Corona-News am Freitag Kretschmann kritisiert Einmischung von Virologen in Coronapolitik

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg findet: Wissenschaftler sollten keine politischen Ratschläge geben. Und: Österreichs Geheimdienst warnt vor Corona-Demonstranten aus Deutschland. Das war der Überblick am 28. Januar.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann

Foto: Christoph Schmidt / dpa

Das war das Corona-Update am Freitag.

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Kretschmann kritisiert Einmischung von Virologen in Coronapolitik

17.27 Uhr: Wissenschaftler wie etwa Virologen sollten sich aus Sicht von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann aus der Politik heraushalten. »Max Weber hat darauf verwiesen, dass Wissenschaften die Welt beschreiben, wie sie war, ist und sein wird. Sie können auch beschreiben, wie man die Welt verändern könnte. Aber die Wissenschaft kann nicht sagen, ob man die Welt auch verändern soll«, sagte der Grünen-Politiker der »Heilbronner Stimme« und dem »Südkurier« (Samstag) mit Blick auf den Soziologen, den von 1864 bis 1920 lebte.

Die Deutungshoheit über ihr Fach sollten die Wissenschaftler unbedingt haben, sagte Kretschmann. »Aber sie sollten auch dabei bleiben und es unterlassen, politische Ratschläge zu geben.« Das könne ihre wissenschaftliche Autorität erheblich beeinträchtigen, sagte der Ministerpräsident. »Zum Beispiel, ob jetzt eine Impfpflicht politische Kollateralschäden erzeugt – was sie zweifellos auch tun wird –, das zu bewerten liegt jetzt nicht in der Kompetenz der Stiko oder von wem auch immer.« Das sei Kompetenz und Aufgabe der Politiker, die dafür gewählt worden seien – nicht der Epidemiologen. »Da ist manches verrutscht.«

Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hatte sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen.

Über 365 Millionen nachgewiesene Coronainfektionen weltweit

23.10 Uhr: Weltweit haben sich bislang rund 365,8 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Über 5,98 Millionen Menschen starben mit oder an dem Virus, das erstmals im Dezember 2019 im chinesischen Wuhan nachgewiesen wurde. Die meisten Infektions- und Totenzahlen weisen die USA auf. Bei den Ansteckungen folgen Indien und Brasilien.

Fast 144.000 Neuinfektionen und 378 weitere Tote in Italien

19.15 Uhr: In Italien registriert das Gesundheitsministerium 143.898 Neuinfektionen binnen eines Tages. Das sind knapp 12.000 weniger als am Tag zuvor. 378 weitere Menschen starben nach Regierungsangaben mit oder an dem Coronavirus. Am Vortag waren es noch 389 Tote. Seitdem das Virus im Februar 2020 erstmals in Italien nachgewiesen wurde, starben damit 145.537 Menschen – das ist der zweithöchste Wert in Europa nach Großbritannien und der neunthöchste weltweit. Fast 10,7 Millionen Ansteckungsfälle wurden bislang nachgewiesen.

Über 700.000 Virus-Tote in Russland

19.00 Uhr: In Russland übersteigt die Zahl der Virus-Toten die Marke von 700.000. Das ergibt eine Reuters-Berechnung auf Basis neuer Daten des Statistikamtes Rosstat. Demnach starben im Dezember 54.630 Menschen mit oder an dem Coronavirus. Das bedeutet, dass die Zahl der Todesfälle auf der Grundlage von Rosstat-Daten bis Ende Dezember sowie der Daten der Regierungsarbeitsgruppe für Januar insgesamt 701.703 beträgt. Am Freitag verzeichnen die Behörden zudem 98.040 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Fünf Coronafälle: Göttinger Heimspiel gegen Heidelberg verlegt

18.38 Uhr: Das Heimspiel der Göttinger Basketballer gegen die MLP Academics Heidelberg ist kurzfristig verlegt worden. Im Team der Niedersachsen gibt es fünf Spieler, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden, wie der Basketball-Bundesligist am Freitagabend mitteilte. Da die Göttinger nun weniger als acht Stammspieler zur Verfügung haben, stellte der Club gemäß den Regularien einen Antrag auf Verlegung der für diesen Samstag geplanten Partie, der von der Liga genehmigt wurde. »Bisher zeigen die Infizierten keine oder nur milde Symptome, sicherlich auch dank der Impfung«, heißt es in der Göttinger Mitteilung.

Auch die Partie der Göttinger bei den Hakro Merlins Crailsheim am 5. Februar (Samstag) wird verlegt, da die Quarantäne der fünf infizierten Spieler bis mindestens zum Freitag davor geht.

Coronainzidenz in Italien gesunken

17.49 Uhr: In Italien ist die Sieben-Tage-Inzidenz der Coronainfektionen nach einem wochenlangen Anstieg gesunken. Stand Donnerstag verzeichneten die Behörden für die zurückliegenden sieben Tage landesweit im Schnitt 1823 Infektionen mit dem Virus je 100.000 Einwohner, wie das Oberste Gesundheitsinstitut (ISS) heute in Rom mitteilte. Eine Woche zuvor gab das ISS den Wert noch mit 2011 an. In den Krankenhäusern des Landes mit rund 60 Millionen Einwohnern ging auch die Belegungsrate mit Coronapatienten etwas zurück. Auf den Intensivstationen etwa lag ihr Anteil bei 16,7 Prozent – nach 17,3 Prozent in der Vorwoche.

Auf die Menschen in Italien kommen weitere Coronamaßnahmen zu. Seit Anfang Januar gilt eine Impfpflicht gegen Covid-19 für Menschen über 50 Jahre. Ab Februar wird für Leute dieser Altersgruppe, die sich bislang nicht haben immunisieren lassen, eine 100-Euro-Strafe fällig. Außerdem gilt in vielen Geschäften die 3G-Regel, man braucht dort also mindestens einen negativen Coronatest. Auch für Reisende gibt es ab Februar eine Neuerung. Wer in das Mittelmeerland kommt, braucht vor der Einreise entweder einen negativen Coronatest oder einen Impf- beziehungsweise einen Genesungsnachweis. Zuvor brauchten alle, egal ob geimpft oder genesen, auch ein negatives Corona-Testergebnis.

Regierung streicht 13 afrikanische Länder von Corona-Risikoliste

17.06 Uhr: Die Bundesregierung streicht am Sonntag 13 afrikanische Länder von der Liste der Corona-Hochrisikogebiete. Darunter sind die Staaten, in denen sich die Omikron-Variante des Virus im November zuerst ausgebreitet hatte, unter anderem Südafrika und Namibia. Das teilte das Robert Koch-Institut (RKI) heute mit. Neu als Hochrisikogebiete eingestuft werden elf Länder, darunter nur eins in Europa: die Ukraine. Außerdem kommen hinzu: Afghanistan, Bangladesch, Guatemala, Irak, Kirgisistan, Kuba, Oman, Pakistan, Palau, Singapur. Zudem wird das französische Überseegebiet Neukaledonien zum Hochrisikogebiet.

Von der Risikoliste gestrichen werden neben Namibia und Südafrika Angola, Burundi, Eswatini, Kenia, Lesotho, Malawi, Ruanda, Sambia, Simbabwe, Tansania und Uganda.

Südafrika hatte schon gut einen Monat nach der Entdeckung der ansteckenden Omikron-Variante Ende Dezember einen Entspannungskurs eingeläutet. Die meisten Restriktionen wurden gestrichen – kurz vor Silvester war sogar die seit fast zwei Jahren geltende nächtliche Ausgangssperre zusammen mit weiteren Einschränkungen aufgehoben worden. Die Kontaktnachverfolgung bei Personen, die Infizierten nahegekommen sind, war bereits zuvor gestrichen worden. Als Begründung wurde der drastische Rückgang bei den täglichen Infektionszahlen und den Sterbezahlen angeführt. Das Land befindet sich nun auf der niedrigsten der fünf Stufen des fast zwei Jahre geltenden Alarmsystems.

Sachsen wirbt mit lokalen Anzeigen für Coronaimpfung

16.56 Uhr: Sachsens Gesundheitsministerium wirbt noch einmal verstärkt für die Corona-Schutzimpfung. Ziel sei es, besonders die Über-60-Jährigen von einer Impfung zu überzeugen, teilte das Ministerium heute mit. In Lokalzeitungen und Amtsblättern sowie im Radio werde dafür Werbung mit Angaben zu örtlichen Impfangeboten veröffentlicht.

Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) appellierte noch einmal an alle Menschen, sich für eine Coronaimpfung zu entscheiden. »Unsere aktuelle Werbung enthält neben dem Appell zum Impfen als besonderen Service auch gleich die Information zu den Impfmöglichkeiten ganz in Ihrer Nähe. Bitte nutzen Sie diese. Vielerorts ist das auch ohne vorherige Terminbuchung möglich.«

Vor Inkrafttreten der Impfpflicht für medizinisches Personal und Pflegekräfte Mitte März soll es zudem spezielle Gesundheitsimpftage geben. Beschäftigte der betroffenen Gruppen werden vom 11. bis 14. Februar in allen großen Impfzentren bevorzugt behandelt. Für sie werde dann jeweils eine Impfstraße reserviert, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Zwei Wochen später gibt es das Angebot demnach noch einmal, dann soll auch der Impfstoff des Herstellers Novavax zur Verfügung stehen und bevorzugt für Pflegekräfte verwendet werden.

In Sachsen haben laut Angaben des Ministeriums 62,6 Prozent der Menschen eine Grundimmunisierung gegen das Coronavirus, 41,9 Prozent haben eine Auffrischungsimpfung (Booster) erhalten. Die Impfquote unter den Pflegekräften liegt den Angaben zufolge bei rund zwei Dritteln.

Sachsen-Anhalt: Zahl der coronainfizierten Schüler binnen einer Woche verdoppelt

16.49 Uhr: Die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Schüler hat sich in Sachsen-Anhalt binnen einer Woche verdoppelt. Zum Stichtag an diesem Donnerstag waren laut einer Übersicht des Bildungsministeriums 4168 Schülerinnen und Schüler infiziert und damit 2,14 Prozent. Vor einer Woche waren es noch 2060 Schüler gewesen, was einem Anteil von 1,05 Prozent entsprach. Das Ministerium veröffentlichte die Statistik heute online.

700 öffentliche allgemein- und berufsbildende Schulen meldeten die Zahlen. An 42 Einrichtungen (6 Prozent) herrschte wegen Covid-19-Fällen eingeschränkter Präsenzbetrieb. Zum aktuellen Stichtag waren zudem 219 Lehrkräfte infiziert, in der Vorwoche waren es 132 von rund 14.000 gewesen. Der Anteil stieg von 0,94 auf nun 1,55 Prozent.

Karlsruhe will unangemeldete Corona-Proteste weiter verbieten

16.42 Uhr: Die Stadt Karlsruhe will unangemeldete und als »Montagsspaziergänge« deklarierte Demonstrationen gegen die Corona-Verordnung weiterhin verbieten. Sie geht vor dem Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg gegen eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Karlsruhe vor, nach der die entsprechende städtische Verfügung ungültig ist. Oberbürgermeister Frank Mentrup (SPD) hält die Begründung des Verwaltungsgerichts nach SWR-Informationen für überprüfungswürdig: Die Allgemeinverfügung, mit der das Verbot einhergehe, sei auch ein politisches Signal. Es habe Teilnehmern geholfen, sich zu orientieren. Ohne die Verfügung sei alles komplizierter.

Dem SWR sagte Mentrup, er befürchte eine Entwicklung zurück zu mehr unangemeldeten und ungeordneten Demonstrationen. Das wäre aus seiner Sicht sehr bedauerlich. Die Stadt erwarte eine schnelle Entscheidung aus Mannheim bis Montagnachmittag.

Island lockert Coronamaßnahmen zwei Wochen nach Verschärfung wieder

16.35 Uhr: Rund zwei Wochen nach einer Verschärfung will Island seine Maßnahmen zur Coronabekämpfung wieder deutlich lockern. »Heute haben wir gute Nachrichten«, sagte die isländische Ministerpräsidentin Katrín Jakobsdóttir heute bei einer Pressekonferenz in Reykjavik. Ab Samstag (29. Januar) dürfen sich wieder 50 Menschen versammeln, zuvor hatte diese Zahl bei 10 gelegen. Clubs und Pubs dürfen wieder öffnen, nachdem sie Mitte Januar schließen mussten. Damals sah sich die Regierung zu einer Verschärfung veranlasst, weil sie das Gesundheitssystem als stark belastet ansah. Nun gibt es insbesondere im Freizeitbereich viele Lockerungen, etwa eine höhere Auslastung von Schwimmbädern oder Fitnessstudios.

Laufe alles nach Plan, hoffe man, Mitte März wieder »das normale Leben« zurückzubekommen, sagte Jakobsdóttir. Die Regierung überprüft mögliche Lockerungen in regelmäßigen Abständen und will nach aktuellem Stand dann fast alle Maßnahmen aufheben.

Aktuell hat Corona die Insel jedoch noch immer fest im Griff: Von den rund 360.000 Einwohnern sind aktuellen Angaben zufolge fünf Prozent in Isolation oder Quarantäne. Die Inzidenz, die Island allerdings für einen 14-Tages-Zeitraum angibt, liegt aktuell bei 4986. Die Zahl der Krankenhauseinlieferungen ging jedoch zuletzt wieder zurück.

Brandenburg: Mann für Cyberangriff auf Impfzentrum verurteilt

16.07 Uhr: Ein 31 Jahre alter Berliner, der mit einem Cyberangriff auf die IT-Datenverarbeitung die Abläufe in einem Impfzentrum im Landkreis Barnim blockiert hatte, ist vom Amtsgericht Bernau in Brandenburg in einem beschleunigten Verfahren zu einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten auf Bewährung verurteilt worden. Der Mann, der die Tat gestanden hatte, müsse zudem eine festgesetzte Geldsumme an eine karitative Einrichtung zahlen, teilte die Polizeidirektion Ost heute mit. Das Urteil wurde den Angaben nach am Donnerstag gesprochen.

Nach der Tat am 19. Dezember vergangenen Jahres hatte das Staatsschutzdezernat der Polizeidirektion Ost die Ermittlungen aufgenommen. Am 23. Dezember wurde den Angaben nach an seinem Berliner Wohnsitz ein vom Cottbuser Amtsgericht erlassener Durchsuchungsbeschluss vollzogen. IT-Technik und Mobiltelefone wurden entdeckt.

Hessische AfD-Fraktion scheitert mit Eilantrag gegen »2G-Optionsmodell«

15.44 Uhr: Die hessische AfD-Fraktion ist vor dem Landesverfassungsgericht mit einem Eilantrag gegen das sogenannte 2G-Optionsmodell gescheitert. Der Antrag sei unzulässig, teilte der hessische Staatsgerichtshof in Wiesbaden heute mit. Mit dem Außerkrafttreten der entsprechenden Verordnung gebe es keinen Grund mehr dafür. Die Fraktion wollte gegen die hessische Coronaschutzverordnung vorgehen, nach der öffentliche Einrichtungen und Betriebe seit Oktober 2021 selbst entscheiden konnten, ob sie 2G oder 3G anwenden. Grundsätzlich galt damals 3G – also Zugang für Geimpfte, Genesene und Getestete.

Mit dem hessischen 2G-Optionsmodell konnten Einrichtungen und Betriebe selbst entscheiden, ob sie 3G beibehalten oder einer 2G-Regel folgen, mit der ausschließlich Geimpfte und Genesene mit Negativnachweis eingelassen werden. Dabei entfielen gleichzeitig die Maskenpflicht und andere Hygienevorschriften. Die Coronaschutzverordnung, welche die AfD-Fraktion gerichtlich außer Kraft setzen lassen wollte, wurde zum 25. November aufgehoben. Damit galt auch das 2G-Optionsmodell in Hessen nicht mehr.

Gleichzeitig wurde der Zugang zu fast allen öffentlichen Einrichtungen auf Geimpfte und Genesene beschränkt. Die Fraktion hielt trotz eines Hinweises auf die geänderte Rechtslage an ihrem Eilantrag fest. Die Regel sei nicht durch eine inhaltsgleiche andere ersetzt worden, begründeten die Richter die Abweisung des Antrags. Das nun geltende Modell sei in seiner Wirkung nicht mit der alten Schutzverordnung vergleichbar.

Österreichischer Geheimdienst warnt vor Corona-Demonstranten aus Deutschland

15.25 Uhr: Der österreichische Inlandsgeheimdienst warnt vor einer Radikalisierung und Internationalisierung der Proteste gegen die Coronamaßnahmen. Diese Entwicklung sei »sehr, sehr beängstigend«, sagte der Chef der Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN), Omar Haijawi-Pirchner, der Nachrichtenagentur AFP. In Österreich waren in den vergangenen Wochen regelmäßig Zehntausende Menschen gegen die Coronamaßnahmen und die geplante Impfpflicht auf die Straße gegangen, die am 4. Februar in Kraft tritt.

