Corona-News am Mittwoch Großbritannien meldet höchste Totenzahl seit Mai

In Großbritannien sind binnen eines Tages fast 700 Menschen an oder mit Covid-19 ums Leben gekommen. Und: In Schweden sinkt die Lebenserwartung der Menschen zum ersten Mal seit 1900. Der Überblick am 25. November.
Hände einer Krankenhausangestellten im englischen Cambridge

Hände einer Krankenhausangestellten im englischen Cambridge

Foto: NEIL HALL/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

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+++ Großbritannien meldet höchste Totenzahl seit Mai +++

20.10 Uhr: Mit knapp 700 Todesfällen innerhalb eines Tages hat die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Verstorbenen in Großbritannien ihren höchsten Stand seit Anfang Mai erreicht.

Die Statistikbehörde meldete am Mittwoch 696 Todesfälle, die in den vier Wochen zuvor positiv auf Corona getestet wurden. Die Zahl der Neuinfektionen lag landesweit bei 18.213.

Der britische Premier Boris Johnson setzt nach einem einmonatigen Teil-Lockdown in England ab Dezember wieder auf regionale Corona-Beschränkungen. Er setzt große Hoffnungen auf den Einsatz von Massentests und baldigen Impfungen.

Pro 100.000 Einwohnern gab es in den vergangenen sieben Tagen in Großbritannien durchschnittlich rund 209 Corona-Fälle. Das Land zählt mit mehr als 65.000 Toten mit Covid-19 auf dem Totenschein zu den am schwersten getroffenen Staaten in Europa.

Verbände kritisieren Ergebnisse von Corona-Gipfel

23.15 Uhr: Der deutsche Industrieverband BDI spricht von einer »kurzfristigen Orientierung« durch die Ergebnisse des Gipfels. Allerdings sei der Planungshorizon für die Wirtschaft nicht ausreichend, erklärt BDI-Präsident Dieter Kempf. Nötig seien eine fokussierte Nutzung der Überbrückungshilfe und eine sofortige Stärkung der Verlustverrechnung in der Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Auch der Handelsverband HDE kritisierte die Beschlüsse von Bund und Ländern. Es gebe keinen sachlichen Grund, unterschiedliche Regelungen für Verkaufsflächen über und unter 800 Quadratmetern zu erlassen, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die Hygienekonzepte im Einzelhandel hätten sich sowohl in kleinen wie auch in den größeren Räumlichkeiten von Geschäften, Supermärkten, Kaufhäusern und Einkaufszentren bewährt. »Die neue Regelung könnte auch kontraproduktiv sein, wenn sich Warteschlangen vor den Geschäften und in den Innenstädten bilden.«

Zu Beschränkungen im Einzelhandel ist laut dem Beschluss von Bund und Ländern ein abgestuftes Verfahren geplant. So soll künftig gelten, dass sich in kleineren und mittleren Geschäften mit einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmetern wie derzeit geltend höchstens eine Person pro 10 Quadratmetern Verkaufsfläche befinden soll. Für die Quadratmeter darüber hinaus, also größere Geschäfte wie Kaufhäuser, sollen jeweils 20 Quadratmeter pro Kunde vorgeschrieben werden.

Impfstoff-Hersteller Moderna will womöglich bereits im Dezember liefern

21.10 Uhr: Der US-Hersteller Moderna will die Lieferung seines Corona-Impfstoffs an die Europäische Union womöglich schon im Dezember starten – vorausgesetzt, das Mittel erhält eine Zulassung. Das teilte das Unternehmen mit. Es bestätigte den Abschluss eines Rahmenvertrags mit der EU-Kommission. Demnach sollen zunächst 80 Millionen Impfstoffdosen geliefert werden, mit der Option auf 80 Millionen weitere Einheiten.

»Moderna geht davon aus, mit der Lieferung von mRNA-1273 in die Europäische Union im Dezember 2020 zu beginnen«, teilte das Unternehmen laut der Nachrichtenagentur dpa mit. Strategische Partner in Europa seien die Unternehmen Lonza in der Schweiz und Rovi in Spanien zur Produktion und Abfüllung des Impfstoffs.

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte den Vertrag über bis zu 160 Millionen Impfdosen am Dienstag bekannt gemacht. Das Moderna-Vakzin gehört derzeit zu den drei Impfstoffen mit den besten Chancen, schon in den nächsten Wochen in Europa zugelassen zu werden. Zuvor werden Wirksamkeit und Sicherheit von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA geprüft. Der Moderna-Impfstoff hat nach Angaben des Herstellers eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent

Türkei veröffentlicht wieder vollständige Fallzahlen

20.18 Uhr: Nach monatelanger Kritik hat die türkische Regierung am Mittwoch erstmals wieder die vollständigen täglichen Fallzahlen der positiv auf das Coronavirus getesteten Menschen im Land publik gemacht. »Heute beträgt die Zahl der Fälle 28.351«, sagte Gesundheitsminister Fahrettin Koca. Die Zahl der Infizierten mit Symptomen lag am Mittwoch demnach bei 6814.

Die Zahl liegt weit über den bisher veröffentlichten Werten. Außerdem seien 168 Menschen am Mittwoch an oder mit Covid-19 gestorben, das sei der höchste Wert bisher, so Koca. Der Gesundheitsminister hatte am 30. September eingeräumt, dass bereits seit Ende Juli nur die Infizierten mit Symptomen als Corona-Fälle gemeldet würden – nicht aber die Zahl der täglichen neuen Fälle.

