Corona-News am Freitag Diskobetreiber in NRW scheitert mit Eilantrag gegen PCR-Testpflicht

Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss in Klubs in NRW einen negativen PCR-Test vorlegen. Ein Diskobetreiber wollte dagegen vorgehen. Und: Auch Bremen zahlt für Ungeimpfte in Quarantäne keine Entschädigung mehr. Der Überblick am 10. September.
Tanzende Besucher im Klub (Symbolbild)

Tanzende Besucher im Klub (Symbolbild)

Foto: Philipp von Ditfurth / dpa

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+++ Diskobetreiber in NRW scheitert mit Eilantrag gegen PCR-Testpflicht +++

18.26 Uhr: Ein Diskothekenbetreiber aus Hagen ist mit einem Eilantrag gegen die schärferen Zugangsregeln für Ungeimpfte in Klubs vor dem Oberverwaltungsgericht gescheitert. Laut der beklagten Coronaschutzverordnung dürfen nicht immunisierte Personen bei einer Inzidenz von 35 oder darüber eine Diskothek nur aufsuchen, wenn sie über einen aktuellen negativen PCR-Test verfügen.

Wie das Gericht am Freitag in Münster mitteilte, hatte der Betreiber unter anderem geltend gemacht, dass die Kosten und der höhere Planungsaufwand eines PCR-Tests etwa 30 Prozent der potenziellen Gäste vom Besuch der Diskothek abhalten würden. Auch sei ein PCR-Test nicht erforderlich, da ein Antigen-Schnelltest ausreichend Sicherheit biete.

Dem folgte das Oberverwaltungsgericht nicht. Eine PCR-Testpflicht für nicht immunisierte Besucher von Diskotheken verletze deren Betreiber nicht in ihren Rechten. In Diskotheken herrschten besonders infektionsbegünstigende Bedingungen. In geschlossenen Räumen sei bei lauter Musik zumindest lautes Sprechen unabdingbar. Im Bereich der Tanzflächen sowie aufgrund einer alkoholbedingt enthemmten Grundstimmung könne die Wahrung des Mindestabstands nicht sichergestellt werden. Die Pflicht zur Vorlage eines gegenüber Schnelltests empfindlicheren PCR-Tests sei daher voraussichtlich verhältnismäßig. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Die beklagte Verordnung läuft am Freitag aus. Ab Samstag gilt in Nordrhein-Westfalen eine neue Coronaschutzverordnung, in der die 35er-Inzidenz keine Rolle mehr spielt. Allerdings bleibt die 3G-Regel bestehen. Unverändert aus der alten Fassung übernommen wurde dabei auch die Regelung, dass in »Klubs, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen« ein PCR-Test erforderlich ist.

Weiterer Corona-Fall bei Hannover 96

18.40 Uhr: Fußball-Zweitligist Hannover 96 verzeichnet vor dem Heimspiel gegen den FC St. Pauli einen weiteren Corona-Fall. Offensivspieler Valmir Sulejmani (25) sei positiv auf das Virus getestet worden und habe sich umgehend in häusliche Isolation begeben, teilte der Verein mit. Ein Zusammenhang mit der Infektion von Neuzugang Tom Trybull (28) bestehe aber nicht, hieß es weiter. Da alle weiteren Coronatests bei Spielern, Trainern und Betreuern am Freitag negativ ausgefallen seien, stehe dem Heimspiel gegen St. Pauli am Samstag nichts im Wege.

Bremen zahlt für Ungeimpfte keine Entschädigung mehr für Quarantäne

18.27 Uhr: Ungeimpfte sollen in Bremen von Oktober an keine staatliche Entschädigung mehr für einen Verdienstausfall bekommen, wenn sie wegen eines Coronaausbruchs in Quarantäne müssen. »Die Rechtslage hierzu ist eindeutig«, sagte Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) mit Verweis auf das Infektionsschutzgesetz. Demnach haben Menschen, die eine Quarantäne durch Impfung hätten vermeiden können, keinen Anspruch auf Entschädigung bei Verdienstausfall.