Zahlreiche ausländische Demonstranten vor allem aus Deutschland und der Schweiz hätten sich den Protesten angeschlossen, sagte Haijawi-Pirchner. Viele der Aktivisten stammen demnach aus der rechten Szene und sind »sehr stark radikalisiert«. Sie nutzten die Demonstrationen, um ihre antisemitische Ideologie zu verbreiten, sich mit anderen Rechtsextremisten zu treffen und Netzwerke aufzubauen, sagte der DSN-Chef.

Auch in Deutschland und anderen EU-Ländern gehen regelmäßig Tausende Gegner der Coronamaßnahmen auf die Straße. Dabei kommt es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen. Haijawi-Pirchner sagte, in Österreich gebe es zahlreiche Drohungen, die sich gegen die »kritische Infrastruktur« im Land richteten. Davon betroffen seien unter anderem Medien, Gesundheitseinrichtungen und die Politik. Die österreichischen Behörden hatten kürzlich Schutzzonen rund um Krankenhäuser sowie Test- und Impfzentren eingerichtet.

Haijawi-Pirchner ist der erste Leiter der neu gegründeten Direktion für Staatsschutz und Nachrichtendienst, die am 1. Dezember als Nachfolgebehörde des Bundesamts für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) ihre Arbeit aufgenommen hatte.

Regierung sieht Spanien bei der aktuellen Coronawelle über den Berg

15.14 Uhr: Spanien hat den Höhepunkt der derzeitigen vor allem von der Omikron-Variante ausgelösten Coronawelle nach Einschätzung der Regierung überschritten. »Alles deutet darauf hin, dass die Kurve der Infektionen sinkt«, sagte heute Gesundheitsministerin Carolina Darias. »Der Rückgang der Zahlen verfestigt sich von Tag zu Tag«, fügte die Ministerin hinzu, mahnte aber zugleich zu weiterer Vorsicht.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in dem beliebten Urlaubsland ist seit ihrem Höchststand am Montag vergangener Woche um mehr als 300 Punkte auf zuletzt 1335 gefallen. Auch der Druck auf das Gesundheitssystem nahm etwas ab. Binnen einer Woche ging die Auslastung aller Krankenhausbetten mit Coronapatienten von 15,2 Prozent auf 14,8 Prozent zurück und die der Betten auf Intensivstationen fiel von 23,3 Prozent auf 22,1 Prozent. Im selben Zeitraum wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums mehr als 1100 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit Corona registriert.

Die meisten der Infizierten weisen keine oder nur milde Krankheitssymptome auf. In den vergangenen zwei Wochen seien insgesamt 1,48 Millionen Infektionen registriert worden. Davon hätten nur gut 266.000 deutliche Anzeichen einer Erkrankung entwickelt, schrieb die Zeitung »La Vanguardia«. Spanien weist eine vergleichsweise hohe Impfrate auf. Mehr als 80 Prozent haben sich zweimal impfen lassen und sind damit grundimmunisiert. 43 Prozent haben eine dritte Impfung erhalten.

Einige der autonomen Gemeinschaften Spaniens, die in etwa deutschen Bundesländern entsprechen, lockern inzwischen Coronaschutzmaßnahmen. So hob zum Beispiel Katalonien die 3G-Regel für das Betreten vieler öffentlicher Innenräume und Begrenzungen bei der Auslastung von Gaststätten und anderen Veranstaltungsorten oder der Höchstzahl von Teilnehmern an Versammlungen auf. Das Nachtleben blieb aber vorerst geschlossen.

Ciesek »nicht glücklich« mit Verkürzung des Genesenenstatus

15.06 Uhr: Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek sieht die Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate kritisch. Die Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie an der Frankfurter Uniklinik plädierte heute dafür, den Zeitpunkt des Boosterns nach Genesung »individual-medizinisch« zu entscheiden. »So richtig glücklich und zufrieden bin ich nicht mit den Regelungen«, sagte Ciesek. Einen einheitlichen Zeitpunkt für alle zu definieren, sei »sehr schwierig«. Es müsse berücksichtigt werden, mit welcher Virusvariante man infiziert wurde, wie alt man ist, wie lange gegebenenfalls die Impfungen zurückliegen.

»Die Regelung mit den drei Monaten ist für einige Patienten sehr ungünstig«, sagte sie in Wiesbaden. Jugendliche, die im Sommer geimpft wurden und sich im Herbst infizierten, seien jetzt »in einem echten Dilemma«. Sie müssten sich nun nach drei Monaten boostern lassen, »haben aber zum Teil Antikörper, die unser Messfenster sprengen«. Hier mache es Sinn, auf den neuen, an Omikron angepassten Impfstoff zu warten. Bei 60-Jährigen sei das ganz anders.

Coronaimpfungen in Apotheken ab 8. Februar

15.00 Uhr: Apotheken können vom 8. Februar an bundesweit Coronaimpfungen anbieten. Damit soll das Impfangebot vereinfacht und verbreitert werden. Die Voraussetzungen dafür seien jetzt geschaffen, sagte Gabriele Regina Overwiening, Präsidentin der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Seit Januar seien die Apothekerinnen und Apotheker geschult worden, parallel habe man die technischen Voraussetzungen geschaffen, um die Zahl der Geimpften elektronisch an das Robert Koch-Institut (RKI) zu melden.

Die letzten offenen Punkte – die Impfstoffkontingente und der Bestellzyklus – seien geklärt. »Kommende Woche können die Apotheken erstmals Impfstoffe bestellen, um sie selbst zu verimpfen. Die ersten Impfungen können dann ab dem 8. Februar durchgeführt werden«, so Overwiening. Das Angebot ist freiwillig und als Ergänzung zu den Impfangeboten in Arztpraxen und Impfzentren gedacht.

»Wir wollen diejenigen erreichen, die sich noch nicht impfen lassen konnten, zum Beispiel weil ihnen die Organisation eines Impftermins bisher zu aufwendig war«, sagte die ABDA-Präsidentin. »Wir bringen das niedrigschwellige und flächendeckende Angebot der Apotheken ein, um die Impfkampagne der Bundesregierung zu unterstützen.«

Die Covid-19-Impfung ist die erste Impfung, die Apotheken bundesweit anbieten können. Overwiening versicherte, man sei exzellent darauf vorbereitet – und auch für den unwahrscheinlichen Fall geschult, dass bei Impfreaktionen Erste Hilfe geleistet werden müsse.

Frankreich verschiebt Abiturprüfungen wegen Coronawelle

14.43 Uhr: Frankreich verschiebt die Abiturprüfungen angesichts der massiven Coronawelle von Mitte März auf Mitte Mai. Die aktuell hohe Zahl von Coronainfektionen mache die Organisation der Prüfungen schwierig, außerdem gebe es viele Krankheitsfälle, begründete das Bildungsministerium in Paris die Entscheidung am Freitag. Alle sollten die gleichen Chancen und genügend Zeit für eine vernünftige Vorbereitung haben, hieß es. Verschoben werden die schriftlichen Prüfungen, Erleichterungen gibt es bei der Auswahl der Fragen, und die Überprüfung des Sprachniveaus wird gestrichen.

Die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen lag in Frankreich am Donnerstag bei 392.168, die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 3800. Die Omikron-Variante ist für gut 95 Prozent der Fälle verantwortlich. Inzwischen sinkt die Zahl der Infektionen allerdings in den Regionen, die als Erstes von der Omikron-Welle betroffen waren, so auch im Großraum Paris. Trotz weiter steigender Klinikeinweisungen sinkt die Zahl der Coronapatienten auf Intensivstationen.

BND-Präsident – China kann No-Covid-Strategie schwer durchhalten

14.38 Uhr: China steuert mit seinem rigiden Kurs in der Coronapandemie nach Ansicht des Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes in schwieriges Fahrwasser. »China könnte vor einer echten Herausforderung in der Coronapandemie stehen«, sagte BND-Chef Bruno Kahl in einem heute veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. »Auch die Chinesen scheinen zu merken, dass die radikale No-Covid-Politik mit ihrer Abschottung sehr schwierig durchzuhalten ist.« Es gebe erste Kratzer an dieser Ideologie durch die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Virusvariante. Irgendwann ließen sich aber Millionenstädte nicht mehr so radikal abschotten und versorgen wie bisher.

