Corona-News am Mittwoch Durchsetzung von Corona-Regeln – Bahn verdoppelt Zahl der Sicherheitskräfte

Über Himmelfahrt rechnet die Bahn mit einem erhöhten Aufkommen – deswegen werden einem Bericht zufolge die Sicherheitsvorkehrungen hochgefahren. Und: San Marino bietet Sputnik-Impfung für Touristen an. Der Überblick.
Sicherheitskräfte der Bahn

Sicherheitskräfte der Bahn

Foto: Sven Hoppe/ dpa

Das war das Corona-Update am Mittwoch.

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+++ Bahn verdoppelt aktuell Zahl der Sicherheitskräfte in Zügen +++

21.33 Uhr: Die Deutsche Bahn rechnet am Himmelfahrts-Wochenende mit deutlich mehr Fahrgästen und will zur Durchsetzung der Corona-Regeln die Zahl der Sicherheitskräfte in Fernverkehrszügen verdoppeln. »Die zusätzlichen Mitarbeiter werden vor allem rund um die Ballungsräume und auf besonders nachgefragten Verbindungen Präsenz zeigen«, sagte ein Bahn-Sprecher dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Maßnahme solle für die Wochenenden Himmelfahrt, Pfingsten und Fronleichnam gelten. Am Freitag vor Pfingsten würden auf stark nachgefragten Strecken zusätzliche Verbindungen im Fernverkehr angeboten, hieß es.

FDA gibt grünes Licht für Corona-Schnelltest von Qiagen

23.27 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht für einen Schnelltest der Biotechfirma Qiagen zur Entdeckung von SARS-CoV-2-Antikörpern gegeben. Damit stehe das tragbare Testgerät medizinischem Personal in den USA zur Verfügung, teilt das im MDax notierte Unternehmen mit operativem Sitz in Hilden bei Düsseldorf mit. Der Antikörper-Test brauche nur etwa zehn Minuten, um mögliche Antikörper gegen das Virus nachzuweisen.

Biden ruft Eltern zur Impfung von Kindern auf

22.51 Uhr: Nach der Freigabe des Biontech/Pfizer-Impfstoffes für 12- bis 15-Jährige in den USA ruft Präsident Joe Biden Eltern auf, ihr Kinder impfen zu lassen. Die Zulassung für diese Altersgruppe sei ein weiterer riesiger Schritt im Kampf gegen die Pandemie, sagt er.

US-Gesundheitsbehörde unterstützt Biontech für Kinder ab zwölf

22.19 Uhr: Auch die US-Gesundheitsbehörde CDC unterstützt die Verabreichung des Corona-Impfstoffes von Pfizer/Biontech für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren. Ein Expertengremium der CDC sprach sich für die Anwendung bei den Minderjährigen aus, wie mehrere Medien übereinstimmend berichteten. Am Montag hatte die US-Arzneimittelbehörde FDA die Vakzinen bereits für diese Altersgruppe zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung zur Verabreichung ab 16 Jahren wurde entsprechend angepasst und erweitert. Viele lokale Behören in den USA hatten neben der FDA-Zulassung die Empfehlung der CDC abgewartet.

Vor den USA hatten schon Kanada und andere Länder den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA liegt ebenfalls ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern. In der EU darf das Mittel von Biontech/Pfizer bislang nur Menschen ab 16 Jahren gespritzt werden.

Die Unternehmen hatten vor einigen Wochen mitgeteilt, dass eine klinische Studie in der Altersgruppe von 12 bis 15 Jahren in den USA eine Wirksamkeit von 100 Prozent gezeigt habe. Die Impfung sei zudem auch gut vertragen worden. Die Nebenwirkungen hätten jenen in der Altersgruppe von 16 bis 25 Jahren entsprochen. Laut der FDA wurden den US-Behörden in den vergangenen Monaten etwa 1,5 Millionen Corona-Infektionen von Personen im Alter zwischen 11 und 17 Jahren gemeldet.

Die Impfung von Minderjährigen gilt als sehr wichtig für die Annäherung an die sogenannte Herdenimmunität, mit der die Pandemie unter Kontrolle gebracht werden soll.

Sportzuschauer in Spanien kehren langsam zurück

20.31 Uhr: Zum Saison-Finish kehren in Spanien die Zuschauer in einige wenige Fußball-Stadien der Primera División zurück. In Regionen mit besonders niedrigen Infektionszahlen werde man ab dem Wochenende wieder Fans der Heimclubs auf den Tribünen zulassen, teilten Gesundheitsministerin Carolina Darias und Sportminister José Manuel Rodríguez Uribes nach einem Treffen mit Vertretern der Liga und des Nationalverbandes in Madrid mit.

Als Bedingung nannte die linke Regierung eine 14-Tage-Inzidenz von höchstens 50. Diese Bedingung wird derzeit allerdings nur von den Regionen Valencia und Balearen erreicht. Das bedeutet, dass zum Beispiel die vier in Valencia beheimateten Klub der Primera División – FC Valencia, FC Villarreal, UD Levante und FC Elche – ab dem Wochenende wieder vor Zuschauern spielen dürfen. Die Zulassung der Fans gilt für die erste und zweite Fußball-Liga sowie für die erste Basketball-Liga.

Es wird den Angaben zufolge eine maximale Auslastung von 30 Prozent gestattet sein, wobei höchstens 5000 Zuschauer zugelassen sein werden. Bei der Eingangskontrolle wird es Temperaturmessungen geben. Alle Fans werden Schutzmaske tragen müssen. Das Rauchen und der Verzehr von Speisen und Getränken ist strikt untersagt. Die Fans werden im Stadion nur Wasser trinken dürfen.

Norwegen nimmt AstraZeneca aus Impfprogramm

18.55 Uhr: Norwegen verzichtet wie Dänemark bei seiner laufenden Impfkampagne gänzlich auf den Impfstoff von AstraZeneca. Das gab Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo bekannt. Damit folgt ihre Regierung den Empfehlungen eines Expertenausschusses und des nationalen Gesundheitsinstituts FHI, die beide zuletzt geraten hatten, den Corona-Impfstoff von AstraZeneca sowie das Präparat von Johnson & Johnson aufgrund des Risikos von seltenen, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen aus dem Impfprogramm zu streichen.

Das Präparat von Johnson & Johnson werde vorläufig nicht aus dem Programm gestrichen, der Einsatz aber weiter pausiert, sagte Solberg. Die Regierung prüfe, inwieweit dieser Impfstoff denjenigen angeboten werden könne, die sich damit freiwillig impfen lassen wollten.

Die Empfehlungen des Expertenausschusses basierten unter anderem auf der derzeitigen Infektionslage in Norwegen, die verglichen mit anderen Ländern recht gut ist. Das skandinavische Nicht-EU-Land hatte den Einsatz von AstraZeneca am 11. März vorsorglich gestoppt, nachdem seltene Blutgerinnsel bei Menschen nach der Impfung aufgetreten waren, darunter auch Todesfälle. Vor dem Stopp waren rund 138.000 Menschen im Land mit dem Präparat geimpft worden. Das Vakzin von Johnson & Johnson wurde bislang nicht verabreicht.

San Marino bietet Sputnik-Impfung für Touristen an

17.59 Uhr: Der Ministaat San Marino bietet Touristen künftig eine Corona-Impfung mit dem russischen Mittel Sputnik V an. Die Pläne für den Impftourismus bestätigte das Außenministerium der kleinen Republik am Mittwoch. Wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa berichtete, soll die Buchung eines Hotels plus Immunisierung vom kommenden Montag an möglich sein. Der Preis für die erforderlichen zwei Dosen des Impfstoffs liege bei 50 Euro, schrieb die Zeitung »Corriere della Sera« aus Mailand. Nach Angaben einer Sprecherin des Außenministeriums sollen die Details zu dem Angebot in Kürze publiziert werden.