Die unvollständige Ausweisung der Zahlen war immer wieder scharf kritisiert worden, etwa von einer türkischen Ärztevereinigung. Mehr als 12.000 Menschen sind nach offiziellen Angaben bislang an oder mit Covid-19 gestorben. Koca kündigte an, dass von nun an die Zahl der Patienten mit und ohne Symptome veröffentlicht würden.

Außerdem teilte der Minister laut der Nachrichtenagentur AP mit, dass die Türkei mit dem chinesischen Impfstoffhersteller Sinovac einen Vertrag über insgesamt 50 Millionen Dosen einer Corona-Vakzine abgeschlossen hat.

Länderchefs einigen sich auf schärfere Regeln für Schulen an Corona-Hotspots

19.10 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hat sich bei Beratungen mit den Ministerpräsidenten auf bundesweite Corona-Maßnahmen an Schulen geeinigt. Nach SPIEGEL-Informationen hat die Runde beschlossen, dass Bildungseinrichtungen an Coronahotspots mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von über 200 Fällen pro 100.000 Einwohnern von nun an verpflichtend Gegenmaßnahmen ergreifen müssen.

Sie sollen ab Klassenstufe acht gelten, allerdings nicht zwingend für Abschlussklassen. Bei der Art der Maßnahmen bleibt die Formulierung der Runde allerdings weich: Die Schulen könnten beispielsweise auf Hybrid- oder Wechselunterricht setzen.

Italien meldet fast 26.000 Neuinfektionen

18.11 Uhr: Italien meldet 25.853 neue positive Corona-Neuinfektionen. Die Zahl der neuen Todesfälle sinkt dagegen auf 722 von 853 tags zuvor. Insgesamt werden damit bislang 52.028 Todesfälle und knapp 1,5 Millionen Positiv-Tests registriert.

Bulgarien beschließt Teil-Lockdown

Gegen den Teil-Lockdown wurde in Sofia protestiert

Gegen den Teil-Lockdown wurde in Sofia protestiert

Foto: STOYAN NENOV / REUTERS

17.57 Uhr: Bulgariens Regierung hat wegen kontinuierlich stark steigender Corona-Neuinfektionszahlen einen Teil-Lockdown beschlossen. Trotz Protesten von Maßnahmen-Gegnern müssen Nachtclubs, die Gastronomie, Einkaufszentren und Fitnessstudios bis 21. Dezember geschlossen bleiben. Wie aus einer Verordnung von Gesundheitsminister Kostadin Angelow vom Mittwoch weiter hervorgeht, müssen auch Universitäten, Schulen, Kindergärten und -horte schließen. Kinos, Museen und Galerien dürfen ebenso nicht mehr öffnen. Für die betroffenen Unternehmen sollen 400 Millionen Lewa (rund 200 Millionen Euro) bereitgestellt werden, sagte Regierungschef Boiko Borissow.

Lebenserwartung der Schweden sinkt erstmals drastisch

17.50 Uhr: Die Lebenserwartung in Schweden sinkt wegen der Corona-Pandemie erstmals seit einem Jahrhundert. Das teilte die Statistikbehörde des Landes mit. In diesem Jahr sei die durchschnittliche Lebenszeit in den ersten acht Monaten bei den Männern bereits von 81,3 auf 80,8 Jahre gesunken. Bei den Frauen fiel sie von 84,7 auf 84,4 Jahre. Das Durchschnittsalter der Menschen "ist in Schweden von 1900 bis 2019 stetig gestiegen", so das Amt.

Schweden ging seit Beginn der Pandemie einen weniger restriktiven Weg als die meisten anderen europäischen Länder. Kritiker warfen den schwedischen Behörden deshalb vor, mit ihrer Strategie Menschenleben zu gefährden. Dennoch verzichtete die Regierung bisher auf das Verhängen von Einschränkungen – stattdessen sprach sie lediglich Empfehlungen für die Bürger aus. Die nun erstmals verhängten Einschränkungen gelten allerdings nicht für Treffen in privaten Wohnungen – der Regierung fehlt die Befugnis, um dafür Vorschriften zu machen.

Neue Version der Corona-Warn-App verfügbar

16.35 Uhr: Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes steht in einer verbesserten Variante zum Herunterladen bereit. Am Mittwochnachmittag ist die aktuelle Version 1.7 im Google Play Store und dem App Store von Apple erschienen. Mit dem Update kann die Risikoüberprüfung nun mehrmals täglich erfolgen. Bislang erfolgte die Aktualisierung nur einmal am Tag. Außerdem erhalten positiv getestete Nutzer mit der aktuellen Version eine Erinnerung, wenn sie ihr Testergebnis noch nicht geteilt haben sollten.

Stadt Kalkar will Corona-Auflagen bei AfD-Parteitag durchsetzen

16.26 Uhr: Beim AfD-Bundesparteitag am Wochenende in Kalkar will die nordrhein-westfälische Stadt die Einhaltung der Corona-Auflagen bei Gegendemos und der Maskenpflicht im Parteitagssaal konsequent durchsetzen – falls die Verpflichtung zum Maskentragen im Veranstaltungssaal vom Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster bestätigt wird. Die Maskenpflicht sei Bestandteil des entsprechenden Hygienekonzepts, sagte die Leiterin des Ordungsamts Kalkar, Linda Brähler, vor Journalisten in der Stadt am Niederrhein.

