Corona-News am Mittwoch FDA lässt vorbeugendes Coronamedikament zu

Ein Coronamedikament von AstraZeneca soll bei Menschen mit erhöhtem Risiko einen schweren Verlauf verhindern. In den USA wurde nun grünes Licht gegeben, ein Ersatz für Impfstoffe ist es aber nicht. Das war der Überblick am 8. Dezember.
Der Campus der US-Arzneimittelbehörde in Silver Spring in Maryland

Der Campus der US-Arzneimittelbehörde in Silver Spring in Maryland

Foto: Jacquelyn Martin / dpa

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+++ FDA lässt vorbeugendes Coronamedikament zu +++

23.52 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat dem Corona-Medikament Evusheld des britisch-schwedischen Unternehmens AstraZeneca eine Notfallzulassung erteilt. Das gab die FDA bekannt. Der Antikörper-Cocktail soll bei Menschen mit erhöhtem Coronarisiko einen schweren Verlauf verhindern. Profitieren könnten unter anderem Krebspatienten und Menschen, die immunsuppressive Medikamente einnehmen. Gesundheitsexperten schätzen, dass etwa zwei bis drei Prozent der US-Bevölkerung in diese Gruppe fallen.

Antikörpermedikamente sind bereits seit mehr als einem Jahr ein Standard in der Behandlung von Covid-Erkrankungen. Doch das nun zugelassene Medikament ist nicht zur kurzfristigen Behandlung, sondern für langfristige Vorbeugung bestimmt.

Ein Ersatz für Impfstoffe sind derartige Medikamente aber nicht, wie die FDA und andere Gesundheitsbehörden betonten. Impfungen blieben die wirksamste, dauerhafteste und auch wirtschaftlichste Form des Virenschutzes; die Herstellung von Medikamenten koste oft mehr als 1000 Dollar pro Dosis, eine Impfung in der Regel weniger als 30 Dollar pro Spritze.

CDC-Chefin: bisher milde Omikron-Verläufe in den USA

23.10 Uhr: Mehr als 40 Menschen in den USA haben sich bisher mit der Omikron-Variante infiziert und mehr als drei Viertel von ihnen waren geimpft, doch fast alle von ihnen seien nur leicht erkrankt. Das sagte die Leiterin der US-Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) Rochelle Walensky in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Associated Press (AP).

Walensky fügte hinzu, dass die Daten sehr begrenzt seien und die Behörde an einer detaillierteren Analyse arbeite. In fast allen Fällen, die bisher beobachtet wurden, sei die Krankheit jedoch mild verlaufen, wobei als Symptome hauptsächlich Husten, Verstopfung und Müdigkeit gemeldet wurden. Eine Person wurde ins Krankenhaus eingeliefert, aber es wurden keine Todesfälle gemeldet.

Der erste Omikron-Fall in den USA wurde am 1. Dezember gemeldet. Bis Mittwochnachmittag hatten die CDC 43 Fälle in 19 Bundesstaaten registriert. Mehr als drei Viertel dieser Patienten seien geimpft worden, ein Drittel habe Auffrischungsimpfungen erhalten, sagte Walensky.

Kimmichs Quarantäne endet nach negativem Test

21.51 Uhr: Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich steht dem FC Bayern München nach einem negativen Coronatest ab diesem Donnerstag wieder zur Verfügung. Sportvorstand Hasan Salihamidžić sagte vor dem Champions-League-Spiel gegen den FC Barcelona: »Frei getestet ist er, heute Nacht endet seine Quarantäne.«

Nun werde es natürlich Untersuchungen geben. »Ich kenne unseren Jo, der wird natürlich alles geben, um schnell wieder zurückzukommen«, sagte Salihamidžić bei DAZN, »aber wir müssen vernünftig sein.« Man werde sich mit Trainer Julian Nagelsmann und den Ärzten zusammensetzen und entscheiden, was das Beste sei. Nagelsmann hatte bereits darauf hingewiesen, Kimmich behutsam wieder in das Team zurückführen zu wollen.

Kimmich hatte in den vergangenen Wochen für heftige Diskussionen gesorgt, weil er nicht gegen das Virus geimpft ist. Der 26-Jährige fehlte nun knapp vier Wochen.

Dänemark schickt Kinder in »verlängerte Weihnachtsferien«

19.57 Uhr: Aufgrund hohe Coronazahlen werden die Schulkinder in Dänemark vor Weihnachten vorzeitig nach Hause geschickt. Für die Schülerinnen und Schüler von der Vorschule bis zur zehnten Klasse bedeute das »verlängerte Weihnachtsferien« vom 15. Dezember bis zum 4. Januar, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen. Der Nachrichtenagentur Ritzau zufolge soll eine Notbetreuung angeboten werden; so weit wie möglich sollen die Kinder auch Online-Unterricht erhalten.

Wie Frederiksen weiter sagte, müssen zudem Diskotheken und ähnliche Einrichtungen im Nachtleben ab Freitag schließen. Konzerte mit mehr als 50 stehenden Gästen in Innenräumen sind ab dann ebenfalls untersagt.

Auch wenn Beschränkungen eingeführt würden, handele es sich um keinen Lockdown, unterstrich Frederiksen. Man sei weiter der Ansicht, dass es möglich sei, große Teile der Gesellschaft geöffnet zu halten. Man fordere zur Arbeit aus dem Homeoffice und auch dazu auf, Weihnachtsfeiern abzusagen.

Großbritannien verschärft Maßnahmen

19.27 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen in England angekündigt. »Es ist zunehmend klar geworden, dass Omikron sich sehr viel schneller ausbreitet als die Delta-Variante«, sagte der konservative Regierungschef bei einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz in der Londoner Downing Street. In Großbritannien wurden Johnson zufolge bisher durch Genom-Sequenzierung bereits 568 Omikron-Fälle bestätigt.

Die Maßnahmen sehen unter anderem die Aufforderung zum Arbeiten von zu Hause vor, zudem eine Maskenpflicht für Theater und andere Veranstaltungen sowie die Pflicht zum Vorlegen eines Immunitätsnachweises oder eines negativen Testergebnisses beim Einlass zu Großveranstaltungen und Nachtklubs. Die Regelungen sollen im Laufe der kommenden Woche schrittweise in Kraft treten.

Weltgesundheitsorganisation: Omikron-Virusvariante inzwischen in 57 Ländern

18.12 Uhr: Die Omikron-Variante des Coronavirus ist bereits in mindestens 57 Ländern nachgewiesen worden. Das berichtete der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Die Zahl der Omikron-Infektionen steige in Südafrika stark, aber es sei zu früh zu sagen, ob sich das Virus in anderen Weltregionen ähnlich ausbreite. »In Südafrika steigen die Omikron-Fälle schnell, aber Omikron wurde dort entdeckt, als die Übertragung der Delta-Variante niedrig war, so hatte es wenig Konkurrenz«, sagte Tedros.