»Inzwischen gibt es in Bremen ausreichend Möglichkeiten, sich impfen zu lassen«, so der Senator. »Alle über 18-Jährigen können problemlos ohne Termin eine Impfung erhalten. Kein volljähriger Bremer kann ab 1. Oktober noch behaupten, keine Chance gehabt zu haben, sich impfen zu lassen.« Wer sich ohne medizinischen Grund gegen eine Coronaimpfung entscheide, werde keine Entschädigung aus Steuermitteln mehr erhalten.

Bremens Senatssprecher verwies darauf, dass es Unternehmen frei steht, Verdienstausfälle weiter auch für Ungeimpfte zu zahlen. Von Oktober an könnten Unternehmen das Geld aber nicht mehr vom Staat zurückbekommen. Bislang zahlt der Arbeitgeber die Entschädigung und erhält sie auf Antrag von der zuständigen Behörde zurück.

Tausende protestieren in Litauen gegen Corona-Gesundheitspass

17.10 Uhr: Tausende Menschen haben in der litauischen Hauptstadt Vilnius gegen einen von der Regierung eingeführten Corona-Gesundheitspass demonstriert. In dem baltischen EU-Land muss ab Montag jeder beim Besuch von Einkaufszentren, Restaurants und Schönheitssalons mit einem sogenannten »Chancen-Pass« nachweisen, dass er vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist. »Ich bin nicht grundsätzlich gegen Impfungen, aber es muss möglich sein, dass man selbst entscheiden kann, und nicht Bedingungen geschaffen werden, unter denen man einfach geimpft sein muss«, sagte eine 56-jährige Demonstrantin. Polizeiangaben zufolge waren fast 5000 Demonstranten bei der Protestaktion im Stadtzentrum, zwei Menschen wurden festgenommen. Ein 51-jähriger Geschäftsmann bezeichnete die Entscheidung der Mitte-Rechts-Regierung als »diktatorisch«.

Toyota senkt wegen Pandemie das Produktionsziel

15.30 Uhr: Toyota kappt wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Vietnam und Malaysia sein Produktionsziel um 300.000 Fahrzeuge. Statt 9,3 Millionen erwartet der Konzern in seinem bis März laufenden Geschäftsjahr nur neun Millionen Fahrzeuge. Als Grund nannte der weltgrößte Autobauer am Freitag Einschränkungen in den beiden südasiatischen Ländern bei der Bekämpfung der Pandemie, die zu Produktionsausfällen in der Teilefertigung führten. »Es ist eine Kombination aus dem Coronavirus und Halbleitern, aber im Moment ist es das Coronavirus, das die überwältigenden Auswirkungen hat«, sagte ein Toyota-Manager. Die Chipkrise zwingt Autobauer weltweit immer wieder, die Produktion zurückzufahren. Toyota war lange vergleichsweise gut durch die Chipkrise gekommen, weil der Konzern Schlüsselbauteile anders bevorratet als Konkurrenten.

Neukaledonien meldet ersten Corona-Toten

15.10 Uhr: Während etwa die USA bereits Hunderttausende Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert haben, hat es in Neukaledonien nun offiziell den ersten Corona-Toten gegeben. Wie die Regierung des französischen Überseegebiets im Pazifik mitteilte, hatte das 75-jährige Todesopfer zuvor mehrere Tage im Krankenhaus gelegen. Regierungschef Louis Mapou warnte, die Inselgruppe, die von der Pandemie zunächst weitgehend verschont geblieben war, sei mit einer »noch nie dagewesenen Krise« konfrontiert. Seit am Montag mehrere Infektionsfälle festgestellt wurden, gilt auf den Inseln ein strikter Lockdown. Mapou forderte die Bevölkerung auf, sich impfen zu lassen.

Experte: Kinder-Impfung vor allem für Risikopatienten wichtig

13.24 Uhr: Von einer Corona-Impfung für Jungen und Mädchen unter zwölf Jahren können nach Ansicht von Jörg Dötsch vor allem besonders gefährdete Patienten profitieren. »Auch in der Altersgruppe der Fünf- bis Elfjährigen gibt es natürlich Risikogruppen, deren Gesundheit und Teilhabe am sozialen Leben deutlich verbessert wird, wenn es ein Impfangebot gibt«, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin am Freitag. Als Beispiele nannte er Kinder mit einer schweren chronischen Erkrankung oder einem geschwächten Immunsystem.

