+++ Corona-News am 9. April +++ 42 Thrombosefälle nach AstraZeneca-Impfung in Deutschland

Der Impfstoff von AstraZeneca wird in Deutschland inzwischen nur noch an Menschen über 60 Jahren verimpft. Grund dafür sind Verdachtsfälle von seltenen Blutgerinnseln. Und: Malta lockt Urlauber mit Rabatten. Der Überblick.
Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild)

Impfstoff von AstraZeneca (Symbolbild)

Foto: Hannibal Hanschke / AP

Das waren die Corona-News am 9. April.

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+++ 42 Thrombosefälle nach AstraZeneca-Impfung in Deutschland +++

21.11 Uhr: In Deutschland sind bislang 42 Verdachtsfälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Corona-Impfstoff von AstraZeneca bekannt. Das berichtete das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) am Freitagabend. Die 42 Fälle der speziellen Form sehr seltener Hirnvenenthrombosen seien bis zum 2. April gemeldet worden, in 23 Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie (Mangel an Blutplättchen) gemeldet worden.

Mit Ausnahme von sieben Fällen seien Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen gewesen. Allerdings seien Frauen nach den Angaben des Robert Koch-Instituts auch häufiger als Männer mit dem Produkt geimpft worden. Die Männer seien 24 bis 58 Jahre alt gewesen. Acht Betroffene starben, fünf Frauen und drei Männer, wie das für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut in Langen berichtete. Für Frauen zwischen 20 und 59 Jahren seien deutlich mehr Fälle beobachtet worden, als erwartbar gewesen sei. Inzwischen wird der Impfstoff in Deutschland in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren verwendet.

Italien lockert am Montag Beschränkungen in sechs Regionen

20.10 Uhr: In Italien werden am Montag die Beschränkungen in sechs der 20 Regionen gelockert. Von der Entscheidung des Gesundheitsministeriums ist auch die Lombardei betroffen, wo die Finanzmetropole Mailand liegt. In den vergangenen fünf Tagen ist in Italien die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur Vorwoche um 30 Prozent gefallen.

Diese landesweiten Coronamaßnahmen stehen im Gesetzentwurf

20.30 Uhr: Der Bund will mit einem »Notbremsengesetz« durchgreifen – und neue einheitliche Regeln für die Länder festlegen. Der Entwurf liegt dem SPIEGEL vor. Neben Ausgangssperren geht es auch um Schulschließungen. Lesen Sie hier mehr.

Malta will Hotel-Touristen mit 200-Euro-Rabatt locken

19.56 Uhr: Maltas Regierung will den Neustart des Tourismus nach dem Corona-Stopp mit Geldgeschenken an Urlauber ankurbeln. Die ersten 35.000 Touristen, die für die Sommersaison einen Urlaub auf Malta buchen, könnten Rabatte von jeweils bis zu 200 Euro erhalten, kündigte Tourismusminister Clayton Bartolo am Freitag an. Dafür müssten Reisende mindestens drei Nächte direkt bei einem maltesischen Hotel buchen, hieß es. Die Rabatte würden je nach Kategorie der Unterkunft gestaffelt gewährt – je mehr Sterne das Haus hat, je höher ist der Nachlass.

Die Regierung in Valletta will für das Programm den Angaben zufolge 3,5 Millionen Euro ausgeben. Sie will die Hälfte des Rabatts tragen, die andere Hälfte solle das Hotel übernehmen. Die Unternehmen müssten sich für das Programm anmelden, hieß es in der »Times of Malta«.

AstraZeneca bestätigt kurzfristige Lieferverzögerung

19.55 Uhr: Das britisch-schwedische Pharmaunternehmen AstraZeneca hat einen Bericht der »Financial Times« über eine kurzfristige Lieferverzögerung seines Corona-Impfstoffs an die EU teilweise bestätigt. Die jüngste Lieferzusage für das zweite Quartal sei aber nicht gefährdet, hieß es in einer Mitteilung am Freitagabend.

»Wir haben der Europäischen Kommission und den Mitgliedsstaaten vergangene Woche mitgeteilt, dass eines von zwei für die Lieferung in dieser Woche bestimmten Kontingente getestet werden muss und demnächst ausgeliefert wird«, hieß es in einer Mitteilung.

Pfizer und Biontech wollen Impfstoff in USA für 12- bis 15-Jährige genehmigen lassen

19:10 Uhr: Die Hersteller Biontech/Pfizer wollen ihren Impfstoff in den USA für 12- 15-jährige Patienten genehmigen lassen, wie der Pharmahersteller Pfizer mitteilte. Ein entsprechender Antrag bei der amerikanischen Aufsichtsbehörde FDA sei heute eingereicht worden.

In den kommenden Tagen wollen die Konzerne weltweit bei den zuständigen Behörden die entsprechenden Zulassungsanträge einreichen, heißt es in der Mitteilung weiter .

Laschet unterstützt Reform des Infektionsschutzgesetzes

19:00 Uhr: Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) befürwortet eine Vereinheitlichung der Corona-Regeln in Deutschland durch eine Neufassung des Infektionsschutzgesetzes. Man bringe sich »konstruktiv in die Beratungen für eine bundesgesetzliche Regelung« ein, sagte ein Sprecher der Düsseldorfer Staatskanzlei dem »Kölner Stadt-Anzeiger«.

Laschet habe bereits zu Beginn der Woche auf den »dringenden Handlungsbedarf in der Pandemiebekämpfung hingewiesen und für ein schnelles, bundeseinheitliches Vorgehen der Länder geworben«, so der Sprecher weiter. Für den Vorstoß eines »Brücken-Lockdowns« hatte Laschet besonders von SPD-geführten Bundesländern Ablehnung erfahren.

Schwesig beklagt »Hin und Her« bei Corona-Strategie

18:38 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat sich kritisch zur Absage der für Montag geplanten Bund-Länder-Runde und der vorausgegangenen Debatte zur Corona-Strategie geäußert. Der eine schlage einen Lockdown vor, der andere einen Brücken-Lockdown. »Dieses Hin und Her im Vorfeld der Ministerpräsidentenkonferenz, ich kann gut verstehen, dass die Bürgerinnen und Bürger das nicht in Ordnung finden«, sagte Schwesig. Sie habe sich von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) Vorschläge gewünscht, über die dann mit der Bevölkerung hätte geredet werden können.

Die beabsichtigte Änderung des Bundesinfektionsschutzgesetzes begrüßte Schwesig. »Wir brauchen anhand der Infektionslage, der Inzidenzen klare Regeln, was kann auf sein, was muss geschlossen sein«, sagte sie. Dafür müsse es bundesweit einheitliche Richtlinien geben. Eine Konkretisierung dieser Regeln werde die Unterstützung Mecklenburg-Vorpommerns finden. Dazu gehörten auch Vorgaben für die Verhängung von Ausgangsbeschränkungen.

Italien verzeichnet mehr Todesfälle

18:10 Uhr: Die Coronakrise forderte in Italien wieder mehr Opfer. Die Regierung in Rom meldete am Freitag 718 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus, nach 487 Fällen am Vortag. Zugleich zählten die Behörden 18.938 neue Corona-Infektionen. Italien gilt nach Großbritannien als das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa. Das Land verzeichnet bislang insgesamt 3,6 Millionen Infektionen und mehr als 113.000 Todesfälle.

Rheinland-Pfalz beschließt Ausnahmen für vollständig Geimpfte

17.30 Uhr: Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen gelten in Rheinland-Pfalz künftig Ausnahmen von der Testpflicht und der Absonderungspflicht nach der Einreise aus einem Risikogebiet. Das beschloss das Kabinett am Freitag, wie das Gesundheitsministerium in Mainz mitteilte. Fünf Prozent der Rheinland-Pfälzer haben laut Robert Koch-Institut bislang zwei Impfungen bekommen.

Als vollständig geimpft gelte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission derzeit, wer vor 14 Tagen die zweite Impfung bekommen habe und keine typischen Symptome einer Infektion mit dem Coronavirus aufweise. Der Nachweis über den vollständigen Impfschutz müsse den Betreibern – also etwa den Anbietern körpernaher Dienstleistungen oder der Außengastronomie – schriftlich oder digital nachgewiesen werden. Diese Änderung gilt ab Sonntag, zunächst bis zum 25. April.