Auch erste Meldungen, die darauf hindeuten, dass Omikron in Südafrika einen milderen Krankheitsverlauf verursacht, seien noch mit Vorsicht zu genießen. Es sei zu früh für konkrete Aussagen. Tedros rief Regierungen auf, Corona-Schutzmaßnahmen ernstzunehmen und umzusetzen. »Wenn Länder warten, bis sich die Krankenhäuser füllen, ist es zu spät«, warnte er.

Neu-Gesundheitsminister Lauterbach: Beenden der Coronapandemie wichtigste Aufgabe

17.28 Uhr: Der neue Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat einen entschiedenen Kampf gegen die Coronakrise angekündigt. »Die wichtigste Aufgabe für das Haus ist, die Pandemie für Deutschland zu beenden«, sagte der SPD-Politiker bei der Amtsübernahme in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Lauterbach

Bundesgesundheitsminister Lauterbach

Foto: STEFANIE LOOS / AFP

Es solle alles daran gesetzt werden, mit der neuen Virusvariante Omikron fertig zu werden. Auffrischimpfungen sollten so schnell wie möglich in der Fläche fortgesetzt werden. »Wir werden so lange Boostern und Impfen, bis wir die Pandemie zu einem Ende gebracht haben«, sagte Lauterbach. Dies sei gemeinsam zu schaffen.

Kaufhauskette Woolworth klagt gegen 2G-Regel

17.22 Uhr: Die Kaufhauskette Woolworth hat beim Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen Klage gegen die 2G-Regelung im Einzelhandel eingereicht. Ein Gerichtssprecher sagte in Münster, das Unternehmen wolle im Eilverfahren die vorläufige Außervollzugsetzung der Regelung im bevölkerungsreichsten Bundesland erreichen. Nach der 2G-Regelung haben nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu vielen Läden. Ausgenommen von der Verschärfung der Coronaregeln sind Läden des täglichen Bedarfs, also etwa Supermärkte, Lebensmittelgeschäfte und Drogerien.

Das Unternehmen sehe in der 2G-Regel einen unangemessenen Eingriff in die grundgesetzlich garantierte Berufsfreiheit und die Eigentumsgarantie, sowie einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz, sagte der Gerichtssprecher. Woolworth argumentiere, dass die Einführung der 2G-Regel unverhältnismäßig und unangemessen sei. Denn es sei zweifelhaft, ob vom Einzelhandel angesichts der vorhandenen Schutzmaßnahmen wie der Maskenpflicht überhaupt signifikante Infektionsgefahren ausgingen.

Mit einer Entscheidung über den Eilantrag sei in dieser Woche nicht mehr zu rechnen sagte der Sprecher. Hätte die Kaufhauskette mit ihrer Normenkontrollklage Erfolg, würden davon nicht nur die Woolworth-Filialen profitieren, sondern auch alle anderen Einzelhändler in NRW. Von Woolworth war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Neu-Kanzler Scholz zu Coronapandemie: »Die Gesellschaft ist nicht gespalten«

17.12 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht mit Blick auf die Auswirkungen der Coronapandemie keine Spaltung der Gesellschaft. »Die Gesellschaft ist nicht gespalten«, sagte Scholz am Mittwoch dem Fernsehsender »Welt«. »Die allermeisten Bürgerinnen und Bürger haben sich impfen lassen«, sagte er weiter. Es sei nun Aufgabe der neuen Bundesregierung, diejenigen zu überzeugen, die sich bislang gegen eine Impfung entschieden hätten. »In der Demokratie hilft nur Überzeugung und das Wort«, erklärte der SPD-Politiker, der am Morgen im Bundestag zum neunten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt worden war.

Scholz warb noch einmal eindringlich für eine Impfung gegen das Coronavirus. Gerade für diejenigen, die noch nicht geimpft seien, seien nun »sehr weitreichende Einschränkungen« auf den Weg gebracht worden, die aber notwendig seien, um die gesamte Bevölkerung zu schützen, betonte Scholz.

Die neue Bundesregierung werde weiterhin intensiv daran arbeiten, dass sich möglichst viele impfen ließen und ihre Auffrischungsimpfungen erhielten, sagte Scholz. Das werde auch der frisch vereidigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) tun. »Es ist sehr gut, dass Karl Lauterbach vom Fach ist«, sagte Scholz. Er kenne sich gut aus und stehe »auf der Höhe der wissenschaftlichen Debatte«. Es gehe nun darum, die Krise zu bekämpfen und auch die bestehenden Schwachstellen im Gesundheitswesen anzupacken, sagte er.

Wiener Opernball erneut abgesagt

17.01 Uhr: Der Wiener Opernball 2022 wird nicht stattfinden. Der Opernball mit seinen Tausenden Gästen wäre in der jetzigen Corona-Situation das falsche Signal, sagte Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer (Grüne) am Mittwoch der österreichischen Nachrichtenagentur APA. Statt weiter für das als gesellschaftlicher Höhepunkt geltende Ereignis zu planen, habe die Staatsoper nun die Möglichkeit in den durch die Absage frei werdenden Tagen »ein schönes Programm für Jung und Alt zusammenzustellen«. Der Ball sollte am 24. Februar stattfinden.

Zum stets ausverkauften Opernball kommen rund 5300 Gäste. Außerdem arbeiten etwa 2000 Menschen vor und hinter den Kulissen. Bereits 2021 war der Opernball wegen der Pandemie abgesagt worden.

Rund vier Prozent der Hauskatzen in Europa hatten im Jahr 2020 Corona

16.31 Uhr: Rund vier Prozent der Hauskatzen in Europa haben sich einer Studie zufolge im Frühjahr und Sommer 2020 mit dem Coronavirus infiziert. Wie die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) mitteilte, untersuchten deutsche und niederländische Forschende insgesamt 2160 Blutproben von Katzen aus Deutschland, dem Vereinigten Königreich, Italien und Spanien. Ihre Ergebnisse veröffentlichte das Forscherteam unter der Leitung von Albert Osterhaus von der TiHo im Dezember im Journal »Emerging Infectious Diseases« des US-amerikanischen Centers for Disease Control. Demnach erprobten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Test, der in tierärztlichen Laboren eingesetzt werden kann. Sie gehen davon aus, dass sich die Katzen bei ihren Besitzerinnen und Besitzern angesteckt haben.

»Unsere Studie bietet einen guten Überblick über Europa«, sagte Osterhaus laut Mitteilung. Die Blutproben der Tiere stammten aus einem Labor, an das sie unabhängig von Corona geschickt worden waren. Insgesamt fanden die Forschenden in 4,4 Prozent aller Blutproben spezifische Antikörper – der Anteil der positiv getesteten Katzen in Spanien war am höchsten und in Großbritannien am niedrigsten. »4,2 Prozent der Proben aus Deutschland enthielten Sars-CoV-2 spezifische Antikörper«, hieß es.

Der Studienleiter geht davon aus, dass sich die Katzen ausschließlich bei Menschen angesteckt haben. »In dieser frühen Phase der Pandemie waren Menschen die einzig denkbare Infektionsquelle.« Obwohl erkrankte Katzen das Virus ausscheiden, gibt es den Forschern zufolge keine Hinweise darauf, dass die Tiere Menschen anstecken. Aber: »Wir müssen trotzdem wachsam sein.« Osterhaus riet Tierärztinnen und Tierärzten dazu, Katzen im Zweifelsfall per PCR-Test auf eine Coronainfektion zu untersuchen. Bei einer aktuellen Infektion sollten Tierhalter auch im Umgang mit ihren Katzen Hygiene- und Abstandsregeln einhalten.