San Marino hat nach zwischenzeitlich hohen Corona-Zahlen die Infektionen in den Griff bekommen. Laut offiziellen Angaben gab es dort am 11. Mai keine neuen Fälle innerhalb eines Tages. Sehr viele Bürger sind schon geimpft, viele mit Sputnik V.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema hat Sputnik V bisher nicht für die Europäische Union zugelassen. Nach Angaben der Behörde laufen die Inspektionen der Produktionsstätten. San Marino mit seinen rund 33.000 Einwohnern ist kein EU-Mitglied. Die Republik ist als Enklave von Italien umgeben und liegt in der Nähe der Adria-Stadt Rimini.

Maas sieht Italien-Urlaub im Sommer zuversichtlich

17.56 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas ist zuversichtlich, dass auch nicht gegen Corona geimpfte deutsche Touristen im Sommer in Italien Urlaub machen können. Er glaube, dass man dafür über entsprechende Konzepte die Voraussetzungen schaffen könne, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem italienischen Außenminister Luigi Di Maio in Rom. »Daran hat Italien natürlich als eines der beliebtesten deutschen Reiseziele ein hohes Interesse«, fügte er hinzu. Ganz Italien ist derzeit von der Bundesregierung noch wie der größte Teil Europas als Corona-Risikogebiet eingestuft.

Johnson kündigt unabhängige Untersuchung seiner Coronapolitik an

17.43 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat eine unabhängige Untersuchung zum Umgang seiner Regierung mit der Corona-Pandemie angekündigt. Die Untersuchung werde im Frühjahr 2022 beginnen und ihr Umfang mit den Regierungen von Schottland, Wales und Nordirland abgestimmt, sagte Johnson am Mittwoch im Parlament. Der Staat habe die Pflicht, »sein Handeln so gründlich und ehrlich wie möglich zu überprüfen und daraus für die Zukunft zu lernen«.

Die an der öffentlichen Untersuchung Beteiligten sollen laut Johnson das Recht haben, alle relevanten Dokumente anzufordern und Zeugen unter Eid aussagen zu lassen.

Großbritannien ist das am stärksten von der Coronapandemie getroffene Land in Europa. Johnson war zu Pandemiebeginn vorgeworfen worden, die Krisenbewältigung viel zu zögerlich in Angriff genommen und die Gefahren runtergespielt zu haben. Mittlerweile hat seine Regierung Umfragen zufolge in der Gunst der Bevölkerung aber wieder Boden gutgemacht, da die Impfkampagne in Großbritannien im Vergleich zu vielen anderen Ländern deutlich schneller vorangekommen ist.

Zuvor hatte die konservative Regierung Forderungen der Opposition nach einer Untersuchung ihrer Coronastrategie monatelang mit dem Argument zurückgewiesen, eine solche Untersuchung würde den anhaltenden Kampf gegen das Virus behindern.

Slowakei will Sputnik V ab Juni ohne EU-Zulassung einsetzen

17.23 Uhr: Der von der EU nicht zugelassene Corona-Impfstoff Sputnik V soll in der Slowakei ab Anfang Juni zum Einsatz kommen. Dafür seien nur noch einige organisatorische Vorbereitungen notwendig, erklärte der slowakische Gesundheitsminister Vladimir Lengvarsky am Mittwoch in Bratislava. Schon Anfang März hatte die Slowakei aus Russland 200.000 Dosen des Impfstoffs erhalten, setzte ihn aber wegen der fehlenden Zulassung bisher nicht ein.

Die Europäische Arzneimittelbehörde (Ema) prüft derzeit, ob eine Genehmigung für den Wirkstoff erteilt werden kann. Einzelne EU-Länder wie Ungarn haben sich jedoch bereits für eine Notfallzulassung entschieden. Eine Ema-Expertin warnte davor.

Über ein Drittel der Deutschen mindestens einmal gegen Corona geimpft

17.13 Uhr: Mehr als jeder Dritte in Deutschland ist mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Wie aus dem Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervorgeht (Stand: 16.15 Uhr), haben 34,3 Prozent der Menschen mindestens eine Impfung erhalten.

So verabreichten alle Stellen laut RKI bislang insgesamt etwa 36,8 Millionen Impfungen. Davon seien knapp 29 Millionen bei Erstimpfungen und weitere etwa 8,3 Millionen bei Zweitimpfungen verabreicht worden. Demnach stieg die Quote der vollständig Geimpften auf zehn Prozent. Am Dienstag wurden den Angaben zufolge 1.047.865 Impfspritzen gesetzt. An bereits zwei anderen Tagen in den vergangenen Wochen hatte die Zahl der beim RKI gemeldeten verabreichten Impfdosen binnen eines Tages bei mehr als einer Million gelegen.

Je nach Bundesland variiert die Impfquote. Die höchste Quote an mindestens Erstgeimpften hat das Saarland mit 38,7 Prozent. Sachsen liegt mit 29,8 Prozent leicht hinter den anderen Bundesländern zurück.

Arzneimittelbehörde zuversichtlich bei Impfschutz gegen indische Variante

17.03 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (Ema) ist zuversichtlich, dass die bisher zugelassenen Impfstoffe auch vor der neuen indischen Virusvariante schützen. Die bisher vorliegenden Daten seien »beruhigend« und deuteten auf einen »ausreichenden Schutz« hin, sagte der Direktor für Impfstrategie bei der Ema, Marco Cavaleri, am Mittwoch in Amsterdam. Die Experten der Behörde würden weiterhin die Entwicklung sehr genau verfolgen und prüfen.

Demnach gebe es »vielversprechende« Hinweise darauf, dass die Vakzine von Pfizer/Biontech und Moderna in der Lage seien, diese Mutante zu »neutralisieren«, sagte er. Auch bei den anderen Impfstoffen gehe die Ema bislang davon aus, dass sie gegen die Variante wirkten, sagte Cavaleri weiter. Hier müsse aber noch auf weitere Daten zum Einsatz des Impfstoffs von AstraZeneca in Indien gewartet werden. »Bis jetzt sind wir insgesamt ziemlich zuversichtlich, dass die Impfstoffe im Allgemeinen diese Variante abdecken werden«, sagte er.

In der EU sind bislang vier Impfstoffe zugelassen, die mRNA-Impfstoffe Pfizer/Biontech und Moderna sowie die Vektorviren-Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson&Johnson. Bei vier weiteren Impfstoffen prüft die Ema, ob eine Genehmigung erteilt werden kann: Sputnik V aus Russland, Sinovac aus China, Novavax aus den USA und Curevac aus Deutschland.

Die in Indien entdeckte Coronavirus-Variante B.1.617 hat sich nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits in mehr als 44 Länder und auf allen Kontinenten ausgebreitet.

Aufhebung der Priorisierung: Wie komme ich jetzt an einen Impftermin?

16.40 Uhr: Jeder, der will, kann sich mit AstraZeneca impfen lassen. In Bayern und Baden-Württemberg fällt ab Montag sogar die Priorisierung für alle Impfstofftypen. Aber wo bekommen Impfwillige nun die Spritze? Lesen Sie hier mehr dazu. 

Corona-Maßnahmen: Stadt kippt Skatepark mit Rollsplitt zu, damit Jugendliche ihn nicht mehr benutzen

16.29 Uhr: Immer wieder haben sich Teenager auf dem Skatepark in Dieburg getroffen und gegen die Corona-Maßnahmen verstoßen. Die Stadt schüttete deshalb eine Lkw-Ladung Rollsplitt auf den Boden. Lesen Sie hier mehr dazu.