Die Pflicht zur Absonderung von Mitbewohnern und Kontaktpersonen nach der Einreise aus einem Risikogebiet gilt von Montag an nicht mehr für vollständig Geimpfte. Voraussetzung ist, dass keine Symptome einer Coronavirus-Erkrankung vorliegen und die Einreise nicht aus einem Virusmutantengebiet erfolgte. Diese Regelung gilt zunächst bis zum 10. Mai. Davon ausgenommen sind Patienten und Bewohner von stationären Einrichtungen wie Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Günther sieht auch ohne Corona-Gipfel klare Vorgaben zum Handeln

17.20 Uhr: Schleswig-Holsteins Regierungschef Daniel Günther sieht auch nach der Absage der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU) ein hinreichendes Regelwerk für das Vorgehen in der Corona-Pandemie. »Auch ohne ein Treffen zwischen Bund und Ländern in der kommenden Woche haben wir für die nächsten Wochen klare Grundsätze für unser Handeln«, sagte der CDU-Politiker.

Der Norden, der mit zuletzt 64,5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen die bundesweit niedrigste Inzidenz hat, öffnet ab Montag wieder die Außengastronomie.

Die mit der Notbremse ergriffenen Maßnahmen hätten immer Wirkung gezeigt, sagte Günther. »Wir empfehlen aus unseren Erfahrungen dieses konsequente Handeln sehr.« Deshalb verschließe sich das Land auch nicht der Debatte darüber, diese Maßnahmen bundesweit einheitlicher über eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes umzusetzen.

R-Pharm will in Bayern acht bis zehn Millionen Sputnik-Dosen produzieren

17.10 Uhr: Das russische Pharmaunternehmen R-Pharm rechnet mit der Produktion von acht bis zehn Millionen Dosen des Impfstoffs Sputnik V in seinem Werk in Bayern. Dieses Ziel würde wahrscheinlich im vierten Quartal 2021 erreicht, sagt Firmenchef Alexej Repik der Nachrichtenagentur Reuters. »Ich denke, wir werden mit vier bis fünf Millionen kompletten Dosen beginnen.« Eine komplette Dosis besteht aus Erst- und Zweitimpfung.

WHO: Projekt zur Impfung in armen Ländern liegt weit hinter dem Plan

17.00 Uhr: Eine UN-Initiative zur gerechten Verteilung von Corona-Impfungen zwischen armen und reichen Ländern hat bislang nur einen Bruchteil der geplanten Dosen ausliefern können. Bis Ende März seien statt 100 Millionen nur 38 Millionen verteilt worden, berichtete Tedros Adhanom Ghebreyesus, Chef der Weltgesundheitsorganisation WHO.

Die Covax-Initiative will ärmeren Ländern Zugang zu Impfstoffen ermöglichen. Obwohl fast alle Länder der Welt Dosen erhalten hätten, seien die Mengen vielerorts viel zu klein, um medizinisches Personal und Risikogruppen zu schützen, so Tedros. In reichen Ländern sei durchschnittlich bereits jeder Vierte gegen die Coronavirus-Erkrankung Covid-19 geimpft, in armen Ländern jedoch nur jeder Fünfhundertste. Covax erhält Tedros zufolge keine ausreichende Menge Impfstoff von den Pharmafirmen.

Die Impfallianz Gavi betreibt das Projekt gemeinsam mit der WHO. Hersteller hätten Probleme, alle notwendigen Bestandteile und Materialien für die Produktion sicherzustellen, berichtete Gavi-Chef Seth Berkley. Außerdem würden in Indien produzierte AstraZeneca-Vakzinen zurückgehalten statt wie geplant für Covax geliefert. »Indien leidet derzeit unter einer sehr ernsten Welle der Krankheit und will deshalb die eigenen Impfungen vorantreiben«, erklärte er.

Ema prüft Thrombosefälle bei Impfstoff von Johnson & Johnson

16.50 Uhr: Auch nach Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson sind vereinzelt Thrombosen aufgetreten. Die Europäische Arzneimittelbehörde untersucht nun einen möglichen Zusammenhang. Die Vakzine ist in der EU noch nicht im Einsatz. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

EU-Kommission will 1,8 Milliarden Corona-Impfdosen bestellen

16.40 Uhr: Die EU-Kommission will bis zu 1,8 Milliarden Corona-Impfdosen für Auffrischungen und für Kinder bestellen. Entsprechende Pläne stellte die Brüsseler Behörde am Freitag im zuständigen Ausschuss der Mitgliedsstaaten vor, wie die Deutsche Presse-Agentur aus EU-Kommissionskreisen erfuhr. Zunächst werde man mit dem Hersteller Biontech/Pfizer verhandeln. Zuvor hatte die »Welt« über die Pläne berichtet.

Konkret soll es um eine Bestellung von 900 Millionen Dosen sowie eine Option auf weitere 900 Millionen gehen, wie es hieß. Damit sollen zum einen die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU geimpft werden. Bislang ist in der Staatengemeinschaft kein Impfstoff für Kinder und Jugendliche zugelassen. Außerdem soll der Schutz bereits geimpfter Menschen mit diesen Impfstoffen aufgefrischt werden. Die ersten Dosen sollen bereits in diesem Jahr geliefert werden.

Zu den Kriterien der EU-Kommission gehört, dass es sich um Impfstoffe auf Grundlage der mRNA-Technologie handelt, wie es hieß. Mit den Präparaten von Biontech/Pfizer und Moderna sind bislang zwei Impfstoffe dieser Art in der EU zugelassen. Im Sommer könnte das Mittel von Curevac hinzukommen. Weitere Kriterien sind, dass der Impfstoff in Europa produziert wird und dass das Unternehmen ausreichende Produktionskapazitäten hat.

Grünen-Faktionschefin Göring-Eckardt wünscht sich »echte Notbremse« durch Bundestagsbeschluss

Katrin Göring-Eckardt

Katrin Göring-Eckardt

Foto: Frederic Kern / imago images/Future Image

16.25 Uhr: »Wir brauchen einen radikalen Wellenbrecher«, sagt die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, mit Blick auf die dritte Infektionswelle. Auf den Corona-Intensivstationen gebe es immer mehr Patienten: »Wir müssen schnell handeln.« Es gebe jetzt die Chance, dass der Bundestag einbezogen werde und nächste Woche eine »echte Notbremse« verabschiede mit einheitlichen Regeln im ganzen Land. Das habe die Runde der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel bislang nicht geschafft. Zudem müssten Unternehmen verstärkt in den Blick genommen werden. Es brauche noch mehr Homeoffice – und wenn dies nicht möglich sei, mehr Testkapazitäten in Firmen.

Impfungen können laut Stiko-Chef gegen dritte Corona-Welle wenig ausrichten

16.15 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält die Wirkung von Impfungen im Kampf gegen eine dritte Coronawelle für begrenzt. »Denn wir können epidemiologisch in dieser dritten Welle mit Impfung nichts mehr ausrichten«, sagte der Experte am Freitag Reuters TV. »Wenn wir das hätten tun wollen, hätten wir viel früher viel mehr Impfstoff haben müssen, was eben nicht der Fall war.« Die Effekte eines Lockdown seien aus epidemiologischer und virologischer Sicht viel höher einzustufen als die Effekte, die durch Impfungen jetzt noch erreicht werden könnten.

Mertens verteidigte zudem die Entscheidung seiner Kommission, jüngeren Impflingen, die zunächst eine AstraZeneca-Dosis erhalten hätten, als Zweitimpfung einen anderen Impfstoff zu empfehlen. Er sei sicher, dass es nicht gefährlich sei.

Schleswig-Holstein hält an Öffnung von Außengastronomie unter Auflagen fest

16.03 Uhr: Trotz der aktuellen Debatten um härtere Maßnahmen zur Corona-Eindämmung hält das Land Schleswig-Holstein an einer Öffnung der Außengastronomie in allen Kreisen und Städten mit einer Inzidenz von unter 100 fest. Das beschloss das Kabinett laut Landesregierung am Freitag in Kiel. Die Regel gilt ab Montag. Gastronomen und Gäste müssen allerdings strikte Auflagen einhalten.

