Corona-News am Montag WHO sichert Untersuchung zum Virusursprung zu

Der WHO-Chef fordert ein Ende der »Politisierung« des Coronavirus und sichert eine Untersuchung des Pandemie-Ursprungs zu. Und: Der algerische Präsident verlässt eine deutsche Klinik. Der Überblick am 30. November.
Tedros Adhanom Ghebreyesus fordert, dass der Ursprung des Coronavirus nicht mehr politisiert wird

Tedros Adhanom Ghebreyesus fordert, dass der Ursprung des Coronavirus nicht mehr politisiert wird

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Salvatore Di Nolfi / dpa

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WHO sichert Untersuchung zum Virusursprung zu

20.50 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine umfangreiche Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus zugesichert. "Wir müssen den Ursprung des Virus kennen, weil er uns helfen kann, künftige Epidemien zu verhindern", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz. Angesichts von Kritik, die WHO würde die Leitung der Untersuchung China überlassen, forderte er ein Ende der "Politisierung" des Themas.

Die Position der WHO zu dieser Frage sei "sehr, sehr klar", sagte Tedros. "Wir wollen den Ursprung kennen, und wir werden alles tun, um ihn herauszufinden." Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte der Organisation vorgeworfen, Informationen im Zusammenhang mit der Coronakrise zurückzuhalten. Anfang Juli hatte Trump den Austritt der USA aus der WHO eingeleitet.

Die Organisation plant seit Monaten, ein internationales Experten-Team in die chinesische Stadt Wuhan zu schicken, in der das Virus zuerst festgestellt wurde. Dort sollen die Experten zurückverfolgen, wie das Virus auf den Menschen übertragen wurde. Wann das Team nach China reisen kann, ist aber weiterhin unklar. Die Experten stehen jedoch nach WHO-Angaben mit chinesischen Kollegen in regelmäßigem Kontakt.

Algerischer Präsident verlässt deutsche Klinik

21.39 Uhr: Der wegen einer Corona-Infektion in Deutschland behandelte algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune will bald in seine Heimat zurückkehren. Der 75-Jährige habe das Krankenhaus verlassen und werde »in den kommenden Tagen« nach Algerien fliegen, erklärte die Präsidentschaft. Tebboune sei »auf dem Weg der Erholung«.

Tebboune war Ende Oktober nach

einem Corona-Verdacht bei mehreren seiner Mitarbeiter für medizinische Untersuchungen in eine Klinik nach Deutschland gebracht worden. Wenige Tage später erklärte sein Büro dann, dass sich der Präsident infiziert habe.

Seitdem wurden nur in unregelmäßigen Abständen Informationen über Tebbounes Gesundheitszustand veröffentlicht. Seine lange Abwesenheit führte zu Spekulationen über ein Machtvakuum in Algerien.

Monatelange Proteste in dem nordafrikanischen Land hatten im April vergangenen Jahres zum Sturz des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika geführt. Im Dezember wurde Tebboune zum neuen Staatschef gewählt – er gilt aber als enger Vertrauter Bouteflikas.

Tschechische Rentner bekommen Weihnachtsgeld

19.44 Uhr: Die mehr als 2,8 Millionen Rentner in Tschechien erhalten in diesem Jahr ein zusätzliches Weihnachtsgeld von umgerechnet rund 190 Euro (5000 Kronen). Die Auszahlung habe am Montag begonnen, teilte das Arbeits- und Sozialministerium in Prag mit. Von dem Geld profitieren sowohl Bezieher von Alters- als auch von Erwerbsunfähigkeits- und Waisenrenten. Die Coronavirus-Pandemie habe zu Mehrausgaben für Masken und Desinfektionsmittel geführt, sagte die zuständige Ministerin Jana Malacova. Sie verwies zudem auf die jährliche Teuerungsrate, die im Oktober bei 2,9 Prozent lag.

Die Regierung des Ministerpräsidenten und Gründers der populistischen Partei ANO, Andrej Babis, hatte die Einmalzahlung im September auf den Weg gebracht. Die Opposition sprach von einem Wahlgeschenk vor den Regionalwahlen Anfang Oktober, in denen sich die ANO letztlich wie erwartet behaupten konnte. Die Kosten der Weihnachtsrente für den Staatshaushalt belaufen sich auf umgerechnet rund 551 Millionen Euro (14,5 Milliarden Kronen).

Türkei verschärft Ausgangssperren

18.40 Uhr: Die Türkei verschärft ihre Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Unter der Woche gilt ab Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr, wie Präsident Recep Tayyip Erdoğan ankündigt. An Wochenenden müssen die Bürger zudem vollständig zu Hause bleiben, denn dann gilt eine durchgängige Ausgangssperre von Freitag um 21.00 Uhr bis Montag um 05.00 Uhr. Einige Bereiche sollen von den Maßnahmen ausgenommen werden, etwa die Produktion und Lieferketten.