»Fusion«-Festival erneut abgesagt

16.20 Uhr: Das »Fusion«-Musikfestival in Lärz an der Mecklenburgischen Seenplatte ist wegen der Coronapandemie auch für dieses Jahr abgesagt worden. Das teilte der Veranstalterverein Kulturkosmos mit. Das Festival sollte in diesem Jahr ursprünglich vom 24. Juni bis 4. Juli an zwei Wochenenden mit je 35.000 Gästen stattfinden. Das Festival mit zuletzt rund 70.000 Besuchern war auch 2020 wegen der Pandemie ausgefallen.

Besucherinnen und Besucher 2019 auf der »Fusion« – erstmals fand das Festival 1997 statt

Besucherinnen und Besucher 2019 auf der »Fusion« – erstmals fand das Festival 1997 statt

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Christian Charisius/ dpa

Ursprünglich wollte der Verein mit einer Teststrategie und einem Festival-Hygienekonzept die Veranstaltung möglich machen. Dazu sollten unter anderem an mehreren Stellen, darunter in Berlin, Hamburg und Lärz, Teststellen mit PCR-Tests eingerichtet werden. Die Genehmigungsunterlagen hatte der Verein den Behörden vorgelegt, eine Entscheidung hatte zuletzt noch ausgestanden.

Das Festival übte auf seiner Homepage Kritik am Handeln der Politik. »Die Fusion 2021 wäre möglich gewesen, wenn die Politik rechtzeitig konsequent gehandelt hätte«. Die »Fusion« gilt als eines der größten alternativen Musik- und Theaterfestivals in Europa.

Österreich stellt klar: sogenannter kleiner Grenzverkehr mit Bayern ab Donnerstag

16.16 Uhr: Der sogenannte kleine Grenzverkehr zwischen Bayern und Österreich wird ab Donnerstag möglich sein. Das stellte Österreichs Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Mittwoch klar.

Zuvor gab es Verwirrung um die Ankündigung, Grenzübertritte für Besuche und zum Einkaufen wieder zuzulassen – Bayern lockerte die Regeln schon am Mittwoch, Österreich setzte vorerst aber keinen Schritt. Laut dem Gesundheitsministerium in Wien wird Österreich jedoch Getesteten, Geimpften und von Covid-19 Genesenen die Einreise erlauben. Die sogenannte 3-G-Regel gilt ab 19. Mai dann auch für Besucher aus ganz Deutschland. An dem Tag endet der Lockdown für Gastronomie, Kultur, Tourismus und Sport in Österreich.

NRW erlaubt Öffnung der Außengastronomie bei Inzidenz unter 100

15.47 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sollen eingeschränkte Öffnungen der Außengastronomie wieder erlaubt werden, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf Werktagen unter 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner liegt. Voraussetzungen seien eine verminderte Gästezahl und ein negativer Corona-Test der Besucher, kündigte NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf an. Innenbereiche dürften entsprechend ab einer Inzidenz unter 50 wieder geöffnet werden. Die Regelung greife ab dem 15. Mai.

Derzeit liegt die landesweite Inzidenz in NRW nach aktuellen Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 116,2 und geht weiter zurück. 15 von 53 Kommunen waren am Mittwoch unter der 100er-Marke und einige weitere knapp darüber. Am besten sah die Lage in Münster mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 51,7 aus.

Schweiz will Gaststätten Ende Mai öffnen

15.27 Uhr: Die Schweizer Regierung peilt eine weitere Öffnung des Wirtschafts- und Soziallebens an. Ab dem 31. Mai sollen Restaurants auch im Innern wieder öffnen dürfen. Bei öffentlichen Veranstaltungen können ab dann neu 100 Personen in Innenräumen und 300 Personen im Freien teilnehmen.

Für Betriebe, die wiederholt testeten, werde zudem die Homeoffice-Pflicht in eine Empfehlung umgewandelt. Eine abschließende Entscheidung zu den Plänen werde die Regierung nach einer Konsultation mit Kantonen und dem Parlament am 26. Mai fällen.

Schweden verschiebt geplante Lockerungen

15.15 Uhr: Die in Schweden geltenden Corona-Maßnahmen werden angesichts vergleichsweise hoher Neuinfektionszahlen bis zum 1. Juni verlängert. Das gab Ministerpräsident Stefan Löfven am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Stockholm bekannt. Auch wenn man auf nationaler Ebene einen Rückgang der Infektionszahlen sehe, befänden sich diese nach wie vor auf einem hohen Niveau. Ursprünglich waren Lockerungen für den 17. Mai angedacht gewesen.

Nach dem 1. Juni sollen gewisse Änderungen etwa für Sportveranstaltungen vorgenommen werden, wie Kultur- und Sportministerin Amanda Lind ankündigte. Nach Angaben der nationalen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten sollen Restaurants ab dem Zeitpunkt bis 22.30 Uhr und damit zwei Stunden länger als derzeit offen bleiben dürfen. Ein Beschluss dazu soll nächste Woche fallen.

Schweden hat in der Coronakrise einen vielbeachteten Sonderweg gewählt. Die Skandinavier entschieden sich zu weniger strikten Beschränkungen und setzten mehr auf Empfehlungen und Appelle an die Vernunft der Bürger. Gemäß Vergleichszahlen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC hat das Land auf die Bevölkerung heruntergerechnet weiter eine der höchsten Neuinfektionszahlen in der EU. In der letzten April- und der ersten Mai-Woche stand die 14-Tages-Inzidenz demnach bei rund 558 Fällen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit gut 274 in Deutschland.

Digitaler Impfnachweis soll vielen per Post zugestellt werden

15.05 Uhr: Doppelt Geimpfte sollen ihren Impfstatus künftig per »CovPass«-App belegen können. Wer bei deren Einführung bereits zwei Impfungen hatte, soll den Nachweis per Post bekommen. Datenschützer üben Kritik. Lesen Sie hier mehr dazu.

Spanien hofft auf 45 Millionen Touristen – »Sie können jetzt planen«

15.00 Uhr: Spanien erwartet für dieses Jahr bis zu 45 Millionen ausländische Touristen. Das wäre mehr als die Hälfte des vor Ausbruch der Pandemie erreichten Niveaus, sagte Tourismusministerin Reyes Maroto am Mittwoch bei der Präsentation einer Werbekampagne, die Besucher im Sommer anlocken soll. »Spanien wird bereit sein, sich der Welt sehr bald wieder zu öffnen«, sagte Maroto. »Internationale Touristen können jetzt mit der Planung ihres Spanien-Urlaubs beginnen.«

Gäste einer Bar auf Mallorca: Die Außengastronomie darf in Spanien seit Beendigung des Corona-Notstandes am 9. Mai wieder öffnen

Gäste einer Bar auf Mallorca: Die Außengastronomie darf in Spanien seit Beendigung des Corona-Notstandes am 9. Mai wieder öffnen

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Clara Margais / dpa

Spanien war vor Ausbruch der Pandemie nach Frankreich das am zweithäufigsten besuchte Land der Welt. Wegen Corona brach die Zahl der ausländischen Touristen im vergangenen Jahr um 80 Prozent ein, nachdem 2019 noch 83,5 Millionen Besucher gezählt worden waren. Angesichts der Impffortschritte in Ländern wie den USA, Deutschland und Großbritannien hoffen tourismusabhängige Nationen wie Spanien, zumindest einen Teil der wirtschaftlich wichtigen Sommersaison zu retten.