Zunächst sind Öffnungen laut Regierung lediglich in Landkreisen und Städten erlaubt, in denen die sogenannte Siebentagesinzidenz »stabil« unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner liegt. Die Kontaktbeschränkungen gelten auch in den Lokalen, sodass maximal fünf Menschen aus zwei Haushalten an einem Tisch Platz nehmen dürfen. Kinder unter 14 Jahren zählen nicht. In allen Bereichen müssen Sicherheitsabstände eingehalten und – außer am Tisch selbst – medizinische Masken getragen werden.

Dazu müssen die Kontaktdaten erhoben werden, ab Außenbereichen mit mehr als 50 Gästen ist dem Gesundheitsamt ein Hygienekonzept vorzulegen. Die Regierung empfiehlt zudem Schnelltests vor einem Besuch, diese sind aber nicht verpflichtend. Den Plan zur Öffnung der Außengastronomie in Kommunen mit Inzidenzwerten von unter 100 hatte die Landesregierung schon vor etlichen Wochen vorgestellt.

Von den 15 Kreisen und kreisfreien Städten in Schleswig-Holstein liegen die meisten derzeit teils deutlich unter einer Inzidenz von 100. Lediglich der Kreis Herzogtum Lauenburg und die Stadt Neumünster lagen mit Stand Donnerstagabend darüber, der Kreis Segeberg knapp darunter. In einigen ländlich geprägten Kreisen lag der Wert laut Regierung lediglich bei Werten von 20 bis 30.

Dreyer fordert schnellen Vorschlag vom Kanzleramt

15.55 Uhr: Die Absage der für Montag geplanten Runde der Kanzlerin mit den Regierungschefs der Länder ist nach Auffassung der rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) »folgerichtig«. »Denn ich halte nichts davon, erneut in eine schlecht oder gar nicht vorbereitete Sitzung zu gehen«, sagte Dreyer der Deutschen Presse-Agentur. »Ich erwarte jetzt, dass das Kanzleramt einen Vorschlag vorlegt, damit wir schnellstmöglich darüber beraten können«, sagte die Ministerpräsidentin.

»Unser Ziel ist es, die dritte Welle zu brechen, um Menschenleben zu retten, um schwere Krankheitsverläufe und kritische Lagen in den Krankenhäusern zu verhindern und unsere Wirtschaft weiter zu stabilisieren.« Dazu müssten alle zusammenarbeiten. »In Rheinland-Pfalz haben wir deshalb in der Vergangenheit die getroffenen Vereinbarungen und Beschlüsse immer konsequent umgesetzt und wir werden uns auch jetzt konstruktiv beteiligen.«

Griechenland verimpft AstraZeneca an alle über 30

15.45 Uhr: Der Impfstoff AstraZeneca wird in Griechenland fortan an Menschen über 30 verimpft. Das teilte das griechische Impfkomitee am Freitag mit. Bisher waren die Vakzine wegen europaweit vermehrter Fälle von Thrombosen in Hirnvenen in Griechenland nur an Personen zwischen 60 und 64 Jahren verabreicht worden.

Mit der jetzigen Entscheidung geht Griechenland einen eigenen Weg; die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte sich am Mittwoch für eine uneingeschränkte Nutzung des Impfstoffs ausgesprochen. Auch andere Länder weichen jedoch von der EMA-Empfehlung ab, etwa Deutschland, wo der Impfstoff mittlerweile nur noch an über 60-Jährige vergeben wird.

Grund für die Debatte um AstraZeneca sind seltene Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen nach einer Impfung mit dem Stoff, die anscheinend vor allem jüngere Frauen betreffen. Die aktuellen Daten, internationalen Empfehlungen und wissenschaftlichen Veröffentlichungen zu AstraZeneca würden weiterhin eng verfolgt, teilte das griechische Impfkomitee dazu mit.

In Griechenland sind von den rund elf Millionen Einwohnern Stand Freitag mehr als zwei Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. Über 700.000 Menschen haben bereits eine zweite Impfung erhalten.

Köln nimmt Lockerungen zurück

15.35 Uhr: Wegen einer deutlichen Verschärfung der Corona-Lage auf den Intensivstationen hat die Stadt Köln Lockerungen bei der Umsetzung der Pandemie-Notbremse zurückgenommen. Wie die Stadt mitteilte, bleiben ab nächstem Montag alle Kölner Museen und der Zoo wieder geschlossen. Außerdem gilt bereits ab Samstag überall dort, wo Maskenpflicht im öffentlichen Raum besteht, ein Verzehr- und Alkoholkonsumverbot.

Zudem sprach Deutschlands viertgrößte Stadt ein Verweilverbot im Bereich um das Historische Rathaus in der Altstadt aus. Davon betroffen ist auch der zentrale Platz Alter Markt. Das dortige Verweilverbot gilt von montags bis samstags jeweils von 8.30 Uhr bis 18 Uhr.

Nach Angaben der Stadt stieg die Zahl der Patienten auf den Kölner Intensivstationen zuletzt binnen drei Tagen von 91 auf 106 – der Höchstwert in der zweiten Corona-Welle im Winter hatte bei 112 gelegen.

Die Kölner Beigeordnete und Krisenstabsleiterin Andrea Blome bezeichnete die Lage in den Kölner Kliniken als »sehr ernst«. Die Stadt habe die »klare Erwartung« an das Land Nordrhein-Westfalen, »dass jetzt sehr kurzfristig seitens der Landesregierung weitergehende Maßnahmen getroffen werden«.

FDP-Chef Lindner begrüßt geplante einheitliche Coronaregeln

15.25 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner stellt sich grundsätzlich hinter die von der Bundesregierung geplanten einheitlichen Coronaregeln, mahnt aber Augenmaß an. »Einheitliche Wenn-Dann-Regeln wären gut«, sagt er. Aber wenn es bereits bei einer Inzidenz von 100 Ausgangssperren geben solle, sei dies unverhältnismäßig. Auch Modellprojekte müssten weiter möglich sein. »Aus einer Notbremse darf kein Anlass für einen unverhältnismäßigen Lockdown werden.«

Kretschmann für mehr Einheitlichkeit bei Pandemiebekämpfung

15.03 Uhr: Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Gründe) hat die Wende bei der Coronastrategie von Bund und Ländern begrüßt. Kretschmann sagte am Freitag in Stuttgart: »Wir haben schon mehrfach signalisiert, dass wir einen Rahmen, der länderübergreifend bei bestimmten Punkten für mehr Einheitlichkeit, Nachvollziehbarkeit und Rechtssicherheit sorgt, für sinnvoll und notwendig erachten.« Man finde es deshalb absolut richtig, die Regeln der Notbremse ab einer Inzidenz von 100 verbindlich im Bundesinfektionsschutzgesetz zu verankern.

Zuvor war die eigentlich für Montag geplante Runde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder abgesagt worden. Stattdessen soll im Eilverfahren das Infektionsschutzgesetz nachgeschärft werden. Kretschmann sagte: »Aber um es klar zu sagen: Die Länder haben bereits jetzt alle Instrumente in der Hand, um die Notbremse effektiv umzusetzen. So machen wir das auch in Baden-Württemberg.« Dass hier noch einige zögerten, sei angesichts der Pandemielage nicht nachvollziehbar.

Kein Campingurlaub auf Fehmarn – Eilantrag in Karlsruhe abgewiesen

14.50 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht hat einen Eilantrag dreier Klägerinnen abgewiesen, die drei Monate in einem Wohnwagen auf der Insel Fehmarn verbringen wollten. Die Coronaverordnung von Schleswig-Holstein erlaubt nur Dauercamping, die Mietzeit muss dann mindestens fünf Monate betragen.

Die Karlsruher Richter entschieden, dass zwar »nicht evident« sei, inwiefern das Verbot eines mehrmonatigen Aufenthalts auf einem Campingplatz zum Infektionsschutz erforderlich sei. Sie könnten aber nicht erkennen, dass den Klägerinnen derart schwere Nachteile entständen, dass ein Eingreifen per Eilentscheidung gerechtfertigt sei, ehe die Fachgerichte die aufgeworfenen Fragen geklärt hätten. (Az. 1 BvQ 39/21)

Die aktuelle Landesverordnung gilt bis einschließlich 11. April. Eine Verlängerung des Verbots würde an ihrer Entscheidung aber nichts ändern, schreiben die Richter. Die geplante Reise müsse so kürzer ausfallen, eventuell sei sie auch gar nicht möglich. Den Klägerinnen bleibe aber die Option, einen Dauercampingplatz zu mieten. Sie hätten außerdem nicht vorgetragen, dass ihre Wohn- und Lebenssituation daheim »durch deutlich beengte Verhältnisse oder ähnliche außergewöhnliche Härten tatsächlich unzumutbar wäre«.