Seehofer will Corona-Leugner genauer beobachten

18.38 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer will die Demonstrationen von Gegnern der Anti-Corona-Maßnahmen genauer beobachten. Es beunruhige ihn, dass Rechtsextreme und Reichsbürger gemeinsam mit Impfgegnern und Corona-Kritikern demonstrierten, sagt er dem »Handelsblatt« einem Vorabbericht zufolge. »Die Sicherheitsbehörden haben einen genauen Blick darauf, was sich da entwickelt hat.«

WHO rät zum Abwägen bei Familienfeiern zu Weihnachten

18.32 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angesichts der jüngsten Erfolge im Kampf gegen die Corona-Pandemie zur Vorsicht gemahnt. Zwar sei vergangene Woche erstmals seit September die Zahl der Neuinfektionen vor allem dank der jüngsten Maßnahmen in Europa zurückgegangen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus am Montag in Genf. »Das ist eine willkommene Nachricht«. Aber der Erfolg könne auch leicht wieder verschenkt werden. Der WHO-Chef rief dazu auf, sich sehr genau zu überlegen, wie und ob man Weihnachten im Familienkreis feiern wolle. »Das Zusammensein mit Freunden und der Familie ist es nicht wert, sie oder sich selbst einem Risiko auszusetzen«, meinte Tedros.

Zur umstrittenen Frage, ob Skiurlaube sicher oder gefährlich seien, äußerte sich die WHO eher ausweichend. Es gehe nicht um die eigentliche Aktivität, es gehe darum, ob zum Beispiel beim Transport jegliche Menschenansammlungen vermieden werden könnten, hieß es. Die Risiken müssten beherrscht werden können. In diesen Wochen sei eine der wichtigsten Fragen: Sollte ich wirklich reisen?, sagte Tedros. »Für viele Menschen ist das eine Jahreszeit, um zu Hause und dort sicher zu bleiben.«

Polizisten dringen im Gespräch mit Merkel auf klarere Corona-Regeln

18.07 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich am Montag in einem Videochat mit Sorgen und Fragen von Polizistinnen und Polizisten auseinandergesetzt. Sie warnte dabei vor einer dritten Coronawelle: Wenn nicht alle Menschen im Winter vorsichtig seien, könnte Deutschland direkt in die dritte Welle hineinrutschen.

Mehrfach wurde in dem Gespräch der Wunsch nach klareren Regeln und Vorgaben in der Coronakrise statt immer wieder neuer und häufig regional voneinander abweichender Verordnungen geäußert.

Mehrere der Beamten klagten auch über steigende Gewaltbereitschaft bei Kontrollen oder Demonstrationen, wiederholt wurde Merkel mit Berichten über Verletzte bei Einsätzen konfrontiert. Klage gab es auch über die Zunahme von Gefälligkeitsattesten wegen angeblicher Unverträglichkeit des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes. Beklagt wurden zudem fehlende Testmöglichkeiten nach Polizeieinsätzen, die körperliche Nähe zu möglicherweise infizierten Personen erforderten.

»Wir wissen, was Sie tun und was Sie für uns leisten«, sagte Merkel. Die Polizei sei derzeit eine Berufsgruppe, »die besonders gefordert ist«, sagte die Kanzlerin. Sie erneuerte die Zusage, dass Polizisten neben Angehörigen von Risikogruppen vorrangig die Möglichkeit zu Impfungen erhalten sollten, »wenn auch nicht als Erste«.

Merkel sicherte zu, Forderungen wie die nach klareren Corona-Regeln ernst zu nehmen. Den Wunsch eines Polizisten, sie solle »als Einsatzleiterin« die Ministerpräsidenten zu strikterem Gehorsam verpflichten, wollte die Kanzlerin aber dann doch nicht übernehmen. Den Vergleich mit dem Einsatzleiter »erzähle ich den Ministerpräsidenten lieber nicht«, sagte sie vorsichtig. Den Wunsch nach mehr Einheitlichkeit bei den Maßnahmen gegen die Pandemie unterstütze sie aber grundsätzlich.

IWF fürchtet um Aufschwung in Eurozone

17.08 Uhr: In der Eurozone sind die Infektionszahlen nach dem Sommer in die Höhe geschnellt. Nun warnt der IWF: Falls die zweite Corona-Welle nicht eingedämmt wird, könnte die Erholung der Wirtschaft gebremst werden.