Nur noch eine Person auf 20 Quadratmetern im Handel

16.20 Uhr: Bund und Länder haben eine erste Einigung zu neuen Corona-Maßnahmen erzielt: Im Groß- und Einzelhandel mit mehr als 800 Quadratmetern Fläche darf künftig höchstens eine Person pro 20 Quadratmeter anwesend sein. Lesen Sie hier mehr.

EU-Bürger sollen wieder in die USA reisen können

16.00 Uhr: Die USA erwägen offenbar ein Ende der im Zuge der Corona-Pandemie verordneten Einreiseverbote für Deutschland und weitere europäische Staaten – das geht aus Aussagen von US-Airlines und Mitarbeitern des Weißen Haus hervor. Präsident Donald Trump habe sich aber noch nicht festgelegt. Auch sei der Zeitplan noch unsicher.

Dabei gehe es unter anderem um die Einreiseerlaubnis von Nicht-US-Bürgern aus GroßbritannienIrland sowie auch aus 26 weiteren europäischen Ländern des sogenannten Schengen-Raums, die ihre Binnengrenzen für den freien und uneingeschränkten Personenverkehr geöffnet haben. Auch Brasilien soll in die Pläne aus dem Weißen Haus einbezogen werden. Trump hatte zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Einreiseverbote für Besucher aus Europa Mitte März verhängt, für Reisende aus Brasilien im Mai.

Österreich lehnt Schließung von Skigebieten ab

Der Tourismus in Österreich sichert rund 700.000 Menschen Arbeit und Einkommen

Der Tourismus in Österreich sichert rund 700.000 Menschen Arbeit und Einkommen

Foto: Barbara Gindl / dpa

15.10 Uhr: Die österreichische Tourismusministerin Elisabeth Köstinger hat den Vorschlag des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU), Skigebiete wegen der Corona-Pandemie zu schließen, zurückgewiesen. »Ich kann den Vorstößen nach der Schließung von Skigebieten über Weihnachten nichts abgewinnen«, sagte Köstinger den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Winterurlaub in Österreich wird sicher sein. Unsere Betriebe haben bereits umfassende Sicherheitskonzepte für den Skiurlaub.« Après-Ski werde es in dieser Saison aber nicht geben.

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder drängt auf eine gemeinsame europäische Lösung für Skiurlauber.

Österreich startet mit Corona-Massentests Anfang Dezember

15.07 Uhr: Österreichs freiwillige Corona-Massentests in der Bevölkerung starten am ersten Dezemberwochenende. Tirol und Vorarlberg mit zusammen rund 1,1 Millionen Einwohnern führen vom 4. bis 6. Dezember als erste Bundesländer die großflächige Testaktion nach dem Vorbild der Slowakei und Südtirol durch, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz in Wien ankündigte. Termine für die anderen Bundesländer sollen folgen. Das Land Salzburg kündigte am Mittwoch Massentests für den 12. und 13. Dezember an.

Außerdem sollen in Österreich am ersten Dezemberwochenende Tests für bestimmte Berufsgruppen wie Lehrer und Polizisten stattfinden. Geplant ist, möglichst viele Einwohner mit Antigen-Schnelltests auf den Erreger Sars-CoV-2 zu testen. Um das Risiko falsch positiver Tests zu minimieren, soll es Nachtestungen geben.

Zoo will Menschenaffen vor Corona-Infektion schützen

Orang-Utan

Orang-Utan

Foto: A2585 Frank Leonhardt/ dpa

14.31 Uhr: Um mögliche Infektionen mit dem Coronavirus unter den Tieren zu vermeiden, hat der Frankfurter Zoo vorsorglich Sicherheitsvorkehrungen für seine rund 30 Menschenaffen getroffen. Danach erhalten Bonobos, Gorillas und Orang-Utans ihr Futter nur noch durch eine Schleuse. Pfleger müssen in den Gehegen der Menschenaffen sogenannte FFP2-Masken tragen, wie die Stadt mitteilte.

Auch wenn bislang kein Fall bekannt sei, könnten diese Tiere »vermutlich auch an Covid-19 erkranken«, sagte Kuratorin Sabrina Linn. Man müsse daher vorsichtig sein. Der Zoo Frankfurt beherbergt nach Angaben der Stadt unter anderem für das europäische Zuchtprogramm wichtige Bonobos. »Es wäre nicht nur für uns persönlich dramatisch, wenn sie an einer Corona-Infektion sterben würden, sondern auch für die europäische Bonobo-Population«, sagte Linn.

Norwegen hält für drei weitere Wochen an Corona-Beschränkungen fest

14.29 Uhr: Trotz eines Rückgangs der Neuinfektionszahlen in Norwegen hält die Regierung des skandinavischen Landes an ihren Corona-Beschränkungen fest. Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden um mindestens drei Wochen verlängert, wie Ministerpräsidentin Erna Solberg auf einer Pressekonferenz in Oslo sagte. Es sei zu früh, um im Kampf gegen die Pandemie nachzulassen. Die Zahl der Infektionen sei weiter zu hoch.