Sorge vor ›Todeswelle‹ nach steigenden Coronafällen in Iran

14.40 Uhr: Im Zuge der vierten Coronawelle in Iran befürchtet das Gesundheitsministerium eine »Todeswelle«. »Die Lage ist alarmierend und leider müssen wir uns in den nächsten drei Wochen auf noch höhere Opferzahlen und somit eine Todeswelle einstellen«, sagte Hamid Emadi, Mitglied des Corona-Krisenstabs, dem Nachrichtenportal Tabnak am Freitag zufolge. Auch Ärzte und Pflegepersonal seien überlastet. In den Krankenhäusern gebe es Engpässe.

Die Zahl der Corona-Infektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stiegen seit Beginn der Woche erneut drastisch an. Binnen einem Tag wurden zuletzt 185 Todesfälle und 22.586 Neuinfektionen erfasst. Damit sind seit Ausbruch der Pandemie im Februar 2020 über zwei Millionen nachweislich mit dem Virus infiziert worden. 64.000 Menschen starben in Iran im Zusammenhang mit einer Covid-Erkrankung.

Stadt Frankfurt erlässt Auflagen für Demonstration am Sonntag

14.32 Uhr: Das Ordnungsamt Frankfurt hat für eine angekündigte Demonstration gegen die Coronapolitik am kommenden Sonntag (11. April) umfangreiche Auflagen erlassen. Unter anderem sei der Ort der Kundgebung von der Bertramwiese in der Nähe des Hessischen Rundfunks in den Rebstockpark verlegt worden, teilte die Stadt mit. Der zunächst geplante Demonstrationszug finde nicht statt. Zudem sei eine umfassende Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz sowie eine Abstandsregelung der Demonstrierenden untereinander und zu unbeteiligten Dritten erlassen worden.

»Ermittlungen von Polizei und Versammlungsbehörde haben ergeben, dass im Kreise von sogenannten Querdenken-Organisationen diese Versammlung bundesweit beworben und umfangreich zur Teilnahme aufgerufen wird«, teilte die Stadt weiter mit. Es sei daher davon auszugehen, dass mehr als die 1000 angemeldeten Teilnehmer bei der Kundgebung vor Ort sein werden.

Die Stadt kündigte an, dass Verstöße gegen die Auflagen Konsequenzen hätten. Die Polizei Frankfurt werde die Versammlung engmaschig begleiten und bei Verstößen entsprechende Maßnahmen einleiten.

Psychotherapeuten fordern Politik zu Coronahilfen für die Psyche auf

14.27 Uhr: Im Falle eines härteren Lockdowns müssten auch die psychischen Auswirkungen berücksichtigt werden, fordern Therapeuten. Vor allem Kindern müsse geholfen werden. Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Türkei und Kroatien als Hochinzidenzgebiete eingestuft

14.15 Uhr: Wegen besonders hoher Corona-Infektionszahlen stuft die Bundesregierung die Türkei, Kroatien, die Ukraine und Armenien ab Sonntag als Hochinzidenzgebiete mit leicht verschärften Einreiseregeln ein. Das gab das Robert Koch-Institut am Freitag bekannt. Praktische Auswirkungen hat das nur für Reisende, die aus diesen Ländern auf dem Landweg nach Deutschland kommen. Sie müssen einen negativen Coronatest mit sich führen. Flugreisende müssen sich ohnehin generell vor Abflug testen lassen.

Mit Malta, Lettland und der Slowakei werden drei EU-Länder am Sonntag wieder von der Liste der Hochinzidenzgebiete gestrichen und als »normale« Risikogebiete eingestuft. Besonders für Reisende aus der Slowakei dürfte das eine Erleichterung bedeuten, weil von dort viele Menschen auf dem Landweg nach Deutschland kommen.

Israel hingegen wird zurückgestuft und ist ab Sonntag kein Risikogebiet mehr, womit auch die Quarantänepflicht wegfällt. Auch das hat für Reisende aus Deutschland nur geringe Auswirkungen, weil Israel ein weitgehendes Einreiseverbot verhängt hat, für das es nur wenige Ausnahmen gibt. Die palästinensischen Gebiete bleiben Hochinzidenzgebiet. Als solches werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen über einen gewissen Zeitraum über 200 liegt. Inzwischen ist das bei mehr als 40 Ländern weltweit der Fall.

Merkel sieht Umsetzung Notbremse in Bayern kritisch

13.31 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht die Umsetzung der Maßnahmen gegen die Pandemie in Bayern kritisch. »Die jetzt gefundene Lösung war nötig, weil die Notbremse sehr unterschiedlich ausgelegt worden ist. Dazu gehört natürlich auch das bayerische Modell«, sagt die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer, auf die Frage, ob die Kanzlerin auch das bayerische Vorgehen kritisch sehe. Der Bund müsse deshalb jetzt einheitliche Regeln anstreben.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte bekannt gegeben, dass Geschäfte bei einer Inzidenz von 100 bis 200 nicht schließen müssen, sondern dass das »Click & Meet«-Verfahren mit einer Testpflicht verbunden wird. Merkel hatte zuvor ähnliche Regeln in Berlin und Nordrhein-Westfalen kritisiert – das war als Kritik an CDU-Chef Armin Laschet aufgefasst worden. Söder hatte dagegen seine Übereinstimmung mit dem Coronakurs der Kanzlerin betont.

Judoka Theresa Stoll über Sport in der Pandemie: »Wir müssen sicher sein, dass die Konzepte wasserdicht sind«

13.25 Uhr: Für die Olympischen Spiele gehen wir Sportler gerade große Risiken ein, aktuell gehört Unwohlsein zum Alltag. Wir möchten mit unseren Ängsten gehört werden – und dass Verbände Verantwortung übernehmen. Lesen Sie hier den Gastbeitrag von Theresa Stroll.

Flughafen-Dienstleister beklagen fehlende Coronahilfen

13.21 Uhr: Das Bodenpersonal an Flughäfen befürchtet bei den öffentlichen Finanzhilfen zu kurz zu kommen. In den Unternehmen, die Jets betanken, beladen und reinigen, stünden nun mehr als tausend Jobs auf der Kippe. Lesen Sie hier mehr dazu.

Scholz: Einheitliche Ausgangssperren und Schulregelungen geplant

13.20 Uhr: Vizekanzler Olaf Scholz will die Coronapolitik in Deutschland einheitlicher gestalten. Das sei vernünftig und richtig, sagt der SPD-Kanzlerkandidat in Berlin. Es solle im Falle einer Notbremse einheitliche Ausgangsbeschränkungen geben. Oberhalb einer Inzidenz von 200 sei in Schulen wieder ein Distanzunterricht geplant. Es gebe ein zu großes Durcheinander durch unterschiedliche Regelungen in den Ländern.

Finnische Regierung legt Plan für Weg aus Coronabeschränkungen vor

13.18 Uhr: Finnland will ähnlich wie Dänemark und Norwegen den Weg aus den Coronabeschränkungen mit einem mehrstufigen Plan schaffen. Dazu legte die Regierung von Ministerpräsidentin Sanna Marin am Freitag eine Strategie vor, wie die Maßnahmen gegen das Coronavirus bis zum Sommer schrittweise gelockert werden können. Bis zum kommenden Freitag können Bürger sowie Behörden und Organisationen dazu Kommentare und Änderungsvorschläge einreichen.

Ziel des Plans ist nach Regierungsangaben, den Finnen, Firmen und Gemeinschaften ein klares Bild davon zu verschaffen, wie die Rückkehr zur Normalität verlaufen soll. »Wenn wir es schaffen, die Covid-19-Epidemie im April und Mai unter Kontrolle zu halten und die Impfstoffe stetig vorankommen, dann können wir die Anforderungen für den Übergang zu einem normalen Leben in Finnland im Juni und Juli erfüllen«, teilte die Regierung mit.