Auswirkungen der Pandemie in Kenia

Wie viele andere lebt auch die Familie von Karisa Kenga Mbitha vom Tourismus. Seit Monaten kommen kaum noch Gäste an die kenianische Küste – der 34-Jährige hat seinen Job als Animateur verloren. Wovon leben er und seine Familie jetzt? Lesen Sie hier mehr dazu: »Statt drei Mahlzeiten essen wir meist nur noch zweimal am Tag«

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Dutzende Theater beteiligen sich an Aktionstag

15.40 Uhr: Als Zeichen in der Pandemie haben sich Dutzende Häuser an einem Aktionstag der im Deutschen Bühnenverein organisierten Theater und Orchester beteiligt. In Dresden etwa spielten Bläser der Dresdner Philharmonie auf dem Turm der Kreuzkirche. Das Ensemble des Düsseldorfer Schauspielhauses hat einen visuellen Gruß aufgenommen, der am Abend auf die Fassade des Schauspielhauses projiziert werden sollte.

Das Berliner Grips-Theater hat einen Hit aus seinem Dauerbrenner »Linie 1« im Internet veröffentlicht. In dem Videoclip singt und spielt eine neunköpfige Gruppe »Fahr mal wieder U-Bahn«.

Mitarbeiter des Hans-Otto-Theaters in Potsdam bildeten eine Menschenkette vor dem Haus. Die Vorpommersche Landesbühne in Anklam stellte ein Video auf seine Internetseite, in dem die »Weihnachtsgans Auguste«, die Hauptfigur einer aktuellen Weihnachtsinszenierung, die Gäste auf einen virtuellen Theaterrundgang mitnimmt:

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Der Aktionstag soll laut Bühnenverein »in dieser gesellschaftlich so herausfordernden Zeit« ein »Zeichen von Zuversicht, künstlerischer Energie und Verbundenheit zu ihrem Publikum in die Kommunen senden«. Viele der Aktionen sind im Laufe des Tages auf www.spectyou-aktionstag.com  zu sehen. 

Bundesregierung nicht zufrieden mit Hotel-Öffnungsplänen der Länder

15.05 Uhr: Die Bundesregierung ist unzufrieden mit der Entscheidung mehrerer Bundesländer, in der Weihnachtszeit Hotelübernachtungen für Familienbesuche zuzulassen. »Die Bürger bleiben aufgerufen, touristische Reisen zu vermeiden«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Davon ließen sich Reisen aus familiären Gründen schwer abgrenzen. Seibert verwies auf den Beschluss der Bund-Länder-Spitzenrunde vom vergangenen Mittwoch – eine »private Nutzung« von Hotels sei in dem Beschluss nicht enthalten gewesen.

Die Umsetzung der Beschlüsse im Gastronomie- und Hotelbereich obliegt den Ländern. Mehrere Bundesländer wollen die Hotels über die Weihnachtsfeiertage für Reisende bei Familienbesuchen öffnen. Einen derartigen Beschluss fasste etwa die baden-württembergische Landesregierung am Montag. Andere Länder hatten bereits entsprechende Beschlüsse gefasst – unter ihnen Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.

Seibert sagte zudem, die Bundesregierung halte an dem von Merkel vorgegebenen Ziel fest, die Ski-Saison wegen der Pandemie in Zusammenarbeit mit den Nachbarländern zu begrenzen. Die Infektionszahlen könnten »durch einen zu frühen Beginn der Ski-Saison« wieder steigen, sagte Seibert.

Über die Schließung von Skigebieten wird in der EU heftig gestritten. Österreich und auch das Nicht-EU-Land Schweiz wollen ihre Gebiete öffnen. Neben Deutschland spricht sich auch Italien für eine Schließung aus. Frankreich will zwar Skireisen nicht verbieten, aber den Liftbetrieb untersagen.

54.000 Anträge auf Novemberhilfe bisher

14.49 Uhr: Bislang sind laut Bundeswirtschaftsministerium 54.643 Anträge auf die sogenannten Novemberhilfen gestellt worden. Diese können seit 25. November beantragt werden, einen Tag später wurden bereits fast 17.000 registriert. Über die Hilfen können von Schließungen betroffene Unternehmen, Restaurants, Selbstständige oder Vereine Zuschüsse von bis zu 75 Prozent ihres durchschnittlichen Novemberumsatzes bekommen. »Bei knapp 90 Prozent der Anträge wurden bereits die Abschlagszahlungen veranlasst«, hieß es aus dem Ministerium.

