Senats nicht mehr unbedingt ein PCR-Test zur Bestätigung nötig. Wenn man sich selber positiv teste, aber ohne Symptome sei, »reicht in Zukunft höchstwahrscheinlich aus, dass man nur noch einen Schnelltest in einer Teststelle machen muss«, sagte Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) am Freitag im Inforadio des rbb.

Auch für das sogenannte Freitesten am Ende der Infektionsphase reiche im Normalfall ein Schnelltest. PCR-Tests seien nur noch nötig für die Menschen, die etwa in Altenheimen, Pflegeheimen und Krankenhäusern arbeiteten.

Auch eine Kontaktnachverfolgung wie am Anfang der Pandemie könne »gar nicht mehr durchgeführt werden«, sagte Gote. »Wir müssen uns auf andere Dinge konzentrieren und schauen, dass wir unsere kritische Infrastruktur am Laufen halten.« Wichtig sei, dass Menschen, die sich infizierten, aber nicht schwer erkrankten, schnell wieder arbeiten könnten. Und dass die Risikogruppen geschützt würden, um sie vor schwerer Krankheit zu bewahren.

Die enttäuschende Bilanz der Luca-App

10.57 Uhr: Bei den Gesundheitsämtern herrscht Ernüchterung über die gehypte App. Zwar wurden millionenfach Daten erhoben. Doch nach SPIEGEL-Recherchen  haben sie kaum geholfen, Coronainfektionen aufzudecken.

Höchstwert in Polen: mehr als 36.000 Corona-Neuinfektionen

10.51 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Polen hat einen Höchstwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 36.665 neue Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium am Freitag mitteilte. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Im selben Zeitraum starben 248 Menschen in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner.

Etwa 30 Prozent der Neuinfektionen seien auf die Omikronvariante zurückzuführen, sagte Vize-Gesundheitsminister Waldemar Kraska am Freitag dem Sender Radio Plus. In den kommenden Tagen sei damit zu rechnen, dass Omikron die dominierende Variante werde.

Regierung in Hongkong warnt Tierfreunde vor Behinderung von Hamster-Keulaktion

10.26 Uhr: Nach der Anordnung der Tötung hunderter Hamster aus Gründen der Corona-Pandemiebekämpfung in Hongkong hat die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone Tierfreunde vor einer Behinderung der umstrittenen Aktion gewarnt. Das Naturschutzministerium verurteilte am Freitag eine Protestaktion von Tierschützern, die sich vor einer offiziellen Hamster-Sammelstelle versammelt und Hamsterbesitzer von der Abgabe ihrer Nager abgehalten hatten.

Das Ministerium forderte die Menschen dazu auf, »solche Aktionen sofort zu stoppen und weggenommene Hamster zurückzubringen«. Die Polizei sicherte die offizielle Hamster-Sammelstelle am Freitag ab, wie im Fernsehen zu sehen war. Nach Angaben der Stelle wurden dort bis Donnerstagabend 68 Nagetiere abgegeben.

Nach der Entdeckung mehrerer mit dem Coronavirus infizierter Hamster in einer Tierhandlung hatten die Behörden in Hongkong Anfang dieser Woche die Tötung hunderter Hamster und anderer Nagetiere wie Kaninchen und Meerschweinchen angeordnet. Rund 2000 Tiere aus Tierhandlungen wurden daraufhin gekeult. Der Import kleiner Säugetiere wurde vorübergehend eingestellt. Zusätzlich wurden Haustierbesitzer, die ihre Nagetiere nach dem 22. Dezember erworben hatten, aufgefordert, diese bei der offiziellen Sammelstelle abzugeben.

Ein Drittel weniger Wiederholer im Corona-Schuljahr 2020/21

09.53 Uhr: Während der Coronapandemie haben deutlich weniger Kinder eine Klassenstufe wiederholt. Laut Statistischem Bundesamt lag das unter anderem an veränderten Versetzungsregelungen. Wie das Amt am Freitag berichtete, wiederholten im Schuljahr 2020/21 an allgemeinbildenden Schulen 93.100 Schülerinnen und Schüler eine Klasse – entweder freiwillig oder weil sie nicht versetzt wurden. Das waren 50.500 weniger als im Schuljahr davor.