Die Bedingungen für das schrittweise Aufheben der Maßnahmen sollen alle zwei Wochen überprüft werden, die Lockerungen dann alle zwei bis drei Wochen kommen. Oberste Priorität sollen zunächst die Jüngeren haben, die von den Beschränkungen besonders betroffen seien. Noch im April sollen Restaurants unter Auflagen wieder öffnen dürfen, im Mai dann auch Museen und Bibliotheken. Erste öffentliche Veranstaltungen könnten dann im Juni abgehalten werden – so weit jedenfalls die Aussicht. Auch die Einreisebeschränkungen sollen nach und nach fallen.

Weitere Berliner Museen wollen öffnen

13.15 Uhr: Nach einer längeren Pandemiepause sollen in Berlin die nächsten Museen öffnen. Der Hamburger Bahnhof, die Gemäldegalerie und beispielsweise das Kupferstichkabinett sollen ab Dienstag (13. April) wieder zugänglich sein, wie die Staatlichen Museen am Freitag ankündigten. Besucher müssen ein Zeitfenster buchen, einen negativen Coronatest vorlegen und eine FFP2-Maske zum Schutz vor Ansteckungen tragen. Mitte März hatten die ersten Staatlichen Museen wieder geöffnet, etwa das Neue Museum mit der berühmten Nofretete, die Alte Nationalgalerie und das Pergamonmuseum auf der Museumsinsel.

96 Prozent der Intensivbetten in Belgien belegt

13.11 Uhr: Die Krankenhäuser in Belgien stehen wegen hoher Corona-Infektionszahlen unter großem Druck. »96 Prozent der Intensivbetten sind im Moment durch Covid- und Nicht-Covid-Patienten belegt«, sagte der belgische Coronasprecher Yves Van Laethem am Freitag, wie die Nachrichtenagentur Belga berichtete. Erstmals seit 27 Tagen ging die Zahl der Krankenhausaufnahmen den jüngsten Daten zufolge jedoch leicht zurück. Man sei zwar auf dem richtigen Weg, doch die Strecke sei noch lang, sagte Van Laethem.

Angesichts zunehmender Krankenhausaufnahmen war in Belgien vor einigen Tagen für die Krankenhäuser die Phase 2a gestartet worden. Demnach müssen unter anderem 1200 der 2000 Intensivbetten für Coronapatienten frei gehalten werden. Außerdem sollen zusätzliche Betten zur Verfügung gestellt werden.

Belgien hatte die Corona-Einschränkungen wegen der steigenden Infektionszahlen zuletzt deutlich verschärft. In den vergangenen zwei Wochen registrierten die Behörden je 100.000 Einwohner täglich rund 512 Neuinfektionen. Nach wochenlangem Zuwachs ging die Anzahl der neuen Infektionen in den vergangenen sieben Tagen wieder um 25 Prozent auf täglich durchschnittlich 3592 Fälle zurück. Bis zum Donnerstag wurden in Belgien 18,2 Prozent der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft.

Veraltete Testdaten, Debatte über Nebenwirkungen: AstraZeneca sollte die Rettung sein – und wird immer mehr zum Problem

13.07 Uhr: Der schwedisch-britische Pharmakonzern sollte die Welt mit günstigem Impfstoff gegen Covid-19 versorgen. Doch dem Unternehmen unterläuft ein Fehler nach dem anderen. Chronik eines Desasters. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Mehr Lkw-Verkehr in Deutschland als vor der Coronakrise

13.00 Uhr: Auf den deutschen Straßen ist von der Coronakrise nichts zu spüren. Im März lag die Fahrleistung der mautpflichtigen Lastwagen nicht nur deutlich über den Werten aus dem Februar und aus dem März 2020, sondern auch 4,8 Prozent über dem Durchschnitt der Vorkrisenzeit, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden berichtete. Der seit 2015 berechnete Transport-Index, der eng mit der inländischen Industrieproduktion zusammenhängt, kletterte im März auf den zweithöchsten jemals festgestellten Wert. Lediglich im Dezember 2020 waren kalender- und saisonbereinigt noch mehr Lastwagen unterwegs.

WHO: vorerst keine Empfehlung für Wechsel zwischen Impfstoffen

12.55 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird einen Wechsel der Impfstoffe zwischen der ersten und der zweiten Dosis vorerst nicht empfehlen. Die bisherigen Daten reichten nicht aus, um sagen zu können, ob dies getan werden könne oder nicht, sagte WHO-Sprecherin Margaret Harris am Freitag in Genf.

Harris erinnerte daran, dass dies die Position des Beratergremiums war, als es im Februar seine Empfehlungen zum Impfstoff von AstraZeneca veröffentlichte. Damals hätten die Experten aber auch spezifische Studien zur Möglichkeit von Kreuzimpfungen angemahnt. Inzwischen wird ein Zusammenhang zwischen der AstraZeneca-Impfung und einer Reihe von Thrombosefällen vermutet.

Eine Reihe von Ländern hat deshalb die Impfungen mit dem Wirkstoff für bestimmte Altersgruppen ausgesetzt und für diejenigen, die bereits eine erste Dosis erhalten haben, solche Kreuzimpfungen angekündigt. In Berlin teilte die Ständige Impfkommission (Stiko) am Freitag mit, dass sie Kreuzimpfungen mit AstraZeneca und einer anderen Vakzine für unbedenklich hält. Und auch die Gesundheitsbehörde in Frankreich erklärte, alle mit AstraZeneca Geimpften unter 55 Jahren sollten eine zweite Dosis eines anderen Impfstoffs erhalten.

Altmaier lehnt verpflichtende Coronatests für Unternehmen ab

12.40 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hält eine Pflicht zu Coronatests in Unternehmen nicht für nötig. »Es ist erstaunlich, wie viel erreicht wurde«, sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin mit Blick auf den freiwilligen Aufbau von Testmöglichkeiten in Firmen. Es brauche aber eine weitere Steigerung. »Ich glaube, dass es machbar und möglich ist.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte der Wirtschaft zuletzt mit Auflagen gedroht, wenn nicht mindestens 90 Prozent der Firmen regelmäßige Testmöglichkeiten schaffen, am besten zwei Tests pro Woche. Dies gelte nach wie vor, die Zahlen seien aber ermutigend, sagte Altmaier. Details zum weiteren Vorgehen würden Anfang nächster Woche geklärt. Altmaier hatte sich im Donnerstag nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa bereits skeptisch gegenüber möglichen gesetzlichen Vorgaben für Unternehmen gezeigt. Wenn man etwas reguliere, müsse es auch kontrolliert werden, habe Altmaier gesagt. Es würde aber Wochen dauern, solche Kontrollen einzurichten – in dieser Zeit werde die Impfkampagne Fahrt aufnehmen.

Arbeits- und Wirtschaftsministerium hatten am Donnerstag mitgeteilt, etwa zwei von drei Firmen seien auf Kurs zu regelmäßigen Coronatests. Das SPD-geführte Arbeitsministerium nannte die Ergebnisse aus zwei jeweils repräsentativen Umfragen allerdings »nicht zufriedenstellend«. Regelungen für eine Verpflichtung seien vorbereitet und könnten zügig umgesetzt werden. Auch die Vorsitzende der Linken, Janine Wissler, kritisierte Altmaier: Eine Testpflicht sei naheliegend, stattdessen vergeude die Regierung wegen Altmaier wertvolle Zeit im Kampf gegen die Pandemie.

Altmaier will Wirtschaftshilfen bis Ende 2021 verlängern

12.10 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier will die sogenannte Überbrückungshilfe III – also Zuschüsse zu den Fixkosten von Unternehmen – bis zum Jahresende 2021 verlängern. Bisher sind sie nur bis zur Jahresmitte geplant. Dazu gebe es momentan Gespräche in der Regierung, vor der Sommerpause werde es hoffentlich Klarheit geben, sagt der CDU-Politiker.

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Bundestag will kommende Woche Abgeordnete ab 60 Jahren impfen

12.07 Uhr: Der Bundestag will den knapp 200 Abgeordneten im Alter ab 60 Jahre kommende Woche ein Impfangebot machen. Eine entsprechende Einladung der Parlamentsärztin hätten die Parlamentarier am Donnerstag erhalten, teilt ein Sprecher mit. Das Angebot ist möglich, weil Berlin die nach der Impfverordnung vorgesehene Impfberechtigung für den Impfstoff AstraZeneca aufgehoben hatte. Über 60-Jährige können danach grundsätzlich ohne Einschränkungen mit diesem Impfstoff geimpft werden.