Chinas radikale No-Covid-Politik ist international umstritten. Zuletzt hatte IWF-Chefin Kristalina Georgieva Chinas Führung aufgefordert, die Politik zu überdenken, weil das radikale Herunterfahren auch des wirtschaftlichen Lebens in Gebieten mit relativ wenigen Covid-Fällen eine Belastung sowohl für die chinesische als auch die weltweite Wirtschaft sei. Auch die deutsche Wirtschaft äußerte sich besorgt. Einer Studie zufolge könnte eine Verschärfung der Coronakrise in China durch Omikron das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr halbieren.

BND-Präsident Kahl hält zudem die sogenannte Impfstoffdiplomatie Chinas für »weitgehend gescheitert«. Die chinesische Führung hatte mit großem medialem Aufwand chinesischen Impfstoff in Entwicklungsländer geflogen. Es gebe aber Kritik an chinesischen Masken und Impfstoffen. »In Lateinamerika und Afrika hat sich ein negatives Bild über die Qualität des chinesischen Impfstoffes festgesetzt. Der Westen hat offensichtlich die besseren Impfstoffe«, sagte der BND-Präsident.

Anteil einsamer älterer Menschen während Coronapandemie verdoppelt

14.30 Uhr: Der Anteil der über 80-Jährigen, die sich einsam fühlen, hat sich während der Coronapandemie verdoppelt. Knapp zwölf Prozent in dieser Altersgruppe fühlten sich einsam, teilte das Bundesfamilienministerium am Freitag auf Grundlage einer Studie mit. Vor der Pandemie hatte der Wert deutlich darunter gelegen. Dennoch seien Hochbetagte laut Ministerium eher selten von Einsamkeit betroffen. Rund 88 Prozent seien es nicht.

Das Risiko für Einsamkeit bei Hochbetagten verteilt sich ungleich: Besonders häufig betroffen sind über 90-Jährige, Frauen und Menschen in Heimen. Je älter die Befragten waren, desto häufiger beschrieben sie sich als einsam. Frauen waren doppelt so häufig betroffen wie Männer. Hochbetagte Frauen leben seltener in Partnerschaften. Der Anteil einsamer älterer Menschen in Heimen beträgt rund 35 Prozent, während er in Privathaushalten bei neuneinhalb Prozent liegt.

Die Pandemie habe viele einsam gemacht, die es vorher nicht gewesen seien, erklärte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne). »Viele ältere Menschen haben sich zurückgezogen und ihre Kontakte eingeschränkt, um sich vor Corona zu schützen.« Einsamkeitsgefühle hätten dadurch zugenommen.

Als einsam definiert die Studie Menschen, die bei der Befragung von mehr als zehntausend zufällig ausgewählten über 80-Jährigen angaben, meistens oder fast immer einsam zu sein. Sie wurden zwischen November 2020 und April 2021 befragt. Faktoren, die laut Studie Einsamkeit verhindern, sind eine gute Gesundheit, eine hohe formale Bildung, ein großes Netzwerk und eine Partnerschaft.

Coronapandemie setzt Geldfälschern zu: Deutlich weniger Blüten

12.37 Uhr: Die Coronapandemie hat Geldfälscher im vergangenen Jahr ausgebremst. »Corona schadet nicht nur dem Ehrlichen, Corona macht auch dem Fälscher das Leben schwerer«, bilanzierte Bundesbank-Vorstand Johannes Beermann. Wegen der Coronaeinschränkungen ließ sich Falschgeld schwerer unters Volk bringen, zum Beispiel auf Weihnachtsmärkten oder Volksfesten, wo meist mit Bargeld bezahlt wird. Zudem wurde an Grenzen häufiger kontrolliert.

Polizei, Handel und Banken zogen im vergangenen Jahr in Deutschland 41.950 gefälschte Euro-Banknoten aus dem Verkehr. Das waren 28,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Schaden verringerte sich deutlich um gut ein Drittel (34,5 Prozent) auf 1,9 Millionen Euro. Das ist der niedrigste Stand seit dem Jahr der Euro-Bargeldeinführung 2002 mit damals rund 900.000 Euro Schaden.

Bei einem Großteil der Fälschungen handelte es sich wie schon im Vorjahr um Scheine, die im Internet unter den Begriffen »Movie Money« oder »Prop Copy« als Spielgeld oder Filmrequisite angeboten werden. Sie haben keinerlei Sicherheitsmerkmale und sind eigentlich leicht als unechte Scheine zu erkennen. Immerhin fiel der Anteil von »Movie Money« am gesamten Falschgeldaufkommen in Deutschland von 30 Prozent auf knapp 22 Prozent. »Ich vermute, dass die Menschen inzwischen stärker darauf achten«, sagte Beermann.

Fast zwei von drei Deutschen sind für Corona-Impfpflicht

12.28 Uhr: Eine klare Mehrheit der Deutschen ist einer Umfrage zufolge für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht. Im ZDF-»Politbarometer« sprachen sich 62 Prozent der Teilnehmenden dafür aus, wie der Sender heute mitteilte. 36 Prozent lehnten eine solche Vorgabe ab. Zugleich glaubten aber nur 39 Prozent, dass die Impfpflicht tatsächlich eingeführt wird – 59 Prozent gingen davon aus, dass es dazu nicht kommt.

IPC-Boss Parsons positiv auf Corona getestet

12.23 Uhr: IPC-Boss Andrew Parsons hat sich gut vier Wochen vor dem Start der Paralympischen Winterspiele in Peking mit dem Coronavirus infiziert. »Ich bin sehr enttäuscht«, schrieb der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) bei Twitter. Er müsse wegen der Infektion seinen geplanten Besuch bei Olympia absagen.

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»Während ich in Isolation bin, werde ich mich auf die Genesung und die Vorbereitung auf die Paralympics konzentrieren und die olympischen Wettkämpfe im Fernsehen verfolgen«, führte er aus. Die Paralympischen Spiele finden vom 4. bis 13. März statt.

Meldestelle: 91-mal Antisemitismus auf Coronademos seit November

12.18 Uhr: Seit Beginn der Debatte über die Corona-Impfpflicht mehren sich nach Erkenntnissen des Bundesverbandes der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) antisemitische Äußerungen von Gegnern der Pandemiemaßnahmen. Allein zwischen dem 20. November und dem 8. Januar seien bundesweit 91 Corona-Demonstrationen mit judenfeindlichen Inhalten registriert worden, berichtete die Meldestelle Rias heute in Berlin. Dabei geht es unter anderem um die Verwendung gelber Sterne mit dem Hinweis »ungeimpft«. »Die mit dieser Art von Vergleichen einhergehende Selbstinszenierung als Opfer verharmlost die Schoa und den Nationalsozialismus«, schreibt Rias. Sie gehe auch mit Aggressionen gegen Jüdinnen und Juden einher.

Bei den registrierten antijüdischen Äußerungen wurden nach Angaben der Meldestelle in 81 Fällen antisemitische Bezugnahmen auf den Nationalsozialismus gemeldet. In zehn Fällen ging es um antisemitische Verschwörungsmythen oder Ähnliches. Die Meldungen kamen aus 14 Bundesländern. Es sei zusätzlich von einer hohen Dunkelziffer auszugehen, hieß es.

Dass mit einer »Dynamik des öffentlichen Diskurses« über Anti-Corona-Maßnahmen auch antisemitische Zwischenfälle zunehmen, hatte Rias schon im Sommer 2021 beobachtet. »Entsprechend bieten die Versammlungen seit November 2021 wieder eine Gelegenheit, sich öffentlich antisemitisch zu artikulieren«, schreibt der Verband.

»Wir haben Menschen mit Corona gepflegt, auch bevor es eine Impfung gab«

12.12 Uhr: Bald sollen in Krankenhäusern oder Pflegeheimen nur noch Geimpfte arbeiten dürfen, doch viele verweigern die Spritze. Betreiber fürchten Massenkündigungen. Lässt sich der Kollaps noch verhindern? Lesen Sie hier den ganzen Artikel.

Innenminister wollen entschieden gegen gewaltbereite Coronademonstranten vorgehen

12.06 Uhr: Die Innenminister von Bund und Ländern wollen entschieden gegen gewaltbereite Coronademonstranten vorgehen. »Wir müssen uns den Leuten entgegenstellen, die gewaltbereit unterwegs sind und die die Coronathemen nur als Aufhänger nehmen, um ihre radikalen Vorstellungen und ihre demokratiefeindliche Haltung zu verbreiten«, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) anlässlich der Übernahme des Vorsitzes der Innenministerkonferenz (IMK).