»Mich erreichen immer wieder Anrufe und E-Mails verzweifelter Eltern, die sich zum Teil seit Beginn der Pandemie nicht mehr trauen, mit ihren Kindern auszugehen, und inzwischen die Geduld fast verloren haben«, berichtete Dötsch. Er könne sich vorstellen, dass sich die Ständige Impfkommission (Stiko) nach einer Zulassung des Impfstoffs – wenn die Abläufe ähnlich sind wie bei den 12- bis 17-Jährigen – erst einmal um die Risikopatienten kümmern wird. Die Stiko werde das Risiko, dass der Impfstoff eventuell noch unerwartete Nebenwirkungen hätte, gegen den Nutzen des Impfschutzes abwägen müssen. Für alle anderen Kindern werde die Kommission vermutlich noch weitere Daten abwarten, bis sie den Impfstoff empfehle.

Schulleiter in Sachsen wegen Impfaktionen bedroht

12.30 Uhr: Vor den geplanten freiwilligen Impfangeboten an Sachsens Schulen sehen sich Schulleiter und Lehrer mit Drohungen konfrontiert. Das sei punktuell aus mehreren Regionen Sachsens gemeldet worden, sagte der Sprecher des Landesamtes für Schule und Bildung, Roman Schulz. Solche Schreiben würden teils sogar an deren Privatadressen geschickt. »Das ist absolut inakzeptabel.« Zuvor hatte die »Freie Presse« berichtet, dass Impfgegner Schulleiter mit Strafanzeigen wegen Körperverletzungen gedroht und Kundgebungen vor Schulen angekündigt hätten.

Der Sprecher des Kultusministeriums, Dirk Reelfs, sagte, dass die Impfungen in der kommenden Woche beginnen sollen. Das Angebot richtet sich an Mädchen und Jungen ab zwölf Jahren. Sie werden für die Impfung vom Unterricht freigestellt. Vor allem in den ländlichen Regionen ist der Einsatz von mobilen Impfteams des Deutschen Roten Kreuzes an ausgewählten Stützpunktschulen geplant. Melden sich an einer Schule etwa 80 Impfwillige, sind bei entsprechenden Kapazitäten der mobilen Impfteams auch Impfungen an der jeweiligen Schule möglich.

Jens Spahn freut sich über Fortschritte auf dem Weg zu einer Corona-Impfung von Kindern unter zwölf Jahren

12.00 Uhr: »Die Zulassung würde es ermöglichen, auch jüngere Kinder besser zu schützen«: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) freut sich über Fortschritte auf dem Weg zu einer Corona-Impfung von Kindern unter zwölf Jahren. »Das ist eine gute Nachricht«, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Bundesrat beschließt Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz

11.24 Uhr: Die Corona-Maßnahmen sollen sich künftig vor allem an der Zahl der Krankenhausaufnahmen wegen Covid-19 orientieren. Zudem sollen Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher und Beschäftigte in Pflegeheimen vom Arbeitgeber gefragt werden dürfen, ob sie geimpft sind oder nicht. Die entsprechenden Neuregelungen im Infektionsschutzgesetz beschloss am Freitag auch der Bundesrat, nachdem in dieser Woche bereits der Bundestag zugestimmt hatte. Die Änderungen sollen zügig in Kraft treten, sobald sie nach Unterzeichnung durch den Bundespräsidenten im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurden.

Proteste gegen Strafen für Impfverweigerer in Thessaloniki

10.45 Uhr: Hunderte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Gesundheitswesens in Griechenland haben am Freitag in der Hafenstadt Thessaloniki gegen Strafen für Impfverweigerer in ihrem Sektor demonstriert. »Keine Strafen, keine Impfpflicht«, skandierten die Demonstranten, wie im Staatsfernsehen zu sehen war.

Am 1. September war eine von der bürgerlichen Regierung festgelegte Frist für das Krankenhauspersonal abgelaufen, sich gegen Corona zu impfen. Seitdem sind nach Angaben des griechischen Gesundheitsministeriums gut 5300 Beschäftigte von Krankenhäusern vom Dienst suspendiert worden. Das entspreche in etwa sechs Prozent der im Gesundheitssektor Beschäftigten, sagte eine Sprecherin der Gesundheitsbehörde. Die Impfverweigerer bekommen damit auch keinen Lohn mehr und können erst nach einer Impfung an ihren Arbeitsplatz zurückkehren.

Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Schwangere und Stillende

10.41 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt eine Corona-Impfung nun auch für Schwangere und Stillende. Laut einem Beschlussentwurf der Stiko sollten sich bisher ungeimpfte Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel sowie Stillende mit zwei Dosen eines mRNA-Impfstoffs schützen, wie das Robert Koch-Institut am Freitag in Berlin mitteilte. Bisher hatte die Stiko die generelle Impfung in der Schwangerschaft nicht empfohlen.

Fast jeder vierte Jugendliche in Deutschland vollständig geimpft

10.25 Uhr: Etwa ein Viertel der 12 bis 17 Jahre alten Jugendlichen sind bislang vollständig geimpft. Mindestens eine Impfung haben 35,9 Prozent in dieser Altersgruppe bekommen. Das geht aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums vom Freitag hervor. »Die empfohlene Impfung schützt in jedem Alter«, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter. Quer durch die Bevölkerung hatten bislang 61,9 Prozent oder rund 51,47 Millionen Menschen den vollständigen Impfschutz. Mindestens eine Impfung erhielten 66,3 Prozent oder etwa 55,14 Millionen Einwohner.

Die höchste Quote vollständig Geimpfter hat Bremen (72,2 Prozent), gefolgt vom Saarland (68,5 Prozent) und Schleswig-Holstein (66,6 Prozent). Teilweise Quoten von weit unter 60 Prozent haben vier Bundesländer: Schlusslicht war Sachsen mit 52,8 Prozent, davor liegen Brandenburg (56,4 Prozent), Thüringen (56,8 Prozent) sowie Sachsen-Anhalt (58,9 Prozent).

AstraZeneca-Entwicklerin rät von massenhafter Auffrischungsimpfung ab

10.12 Uhr: Die leitende Wissenschaftlerin bei der Entwicklung des AstraZeneca-Impfstoffs hat sich gegen flächendeckende Auffrischungsimpfungen in Großbritannien ausgesprochen. Stattdessen solle Impfstoff an Länder mit niedrigeren Impfraten abgegeben werden, sagte Sarah Gilbert von der Universität Oxford der Zeitung »Daily Telegraph« (Freitagsausgabe). Sinnvoll sei eine Auffrischungsimpfung bei älteren Menschen und solchen mit unterdrücktem Immunsystem. Bei der Mehrheit halte die Schutzwirkung des Impfstoffs aber gut an, so Gilbert weiter.

In Deutschland bekommen Pflegebedürftige, über 80-Jährige und Menschen mit Immunschwäche zum Teil schon eine dritte Impfung angeboten. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission dazu steht noch aus.

Biontech-Gründer rechnen mit Impfstoff für Fünf- bis Elfjährige in wenigen Wochen

9.08 Uhr: Bereits ab Mitte Oktober könnten in Deutschland die ersten Kinder unter zwölf Jahren mit dem Impfstoff von Biontech geimpft werden. »Wir werden schon in den kommenden Wochen weltweit den Behörden die Ergebnisse aus unserer Studie zu den Fünf- bis Elfjährigen vorlegen und eine Zulassung des Impfstoffes für diese Altersgruppe beantragen, auch hier in Europa«, sagte die Biontech-Chefmedizinerin Özlem Türeci dem SPIEGEL. »Wir bereiten bereits die Produktion vor. Der Impfstoff ist derselbe, aber weniger hoch dosiert, und es muss weniger abgefüllt werden.«

UKE-Mediziner: Fast alle Corona-Intensivpatienten ungeimpft

8.49 Uhr: Intensivmediziner am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) sind wegen der hohen Anzahl der ungeimpften Corona-Intensivpatienten auf der Station frustriert. »Uns zermürbt, dass eigentlich alle Intensivpatienten momentan ungeimpft sind«, sagte der Direktor der Klinik für Intensivmedizin am UKE, Stefan Kluge, der »Hamburger Morgenpost«.