Solberg hatte ihre Landsleute Anfang November aufgerufen, sich so weit wie möglich zu Hause aufzuhalten und soziale Kontakte zu meiden. Die Norweger sollen unter anderem nicht mehr als fünf Gäste in ihren eigenen vier Wänden begrüßen. Private Zusammenkünfte an öffentlichen Orten wurden landesweit auf 20 Teilnehmer beschränkt.

Biontech-Manager erwartet hohe Kapazitäten für Corona-Impfstoff

14.16 Uhr: Das Mainzer Unternehmen Biontech ist zuversichtlich, die Produktion seines Corona-Impfstoffs im ersten Halbjahr 2021 auf große Mengen hochfahren zu können. In den ersten sechs Monaten des kommenden Jahres könnten in dem Betrieb in Marburg bis zu 250 Millionen Dosen hergestellt werden, sagte Finanzvorstand Sierk Poetting den Zeitungen der VRM-Gruppe. In dem in Marburg übernommenen Novatis-Werk seien nur einige Umstellungen notwendig. »Das ist eine Menge intensive Arbeit, aber letztendlich kein Hexenwerk.«

In den USA hat Biontech zusammen mit seinem Partner Pfizer als weltweit erstes Unternehmen die Notfallzulassung eines Corona-Impfstoffs beantragt. Biontech arbeite eng mit den Genehmigungsbehörden zusammen, sagte Poetting.

Die Produktion des Betriebs in Marburg müsse lediglich umgerüstet werden, sagte Poetting. »Deshalb sind wir zuversichtlich, bald starten zu können.« Die notwendigen Vorprodukte wie Gläser für die Abfüllung der Impfstoffdosen seien bis auf Weiteres gesichert. Für den Betrieb in Marburg sei eine Kapazität von etwa 60 Millionen Impfstoffdosen im Monat möglich. Die eigentliche Herstellung des Impfstoffs dauere eine Woche, die Qualitätskontrolle und Freigabe benötigten dann weitere drei Wochen.

Italiens Geburtenrate sinkt auf historischen Tiefstand

13.44 Uhr: Die italienische Geburtenrate sinkt einer Prognose zufolge wegen der Pandemie in diesem Jahr auf einen historischen Tiefstand. »Das Klima von Angst und Ungewissheit sowie finanzielle Schwierigkeiten« könnten dazu führen, dass im Jahr 2020 in Italien nur 408.000 Babys zur Welt kommen, sagte der Leiter der Statistikbehörde, Gian Carlo Blangiardo. Bereits im vergangenen Jahr war mit 420.000 Geburten die niedrigste Rate seit 150 Jahren registriert worden.

Auch für das kommende Jahr geht die Behörde von einem weiteren Rückgang aus: Lediglich 393.000 Babys könnten demnach im Jahr 2021 geboren werden. Blangiardo sprach von einer »demografischen Rezession« seit 2015, die »in der italienischen Geschichte beispiellos ist«. Eine Ausnahme bildeten die Jahre 1917 bis 1918 mit dem Ersten Weltkrieg sowie die dramatischen Auswirkungen der Spanischen Grippe.

Höchststand bei Corona-Toten in Russland

12.59 Uhr: Russland hat mit 507 Coronavirus-Toten einen Tages-Höchststand verzeichnet. Die Zahl der Toten stieg auf insgesamt 37.538, wie Behörden in Moskau mitteilten. Zuletzt hatte sich auch Kremlchef Wladimir Putin besorgt gezeigt über die hohen Sterberaten. Insgesamt sind im flächenmäßig größten Land der Erde weiter Zweifel verbreitet, ob die Behörden das ganze Ausmaß der Coronakrise wiedergeben.

Das unabhängige russische Portal Mediazona (zona.media) rechnete aus, dass es von April bis Oktober etwa 120.000 Tote mehr gegeben habe als im Schnitt der vergangenen fünf Jahre für diesen Zeitraum. Die Übersterblichkeit habe demnach bei rund 18 Prozent gelegen. Der Oktober war laut Russlands Statistikbehörde nicht voll erfasst.

USA erwägen Aufhebung von Einreiseverboten für Europäer

12.10 Uhr: Die USA erwägen Insidern zufolge ein Ende der Einreiseverbote für zahlreiche europäischen Staaten, die wegen der Pandemie verhängt wurden. Das Vorhaben habe die Unterstützung der Coronavirus-Taskforce des Präsidialamtes, der Gesundheitsbehörden und anderer Bundesämter gewonnen, sagen Vertreter der Regierung und von Fluggesellschaften. Dabei gehe es um die Einreiseerlaubnis von Nicht-US-Bürgern aus Großbritannien, Irland und 26 weiteren europäischen Ländern sowie Brasilien. Präsident Donald Trump habe aber noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Trump hatte zur Eindämmung der Corona-Pandemie die Einreiseverbote für Besucher aus Europa Mitte März verhängt, für Reisende aus Brasilien im Mai.

Berliner Fashion Week soll im Januar stattfinden

Die Berliner Fashion Week will vom 18. bis 20. Januar ins Kraftwerk Berlin ziehen und setzt erneut auf Liveübertragungen (Archivbild)

Die Berliner Fashion Week will vom 18. bis 20. Januar ins Kraftwerk Berlin ziehen und setzt erneut auf Liveübertragungen (Archivbild)

Foto: Adam Berry/ Getty Images

12.04 Uhr: Die Winterausgabe der Berliner Fashion Week soll auch in Corona-Zeiten über die Bühne gehen. In der Zeit vom 18. bis 22. Januar 2021 stehen die bekannten Formate auf dem Programm, etwa die Mercedes-Benz Fashion Week und der Berliner Salon. Übergreifendes Thema wird nachhaltige Mode sein, wie die Senatsverwaltung für Wirtschaft mitteilte.

