News-Update am Mittwoch Johnson kündigt Impfungen für nächste Woche an

Nach der Notzulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfiizer in Großbritannien sollen dort binnen Tagen 800.000 Dosen zur Verfügung stehen. Deutschlands Gesundheitsminister Spahn warnte vor einem Wettlauf. Der Überblick am 2. Dezember.
Premierminister Boris Johnson

Premierminister Boris Johnson

Foto: JOHN SIBLEY / AFP

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Johnson kündigt Impfungen für nächste Woche an

22.20 Uhr: Als erstes Land hat Großbritannien den Corona-Impfstoff des Mainzer Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer zugelassen. Bereits in wenigen Tagen sollen die ersten Menschen in dem Land geimpft werden. Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel erteilte am Mittwoch die Zulassung für den Impfstoff. Man erwarte den Einsatz »mehrerer Millionen Dosen« bis zum Ende des Jahres, sagte Premier Boris Johnson.

Bei einer Pressekonferenz im Regierungssitz Downing Street lobte Johnson den Einsatz der beteiligten Wissenschaftler. Diese seien dem Virus mit »biologischem Jiu Jitsu« zu Leibe gerückt, schwärmte der britische Regierungschef. Wie bei der sanften asiatischen Kampfkunst, bei der die Kraft des Gegners ausgenutzt wird, hätten sie das Virus mit dessen eigener Kraft bekämpft. Bereits kommende Woche sollen die ersten 800 000 Dosen des Impfstoff BNT162b2 im Land zur Verfügung stehen.

»Wir erwarten, den Impfstoff in den nächsten paar Tagen nach Großbritannien ausliefern zu können«, bestätigte Biontech-Mitgründerin Özlem Türeci auf einer Pressekonferenz in Mainz. Die Unternehmen haben mit Großbritannien eine Lieferung von insgesamt 40 Millionen Impfstoffdosen für Dezember und im kommenden Jahr getroffen. »Die erste Notfallzulassung für einen Covid-19-Impfstoff ist ein bahnbrechender wissenschaftlicher Meilenstein«, hieß es von den Unternehmen.

Für die EU will die Europäische Arzneimittel-Agentur Ema noch im Dezember über eine Zulassungsempfehlung für den Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer entscheiden. Bis 29. Dezember soll ein Ergebnis der Prüfung vorliegen, hieß es von der Agentur. »Aber diese Zeitpläne könnten sich im Laufe des Bewertungsverfahrens ändern«, sagte Ema-Chefin Emer Cooke. Deutschland und die EU haben bereits einen Rahmenvertrag über den Kauf von bis zu 300 Millionen Dosen des Impfstoffs abgeschlossen.

Die schnellere Zulassung in Großbritannien sei durch den Brexit möglich gewesen, betonte Gesundheitsminister Hancock. »Wir waren in der Lage, eine Entscheidung zu treffen dank der britischen Aufsichtsbehörde, einer Weltklasse-Behörde, und mussten nicht das Tempo der Europäer gehen, die sich ein bisschen langsamer bewegen«, sagte er dem Sender Times Radio. Die Sicherheitschecks seien alle durchgeführt und die gleichen Prozesse durchlaufen worden. Die britische Zulassungsbehörde wies jedoch darauf hin, die Zulassung sei nach EU-Bestimmungen getroffen worden, nach denen sich London bis zum Ende der Brexit-Übergangsphase weiter richten müsse.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte nach einer Konferenz mit seinen EU-Kollegen, es gehe bei den Impfstoffen nicht darum, »irgendwie Erster zu sein«. Entscheidend sei, sichere und wirksame Impfstoffe zu bekommen, was für das Vertrauen wichtig sei. Er bekräftigte, dass die EU bewusst eine gemeinsame Beschaffung von Impfstoffen für alle 27 Mitgliedstaaten vorbereite. Dies sei im Sinne europäischer Solidarität wichtig. Zudem setze man nicht nur »auf ein Pferd«, sondern parallel auf mehrere Impfstoffkandidaten.

Neue Corona-Regeln für Frankreichs Gotteshäuser

23.28 Uhr: Nach einem Urteil des obersten Verwaltungsgerichts hat die französische Regierung fristgemäß neue Corona-Regeln für religiöse Veranstaltungen erlassen.

  • Zwischen Gläubigen oder Familien müssten jeweils zwei Sitze freibleiben.

  • Eine von zwei Stuhlreihen dürfe nicht belegt werden.

Das teilte das Innenministerium in Paris mit. Die katholische Bischofskonferenz bezeichnete die neuen Regeln als anwendbar.

Der Staatsrat hatte am Wochenende die coronabedingte Höchstzahl von 30 Gläubigen bei einer religiösen Zeremonie gekippt. Das Gericht setzte der Regierung eine Frist von drei Tagen, um die Vorgabe zu überarbeiten. Am 15. Dezember steht in Frankreich eine neue Etappe bei der generellen Lockerung der Corona-Maßnahmen an.

USA wollen bis Ende Februar 100 Millionen Menschen impfen

22.50 Uhr: Die US-Regierung will bis Ende Februar 100 Millionen Menschen gegen das Coronavirus impfen. »Zwischen Mitte Dezember und Ende Februar werden wir potenziell 100 Millionen Menschen immunisiert haben«, sagte Regierungsberater Moncef Slauoi. Das entspricht rund 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung der USA. Zunächst würden Risikogruppen wie Senioren und medizinisches Personal geimpft, sagte Slauoi. In den USA haben die Mainzer Biotechnologiefirma Biontech gemeinsam mit dem US-Pharmariesen Pfizer sowie das US-Unternehmen Moderna Anträge für Notfallzulassungen für ihre Impfstoffe gestellt. Eine Zulassung könnte in den kommenden Wochen erfolgen.

Noch im Dezember könnten dann 20 Millionen Menschen mit einem der beiden Impfstoffe geimpft werden, sagte Slauoi, der oberste Berater der Operation Warp Speed, mit der die US-Regierung die Entwicklung von Corona-Impfstoffen fördert. Im Januar könnten dann 30 Millionen weitere Menschen hinzukommen und im Februar weitere 50 Millionen.

Die Zahlen berücksichtigen nicht mögliche andere Impfstoffe der Pharmakonzerne Johnson & Johnson und AstraZeneca, die sich noch in der Entwicklung befinden. Slauoi sagte, er erwarte Ergebnisse der klinischen Studien von diesen Impfstoff-Kandidaten zwischen Ende Dezember und Mitte Januar.

Antisemitismus in Europa nimmt in Coronakrise zu

22.08 Uhr: Die EU-Staaten haben den zunehmenden Antisemitismus während der Corona-Pandemie angeprangert. Verschwörungsmythen lebten wieder auf, besonders vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie werde öffentlich Antisemitismus gezeigt, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung vom Mittwoch. Maßnahmen im Kampf gegen Antisemitismus könnten die konsequente Ahndung von Hassrede auch im Internet, die Arbeit spezialisierter Strafverfolger und Ermittler, aber auch die systematische Erfassung antisemitischer Vorfälle sein. »Antisemitische Verschwörungsmythen sind oft der erste Schritt, der zu Hass, Hassrede, Aufstachelung zu Gewalttaten und Hasskriminalität führen kann«, heißt es in der Erklärung. Die Sicherheit jüdischer Gemeinden und Einrichtungen zu gewährleisten, müsse in den Mitgliedstaaten höchste Priorität haben.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) lobte die Erklärung. Dieser »wichtige Schritt« komme unter Führung der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, teilte der WJC mit. »Europa hat ein ernstes und erschreckendes Antisemitismus-Problem«, wird WJC-Präsident Ronald Lauder zitiert. Es sei höchste Zeit, dass die EU, ihre Mitgliedstaaten und Kommunen dem Problem »echte Ressourcen« widmen.

NFL meldet 156 positive Corona-Tests in zwei Wochen

21.40 Uhr: Innerhalb von zwei Wochen hat es in der NFL 156 neue Corona-Fälle gegeben – mehr als je zuvor in einem vergleichbaren Zeitraum seit dem Beginn der Tests am 1. August. Zwischen dem 15. und 28. November sind nach Angaben der National Football League 61 Spieler positiv getestet worden, dazu kommen im gleichen Zeitraum 95 positiv getestete Mitarbeiter der Teams. Besonders stark betroffen waren zuletzt die Baltimore Ravens mit mindestens 18 positiv getesteter Spieler, darunter auch Quarterback Lamar Jackson. Insgesamt sind seit dem 1. August nach NFL-Angaben damit 156 NFL-Profis und 270 Mitarbeiter positiv auf das Virus getestet worden.