Britische Regierung verurteilt »Abzockerei« bei Coronatests

16.18 Uhr: Die britische Regierung hat die Ausbeutung von Reisenden durch private Coronatestzentren als »Abzockerei« verurteilt. Andrew Tyrie, Mitglied des Oberhauses, beklagte in der BBC außerdem »irreführende Werbung« im Internet, schlechten Service und überhöhte Preise bei den Tests. Das Gesundheitsministerium bezeichnete es daraufhin als »inakzeptabel«, wenn private Unternehmen in dieser Sache »Profit« auf Kosten von Urlaubern machten.

Seit der Ausbreitung der Omikron-Variante des Virus wird in Großbritannien die Vorlage immer neuer Tests verlangt. Außer der Vorlage eines Tests zwei Tage nach der Einreise ist nunmehr die Vorlage eines Tests erforderlich, der vor der Abreise gemacht wurde. Dabei kommen die zurückkehrenden Reisenden insbesondere bei Reisen ins Ausland nicht um Tests bei Privatunternehmen herum.

Nachdem sich zahlreiche Bürger darüber beschwert hatten, dass Test-Ergebnisse zu spät oder überhaupt nicht eingingen, hatte die Aufsichtsbehörde im September auf das Risiko eines »nach unten gerichteten Wettbewerbs« hingewiesen und Untersuchungen bei mehreren Anbietern eingeleitet. Das Gesundheitsministerium erklärte, Anbieter mit mangelnden Leistungen würden von der amtlichen Website gestrichen.

Der ehemalige Leiter der britischen Marktaufsichtsbehörde Tyrie sagte, wenn die Missstände vor den Weihnachtsfeiertagen nicht abgestellt würden, wäre dies »skandalös«. Der britische Reisesektor warnte, die hohen Kosten für die Covid-Tests schreckten potenzielle Reisende ab und die betroffenen Unternehmen könnten pleitegehen.

Profivereine in Baden-Württemberg starten Impfoffensive

16.14 Uhr: Die Profisportvereine in Baden-Württemberg rufen gemeinsam mit ihrer Landesregierung in einer besonderen Kampagne zur Coronaimpfung auf. Unter dem Motto »Unsere Offensive: Impfen« findet vom 15. bis 16. Dezember in zahlreichen Stadien und Sporthallen eine 24-stündige Impfaktion statt. Zielgruppe sind vor allem Ungeimpfte, unter anderem wird Fußball-Bundesligist VfB Stuttgart mit der Mercedes-Benz Arena seine Heimspielstätte zur Verfügung stellen.

»Teamsport leistet seit Generationen einen Beitrag zu Integration und Solidarität in unserem Land, sagte VfB-Vorstandsboss Thomas Hitzlsperger: »Wir sind uns deshalb der Vorbildfunktion bewusst, die wir auch für jene Menschen haben, die bisher skeptisch gegenüber der Impfung sind.«

Auch andere Fußballklubs wie der SC Freiburg oder der Karlsruher SC, Handballvereine wie HBW Balingen-Weilstetten oder mit den MHP Riesen Ludwigsburg und dem VfB Friedrichshafen Bundesligisten im Basketball und Volleyball unterstützen die Kampagne. Die Profiklubs machen mit ihrer Reichweite bei Social Media Werbung für die Impfkampagne.

Lockdown in Österreich endet für Geimpfte und Genesene am kommenden Sonntag

15.02 Uhr: Der Lockdown in Österreich endet in der Nacht zum kommenden Sonntag nur für die Geimpften und Genesenen. Das haben Bundesregierung und Länder beschlossen. Ungeimpfte müssen weiterhin die Ausgangsbeschränkungen beachten. Die Öffnung werde begleitet von einem »Mindeststandard an Schutzmaßnahmen«, um einem neuerlichen Anstieg der Coronainfektionen vorzubeugen, sagte Kanzler Karl Nehammer (ÖVP).

So gelte in Innenräumen eine FFP2-Maskenpflicht. Der Handel und die Friseure dürfen bundesweit am 13. Dezember wieder aufsperren. Die Gastronomie müsse eine Sperrstunde von 23.00 Uhr beachten. Die Nachtgastronomie und die Après-Ski-Lokale bleiben nach den Worten von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) geschlossen. Den Bundesländern stehe es frei, strengere Regeln zu treffen, hieß es.

Seit dem 22. November heruntergefahren

Es kommt zu einem regionalen Flickenteppich von Maßnahmen. So hat die Stadt Wien bereits angekündigt, dass Gastronomie und Hotellerie erst eine Woche später wieder Gäste empfangen dürfen. Die Bundesländer Tirol, Vorarlberg und das Burgenland wollen dagegen nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA großflächig öffnen. Das Bundesland Oberösterreich will bis zum 17. Dezember komplett im Lockdown bleiben. Im Bundesland Salzburg sollen Hotels und Lokale am 17. Dezember öffnen.

Der 20-tägige Lockdown seit 22. November war eine Konsequenz aus der massiven vierten Coronawelle. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zu Beginn der Maßnahme bei 1100 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner innerhalb einer Woche. Inzwischen ist sie auf etwa 530 gesunken. Handel, Gastronomie und Hotellerie hatten massiv auf eine Öffnung gedrängt. Sonst sei das so wichtige Weihnachtsgeschäft völlig verloren.

Berliner Senat will Obdachlose ohne 3G-Nachweis nicht an Bahnsteigen

14.31 Uhr: Im Berliner Nahverkehr gelten ab sofort striktere Maßnahmen gegen das Coronavirus. Die 3G-Regel, nach der ausschließlich Geimpfte, Genesene und Getestete mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren dürfen, betrifft nicht nur Fahrgäste, sondern auch Obdachlose, die in Bahnhöfen Schutz vor der Kälte suchen, berichtet die Berliner Zeitung . »Grundsätzlich ist es so, dass Kontrolleure Personen abweisen müssen, die die 3G-Bedingung nicht erfüllen«, teilte die Berliner Sozialverwaltung laut der Zeitung mit.

Aufgrund des Zwecks der Verordnung sei es »nicht möglich, eine Ausnahme für obdachlose Personen zu schaffen«, heißt es laut der Berliner Zeitung in der Antwort der Sozialverwaltung weiter. »Aus Gründen des Infektionsschutzes ist eine Ausnahmeregelung nicht erwünscht.«

Die Anstrengungen, Testangebote und ausreichend Aufenthaltsräume für obdachlose Menschen anzubieten, seien jedoch enorm, heißt es aus der Sozialverwaltung. So sei etwa ein spezielles Testangebot und die Eröffnung eines neuen Tagestreffs vorgesehen.