Fast alle von ihnen seien zudem Menschen mit Risikofaktoren und entweder übergewichtig, hätten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, seien schwanger oder schon älter. »Das Personal ist ein Stück weit frustriert, weil sich jeder mit einer Impfung gegen schwere Corona-Verläufe schützen könnte.«

Bayerns Gesundheitsminister: Kein Ausgleich für Lohnausfall bei Ungeimpften

7.35 Uhr: Ungeimpfte sollen aus Sicht von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) keinen Anspruch mehr auf eine Entschädigung haben, wenn sie in Quarantäne müssen. »Wenn die Impfung zumutbar ist und nicht gesundheitliche Gründe dagegen sprechen, dann gibt es irgendwann auch keinen Grund mehr, dass diese Verdienstausfallsentschädigung letztlich vom Steuerzahler wieder gezahlt wird«, sagte er am Donnerstagabend in der Sendung »Maybrit Illner« im ZDF. In Bayern seien das insgesamt bislang schon 83 Millionen Euro gewesen.

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Nach dem Infektionsschutzgesetz sei das derzeit rechtlich schon möglich, betonte er. Nicht nur in Bayern wird darüber diskutiert, Nicht-Geimpften Verdienstausfälle, nicht mehr vom Staat aus auszugleichen, die wegen Quarantäne entstehen.

Baden-Württemberg hatte dies bereits angekündigt – und laut Gesundheitsministerium sei davon auszugehen, dass bis 15. September jeder eine Impfmöglichkeit gehabt haben werde. In Rheinland-Pfalz soll dies zum 1. Oktober umgesetzt werden, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte.

Wenn jemand sich nicht gegen eine Corona-Infektion impfen lassen wolle, dürfe das »nicht zulasten der Gesellschaft gehen«, sagte Holetschek im ZDF.

Handel und Gastgewerbe kritisieren 2G-Regel in Baden-Württemberg

06.43 Uhr: Die neue 2G-Regel der baden-württembergischen Landesregierung stößt bei Handel und Gaststättenverband auf Kritik. »Der Ausschluss von ungeimpften Personen und die damit verbundenen Kontrollen von Geimpften und Genesenen würden dem ohnehin schon angeschlagenen stationären Einzelhandel vielerorts den Todesstoß versetzen«, sagte Hauptgeschäftsführerin Sabine Hagmann der »Welt«. Der Handel könne die Kontrollaufgaben »weder personell noch finanziell leisten«, sagt Hagmann. »Vor den Geschäften werden sich lange Schlangen bilden, die Kundinnen und Kunden von einem Besuch im stationären Einzelhandel abschrecken und in die Arme der Onlinehändler treiben.«

Auch der Hotel- und Gaststättenverband geht auf Distanz. »Zugangsbeschränkungen für Ungeimpfte bedeuten immer wirtschaftliche Verluste für das Gastgewerbe, weil sie das Gästepotenzial verkleinern und auch Gruppen, in denen sich Ungeimpfte befinden, vom Besuch der Betriebe abhalten«, sagt ein Sprecher.

Dänemark beendet Coronabeschränkungen

06.20 Uhr: In Dänemark fallen an diesem Freitag die letzten Coronabeschränkungen. So muss beispielsweise niemand mehr bei bestimmten Großveranstaltungen wie Begegnungen in der obersten dänischen Fußballliga einen Corona-Pass vorzeigen. Der Nachweis, dass man geimpft, genesen oder negativ getestet worden ist, entfällt auch in den gerade erst wieder eröffneten Diskotheken. Covid-19 wird nun nicht mehr länger als »gesellschaftskritische Krankheit« eingestuft.

Die Maskenpflicht und andere Corona-Beschränkungen wurden in Dänemark bereits in den vergangenen Wochen und Monaten nach und nach zurückgefahren. Zuletzt durfte zu Monatsbeginn auch das Nachtleben nach anderthalb Jahren wieder öffnen, allerdings zunächst mit der Anforderung, per Corona-Pass auf dem Smartphone Test, Impfung oder Genesung vorzeigen zu können. Ein Grund für die endgültige Lockerung sind die hohen Impfzahlen, mehr als 83 Prozent aller Menschen in Dänemark über zwölf Jahren sind vollständig geimpft.