Brasilianischer Senat untersucht Bolsonaros Coronapolitik

11.50 Uhr: Der brasilianische Senat wird eine Untersuchung zum Kurs von Präsident Jair Bolsonaro in der Coronapandemie führen. Ein Richter am Obersten Gericht des Landes ordnete am Donnerstag die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses im Oberhaus des Parlaments zu »möglichen Versäumnissen« des Staatschefs im Corona-Krisenmanagement an. Senatspräsident Rodrigo Pacheco willigte daraufhin in die Untersuchung ein. Vor dem Richterbeschluss hatte Pacheco eine solche Prüfung noch verweigert.

Die Untersuchung soll sich laut der Anordnung von Richter Luís Roberto Barroso vor allem auf die Coronalage im Bundesstaat Amazonas konzentrieren, die besonders dramatisch ist. In Krankenhäusern dieser Region herrschte wiederholt Mangel an Sauerstoff für die Beatmung von Coronapatienten. Wegen des Sauerstoffmangels starben im Januar in Manaus, der Hauptstadt des Bundesstaats, Dutzende Patienten.

Bolsonaro hat die Gefahren durch das Coronavirus immer wieder verharmlost und Corona-Auflagen der brasilianischen Regional- und Kommunalbehörden wegen ihrer ökonomischen Auswirkungen kritisiert. Inzwischen sieht sich der rechtsradikale Staatschef wachsendem Druck von Verbündeten im Parlament und aus der Wirtschaft ausgesetzt, effektiver gegen die Pandemie vorzugehen.

Fakten zu Corona, Allergien oder Grippe: Google zieht Berufung gegen Urteil zu Bund-Gesundheitsportal zurück

11.35 Uhr: Eigentlich wollte Google bei Gesundheitsfragen seiner Nutzer prominent auf eine Seite des Gesundheitsministeriums verweisen. Doch die Kooperation war als Kartellrechtsverstoß untersagt worden. Das akzeptiert das Unternehmen nun. Lesen Sie hier mehr dazu.

Greta Thunberg will wegen ungleicher Impfstoff-Verteilung UN-Klimagipfel fernbleiben

11.23 Uhr: Die schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg will wegen der ungleichen weltweiten Verteilung von Corona-Impfstoffen der UN-Klimakonferenz im November fernbleiben. »Angesichts der extrem ungleichen Verteilung des Impfstoffs werde ich nicht an der Konferenz COP26 teilnehmen, wenn die Entwicklung so weitergeht wie bisher«, sagte Thunberg in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur AFP in Stockholm.

Die Benachteiligung ärmerer Staaten bei der Impfstoffversorgung bedeute, dass die Länder nicht zu gleichen Bedingungen an dem Klimagipfel in Glasgow teilnehmen könnten.

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Die UN-Klimakonferenz COP26 war wegen der Pandemie um ein Jahr auf November 2021 verschoben worden. Bei der Mammut-Tagung mit zahlreichen Staats- und Regierungschefs sollen die Staaten des Pariser Abkommens von 2015 ihre neuen Klimaschutzzusagen vorlegen.

719.000 Impfungen: neuer Tagesrekord in Deutschland

11.13 Uhr: Nach Aussage von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat es am Donnerstag mit 719.000 Impfungen an einem Tag in Deutschland einen weiteren Tagesrekord gegeben – im Vergleich zu 650.000 verabreichten Dosen am Mittwoch. 325.000 entfielen am Donnerstag auf die Arztpraxen.

Dieser Anstieg in den vergangenen Tagen sei darauf zurückzuführen, dass einerseits mehr Impfstoffe verfügbar gewesen seien und auch die Hausärzte in die Coronaimpfungen eingestiegen seien. Demnach hätten Stand Freitagmorgen 14,7 Prozent der Deutschen eine erste Impfung erhalten. Insgesamt verabreicht wurden laut Spahn seit dem Start der Impfkampagne im Dezember damit rund 17 Millionen Impfdosen.

Spahn bremste zugleich die Erwartungen: »Es wird jetzt nicht jeden Tag einen neuen Rekord geben können«. Er wies Spekulationen zurück, der Bund könne die Auslieferung der Impfdosen an die Praxen wieder drosseln. Es sei allerdings nicht auszuschließen, dass es wegen der Produktionsabläufe zu Veränderungen bei den Liefermengen kommen könne. In der laufenden Woche seien insgesamt 940.000 Dosen geliefert worden, in den folgenden Wochen sollten es jeweils gut eine Million sein. Der Minister wies damit einen Bericht zurück, wonach das Bundesgesundheitsministerium die Lieferungen an die Länder massiv reduzieren wolle.

Geplante Merkel-Runde mit Länderchefs fällt aus

11.02 Uhr: Eigentlich sollten Kanzlerin Merkel und die Ministerpräsidenten am Montag über die Coronapolitik beraten. Der Termin wurde jetzt abgesagt. Der Bund soll mehr Macht erhalten. Lesen Sie hier mehr dazu.

Berliner Literaturfestival: Lesung für Todesopfer der Pandemie geplant

11.01 Uhr: Das Internationale Literaturfestival Berlin will mit einer Lesung an die Menschen erinnern, die seit Beginn der Pandemie nach einer Coronainfektion gestorben sind. Am 5. September könnten sich Einzelpersonen, Schulen, Universitäten, Kultureinrichtungen und Medien beteiligen, teilte das Festival am Donnerstagabend mit.

»Kein Tag vergeht, an dem wir nicht mit Statistiken und Kurven über aktuelle Todesfälle und Krankheiten konfrontiert werden«, heißt es in dem Aufruf. Krankheit, Tod und Trauer seien aber durch Vorsichtsmaßnahmen weitgehend unsichtbar geworden.

»Viele Menschen sterben allein, hinter verschlossenen Türen, und werden im kleinen Kreis beerdigt«, schreiben die Veranstalter. Mit der weltweiten Lesung soll an die Toten der Pandemie erinnert werden. Das Literaturfestival findet vom 8. bis 18. September statt. Geplant ist ein analoges Programm mit digitalen Elementen.

Geburtstag gefeiert: Geldstrafe für norwegische Regierungschefin nach Coronaverstoß

10.48 Uhr: Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg hat wegen Feierlichkeiten zu ihrem 60. Geburtstag gegen die in ihrem Land geltenden Coronaregeln verstoßen. Sie wird mit einer Geldstrafe in Höhe von 20.000 norwegischen Kronen belegt, wie die zuständige norwegische Polizei am Freitag mitteilte . Das sind umgerechnet knapp 2000 Euro.

Die Regierungschefin hatte ihren runden Geburtstag Ende Februar im größeren Familienkreis im Skiort Geilo gefeiert. Dafür versammelten sich in zwei Fällen mehr als zehn Personen, zum einen bei einem Essen in einem Restaurant, bei dem Solberg wegen Augenproblemen nicht selbst dabei war, zum anderen zum Sushi-Essen in einer gemieteten Wohnung einen Tag später. Dabei überschritt die Teilnehmerzahl die zu dem Zeitpunkt in Norwegen erlaubte Obergrenze für solche Versammlungen. Die Geldstrafe erhält sie für die erste dieser beiden Zusammenkünfte, wie Polizeimeister Ole B. Sæverud auf einer Pressekonferenz sagte.

Als die Vorfälle bekannt geworden waren, hatte Solberg dafür öffentlich um Entschuldigung gebeten. »Ich hätte es besser wissen müssen«, sagte sie dem Rundfunksender NRK. »Ich, die anderen jeden Tag von Infektionsschutz erzählt, hätte die Regeln besser kennen müssen.« Die Polizei hatte daraufhin Ermittlungen aufgenommen.

Esken: Notbremse auf Bundesebene regeln

10.47 Uhr: Die SPD-Vorsitzende Saskia Esken hat sich dafür ausgesprochen, die sogenannte Notbremse gegen die Coronapandemie auf Bundesebene gesetzlich zu regeln. Sie machte aber deutlich, dass die Länder darauf nicht warten müssen, sondern gehalten seien, sie gegebenenfalls bereits jetzt umzusetzen.