Damit sank die Quote der Wiederholer bundesweit von 2,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf zuletzt 1,4 Prozent. »Aufgrund von Unterrichtsausfällen, Wechsel- und Distanzunterricht wurden in vielen Bundesländern besondere Regeln in Hinblick auf die Versetzung eingeführt. So wurde die Versetzung vielfach nicht mehr an die schulischen Leistungen geknüpft«, ordneten die Statistiker ein.

Leipziger Infektiologe: Infektionsgeschehen könnte endemisch werden

09.42 Uhr: Der Leipziger Infektiologe Christoph Lübbert ist verhalten optimistisch, dass das Infektionsgeschehen langsam in eine endemische Situation übergeht. »Es gibt schon ein biologisches Drehbuch für Viren: Je länger eine Pandemie andauert, desto ansteckender wird der Erreger, aber desto mehr passt er sich auch an den menschlichen Wirt an und schwächt sich virologisch ab«, sagte der Chef der Infektiologie am Uniklinikum und am St. Georg der »Leipziger Volkszeitung«. Endemisch ist eine Krankheit, wenn sie in einer Region fortwährend auftritt. Dazu gehört etwa die saisonale Grippe.

Ein zweiter Effekt sei, dass der Organismus Immunität über verschiedene Infektionswellen und mehrfaches Impfen entwickele, sagte Lübbert. »Nach diesem Drehbuch wären wir vielleicht nächstes Jahr in der Endemie, spätestens das Jahr darauf.« Mit viel Glück und deutlicher Steigerung der Impfquote könne eine solche Situation noch dieses Jahr erreicht werden.

Existenzsorgen der ostdeutschen Wirtschaft weiter groß

08.57 Uhr: In Ostdeutschland fürchtet einer Umfrage zufolge jedes fast jedes siebte Unternehmen um seine Existenz. Bei einer Befragung des Ifo-Instituts im Dezember gaben 14 Prozent der teilnehmenden Firmen an, dass sie durch die Coronapandemie existenziell gefährdet seien. Das ist ein leichter Anstieg im Vergleich zur letzten Untersuchung: Im Juni hatten der Anteil in den ostdeutschen Ländern inklusive Berlin noch bei 13,8 Prozent gelegen, wie das Institut mitteilte.

Bundesweit liegt der Schnitt der Unternehmen mit Existenzsorgen mit 5,7 Prozent deutlich niedriger als in der ostdeutschen Betrachtung. »Dies dürfte damit zusammenhängen, dass die ostdeutschen Unternehmen im Schnitt kleiner sind und deren Eigenkapitalausstattung geringer ist«, erklärte ein Sprecher des Ifo in Dresden.

Skisprung-Weltmeister Zyla vor Olympia mit Corona infiziert

08.27 Uhr: Der polnische Skisprung-Weltmeister Piotr Zyla ist zwei Wochen vor den Olympischen Winterspielen von Peking positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte Polens Verband unmittelbar vor dem Weltcup-Wochenende in Titisee-Neustadt mit. Der 35 Jahre alte Zyla, der im Februar 2021 vollkommen überraschend das WM-Einzel von Oberstdorf gewonnen hatte, ist damit der nächste Fall im polnischen Team, nachdem sich zuletzt auch der frühere Vierschanzentournee-Sieger Dawid Kubacki infiziert hatte.

Um nach China einreisen zu dürfen, müssen Zyla und Kubacki nach ihrer Genesung insgesamt vier negative PCR-Tests absolvieren. Im Weltcup gibt es derzeit weitere Fälle. Daniel-André Tande und Fredrik Villumstad aus dem norwegischen Team wurden positiv auf das Virus getestet. Am Donnerstag hatte auch Johann André Forfang einen positiven Test erhalten. Im deutschen Team gab es in diesem Winter auch schon Fälle, die sich allerdings nicht im Springerteam ereigneten.