Bei der Einreise aus dem Ausland gelten je nach Herkunftsland oder -region jedoch weiterhin gewisse Einschränkungen: Deutsche Reisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen sich zum Beispiel nach der Einreise auf Corona testen lassen. Das an Dänemark grenzende Schleswig-Holstein ist davon nicht betroffen.

12.969 Neuinfektionen – Inzidenz steigt leicht auf 83,8

05.49 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Coronaneuinfektionen ist wieder etwas angestiegen: Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitagmorgen lag sie bei 83,8 – am Vortag hatte der Wert bei 83,5 gelegen, vor einer Woche bei 80,2. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 12.969 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert bei 14.251 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 55 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 45 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4.059.081 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Donnerstag mit 1,89 an (Vortag 1,79). Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.810.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.553.

USA: Untersuchungen gegen 18 Fluggesellschaften wegen verzögerter Rückerstattungen

03.36 Uhr: Das Verkehrsministerium der USA sagte am Donnerstag, dass derzeit Untersuchungen gegen 18 Fluggesellschaften liefen, darunter Air Canada und United Airlines. Der Grund seien Beschwerden wegen verspäteter Ticket-Erstattungen während der Coronapandemie. In einem Bericht teilte das Ministerium mit, dass es außerdem weitere 30.100 Beschwerden prüfe.

Biden greift Anti-Impf-Bewegung an

US-Präsident Joe Biden

US-Präsident Joe Biden

Foto: Manuel Balce Ceneta / AP

02.55 Uhr: US-Präsident Joe Biden kündigt eine Corona-Impfpflicht für viele Regierungsmitarbeiter an. Außerdem sollen Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ihre Angestellten zur Impfung anhalten oder sie wöchentlich testen lassen. Die neuen Maßnahmen, die Biden im Weißen Haus erläuterte, werden für etwa zwei Drittel aller US-Beschäftigten gelten.

»Wir waren geduldig«, sagt Biden zu den zehn Millionen Amerikanern, die sich bisher nicht gegen den Virus impfen lassen wollten. »Aber unsere Geduld ist am Ende.«

Eine ausführliche Analyse unseres US-Korrespondenten Roland Nelles finden Sie hier.

Los Angeles macht Impfung an öffentlichen Schulen verpflichtend

02.10 Uhr: Schüler an öffentlichen Schulen in Los Angeles müssen ab nächstem Jahr gegen das Coronavirus geimpft sein. Das beschloss der Schulverband LAUSD der US-Metropole am Donnerstag. »Der Impfstoff ist sicher, wirksam und der beste Weg, um unsere Schüler vor dem Virus zu schützen«, erklärte die LAUSD-Vorsitzende Kelly Gonez auf Twitter. »Wir werden daran arbeiten, dass die Familien in den kommenden Wochen zuverlässige medizinische Informationen erhalten.«

Um weiterhin am Präsenzunterricht teilnehmen zu können, müssen die Schüler demnach bis spätestens zum 21. November ihre erste Impfung erhalten. Bis zum 10. Januar müssen sie dann vollständig geimpft sein. Kinder, die im Laufe des Schuljahres zwölf Jahre alt werden, haben anschließend 30 Tage Zeit, um die erste Impfung zu erhalten.

Der LAUSD schreibt bereits regelmäßige Tests für Kinder vor, und auf dem Schulgelände sind Masken vorgeschrieben, sowohl drinnen als auch draußen. Das Personal muss ohnehin bereits geimpft sein. Mit rund 600.000 Schülern an von dem Verband verwalteten Schulen ist der LAUSD der zweitgrößte Schulverband der USA.

Pandemie: Mehr Jüngere als Ältere auf Intensivstationen

Intensivpfleger kümmert sich um Covid-Patienten (Symbolbild)

Intensivpfleger kümmert sich um Covid-Patienten (Symbolbild)

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

01.23 Uhr: Die unzureichenden Impfquoten bei jüngeren Erwachsenen in der Coronapandemie spiegeln sich nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI) auch auf Deutschlands Intensivstationen wider: Unter den dort behandelten Menschen seien von Mitte August bis Anfang September mehr 18- bis 59-Jährige gewesen als Menschen über 60, hieß es in dem am Donnerstagabend veröffentlichten RKI-Wochenbericht. Das könne als Effekt der Impfkampagne und der bislang noch unzureichend hohen Quoten bei den 18- bis 59-Jährigen interpretiert werden.