Scholz: Kosten für Homeoffice-Pauschale überschaubar

14.40 Uhr: Die geplante Homeoffice-Pauschale für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die von zu Hause arbeiten, wird nach Angaben von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) keine großen Mehrkosten verursachen. Scholz sprach vor einer Videokonferenz mit den Finanzministern der Eurogruppe von einer »kleinen geringfügigen Pauschale« im Jahressteuergesetz. »Das wird überschaubar sein, was die Dimension betrifft, die das mehr kostet.«

Scholz verwies auf einen Einspareffekt an anderer Stelle: Beschäftigte, die zu Hause arbeiten und von der steuerlichen Homeoffice-Pauschale profitieren, könnten auf der anderen Seite dann auch keine Kosten für den Weg zur Arbeit steuerlich geltend machen. »Wir denken also, dass das eine gute Hilfe für die Bürgerinnen und Bürger ist, für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dass das aber keine große fiskalische Herausforderung für den deutschen Staat ist.«

Wales verschärft Maßnahmen

14.23 Uhr: Pubs, Bars und Restaurants in Wales dürfen ab Freitagabend keinen Alkohol mehr verkaufen und müssen bereits um 18 Uhr schließen. Regierungschef Mark Drakeford kündigte am Montag in Cardiff erneut schärfere Maßnahmen für seinen Landesteil an, von denen auch Kinos, Bowlingzentren und andere Freizeiteinrichtungen betroffen sind. Mitte Dezember soll überprüft werden, wie sich die Infektionslage entwickelt hat und ob Lockerungen möglich sind.

Der erneute Shutdown sei notwendig, um Leben zu retten und eine baldige Überlastung der Krankenhäuser zu vermeiden, sagte Drakeford. Ohne eine Verschärfung könnten Berechnungen zufolge weitere 1600 Menschen in Wales an Covid-19 sterben. Seit Beginn der Pandemie starben in dem zweitkleinsten Landesteil Großbritanniens nach Zahlen der Regierungsbehörde mehr als 2500 Menschen an oder mit Covid-19. Ende Oktober war Wales in einen 17-tägigen Teil-Lockdown gegangen, um die Fallzahlen zu senken.

Handelsverband fordert »klares Bekenntnis« der Länder zu Sonntagsöffnungen

14.04 Uhr: Der Handelsverband Deutschland (HDE) hat Rechtssicherheit für zeitnahe verkaufsoffene Sonntage im Einzelhandel gefordert. Die Wirtschaftsminister der Bundesländer sollten bei ihren Gesprächen am Montag »ein klares Bekenntnis für Sonntagsöffnungen abgeben« und an rechtssicheren Landesvorgaben arbeiten, erklärte der HDE. Bei der Videokonferenz der Ministerinnen und Minister steht unter anderem die schwierige Situation der unter Corona-bedingten Umsatzverlusten leidenden Einzelhändler in Deutschlands Innenstädten auf der Tagesordnung.

»Kurzfristig geht es darum, mit an sieben Tagen geöffneten Geschäften das Weihnachtsgeschäft zu entzerren und es den Kunden einfacher zu machen, die Abstandsregelungen einzuhalten«, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. »Nach der Coronakrise hilft die gelegentliche Sonntagsöffnung dabei, das Bedürfnis der Kunden nach Shoppingevents zu befriedigen und wenigstens einige der verlorenen Umsätze nachzuholen.«

Apothekerverbände: Lieferengpässe bei Arzneimitteln auf Höchststand

13.48 Uhr: Immer mehr Patientinnen und Patienten in Europa sind offenbar von Lieferengpässen bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln betroffen. Im ersten Halbjahr hat sich allein in Deutschland die Zahl der nicht verfügbaren Arzneimittel, die Krankenkassen per Rabattvertrag für Versicherte vorgesehen hatten, auf 12,1 Millionen Packungen erhöht. Das zeigt eine Auswertung im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Das sind fast so viele Ausfälle wie in den Jahren 2017 und 2018 zusammen.

ABDA spricht von »Lieferengpässen bei Arzneimitteln auf Höchststand«: Die erste Welle der Pandemie habe gezeigt, wie sensibel die Arzneimittelversorgung auf Produktionsausfälle, Exportstopps oder Logistikprobleme in Asien reagierte, so ABDA-Vizepräsident Mathias Arnold.

Hotelübernachtung bei Verwandtenbesuch zu Weihnachten in Sachsen möglich

13.11 Uhr: Wer über Weihnachten Verwandte in Sachsen besucht, kann dafür auch in einem Hotel oder in einer Pension übernachten. Das hat das Gesundheitsministerium in Dresden mitgeteilt. Die neue, ab Dienstag geltende Schutzverordnung untersagt zwar den Betrieb von Übernachtungsangeboten, macht dafür aber Ausnahmen: »Aus notwendigen beruflichen, sozialen oder medizinischen Anlässen« sind Übernachtungen demnach zulässig. Die in der Verordnung genannten sozialen Gründe sollten laut Ministerium einen klaren Bezug zur Familie haben. Mehrere Bundesländer planen das ähnlich wie Sachsen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel soll diese Hotelöffnungen kritisiert haben. Merkel habe sich in einer virtuellen Sitzung des CDU-Präsidiums zu dem Beschluss von Bund und Ländern bekannt, die strengen Kontaktbeschränkungen über die Festtage zu lockern, berichteten Teilnehmer am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Es habe ihr aber die Fantasie gefehlt zu ahnen, dass besonders betroffene Länder die Hotels öffnen wollten, wurde sie zitiert. Es sei nicht kontrollierbar, ob nur Gäste in den Hotels übernachteten, die tatsächlich Verwandte in der Region besuchten.