Pfizer-Chef sichert mehr Impfdosen als nötig bis Ende 2021 zu

20.35 Uhr: Pfizer-Chef Albert Bourla ist nach eigenen Worten zuversichtlich, dass bis Ende 2021 mehr Corona-Impfdosen zur Verfügung stehen als nötig. »Wir tun alles, was wir können, um die Herstellungskapazitäten zu erhöhen«, sagt er in einer in Athen ausgerichteten Online-Konferenz. »Aber die Herausforderung ist, dass wir sie in den nächsten paar Monaten erhöhen müssen.«

Armin Laschet: »Zu diesem Weihnachten und zum Jahreswechsel passen keine Skiferien«

19.35 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat nach dem Verbot des Skilift-Betriebs in Nordrhein-Westfalen zum Schutz vor Corona entsprechende Regelungen für alle große Skigebiete europaweit gefordert. »Zu diesem Weihnachten und zum Jahreswechsel passen keine Skiferien. Die Sorge, dass das Virus einen weiteren Schub bekommen könnte, ist berechtigt«, sagte Laschet der Nachrichtenagentur dpa. Der Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in Deutschland appellierte zugleich an die Bürger: »Bitte verzichten Sie in diesem Jahr auf unnötiges Reisen.«

Die Ankündigung Österreichs, den Skitourismus nicht hochzufahren, begrüße er ausdrücklich. Die Regierungen in Europa mit ihren vielfältigen Ski-Gebieten seien gemeinsam gefordert. »Als europäische Partner tragen wir Verantwortung für unsere Bevölkerung, aber auch für unsere Gäste. Deshalb ist es wichtig, eine einheitliche Regelung in allen großen Ski-Gebieten zu finden«, unterstrich Laschet.

Skilifte müssen in Nordrhein-Westfalen entsprechend der neuen Corona-Schutzverordnung des Landes vorerst geschlossen bleiben. Das Verbot durch die neue Verordnung gilt zunächst bis zum 20. Dezember. Liftbetreiber im Sauerland zeigten sich bereits enttäuscht. Skilifte werden in NRW als Freizeit-Einrichtungen eingestuft. Deren Betrieb ist damit vorerst verboten. Zudem sind Hotels derzeit geschlossen.

Spanien verbietet zu den Feiertagen Reisen zwischen den Regionen

19.05 Uhr: In Spanien sind vom 23. Dezember bis zum 6. Januar keine Reisen zwischen den Regionen erlaubt. Es werde jedoch einige Ausnahmen geben, kündigt Gesundheitsminister Salvador Illa an. An den Feiertagen seien Versammlungen von bis zu zehn Personen in einem Haushalt zugelassen, eine Lockerung gegenüber der bisherigen Grenze von sechs Personen.

DHB-Pokal 2020/21 der Männer abgesagt

18:50 Uhr: Die DHB-Pokal-Saison 2020/21 der Männer wird aufgrund der Corona-Pandemie ersatzlos gestrichen. Das teilte die Handball-Bundesliga (HBL)  mit. Die Entscheidung sei unumgänglich gewesen, hieß es. Zuvor waren bereits die ersten Runden gestrichen worden, nun folgte die Absage des gesamten Wettbewerbs. Damit wird es erstmals in der Geschichte des DHB-Pokals keinen Sieger geben.

Auch zu Weihnachten – US-Gesundheitsbehörde rät von Reisen ab

18.34 Uhr: Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat von Reisen und Familienbesuchen rund um alle Feiertage im Dezember dringend abgeraten. »Der beste Weg, sich selbst und andere zu schützen, ist, Reisen zu verschieben und zu Hause zu bleiben«, sagte Henry Walke von der CDC bei einer telefonischen Pressekonferenz. »Wir müssen dieses exponentielle Wachstum stoppen und deswegen bitten wir die amerikanische Bevölkerung, Infektionen vorzubeugen und Reisen zu verschieben.«

Bereits zu Thanksgiving in der vergangenen Woche hatte die CDC von Familienbesuchen und Reisen dringend abgeraten. Viele Menschen hatten sich daran jedoch nicht gehalten. Zu Thanksgiving kommen in den USA traditionell Großfamilien oder große Freundeskreise zusammen – aber auch zu Weihnachten und anderen Feiertagen im Dezember gibt es normalerweise große Zusammenkünfte. »Wir wissen, dass es eine schwere Entscheidung ist, und dass die Menschen Zeit brauchen und Diskussionen mit ihrer Familie und ihren Freunden führen müssen«, sagte Cindy Friedman von der CDC.

Wer dennoch reist, dem empfiehlt die CDC, sich vor und nach der Reise testen zu lassen. Zudem teilte die CDC mit, dass sich ihre Quarantäne-Empfehlungen geändert hätten: Anstelle von 14 Tagen sei nun auch eine 10-tägige Quarantäne-Periode in Ordnung, soweit keine Symptome aufträten, sowie eine 7-tägige Periode ohne Symptome und mit negativem Test-Ergebnis. Von der Änderung erhofft sich die CDC, dass sich mehr Menschen an die Empfehlungen halten.

US-Notenbankchef drängt auf Wirtschaftshilfen

18.03 Uhr: Angesichts der anhaltenden Misere am Arbeitsmarkt in den USA sieht Notenbankchef Jerome Powell akuten Handlungsbedarf des Staates. Es sei die schwerste Rezession seit langer Zeit, und Programme zur Arbeitslosenversicherung liefen zum Jahresende aus, mahnte er vor einem Kongressausschuss. »Ich denke, das ist ein Feld, das man sich anschauen sollte.«

Powell betonte, auch kleinere Unternehmen stünden in der Corona-Krise unter Druck. Viele von ihnen müssten wohl kämpfen, um den Winter zu überstehen. Er halte es für gut, wenn sich der Kongress zur Hilfe durchringen könne. Welche Gelder dafür verwendet würden, müsse das Parlament entscheiden. Der Notenbankchef hatte sich zuletzt skeptisch gezeigt, was die Erholung der US-Wirtschaft von der Pandemie angeht.

Im Kongress sind wieder Initiativen für ein neues milliardenschweres Corona-Hilfspaket aufgekommen. Am Dienstag stellte eine Gruppe von Demokraten und Republikanern aus beiden Kongresskammern ein Paket im Volumen von 908 Milliarden Dollar vor.

Später zirkulierte ein getrennter Entwurf von Republikanern im Senat, dem Mehrheitsführer Mitch McConnell zufolge auch Präsident Donald Trump zustimmen würde. Dabei sollen noch nicht eingesetzte Mittel von etwa 570 Milliarden Dollar verwendet werden. Die Demokraten zeigten sich am Mittwoch in ersten Reaktionen kritisch. Die Verhandlungen über weitere Hilfen waren vor der Wahl am 3. November abgebrochen worden.

170 Mitarbeiter von Tönnies in Sachsen-Anhalt mit Corona infiziert

17.30 Uhr: Am zweitgrößten Standort des Fleischproduzenten Tönnies im sachsen-anhaltischen Weißenfels sind in den vergangenen Tagen insgesamt 172 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. 89 Infektionen hatte das Unternehmen bereits am Freitag vermeldet, bei den laufenden Testreihen kamen nun weitere Fälle hinzu.

Der Burgenlandkreis, in dem der Standort liegt, habe daher Gespräche mit der Firma aufgenommen, hieß es von den Behörden. Das Unternehmen wolle die Betroffenen nun in einer gesonderten Quarantäneeinrichtung unterbringen. Zudem soll es Ende der Woche erneute Tests geben.

Nach Angaben von Tönnies waren allein in der vergangenen Woche rund 3.400 Tests am Standort Weißenfels durchgeführt worden. Die Produktionsstätte ist mit rund 2200 Mitarbeitern die zweitgrößte des Konzerns in Deutschland.

Der 7-Tage-Inzidenz im Burgenlandkreis ist ohnehin hoch: Auf 100.000 Einwohner kamen zuletzt knapp über 249 Fälle.

Das Unternehmen war nach einem Corona-Ausbruch am Hauptstandort Rheda-Wiedenbrück im Juni in die Kritik geraten. Hunderte Mitarbeiter waren damals positiv auf das Virus getestet worden.

Putin kündigt Massenimpfungen ab nächster Woche an

16.45 Uhr: Russland will Ende nächster Woche mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus beginnen. Dafür sollten zwei Millionen Dosen der russischen Vakzine »Sputnik V« eingesetzt werden, sagte Präsident Wladimir Putin bei einer Online-Konferenz.