Wie viele digitale Anteile das Programm hat und wie viele Menschen bei den Formaten vor Ort dabei sein können, hängt von der Entwicklung der Pandemie ab. Auch im Sommer werde es eine Berliner Modewoche geben, erklärte Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne). Zuvor hatte der »Tagesspiegel« berichtet.

Niederlande wollen Böllereinfuhr aus Deutschland stoppen

12.00 Uhr: Nach dem Verhängen eines Böllerverbots haben die Niederlande mit Kontrollen entlang der Grenze begonnen, um die Einfuhr verbotenen Feuerwerks aus Deutschland und Belgien zu stoppen. Eine umfangreiche Kontrolle an der A3 Oberhausen-Arnheim, die bis zum Dienstagabend dauerte, führte zunächst nicht zu Feuerwerksfunden, teilte die niederländische Polizei mit. »Wir gehen davon aus, dass es eine größere Einfuhr auch von illegalen Böllern aus dem Ausland gibt«, sagte der zuständige Experte der Polizei in den östlichen Niederlanden, Robbert Hummelink. Grund sei das in der Coronakrise verhängte Verbot, das eine Überlastung der Kliniken verhindern soll.

Corona breitet sich durch Mutationen nicht schneller aus

11.40 Uhr: Mutationen des Coronavirus beschleunigen einer Studie zufolge die weltweite Ausbreitung nicht. In einer Untersuchung, die einen Datensatz von Virusgenomen von 46.723 Menschen mit Covid-19 aus 99 Ländern nutzte, stellten Forscher mehr als 12.700 Mutationen oder Veränderungen im Coronavirus Sars-CoV-2 fest.

»Glücklicherweise haben wir festgestellt, dass keine dieser Mutationen die Ausbreitung von Covid-19 beschleunigt«, sagt Lucy van Dorp, Professorin am Institut für Genetik des University College London. »Wir müssen wachsam bleiben und weiter neue Mutationen überwachen, insbesondere wenn Impfstoffe eingeführt werden.« Dass Viren ständig mutieren, ist lange bekannt. Dabei ändern sich einige, wie Grippeviren, häufiger als andere.

Fitnessstudios bleiben in NRW geschlossen

11.25 Uhr: Fitnessstudios in Nordrhein-Westfalen müssen nach einer Entscheidung des Verfassungsgerichtshofs des Landes geschlossen bleiben. Das Gericht lehnt einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung gegen die in der Corona-Schutzverordnung des Landes enthaltene Schließung der Studios ab. Ein Betreiber eines Studios in Essen war gegen die Verordnung vorgegangen.

Chinesische Firma beantragt Zulassung für Corona-Impfstoff

11.12 Uhr: Der erste Hersteller in China hat laut einem Bericht die Zulassung eines Corona-Impfstoffs für die breite Öffentlichkeit beantragt. Der Impfstoffentwickler China National Biotec Group (CNBG) habe einen Antrag auf Zulassung seines Präparates bei den Behörden eingereicht, berichtete die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Finance unter Berufung auf einen Manager des CNBG-Mutterkonzerns Sinopharm. Eine Mitteilung des Unternehmens lag zunächst nicht vor.

Im Gegensatz zu westlichen Herstellern haben weder CNBG noch Sinopharm genauere Daten zur Wirksamkeit ihrer Mittel veröffentlicht, was einen Vergleich schwierig macht.

Sinopharm hat nach eigenen Angaben von vergangener Woche bereits fast eine Million Menschen über ein sogenanntes Notfallprogramm mit seinen Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus geimpft. Dabei habe es keine Berichte von schwerwiegenden Nebenwirkungen gegeben, nur wenige hätten leichte Symptome entwickelt.

Weselsky fordert bevorzugte Corona-Impfung von Bahnmitarbeitern

Foto: Ralph Peters/ imago images/Ralph Peters

09:45 Uhr: Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat sich für eine bevorzugte und kostenfreie Corona-Impfung von Bahnmitarbeitern ausgesprochen. Das gesamte direkte Personal der Eisbahnverkehrs- und Infrastrukturunternehmen sei »systemrelevant«, sagte Weselsky der »Rheinischen Post«. Dazu gehörten auch Fahrdienstleiter und Werkstattmitarbeiter.

Kretschmer warnt vor Kliniküberlastung

09.39 Uhr: Wegen eines Höchststands bei den Corona-Todesfällen in Deutschland warnt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einer Überlastung des Gesundheitswesens in den kommenden Wochen.

»Die Lage in den Krankenhäusern ist besorgniserregend«, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenradio MDR Aktuell. »Wir werden auf diesem hohen Niveau, was wir jetzt haben, nicht über den Winter kommen.« Die medizinische Versorgung könne auf diesem hohen Niveau nicht gewährleistet werden. »Krankenhäuser sind dann nicht mehr in der Lage, für einen Patienten mit Herzinfarkt oder Schlaganfall immer und zu jeder Zeit ein Intensivbett bereitzuhaben.«

Ärztegewerkschaft hält Zahl der Corona-Tests in Deutschland für zu niedrig

09.15 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund ist mit der Zahl der Corona-Tests in Deutschland unzufrieden. »Pro eine Million Einwohner wird beispielsweise in Belgien und Spanien viel mehr, in Großbritannien sogar doppelt so viel getestet wie bei uns«, sagte die Vorsitzende Susanne Johna der »Passauer Neuen Presse«. »Wir schöpfen nicht alle Möglichkeiten aus, die es gibt, zum Beispiel PCR-Diagnostik in veterinärmedizinischen Laboren«.