Maroto sagte, dass Spanien ein Ampelsystem für Touristenbesuche einführen werde: Ländern mit niedrigen Infektionsraten werden mit grün klassifiziert, jene mit einem höheren Risiko orange oder rot. Ein EU-weites Impfpass-System, das im Juni in Kraft treten soll, werde nur für Reisende aus Ländern mit höherem Risiko erforderlich sein, sagte Maroto.

Kinder dürfen nun doch mit Eltern in eigenes Ferienhaus nach Mecklenburg-Vorpommern

14.40 Uhr: Das Unverständnis über Mecklenburg-Vorpommern war bundesweit groß, als dort vollständig geimpfte Ferienwohnungsbesitzer aus anderen Bundesländern ihr Eigentum ab 1. Mai nutzen konnten – aber ohne ihre minderjährigen Kinder, die noch gar nicht geimpft werden können. Pünktlich zum Himmelfahrtswochenende macht Schwerin einen Rückzieher: Die Kinder können nun doch mit in den familieneigenen Zweitwohnsitz kommen.

Ab einem Alter von sechs Jahren ist dafür jedoch ein negativer Schnelltest nötig, wie das Wirtschaftsministerium am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung mitteilte.  Am Donnerstag soll die neue Regelung in Kraft treten.

Neu ist zudem, dass nicht nur vollständige geimpfte Menschen als Tagestouristen einreisen oder ihre Ferienwohnung aufsuchen dürfen, sondern auch Genesene in den ersten sechs Monaten nach ihrer Gesundung. In dieser Zeit ist keine Impfung möglich. Danach genügt den Angaben zufolge eine Spritze, um als vollständig geimpft zu gelten. Am 7. Juni fallen die Beschränkungen für Zweitwohnungsbesitzer und Dauercamper aus anderen Bundesländern ganz weg, wie die Landesregierung bereits am Dienstag beschloss.

Corona-Leichen im Ganges: Indische Behörden spannen Netz

13.53 Uhr: Mehr als 70 Leichen mutmaßlicher Covid-19-Todesopfer wurden in Indien an die Ufer des Ganges gespült. Jetzt haben die Behörden im Norden des Landes ein Netz durch den Fluss gespannt. Dies teilte der Minister für Wasserressourcen im Bundesstaat Bihar, Sanjay Kumar, auf Twitter mit. Das Netz sei im Ganges an der Grenze von Bihar zum Bundesstaat Uttar Pradesh platziert worden. Es gebe zudem Kontrollen am Fluss.

Der Leichenfund hatte Befürchtungen verstärkt, dass das Coronavirus vielfach unbemerkt in den ländlichen Regionen Indiens wütet, wo zwei Drittel der Bevölkerung leben. Einheimische sagten der Nachrichtenagentur AFP, vermutlich seien die Toten wegen der in der Pandemie überfüllten Krematorien in den Fluss geworfen worden. Möglicherweise hätten sich die Hinterbliebenen auch das Holz für eine Bestattung nicht leisten können.

Die Zahl der offiziellen Corona-Todesfälle in Indien stieg am Mittwoch auf über eine Viertelmillion. Viele Experten aber glauben, dass die tatsächliche Zahl um ein Vielfaches höher ist.

French Open vor Zuschauern

13.20 Uhr: Bei den French Open der Tennisprofis sollen in diesem Jahr trotz der Coronavirus-Pandemie auch wieder mehr Zuschauer zugelassen werden. Die Veranstalter planen im Optimalfall mit insgesamt etwas mehr als 118.000 Besuchern während der zwei Wochen. Das teilten sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit. An den ersten zehn Tagen sollen pro Tag etwas mehr als 5000 Zuschauer auf die Anlage im Stade Roland Garros dürfen: je 1000 Besucher in den drei größten Arenen und einige Hundert Zuschauer auf den Außenplätzen. Vom 9. bis 13. Juni, wenn nur noch in den größten Stadien gespielt wird, sollen dort jeweils 5000 Fans zugelassen sein.

Das zweite Grand-Slam-Turnier der Saison wurde wegen der angespannten Coronalage in Frankreich um eine Woche nach hinten verlegt. Es findet nun vom 30. Mai bis 13. Juni statt. Da es in Frankreich nun erste Lockerungen gibt, können auch mehr Zuschauer als im Vorjahr auf die Anlage. 2020 waren es insgesamt nur 15 000 Besucher.

Oberlandesgericht: Coronafolgen sind kein Versicherungsfall

13.12 Uhr: Die Coronapandemie und die in ihrer Folge erlassenen Verordnungen sind kein Versicherungsfall – das entschied das Oberlandesgericht in Schleswig in einem ersten Urteil aus dem Versicherungsrecht im Zusammenhang mit dem Virus. Demnach hat ein Gaststättenbetreiber keinen Anspruch auf Ersatz des Ertragsausfallschadens aus einer Betriebsschließungsversicherung. Dies teilte das Gericht am Mittwoch mit (Az.: 16 U 25/21).

Geklagt hatte ein Gaststättenbetreiber gegen eine Versicherung. Bei dieser hatte er eine Betriebsschließungsversicherung abgeschlossen, die ihm einen schließungsbedingten Ertragsausfallschaden bis zu einer Dauer von 30 Tagen ersetzen sollte. Aufgrund der zum 18. März 2020 erlassenen Landesverordnung musste der Kläger das Lokal schließen. Die Versicherung lehnte danach die angemeldeten Entschädigungsansprüche ab. Bereits das Landgericht Lübeck hatte die Klage des Mannes abgewiesen. Jetzt wies das Oberlandesgericht die daraufhin eingelegte Berufung zurück.

Dass die Coronapandemie und daraus resultierende Verordnungen keinen Versicherungsfall darstellten, ergebe sich aus einer Auslegung der Versicherungsbedingungen, hieß es. Demnach seien nur solche Gefahren versichert, die aus dem einzelnen Betrieb selbst herrühren und aufgrund derer die zuständige Behörde eine konkrete, einzelfallbezogene Maßnahme gegen eine Infektionsgefahr erlässt, die aus dem konkreten Betrieb stammt. Schließungen aufgrund genereller gesellschafts- und gesundheitspolitischer Maßnahmen in einer pandemischen Ausnahmesituation seien hingegen nicht versichert.

Unabhängig davon komme eine Entschädigung aus der Versicherung auch deshalb nicht in Betracht, weil in den Versicherungsbedingungen das Coronavirus bei den namentlich genannten versicherten Krankheiten und Krankheitserregern nicht aufgeführt sei. Eine Revision zu der Gerichtsentscheidung ist zugelassen.

Bayern und Baden-Württemberg heben Priorisierung in Arztpraxen auf

12.57 Uhr: Ab dem 17. Mai können niedergelassene Ärztinnen und Ärzte in zwei Bundesländern unabhängig von der Priorisierung gegen Covid-19 impfen. In den Impfzentren sieht das anders aus. Lesen Sie hier mehr dazu.

Pandemie hätte laut Experten »verhindert werden können«

12.42 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Regierungen in aller Welt haben im vergangenen Jahr zu langsam auf erste Alarmzeichen einer möglichen Gesundheitsbedrohung reagiert. Dieses Fazit zieht eine von der WHO bestellte unabhängige Expertenkommission in einem am Mittwoch in Genf vorgelegten Bericht.

»Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass das System, wie es zurzeit besteht, nicht geeignet ist, zu verhindern, dass sich mit einem neuen und hochansteckenden Erreger, der jeden Augenblick auftauchen könnte, eine Pandemie entwickelt«, heißt es in dem Bericht. Die Pandemie mit ihren schrecklichen Auswirkungen »hätte verhindert werden können«.