»Das gibt uns die Möglichkeit, mit groß angelegten Impfungen zu starten«, sagte Putin. Die zwei Millionen Dosen reichen für eine Million Menschen, weil jeweils zwei Impfungen nötig sind. Zunächst sollen demnach wie bislang bereits Ärzte und Lehrer freiwillig geimpft werden – danach schrittweise der Rest der Bevölkerung.

»Sputnik V« war Mitte August trotz Bedenken internationaler Forscher als weltweit erster Impfstoff für eine breite Anwendung in der Bevölkerung freigegeben worden. Die Freigabe erfolgte vor der wichtigen Testphase III, bei der an vielen Freiwilligen Wirksamkeit und Nebenwirkungen getestet werden. Diese Testreihe läuft seit gut dreieinhalb Monaten. Daran beteiligen sich auch Länder außerhalb Russlands wie Belarus und Venezuela.

Ein Sprecher Putins hatte zuletzt mitgeteilt, dass der Präsident den Impfstoff selbst noch nicht verabreicht bekommen habe. »Der Präsident kann keinen unzertifizierten Impfstoff nehmen«, sagte Sprecher Dmitry Peskov. Unklar war, ob Putin sich nun im Zuge der Massenimpfung die Vakzine spritzen lassen wird.

Das flächenmäßig größte Land der Erde kämpft seit Monaten mit hohen Corona-Infektionszahlen. Am Mittwoch kamen der offiziellen Statistik zufolge 25.345 neue Fälle hinzu. Die Behörden meldeten zudem mit 589 Toten einen neuen Tageshöchstwert. Demnach sind bislang mehr als 41.000 Menschen mit dem Virus gestorben.

TUI erhält weitere Milliardenhilfe vom Staat

Beim weltgrößten Reiseanbieter ist noch mehr Unterstützung des Bundes nötig: Nach zwei Hilfspaketen in Milliardenhöhe muss TUI mit weiterem öffentlichen Geld stabilisiert werden.

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Millionenbetrug mit Coronahilfen – vier Festnahmen in NRW und Österreich

16.20 Uhr: Bei Razzien in Nordrhein-Westfalen und Österreich sind vier Verdächtigte wegen Betrugs mit Corona-Soforthilfen in Millionenhöhe festgenommen worden. Wie die Kölner Staatsanwaltschaft mitteilte , wird den Tatverdächtigen außerdem Steuerhinterziehung und Urkundenfälschung vorgeworfen. Insgesamt belaufe sich die Schadenssumme auf rund anderthalb Millionen Euro.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die Verdächtigen seit April 2020 Coronahilfen von der Bezirksregierung Düsseldorf bezogen haben. Dazu hätten sie falsche Angaben im Onlineverfahren gemacht. Die mutmaßlichen Täter sollen aus Rumänien stammen und Familienmitglieder in der Heimat dazu bewegt haben, ebenfalls Soforthilfen über das Internet zu beantragen.

Das »Gesamtsubventionsvolumen« der beantragten Coronahilfen liegt der Staatsanwaltschaft zufolge bei 1,2 Millionen Euro, von denen etwa 800.000 Euro ausgezahlt worden sein sollen. Zusätzlich sollen mehrere Beschuldigte seit Mai 2013 unberechtigt Kindergeld bezogen haben. Die entsprechenden Anträge hätten sie mit gefälschten Ausweisen und Meldebescheinigungen gestellt beziehungsweise illegal verlängert.

Am Morgen durchsuchten Zoll und Polizei 15 Wohnungen in Köln, Bergheim, Krefeld und Essen sowie in den österreichischen Städten Linz und Frankenmarkt. Eine weitere Razzia fand in einer Lagerhalle in Pulheim statt. In der Wohnung eines Beschuldigten entdeckten die Beamten laut der Mitteilung eine »Fälscherwerkstatt«, in der falsche Führerscheine und Personalausweise hergestellt worden sein sollen.

Niederländische Gastronomen wollen sich Zwangsschließung widersetzen

16 Uhr: Restaurantbetreiber in etlichen Orten der Niederlande wollen vom 17. Januar selbst dann wieder Gäste empfangen, wenn dies wegen der Corona-Pandemie immer noch verboten sein sollte.

Unter anderem in Breda, Maastricht, Eindhoven, Leiden, Leeuwarden, Arnheim, Nijmegen und Alkmaar wollen sich die Gastronomen widersetzen. Die beteiligten Wirte würden der Regierung das Vertrauen entziehen, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Ihren »Ungehorsam« begründeten sie damit, dass ihre Betriebe vor dem Zusammenbruch stünden, während staatliche Unterstützung ausbleibe.

An der Aktion sind demnach 50 der landesweit 230 lokalen Abteilungen des Königlichen Niederländischen Gaststättenverbandes (KHN) beteiligt. Die lokalen Abteilungen in den größeren Städten Den Haag, Amsterdam, Rotterdam und Utrecht sind allerdings nicht dabei. Der KHN-Vorsitzende Robèr Willemsen hatte die Mitgliedsbetriebe zuletzt noch aufgerufen, sich nicht querzustellen. Der KHN werde nicht zum bürgerlichen Ungehorsam aufrufen.

Die Regierung in Den Haag hatte Mitte Oktober im Zuge eines Teil-Lockdowns angeordnet, dass Kneipen, Cafés und Restaurants geschlossen werden. Sie geht bislang davon aus, dass die Maßnahmen möglicherweise in der zweiten Januarhälfte aufgehoben werden könnten. Eine Garantie dafür gab sie aber nicht.

Der Sprecher der »meuternden« Gastronomen, Johan de Vos, sagte, sie hätten sich bewusst gegen eine Öffnung bereits zur Weihnachtszeit entschieden, damit man ihnen nicht die Schuld an einem eventuellen Anstieg der Corona-Infektionen zuweisen könne.

Die Wiedereröffnung der Lokale im Januar werde unter Beachtung der einschlägigen Vorsichtsmaßnahmen erfolgen. »Wir sind überzeugt, dass unsere Branche nicht das Problem ist«, sagte de Vos.

Trainer des AC Florenz positiv getestet

15.37 Uhr: Der Trainer des italienischen Erstligisten AC Florenz, Cesare Prandelli, hat bei Corona-Tests ein positives Ergebnis erhalten. Das teilte der Fußballklub aus der Toskana mit. Der 63-Jährige sei bereits in Isolation. Die Mannschaft werde sich nun »in eine Blase begeben und sich an die Vorgaben des Gesundheitsprotokolls halten«. Trainingseinheiten und Spiele sollen dennoch möglich sein.

Dazu gehört, dass alle Spieler einen neuen Corona-Abstrich machen müssen. Der frühere Nationaltrainer Italiens habe seinen Befund bei Tests erhalten, die zusätzlich zu den Routineuntersuchungen vorgenommen worden waren, hieß es. Zum Gesundheitszustand Prandellis machte der Verein keine Angaben.

Prandellis Amtskollege Stefano Pioli vom Ligakonkurrenten AC Mailand ist hingegen gut drei Wochen nach seiner Corona-Infektion negativ getestet worden. Er steht beim Europa-League-Spiel der Lombarden am Donnerstag gegen Celtic Glasgow wieder an der Seitenlinie, teilte der Klub mit. Auch Piolis Assistent Giacomo Murelli ist demnach wieder fit.

Umfrage: »Generation Mitte« durch Pandemie tief verunsichert

15.30 Uhr: Die Corona-Pandemie belastet einer Umfrage zufolge Menschen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren massiv. Die »Generation Mitte« befinde sich in einem Stimmungstief, jeder Zweite fühle sich heute schlechter als vor der Krise, sagte die Geschäftsführerin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher. Das Institut hatte die Daten im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) erhoben.

Nur gut jeder Fünfte (22 Prozent) der Befragten zwischen 30 und 59 Jahren gehe mit Optimismus in die kommenden zwölf Monate – vor Jahresfrist waren laut Allensbach noch rund die Hälfte (47 Prozent) hoffnungsvoll.

An eine Rückkehr zur Normalität binnen mehrerer Monate glaube nur jeder Fünfte. Die Ungewissheit wiege bei den meisten schwerer als etwa Besuchsverbote (50 Prozent) oder faktische Verbote von Auslandsreisen (16 Prozent). Rund 70 Prozent klagen laut Umfrage über zunehmende Aggressivität und Ungeduld, gut die Hälfte spricht über wachsenden Egoismus.