Weil gegen weitere Lockerungen

07.49 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat sich vor neuen Spitzenberatungen von Bund und Ländern gegen Lockerungen in der Pandemiebekämpfung ausgesprochen – aber auch gegen Verschärfungen. Die massiv steigenden Inzidenzen spielten »schon eine Rolle, aber wir müssen ein Stück weit umdenken gegenüber den früheren Infektionswellen«, sagte der SPD-Politiker im ARD-»Morgenmagazin«. Die Infektionszahlen seien hoch, die Kliniken aber weniger belastet. »Wir haben es mit einem neuen Gegner zu tun, deswegen muss man insoweit auch seine Strategie anpassen.«

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am Montag mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über weitere Maßnahmen in der Pandemie beraten. Weil sagte dazu: »Wir dürfen die Pandemie nicht entgleiten lassen.« Gleichzeitig sprach er sich angesichts der veränderten Lage gegen einen »totalen Lockdown« aus. Vor allem die Hospitalisierung und die Lage auf den Intensivstationen brächten ihn derzeit »noch nicht ins Grübeln«, auch wenn die Infektionszahlen von Tag zu Tag stiegen.

Weil mahnte, sich nichts vorzumachen. Nach der Omikron-Variante werde das Virus nicht aus der Welt sein: »Wir werden mit neuen Virusformen zu tun haben.« Ernsthaften Schutz biete nur eine hohe Impfquote in der ganzen Gesellschaft: »Die werden wir mit dem Tempo, das wir jetzt haben, nicht schaffen.« Die Impfdynamik habe im neuen Jahr nachgelassen. »Da machen wir einen Fehler«, sagte er. Deutlich sprach er sich gegen die sogenannte Durchseuchung aus, dies sei zynisch und bedeute, dass viele Menschen auf Intensivstationen landen und sterben würden.

Bildungsgewerkschaft: Auch Lehrer bei PCR-Tests priorisieren

07.02 Uhr: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert, Lehrer und Erzieher bei einer Priorisierung von Corona-PCR-Tests mit zu berücksichtigen. »Sie haben am Arbeitsplatz nicht nur viel Kontakt, sondern auch sehr viel Kontakt mit ungeimpften Menschen«, sagte die GEW-Vorsitzende Maike Finnern den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will am Wochenende eine Verordnung zur Priorisierung der Auswertung von PCR-Tests vorlegen. In einem Verordnungsentwurf seines Ministeriums mit Stand von Dienstagnachmittag hieß es, angesichts knapper Kapazitäten und drastisch zunehmender Infektionen sei es notwendig, dass »eine vorrangige Befundung von Probenmaterial von Beschäftigten mit Kontakt zu besonders vulnerablen Personengruppen sichergestellt wird«.

Finnern kritisierte: »Es hätte nicht passieren dürfen, dass wir jetzt den Zugang zu den PCR-Tests priorisieren müssen.« Es sei immer gesagt worden, dass Schulen unbedingt geöffnet bleiben sollten. »Da wäre die Vorsorge bei der Verfügbarkeit von Tests ein Baustein gewesen.« Sie ergänzte: »Wenn es eine flächendeckende Versorgung mit PCR-Lollitests für Schulen und Kitas gäbe, stünden wir jetzt ganz anders da.« Die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Neuinfektionen war zuletzt deutlich gestiegen und hat den höchsten Stand seit Pandemie-Beginn erreicht.

Karl-May-Spiele in Bad Segeberg sollen wieder starten

06.00 Uhr: Nach zwei Jahren Unterbrechung wegen der Coronapandemie sollen in diesem Sommer die Karl-May-Spiele in Bad Segeberg wieder starten. Auf dem Programm ab dem 25. Juni steht »Der Ölprinz«, der eigentlich schon 2020 aufgeführt werden sollte.