Sachsen hat derzeit bundesweit die höchste Rate an Neuinfektionen binnen sieben Tagen je 100.000 Einwohner.

Moderna will Zulassung für Impfstoff in EU beantragen

13.11 Uhr: Moderna will am Montag einen Antrag auf Zulassung seines Corona-Impfstoffs bei der EU einreichen. Eine Impfung noch in diesem Jahr rückt damit näher.

Zahl der Positiv-Test in der Schweiz sinkt unter 3000 pro Tag

12.50 Uhr: In der Schweiz hat sich die Situation bei den neuen Fällen am Wochenende weiter entspannt. Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) meldet 8782 weitere Positiv-Tests seit Freitag. Im Schnitt steckten sich damit pro Tag 2927 Menschen mit dem Erreger an, womit die Zahl der täglichen Neuinfektionen erstmals seit 15. Oktober wieder unter die 3000er-Marke sank. Am 5. November war mit 10.128 Positiv-Tests binnen 24 Stunden ein Höchststand erreicht worden. Weitere 195 Personen beziehungsweise 65 pro Tag starben seit Freitag an oder mit dem Virus.

Das BAG veröffentlicht die Zahlen von Montag bis Freitag täglich sowie für einen 72-stündigen Zeitraum am Wochenende.

Widerstand in Johnsons Tory-Partei wächst

12.11 Uhr: In der konservativen Tory-Partei wächst der Widerstand gegen die Corona-Politik des britischen Premiers und Parteichefs Boris Johnson. Es gebe eine »große Frustration« auf den Hinterbänken der Partei über die weiteren Beschränkungen, gab Umweltminister George Eustice im »Sky News«-Interview zu. Bis zu 100 Abgeordnete könnten Vorbehalte gegenüber dem Stufensystem haben, das ab Mittwoch mit regionalen Maßnahmen den nationalen Teil-Lockdown in England ersetzen soll.

In den allermeisten Regionen des Landes darf etwa die Gastronomie weiterhin nur unter strengen Auflagen oder gar nicht öffnen und strenge Kontaktbeschränkungen bleiben ebenfalls erhalten. Bei der Abstimmung über die Maßnahmen im Parlament am Dienstag könnte der Premier daher auf die Stimmen der Opposition angewiesen sein. Die Unterstützung der Labourpartei gilt jedoch als sicher.

Der Teil-Lockdown im November hat die Zahl der Neuinfektionen in England zwischen dem 13. und 24. November um 30 Prozent gegenüber den vorherigen Wochen sinken lassen, wie aus einer aktuellen Untersuchung des Imperial College London und des Marktforschungsinstituts Ipsos Mori hervorgeht. Kritiker der Maßnahmen pochen daher auf weitere Lockerungen. Schottland, Wales und Nordirland entscheiden über ihre eigenen Maßnahmen.

Bouffier attackiert Brinkhaus scharf

12.09 Uhr: Im CDU-Präsidium ist nach SPIEGEL-Informationen der Streit um die Finanzierung der Corona-Hilfen eskaliert. Hessens Regierungschef Bouffier forderte Unionsfraktionschef Brinkhaus auf, sich zu »mäßigen«.

Auch Berlins Regierungschef Michael Müller fand im SPIEGEL-Studiotalk deutliche Worte: »Es ist bedauerlich, dass das letzte halbe Jahr offensichtlich völlig spurlos an Herrn Brinkhaus vorbeigegangen ist«, sagte Müller. Das ganze Gespräch sehen Sie hier:

Tom Beck nach Infektion: »Erschreckend und erstaunlich«

12.01 Uhr: Im Frühjahr hatte sich Tom Beck mit dem Coronavirus infiziert. Die Auswirkungen auf seinen Geruchssinn spürt der Schauspieler und Sänger noch immer.

Passau ist Deutschlands Corona-Hotspot

11.50 Uhr: Die niederbayerische Stadt Passau liegt nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zusammen mit dem Thüringer Landkreis Hildburghausen als Hotspot bundesweit an der Spitze. Die Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche – lag am Montag demnach bei 579,5.

Nur ganz knapp dahinter rangiert den Daten zufolge der bisherige Spitzenreiter, der Thüringer Landkreis Hildburghausen. Hier betrug die Sieben-Tage-Inzidenz 579,1. Eine RKI-Sprecherin bestätigte die Zahlen.