Uno-Menschenrechtsbeauftragte mahnt zur Achtung der Grundrechte bei Impfpflicht

13.48 Uhr: Die Uno-Menschenrechtsbeauftragte Michelle Bachelet hat bei der Einführung von Impfpflichten die Achtung der Grundrechte angemahnt. Verpflichtende Impfungen »müssen den Grundsätzen der Rechtmäßigkeit, Notwendigkeit, Verhältnismäßigkeit und Nichtdiskriminierung entsprechen«, sagte Bachelet bei einem Videoseminar des Uno-Menschenrechtsrats. »Unter keinen Umständen darf Menschen ein Impfstoff unter Zwang verabreicht werden.«

In Deutschland und anderen EU-Ländern wird über allgemeine oder berufsspezifische Impfpflichten gegen das Coronavirus diskutiert. In Österreich soll bereits im Februar eine allgemeine Coronaimpfpflicht in Kraft treten. Belgien etwa plant eine Impfpflicht für Personal in Alten- und Pflegeheimen ab April. Der nun vereidigte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte angekündigt, ein Gesetzgebungsverfahren zur allgemeinen Coronaimpfpflicht »zeitnah« auf den Weg zu bringen.

Derartige Maßnahmen, die auf den Schutz von Menschenleben abzielten, seien »natürlich von höchster Legitimität und Bedeutung«, sagte Bachelet. Dennoch sollten »Impfpflichten nur dann eingesetzt werden, wenn dies zur Erreichung zwingender Ziele im Bereich der öffentlichen Gesundheit notwendig ist« und »wenn weniger einschneidende Maßnahmen wie das Tragen von Masken und soziale Distanzierung nachweislich nicht ausreichen«.

Ähnlich hatte sich auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) positioniert. Impfpflichten sollten nur als »absolut letztes Mittel« erlassen werden, »wenn alle anderen machbaren Optionen zur Verbesserung der Impfaktivität ausgeschöpft wurden«, sagte der WHO-Regionaldirektor für Europa, Hans Kluge.

Steinmeier fordert konsequenten Coronakurs von der neuen Regierung

13.55 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die neue Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) zu einem entschiedenen Vorgehen gegen die Coronapandemie aufgerufen. »Die Menschen hoffen darauf, dass Sie Führung zeigen und – gemeinsam mit den Ländern – die notwendigen Maßnahmen ergreifen«, sagte das Staatsoberhaupt bei der Ernennung des künftigen Kabinetts in Berlin. »In der akuten Notlage kommt es darauf an, nicht auf die Lautesten zu hören, sondern dafür zu sorgen, dass uns die Pandemie nicht ein weiteres Jahr fest im Griff hält und öffentliches Leben wieder selbstverständlich werden kann.«

Steinmeier sagte, die Realität im Herbst 2021 sei »bitterernst«. Er wisse, dass die neue Regierung die große Verantwortung ernst nehme, die jetzt auf ihren Schultern laste. Er appellierte zugleich an alle Bürgerinnen und Bürger: »Diese Krise fordert nicht nur Politik, sie fordert uns alle. Es kommt auf jeden von uns an.« Es gelte jetzt ganz konkret, Kontakte zu reduzieren und sich impfen zu lassen.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier

Foto: Bernd von Jutrczenka / AFP

Der Bundespräsident sagte mit Blick auf diskutierte Maßnahmen wie eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen und eine allgemeine Impfpflicht: Sie erhöhten auch Druck auf ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger.« Niemand in Regierung und Parlament werde sich die Entscheidung leicht machen. »Umso mehr bitte ich alle: Gerade in dieser angespannten Lage sollten gute Argumente sprechen, nicht Verachtung, nicht Wut, schon gar nicht Hass.»

Bei allem Streit, allen Zweifeln und allen Wunden, die die Pandemie geschlagen habe, gelte: »Wir wollen uns auch nach der Krise noch in die Augen schauen können.« Auch wenn es zu einzelnen Maßnahmen unterschiedliche Meinungen gebe: »Lassen wir nicht zu, dass die Pandemie uns dauerhaft auseinandertreibt«, mahnte Steinmeier.

Johnson entschuldigt sich für Mitarbeiter-Video bei Weihnachtsfeier

13.21 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat sich für unpassende Reaktionen seiner Mitarbeiter auf eine mutmaßliche Feier während des Coronalockdowns vor einem Jahr entschuldigt. Er verstehe, dass das veröffentlichte Video im ganzen Land Wut und Unmut ausgelöst habe, sagte Johnson im Parlament. Er entschuldige sich für den Eindruck, der entstanden sei. Er sei selbst wütend. Ihm sei versichert worden, es seien keine Coronaregeln gebrochen worden, betonte Johnson. Der Premier kündigte eine interne Untersuchung an. Falls Regeln gebrochen wurden, werde es Folgen für die Beteiligten geben.

Johnson hatte angesichts der Berichte über die Feier Dutzender Regierungsbeamter im Amtssitz des Premierministers in der Downing Street am 18. Dezember 2020 stets betont, es seien keine Coronaregeln gebrochen worden. Ein am Dienstagabend veröffentlichtes internes Video aus der Downing Street legt aber das Gegenteil nahe. Die Opposition nannte Johnson daraufhin einen Lügner. Nun ruderte der Premier zurück.

Südkorea registriert erstmals mehr als 7000 Coronaneuinfektionen

12.43 Uhr: Südkorea hat so viele Coronaneuinfektionen an einem Tag registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Wie die Gesundheitsbehörden mitteilten, überstiegen die Fallzahlen am Dienstag erstmals die Schwelle von 7000. Die weitaus meisten der 7175 Infektionen wurden demnach erneut in der Hauptstadt Seoul und der Umgebung erfasst. Die Gesamtzahl kletterte auf 489.484.

Die Coronazahlen in Südkorea sind vergleichsweise niedrig, allerdings verzeichnete das Land zuletzt tendenziell steigende Werte. Laut der Behörde für Krankheitskontrolle und Prävention erhöhte sich die Zahl der Infektionen besonders unter älteren Menschen, bei denen die Wirkung der Impfungen nachgelassen habe. Betroffen sind demnach auch Kinder, die bisher noch nicht gegen das Virus immunisiert wurden. Premierminister Kim Boo Kyum betonte, dass besonders eine Auffrischungsimpfung für Senioren nötig sei.

Die Regierung hatte zuletzt die coronabedingten Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen wieder verschärft. Die Pläne, in diesem Monat die nächste Stufe der »allmählichen Rückkehr zur Normalität« umzusetzen, wurden dadurch vorerst verschoben.

Verfassungsgerichtshof lässt neue bayerische Coronaregeln in Kraft

12.23 Uhr: Die im Dezember noch einmal deutlich verschärften bayerischen Coronaregeln bleiben unverändert in Kraft. Der Bayerische Verfassungsgerichtshof lehnte es ab, einzelne Vorschriften der bayerischen Coronaverordnung durch einstweilige Anordnung außer Vollzug zu setzen. Es sei zudem »nicht davon auszugehen, dass die Popularklage im Hinblick auf die aktuell geltenden Vorschriften in der Hauptsache erfolgreich sein wird«, teilte das Gericht mit.