»Wir sind sehr optimistisch, dass wir trotz der aktuell hohen Inzidenzen eine tolle Saison mit dem Abenteuer ›Der Ölprinz‹ erleben werden«, teilte die Geschäftsführerin der Kalkberg GmbH, Ute Thienel, auf der Internetseite der Karl-May-Spiele mit. »Wir spielen im Sommer und an der frischen Luft – und damit haben wir in der aktuellen Situation die besten Voraussetzungen für ein entspanntes und sicheres Theatererlebnis.«

Die Vorbereitungen für das Bühnenbild laufen schon, wie Sprecher Michael Stamp sagte. Die Proben sollen wie immer etwa fünf Wochen vor der Premiere im Mai beginnen. »Der Ölprinz« mit Alexander Klaws als Winnetou, Sascha Hehn als Ölprinz Grinley und Katy Karrenbauer als Rosalie Ebersbach soll bis zum 4. September 72 Mal aufgeführt werden.

Coronafall an Bord – Australischer Hilfsgüterflug für Tonga abgebrochen

05.01 Uhr: Ein australisches Flugzeug mit Hilfsgütern an Bord musste auf dem Weg nach Tonga mitten im Flug umdrehen, nachdem die Crew über einen positiven Coronavirus-Fall informiert worden war. Alle Besatzungsmitglieder hätten vor dem Abflug einen negativen Antigen-Schnelltest abgegeben, sagte eine Sprecherin des australischen Verteidigungsministeriums. Jedoch zeigten PCR-Tests später ein positives Ergebnis.

Die seit einem Vulkanausbruch und einem Tsunami verwüstete Südpazifiknation Tonga  ist dringend auf Hilfen angewiesen. Der coronafreie Inselstaat verfolgt allerdings eine strenge Grenzkontrollpolitik und verlangt die kontaktlose Übergabe von Hilfsgütern, die seit Donnerstag per Flugzeug ankommen. Die Vorräte wurden nun auf einen anderen Flug verlegt.

RKI: Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 706,3

04.15 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz und die Zahl der Corona-Neuinfektionen haben erneut Höchstwerte erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Inzidenz am Freitagmorgen mit 706,3 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 638,8 gelegen, vor einer Woche bei 470,6.

Die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden betrug nach Daten der Gesundheitsämter 140.160 – nach 133.536 am Vortag und 92.223 vor einer Woche.

Es war bereits der achte Tag in Folge mit einer neuen Rekordinzidenz und der dritte Tag mit einem neuen Höchstwert bei den Neuinfektionen. Mehr zu den aktuellen Zahlen des RKI können Sie in dieser ausführlichen Meldung nachlesen.

Flug von Miami nach London wegen Maskenverweigerer abgebrochen

04.01 Uhr: Ein Flugzeug der US-Fluggesellschaft American Airlines ist am Donnerstag auf dem Weg von Miami nach London mitten im Flug umgekehrt, weil sich ein Passagier geweigert hat, eine Maske zu tragen. Das Unternehmen teilte mit, dass der Flieger nach Miami zurückkehrte, weil »ein störender Kunde sich weigerte, die vorgeschriebene Maske zu tragen«. Die Polizei wartete demnach schon am Flughafen auf den Maskenverweigerer.

Sie begleitete den Passagier ohne Zwischenfälle von Bord, sagte ein Polizeibeamter dem US-Sender CNN . Die Maschine des Typs Boeing 777 hatte insgesamt 129 Passagiere und 14 Besatzungsmitglieder an Bord. Laut »New York Times«  hatte das Flugzeug etwa 800 der rund 7000 geplanten Kilometer Flugstrecke nach London zurückgelegt, als sie umkehrte.

American Airlines teilte mit, dass der Passagier bis zur weiteren Untersuchung des Vorfalls auf eine Liste von Personen gesetzt wurde, die nicht mehr mit der Fluggesellschaft fliegen dürfen.