Auch die Verfügbarkeit von Antigen-Schnelltests lasse noch sehr zu wünschen übrig. Zwar gebe es hierzu seit mehr als einem Monat neue Vorschriften. »Dennoch werden Ärztinnen und Ärzte in den Kliniken nur in sehr geringem Umfang getestet«, kritisierte Johna. »Das ist nicht nachvollziehbar und stellt eine potenzielle Gefahr für das Personal und die Patienten dar.«

Frankreich: Geschäfte sollen an Adventssonntagen öffnen

08.55 Uhr: Der französische Finanzminister Bruno Le Maire will die Geschäfte an den Adventssonntagen öffnen lassen. Damit könnten sie zumindest einen Teil der während des Teil-Lockdowns erlittenen Umsatzverluste wettmachen, sagte Le Maire dem Radiosender France Inter. »Ich bin dafür, jeden Sonntag bis Weihnachten Geschäfte zu öffnen«, sagt er.

Handel warnt vor Hamsterkäufen und langen Schlangen

08.50 Uhr: Vor dem Bund-Länder-Gipfel und wegen weiterer Einschränkungsmaßnahmen warnt der Handelsverband HDE vor Hamsterkäufen und langen Warteschlangen vor den Läden. »Wenn nur noch wenige Menschen gleichzeitig den Supermarkt oder das Modehaus in der Innenstadt betreten dürfen, dann führt das zwangsläufig zu langen Schlangen vor den Geschäften und in den Fußgängerzonen«, sagt HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Das aber könnte den Kunden den Eindruck von erhöhter Nachfrage und Warenknappheit vermitteln und damit am Ende zu erneuten Hamsterkäufen im Lebensmittelhandel führen. Der HDE fordert, bei der aktuellen Regelung zu bleiben. Die jetzige Festlegung von zehn Quadratmetern pro Kunde sei die konsequente Umsetzung der Abstandsregel von 1,5 Metern und damit die Anwendung der Empfehlung des Robert Koch-Instituts. »Die Hygienekonzepte der Handelsunternehmen haben sich bewährt, es gibt keine Hotspots beim Einkaufen.«

Mehr als 2100 Corona-Tote an einem Tag in den USA

08:54 Uhr: In den USA ist die Zahl der binnen einem Tag verzeichneten Corona-Toten auf den höchsten Stand seit Anfang Mai gestiegen. Am Dienstag meldeten die Behörden 2146 Tote mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore von Mittwochmorgen (MEZ) hervorging. Am selben Tag der Vorwoche waren es 1692 gewesen. Der bislang höchste Wert wurde am 15. April mit 2609 Toten an einem Tag erreicht.

Zugleich gab es am Dienstag landesweit 172.935 neue Corona-Fälle. In der Vorwoche waren am gleichen Tag rund 160.500 Neuinfektionen gemeldet worden.

Söder warnt vor Lockerung über Silvester

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder

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Stefan Puchner / dpa

08.21 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Länderchefs mit der Bundeskanzlerin für strenge Kontaktbeschränkungen auch über Silvester ausgesprochen – anders als von den meisten Ländern angestrebt. »Denn Weihnachten ist das Fest der Familie, Silvester natürlich mehr das Fest der Freunde«, sagte der CSU-Chef im ARD-»Morgenmagazin«. Ihm sei lieber, dass man über den Jahreswechsel konsequenter sei als über Weihnachten.

Die Ministerpräsidenten der Länder wollen an diesem Mittwoch mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine Verlängerung der Corona-Regeln beraten.

Opel bietet Werksflächen für Corona-Impfzentren an

08.20 Uhr: Der Autobauer Opel hat den Ländern Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen angeboten, in den Werken regionale Corona-Impfzentren aufzubauen. Flächen und Gebäude stünden dafür bereit, sagte Opel-Chef Michael Lohscheller.

»Mit großen Werkshallen und Parkflächen sowie einer guten Anbindung an das öffentliche Nahverkehrsnetz verfügen unsere Standorte über hervorragende logistische Voraussetzungen, um den Impfprozess gezielt zu unterstützen und zu erleichtern, sobald ein Impfstoff verfügbar sein wird«, so Lohscheller.

Der Opel-Chef bezeichnete den Kampf gegen Covid-19 als gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle mithelfen müssten. Er sagte: »Wir wollen unseren Beitrag leisten. Denn die Gesundheit der Menschen hat oberste Priorität.«

Erste Kliniken in Bayern an den Grenzen

07.40 Uhr: In der zweiten Welle geraten erste Klinken im Freistaat laut der Bayerischen Krankenhausgesellschaft an ihre Belastungsgrenzen. Wie schon bei der ersten Welle im Frühjahr seien die Kliniken jetzt auf Zusammenarbeit untereinander angewiesen, sagte der scheidende Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft, Siegfried Hasenbein, der »Augsburger Allgemeinen«.