In Passau dürfen die Menschen ihre Wohnung seit Samstag nur noch aus triftigem Grund verlassen. Die Zahlen des RKI sind an Sonntagen und Montagen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

OECD: Krise verschärft regionale Unterschiede

11.30 Uhr: Bestehende regionale Unterschiede bei der medizinischen Versorgung, dem Wirtschaftswachstum und der Digitalisierung haben sich im vergangenen Jahrzehnt vergrößert und durch die Coronakrise teils noch verschärft, teilt die Industriestaatengruppe OECD zu einer Studie mit. Gebiete in der Nähe von Metropolen bieten demnach durchschnittlich zehn Krankenhausbetten pro tausend Einwohner – fast doppelt so viele wie in abgelegenen ländlichen Gebieten.

In manchen Ländern waren bestimmte Gegenden weit überdurchschnittlich von der Covid-19-Pandemie betroffen. So lag die Zahl der Todesfälle zwischen Februar und Juni 2020 in einigen Regionen Kolumbiens, Italiens und Spaniens um mindestens 50 Prozent über dem Durchschnitt des Vergleichszeitraums beider Vorjahre. Ferner konnten Großstädter in der Pandemie leichter auf Telearbeit umstellen. »In vielen ländlichen Gebieten fehlt es nach wie vor an Hochgeschwindigkeits-Breitbandanschlüssen.« Etwa jeder dritte Haushalt auf dem Land sei davon betroffen.

WHO befürchtet Tausende zusätzliche Malaria-Tote

11.01 Uhr: Fast 400.000 Menschen sterben Jahr für Jahr an Malaria. Wegen der Pandemie könnte die Zahl in diesem Jahr noch steigen. Im Kampf gegen die Infektionskrankheit mangelt es auch an Geld.

THW: Bundesländer kommen beim Aufbau von Impfzentren gut voran

10.55 Uhr: Beim Aufbau von Impfzentren kommen die Bundesländer nach Einschätzung des Technischen Hilfswerks (THW) gut voran. In allen Ländern werde mit Hochdruck daran gearbeitet, sagte THW-Präsident Gerd Friedsam am Montag im RBB-Inforadio. Ziel sei es, bis Mitte Dezember möglichst viele Impfzentren einsatzbereit zu haben.

Allerdings seien die Vorbereitungen unterschiedlich weit fortgeschritten: Während manche Bundesländer noch in der Planungsphase steckten, würden andere bereits Impfzentren einrichten. Demnach werden in letzterem Fall bereits Impfstraßen oder Kabinen und Abtrennungen für das medizinische Personal aufgebaut.

»Wir versuchen, die Gesundheitsämter nach besten Kräften zu unterstützen, um diese Impfzentren dann auch in absehbarer Zeit funktionsfähig zu bekommen«, sagte THW-Präsident Friedsam. Eine »logistische Herausforderung« sei die Lagerung des Impfstoffes, für die zum Teil spezielle Kühlschränke benötigt werden: »Hierfür braucht man spezielle Logistiker, die diese Aufgabe bewältigen können.«

Kanzleramtschef Braun rechnet mit erheblichen Schäden für die Wirtschaft

10.40 Uhr: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) rechnet trotz der bisherigen Bundeshilfen in Milliardenhöhe mit spürbaren Schäden für die Wirtschaft. »Der Staat kann helfen, damit ein Großteil der Unternehmen die Krise durchsteht. Aber folgenlos wird sie nicht bleiben«, sagte Braun dem »Handelsblatt«. Die Krise werde »erhebliche Spuren« in der Wirtschaft hinterlassen.

»Der Staat ist nicht unbegrenzt handlungsfähig«, sagte Braun mit Blick auf die derzeitigen Hilfen für Unternehmen und Selbstständige. Zwar müsse die Bundesregierung bei Bedarf im kommenden Jahr »neue Impulse setzen« – allerdings sollen diese laut Braun stärker an den Fixkosten der Betroffenen als wie bislang am Umsatz ausgerichtet sein. »Bis Januar müssen wir zielgenauere Hilfen ausarbeiten.«

»Corona-Pandemie« ist das Wort des Jahres 2020

10.11 Uhr: »Einfallsreich« ist das Wort des Jahres 2020 jedenfalls nicht. Stattdessen kürte die Gesellschaft für deutsche Sprache den Begriff »Corona-Pandemie«.