Keine Überschreitung des Infektionsschutzgesetzes

Der Antragsteller hatte unter anderem eine Ungleichbehandlung von Geimpften und Nicht-Geimpften beklagt und die Coronaregeln gleich reihenweise außer Vollzug setzen lassen wollen: etwa das Verbot von Weihnachtsmärkten oder die 2G- und 2G-plus-Regelungen.

Das höchste bayerische Gericht wies sämtliche Forderungen zurück: Es sei nicht ersichtlich, dass die Staatsregierung die Spielräume im Bundesinfektionsschutzgesetz überschritten habe oder unter Verletzung von Grundrechten der Bayerischen Verfassung gehandelt habe. Die Richter verwiesen dabei auf die zugespitzte Coronalage in Bayern.

Ifo-Studie: 2G-Regeln erhöhen die Impfbereitschaft

12.13 Uhr: Der Ausschluss von Ungeimpften aus vielen Lebensbereichen erhöht einer Studie zufolge die Bereitschaft, sich impfen zu lassen. Ein Vergleich der Erstimpfungen in Landkreisen und Bezirken an der deutsch-österreichischen Grenze von Anfang Oktober bis Anfang Dezember habe gezeigt, dass die frühere Ankündigung und Umsetzung von 2G-Regeln in Österreich dort zu einem schnelleren Anstieg der Zahlen führte als in Deutschland, teilte das Ifo-Institut mit. In den österreichischen Grenzbezirken sei der durchschnittliche Anteil Erstgeimpfter in diesem Zeitraum von 61,1 auf 68 Prozent (plus 6,9 Prozentpunkte) gestiegen, auf deutscher Seite dagegen nur von 57,2 auf 61 Prozent (plus 3,8 Prozentpunkte).

Die Ankündigung eines allgemeinen Lockdowns in Österreich, der am 22. November begann, habe diesen Trend etwas abgeschwächt, sagte der Co-Autor der Studie, Volkswirtschafts-Professor Hannes Winner. »Gezielte Einschränkungen für Impfverweigerer scheinen daher die Impfbereitschaft stärker zu erhöhen als ein Lockdown für alle.«

Allerdings seien ab Mitte November auch in Deutschland Maßnahmen wie 2G-Regeln, Lockdowns für Ungeimpfte und eine Impfpflicht diskutiert und zum Teil umgesetzt worden. Dies habe die Unterschiede bei Erstimpfungen zwischen den beiden Ländern ebenfalls abgeschwächt.

Weltgrößter Corona-Impfstoffhersteller halbiert Produktion

11.43 Uhr: Der weltgrößte Impfstoffhersteller Serum Institute mit Sitz in Indien will seine AstraZeneca-Produktion um mindestens die Hälfte reduzieren. Grund sei, dass die Indiens Regierung keine neuen Bestellungen aufgegeben habe, sagte Firmenchef Adar Poonawalla dem indischen TV-Sender CNBC-TV18. Gleichzeitig kämen Bestellungen der internationalen Impfstoffinitiative Covax nur langsam herein. Derzeit produziere seine Firma pro Monat 250 Millionen Dosen AstraZeneca, das in Indien unter dem Namen Covishield vertrieben wird.

Das Serum Institute war Anfang Jahr als Hauptlieferant für die Impfstoffinitiative Covax vorgesehen, die dafür sorgen möchte, dass auch ärmere Länder an Impfstoff kommen. Poonawallas Firma lieferte dann zunächst auch Millionen Dosen ins Ausland – via Covax oder direkt an Länder. Aber als Indien im Frühjahr von einer heftigen Coronawelle überrollt wurde, stoppte die indische Regierung den Export und ließ ihn erst kürzlich erst wieder zu. In der Zwischenzeit mussten viele ärmere Länder Alternativen finden.

Rund 60 Prozent der indischen Bevölkerung einmal geimpft

In Indien haben rund 60 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Impfdose erhalten – die meisten den Impfstoff vom Serum Institute. Die Coronazahlen sind seit dem Ende der heftigen Welle im Frühling seit Monaten sehr gering – auch wenn sich viele nicht mehr an Coronaregeln halten. Antikörper-Studien zeigen, dass die meisten der mehr als 1,3 Milliarden Menschen im Land Antikörper haben – entweder wegen der Impfung oder der durchgemachten Krankheit. Die indische Regierung hat noch keine Pläne zu Booster-Impfungen angekündigt.

Impfgegner demonstrieren vor Lauterbachs Wohnung – Innenminister Reul warnt vor Radikalisierung

11.11 Uhr: Vier Impfgegner haben vor der Kölner Privatwohnung des SPD-Politikers Karl Lauterbach eine unangemeldete Demonstration veranstaltet. Die Polizei beendete die Versammlung am vergangenen Freitagabend, wie die Kölner Polizei bestätigte. Am Montag wurde bekannt, dass Lauterbach neuer Gesundheitsminister wird.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Coronaleugner Lauterbach ausgesucht hatten, weil er immer wieder in den Medien aufgetreten ist. In einem Bericht an den Innenausschuss des Düsseldorfer Landtags warnt das Innenministerium in diesem Kontext vor einer zunehmenden »Emotionalisierung und Radikalisierung« durch die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern, die vor allem Einschränkungen für nicht-immunisierte Menschen bedeuten. In Österreich, den Niederlanden und Belgien sei bereits eine »Verschärfung des Protestgeschehens bis hin zu gewalttätigen Ausschreitungen zu konstatieren.«

In den vergangenen Tagen hatte es mehrere Proteste von Gegnern der Corona-Maßnahmen vor den Privatwohnsitzen von Politikern gegeben. Am Montag versuchten mehrere hundert Menschen, vor das Wohnhaus von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig in der Schweriner Innenstadt zu gelangen. Die Polizei stoppte den Zug jedoch wenige hundert Meter vor Schwesigs Haus.

In Sachsen zogen Demonstranten am vergangenen Freitage mit Fackeln vor das Wohnhaus von Landesgesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Nach Polizeiangaben hatten sich dem Aufzug rund 30 Menschen angeschlossen. Die Protestaktion löste Entsetzen aus und wurde parteiübergreifend verurteilt.

Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte laut »WAZ« über die Radikalisierung von Coronaleugnern: »Wir müssen davon ausgehen, dass aus der Bewegung heraus auch weiter gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung agitiert wird, dass es nicht nur um Corona geht und dass ein Teil der Anhänger auch Gewalt befürwortet oder sogar anwenden wird.«

Labortests: Impfstoffe erzeugen schwächere Immunantwort gegen Omikron

10.39 Uhr: Erste Labor-Untersuchungen zur Wirkung von Coronaimpfstoffen gegen Omikron deuten auf eine schwächere Abwehrreaktion gegen die neue Variante hin. Die Virologin Sandra Ciesek vom Universitätsklinikum Frankfurt veröffentlichte erste Ergebnisse auf Twitter, die eine deutlich reduzierte Antikörper-Antwort auf die neue Variante zeigen. »Die Daten bestärken, dass die Entwicklung eines an Omikron angepassten Impfstoffs sinnvoll ist«, schrieb Ciesek dazu. Bereits am Vortag hatten südafrikanische Experten ähnliche Daten vorgelegt, wonach die Antikörperantwort bei Geimpften gegen Omikron schwächer ausfällt.