Er sei dennoch zuversichtlich, dass Bayerns Kliniken auch die zweite Welle bewältigen könnten. »Wenn man über ganz Bayern blickt, haben die Krankenhäuser ihre Grenzen noch nicht erreicht«, sagte Hasenbein.

Die Häuser unterstützen sich ihm zufolge etwa, indem sie sich mit Personal aushelfen oder Patienten verlegen. Die entscheidende nötige Maßnahme in den kommenden Wochen werde sein, nicht notwendige Operationen zu verschieben, betonte Hasenbein. »Nicht vergessen darf man aber bei diesem Punkt, dass den Krankenhäusern mit dem Wegfall von verschiebbaren Operationen auch viel Geld verloren geht.«


Drosten empfiehlt Menschen, auch bei Halskratzen zu Hause zu bleiben

07.20 Uhr: Zur Vermeidung weiterer Corona-Fälle sollten Menschen auch bei Halskratzen schon daheimbleiben. Dazu hat der Virologe Christian Drosten in der am Dienstag veröffentlichten Folge des »Coronavirus-Update« bei NDR-Info aufgerufen. Wer milde Erkältungssymptome hat, könne auch dann zu Hause bleiben, wenn der Hausarzt keinen Anlass für einen Test sieht: »Man soll nicht krank und auch nicht kränklich zur Arbeit gehen, selbst wenn der Hausarzt gesagt hat: ›Das testen wir jetzt mal nicht‹.« Prinzipiell sollten Betroffene sich demnach in der aktuellen Phase der Pandemie auch schon mit einem Kratzen im Hals oder einer laufenden Nase nicht mehr in soziale Situationen begeben.

Hintergrund sind auch kürzlich geänderte Empfehlungen des Robert Koch-Instituts (RKI), die angesichts begrenzter Laborkapazitäten auf den Einsatz von Tests vor allem bei Menschen mit deutlichen Symptomen wie Lungenentzündung oder Geruchs- und Geschmacksverlust abzielen. Menschen, die trotz Symptomen nicht getestet werden können, sollen sich nach RKI-Empfehlung fünf Tage zu Hause isolieren und dies erst nach weiteren 48 Stunden ohne Symptome beenden.

Sänger Maffay beklagt Umgang mit Kulturschaffenden

06.45 Uhr: Deutschrock-Star Peter Maffay sieht die Kulturbranche wegen der Coronakrise in höchster Gefahr – und stellt den handelnden Politikern kein gutes Zeugnis aus. »Es wird hier mit zweierlei Maß gemessen«, sagt der 71-jährige Sänger und Gitarrist. Während Autoindustrie oder Lufthansa mit staatlichen Milliardenzuwendungen großzügig unterstützt würden, verhungere der Kulturbetrieb am langen Arm der Bürokratie.

»Die Gelder, die in Aussicht gestellt werden, fließen viel zu langsam«, sagte Maffay der Nachrichtenagentur dpa. »Es müsste alles viel schneller gehen, hier sind viele Existenzen bedroht.« Musiker seien offenbar nicht »systemrelevant«, ärgerte sich der seit rund 50 Jahren erfolg- und einflussreiche Künstler. Er habe am eigenen Leib erfahren, wie herabwürdigend es sich anfühle, so bezeichnet zu werden: »Im ersten Lockdown wollte ich meine Tochter in der Kinderkrippe abgeben. Da hieß es: Das geht nicht – ich sei ja nicht systemrelevant.«

RKI: 18.500 Neuinfektionen und 410 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden

06.05 Uhr: In Deutschland steigt die Zahl der bekannten Infektionen um 18.633 auf 961.320. Das geht aus Daten auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor.

Das waren gut 1000 Fälle mehr als vor einer Woche. Am vergangenen Mittwoch hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 17.561 gelegen. Am Freitag war mit 23.648 gemeldeten Fällen ein Höchststand erreicht worden.

Die Anzahl der Neuinfektionen ist allerdings nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bei den Todesfällen in Zusammenhang mit Corona ist zudem ein trauriger Höchstwert erreicht worden: Binnen 24 Stunden sind 410 weitere Menschen an oder mit dem Virus gestorben. Die Gesamtzahl der Todesfälle stieg nach Angaben des Robert Koch-Institut (RKI) demnach auf 14.771. Der bislang höchste Stand war Mitte April mit 315 gemeldeten Todesfällen binnen einem Tag erreicht worden.

Das sogenannte Sieben-Tage-R lag laut RKI-Lagebericht vom Dienstagabend bei 0,97 (Vortag: 0,97). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch knapp 100 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Erst die Städte, jetzt das Land

04.20 Uhr: Wegen steigender Covid-Krankheitsfälle sind Kliniken im ländlichen Mittleren Westen der USA völlig überlastet. Rächt sich nun die Trump'sche Fahrlässigkeit? Ein Video dazu sehen Sie hier.

Bahn soll Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro gemacht haben

03.45 Uhr: Die zweite Corona-Welle verschärft einem Zeitungsbericht zufolge die wirtschaftlichen Probleme der Deutschen Bahn massiv. Die Fernzüge seien derzeit im Schnitt nur noch zu 20 Prozent ausgelastet, die Regionalzüge zu 55 bis 60 Prozent, schreibt die »Frankfurter Allgemeine Zeitung«. Auch deshalb steuere der bundeseigene Konzern dieses Jahr auf einen Rekordverlust von 5,6 Milliarden Euro zu.