Die Bekämpfung jeglicher Form von Extremismus und verfassungsfeindlichen Tendenzen sei seit jeher »zentrales Ziel« der IMK. Er werde sich für eine verstärkte Beobachtung extremistischer Bestrebungen innerhalb der »Coronamaßnahmen-Kritikerbewegung« einsetzen, teilte Herrmann mit. Bayern übernahm am Freitag turnusmäßig den IMK-Vorsitz. Der bisherige Vorsitzende, Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU), übergab in Stuttgart seinem bayerischen Kollegen Herrmann den Vorsitz. Bei der Staffelübergabe war auch Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) anwesend.

Demonstrationen gegen die Coronamaßnahmen würden inzwischen vermehrt »von Rechtsextremisten instrumentalisiert und missbraucht«, sagte Faeser. »Wir stellen uns Menschenverachtung und gefährlichen Verschwörungstheorien klar entgegen.« Gewaltausbrüche, Hass und Hetze – im Netz und auf der Straße – seien nicht zu akzeptieren. Bei Gewalt werde der Rechtsstaat durchgreifen, teilte Faeser mit.

»Die Innenminister sprechen hier eine Sprache: Wir sehen nicht tatenlos zu«, erklärte Baden-Württembergs Innenminister Strobl. Wer durch die Straßen irrlichtere, Grundrechte der Meinungs- und Versammlungsfreiheit mit Füßen trete, instrumentalisiere, um Hass und Hetze zu sähen, der überschreite »eine rote Linie«.

Corona-Impfquote von 80 Prozent bis Ende Januar kaum zu schaffen

11.56 Uhr: Das Ziel der Bundesregierung, dass bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona geimpft sind, droht zu scheitern. Bundesweit wurden am Donnerstag mindestens 466.000 Impfdosen verabreicht, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) von heute hervorgeht. Aber nur gut 40.000 davon gingen an Menschen, die bisher noch nicht geimpft waren. Bei 85.000 handelte es sich um Impfungen, die zum vollen Grundschutz führten, bei 344.000 um Auffrischungsimpfungen.

Damit haben bisher nur 75,7 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdosis erhalten. 73,8 Prozent verfügen laut RKI über einen vollständigen Grundschutz, 52,2 Prozent haben bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten. Nicht geimpft sind der Statistik zufolge 24,3 Prozent, insgesamt 20,2 Millionen Menschen. Darunter sind aber auch vier Millionen Kinder im Alter bis zu vier Jahren, für die bisher noch kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung steht.

Die Bundesregierung hatte ihr Ziel von 80 Prozent Erstgeimpften schon einmal verschieben müssen. Ursprünglich wollte sie diese Quote bereits bis zum 7. Januar erreichen. Um die Zielmarke jetzt noch zu schaffen, müssten sich bis einschließlich Montag noch 4,3 Prozent der Bevölkerung impfen lassen, also mehr als 3,5 Millionen Menschen. Das dürfte so gut wie ausgeschlossen sein.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestquoten zu verstehen sind, »da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann«. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Trotz Rekordzahlen: Angst vor Corona geht zurück

11.45 Uhr: Trotz der rasant steigenden Infektionszahlen ist einer Umfrage zufolge die Angst vor dem Coronavirus in Deutschland deutlich zurückgegangen. Nach dem am Freitag veröffentlichten ZDF-»Politbarometer« halten zwar 70 Prozent der Befragten »Corona und die Folgen« weiter für das wichtigste Problem, allerdings sehen jetzt nur noch 42 Prozent ihre Gesundheit durch das Virus gefährdet. Vor zwei Wochen waren es noch 53 Prozent. Inzwischen wird aus Sicht vieler Experten immer klarer, dass eine Infektion mit der hochansteckenden Omikron-Variante in vielen Fällen einen eher milden Krankheitsverlauf auslöst.

Spürbar gestiegen ist die Zufriedenheit mit den aktuell geltenden Coronamaßnahmen, laut »Politbarometer« von 44 auf 49 Prozent. Nur noch 25 Prozent der Befragten meinen, die Maßnahmen müssten härter ausfallen (minus 5), während 23 Prozent (plus 1) sie für übertrieben halten. Optimistisch sieht eine klare Mehrheit die Lage in den Krankenhäusern: 74 Prozent glauben, dass die Krankenhäuser die erwarteten stark steigenden Infektionszahlen der Omikron-Welle bewältigen können (nicht bewältigen: 23 Prozent).

Ein Ende der Pandemie ist nach Überzeugung der meisten Bürger nicht in Sicht. Gut ein Fünftel der Befragten (21 Prozent) glaubt, die Coronapandemie werde nach der Omikron-Welle hierzulande im Großen und Ganzen überwunden sein, 75 Prozent gehen davon aus, dass es auch nach Omikron weitere Wellen mit neuen Virusvarianten und hohen Fallzahlen geben wird.

Lauterbach vorerst gegen Lockerungen von Coronaauflagen

11.41 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich gegen Lockerungen von Coronaauflagen in der aktuellen Lage gewandt. Er bleibe bei dem »konservativen Kurs«, sagte der SPD-Politiker heute in Berlin. Der Zenit der Omikron-Welle sei noch nicht überschritten. Wenn beispielsweise ein Gericht eine Regel kassiere oder ein Land sich mit Öffnungen profiliere, müsse er damit leben. Lauterbach betonte aber: »Ich begrüße die Lockerungen nicht.« Auch wenn Nachbarländer wie Dänemark gerade anders vorgehen, sei das dort so. »Aber das sind nicht wir.«

Der Minister verwies zugleich auf Vereinbarungen von Bund und Ländern, Öffnungen in Aussicht zu stellen, wenn die Welle gebrochen sei. Dies bedeute, dass es eine »Lockerungsperspektive« für die zweite Februarhälfte oder Anfang März geben könne. Mit Blick darauf sei Deutschland gerade »einigermaßen gut auf dem Weg unterwegs«.

Zur Situation an Schulen sagte Lauterbach: »Je besser wir die Welle in der Gänze begrenzen, desto schneller und besser kommen wir auch für die Kinder durch.« Es werde an vielen Stellen in Schulen noch getestet, sonst wüsste man auch gar nicht, wie viele Fälle es gibt. Hierfür seien Antigen-Schnelltests gut, weil man Ergebnisse sofort habe und nicht erst später nach der Auswertung von PCR-Tests. Generell gelte es, konsequent Masken zu tragen, nach jeder Stunde zu lüften und positiv getestete Kinder sofort zu isolieren. Insofern habe man nicht die Kontrolle verloren, das Problem sei aber, dass die Fallzahlen so hoch seien.

Übergewicht erhöht Risiko für schweren Verlauf bei jungen Menschen

11.19 Uhr: Einer Studie der Universität in São Paulo zufolge wirkt sich das Körpergewicht auf den Verlauf einer Covid-19-Erkrankung aus. Die Forscher stellten fest, dass Fettleibigkeit (Adipositas) vor allem bei jüngeren Menschen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 darstellt im Vergleich zu Gleichaltrigen mit Normalgewicht.

Das Forscherteam wertete die Daten von insgesamt 1.120.767 ungeimpften Personen aus, die in einem brasilianischen Corona-Überwachungssystem registriert wurden. Die Studienergebnisse wurden bei »The Lancet« veröffentlicht . Für die Studie wurden drei verschiedene Patientengruppen untersucht, die alle im Krankenhaus wegen Covid-19 behandelt werden mussten: Die mit einem Body Mass Index (BMI) von über 25 und somit übergewichtig. Manche von ihnen litten zusätzlich unter Diabetes mellitus Typ 2 oder einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Die dritte Gruppe wies keine Risikofaktoren auf.

Die Studie ergab, dass Fettleibigkeit stärkere Auswirkungen im Hinblick auf schwere Verläufe und Sterblichkeit durch Covid-19 hat als Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Demnach reicht allein Adipositas bei jungen Menschen aus, um das Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung zu erhöhen. Je ausgeprägter die Fettleibigkeit, desto höher das Risiko der jungen Covid-19-Patienten für eine intensivmedizinische Behandlung und den Tod durch das Virus.

Lauterbach verteidigt Verkürzung von Genesenenstatus

11.06 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigt die Entscheidung des Robert Koch-Instituts (RKI), die Gültigkeit des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate zu verkürzen. Dies sei »sinnvoll«, sagt Lauterbach in Berlin. Menschen, die mit der Omikron-Variante infiziert seien, seien zwar immun. Die Immunität halte aber nicht mehr so lange an, sagt Lauterbach. Die Kommunikation der Neuregelung hätte allerdings besser verlaufen können, räumt der Minister ein.