Drei Viertel der Umfrageteilnehmer sorgen sich über ökonomische Folgen der Coronakrise. So glaube eine relative Mehrheit (38 Prozent), dass die deutsche Wirtschaft ihre starke Position in den nächsten Jahren nicht verteidigen könne.

Bundesregierung lässt sich von britischer Impfstoffzulassung nicht unter Druck setzen

15.15 Uhr: Die Bundesregierung hat auf das Vorpreschen Großbritanniens bei der Zulassung des Corona-Impfstoffs gelassen reagiert. Die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer wies auf das geltende Zulassungsverfahren in der Europäischen Union hin. »Das ist unsere Form der Gründlichkeit, von der wir auch in der Pandemie nicht abweichen«, sagte sie in der Bundespressekonferenz.

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) hatte am Morgen dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt.

Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums bekräftigte, dass auch nach der Impfstoffzulassung in der EU Geduld gefragt sein wird. »Klar ist, dass wir am Anfang nicht genug Impfstoff für alle haben«, sagte er. »Wir können nicht davon ausgehen, dass wir in diesem Winter in breiter Fläche wirklich impfen können. Das heißt, die Beschränkungen, unter denen wir momentan leben, wird es noch eine Weile geben.«

Bislang 3000 Freiwillige bei Corona-Tests in Hildburghausen

15.10 Uhr: Im Thüringer Corona-Hotspot Hildburghausen wollen sich bisher rund 3000 Kinder, Lehrer und Erzieher an freiwilligen Corona-Schnelltests beteiligen. Das sei etwa ein Drittel der Anspruchsberechtigten, sagte Landrat Thomas Müller (CDU).

Schnelltest-Station in einer Sporthalle in Hildburghausen

Schnelltest-Station in einer Sporthalle in Hildburghausen

Foto: JENS SCHLUETER / AFP

Die Bereitschaft, das Testangebot zu nutzen, steige spürbar nach anfänglicher Zurückhaltung. Der Kreis im Süden Thüringens will damit erreichen, dass die seit 25. November wegen explodierter Infektionszahlen geschlossenen Kitas und Schulen schrittweise wieder geöffnet werden können.

Nach Angaben von Müller wurden am Dienstag beim Start der laut Gesundheitsministerium bundesweit einmaligen Testaktion von Kindergarten- und Schulkindern und ihren Betreuern rund 900 Untersuchungen vorgenommen. Es habe insgesamt acht positive Ergebnisse unter Kinder, Jugendlichen und Pädagogen gegeben.

Weitere 800 bis 1000 Test sollen am Mittwoch folgen. Die Aktion laufe noch bis Freitag und würde bei Bedarf bis Montag verlängert. Der Südthüringer Kreis an der Landesgrenze zu Bayern war tagelang die Region in Deutschland mit der höchsten Inzidenz mit bis zu 630 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Am Mittwoch ging der Wert weiter zurück und lag laut Gesundheitsministerium bei rund 459 nach 519 am Vortag.

EU-Gesundheitsbehörde warnt vor zu weitreichenden Lockerungen

15 Uhr: Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC warnt vor einer zu raschen Lockerung der Corona-Beschränkungen in Europa. »Ich möchte unterstreichen, dass es keine Hinweise gibt, dass die Maßnahmen zum Schutz der öffentlichen Gesundheit gelockert werden können«, sagte ECDC-Direktorin Andrea Ammon in einer Videokonferenz der EU-Gesundheitsminister.

Würden die Auflagen kurz vor Weihnachten gelockert, könnte es zu einer Zunahme von Klinikeinweisungen in der ersten Januarwoche kommen. Nehme man die Beschränkungen früher zurück, könnte dies sogar während der Weihnachtsfeiertage geschehen, sagte Ammon. Es sei »nicht die Zeit, die Maßnahmen zu lockern.«

EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides äußerte sich ähnlich. »Werden die Maßnahmen zu früh gelockert, kann dies zu mehr Fällen führen«, sagte sie. Bis ein Impfstoff breit verfügbar sei, müssten Maßnahmen zur Eindämmung von Infektionen aufrechterhalten werden. Derzeit würden täglich 5000 Menschen in Europa an oder mit dem Coronavirus sterben, sagte Kyriakides.

WHO empfiehlt Masken jetzt auch im eigenen Haus – wenn Besuch kommt

14.00 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat ihre Empfehlungen zum Maskentragen als Schutz vor Coronavirus-Infektionen ausgeweitet. Neu empfiehlt sie , dass Menschen auch in der eigenen Wohnung bei Besuch von Außenstehenden Masken tragen sollen, wenn die Lüftung dort nicht gut ist oder nicht richtig beurteilt werden kann.

Das gelte »unabhängig davon, ob ein Abstand von mindestens einem Meter eingehalten werden kann«, heißt es in den aktualisierten Empfehlungen, hieß es. In Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sollen neu alle dort Arbeitenden Masken tragen, also auch Reinigungs- und Küchenkräfte sowie Büroangestellte, nicht nur das Pflegepersonal.

Trotz der neuen Empfehlungen teilte die WHO auch mit, dass der Nutzen eines allgemeinen Maskentragens bei gesunden Menschen bislang nicht eindeutig nachgewiesen sei.

Österreich kündigt vorsichtige Lockerungen an

13.45 Uhr: In Österreich wird das öffentliche Leben nach einem dreiwöchigen Lockdown teilweise wieder hochgefahren. Ab Montag dürfen Schulen, der Handel sowie körpernahe Dienstleistungen, wie etwa Friseure, wieder öffnen. Das teilte Kanzler Sebastian Kurz nach einer Kabinettssitzung mit.

»Die sinkenden Zahlen sind ein Erfolg, aber kein Grund zur Entwarnung«, sagte Kurz. Eine Überlastung des Gesundheitssystems sei bisher verhindert worden. Durch den Lockdown war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich zurückgegangen. Allerdings fiel der Abwärtstrend weniger stark aus als erhofft. Am Mittwoch wurden 3972 Neuinfektionen binnen einem Tag verzeichnet. Bezogen auf die Einwohnerzahl ist dieser Wert um ein Mehrfaches höher als in Deutschland.

Gastronomie und Hotels bleiben noch bis zum 7. Januar geschlossen. Ebenfalls geschlossen bleiben Sport-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Skifahren und anderer Outdoor-Sport wird hingegen bereits ab dem 24. Dezember wieder möglich sein. Die Skilifte dürfen dann wieder öffnen. In den Skiregionen werden Hotels und Gastronomie aber weiter geschlossen bleiben, ein normaler touristischer Betrieb wie in Zeiten vor der Corona-Pandemie ist damit praktisch unmöglich.

Für alle Einreisenden aus Corona-Risikogebieten soll vom 7. Dezember bis zum 10. Januar eine zehntägige Quarantänepflicht gelten. Der Schwellenwert seien mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen 14 Tagen. Das gelte praktisch für alle Nachbarstaaten und speziell auch für den Westbalkan, hieß es. Ziel sei es, den Tourismus weitgehend einzudämmen, teilte die Regierung mit.

Deutscher Botschafter kritisiert britischen Staatssekretär

13.09 Uhr: Der deutsche Botschafter in London, Andreas Michaelis, hat einen britischen Regierungsvertreter daran erinnert, dass der nun dort zugelassene Impfstoff kein alleiniger Erfolg Großbritanniens war. »Warum ist es so schwer, diesen Schritt nach vorn als großartige internationale Anstrengung und Erfolg anzuerkennen?«, schrieb der Diplomat auf Twitter.

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Obwohl die deutsche Firma Biontech einen entscheidenden Beitrag geleistet habe, sei das keine nationale Geschichte, sondern ›europäisch und transatlantisch‹, schrieb Michaelis. Der Botschafter nahm damit Bezug auf eine vorherige Botschaft des britischen Staatssekretärs im Energie- und Wirtschaftsministerium, Alok Sharma.

Dieser hatte zuvor auf Twitter verkündet: »Großbritannien war das erste Land, das einen Vertrag mit Pfizer/Biontech geschlossen hat – jetzt werden wir die Ersten sein, die den Impfstoff einsetzen.« Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock hatte zuvor den Brexit als einen Faktor genannt, warum der Impfstoff in Großbritannien schneller zugelassen werden konnte als in der EU.

Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel (MHRA) hatte dem Mainzer Pharmaunternehmen Biontech und seinem US-Partner Pfizer zuvor eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt und war der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) damit zuvorgekommen.