China hatte Ende Dezember 2019 über die Häufung einer unbekannten Lungenkrankheit in Wuhan berichtet. Die WHO erklärte erst am 30. Januar eine »Notlage von internationaler Tragweite«, die höchstmögliche Alarmstufe. Das verpflichtet Länder, Vorkehrungen zu treffen. Die WHO sprach aber erst am 11. März von einer Pandemie. Das hat nach den WHO-Gesundheitsvorschriften anders als die Erklärung der »Notlage« zwar eigentlich keine Konsequenzen. Im Rückblick war das aber erst der psychologisch notwendige Schub, um Regierungen richtig in Alarmbereitschaft zu versetzen. Viele Länder hätten den Monat Februar 2020 vertrödelt, statt Vorkehrungen gegen die Ausbreitung des Virus zu treffen.

Die WHO-Mitgliedsländer hatte die 13-köpfige Expertenkommission 2020 unter Leitung der früheren Regierungschefinnen Helen Clark aus Neuseeland und Ellen Johnson Sirleaf aus Liberia einberufen. Sie sollte Erfahrungen aus dem Umgang mit der Pandemie zusammentragen und Vorschläge für Verbesserungen machen.

RKI warnt vor Ungeduld und zu frühen Öffnungen

12.19 Uhr: Trotz bundesweit sinkender Inzidenz-Zahlen in der Pandemie hat das Robert Koch-Institut zur Geduld gemahnt und vor zu frühen Öffnungen gewarnt. »Bei aller Zuversicht dürfen wir bitte eines nicht vergessen: Diese Pandemie ist ja nicht vorbei«, sagt RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch. Es erkrankten nun vor allem die Jüngeren, darunter viele Schülerinnen und Schüler sowie junge Erwachsene. Und es gebe noch immer rund 1000 Todesfälle pro Woche. »Die Situation ist weiter ernst.«

Doch auch erfreuliche Fortschritte seien zu erkennen. »Die Inzidenzen sinken in allen Altersgruppen und in allen Bundesländern«, sagte Wieler. Sie nähern sich der Schwelle von 100. Ein Drittel der Bundesbürger habe inzwischen mindestens eine Impfdosis erhalten. Einer von zehn sei bereits vollständig geimpft – darunter vor allem die Älteren. »Die Impfquote allein reicht aber noch nicht aus«, sagte Wieler. Um die Pandemie zu beenden, müssten 80 Prozent der Bevölkerung die Infektion entweder durchgemacht haben oder geimpft sein. »Wenn wir zu früh öffnen, würde sich das Virus wieder verbreiten«.

Deshalb sei es wichtig, alle Corona-Regeln wie Maske-Tragen, Abstandhalten und Lüften weiter zu beherzigen und Testangebote wahrzunehmen. Denn es dürfe nicht auf den letzten Metern zu neuen Infektionen, Erkrankungen, Langzeitfolgen und Todesfällen kommen.

Niederländische Grenzstadt Venlo warnt vor langen Wartezeiten am Himmelfahrtstag

12.13 Uhr: Die Stadt Venlo warnt Einkaufstouristen aus Nordrhein-Westfalen vor möglicherweise langen Wartezeiten am Himmelfahrtstag. »Besucher gehen das Risiko ein, dass sie stundenlang im Stau stehen und das Zentrum nie erreichen«, sagte ein Sprecher von Bürgermeister Antoin Scholten der Nachrichtenagentur dpa. »Wenn wir sehen, dass es zu voll wird, werden wir die Parkhäuser schließen«, kündigte er an. Man dürfe nie vergessen, dass die Corona-Pandemie noch andauere und die Inzidenz in der Region Venlo hoch sei.

Venlo am 28. April: Die Außengastronomie in den Niederlanden darf seit Ende des Monats wieder öffnen

Venlo am 28. April: Die Außengastronomie in den Niederlanden darf seit Ende des Monats wieder öffnen

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Christoph Reichwein (CREI) / imago images/Reichwein

Am 1. Mai hatten zahlreiche Deutsche niederländische Grenzstädte wie Enschede und Venlo besucht, was teilweise Unmut erzeugt hatte. Auch an Christi Himmelfahrt haben die Geschäfte in den Niederlanden geöffnet, was immer viele Ausflügler aus NRW anzieht. Zurzeit gelte in Venlo aber wie im Rest der Niederlande die Regel, dass jeweils nur eine bestimmte Zahl von Kunden ins Geschäft dürfe, sagte der Sprecher. Einen Tisch in der Außengastronomie müsse man vorab reservieren.

Drosten: Wer sich gegen die Impfung entscheidet, wird sich infizieren

12.05 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat deutlich auf die Konsequenzen für Impfgegner hingewiesen. Wer sich aktiv dagegen entscheide, werde sich unweigerlich irgendwann mit Covid-19 anstecken. Lesen Sie hier mehr dazu.

Erstimpfungen in Niedersachsen geraten ins Stocken

11.58 Uhr: Die Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Niedersachsen geraten ins Stocken, nachdem das Land vielen Menschen beschleunigt zu einem ersten Schutz verholfen hat. Diese Menschen müssten nun zuerst ihre zweiten Impfungen erhalten, ehe die Erstimpfungen wieder in gewohntem Umfang fortgeführt werden könnten, sagte Gesundheitsministeriumssprecher Oliver Grimm am Mittwoch in Hannover. »Es wird sich das Tempo etwas verlangsamen, es wird sich aber das Tempo der Zweitimpfungen erhöhen.« Ab Anfang Juni seien wieder verstärkt Erstimpfungen möglich.

In welchem Umfang wegen des Rückstaus Impfzentren Termine für Erstimpfungen absagen mussten, konnte Grimm nicht beziffern. Eigentlich hätten die Impfzentren nur Termine in das Buchungsportal einstellen können, für die sie bereits Impfstoff fest in Aussicht hätten. Auf jeden Fall sei die Zweitimpfung gewährleistet, betonte Grimm. Neben den Impfzentren müssten sich auch die Arztpraxen nun vorübergehend auf Zweitimpfungen konzentrieren.

Niedersachsen hatte zum Start der Impfkampagne zunächst jeweils Dosen für die Zweitimpfung zurückgestellt, kam deshalb aber mit den Erstimpfungen weniger zügig voran als andere Bundesländer. Deshalb wurde diese Praxis schrittweise aufgegeben.

Bund fördert Entwicklung von Covid-Medikamenten mit 300 Millionen Euro

11.53 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek hat ein neues Förderprogramm zur Entwicklung von Covid-19-Medikamenten in Höhe von 300 Millionen Euro angekündigt. Damit werde die klinische Entwicklung bis zur Zulassung neuer Arzneimittel gefördert, sagt die CDU-Politikerin. Dies sei notwendig für eine spätere Zulassung.

Die Entwicklung dieser Medikamente sei »äußerst kostenintensiv« und könne von den beteiligten Unternehmen oft nicht allein getragen werden. Mit der gemeinsamen Förderung von Forschungs- und Gesundheitsministerium sollten Herstellungskapazitäten am Standort Deutschland »aufgebaut und ausgeweitet« werden.

Bundesregierung erleichtert Reisen in Europa

11.38 Uhr: Im Zuge rückläufiger Corona-Zahlen erleichtert die Bundesregierung das Reisen in Europa. Vor allem für Familien wird es leichter, wie aus der am Mittwoch vom Bundeskabinett gebilligten Einreiseverordnung hervorgeht. Eltern müssen demnach geimpft sein, Kinder hingegen nicht. Geimpfte und Genesene brauchen bei Einreisen keinen Test mehr und müssen auch nicht mehr in Quarantäne. Dies gilt aber nicht bei der Ankunft aus einem Virusvariantengebiet.

Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, können sich der neuen Verordnung zufolge freitesten, wenn sie aus einem Risikogebiet einreisen. Dafür reicht ein Antigentest, der nicht älter ist als 48 Stunden ist – oder ein PCR-Test, der nicht älter ist als 72 Stunden ist. Mit der Neuregelung entfallen wesentliche Hürden für den Urlaub im Sommer.

Medien: Baden-Württemberg will Impf-Priorisierung in Arztpraxen ab Montag aufheben

11.32 Uhr: In Hausarztpraxen in Baden-Württemberg soll die Priorisierung für alle Impfstoffe aufgehoben werden. Dies solle nach einem gemeinsamen Beschluss des Sozialministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg ab kommendem Montag gelten, wie das Ministerium der »Stuttgarter Zeitung«, und den »Stuttgarter Nachrichten« bestätigte. Auch der SWR berichtet darüber. 

Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte können in dem Bundesland dann alle Personen über 16 oder 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar ist.

Zugleich werde in den Impfzentren die gesamte in der Coronaimpfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet, hieß es weiter. Dazu zählen auch diejenigen, die aus beruflichen Gründen eine Impfberechtigung erhalten.

Weiterer Coronafall auf Schalke – Spiel gegen Hertha findet trotzdem statt

11.25 Uhr: Fußball-Bundesligist Schalke 04 hat am Mittwoch einen weiteren Coronafall gemeldet. Dennoch soll das Nachholspiel am Abend (18.00 Uhr, TV: Sky) gegen Hertha BSC nach Rücksprache mit dem Gelsenkirchener Gesundheitsamt stattfinden. Wie der Klub mitteilte, wurde bei der PCR-Testreihe am Dienstag ein dritter Spieler positiv auf Corona getestet, er befindet sich innerhalb des Quarantäne-Trainingslagers in strikter Isolation.

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Auch vier weitere Profis, die der Kontaktgruppe eins zugeordnet wurden, stehen unter Quarantäne. Bereits bevor der Bundesliga-Absteiger am Samstag ins vorgeschriebene Trainingslager gefahren war, hatten sich zwei andere positiv getestete Spieler in häusliche Isolation begeben. Schalke fehlen damit gegen die Berliner wegen des Corona-Ausbruchs sieben Spieler.

Das Gesundheitsamt Gelsenkirchen genehmigte nach Angaben des Vereins dennoch die Austragung der Partie. Für die Spieler gelten im Quarantänehotel strikte Maskenpflicht und Abstandsregelungen, es werden täglich Schnell- und PCR-Testreihen durchgeführt, außerdem müssen Mahlzeiten auf den Einzelzimmern eingenommen werden.

Impftouristen aus Lateinamerika lassen sich am Strand von Miami impfen

11.13 Uhr: Seit Anfang Mai wird an den Wochenenden am Strand von Miami Beach gegen Corona geimpft. Seit vergangenem Wochenende steht diese Möglichkeit allen ab 18 Jahren, nicht mehr nur US-Bürgern offen. Damit sollen illegal eingewanderte Menschen dazu gebracht werden, sich ebenfalls impfen zu lassen – aber das Angebot lockt auch Impftouristen aus dem Ausland an.

Menschen warten am Strand von Miami Beach auf ihre Corona-Schutzimpfung – diese können auch Nicht-US-Bürger erhalten

Menschen warten am Strand von Miami Beach auf ihre Corona-Schutzimpfung – diese können auch Nicht-US-Bürger erhalten

Foto:

David Santiago / AP

Aus Ecuador, El Salvador, Venezuela und anderen Ländern sind Menschen eingeflogen. »In meinem Land läuft es aus dem Ruder und es gibt keine große Chance, dass wir bald Zugang zu der Impfung haben«, sagt Maria Bonilla aus Honduras. »Wir mussten die Entscheidung treffen, außerhalb des Landes nach einer Lösung zu suchen.« Die 40-Jährige ist mit ihren 63 und 73 Jahre alten Eltern nach Miami geflogen. Mit Masken stehen die drei in der Warteschlange am Strand.

Der Ansturm auf die Corona-Impfungen schlägt sich auch in den Flugpreisen nieder. Der Preis für einen Flug von Buenos Aires nach Miami beispielsweise verdoppelte sich im Mai auf rund 2000 Dollar (1644 Euro). Zum Einsatz kommt am Strand das Mittel von Johnson & Johnson. Davon reicht anders als bei den anderen Herstellern eine Dosis für die Immunisierung, so dass Impftouristen nicht noch einmal anreisen müssen. Impfstoff sei in Florida generell ausreichend verfügbar, sagte Gouverneur Ron de Santis.

Deutlich weniger Gasthörer an Hochschulen als vor Corona

10.35 Uhr: Angesichts überwiegender Online-Veranstaltungen bleiben den Hochschulen vor allem ältere Gasthörer weg. Wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, haben im Wintersemester 2020/2021 26.300 Menschen als Gast Lehrveranstaltungen an deutschen Hochschulen besucht. Das waren 29 Prozent weniger als im Wintersemester zuvor. Sogenannte Gasthörer können auch ohne Hochschulreife an einzelnen Lehrveranstaltungen teilnehmen, aber nicht an Abschlussprüfungen.

Besonders ältere Menschen verzichteten: Bei den Gasthörern ab 65 Jahren ging die Zahl der Teilnehmer im Vergleich zum Vorjahr um 58 Prozent zurück. »Viele Universitäten erklären den Rückgang mit der Umstellung von Präsenzlehre auf Online-Veranstaltungen im Rahmen der Corona-Maßnahmen«, berichtet das Bundesamt. »Der Wegfall des Campusbesuchs sowie die zusätzlichen technischen Hürden machen das Gaststudium für viele weniger attraktiv.«

Entgegen diesem Trend stieg die Zahl der Gaststudierenden unter 50 Jahren leicht an. Im Vergleich zu den 2,9 Millionen Studierenden im Wintersemester 2020/2021 machten Gasthörer weniger als ein Prozent aus.

Karliczek: Kinder könnten in Schulen oder von Hausärzten geimpft werden

10.20 Uhr: Die für Kinder über zwölf Jahren geplanten Corona-Impfungen könnten nach den Worten von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) sowohl in Schulen als auch bei Hausärzten erfolgen. »Je nachdem, ob man eine große oder eine kleine Schule hat, gibt es ganz unterschiedliche Rahmenbedingungen«, sagte Karliczek am Mittwoch dem Sender RTL/ntv. Entsprechend unterschiedliche Angebote könnten gemacht werden.

Für viele Eltern sei es aber wichtig, dabei zu sein, wenn ihre Kinder geimpft werden, sagte die Ministerin weiter. »Von daher ist es dann vielleicht sogar einfacher, das beim Hausarzt zu machen.« Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, dass bis zum Ende der Sommerferien den Zwölf- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden soll.

Nach Kanada und den USA könnte auch Europa noch in diesem Monat den Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder zulassen. Die europäische Arzneimittelbehörde (Ema) arbeitet an einer beschleunigten Zulassung für Zwölf- bis 15-Jährige.

Qantas verschiebt Wiederaufnahme internationaler Flüge wegen schleppender Impfkampagne

10.05 Uhr: Die australische Fluggesellschaft Qantas hat die bislang für Oktober geplante Wiederaufnahme internationaler Flüge auf Ende Dezember verschoben. Als Gründe nannte sie am Mittwoch Verzögerungen bei der Corona-Impfkampagne und Australiens Pläne, erst bis Mitte 2022 seine internationalen Grenzen weitgehend wieder zu öffnen. Flüge zwischen Australien und Neuseeland seien davon nicht betroffen, hieß es in der Mitteilung der Airline. Das Wiederaufleben von Inlandsreisen bleibe das wichtigste Element für die wirtschaftliche Erholung der Fluglinie.