Lauterbach gegen Lockerungen vor Zenit der Omikron-Welle

10.48 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hält derzeit Lockerungen der Coronaeinschränkungen für falsch. Man habe den Zenit der schweren Fälle in der Omikron-Welle noch nicht erreicht, sagt der Minister. Ziel müsse bleiben, möglichst wenig Todesfälle und wenig Fälle von Long-Covid-Erkrankungen zu haben.

Lauterbach sieht Omikron derzeit unter Kontrolle

10.41 Uhr: Gesundheitsminister Karl Lauterbach zieht eine positive Zwischenbilanz zur Omikron-Welle in Deutschland – und ruft erneut zum Boostern auf: »Warten Sie nicht auf Impfstoffe, die noch in der Entwicklung sind.« Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Lauterbach – Neue PCR-Test-Verordnung nächste Woche

10.36 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach will eine zusammen mit den Ländern erarbeitete neue Testverordnung in der nächsten Woche vorlegen. Die PCR-Tests würden danach vorrangig für zwei Gruppen reserviert, sagt der SPD-Politiker. Dies sei zum einen das Pflegepersonal, zum anderen Risikopatienten wie alte Menschen. Hier sei eine frühe Diagnose wichtig, um neue Medikamente anzuwenden, die frühzeitig eingesetzt werden müssten.

Experte Karagiannidis – Lage auf Intensivstationen »akzeptabel«

10.31 Uhr: Die Lage auf den Intensivstationen in Deutschland ist nach den Worten des Intensivmediziners Christian Karagiannidis »akzeptabel«. Derzeit seien bundesweit etwas mehr als 2000 Menschen betroffen, sagt das Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung in Berlin. Es sei zu beobachten, dass die Zahl der Delta-Patienten abnehme. Seit sieben bis zehn Tagen gehe die Zahl der Neuaufnahmen in den Krankenhäusern aber wieder leicht nach oben. Dies sei klar auf die Omikron-Variante zurückzuführen.

RKI-Chef Wieler – Müssen bei Omikron vor allem auf Krankheitslast achten

10.28 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) will in der Omikron-Welle in erster Linie auf die Krankheitslast des Virus achten. Zwar steige die Zahl der Infektionen, die sehr schweren Fälle seien aber relativ gering, sagt RKI-Chef Lothar Wieler. »Wir gewinnen mit jedem Tag Zeit«, sagt er mit Blick auf zusätzliche Impfungen. Allerdings steige die Zahl der Krankenhauseinweisungen. Man steuere nun auf den Höhepunkt der Welle zu. Jetzt müsse noch stärker der Schutz der Risikogruppen in den Mittelpunkt rücken.

Wegen Corona und Quarantäne – Pause für »Tina« und »Blue Man Group«

10.25 Uhr: Weil es beim Hamburger Operettenhaus und im Bluemax-Theater in Berlin zu viele coronabedingte Ausfälle gibt, sind das Musical »Tina« sowie die »Blue Man Group«-Shows für Februar abgesagt worden. »Es sind schlicht in allen Abteilungen zu viele Quarantäne- und Covid-Fälle«, sagte ein Sprecher der Stage Entertainment GmbH heute der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg. Die Vorstellungen fallen vom 1. Februar bis zum 28. Februar in beiden Städten komplett aus. Von der Absage seien mehrere Tausend Ticketinhaber betroffen. Stage will sie eigenen Angaben zufolge direkt kontaktieren und neue Aufführungstermine mit ihnen besprechen. Vom 1. März an soll der Spielbetrieb wie geplant weitergehen.

»Tina – das Tina Turner Musical« wird seit März 2019 in Hamburg mitten auf der Reeperbahn aufgeführt. Zur Premiere war Tina Turner selbst in der Hansestadt zu Gast. Die »Blue Man Group« ist seit fast 20 Jahren in der Hauptstadt ein Dauerbrenner. Zuvor hatte das »Hamburger Abendblatt« berichtet.

Lauterbach – Haben Omikron-Welle »gut unter Kontrolle«

10.19 Uhr: Die Bundesregierung hat die Omikron-Welle nach den Worten von Gesundheitsminister Karl Lauterbach bislang »gut unter Kontrolle«. Dennoch rechne er damit, dass die Zahl der Neuinfektionen auf bis zu 400.000 steigen könnte, sagt Lauterbach in Berlin. Es gehe jetzt vor allem darum, die älteren Ungeimpften so zu schützen, dass Erkrankte nicht auf der Intensivstation landeten. Deutschland habe eine vergleichsweise hohe Zahl an ungeimpften Älteren, viermal so viele wie England und dreimal so viele wie Italien, sagt Lauterbach.

Von der Leyen: Booster für Geimpfte verhindert viele Krankenhausfälle

10.05 Uhr: Mehr als jeder zweite erwachsene EU-Bürger hat bereits eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 82 Prozent der Erwachsenen seien mit meist zwei Dosen grundimmunisiert, sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen heute in Brüssel. Sie forderte alle zum Impfen auf, für die es möglich sei.

Impfung und Booster böten den besten Schutz gegen das Coronavirus, einschließlich der Omikron-Variante. Dabei verwies von der Leyen auf Daten der EU-Gesundheitsbehörde ECDC, nach denen die sogenannte Booster-Impfung aller bereits Geimpften rund eine Million Krankenhauseinweisungen in der EU verhindern könne. »Die Pandemie ist nicht vorbei.«

Caritas-Präsidentin: Für höhere Impfquote »positiv auf die Menschen zugehen«

9.42 Uhr: In der Frage, wie die Coronaimpfquote in Deutschland gesteigert werden kann, plädiert Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa für eine positive Ansprache der Ungeimpften. »Unsere Anstrengungen gehen dahin, positiv auf die Menschen zuzugehen, sei es durch neue Videobotschaften, Informationen in leichter Sprache, Einsatz von Impfmobilen oder Impfaktionen in Kirchen«, sagte sie der »Rheinischen Post« vom Freitag . »Wir müssen nah dran bleiben und Ängste ernst nehmen. Es nutzt nichts, die Leute zu beschimpfen, die jetzt noch zögern und zaudern.«

Die Erhöhung der Impfquote sei »der Schlüssel zur Überwindung der Pandemie«, sagte die Präsidentin des katholischen Wohlfahrtsverbandes weiter. »Zentral dafür sind drei Aspekte: die Weiterentwicklung des jeweils passenden Impfstoffes, die Förderung einer ausreichenden Produktion sowie die Steigerung der tatsächlichen Impfbereitschaft.«

Mit Blick auf die Impfbereitschaft unterstützte Welskop-Deffaa den Vorschlag einer Parlamentariergruppe um den FDP-Politiker Andrew Ullmann, der eine verpflichtende Beratung zu dem Thema vorsieht. »Das finde ich eine super Idee, als Ergänzung oder Alternative zur allgemeinen Impfpflicht.« Für die Einführung einer solchen Impfpflicht brauche es »eine rechtssichere, präzise Begründung«, fügte Welskop-Deffaa hinzu. »Die scheint mir zum gegenwärtigen Zeitpunkt angesichts der Omikron-Faktenlage schwierig.«

Philippinen öffnen im Februar für internationalen Tourismus

9.35 Uhr: Die Philippinen öffnen ab kommendem Monat erstmals seit zwei Jahren wieder ihre Grenzen für internationale Touristen. Urlauber aus 157 Staaten, die den vollständigen Coronagrundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben, dürften ab dem 10. Februar wieder visa- und quarantänefrei in den Inselstaat einreisen, sagte Regierungssprecher Karlo Nograles. Dazu gehören auch Deutschland sowie alle anderen Länder Europas.

Voraussetzung für die Einreise sind demnach ein negativer PCR-Test, der maximal 48 Stunden vor Abreise gemacht werden müsse, sowie ein internationaler Impfausweis. »Die Tourismusbranche wird sich dadurch erholen und so erheblich zum Lebensunterhalt der Menschen und zum Wirtschaftswachstum des Landes beitragen können«, betonte Nograles.

Das für seine schönen Landschaften, Vulkane und Traumstrände bekannte Land hat seine Grenzen seit März 2020 für internationale Feriengäste geschlossen. Die Philippinen mit etwa 110 Millionen Einwohnern waren lange eines der am schwersten von der Pandemie betroffenen Länder in der Region. Insgesamt wurden bislang fast 3,5 Millionen Fälle verzeichnet, mehr als 53.000 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19. Die zeitweise wegen der Omikron-Variante wieder stark gestiegenen Infektionszahlen sind aber zuletzt gesunken.