Die Vakzine stehe ab der kommenden Woche zur Verfügung, teilte das britische Gesundheitsministerium mit. Nach Angaben der Regierung sollen bereits in der kommenden Woche die ersten 800.000 Dosen verabreicht werden, bis zum Jahresende sollen es »Millionen« Dosen sein.

DER SPIEGEL

Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese hatte das Vorpreschen der Briten als »problematisch« bezeichnet. Eine gründlichere Prüfung sei »besser als eine überhastete Notfallzulassung« sagte Liese, der gelernter Arzt ist. Er werte die schnelle Zulassung als Versuch, vom Versagen der Regierung Johnson in der Coronakrise abzulenken.

Mit bislang rund 59.000 Corona-Toten ist Großbritannien das am schlimmsten von der Pandemie betroffene Land in Europa.

Polen überschreitet Marke von einer Million Corona-Infektionen – trotz sinkender Tendenz

12.45 Uhr: In Polen hat die Zahl der seit Beginn der Pandemie registrierten Corona-Infektionen die Marke von einer Million überschritten. Innerhalb von 24 Stunden kamen 13.855 Neuinfektionen hinzu, teilte das Gesundheitsministerium mit. Im gleichen Zeitraum starben 609 Menschen.

Damit liegt die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle seit Beginn der Pandemie bei rund 1,14 Millionen. In Deutschland war die Marke bereits Ende November erreicht worden. Polen hat allerdings nur rund 38 Millionen Einwohner, Deutschland über 80 Millionen. Das Robert Koch-Institut (RKI) hat das Nachbarland als Risikogebiet eingestuft.

Zuletzt ist die Zahl der registrierten Neuinfektionen in Polen jedoch deutlich zurückgegangen. Der bisherige Höchststand war Anfang November mit knapp 28.000 Fällen erreicht worden. Daraufhin hatte die Regierung weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens verfügt. Alle Schulen wurden auf Fernunterricht umgestellt.

Kinos, Theater und Museen wurden ebenso wie Geschäfte in Einkaufszentren, mit Ausnahme von Lebensmittelläden und Apotheken erneut geschlossen. Mittlerweile wurden die Auflagen für den Einzelhandel wieder gelockert, in der Vorweihnachtszeit wird es auch verkaufsoffene Sonntage geben.

Chef der Ständigen Impfkommission warnt vor Impf-Euphorie

12.25 Uhr: Der Chef der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, warnt vor einer Impf-uphorie. Die Impfung der gesamten Bevölkerung werde Ende 2021 noch nicht abgeschlossen sein, sagte Mertens der »Rheinischen Post «.

Die Impfkommission könne ihre Empfehlungen erst nach der Zulassung der Impfstoffe abgeben. »Es wird etwas Zeit für die genaue Prüfung der Daten aus den Zulassungsstudien brauchen«, sagte er. »Danach kann vorhandener Impfstoff ausgeliefert werden.«

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Selbst wenn man täglich 150.000 bis 200.000 Menschen impfen könne, dauere es 100 Tage bis 15 Millionen Menschen geimpft seien, sagte Mertens. Die Stiko hatte gemeinsam mit dem Ethikrat und der Wissenschaftsakademie Leopoldina Anfang November die Impfung spezieller Bevölkerungsgruppen empfohlen, sobald ein Wirkstoff bereitstehe.

Demnach sollen in Deutschland zunächst Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen sowie Mitarbeiter in Krankenhäusern und Pflegeheimen gegen das Virus geimpft werden.

Rotes Kreuz erhält im Pandemiejahr weltweit Zulauf

12.10 Uhr: Das Rote Kreuz hat im Jahr 2020 einen Zulauf von mehr als 200.000 neuen Freiwilligen erlebt. So konnten Familien und Alleinstehende weltweit während der Pandemie unterstützt werden, teilte die Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IFRC) mit. »Als Reaktion auf die beispiellosen humanitären Bedürfnisse in diesem Jahr haben wir auch beispiellose Menschlichkeit und Güte erlebt«, sagte IFRC-Präsident Francesco Rocca. Jede einzelne gute Tat zähle.

In den USA hätten sich rund 78.000 Menschen neu als freiwillige Helferinnen und Helfer gemeldet, in Italien 60.000, in den Niederlanden 48.000 und in Kenia 35.000. Auch in kleineren Ländern wollten mehr Menschen etwas Gutes tun: In Kirgisistan seien fast 2000 Freiwillige hinzugekommen, und sogar im kleinen pazifischen Inselstaat Tuvalu, der keinen Corona-Fall hatte, seien 130 Menschen zusätzlich als Freiwillige an Bord gekommen. Insgesamt zählt die Föderation weltweit mehr als zwölf Millionen aktive Freiwillige.

Die Helfer verteilen zum Beispiel Nahrungsmittel und Medikamente, transportieren Kranke, helfen bei der Nachverfolgung von Infektionsketten und unterstützen Menschen in Quarantäne. IFRC ist das größte humanitäre Netzwerk der Welt.

Container-Schifffahrt boomt trotz Corona

12.07 Uhr: Mitten in der Pandemie läuft die Container-Schifffahrt plötzlich auf Hochtouren. Frachter sind randvoll, Container werden Mangelware. Läuft die Weltwirtschaft besser als gedacht? Lesen Sie hier  mehr.

Auch Schweden sagt Teilnahme an Skilanglauf-Event in Dresden ab

12 Uhr: Nach Norwegen zieht auch Schweden seine Teilnahme an den Weltcup-Rennen im Skilanglauf in Davos und Dresden zurück. Die Sportler fürchten, mit dem Coronavirus infiziert zu werden. Damit bleiben zwei der erfolgreichsten Skinationen dem Wettbewerb fern.

Der Arzt der schwedischen Mannschaft sagte laut einer Mitteilung des schwedischen Skiverbandes, man könne zurzeit keine sichere Hin- und Rückreise von und nach Dresden und Davos garantieren. »Wenn etwas schiefgeht, kann die Krankheit möglicherweise schwerwiegende Folgen für die infizierte Person haben. Keiner von uns ist bereit, dieses Risiko einzugehen«, sagte Per Andersson.

Ob das Team bei der Tour de Ski antrete, werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. Auch die Norweger ließen bisher offen, ob sie nach dem Jahreswechsel bei den Rennen in der Schweiz und Italien antreten werden. Der FIS Skiweltcup in Dresden soll am 19. und 20. Dezember stattfinden.

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Italien will Beschränkungen über Weihnachten und Silvester verschärfen

11.52 Uhr: Während in Deutschland die Kontaktbeschränkungen über die Weihnachtsfeiertage und den Jahreswechsel zeitweise gelockert werden sollen, geht Italien einen anderen Weg. Wie Gesundheitsminister Roberto Speranza bei einer Ansprache im Senat mitteilte, sollen die Beschränkungen für die Zeit von Weihnachten und Silvester verschärft werden.

An den Weihnachtsfeiertagen und an Neujahr sollten Reisen zwischen den Regionen möglichst unterbleiben, auch Fahrten zwischen Kommunen sollten begrenzt werden. »Wir müssen den Kontakt zwischen den Menschen so weit wie möglich einschränken«, sagte Speranza. Ohne solche Einschränkungen stehe im Januar und Februar »eine dritte Welle vor der Tür«, warnte er.

An den Details des Dekrets mit den neuen Corona-Vorschriften feilte die Mitte-links-Regierung noch. Vieles war zwischen der Regierung und den Regionen umstritten, darunter die weitere Schließung der Skigebiete bis ins neue Jahr. Das Dekret soll Ende dieser Woche in Kraft treten.

Außerdem kündigte Speranza an, dass Italien schnellstmöglich eine nationale Impfkampagne starten werde. Von verschiedenen Herstellern sollen demnach insgesamt 202 Millionen Dosen der Vakzine zur Verfügung stehen. Die kostenlosen und freiwilligen Impfungen sollen bestenfalls schon im Januar beginnen.

Bahn bietet über Weihnachten 13.000 zusätzliche Plätze

11.25 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet über Weihnachten mit mehr Fahrgästen und bietet daher täglich 13.000 Plätze mehr in ihren Fernzügen an. Wie der Konzern mitteilte, sollen zwischen dem 18. und dem 27. Dezember rund 100 Sonderzüge eingesetzt werden, um den Reisenden möglichst viel Platz zu bieten.