»Die Regierung hat ihren voraussichtlichen Zeitplan für den Abschluss der australischen Impfkampagne auf Ende 2021 und ihren Zeitplan für die signifikante Wiederöffnung unserer internationalen Grenzen auf Mitte 2022 verschoben«, schrieb Qantas weiter. Australiens internationale Grenzen sind im Zuge der Corona-Pandemie seit März 2020 geschlossen, Ausnahmen gibt es für dort Lebende sowie australische Staatsbürger.

Das Land mit rund 25 Millionen Einwohnern blieb weit hinter dem ursprünglichen Ziel zurück, bis Ende März vier Millionen Impfdosen zu verabreichen. Bis Dienstag waren gut 2,8 Millionen Dosen gespritzt worden. Ursprünglich sollten bis Oktober alle Erwachsenen geimpft sein.

Indische Corona-Variante in mehr als 44 Ländern erfasst

10.00 Uhr: Die zunächst in Indien entdeckte Coronavariante B.1.617 ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) inzwischen in mehr als 40 Ländern nachgewiesen worden. Mehr als 4500 analysierte Gensequenzen aus 44 Ländern seien B.1.617 zugeordnet worden, zudem lägen Meldungen über Nachweise aus fünf weiteren Ländern vor, teilte die Behörde in Genf am Dienstag mit. Am Montag hatte die Uno-Behörde die Variante als »besorgniserregend« eingestuft. Zuvor hatte die WHO nur zunächst in Großbritannien, Südafrika und Brasilien erfasste Varianten so bezeichnet.

Es gebe Hinweise auf höhere Übertragungsraten bei B.1.617, eine rasche Verbreitung in mehreren Ländern sei beobachtet worden, hieß es von der WHO. Ob die Wirksamkeit von Impfstoffen oder Medikamenten bei der Mutante eingeschränkt sei, sei noch unklar. Erste Ergebnisse von Laborstudien deuteten auf eine »mäßige Verringerung der Neutralisierung durch Antikörper« hin. Inwiefern das tatsächlich Auswirkungen etwa auf die Wirkung von Impfstoffen und Medikamenten sowie das Risiko für erneute Infektionen hat, lässt sich aber noch nicht gesichert sagen.

In Indien stecken sich derzeit täglich Hunderttausende mit Sars-CoV-2 an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem südasiatischen Land mehr als 23,3 Millionen Infektionen erfasst worden. Bei lediglich rund 0,1 Prozent der positiv auf Corona getesteten Proben sei eine Gensequenzierung zur Variantenbestimmung durchgeführt worden, teilte die WHO mit. Außerhalb Indiens meldete demnach bislang Großbritannien die höchste Anzahl an Infektionen mit der Variante B.1.617. Dort werden vergleichsweise viele Proben sequenziert.

Indien meldet so viele neue Corona-Todesfälle wie nie

09.20 Uhr: Indien verzeichnet mit 4205 Corona-Todesfällen so viele wie noch nie innerhalb eines Tages. Damit stieg die Zahl der Menschen, die in Verbindung mit dem Virus starben, binnen 24 Stunden auf 254.197 und überschritt die Schwelle von einer Viertelmillion, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Auch die Zahl der Infektionen legte mit 348.421 neuen Fällen auf insgesamt 23,3 Millionen erneut kräftig zu. Nur die USA weisen mehr auf.

Allerdings lagen die Neuinfektionen den dritten Tag in Folge deutlich unter der Schwelle von 400.000, die zuvor mehrmals hintereinander überschritten worden war. Experten warnten aber vor verfrühter Hoffnung, dass die massive zweite Welle, die das Gesundheitswesen in dem südasiatischen Land überlastet hat, ihren Höhepunkt erreicht haben könnte.

Die Infektionskurve zeige zwar erste Anzeichen einer Abflachung, aber der Rückgang der Neuinfektionen werde wahrscheinlich nur langsam erfolgen, sagte der führende indische Virologe Shahid Jameel.

Arzt über Vordrängler bei Coronaimpfungen: »Wer das perfektioniert, den erwischen wir nicht«

09.00 Uhr: Wie oft wird bei der Impfreihenfolge geschummelt? Laut Jürgen Zastrow gibt es nur wenige echte Betrugsfälle. Für den medizinischen Leiter des Kölner Impfzentrums sind andere Leute das größere Problem. Lesen Sie hier mehr dazu.

Coronazahlen sinken deutlich – Schleswig-Holstein jetzt bei einer Inzidenz unter 50

08.15 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland geht weiter stark zurück: Für Schleswig-Holstein meldete das Robert Koch-Institut (RKI), dass die Sieben-Tage-Inzidenz nun mit 49 wieder landesweit unter dem Wert von 50 liegt. In acht der 16 Bundesländer ist der Wert immerhin unter 100 gefallen.

Die Inzidenz gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Für die bundesweite Notbremse mit Ausgangs- und schärferen Kontaktbeschränkungen gilt eine Grenze von 100. Liegt der Wert konstant darunter, sind Öffnungsschritte möglich.

Wegen der sinkenden Fallzahlen hatte Schleswig-Holstein zuletzt mit der Lübecker Bucht unter anderem die dritte Modellregion für Touristen geöffnet. Geimpfte, Genesene und Getestete sollen wieder Urlaub an der Ostsee machen dürfen. Erleichterungen gibt es auch für Kita, Schule, Sport und Kultur, Außengastronomie ist bereits länger wieder in Deutschlands nördlichstem Bundesland möglich.

Auch etliche weitere Bundesländer haben bereits Lockerungen für Handel, Tourismus und Außengastronomie beschlossen. Mecklenburg-Vorpommern öffnet ab kommender Woche wieder Schulen, die Gastronomie folgt am 23. Mai. Ab dem 14. Juni wird Urlaub in Hotels und Ferienwohnungen auch für Einreisende aus anderen Bundesländern erlaubt.

Mecklenburg-Vorpommern will ab 14. Juni für Touristen öffnen

Wegen der sinkenden Fallzahlen hatte Schleswig-Holstein zuletzt mit der Lübecker Bucht unter anderem die dritte Modellregion für Touristen geöffnet. Geimpfte, Genesene und Getestete sollen wieder Urlaub an der Ostsee machen dürfen. Erleichterungen gibt es auch für Kita, Schule, Sport und Kultur, Außengastronomie ist bereits länger wieder in Deutschlands nördlichstem Bundesland möglich.

Auch etliche weitere Bundesländer haben bereits Lockerungen für Handel, Tourismus und Außengastronomie beschlossen. Mecklenburg-Vorpommern öffnet ab kommender Woche wieder Schulen, die Gastronomie folgt am 23. Mai. Ab dem 14. Juni wird Urlaub in Hotels und Ferienwohnungen auch für Einreisende aus anderen Bundesländern erlaubt.

Kliniken unter Druck: »Das Einzelkrankenhaus hat keine Zukunft«

08.13 Uhr: Viele kleine Krankenhäuser sind defizitär, Corona verstärkt den Druck. Mannheimer Forscher rufen Kommunen auf, ihre Kliniken zu vereinigen – sonst bleibe am Ende nur die verhasste Privatisierung. Lesen Sie hier mehr dazu. 