Neuer IMK-Chef Herrmann für differenzierten Blick auf Corona-Demonstranten

9.28 Uhr: Der neue Vorsitzende der Innenministerkonferenz (IMK), Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), hat einen differenzierten Blick auf die Teilnehmer von Protesten gegen die Coronapolitik gefordert. »Da muss man klar unterscheiden und darf nicht alle Protestierer in einen Topf werfen«, sagte Herrmann der »Neuen Osnabrücker Zeitung« von Freitag .

Solange jemand nur gegen Einschränkungen oder gegen ein Übermaß an Bürokratie und staatliche Regularien protestiere, sei das absolut zulässig. »Diejenigen sind nicht automatisch Extremisten oder Verfassungsfeinde.«

Es gebe aber auch Rechtsextremisten unter den Teilnehmern, von Bundesland zu Bundesland allerdings sehr verschieden, sagte Herrmann. Der Anteil sei in Sachsen, Thüringen oder Brandenburg höher, in Bayern schätze er ihn aber deutlich geringer ein. Diese Teilnehmer müsse der Staat im Auge halten – dies sei ihm als IMK-Vorsitzendem ein besonderes Anliegen: »Insbesondere werde ich mich für eine verstärkte Beobachtung extremistischer Bestrebungen der Szene starkmachen.«

Wegen der vielen unterschiedlichen Teilnehmer gehe er nicht davon aus, dass aus den Corona-Protesten eine Sammlungsbewegung unzufriedener Bürger entstehe. »Dafür ist die Protestszene politisch viel zu heterogen.« Es gehe »parteipolitisch kunterbunt durcheinander, vermischt mit Esoterikern und Verschwörungstheoretikern. Die werden sich nicht unter einem Dach zusammenfinden, weil ihre sonstigen Auffassungen viel zu unterschiedlich sind.«

Bayerns Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), ist neuer Vorsitzende der Innenministerkonferenz

Bayerns Innenminister, Joachim Herrmann (CSU), ist neuer Vorsitzende der Innenministerkonferenz

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

In der Nähe von Peking: Weitere chinesische Großstadt teilweise im Lockdown

9.20 Uhr: Eine Woche vor dem Start der Olympischen Winterspiele ist eine weitere chinesische Großstadt in der Nähe von Peking teilweise in den Lockdown gegangen. Etwa 1,2 Millionen Menschen aus der südlich der Hauptstadt gelegenen neuen Zone Xiong'an dürfen ihre Wohngebiete vorerst weder betreten noch verlassen. Das bestätigte ein Gesundheitsbeamter am Freitag der Nachrichtenagentur AFP.

Einschränkungen durch die Coronapandemie werden in China öffentlich angekündigt. In diesem Fall scheinen diese jedoch heimlich eingeführt worden zu sein, berichtet AFP. Der Lockdown wurde bereits am Dienstag verhängt, am selben Tag waren in einem der drei Kreise der Zone fünf neue positive Fälle gemeldet worden. Die Maßnahme soll etwa eine Woche gelten.

Die Wirtschaftszone Xiong'an, die etwa 100 km von Peking entfernt liegt, ist das Vorzeigeprojekt von Präsident Xi Jinping und wird derzeit noch ausgebaut. Sie soll ein Modell für Stadtentwicklung und eine »grüne Stadt« sein.

Streeck ruft zu Kontaktreduzierungen auf – Hoffnung auf Frühjahr

9.13 Uhr: Der Virologe Hendrik Streeck hat die Menschen angesichts der rasant wachsenden Corona-Infektionszahlen zur Vorsicht aufgerufen. Bei so hohen Zahlen sollte jeder noch einmal aufpassen und Kontakte beschränken, sagte Streeck heute im ZDF-»Morgenmagazin«. Auch Geimpfte und – in reduzierter Form – auch Geboosterte könnten das Virus übertragen. »Es geht wirklich darum, jetzt noch mal diese Zeit zu überbrücken, bis wir eine Trendumkehr haben.« Dann komme das Frühjahr mit sinkenden Fallzahlen. »Das wird ein guter Sommer wieder werden«, sagte das Mitglied des Expertenrats der Bundesregierung voraus.

Streeck riet jedem, sich impfen zu lassen. Man werde um eine Verbreitung des Virus nicht herumkommen. »Wir werden alle irgendwann mal Kontakt mit diesem Virus machen«, sagte der Virologe. Eine allgemeine Impfpflicht sieht Streeck aber »sehr skeptisch«. Es gebe auch andere Mittel, dem Virus beizukommen.

FDP-Fraktionschef Dürr für rasche Diskussion über Öffnungsperspektiven

6.56 Uhr: FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat eine rasche Diskussion über Öffnungsperspektiven in der Coronakrise angemahnt. »Wir müssen auf jeden Fall jetzt schon anfangen, über Öffnungsperspektiven zu sprechen«, sagte Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Freitag). »Bei Omikron ist anders als bei vorherigen Coronawellen nicht mehr die Inzidenz entscheidend, sondern die Frage, wie stark das Gesundheitssystem belastet ist.« Er forderte: »Wenn die Kliniken der Omikron-Welle gut standhalten, muss die nächste Ministerpräsidentenkonferenz auch Öffnungen empfehlen.« Dürr betonte: »Wenn Freiheitseingriffe nicht mehr notwendig sind, müssen wir sie umgehend zurücknehmen.«

Die Gesundheitsämter hatten zuletzt erstmals mehr als 200.000 Neuinfektionen an einem Tag gemeldet, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz überstieg die Marke von 1000. Wegen der rasanten Ausbreitung der Virusvariante Omikron stellen sich Kliniken auf zahlreiche neue Patienten ein – auch wenn Krankheitsverläufe mit Omikron meist eher milder ausfallen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, wollen am Freitag auf einer Pressekonferenz in Berlin über die aktuelle Lage informieren.

Finnland hebt einige Coronabeschränkungen vorzeitig auf

5.02 Uhr: Finnland will einige der Coronabeschränkungen wegen des nachlassenden Drucks auf das Gesundheitssystem vorzeitig aufheben. »Die Belastung der Krankenhäuser ist immer noch hoch, aber die schwersten Fälle gehen zurück, und auf den Intensivstationen ist eine Wende zum Besseren eingetreten«, schrieb Gesundheitsministerin Hanna Sarkkinen am Donnerstag auf Twitter. Ab dem 1. Februar werden die Beschränkungen für Veranstaltungen und Unternehmen deshalb gelockert.

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Wie im übrigen Europa hatten die Neuinfektionen in Finnland zuletzt deutlich angezogen. Vergangene Woche hatte die Regierung deshalb erst eine Reihe von Beschränkungen verlängert, darunter verkürzte Öffnungszeiten für Restaurants und Bars sowie Teilnehmer-Obergrenzen für öffentliche Versammlungen. Damals ging Regierungschefin Sanna Marin davon aus, dass die meisten Beschränkungen bis Mitte Februar in Kraft bleiben würden.

Doch ab Anfang des Monats dürfen Restaurants nun wieder bis 21 Uhr statt 18 Uhr geöffnet bleiben. Bars müssen hingegen weiterhin um 18 Uhr schließen. Auch für kulturelle und sportliche Veranstaltungen, die von den Behörden ein niedriges Ansteckungsrisiko bescheinigt bekommen, sollen Beschränkungen fallen.

Am Donnerstag meldete das finnische Institut für Gesundheit und Wohlfahrt rund 52.000 neue Covid-19-Fälle in der vergangenen Woche. In der Woche davor waren es noch 57.000. Seit Beginn der Pandemie wurden in Finnland 470.665 bestätigte Coronafälle und 1973 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus registriert. Die finnische Regierung folgt mit ihrer Ankündigung dem Nachbarland Dänemark, das zum 1. Februar nahezu alle Coronamaßnahmen beenden will.