Leere Plätze in einem ICE (Archivbild)

Leere Plätze in einem ICE (Archivbild)

Foto: Martin Schutt / dpa

In bis zu 50 Prozent der Fernverkehrszüge kontrollieren zudem sogenannte »Sicherheitsteams« an Bord die Einhaltung der Maskenpflicht. So will die Bahn das Reisen zu Weihnachten sicher machen.

»In diesem Dezember können wir auf einen Schlag gleich 15 neue ICE in Dienst stellen«, sagte Bahn-Personenverkehrsvorstand Berthold Huber. Mit Tausenden neuen Sitzplätzen, Sonderzügen und mehr Fahrten bringe der langfristig angelegte Ausbau der Fernverkehrsflotte für die Kunden »schon jetzt spürbare Verbesserungen«.

Der Konzern hatte vergangene Woche bereits sein Reservierungssystem so geändert, dass in allen Zügen in den Großraumwagen nur noch ein Sitzplatz pro Doppelsitz reservierbar ist. Die Auslastung in den Fernzügen der Bahn lag zuletzt bei 20 bis 25 Prozent.

Interpol warnt vor Verkauf gefälschter Impfstoffe

11.10 Uhr: Die internationale Polizeibehörde Interpol warnt vor dem Verkauf falscher Impfstoffe durch Mafia-Organisationen. Eine entsprechende Mitteilung ging an die 194 Mitgliedsländer, teilte Interpol mit.

Demnach planen Netzwerke organisierter Kriminalität, sich in die Impfstoff-Lieferketten einzuklinken. Dabei könnten gefälschte Heilmittel aber auch Fake-Webseiten große Risiken für die Gesundheit darstellen.

»Während Regierungen die Markteinführung von Impfungen vorbereiten, planen kriminelle Organisationen, Lieferketten zu unterwandern oder zu stören«, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock.

Mit einer Wiederaufnahme des internationalen Reiseverkehrs sei es zudem wahrscheinlich, dass nicht genehmigte und gefälschte Corona-Tests in Umlauf gebracht würden.

Erstmals Corona-Infektionen bei Haustieren in Deutschland nachgewiesen

10.50 Uhr: Erstmals seit Einführung der bundesweiten Corona-Meldepflicht für Haustiere sind zwei positive Fälle registriert worden. Das sagte Thomas Mettenleiter, Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts der »Neuen Osnabrücker Zeitung «. Es handelt sich demnach um eine Katze aus Frankfurt und einen Hund aus München. Bei der Katze seien bereits Antikörper nachgewiesen worden.

Grund zur Sorge sind die Infektionen bei den Tieren Mettenleiter zufolge nicht. Zwar habe die Vergangenheit gezeigt, dass Menschen Tiere mit dem Virus anstecken könnten – auf den umgekehrten Fall gebe es bisher aber keine Hinweise. »Die Pandemie spielt sich zwischen Menschen ab«, sagte der Tierseuchenexperte.

Im Vergleich zu den Corona-Infektionen beim Menschen seien die Fallzahlen bei Tieren ohnehin »verschwindend gering«. Weltweit wurden laut der Weltorganisation für Tiergesundheit nur etwa 70 Infektionen bei Haustieren nachgewiesen.

Mettenleiter warnte allerdings vor der Übertragung des Virus vom Menschen auf frei lebende Wildtiere. »Das ist im Zweifelsfall nicht nur für die Tiere gefährlich, sondern auch für uns Menschen« – etwa, wenn das Virus mutiere, sagte er. Beim Kontakt mit Wildtieren wie Mardern oder Fledermäusen, die mit dem Nerz artverwandt sind, sei besondere Vorsicht geboten.

Pandemie verstärkt Trend zum bargeldlosen Zahlen in der Eurozone

09.46 Uhr: Die Corona-Pandemie hat laut einer Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) das bargeldlose Bezahlen im Euro-Währungsgebiet womöglich langfristig populärer gemacht.

In einer EZB-Umfrage vom Juli gaben rund vierzig Prozent der Befragten an, seit Beginn der Pandemie Bargeld weniger häufig verwendet zu haben. Von diesen wollen fast 90 Prozent dies auch nach der Pandemie beibehalten.

Der am meisten genannte Grund sei, dass elektronisches Bezahlen während der Pandemie zweckdienlicher geworden sei als das Zücken von Euro-Scheinen und -Münzen. Dass Übertragungen des Virus über Geldnoten und Münzen zur Ausbreitung des Virus beigetragen haben, ist bislang nicht bekannt. Auch von der Bundesbank gab es bereits im Frühjahr Entwarnung. Es bestehe kein Grund zur Sorge, sich über Bargeld mit dem Virus anzustecken, der Übertragungsweg sei sehr unwahrscheinlich.

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Frankreich will mit Grenzkontrollen Skiurlaube eindämmen

09.20 Uhr: Frankreich will Reisen in den Skiurlaub mit stichprobenartigen Kontrollen an den Außengrenzen eindämmen. Zudem sollen sich Skifahrer bei ihrer Rückkehr auf das Coronavirus testen lassen und sieben Tage in Quarantäne gehen müssen. Das sagte Frankreichs Premierminister Jean Castex dem Sender BFM TV .

Das Land will die Menschen damit offenbar von Reisen in Nachbarländer abhalten, in denen die Skigebiete trotz der Corona-Pandemie öffnen sollen. »Ziel ist es, französische Bürger daran zu hindern, sich zu infizieren. Das wird mit zufälligen Kontrollen an den Grenzen erreicht«, sagte Castex.

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte hatte zuletzt angeregt, die Skisaison angesichts der Corona-Pandemie mindestens bis zum 10. Januar zu verschieben. Österreich lehnt dies jedoch ab, der Wintertourismus ist ein bedeutender Wirtschaftszweig.

Der Tiroler Skiort Ischgl hatte sich zum Beginn der Pandemie zu einem Corona-Hotspot entwickelt.  Tausende Urlauber steckten sich dort an und beschleunigten damit die Ausbreitung des Virus in weiten Teilen Europas.

Großbritannien erteilt Zulassung für Mainzer Corona-Impfstoff

08.05 Uhr: Die britische Aufsichtsbehörde für Arzneimittel hat nach Angaben des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und seines US-Partners Pfizer eine Notfallzulassung für deren Corona-Impfstoff erteilt. Das teilten die beiden Unternehmen und die Regierung in London mit. Damit bekommen die Briten früher die Freigabe für einen Corona-Impfstoff als die EU und die USA. »Der Impfstoff wird ab nächster Woche in ganz Großbritannien erhältlich sein«, sagte Großbritanniens Gesundheitsminister Matt Hancock. »Das sind sehr gute Nachrichten.«

Am Dienstag hatten Biontech und Pfizer auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA einen Antrag auf eine bedingte Marktzulassung eingereicht. Sollte die EMA diesen bewilligen, könnte die Verteilung der Vakzine auch in Europa noch vor Jahresende erfolgen.

»Die heute genehmigte Notfallzulassung im Vereinigten Königreich ist ein historischer Moment im Kampf gegen Covid-19«, sagte Pfizer-Chef Albert Bourla. Er sprach von einem Sieg für die Wissenschaft. Und: »Da wir mit weiteren Zulassungen und Genehmigungen rechnen, konzentrieren wir uns darauf, mit der gleichen Dringlichkeit vorzugehen, um den qualitativ hochwertigen Impfstoff weltweit sicher zu liefern.«

Mit dem nun von der Medicines & Healthcare Products Regulatory Agency (MHRA) erteilten die Genehmigung für den mRNA-basierten Impfstoff BNT162b2 könnten sich in Großbritannien nun erstmals Menschen außerhalb von klinischen Studien gegen Covid-19 impfen lassen, sagte der Biontech-Vorstandsvorsitzende Ugur Sahin. Die Daten, die bei den Zulassungsbehörden eingereicht worden sind, seien das Ergebnis eines Forschungs- und Entwicklungsprogramms »mit den höchsten wissenschaftlichen und ethischen Standards«.

Der Biontech-Pfizer-Impfstoff soll nach Angaben der Unternehmen einen 95-prozentigen Schutz vor der Krankheit Covid-19 bietet. Die Vakzine funktioniere über alle Altersgruppen und andere demografische Unterschiede hinweg ähnlich gut und zeige praktisch keine ernsten Nebenwirkungen, teilten die Firmen nach Abschluss letzter Analysen mit.