Die US-Luftfahrtbehörde FAA hatte im Januar vergangenen Jahres eine Null-Toleranz-Politik gegenüber Maskenverweigerern ausgesprochen. Zuvor hatten zahlreiche Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter über verbale und körperliche Übergriffe durch Reisende berichtet, die sich weigerten, die Vorschrift zu befolgen.

Pfizer und Biontech bekommen in Japan Zulassung für Kinder-Impfstoff

03.55 Uhr: Wie das Pharmaunternehmen Pfizer mitteilt, hat der von Pfizer und Biontech entwickelte Impfstoff gegen das Coronavirus für Kinder von fünf bis elf Jahren in Japan eine Sonderzulassung erhalten. Die mRNA-Vakzin der beiden Unternehmen ist der bisher in Japan am häufigsten verwendete Impfstoff zum Schutz gegen das Coronavirus.

Kretschmer fordert von Bundesregierung Vorschlag zur Impfpflicht

Michael Kretschmer

Michael Kretschmer

Foto: Robert Michael / dpa

03.46 Uhr: In der Diskussion um eine allgemeine Impfpflicht hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer einen Vorschlag der Bundesregierung angemahnt. »Die Impfpflicht einzuführen, ist eine Aufgabe für die Koalition in Berlin«, sagte der CDU-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Daher müsse die Regierung jetzt mit einem Vorschlag kraftvoll vorangehen, für ihren Vorschlag werben und andere mitnehmen. »Es kann nicht sein, dass bei dieser Pandemie alle unangenehmen Themen an die Bundesländer, das RKI oder das Paul-Ehrlich-Institut weggewichtelt werden.«

Politik brauche Führung, vor allem in den schwierigen Fragen, sagte Kretschmer. Die Ampelkoalition solle daher der Bevölkerung schnell mitteilen, ob sie die Einführung einer Impfpflicht ernst meine und ob sie dafür eine Mehrheit habe.

Argentinien evakuiert ungeimpfte Corona-positive Mitarbeiter von Antarktis-Basis

03.30 Uhr: Wegen eines Coronaausbruchs auf einer argentinischen Forschungsbasis in der Antarktis sind neun positiv getestete, ungeimpfte Mitarbeiter evakuiert worden. Insgesamt sind 24 der 43 Wissenschaftler und Militärangehörigen auf der Basis La Esperanza infiziert, sagte Patricia Ortuzar von der Nationalen Antarktisbehörde der argentinischen Regierung gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die asymptomatischen Ungeimpften wurden demnach vorsorglich per Hubschrauber in die Hauptstadt Buenos Aires gebracht.

Die argentinische Esperanza-Station in der Antarktis (Archivbild)

Die argentinische Esperanza-Station in der Antarktis (Archivbild)

Foto: VANDERLEI ALMEIDA / AFP

Die Mitarbeiter waren bereits vor Beginn der argentinischen Impfkampagne im Jahr 2021 in der Antarktis und sollten in die Hauptstadt reisen, um sich impfen zu lassen. Sie beschlossen jedoch, mit der Impfung in Argentinien zu warten, weil sie befürchteten, in der extremen Umgebung der Antarktis mit möglichen Nebenwirkungen konfrontiert zu werden.

Die Situation auf dem Stützpunkt La Esperanza sei »unter Kontrolle«, sagte Ortuzar. Die anderen 15 Corona-positiven Mitarbeiter, die ebenfalls asymptomatisch sind, blieben mit dem Rest des Teams auf der Basis.

Adele verschiebt Konzertreihe in Las Vegas

03.05 Uhr: Die britische Sängerin Adele hat einen Tag vor der geplanten Premiere ihre Konzertreihe in Las Vegas abgesagt. Unter Tränen wandte sich der Weltstar am Donnerstag auf Twitter in einer Videobotschaft die Fans.

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Es tue ihr so leid, aber ihre Show sei einfach nicht fertig, sagte die Musikerin. Sie und ihr Team hätten alles versucht, aber die Coronapandemie habe alles zunichtegemacht. Die Hälfte ihrer Mitarbeiter sei erkrankt, zudem seien Anlieferungen in Verzug. »Ich bin am Boden zerstört und es tut mir so leid, dass es in der allerletzten Minute passiert.« Die Auftritte würden zu einem späteren Termin nachgeholt, versprach sie den Fans.