Kinder wurden während des Winter-Shutdowns zu Stubenhockern

07.10 Uhr: Während sich viele Kinder im ersten Corona-Shutdown – bei schönem Frühlingswetter – noch häufig draußen aufhielten, haben sie sich einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) zufolge im zweiten Shutdown erheblich weniger als üblich bewegt. Eine andere Freizeitaktivität legte dafür immens zu: der Medienkonsum. Im Mittel saßen die in die Studie aufgenommenen 4- bis 17-Jährigen 222 Minuten am Tag vor Bildschirmen, 28 Minuten länger als im Zuge der ersten Schließungen. Welche Folgen die Pandemie für Kinder physisch wie psychisch hat, lesen Sie hier in der SPIEGEL-Titelstory über die Generation Corona .

Scholz will Schuldenbremse ab 2023 wieder einhalten

07.00 Uhr: Für 2020 und 2021 ist die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse bereits aufgehoben und auch 2022 dürfte sie wieder fallen. Und obwohl selbst arbeitgebernahe Ökonomen vom Institut der Deutschen Wirtschaft für eine Lockerung der Regel plädieren, will Bundesfinanzminister Olaf Scholz die Schuldenbremse ab 2023 wieder einhalten und bis 2030 die Stabilitätskriterien des EU-Stabilitätspakts erfüllen. »Wir werden aus den Schulden herauswachsen genau wie nach der Finanzkrise«, sagte der SPD-Politiker vor Bekanntgabe der Steuerschätzung am Nachmittag der »Rheinischen Post«. Er sagte aber auch: Die nächsten Jahre würden »eine Herausforderung«.

Die Regeln des Schuldenmachens

Coronazeit ohne Konzerte ist für Udo Lindenberg wie »kalter Entzug«

06.45 Uhr: Der Rockmusiker Udo Lindenberg reflektiert vor seinem 75. Geburtstag am Montag auch die Folgen der Coronapandemie. Viele Menschen hätten die Folgen sehr hart getroffen, sagt Lindenberg, dagegen gehe es ihm verhältnismäßig gut, er habe ja auch noch seine Malerei. Die Zeit ohne Konzerte sei für ihn aber wie ein »kalter Entzug« gewesen – und die weitgehende Isolation der vergangenen Monate »eine seltene Erfahrung«. Seine abgesagte Tour will er 2022 nachholen und gibt sich zuversichtlich: »Ich bin schneller als das Alter, ein Sprinter und Marathon-Mann«, sagte er der Nachrichtenagentur dpa. »Alter steht für Radikalität und Meisterschaft und nicht fürs Durchhängen.«

Lindenberg spricht von »seltener Erfahrung« der Isolation

Lindenberg spricht von »seltener Erfahrung« der Isolation

Foto: Axel Heimken / dpa

14.909 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 107,8

05.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen eines Tages 14.909 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Mittwochmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5.13 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 18.034 Neuansteckungen gelegen.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Mittwochmorgen bundesweit bei 107,8 (Vortag: 115,4; Vorwoche: 132,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben zufolge binnen 24 Stunden 268 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 285 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.548.285 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.220.300 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 85.380.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,83 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 83 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Ärzteverbände gegen Aufhebung der Corona-Impfpriorisierung

03.45 Uhr: Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund und der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes haben sich dafür ausgesprochen, Coronaimpfstoffe auch weiterhin gemäß der Priorisierung zu verabreichen. »Ich halte es für falsch, die Impfpriorisierung jetzt schon komplett preiszugeben«, sagte Marburger-Bund-Chefin Susanne Johna der »Rheinischen Post«. »Es sind ja noch gar nicht alle Personen mit Vorerkrankungen und erhöhtem Risiko geimpft. Die sollten auch in den Impfzentren noch Vorrang haben.« Bund und Länder dürften bei ihren Entscheidungen nicht der Devise »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst« Vorschub leisten. Dann hätten die »Schwächeren, die am wenigsten drängeln, am Ende das Nachsehen.«

Ulrich Weigeldt, Vorsitzender des Deutschen Hausärzteverbandes, sagte der »Rheinischen Post«: »So lange eine Knappheit an Impfstoffdosen besteht, ist die Priorisierung für die Hausärztinnen und Hausärzte eine wichtige Leitlinie, um besonders gefährdete Patientinnen und Patienten schnell auszumachen und frühzeitig zu schützen.« Zugleich sprach er sich aber für ein der Situation angepasstes Vorgehen der Ärzte vor Ort aus. »Ein starres Festhalten, vielleicht sogar noch über Länder mit unterschiedlichem Impffortschritt hinweg, wäre sinnlos, ja sogar hinderlich.« Flexibilität und Pragmatismus brächten die Impfkampagne bereits jetzt voran. Wenn etwa kurz vor Praxisschluss noch Impfstoff übrig sei, dann sollte dieser unabhängig von der Priorisierung noch verabreicht werden.

Hausärzteverband: Impfdrängler werden fordernder, Spannungen wachsen

02.55 Uhr: Deutsche Ärztevertreter warnen vor wachsenden Spannungen durch aggressive Impfdrängler. »Der Druck auf die Impfzentren und die Arztpraxen wächst. Die Impfdrängler werden fordernder«, sagte die Vize-Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Anke Richter-Scheer, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Stimmung werde aggressiv. Da die Priorisierung immer weiter ausgeweitet werde, sei es für viele Menschen immer weniger nachvollziehbar, warum der eine schneller an der Reihe sein solle als der andere.

Stiko-Vorsitzender: Wollen Coronaimpfung für Kinder genau prüfen

1.35 Uhr: In der Debatte über künftige Coronaimpfungen auch für Kinder und Jugendliche hat der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission zu Geduld gemahnt. »Wir wollen in jedem Fall die Daten zur Impfung von Kindern genau prüfen, bevor eine generelle Impfempfehlung für Kinder gegeben werden kann«, sagte Thomas Mertens der Zeitung »Die Welt«. »Derzeit diskutierte Argumente wie Urlaub können nicht die primären entscheidungsrelevanten Argumente der Stiko sein.« Wenn die Zulassung für Kinder von 12 bis 15 Jahren erteilt sei, »dann sollten tatsächlich Kinder mit schweren Vorerkrankungen zuerst geimpft werden«.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Dienstag bekräftigt, dass bis zum Ende der Sommerferien den 12- bis 18-Jährigen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden soll. Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) stellte in Aussicht, dass sie noch im Mai über eine Zulassung des Impfstoffs von Biontech und Pfizer für Jugendliche entscheiden könnte.

Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Hamburg aufgehoben

0.20 Uhr: 40 Tage nach Beginn der Ausgangsbeschränkung dürfen die Menschen in Hamburg nun wieder nachts auf die Straße gehen. Eine entsprechende Änderung der Corona-Eindämmungsverordnung trat um Mitternacht in Kraft. Demnach gelten in der Hansestadt aber weiterhin Kontaktbeschränkungen und an vielen Orten Maskenpflicht und Alkoholverbot. Innensenator Andy Grote (SPD) hat angekündigt, dass die Hamburger Polizei weiterhin die Einhaltung der Corona-Regeln überprüfen wird.

Genesene und vollständig geimpfte Menschen sind bereits seit Sonntag von mehreren Auflagen befreit. Eine Bundesverordnung nimmt sie von den Kontaktbeschränkungen bei privaten Zusammenkünften und beim Sport sowie von Testpflichten aus. Grote ermahnte diese Bürger, Nachweise über ihre Infektion oder über Impfungen mit sich zu führen.

Die Ausgangsbeschränkung galt seit Karfreitag (2. April) zwischen 21 und 5 Uhr. Voraussetzung für ihre Aufhebung waren fünf Werktage mit einer Sieben-Tage-Inzidenz unter 100. Am Dienstag lag der Wert, der die Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen abbildet, bei 78,2 – und damit den siebten Tag in Folge unter 100.

cop/apr/ngo/ptz/hba/dpa/AFP/Reuters
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