Die Zahl gehe aus den Unterlagen für die Aufsichtsratssitzung am 9. Dezember hervor, berichtet das Blatt weiter. Zum Halbjahr hatte die Bahn ein Minus von 3,7 Milliarden Euro ausgewiesen.

Um die Verluste auszugleichen, hat die Bundesregierung der Bahn im Konjunkturpaket vom Juni eine Aufstockung des Eigenkapitals um fünf Milliarden Euro versprochen.

New Yorker Synagoge muss 15.000 Dollar Strafe wegen Hochzeit zahlen

02.15 Uhr: Die New Yorker Behörden haben eine hohe Geldstrafe gegen eine Synagoge verhängt, weil dort trotz der Corona-Pandemie Tausende Gäste gemeinsam eine Hochzeit feierten. Die Synagoge im Stadtteil Williamsburg müsse 15.000 Dollar zahlen, sagte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio. Die Gemeinde habe trotz der geltenden Versammlungsbeschränkungen ohne Wissen der Behörden über Mundpropaganda zu der Hochzeit am 8. November eingeladen.

Die Veranstaltung war durch ein in sozialen Medien zirkulierendes Video aufgeflogen, das Tausende Menschen ohne Masken beim Singen und Tanzen zeigte. New York war im Frühjahr das Epizentrum der Corona-Pandemie in den USA. Besonders betroffen waren auch Stadtteile, in denen orthodoxe Juden leben.

»Eine Katastrophe für Menschen mit psychischen Vorerkrankungen«

01.55 Uhr: Die Psychiaterin Sabine Köhler erklärt, wie sie ihren Patientinnen und Patienten durch die Coronakrise hilft, was ihr große Sorge bereitet – und welchen Menschen es in der Pandemie sogar besser geht als sonst. Lesen Sie hier  mehr.

SPD-Chefin Esken für Wechselunterricht – Lehrer fordern klare Linie

01.30 Uhr: Vor dem Corona-Spitzengespräch am Mittwoch fordert SPD-Chefin Saskia Esken eine Entlastung der Schulen durch Wechselunterricht – also Klassenteilung und abwechselndes Lernen zu Hause und in der Schule. Um dies zu ermöglichen, habe der Bund die Länder bei der digitalen Ausstattung der Schulen, Schüler und Lehrer unterstützt, sagte Esken dem »Tagesspiegel«. »Auch gestufte Anfangs- und Pausenzeiten sind empfehlenswert, gerade auch zur Entzerrung des Schülertransports.« In den Schulbussen seien die Kinder und Jugendlichen »teils wie die Sardinen untergebracht«.

Aus Sicht der Lehrergewerkschaft GEW besteht bei der Digitalisierung indes noch dringender Nachholbedarf. Die Anschaffung entsprechender Endgeräte für Lehrkräfte und Schüler müsse beschleunigt werden, außerdem brauche es eine datenschutzkonforme digitale Infrastruktur und genügend IT-Systemadministratoren. Was den Wechselunterricht angehe, so bräuchten die Schulen »eine klare Ansage« von Bund und Ländern, bei welcher Entwicklung des Infektionsgeschehens der Präsenzunterricht einzuschränken sei, sagte Gewerkschaftschefin Marlis Tepe dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Bisher hat die Politik leider nicht so gut vorgearbeitet, dass vom Präsenzunterricht reibungslos in das digitale Lernen umgeschaltet werden kann.«

Diese neuen Corona-Maßnahmen planen Bund und Länder

00.30 Uhr: Frühere Weihnachtsferien, weniger Menschen im Supermarkt: Bund und Länder wollen die Corona-Maßnahmen verschärfen – nur über die Festtage gibt es Lockerungen. Hier sehen sie die Punkte im Überblick.

Macron will Wintersportorte erst im neuen Jahr öffnen

00.15 Uhr: Ungeachtet einer etwas verbesserten Corona-Lage in Frankreich hat sich Präsident Emmanuel Macron gegen eine rasche Öffnung von Wintersportorten ausgesprochen. Es laufe zwar dazu noch eine Abstimmung der Regierung, doch es erscheine ihm unmöglich, eine Öffnung für die Feiertage am Jahresende ins Auge zu fassen. Das sagte der Staatschef am Dienstagabend in einer Fernsehansprache.

Eine Wiedereröffnung im Januar unter guten Bedingungen sei vorzuziehen. »Wir werden uns zu diesem Thema mit unseren europäischen Nachbarn abstimmen«, so der 42-Jährige. Frankreich hat wichtige Wintersportzentren in den Alpen und in den Pyrenäen.

Vor Macrons Äußerungen hatte Italiens Vorstoß für einen späteren Start der Wintersportsaison in der EU einen Streit unter den Alpenländern ausgelöst. Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will Skigebiete mindestens bis zum 10. Januar geschlossen halten. Österreich reagierte darauf mit vehementer Ablehnung.

Das Weihnachtsfest als Superspreader-Event

00.05 Uhr: Ende des Jahres soll plötzlich erlaubt sein, was seit Wochen verboten ist: Treffen mit bis zu zehn Teilnehmern aus verschiedenen Haushalten. Ob das gut geht, hängt von einem wichtigen Faktor ab. Lesen Sie hier mehr.

cop/mrc/ire/mjm/fek/dpa/Reuters/AFP