Machu Picchu erlaubt wieder täglich mehr als tausend Besucher

06.50 Uhr: Peru lockert die Corona-Auflagen für die weltberühmte Inkastätte Machu Picchu und erlaubt wieder mehr als tausend Besucher am Tag. Von Mittwoch an können jeden Tag 1116 Menschen das wichtigste Touristenziel des südamerikanischen Andenstaats besuchen – 40 Prozent mehr als bisher, wie das Kulturministerium in Lima mitteilte. Zur Begründung verwies das Ministerium auf die sinkenden Infektionszahlen in Peru.

Machu Picchu war nach monatelanger Schließung wegen der Corona-Pandemie im November wieder für Besucher geöffnet worden. Zunächst durften aber nur 675 Besucher am Tag die Ruinenstadt betreten. Vor der Pandemie hatten jeden Tag 2000 bis 3000 Menschen die Stätte besucht – in der Hauptsaison sogar bis zu 5000. Die im 15. Jahrhundert erbaute Inkastadt Machu Picchu in den Anden gehört zu den größten Touristenattraktionen Südamerikas. Wegen der Corona-Pandemie war die Stätte fast acht Monate lang geschlossen gewesen. Das von Touristen abhängige Peru hat stark unter dem Ausbleiben von Besuchern gelitten.

Queen feiert Weihnachten wegen Corona nicht mit der Familie

6.45 Uhr: Wegen der Corona-Pandemie wird die britische Königin Elizabeth II. Weihnachten dieses Jahr nicht im großen Familienkreis feiern. Die 94-jährige Monarchin und ihr Mann Prinz Philip verbringen die Festtage zum ersten Mal seit mehr als 30 Jahren »in aller Ruhe« auf Schloss Windsor, wie der Hof am Dienstag mitteilte. Traditionell feiert die Queen Weihnachten mit ihrer Familie auf Schloss Sandringham im Osten Englands.

Die Königin hatte zu Beginn der Corona-Pandemie im März ihre Residenz in London verlassen und war ins abgelegenere Windsor umgezogen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, nahmen sie und ihr 99 Jahre alter Mann nur noch wenige öffentliche Termine wahr. Ihr ältester Sohn Prinz Charles und ihr Enkel Prinz William hatten sich beide mit dem Coronavirus infiziert.

Biden ruft US-Kongress zu Einigung auf Corona-Hilfen auf

6.37 Uhr: Angesichts der anhaltenden Coronakrise hat der gewählte US-Präsident Joe Biden den Kongress aufgerufen, sich auf ein weiteres Hilfspaket zu einigen. Es müsse robust sein und den dringenden Bedürfnissen der Menschen Rechnung tragen, sagte Biden in seinem Heimatort Wilmington, wo er sein Wirtschafts- und Finanzteam vorstellte. Die designierte Finanzministerin Janet Yellen warnte, dass Untätigkeit zu einem »sich selbst verstärkenden Abschwung« führen würde. Das Ausmaß der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie in den USA bezeichnete sie als »amerikanische Tragödie«.

Yellen, die bis 2018 Chefin der US-Notenbank Federal Reserve war und als erste Frau das Finanzministerium führen soll, beklagte, dass die Pandemie und ihre wirtschaftlichen Folgen die Schwächsten der Gesellschaft unverhältnismäßig hart getroffen hätten. »Verlorene Leben. Verlorene Jobs. Kleine Unternehmen, die ums Überleben kämpfen oder für immer geschlossen wurden. So viele Menschen, die Schwierigkeiten haben, Essen auf den Tisch zu bringen und Rechnungen und Miete zu bezahlen. Es ist eine amerikanische Tragödie.«

Im Streit über ein weiteres Hilfspaket schwebte den Demokraten zuletzt eine Unterstützung von mehr als zwei Billionen Dollar vor. Die Republikaner lehnen ein so umfassendes Konjunkturpaket ab und plädieren stattdessen für eines im Umfang von mehreren Hundert Milliarden Dollar.

Deutschland meldet 487 Tote an einem Tag

06.00 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI)  binnen 24 Stunden 487 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet. Das sei ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie, wie aus den RKI-Zahlen vom Mittwochmorgen hervorgeht.

Der bisherige Höchstwert war am Freitag mit 426 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt wurden binnen 24 Stunden 17.270 neue Infektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Das sind rund 1400 weniger als in der Vorwoche, in der am Mittwoch 18.633 neue Fälle hinzukamen.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist allerdings nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. Lesen Sie hier mehr dazu.

In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg am Mittwoch auf 17.123. Das RKI zählt in Deutschland seit Beginn der Pandemie 1.084.743 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 (Stand: 02.12, 0 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 779.500 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstag bei 0,89 (Vortag: 0,91). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 89 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Mehr als 2500 Corona-Tote in den USA binnen 24 Stunden

04.30 Uhr: In den USA sind innerhalb eines Tages mehr als 2500 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Binnen 24 Stunden seien landesweit 2562 Corona-Todesfälle registriert worden, teilte die Johns-Hopkins-Universität am Dienstagabend mit. So viele Tote hatte es in den USA zuletzt Ende April auf dem Höhepunkt der ersten Infektionswelle gegeben.

Die Johns-Hopkins-Universität verzeichnete bis Dienstagabend zudem mehr als 180.000 Neuinfektionen. Rund 99.000 Infizierte wurden demnach in Krankenhäusern behandelt. Besonders schlimm ist die Lage derzeit in mehreren Bundesstaaten im Mittleren Westen der USA, darunter Indiana und South Dakota.

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 13,7 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 270.000 Infizierte starben. Wegen der Reisewelle rund um den wichtigsten US-Feiertag Thanksgiving befürchten Experten in den kommenden Tagen einen erneuten sprunghaften Anstieg der Infektionsfälle.

Städte- und Gemeindebund für Wiedereröffnung der Gaststätten im Januar

04.30 Uhr: Der Deutsche Städte- und Gemeindebund hat eine Wiedereröffnung der Gaststätten im Januar mit einer abendlichen Sperrstunde vorgeschlagen. »Die Schließung von Gaststätten und Hotels über das Jahresende hinaus werden wir schon allein aus wirtschaftlichen Gründen nur schwer durchhalten können. Das wird für den Staat einfach zu teuer«, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der »Rheinischen Post«. Er erwarte daher ab Januar eine »vorsichtige Wiedereröffnung von Teilen der Gastronomie«.

Vorbild könnte laut Landsberg die Schweiz sein: »Dort mussten die Gaststätten nicht schließen, aber um 21 Uhr ist dort abends Schluss«, sagte der Hauptgeschäftsführer.

Im Streit zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung der Corona-Hilfen stellte Landsberg sich auf die Seite der Länder. »Ohne weitere massive Hilfen des Bundes werden Länder und Kommunen im neuen Jahr die Coronakrise nicht meistern können«, sagte Landsberg. »Und für die Unterstützung der Wirtschaft ist laut dem Grundgesetz der Bund zuständig, nicht die Länder.« Insofern könne er »die Forderungen aus der Union nach einer Mehrbelastung der Länder nur eingeschränkt nachvollziehen«.

Uno will Hunderttausenden gestrandeten Seeleuten helfen

04.05 Uhr: Die Vereinten Nationen wollen Hunderttausenden Seeleuten helfen, die wegen der Corona-Pandemie auf ihren Schiffen festsitzen. In einer Resolution, die am Dienstag von 193 Ländern verabschiedet wurde, werden die Uno-Mitgliedstaaten aufrufen, Seeleute als systemrelevant einzustufen. So soll dafür gesorgt werden, dass die rund 400.000 gestrandeten Seeleute trotz der weltweiten Reisebeschränkungen in ihre Heimatländer zurückkehren und die Besatzungen der Schiffe ausgewechselt werden können.

Uno-Generalsekretär António Guterres hatte schon im Juni auf die verzweifelte Lage der gestrandeten Seeleute aufmerksam gemacht. Seinen Angaben zufolge werden 80 Prozent des weltweiten Handels per Schiff abgewickelt, darunter auch Medikamente, Lebensmittel und andere wichtige Versorgungsgüter, die im Kampf gegen die Corona-Pandemie dringend gebraucht werden.

Johnson & Johnson: Erster Schritt im Zulassungsprozess für Impfstoff in Europa

03.50 Uhr: Der Impfstoffkandidat des US-Pharmaherstellers Johnson & Johnson ist im Zulassungsprozess in Europa und Kanada einen Schritt weiter. Die nationalen Gesundheitsbehörden haben im Rahmen einer »Rolling Review« mit der Überprüfung des Covid-19-Impfstoffkandidaten begonnen, teilte Johnson & Johnson mit. Vorläufige Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Vakzine die Produktion von Antikörpern und Immunzellen gegen das Virus auslöse.

Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA sagte, die Überprüfung werde fortgesetzt, bis genügend Belege für einen formellen Zulassungsantrag für den Impfstoffkandidaten vorlägen.

Der rollierende Genehmigungsprozess ermöglicht eine Beschleunigung der Zulassung, indem noch vor Beantragung Daten aus klinischen Studien fortlaufend eingereicht und bewertet werden, sodass bei der Entscheidung über die Zulassung die vorliegenden Daten bereits ausgewertet sind.

Für die Impfstoffkandidaten von Moderna und den Partnern Biontech und Pfizer wurde diese Woche die Notfallgenehmigung für Europa und die USA beantragt.

USA wollen zuerst Gesundheitspersonal und Pflegeheimbewohner gegen Corona impfen

03.20 Uhr: In den USA sollen das Gesundheitspersonal und Bewohner von Pflegeheimen zuerst gegen das Coronavirus geimpft werden. Das geht aus einer offiziellen Empfehlung für die erste Phase der Impfungen hervor, die ein Expertengremium der Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag verabschiedet hat. Die sogenannte Phase 1a der Impfungen soll voraussichtlich noch im Dezember beginnen.

In den USA haben bislang der US-Pharmakonzern Moderna sowie der Mainzer Impfstoffentwickler Biontech mit seinem US-Partner Pfizer die Zulassung eines Corona-Impfstoffes beantragt. Sollte die US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht geben, könnten beide Impfstoffe noch in diesem Jahr eingesetzt werden.

Die CDC empfiehlt nun, im Dezember zuerst das Gesundheitspersonal und Pflegeheimbewohner zu impfen – das sind insgesamt rund 24 Millionen Menschen. Wenn Pfizer und Moderna nach der Zulassung wie zugesagt 40 Millionen Impfdosen liefern, könnten im Dezember 20 Millionen Menschen, also fast alle Angehörigen beider Gruppen geimpft werden. Für einen Schutz vor einer Corona-Infektion sind zwei Impfungen im Abstand von drei beziehungsweise vier Wochen nötig.

Die meisten Bundesstaaten rechnen nach Angaben der CDC-Expertin Nancy Messonnier damit, binnen drei Wochen ihr gesamtes Gesundheitspersonal impfen zu können – dazu zählen neben Ärzten und Pflegern etwa auch Mitarbeiter von Pflegediensten, Apotheken und Rettungsdiensten.

Nach Angaben der CDC-Vertreterin Sara Oliver gehen die US-Behörden davon aus, nach Dezember jede Woche zwischen fünf und zehn Millionen Impfdosen zur Verfügung zu haben. Für die zweite Phase der Impfungen gibt es noch keine offizielle Empfehlung. Experten raten dazu, als Nächstes systemrelevante Berufsgruppen zu impfen, gefolgt von Risikopatienten und Menschen über 65 Jahren.

Wie China den Corona-Ausbruch kleinrechnete

03.20 Uhr: In China gab es offenbar bereits Ende 2019 viel mehr Corona-Verdachtsfälle, als die Behörden der WHO meldeten. Das geht aus internen Dokumenten hervor, über die CNN berichtet. Auch in den Folgemonaten war auf die Zahlen kaum Verlass. Lesen Sie hier mehr.

Saarlands Ministerpräsident: Bund-Länder-Streit über Corona-Kosten ist »schädlich«

03.05 Uhr: Vor den Bund-Länder-Beratungen am Mittwoch hat der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) ein Ende des Streits über die Finanzierung der Corona-Hilfen gefordert. »Noch nie war Geschlossenheit so lebenswichtig wie jetzt«, sagte Hans den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Das gelte besonders für die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern.

»Je schneller wir das Virus einbremsen, desto weniger Geld kostet es. Je mehr wir mit einer Stimme sprechen, desto besser werden die Maßnahmen von den Menschen akzeptiert und mitgetragen«, appellierte Hans vor der Videokonferenz der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). »Deutschland muss zusammenbleiben. Die Debatten zwischen Bund und Ländern über die Finanzierung sind da schädlich.«

Der Düsseldorfer »Rheinischen Post« sagte Hans, er halte die aktuelle Diskussion »für fehl am Platz«. Statt gegenseitiger Schuldzuweisungen sollten Bund und Länder gemeinsam und geschlossen dafür sorgen, »dass wir möglichst gut über die schwierigen Wintermonate der Pandemie kommen«, forderte der CDU-Politiker.

Er wies zugleich Kritik an den Ländern aus der eigenen Bundestagsfraktion zurück. »Wir fühlen uns vom Bund nicht alleingelassen. Aber wir lassen umgekehrt auch den Bund nicht im Regen stehen. Wir werden als Länder unserer finanziellen Verantwortung in der Coronakrise gerecht«, sagte Hans.

Allein das Saarland habe einen Nachtragshaushalt mit 2,1 Milliarden Euro an Corona-bedingten Sonderausgaben auf den Weg gebracht. Das entspreche der Hälfte eines regulären Landeshaushalts. »Wir gehen damit an die Schmerzgrenze dessen, was für ein Haushaltsnotlagenland wie das Saarland möglich ist«, sagte der CDU-Politiker.

Bei der Videokonferenz mit Merkel am Nachmittag handelt sich anders als bei den vielen Runden zur Corona-Politik in den vergangenen Monaten um einen regulär anstehenden Bund-Länder-Termin. Deshalb wird es zwar um die Pandemie gehen, aber auch um viele andere Themen. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert sind zu Corona keine »neuen Beschlüsse in der Sache« zu erwarten.

Vorab beraten die Länder unter sich. Mit Merkel wollen sie dann unter anderem über die Energiewende, Digitalisierung, Maßnahmen zum Bürokratieabbau und den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder sprechen.

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Intensivmediziner: »Für eine einzelne Krankheit ist das ganz schön viel«

02.55 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen stagniert, auch auf den Intensivstationen scheint sich die Lage einzupendeln. Allerdings auf einem sehr hohen Niveau. Ärzte sagen: Wir halten das aus. Noch. Lesen Sie hier mehr.

Lettland verlängert Corona-Notstand und verhängt neue Beschränkungen

02.15 Uhr: Angesichts steigender Infektionszahlen hat Lettlands Regierung den landesweiten Corona-Notstand um knapp einen Monat verlängert und zusätzliche Beschränkungen eingeführt. Auf Beschluss des Kabinetts in Riga gilt der bislang bis 6. Dezember ausgerufene Ausnahmezustand in dem baltischen EU-Land nun bis zum 11. Januar. Dies teilte Regierungschef Krisjanis Karins am späten Dienstagabend nach einer Marathonsitzung des Ministerkabinetts in Riga mit.

Die Regierung weitete zudem zum 3. Dezember die Mundschutzpflicht auf alle Innenräume mit Ausnahme der eigenen Wände aus. Auch wird wieder die sogenannte 2+2-Regel in Lettland eingeführt: Danach dürfen nicht mehr als zwei Personen zusammen sein und sie müssen einen Abstand von mindestens zwei Metern zu anderen Personen einhalten.

Einkaufszentren und Geschäfte – mit Ausnahme von Lebensmittelläden und solchen mit Waren für den täglichen Bedarf – bleiben an Wochenenden und Feiertagen dicht. Der Einzelhandel ist zudem verpflichtet, den Kundenstrom zu regulieren: Für jeden Kunden müssen künftig 15 Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Auch im Bildungswesen werden strengere Schutzmaßnahmen eingeführt. Fast alle Schulen stellen zum 7. Dezember auf Fernunterricht um – ausgenommen davon sind nur die Klassen 1 bis 4. Ab dem 4. Januar müssen zudem alle Schüler und Lehrer im Unterricht Masken tragen.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete im Herbst einen rasanten Anstieg der Infektionsrate. Nach Angaben der EU-Behörde ECDC ist die Entwicklung in dem Ostseestaat aktuell schlechter als in Deutschland. Insgesamt wurden seit Beginn der Pandemie fast 18.000 Corona-Infektionen registriert.

Die Regierung in Riga hat deshalb Anfang November zum zweiten Mal einen rund einmonatigen Notstand ausgerufen. Wie bereits im Frühjahr sind dadurch das öffentliche Leben und die wirtschaftlichen Aktivitäten eingeschränkt.

kim/bbr/fek/nck/cop/apr/dpa/Reuters/AFP/sid