Auch in Baden-Württemberg keine Lockerungen zwischen den Jahren

09.32 Uhr: In Baden-Württemberg werden die Maßnahmen unmittelbar nach den Weihnachtstagen wieder verschärft. Die grün-schwarze Landesregierung will die Kontaktbeschränkungen lediglich vom 23. bis zum 27. Dezember aufweichen, bestätigte ein Regierungssprecher der Deutschen Presse-Agentur. Darauf habe sich Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit seinen Kabinettskollegen verständigt. Über die Weihnachtstage sollen aber Hotelübernachtungen für Familienbesuche in Baden-Württemberg ermöglicht werden.

Die Maßnahmen werden im Dezember bundesweit verschärft – außer in der Weihnachtszeit. Bund und Länder hatten sich vergangene Woche für Treffen »im engsten Familien- oder Freundeskreis« vom 23. Dezember bis 1. Januar auf eine Obergrenze von zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren verständigt. Kretschmann war dieser Zeitraum zu lang.

Auch in Berlin hat der Senat entschieden, die von Bund und Ländern verabredeten Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen für private Treffen über die Feiertage in Berlin nicht umzusetzen.

Bayern fordert dauerhafte MwSt-Ermäßigung für Gastwirte

09.30 Uhr: Bayern fordert eine dauerhaft niedrige Mehrwertsteuer für Gaststätten und Festwirte. Der Satz, der auf fünf Prozent gesenkt wurde und zum Jahreswechsel wieder auf sieben Prozent steigt, solle für die Gastronomie auch künftig gelten. »Die Gastwirte brauchen eine Perspektive für die Zeit nach Corona, um sich finanziell wieder erholen zu können«, erklärt Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU). Bis zur Krise mussten Gaststätten für servierte Speisen und Getränke den normalen Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent und für den Außerhausverkauf den ermäßigten Satz von sieben Prozent abrechnen.

Pro Krankenhaus nur noch drei Intensivbetten frei

09.15 Uhr: Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner warnen vor der wachsenden Gefahr einer Überforderung der deutschen Kliniken. Pro Krankenhaus seien im Schnitt deutschlandweit jetzt nur noch drei Intensivbetten frei, teilt der Arbeitskreis Intensivmedizin der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) mit. »Wir sind in einer absoluten Ausnahmesituation, die wir in der Geschichte der Intensivmedizin so noch nie erlebt haben«, sagt DGAI-Sprecher Gernot Marx.

Familienfirmen wollen Arbeitsplätze halten

08.08 Uhr: Privatunternehmen gelten als das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Einer Umfrage zufolge kümmern sie sich auch um den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Pandemie.

Altmaier mahnt Disziplin bei Kontaktreduzierung an

07.39 Uhr: Angesichts weiterhin hoher Corona-Zahlen trotz fast vierwöchigem Teil-Lockdown mahnt Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ein Einhalten der Kontaktbeschränkungen an. »Es muss jetzt Disziplin eingehalten werden«, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk. »Wir müssen mehr tun, um soziale Kontakte zu reduzieren.« Je schneller dies geschehe, desto eher könne man den Pandemieverlauf wieder in den Griff bekommen. Dies sei auch durch ein entzerrtes Einkaufsverhalten in der Vorweihnachtszeit möglich.

Bund plant Nationale Gesundheitsreserve an 19 Standorten

07.01 Uhr: Als Konsequenz aus der Coronakrise will der Bund an 19 Standorten in Deutschland eine Nationale Gesundheitsreserve mit wichtigem Material wie Schutzmasken aufbauen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur: »Diese Pandemie lehrt uns, dass wir mehr vorsorgen müssen.«

Die Reserve solle im Kern aus Schutzausrüstung, Schutzmasken, Beatmungsgeräten und Medikamenten bestehen, erläuterte Spahn. »So unterstützen wir im Notfall besonders diejenigen, die in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen arbeiten.« Zu Beginn der Coronakrise im Frühjahr waren Schutzmasken und anderes Material knapp, der Bund stieg daraufhin in die Beschaffung ein und beschloss Anreize für inländische Hersteller.

Die Nationale Reserve soll grundsätzlich dezentral verfügbar sein, wie es in einer Vorlage heißt. Für die erste Phase sind demnach derzeit von Seiten des Bundes über Logistikunternehmen 16 regionale Standorte vorgesehen: Apfelstädt, Augsburg, Bergkamen, Biblis, Crailsheim, Dortmund, Emmerich, Euskirchen, Halle, Hamburg, Ibbenbüren, Kabelsketal, Krefeld, Langenhagen, Neuss, Unna. Dazu kommen vom Bund gemietete Lagerflächen für Handdesinfektionsmittel in Neustadt, Muggensturm und Krefeld.