Mit »30« hatte Adele im vorigen November ihr viertes Studioalbum herausgebracht.

Mittelstandsverband für Einschränkungen bei Impfverweigerern

02.56 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) hat sich dafür ausgesprochen, dass Beschäftigten in Quarantäne, die ohne medizinischen Grund eine Coronaimpfung verweigern, die Lohnfortzahlung gekürzt wird. Diese Beschäftigten gefährdeten die »Betriebsgesundheit«, sagte der Bundesgeschäftsführer des Verbandes, Markus Jerger, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bereits jetzt würden viele Unternehmen Aufträge verlieren, weil Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlen. »Ein erhöhter Ausfall von Mitarbeitern bei bleibenden Lohnkosten kann das wirtschaftliche Aus bedeuten – und damit den Verlust aller Arbeitsplätze im Unternehmen.«

Der Kosten- und Zeitaufwand für Unternehmen zur Überprüfung des Booster-Status schlage weniger zu Buche als Geschäftsausfälle durch fehlende Mitarbeiter. »Zudem muss ein erneuter Lockdown mit allen Mitteln abgewendet werden. Ein drohender Wegfall der Entgeltfortzahlung könnte ein wirkungsvoller Anreiz sein, um die Quote der Booster-Impfungen voranzutreiben.«

Krankenhausgesellschaft: Omikron-Welle belastet bereits Normalstationen

02.07 Uhr: Die Belastung auf den Normalstationen hat nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) in Regionen mit hohen Omikron-Infektionszahlen massiv zugenommen. »Mit Blick auf die Zahlen scheint zwar die Belastung auf der Intensivstation abzunehmen, die Belastung auf der Normalstation bleibt allerdings hoch oder steigert sich sogar deutlich«, sagte der Vorstandsvorsitzende Gerald Gaß den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND).

Dies machten die ersten Zahlen aus den besonders von Omikron betroffenen Bundesländern deutlich.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt allerdings eine Stagnation bei der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz festgestellt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Er lag die vergangenen Wochen bei etwas über drei. Im jüngsten Wochenbericht vom Donnerstag stellte das RKI auch einen weiter rückläufigen Trend bei den Patientenzahlen auf den Intensivstationen fest – die aktuell start ansteigenden Infektionszahlen werden sich demnach allerdings erst verzögert dort widerspiegeln.

CSU dringt vor Bund-Länder-Runde auf Omikron-Check der Coronaregeln

01.39 Uhr: Vor Spitzenberatungen von Bund und Ländern hat die CSU gefordert, die Coronamaßnahmen mit Blick auf die Omikron-Variante auf den Prüfstand zu stellen. »Wahr ist, mit Omikron ändern sich die Grundlagen. Wir brauchen einen Omikron-Check für das Coronamanagement in Deutschland«, sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume der »Welt«. »Die kommende Ministerpräsidentenkonferenz kann ein wichtiger Meilenstein sein, um über diese Dinge zu reden.« Bund und Länder wollen am Montag auf Spitzenebene über weitere Schutzmaßnahmen in der Coronakrise beraten.

Die sehr ansteckende Sars-CoV-2-Variante Omikron hat sich in Deutschland inzwischen durchgesetzt. Sie sorgt für einen starken Anstieg der Neuinfektionszahlen, geht allerdings tendenziell mit milderen Verläufen einher als die Delta-Variante.