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Ciesek wies aber auch darauf hin, dass aus ihrer Auswertung nicht herauszulesen ist, ob Geimpfte bei Omikron vor einem schweren Verlauf geschützt sind. Denn die Immunantwort beruht nicht nur auf Antikörpern, sondern beispielsweise auch auf T-Zellen.

Um die Wirkung eines Impfstoffes gegen eine bestimmte Variante von Sars-CoV-2 zu untersuchen, machen Forscher in der Regel sogenannte Neutralisationstests. Es wird geschaut, wie viele Antikörper ein Geimpfter im Blut hat, die an die Virusvariante binnen können und sie damit ausschalten. Der tatsächliche Schutz von Geimpften kann damit aber nicht bestimmt werden, dafür braucht es klinische Studien mit Tausenden Probanden oder Auswertungen des laufenden Infektionsgeschehens.

Den Angaben von Ciesek zufolge ist die Antikörperantwort gegen Omikron drastisch reduziert im Vergleich zur Delta-Variante – auch bei Menschen mit Auffrischimpfung gibt es eine Reduktion. Die Daten sind bislang nicht von Fachkollegen begutachtet und nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht.

Forscher des Africa Health Research Institute in Südafrika hatten am Dienstag vorläufige Daten zur Wirksamkeit des Biontech/Pfizer-Vakzins gegen Omikron veröffentlicht. Die Ergebnisse legen einer Mitteilung zufolge nahe, dass die Virusvariante der Antikörperantwort von zweifach Geimpften entkommt. Bei Geimpften, die zusätzlich infiziert waren, war demnach aber eine beträchtliche Antikörperantwort messbar. Auch diese Ergebnisse sind noch nicht in einem Fachjournal veröffentlicht.

Bund organisiert zusätzliche Biontech-Impfdosen

10.28 Uhr: Der Bund hat zur Beschleunigung der Coronaimpfungen drei Millionen zusätzliche Impfdosen von Biontech organisiert, die andere EU-Staaten aktuell nicht benötigen. Sie sollen in dieser und zu Beginn der kommenden Woche den Ländern für die Impfzentren zur Verfügung gestellt werden, wie aus einem Bericht des scheidenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) an seine Länderkollegen hervorgeht. Auch über den Großhandel sollen demnach mehr Biontech-Dosen an Praxen gehen. Insgesamt soll der Bund damit in der Woche vom 13. Dezember acht Millionen Dosen Biontech und mehr als zehn Millionen Dosen von Moderna für Auffrischungsimpfungen ausliefern.

Bei vielen Ärzten und anderen Impfstellen hat es Proteste ausgelöst, dass der Bund für den meistgenutzten Impfstoff von Biontech kürzlich Bestell-Obergrenzen eingeführt hatte – da sich die Lager sonst zu schnell zu leeren drohten. Bund, Länder und Wissenschaftler betonen, dass Biontech wie Moderna für Verstärkungen (»Booster«) schon länger zurückliegender Impfungen gleichermaßen verwendet werden können.

Booster-Impfungen nehmen zu

10.24 Uhr: In Deutschland haben mittlerweile 15,6 Millionen Menschen eine zusätzliche Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 18,7 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht. Demnach sind allein am Dienstag 833.000 Auffrischimpfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Insgesamt gab es am Dienstag 973.000 Impfungen gegen das Virus.

Den vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze haben 57,5 Millionen Menschen (69,2 Prozent der Gesamtbevölkerung). Mindestens eine erste Impfung haben 60,0 Millionen Menschen (72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) bekommen. Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 84,1 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. In dem Bundesland sind mittlerweile 80,8 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht: Die Quote bei den Erstimpfungen liegt hier bei 61,3 Prozent, vollständig geimpft sind laut RKI 58,6 Prozent.

Fußball und Bundestagswahl verdrängen Corona in den Google-Charts

9.59 Uhr: Corona, RKI und Biontech-Aktie: Vor einem Jahr wurden die Suchanfragen bei Google noch von der Pandemie dominiert. In den Jahrescharts des Internet-Konzerns für Deutschland lag der Begriff »EM 2021« auf Platz 1.

In dem Jahresrückblick von Google landete die Bundestagswahl bei den allgemeinen Suchbegriffen hinter der EM 2021 auf dem zweiten Platz. Erst danach folgen allgemeine Suchabfragen zu Corona. Auf den Plätzen 4 und 5 folgen dann mit »Bundesliga« und »Olympia 2021« wieder zwei Sportthemen. Für seinen Jahresrückblick wertet die Suchmaschine Google allerdings nicht die meistgesuchten Begriffe aus, sondern den größten Anstieg beim Suchvolumen.

Für den großen Themenbereich Corona veröffentliche Google gesonderte Auswertungen. Vor einem Jahr waren noch keine Impfungen verfügbar, das konnte man auch an den Google-Abfragen ablesen. Besonders populäre Abfragen beschäftigten sich damals mit dem praktischen Umgang mit der Pandemie: Das spiegelte sich unter anderem in der Frage wider, die Nutzer häufig in das Suchfeld eingaben: »Wo bekomme ich Mundschutz her?«. In diesem Jahr war die Impfung dagegen ein Top-Thema. Die Menschen wollten wissen: »Wie lange hält die Corona-Impfung?«, »Wie lange kein Sport nach der Corona-Impfung?«, »Darf man nach der Corona-Impfung Alkohol trinken?« Erst auf Platz 11 der Fragen zu den Impfungen steht »Was spricht gegen die Corona-Impfung?«.

Steuerstundungen wegen Corona weiter möglich

9.53 Uhr: Wegen der anhaltenden Coronalage können Firmen und andere Steuerzahler weiterhin eine Stundung beantragen, ihre Steuern also später zahlen. Eine entsprechende Ausnahmeregelung sei verlängert worden, teilte das Finanzministerium mit. Steuern, die eigentlich zum 31. Januar fällig wären, könnten damit bis zum 31. März gestundet werden, wenn man »unmittelbar und nicht unerheblich« wirtschaftlich von der Krise betroffen sei. Auch Ratenzahlungen bis zum 30. Juni sind dem Schreiben zufolge möglich.

Begründet wird die Verlängerung mit weiterhin beträchtlichen wirtschaftlichen Schäden durch das Coronavirus. Die Stundungen sollten »unbillige Härten« vermeiden helfen. Nachweise, wie stark man von der Krise betroffen ist, sollten nicht allzu streng kontrolliert werden. Auch Vollstreckungen sollen bis Ende März ausgesetzt werden, außerdem können Vorauszahlungen für Einkommen- und Körperschaftsteuer nach unten angepasst werden.

Ungeimpfter AfD-Politiker Teichmann liegt mit Corona in Klinik – und zweifelt Impfschutz an

9.42 Uhr: Trotz einer Lungenerkrankung hat der sächsische Landtagsabgeordnete Ivo Teichmann, 54, sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Nach tagelangem Fieber, so berichtet es Teichmann der Bild-Zeitung , habe er sich vergangenen Donnerstag selbst in die Dresdener Uniklinik eingewiesen.