Auf den Intensivstationen wuchs der Anteil an Covid-Patienten insgesamt wieder. Mit knapp 1400 Kranken entspreche der Anstieg 22 Prozent im Vergleich zur Vorwoche, hieß es in dem Bericht. Höchstwerte hatte es hier um die Weihnachtszeit mit rund 5760 Intensivpatienten gegeben.

Impfdurchbrüche als Grund für eine Klinikeinweisung sind laut RKI bisher sehr selten. Das Institut appelliert deshalb weiter an die Bundesbürger, sich sowohl zum eigenen Schutz als auch zum Schutz anderer gegen Covid-19 immunisieren zu lassen. Geschützt werden müssen dabei auch Kinder unter 12, die sich noch nicht impfen lassen können.

Reisevorschriften: USA verdoppeln Strafen für Maskenverweigerer

00.45 Uhr: Die US-Regierung verdoppelt die Bußgelder für Maskenverweigerer in Flughäfen, Bahnhöfen sowie beim Reisen in Flugzeugen, Zügen und Bussen. Ein erstmaliger Verstoß gegen die Maskenpflicht kann ab Freitag mit einem Bußgeld von 500 bis 1000 US-Dollar (420 bis 840 Euro) geahndet werden, wie das Heimatschutzministerium mitteilte. Wiederholungstäter müssten nun mit Bußgeldern von 1000 bis 3000 US-Dollar rechnen.

Die Regel gilt vor allem für Reisen zwischen Bundesstaaten, die unter die Aufsicht der Transportsicherheitsbehörde (TSA) fallen. Die TSA hatte die Vorschrift zur Maskenpflicht im Reiseverkehr jüngst bis Mitte Januar kommenden Jahres verlängert. US-Präsident Joe Biden kündigte die Verdoppelung der Bußgelder als Teil einer Reihe von Maßnahmen am Donnerstag (Ortszeit) im Weißen Haus an, um die Pandemie einzudämmen.

Heimatschutzminister Alejandro Mayorkas erklärte: »Das Tragen einer Maske schützt die Reisenden und alle Bediensteten, die das Reisen sicher, sorgenfrei und bequem machen.« Die Maskenpflicht werde durchgesetzt werden, so lange dies nötig sei.

Italien weitet Corona-Nachweispflicht aus

00.01 Uhr: Italiens Regierung hat die Corona-Nachweispflicht im Bildungs- und Pflegebereich ausgeweitet. Wer Einrichtungen im nationalen Bildungssystem betreten will, muss nachweislich gegen Covid-19 geimpft oder davon genesen sein beziehungsweise einen negativen Test vorweisen können, wie die Regierung am späten Donnerstagabend mitteilte. In Italien werden diese Nachweise unter dem Begriff »Green Pass« (Grüner Pass) zusammengefasst. Die Regelung gilt damit für Schulen, aber auch Einrichtungen, in denen zum Beispiel Abend- oder Weiterbildungskurse abgehalten werden.

Die Regierung hatte die »Green Pass«-Pflicht bereits für die Lehrer zum im September beginnenden Schuljahr eingeführt. Nun sind alle, also auch externe Arbeitskräfte, davon eingenommen, die zum Beispiel in der Schulkantine tätig sind oder in den Einrichtungen sauber machen.

Wer diesen Nachweis nicht hat, kann damit nicht zur Arbeit kommen. Von der Regelung ausgenommen sind die Schüler. An den Universitäten brauchen dagegen alle den Nachweis. Für die Kontrollen ist immer die Leitung der jeweiligen Einrichtung zuständig, wie weiter aus der Mitteilung hervorging.

Das Kabinett von Ministerpräsident Mario Draghi einigte sich auch darauf, ab dem 10. Oktober den »Green Pass« für das Personal in Alten- und Pflegeheimen vorzuschreiben. Sowohl im Bildungs- als auch im Pflegebereich gelten die Maßnahmen zunächst bis Ende des Jahres, teilte die Regierung weiter mit. Ausgenommen sind Menschen, die nachweislich nicht geimpft werden können.

kha/nck/jok/apr/kfr/dpa/AFP/Reuters
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