»Bei Inzidenzen größer als 100 greift die Notbremse – auch dieser Teil der Vereinbarung muss in allen Ländern konsequent umgesetzt werden. Es ist sinnvoll, die Notbremse im Bundesgesetz klar zu regeln, aber darauf warten muss auch ein MP Laschet nicht«, schrieb Esken am Freitag auf Twitter mit Blick auf den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten, der einen kurzen harten Lockdown gefordert hatte.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der Länder hatten sich darauf geeinigt, ab einer Inzidenz von mehr als 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und Woche schärfere Schutzmaßnahmen zu ergreifen, also die sogenannte Notbremse zu ziehen und Lockerungen zurückzunehmen. Die rechtliche und praktische Umsetzung obliegt aber den Ländern – nicht alle setzen dies konsequent durch. Deshalb hatte Merkel angekündigt, notfalls eine Bundesregelung anzustreben.

Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltestanbieter

10.45 Uhr: Hacker haben eine Schwachstelle beim Testanbieter EMI entdeckt, durch die Unbefugte auf Tausende Testergebnisse hätten zugreifen können. Auch weitere personenbezogene Daten waren demnach gefährdet. Lesen Sie hier mehr dazu.

RKI: aussagekräftigere Zahlen ab Mitte nächster Woche

10.24 Uhr: Der Chef des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, erwartet ab Mitte nächster Woche nach den Ostertagen wieder aussagekräftigere Zahlen zu den Corona-Neuinfektionen. Er ruft dazu auf, das Virus ernst zu nehmen. Es gebe verstärkt schwere Verläufe, mehr jüngere Menschen seien betroffen. »Die Intensivstationen füllen sich rasant.«

Spahn fordert Lockdown mit nächtlichen Ausgangssperren

10.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält die aktuell niedrigen Infektionszahlen wegen der Osterfeiertage nicht für verlässlich. Die sozialen Kontakte müssten eingeschränkt werden, notfalls auch mit nächtlichen Ausgangssperren, sagte Spahn in Berlin. »Es braucht einen Lockdown.« Nur so könne die dritte Infektionswelle gebrochen werden. Es gebe schon wieder fast 4500 Patienten auf Intensivstationen. »Wenn es so weitergeht, sind es zu viele für unser Gesundheitssystem.«

Änderung des Infektionsschutzgesetzes könne laut Schäuble »schnell gehen«

10.10 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hält eine rasche Verabschiedung einer neuen Infektionsschutzgesetzgebung zur Stärkung der Kompetenzen des Bundes für möglich. Dies könne »schnell gehen, wenn die Beteiligten alle wollen«, sagte Schäuble am Donnerstagabend im ZDF-»heute-journal« . Die entsprechende Gesetzgebung für den Kampf gegen die Coronapandemie lasse sich in den beiden nächsten Sitzungswochen »oder zur Not auch in einer Sitzungswoche« rasch verabschieden.

Laut Schäuble gibt es zwei Optionen für eine solche Gesetzgebung. Der Bundestag könne ein Gesetz auf den Weg bringen, das die Bundesregierung ermächtige, bundeseinheitliche Regelungen für Coronamaßnahmen zu erlassen. Dafür sei die Zustimmung des Bundesrats erforderlich. Als zweite Option könne der Bundestag ein Bundesgesetz verabschieden, das »bestimmte Regeln für die Länder« verbindlich vorschreibt. Ein solches Gesetz müsse nicht von der Länderkammer genehmigt werden.

Schäuble plädierte dafür, dass der Bundestag »nicht jedes Detail« regeln solle: »Das wäre jetzt sicher auch falsch.« Die Details der Coronamaßnahmen müssten in den einzelnen Städten, Gemeinden und Landkreisen »immer noch auf die Situation ein Stück weit angepasst werden«. Aber wenn beispielsweise festgelegt werden solle, dass ab einer bestimmten Zahl von Infektionen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden sollten, lasse sich das gesetzlich schnell regeln.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte Ende März eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes ins Spiel gebracht, um dem Bund mehr Kompetenzen zu verleihen. Ein Rechtsgutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags hatte gezeigt, dass der Bund den Ländern in der Pandemie klare Vorgaben machen darf. Im Bundestag gibt es eine Initiative von gut 50 Abgeordneten der Union, dem Bund mehr Kompetenzen in der Pandemie-Bekämpfung zu verschaffen. Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, kritisierte den Vorstoß.

Altmaier mit AstraZeneca geimpft

09.55 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat am Freitag seine erste Corona-Schutzimpfung in einer Berliner Bundeswehrkaserne erhalten. Der 62-Jährige wurde mit dem Präparat von AstraZeneca geimpft, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. »Das Impfen ist der entscheidende Schritt, um diese Pandemie zu überwinden«, sagte der Minister und appellierte sogleich: »Nutzen Sie daher die Möglichkeit des Impfens und machen Sie mit«.

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Regierungsfraktionen dringen auf Mitsprache des Bundestags vor Bund-Länder-Treffen

09.35 Uhr: Die Regierungsfraktionen von CDU/CSU und SPD dringen auf eine stärkere Mitsprache des Bundestags bei der Pandemie-Bekämpfung. Das Parlament müsse vor der nächsten Bund-Länder-Runde über den Stand der Pandemie und die nötigen Schlussfolgerungen beraten, fordern CDU/CSU-Fraktionschef Ralph Brinkhaus, sein SPD-Kollege Rolf Mützenich sowie CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt in einem Brief an Kanzlerin Angela Merkel und den Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Berlins Regierenden Bürgermeister Michael Müller. »Geeigneter Rahmen könnte eine Regierungserklärung sein oder eine vereinbarte Debatte«, heißt es. Außerdem fordern die Regierungsfraktionen Klarheit darüber, wann das Spitzentreffen von Bund und Ländern stattfinde.

Bundesweit höchste Corona-Inzidenz weiter in Region Hof – 4000 zusätzliche Impfdosen

09.14 Uhr: Die Region Hof hat weiter die höchsten Corona-Infektionszahlen in ganz Deutschland. Das Robert Koch-Institut (RKI) meldete  für die Stadt Hof am Freitag 571,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tage. Der Landkreis Hof folgt mit einem Wert von 451,5, bayernweit lag der Wert laut RKI bei 129. Das RKI weist darauf hin, dass über die Ostertage und -ferien weniger Personen einen Arzt aufsuchen, was sich auf die gemeldeten Fallzahlen auswirkt.

Stadt und Landkreis Hof erhalten nun zusätzlich 4000 Dosen des Impfstoffs AstraZeneca. Dafür können sich von Freitag an alle Impfwilligen ab 18 Jahre unabhängig von Vorerkrankungen oder Beruf anmelden.

Fast 20 Prozent der Menschen in Stadt und Landkreis Hof seien schon mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden, hatten Landrat Oliver Bär (CSU) und Oberbürgermeisterin Eva Döhla (SPD) am Donnerstag mitgeteilt.

Wer wo wieder ins Klassenzimmer darf – und wovon das abhängt

09.08 Uhr: Die Osterferien gehen vielerorts zu Ende, aber das heißt nicht, dass Deutschlands Schülerinnen und Schüler alle wieder ins Klassenzimmer dürfen. Jedes Bundesland macht seine eigenen Coronaregeln. Lesen Sie hier mehr dazu.

Günther Jauch mit Coronavirus infiziert

09.00 Uhr: Moderator Günther Jauch ist nach Angaben des TV-Senders RTL an Covid-19 erkrankt. Demnach musste er bei einer Show vertreten werden – und fällt zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren krankheitsbedingt aus. Lesen Sie hier mehr dazu.

Müller: Montag bestenfalls eine kurze Rücksprache

08.20 Uhr: Am kommenden Montag wird es nach den Worten von Berlins regierendem Bürgermeisters Michael Müller (SPD) »bestenfalls eine kurze Rücksprache« zwischen dem Bund und den Ministerpräsidenten geben. Müller ist als Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) für die Koordinierung der SPD- und Unionsländer zusammen mit CSU-Chef Markus Söder als seinem Stellvertreter zuständig. Zuletzt waren Zweifel daran gewachsen, ob die MPK überhaupt stattfindet.