Auf die Frage, ob er seinen fehlenden Impfschutz trotz schwacher Lunge bereue, sagte Teichmann dem Boulevardblatt: »Das ist schwer zu sagen, ob mich die Impfung besser geschützt hätte. Wir sind alle Lernende in dieser Pandemie. Ich sage nicht, dass die Impfung nicht wirkt. Aber sie ist auch nicht das Allheilmittel. Jeder sollte selbst entscheiden. Mein Ergebnis ist noch offen...«

Im Dresdener Klinikum habe er Sauerstoff und eine Antikörper-Therapie erhalten, sagte Teichmann. Via Facebook dankte er dem Pflegepersonal für »aufopferungsvolle Arbeit.«

Teichmann hatte sich zuletzt immer wieder gegen die 2G-Regel ausgesprochen und in sozialen Medien vor dem Druck auf Ungeimpfte gewarnt.

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Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) wünschte dem AfD-Politiker aus dem Landtag eine »baldige Genesung«. Teichmann sei »ein Beispiel dafür (...), dass in Sachsen alle Menschen ohne Ansehen der Person oder ihre politische Haltung« die gleiche medizinische Behandlung erhielten.

Viele sorgen sich – vor allem um den eigenen Geldbeutel

8.38 Uhr: Der Optimismus ist im Herbst des zweiten Pandemiejahrs zur Generation Mitte zurückgekehrt, zumindest ein wenig. Auch wirtschaftlich geht es ihr gut. Und trotzdem sind die Sorgen groß, wie eine Umfrage unter 30- bis 59-Jährigen zeigt.

28 Corona-Tote in Pflegeheim – Patientenschützer fordert Klärung

07.01 Uhr: Nach dem Tod von 28 größtenteils ungeimpften Bewohnern eines Pflegeheims im thüringischen Rudolstadt fordert die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine Debatte über den Umgang mit Impfentscheidungen von Menschen, die unter Betreuung stehen. Eigentlich seien in solchen Fällen die behandelnden Ärzte in der Verantwortung, ein Betreuungsgericht anzurufen, um den Willen der Bewohner zu klären, sagte Vorstand Eugen Brysch. Das sei grundsätzlich nötig, wenn sich die Meinung von Arzt und Bevollmächtigten in Betreuungsfragen unterschieden. »Alles andere ist fahrlässig.«

In Rudolstadt hatte der Landkreis berichtet, dass Angehörige von Bewohnerinnen und Bewohnern teils von einer Corona-Impfung abgeraten hatten. Rund ein Drittel der mehr als 140 Menschen in der Einrichtung war demnach nicht geimpft. Nach Angaben des Heimbetreibers hatten alle 28 Gestorbenen einen Bevollmächtigten oder Betreuer. 22 von ihnen seien nicht vollständig geimpft gewesen. »Das ist die schwärzeste Zahl, die wir 2021 haben«, sagte Brysch.

In anderen Fällen sei es gelebte Praxis, dass in Betreuungsfragen, in denen sich die Meinungen von Ärzten und Vormunden unterscheiden, ein Gericht angerufen werde, das binnen 24 Stunden entscheiden könne, sagte Brysch weiter. Nach Angaben des zuständigen Betreuungsgerichts in Rudolstadt waren weder von Bewohnern, Ärzten oder der Heimleitung selbst entsprechende Anträge eingegangen. Grundsätzlich sei das aber auch bei Impffragen möglich, erläuterte ein Sprecher.

Der Heimbetreiber teilte mit, dass es aus seiner Sicht keine Anhaltspunkte für eine nicht ordnungsgemäße Wahrnehmung der Betreuung gegeben habe. Warum eine Impfung abgelehnt werde, sei in der Regel nicht nachprüfbar.

Fälle wie in Rudolstadt werde es in Zukunft häufiger geben, sagte Brysch. Er vermute, dass das auch schon in anderen Heimen vorgekommen sei. Es müsse daher schnell und allgemein geklärt werden, wie damit umzugehen sei. Damit könne man nicht warten, bis eine allgemeine Impfpflicht eingeführt ist. »Wir sind mitten in einer Pandemie und haben heute 900.000 Pflegeheimbewohner, bei denen geklärt werden muss, wer Verantwortung trägt.« Ein Nein des Betreuers oder Bevollmächtigten reiche nicht aus, es müsse der Willen des Patienten geklärt werden.

Boris Johnson wegen mutmaßlicher Weihnachtsfeiern unter Druck

6.54 Uhr: Nicht nur im Amtssitz des britischen Premierministers, sondern auch im Bildungsministerium ist während des Coronalockdowns vor einem Jahr eine Weihnachtsparty gefeiert worden. Etwa zwei Dutzend Mitarbeiter hätten sich am 10. Dezember 2020 in der Cafeteria der Behörde bei Getränken und Häppchen unterhalten, berichtete die Zeitung »Daily Mirror« am Mittwoch. Damals war es Mitgliedern verschiedener Haushalte verboten, sich zu treffen.

Das Bildungsministerium räumte die Veranstaltung ein. Der damalige Ressortchef Gavin Williamson habe sich bei seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre Leistung während der Pandemie bedanken wollen. Es wäre aber besser gewesen, wenn die Feier nicht stattgefunden hätte, hieß es. Dem »Mirror« sagte eine Quelle, das Vorgehen sei »rücksichtslos« gewesen.

Dieselbe Zeitung hatte als erstes über die scharf kritisierte Weihnachtsfeier in der Downing Street am 18. Dezember 2020 berichtet. Bisher beharren die Regierung und Premierminister Boris Johnson, der offenbar nicht an dem Treffen Dutzender Mitarbeiter teilnahm, darauf, dass es keine Weihnachtsparty gegeben habe und keine Corona-Regeln gebrochen worden seien. Ein am Dienstagabend veröffentlichtes internes Video legt aber einen anderen Schluss nahe.

RKI registriert 69.601 Neuinfektionen und 527 weitere Todesfälle

6.49 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages gemeldeten Corona-Toten hat den höchsten Stand seit Februar erreicht. Die Gesundheitsämter übermittelten dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen 24 Stunden 527 Fälle von Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind, wie aus RKI-Zahlen von Mittwochmorgen hervorgeht. Momentan ist die Zahl der täglich übermittelten Corona-Toten noch deutlich kleiner als zum Höhepunkt der zweiten Corona-Welle Ende vergangenen Jahres – und das, obwohl es momentan wesentlich mehr Ansteckungen gibt als damals. Experten führen das auf den positiven Effekt der Impfung zurück, die wirksam vor schweren Krankheitsverläufen schützt.

Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 427 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 432,2 gelegen – allerdings gab es dabei technische Schwierigkeiten bei der Übermittlung der Zahlen aus Sachsen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 442,9 (Vormonat: 201,1). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nun 69.601 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.28 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 67.186 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.291.621 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Wünsche ans Christkind – Coronakrise beschäftigt viele Kinder

6.36 Uhr: Ein Geschenk, das man nicht kaufen kann, steht auf den Weihnachtswunschzetteln vieler Kinder in diesem Jahr ganz oben: Die Pandemie soll endlich verschwinden. »Corona ist sehr präsent bei den Kindern«, sagt eine Sprecherin der Deutschen Post für die Christkindpostfiliale Engelskirchen. »Sie möchten mit den Großeltern Weihnachten feiern, sind genervt vom Masketragen und enttäuscht, weil Veranstaltungen abgesagt wurden, zu denen sie gerne hingegangen wären.«

Ähnliches berichtet die ehrenamtliche Leiterin des Weihnachtspostamts im unterfränkischen Himmelstadt, Rosemarie Schotte. »Corona kommt in sehr vielen Zuschriften vor.« Deshalb gehe das Himmelstädter Christkind in seinen Antwortbriefen auf das Thema ein. »Vor allem ihr Kinder und Jugendlichen musstet unter der Corona-Pandemie leiden«, heiße es da. »Aber Ihr habt alles ohne Murren ertragen. Dafür muss ich Euch sehr loben.«

Ärzteverbände beklagen unzuverlässige Impfstofflieferungen

6.25 Uhr: Ärzteverbände beklagen einen Mangel an Verlässlichkeit bei der Lieferung von Corona-Impfstoffen. »Inzwischen sind 14 Millionen Menschen in Deutschland geboostert, davon 10 Millionen in den Praxen. Bei diesem Tempo ist das Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Weihnachten nicht völlig unrealistisch«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Der Impffortschritt werde aber durch die Politik ausgebremst. Für die Impfungen in dieser Woche hätten Vertrags- und Betriebsärzte sowie der Öffentliche Gesundheitsdienst zusammen rund 6,5 Millionen Dosen Biontech-Impfstoff bestellt. »Geliefert werden wohl aber nur 2,9 Millionen Dosen und damit weniger als die Hälfte«, sagte Gassen.

Auch der Deutsche Hausärzteverband kritisierte die aktuelle Lage. »In den letzten Wochen hinkte die Impfkampagne leider deutlich hinterher, weil es versäumt wurde, für die große Nachfrage an Impfungen genügend Impfstoff zu bestellen«, sagte der Bundesvorsitzende Ulrich Weigeldt dem RND. Grundvoraussetzung für den Erfolg der Impfkampagne sei aber gerade, dass die Hausarztpraxen die bestellte Menge an Impfstoff vom jeweiligen Hersteller zu dem festgelegten Zeitpunkt auch zuverlässig erhielten.

Der scheidende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) versicherte am Dienstagabend noch einmal, dass es genügend Impfstoff gebe, um in den nächsten Wochen das Ziel von 30 Millionen Impfungen zu erreichen. Auf die Frage nach fehlendem Impfstoff in den Arztpraxen sagte er im ZDF-»heute-journal«, er verstehe, dass es im Alltag Frust und Wut gebe. »Dafür kann ich mich nur entschuldigen.«

Geboostert wird mit den Mitteln von Biontech und Moderna, wobei der Bund für Biontech kürzlich bis auf weiteres Bestell-Obergrenzen einführte – denn für den bisher am häufigsten genutzten Impfstoff leeren sich die Lager schnell.

Uno-Generalsekretär Guterres geht in Corona-Quarantäne

6.19 Uhr: Uno-Generalsekretär António Guterres geht wegen eines Kontaktes mit einer positiv auf Covid-19 getesteten Person in Quarantäne. »Er hat keine Symptome gezeigt und wurde zunächst negativ getestet«, bestätigte Sprecher Farhan Haq am Dienstagabend.

Aus Gründen der Vorsicht habe der 72-jährige Guterres aber alle Termine abgesagt und werde bis zu einem erneuten Test am Donnerstag aus seiner Residenz in Manhattan arbeiten. Um wen es sich bei der positiv getesteten Person handelte, ist bislang unklar.

Norwegen kündigt wegen Omikron-Variante neue Maßnahmen an

6.11 Uhr: Die norwegische Regierung hat wegen der neuen Omikron-Variante des Coronavirus eine Verschärfung der Kontaktbeschränkungen angekündigt. »Die Situation ist jetzt so ernst, dass wir neue Maßnahmen ergreifen müssen, um die Pandemie unter Kontrolle zu halten«, sagte Ministerpräsident Jonas Gahr Store am Dienstag. »Die Gefahr einer Überlastung der Gesundheitsdienste und die Ausbreitung der ansteckenden Omikron-Variante erfordert jetzt neue strenge Maßnahmen in unserem Land«.

Ab Donnerstag um Mitternacht sei die Zahl der Gäste in einer Wohnung auf höchstens zehn zu beschränken. In Bars und Restaurants gibt es nur noch Tischbedienung. Die Maßnahmen sind zunächst auf vier Wochen befristet, es gibt jedoch Ausnahmen für die Weihnachtsfeiertage. An diesen Tagen dürfen 20 Gäste kommen – solange ein Mindestabstand eingehalten wird.

Anlass für die neuen Beschränkungen ist ein Corona-Ausbruch mit der neuen Omikron-Variante bei einer Party in Oslo vergangene Woche. Bislang wurden 29 Fälle der neuen Variante in dem skandinavischen Land registriert.

Deutsche Bahn verschärft 3G-Kontrollen im Nahverkehr

5.35 Uhr: Von heute an verschärft die Deutsche Bahn die sogenannten 3G-Kontrollen im Regionalverkehr. Fortan sollen auch die sogenannten Kundenbetreuer, also Schaffnerinnen und Schaffner, bei der Ticketkontrolle überprüfen, ob die Fahrgäste geimpft, genesen oder getestet sind.

Bislang hatten das im Nahverkehr vor allem das Sicherheitspersonal übernommen. Allerdings bleibe es bei stichprobenhaften Überprüfungen, heißt es bei der Bahn. Es werde nur dann nach dem 3G-Nachweis gefragt, wenn die Kontrolleure von Sicherheitspersonal begleitet werden. Es würden stets zwei Beschäftigte bei der Kontrolle eingesetzt, um größtmögliche Sicherheit für die Kundenbetreuer im Nahverkehr zu gewährleisten.

Bereits seit dem 24. November gilt die 3G-Pflicht im Regional- und im Fernverkehr. Wer keinen entsprechenden Nachweis vorweisen kann, wird dazu aufgefordert, den Zug an der nächsten Station zu verlassen. Es droht ein Bußgeld von bis zu 2500 Euro.

Der Bahn zufolge war stets geplant, dass auch die Schaffnerinnen und Schaffner im Nahverkehr kontrollieren sollen. Vor ihrem erweiterten Einsatz mussten sie demnach noch speziell geschult werden.

»Nach ersten Erhebungen zeichnet sich auch im Regional- sowie im S-Bahnverkehr eine sehr hohe Akzeptanz der neuen Regeln bei unseren Fahrgästen ab«, teilte das Unternehmen mit. »Hier konnten rund drei Prozent der kontrollierten Reisenden keinen 3G-Nachweis vorzeigen.«

jok/mxw/flg/col/hba/dpa/AFP/Reuters/sid/AP
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