RKI meldet 190.148 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 1073

4.14 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 190.148 Positiv-Tests binnen 24 Stunden. Das sind 49.988 Fälle mehr als am Freitag vor einer Woche, als 140.160 Neuinfektionen gemeldet wurden. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf einen neuen Höchstwert von 1073,0 verglichen mit 1017,4 am Vortag. 170 Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 117.484. Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 9,42 Millionen Coronatests positiv aus. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Ministerin will Verdienstausfall für Kontaktpersonen nur noch mit Booster

4.05 Uhr: Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens will nicht geboosterten Kontaktpersonen von Coronainfizierten keinen Verdienstausfall mehr zahlen. »Das muss kommen, und mir persönlich schwebt da der 1. März als Stichtag vor«, sagte die SPD-Politikerin der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ). Sie verwies darauf, dass Kontaktpersonen mit einer Auffrischungsimpfung eine Quarantäne vermeiden könnten. Behrens sagte, sie habe hierzu einen Austausch in der Gesundheitsministerkonferenz angeregt.

»In jedem Dorf bekommen Sie relativ schnell einen Impftermin. Vor diesem Hintergrund können wir es den Steuerzahlern, der Allgemeinheit also, aus meiner Sicht nicht länger zumuten, Zahlungen für Kontaktpersonen in Quarantäne zu schultern, obwohl diese mit einer Booster-Impfung hätten vermieden werden können«, sagte Behrens der Zeitung. Wer an Corona erkranke, solle aber weiterhin die Lohnfortzahlung bekommen – unabhängig vom Impfstatus.

Marokko gibt Luftraum ab 7. Februar wieder frei

4.02 Uhr: Marokko will seinen Luftraum ab dem 7. Februar wieder für internationale Flüge öffnen. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur MAP. Das Land hatte im November alle internationalen Passagierflüge verboten, weil es Bedenken wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gab.

Intensivmediziner warnen vor wieder ansteigenden Patientenzahlen

3.47 Uhr: Intensivmediziner haben vor steigenden Patientenzahlen durch die Omikron-Variante des Coronavirus gewarnt. Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, sagte der »Rheinischen Post«, dass er mit Blick auf die »sehr hohen Inzidenzen« damit rechne, dass »die generelle Zahl der Patienten doch wieder deutlich steigen kann und sicherlich auch wird«.

Die Zahl der Covid-Patienten auf den Normalstationen sei zudem »sehr, sehr hoch«, sagte Marx weiter. »Das zieht in der gesamten Klinik natürlich auch Kreise.« Eine Ansteckung mit der Omikron-Variante verlaufe zwar häufig milder als mit der Delta-Variante, aber: »Wir sprechen hier nicht von einem Schnupfen«, betonte Marx. »Es wird schwerwiegende Verläufe und auch Tote geben.«

Auch der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, erwartete eine steigende Zahl an Coronapatienten durch Omikron. »Mit zunehmendem Infektionsgeschehen werden zeitversetzt die Belegungszahlen im Krankenhaus steigen«, sagte er der »Rheinischen Post«. »Dass Normalstationen voll werden, erwarten wir hingegen nicht, da für diese gänzlich andere personelle und technische Bedingungen gelten als für die lange stark beanspruchten Intensivstationen.« Zum Problem könnten Gaß zufolge aber die Personalausfälle werden: »Mit zunehmender Patientenzahl und gleichzeitig zunehmenden Personalausfällen durch Infektionen kann die Situation wieder angespannt werden«, warnte er.

Australien genehmigt Booster-Impfung für 16- und 17-Jährige

3.35 Uhr: Die australische Arzneimittelbehörde Therapeutic Goods Administration (TGA) genehmigt Auffrischungsimpfungen für 16- und 17-Jährige, um besser gegen die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus gewappnet zu sein. Wie die TGA mitteilt, sei die Booster-Impfung mit dem Vakzin von Pfizer und Biontech für diese Altersgruppe zugelassen worden. Man schließe sich damit den USA, Israel und Großbritannien an.

Christian Dürr: Öffnungsperspektive bereits jetzt diskutieren

3.16 Uhr: FDP-Fraktionschef Christian Dürr hat eine rasche Diskussion über Öffnungsperspektiven in der Coronakrise angemahnt. »Wir müssen auf jeden Fall jetzt schon anfangen, über Öffnungsperspektiven zu sprechen«, sagte Dürr dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Christian Dürr

Christian Dürr

Foto: Kay Nietfeld / dpa

»Bei Omikron ist anders als bei vorherigen Coronawellen nicht mehr die Inzidenz entscheidend, sondern die Frage, wie stark das Gesundheitssystem belastet ist.« Er forderte: »Wenn die Kliniken der Omikron-Welle gut standhalten, muss die nächste Ministerpräsidentenkonferenz auch Öffnungen empfehlen.« Dürr sagte: »Wenn Freiheitseingriffe nicht mehr notwendig sind, müssen wir sie umgehend zurücknehmen.«

Thüringen will Coronaproteste erneut bei Innenministerkonferenz thematisieren

2.49 Uhr: Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) will das erste Treffen der Länder-Innenminister mit der neuen Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) am Freitag in Stuttgart nutzen, um über die Coronaproteste zu sprechen. Er werde das »Coronaleugner-Problem sehr eindringlich ansprechen«, sagte er den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). »Es ist wirklich besorgniserregend, was gerade hier in Ostdeutschland geschieht. Der Zulauf ist ungebrochen.«

Die Proteste beschäftigen die Innenminister, die sich am Freitag das erste Mal unter dem Vorsitz Bayerns treffen, schon seit Längerem. Vor allem aus Ostdeutschland werden fast jeden Montag Ausschreitungen bei den sogenannten »Spaziergängen« berichtet. Politikerinnen und Politiker, aber auch Journalisten und Wissenschaftler werden regelmäßig bedroht.

Schauspielerin Caroline Peters lobt Österreichs Coronapolitik

2.06 Uhr: Schauspielerin Caroline Peters findet die Coronapolitik in ihrer österreichischen Wahlheimat pragmatischer als in Deutschland. »Die handeln erst mal, und wenn's sich dann als schlecht erweist, ändern sie es und machen etwas anderes«, sagte die gebürtige Mainzerin der »Neuen Osnabrücker Zeitung« (NOZ).

Schauspielerin Caroline Peters

Schauspielerin Caroline Peters

Foto: Patrick Pleul / dpa

»In Deutschland muss alles perfekt sein, wenn man es macht – deshalb braucht es erst mal ein Jahr, bevor überhaupt etwas passiert«, ergänzte Peters, die als Ermittlerin der erfolgreichen ARD-Reihe »Mord mit Aussicht« einem breiten Publikum bekannt wurde. Sie ist auch Ensemblemitglied des renommierten Burgtheaters in Wien und lebt in der österreichischen Hauptstadt.

Als größte Auswirkung der Coronapandemie auf ihr eigenes Leben sieht Peters »das ununterbrochene Termin-Tetris« und erklärte dazu: »Permanent ist alles anders als geplant, ständig wird etwas verschoben, noch mal neu geplant und dann wieder verschoben und noch mal neu geplant. (...) Ich habe das Gefühl, dass ich seit zwei Jahren Tetris spiele und zwischendurch zur Entspannung meine Arbeit mache.«

US-Politikerin Palin isst nach positiven Coronatests in Restaurant

1.20 Uhr: Kurz nach mehreren positiven Coronatests ist US-Politikerin Sarah Palin in einem New Yorker Restaurant gesichtet worden. Wie mehrere US-Medien am Donnerstag übereinstimmend berichteten, verstieß sie damit gegen die Coronaregeln in der US-Ostküstenmetropole.

US-Politikerin Sarah Palin

US-Politikerin Sarah Palin

Foto: Brynn Anderson / AP

Palin saß zwar am Mittwoch im Außenbereich des Restaurants in der noblen Upper East Side, müsste sich aber eigentlich von anderen Menschen isolieren. Lesen Sie hier die vollständige Meldung.

Anstieg der Steuereinnahmen nach Coronatief 2020

0.35 Uhr: Die Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden sind nach dem Coronatief 2020 im vergangenen Jahr wieder deutlich gestiegen. Insgesamt nahm der Staat laut Finanzministerium 761 Milliarden Euro an Steuern ein. Das sind 11,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit kamen trotz anhaltender Pandemie auch etwas mehr Steuereinnahmen rein als im Vorkrisenjahr 2019 (735,9 Milliarden).

2020 hatte die Coronapandemie zu einem deutlichen Einbruch der Wirtschaftsleistung und damit auch der Steuereinnahmen geführt, im Frühjahr 2021 setzte laut Finanzministerium aber eine spürbare wirtschaftliche Erholung ein. Vor allem die Einnahmen aus Gemeinschaftsteuern, also etwa Lohn- und Einkommensteuer sowie Umsatzsteuer, stiegen daraufhin wieder deutlich um mehr als 80 Prozent.

cop/jso/mfh/col/AFP/dpa/Reuters/sid