RKI: Maximaler Ausschlag der Omikron-Welle nicht exakt zu bemessen

Lange Warteschlange vor einem PCR-Testzentrum in Berlin (Symbolbild)

Lange Warteschlange vor einem PCR-Testzentrum in Berlin (Symbolbild)

Foto: Jochen Eckel / imago images/Jochen Eckel

01.05 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) erwartet, dass der maximale Ausschlag der Omikron-Welle in Deutschland durch Meldedaten nicht genau bemessen werden kann. »Die Größenordnung und die entscheidenden Trends in der epidemiologischen Entwicklung werden jedoch zuverlässig angezeigt«, schreibt das RKI im Coronawochenbericht vom Donnerstagabend. Hintergrund für die vorübergehend unvollständiger werdende Erfassung von Infizierten sind etwa begrenzte Testkapazitäten und Personalressourcen wegen der hohen Fallzahlen, wie es hieß.

Meldedaten bleiben laut Bericht »für das Management und Entscheidungen über Maßnahmen vor Ort während der Omikron-Welle weiter von hoher Bedeutung«. Sie seien aber nicht allein zu betrachten, sondern zusammen mit Erkenntnissen aus weiteren Überwachungssystemen zu akuten Atemwegserkrankungen. Die Krankheitsschwere werde somit bedeutsamer für die Lage-Einschätzung.

Fußball: Coronawelle beim Karlsruher SC

00.45 Uhr: Gleich 16 Spieler sowie vier Trainer beim Karlsruher SC sind bei PCR-Tests positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der badische Zweitligist wird deshalb an diesem Freitag bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) beantragen, dass das für Sonntag geplante Spiel gegen den SV Sandhausen abgesetzt wird. Dies teilte der KSC am Donnerstagabend mit.

Abgesehen von Spielern und Betreuern seien auch vier Personen aus dem Funktionsteam betroffen. Allen Beteiligten mit Symptomen gehe es den Umständen entsprechend gut, teilte der Club mit und verwies darauf, dass die Impfquote 100 Prozent betrage.

Frankreich lockert Coronamaßnahmen – Härtere Regeln für Ungeimpfte

00.33 Uhr: Frankreich lockert die Coronabeschränkungen im Februar schrittweise und verschärft zugleich die Regeln für Ungeimpfte von Montag an erheblich. Sie haben dann mit der Einführung des landesweiten Impf- und Genesungsnachweises keinen Zugang mehr zu Gastronomie, Kulturstätten, Sportveranstaltungen und zum Fernverkehr, wie Premierminister Jean Castex am Donnerstagabend ankündigte. Für alle Menschen ab 16 Jahren wird eine vollständige Impfung damit zur Voraussetzung zur uneingeschränkten Teilnahme am öffentlichen Leben. Menschen, die sich bis Mitte Februar für eine erste Impfung entscheiden, dürfen danach vorübergehend weiter einen zusätzlichen negativen Test als Zugangsvoraussetzung vorlegen.

Trotz aktuell hoher Infektionszahlen schütze die hohe Impfquote die Kliniken vor einer Überlastung, sagte Castex. 93 Prozent der Erwachsenen seien geimpft und eine Million Menschen hätten sich nach Ankündigung der 2G-Regeln noch für die Immunisierung entschieden. Ab dem 2. Februar könnten daher die Kapazitätsbeschränkungen für Sport- und Kultureinrichtungen aufgehoben werden – ebenso wie Maskenregelungen im Freien. Die Homeoffice-Verpflichtung werde in eine Empfehlung umgewandelt. Am 16. Februar dürfen Diskotheken wieder öffnen, auch das Essen und Trinken in Zügen ist dann wieder erlaubt.

Der Impf- und Genesungsnachweis braucht noch die Zustimmung des Verfassungsrates, der sich am Freitag mit dem »Passe vaccinal« beschäftigen will. Die Regierung rechnet nicht mit Einwänden.

Österreich beschließt Corona-Impfpflicht ab 18 Jahren

00.01 Uhr: Als erstes Land in Europa hat Österreich eine allgemeine Impfpflicht für seine Bürgerinnen und Bürger verabschiedet. Bis Mitte März haben Ungeimpfte noch Zeit, sich immunisieren zu lassen. Ausnahmen gibt es nur für wenige. Lesen Sie hier die vollständige Meldung.

mkl/bbr/aar/hen/wit/AFP/dpa/Reuters/sid
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