Tokio verschärft Coronamaßnahmen wieder

07.50 Uhr: Rund 100 Tage vor dem geplanten Beginn der Olympischen Spiele (23. Juli bis 8. August) will die japanische Regierung für Tokio wieder schärfere Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus verhängen. Die Beschränkungen sollen ab dem kommenden Montag bis zum 11. Mai gelten. Sie sehen unter anderem vor, dass Bars und Restaurants um 20.00 Uhr schließen müssen.

Intensivmediziner fordern raschen und harten Lockdown

07.30 Uhr: Die Intensivmediziner fordern rasch drastische Beschränkungen des öffentlichen Lebens statt Lockerungen. »Wir brauchen wirklich einen harten Lockdown«, sagte Gernot Marx, der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), im ZDF. Die Lage sei sehr dramatisch. »Wir müssen unbedingt das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bringen und drücken.« Es habe überhaupt keinen Sinn, jetzt über Modelle zum Öffnen nachzudenken. In den vergangenen Tagen seien täglich 80 bis 100 Patienten auf den Intensivstationen hinzugekommen. »Und wir werden mit Sicherheit bis Ende April über 5000 Patienten zu versorgen haben. Das sind wirklich sehr hohe Zahlen.« Zudem sei die Anzahl der Intensivbetten knapp.

1000 weitere Tote in den USA

06.50 Uhr: In den USA melden die Gesundheitsbehörden mindestens 79.236 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ergibt eine Zählung der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis offizieller Daten. Insgesamt wurde damit in mehr als 31,05 Millionen Fällen das Coronavirus nachgewiesen. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 1000 auf 558.658. Die USA weisen weltweit die höchsten Werte bei Ansteckungs- und Todesfällen auf.

Indien meldet Höchstwert

06.38 Uhr: Indien meldet mit 131.968 Neuinfektionen an einem Tag einen Rekordwert – den dritten in Folge. Insgesamt seien 13,06 Millionen Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg binnen 24 Stunden um 780 auf 167.642. Indien weist nach den USA und Brasilien weltweit die höchsten Infektionszahlen auf.

Mehr als 25.000 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 110,4

05.40 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen einem Tag 25.464 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 296 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Freitagmorgen hervor. Das RKI geht jedoch davon aus, dass sich in den Ferien meist weniger Menschen testen lassen, was zu einer geringeren Meldezahl an die Gesundheitsämter führe.

Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen einem Tages 21 888 Neuinfektionen und 232 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 4.55 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 110,4. Am Vortag gab das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 105,7 an.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 2.956.316 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.647.600 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 78.003.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Donnerstagabend bei 0,80 (Vortag: 0,76). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 80 weitere Menschen anstecken. Die nach Ostern beobachteten kleinen R-Werte können laut RKI jedoch auch mit einer geringen Testzahl in den vergangenen Tagen zusammenhängen. »Die Werte können erst in einigen Tagen bewertet werden«, schreibt das Institut.

Brasiliens Senat will Regierungsvorgehen überprüfen

04.05 Uhr: Nachdem die Zahl der am Coronavirus Verstorbenen in Brasilien einen neuen Tagesrekord von 4249 erreicht hat, will der Senat das Vorgehen der Regierung zur Coronavirus-Bekämpfung untersuchen lassen. Der brasilianische Senat plant, nächste Woche einen Sonderausschuss einzurichten, sagte Senatspräsident Rodrigo Pacheco.

Der Oberste Gerichtshof Brasiliens entschied am Donnerstag (Ortszeit) außerdem, dass staatliche und kommunale Verbote von religiösen Versammlungen legal sind. Ministerpräsident Jair Bolsonaro hatte dies zuvor als Angriff auf die Religionsfreiheit bezeichnet.

Lehrergewerkschaft wirft Ländern »russisches Roulette« bei Schulen vor

02.50 Uhr: Der Verband Bildung und Erziehung hat den Öffnungskurs einiger Bundesländer bei den Schulen in der Pandemie heftig kritisiert. »Dass es anscheinend immer noch Bundesländer gibt, die Schulen in Hochinzidenzgebieten offenhalten wollen, ist unverantwortlich«, sagte der Vorsitzende der Lehrergewerkschaft, Udo Beckmann, nach Beratungen der Kultusminister von Bund und Ländern, die am Donnerstagabend zu Ende gegangen waren. »Wir wissen: Seitdem die Schulen geöffnet sind, steigen im Alterssegment der Schülerinnen und Schüler, gerade bei Jüngeren, die Neuinfektionen rapide.«

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die Brandenburger Ressortchefin Britta Ernst (SPD), verteidigte den Öffnungskurs, auf den sich die Länder grundsätzlich verständigten. Diese wüssten, dass sie durch eine Reduktion von Präsenzunterricht einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten müssten, sagte sie am Donnerstag dem Sender rbb. Doch es komme zugleich auf das Wohlergehen der Kinder und Jugendlichen an, denen ein Recht auf Bildung gewährleistet werden müsse.

Beckmann sagte: »Man muss fast den Eindruck haben, dass mit der Gesundheit von Lehrkräften, Kindern und Jugendlichen in einigen Ländern eine Form russisches Roulette gespielt wird.« Nötig seien genaue Definitionen, wann Schulen, – ganz oder teilweise – zu schließen sind, um den Schutz aller zu gewährleisten.

Die Kultusministerkonferenz hatte beschlossen, dass begleitet durch eine umfassende Test- und Impfstrategie so viel Präsenzunterricht wie möglich angeboten wird. Die Testmöglichkeiten sollten so ausgebaut werden, dass allen Schülerinnen und Schülern sowie den Lehrkräften zweimal wöchentlich die Möglichkeit für einen Selbsttest angeboten werden kann. Die Abiturientinnen und Abiturienten sollen ihre Prüfungen in diesem Jahr trotz Coronapandemie ablegen.

Ungeachtet der Beschlüsse sieht das kurzfristige Vorgehen der Länder in der kommenden Schulwoche ganz unterschiedlich aus. Manche Länder sehen für die meisten Schülerinnen und Schüler keinen Präsenzunterricht vor, andere verfolgen bereits kurzfristig eher einen Öffnungskurs.

Costa Rica will AstraZeneca-Impfstoff verwenden

02.15 Uhr: Costa Rica hat entschieden, den AstraZeneca-Impfstoff zu verwenden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilt, habe man die Hinweise der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zu Risiken und möglicher Nebenwirkungen der Vakzine geprüft. Die Öffentlichkeit werde erfahren, welche Impfstoffmarke die Menschen erhielten, auswählen dürfe man aber nicht, so Roberto Arroba, ein Beamter des Ministeriums.

Das Land will 70 Prozent seiner Bevölkerung mithilfe des Covax-Programms der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu impfen. Zusätzlich hat Costa Rica eine Million Dosen von AstraZeneca und vier Millionen Dosen vom US-Pharmakonzern Pfizer erworben.

In den USA ist inzwischen jeder Fünfte voll gegen Corona geimpft

0.45 Uhr: In den USA ist inzwischen etwa jeder Fünfte vollständig gegen Corona geimpft: Von den rund 330 Millionen Einwohnern des Landes sind 66 Millionen abschließend geimpft, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag zeigten. In Bezug auf die Zahl der bislang impfberechtigten Erwachsenen – rund 260 Millionen Menschen – ergebe sich eine Impfquote von 25 Prozent.

Gut 112 Millionen Menschen erhielten dem CDC zufolge seit dem Start der Impfkampagne Mitte Dezember zumindest eine Impfung. Das entspricht einem Drittel der Gesamtbevölkerung. Insgesamt wurden für Erst- und Zweitimpfungen seither rund 175 Millionen Dosen verspritzt.

In den USA wird neben den Impfstoffen von Moderna und Biontech/Pfizer, bei denen zwei Dosen gespritzt werden, auch der Impfstoff von Johnson & Johnson eingesetzt, der bereits nach einer Dosis seine volle Wirkung entfaltet. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer ist in den USA ab 16 Jahren zugelassen, die übrigen nur für Erwachsene. US-Präsident Joe Biden hat versprochen, bis Ende Mai genügend Impfstoff für alle Erwachsenen im Land zu haben.

cop/als/ngo/mfu/mjm/dpa/AFP/AP/Reuters