Laschet für neue Konzepte

06.17 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) fordert neue Konzepte in der Corona-Pandemie schon ab Januar. »Noch ein weiteres Jahr wie dieses halten Gesellschaft und Wirtschaft nicht durch«, sagte Laschet der »Rheinischen Post«. Ab dem Jahreswechsel müssten »kluge Konzepte langfristige Perspektiven für ein Leben mit der Pandemie ermöglichen«, sagte er. »Mit der Zulassung des Impfstoffs sind diese Konzepte auch realistisch.«

Laschet sagte weiter: »Wir können nicht auf Dauer alles schließen, und der Staat bezahlt Monat für Monat Milliardenausfälle. Ab dem neuen Jahr wird ein neues Modell nötig sein. Dauerhafte Schließungen und anschließende Ausgleichszahlungen machen den Staat auf Dauer kaputt.«

RKI: Mehr als 11.000 Neuinfektionen und 125 weitere Todesfälle

05.55 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der Positiv-Tests in Deutschland um 11.169 auf über 1,053 Millionen. Am vergangenen Montag hatte die Zahl bei 10.864 gelegen. Tags zuvor waren 14.611 gemeldet worden. An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 125 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.248.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 1.053.869 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland (Stand: 30.11., 00.00 Uhr). Nach Schätzungen sind rund 739.100 Menschen inzwischen genesen.

Der sogenannte Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Sonntag bei 0,95 (Vortag: 0,96). Das heißt, dass 100 Infizierte rechnerisch 95 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Umfrage: Mehr Hausarbeit durch Pandemie

04.41 Uhr: Mehr als 40 Prozent der Menschen in Deutschland klagen über eine Zunahme der Hausarbeit durch die Corona-Pandemie. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Minijob-Zentrale hervor. Es gebe mehr schmutziges Geschirr, da häufiger zu Hause gegessen werde, und es müsse auch häufiger geputzt werden, klagten viele Befragte.

Besonders belastet durch die Pandemie waren demnach Familien mit Kindern. Hier klagten sogar drei Viertel der Befragten über Mehrarbeit – nicht zuletzt wegen der häufigeren Kinderbetreuung in den eigenen vier Wänden.

Immerhin neun Prozent der Befragten gab aber auch an, ihnen sei aufgrund der Pandemie bewusster geworden, dass Hausarbeit Spaß mache. Dabei waren es häufiger Männer als Frauen, die diese Erfahrung machten.

WG-Zimmer werden teurer

03.00 Uhr: Trotz der Coronakrise sind WG-Zimmer für Studenten teurer geworden: Im Schnitt betrug die Zimmermiete in Deutschlands Hochschulstädten zuletzt 400 Euro pro Monat und damit elf Euro mehr als im vergangenen Jahr. Das geht aus einer Analyse des Portals wg-gesucht.de und des Berliner Moses Mendelssohn Instituts (MMI) hervor, die der Nachrichtenagentur AFP am Montag vorlag.

Das Institut untersuchte nach eigenen Angaben die WG-Preise in allen 97 deutschen Universitätsstädten mit mindestens 5000 Studenten. Demnach ist die Miete in München mit durchschnittlich 650 Euro am höchsten; dahinter liegen Städte wie Berlin und Hamburg mit jeweils rund 500 Euro. »An den zehn Hochschulorten mit den angespanntesten Wohnungsmärkten muss mittlerweile mit Wohnkosten von über 500 Euro gerechnet werden«, erklärte das MMI – das betreffe insgesamt 775.000 Studierende.

Braun: »Pandemie verliert im nächsten Jahr ihren Schrecken«

01.20 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun blickt in der Coronakrise optimistisch auf das kommende Jahr. »Die Pandemie verliert im nächsten Jahr ihren Schrecken«, sagte der CDU-Politiker dem »Handelsblatt«. »Wir müssen als Gesellschaft den Dezember und die Monate bis zum März durchhalten mit Einhaltung der AHA-Regeln und der Reduzierung unserer Kontakte. Wo das nicht reicht, sind Einschnitte unvermeidbar. Dann kommen der Frühling und hoffentlich auch der Impfstoff.«

Es sei gelungen, das exponentielle Wachstum der Infektionszahlen auf einem Niveau zu stoppen, dass das Gesundheitssystem fordere, aber gerade noch nicht überfordere. 400 Tote pro Tag seien aber zu viel. »Deshalb hätte ich im Oktober gern weitergehende Beschlüsse gefasst.«

Gleichwohl rechnet Braun trotz der milliardenschweren Staatshilfen mit großen Schäden für die deutsche Wirtschaft. »Die Coronakrise wird erhebliche Spuren in der Wirtschaft hinterlassen«, so Braun. Der Staat könne zwar helfen, damit ein Großteil der Unternehmen die Krise durchsteht. »Aber folgenlos wird sie nicht bleiben.« Ein weiteres Konjunkturpaket im kommenden Sommer hält Braun für möglich.

jok/mkl/sak/wit/mfh/hba/dpa/Reuters/AFP
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