Corona-News am Montag 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA mindestens einmal geimpft

Die US-Impfkampagne geriet zeitweise ins Stocken – mit rund einem Monat Verspätung ist nun ein von Präsident Biden ausgerufenes Impfziel erreicht. Und: RB Leipzig empfängt bei Heimspielen bis zu 23.500 Fans. Der Überblick.
Krankenhauspersonal in New York wartet auf seine Impfung

Krankenhauspersonal in New York wartet auf seine Impfung

Foto: Edna Leshowitz / imago images/ZUMA Wire

Das waren die Corona-News am 2. August.

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+++ 70 Prozent aller Erwachsenen in den USA mindestens einmal geimpft +++

In den USA sind nach Angaben der Seuchenbehörde CDC 70 Prozent aller Erwachsenen mindestens einmal geimpft worden. Fast die Hälfte aller Amerikaner (49,7 Prozent) haben demnach zwei Impfungen erhalten. US-Präsident Joe Biden hatte im März angekündigt, bis zum Unabhängigkeitstag – dem 4. Juli – sollten 70 Prozent der erwachsenen Amerikaner mindestens eine Spritze erhalten haben.

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Corona-Risiko für Schwangere laut britischer Studie gestiegen

Bauch einer hochschwangeren Frau (Symbolbild)

Bauch einer hochschwangeren Frau (Symbolbild)

Foto: Caroline Seidel / dpa

23.20 Uhr: Eine Untersuchung an 3300 Frauen deutet darauf hin, dass Schwangere heute häufiger schwer an Covid-19 erkranken als noch vor einem Jahr. Impfungen aber scheinen auch sie gut zu schützen. Erfahren Sie hier mehr.

US-Schulbezirk will Angestellten 1000 Dollar für Impfung zahlen

22.32 Uhr: Schulen im Verwaltungsbezirk Henry im US-Bundesstaat Georgia wollen ihren Angestellten einen Bonus von 1000 Dollar (gut 840 Euro) zahlen, wenn sie sich impfen lassen. Sie hoffe, so die »zahlreichen Unterbrechungen zu vermeiden, die in den letzten beiden Schuljahren aufgrund einer globalen Pandemie im öffentlichen Bildungswesen aufgetreten sind«, erklärte Schulrätin Mary Elizabeth Davis am Montag.

»Das vergangene Jahr war für unsere Schüler und unser Personal eine nie dagewesene Herausforderung«, erklärte Davis. Schüler und ihre Familien verdienten »Vorhersehbarkeit und Stabilität beim Lernen«. Für diese Bemühungen seien »die Offenhaltung unserer Gebäude und die Unterstützung der Gesundheit unserer Mitarbeiter« von größter Bedeutung.

Der Schulbezirk südöstlich der Stadt Atlanta wird denjenigen seiner fast 6000 Mitarbeiter, die vollständig geimpft sind oder sich bis zum 30. September mit einer Dosis des Vakzins von Johnson & Johnson oder mit beiden Dosen von Biontech/Pfizer oder Moderna impfen lassen, die Zahlung zukommen lassen. Im Verwaltungsbezirk Henry stieg die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus laut der US-Gesundheitsbehörde CDC in den vergangenen sieben Tagen um 40 Prozent.

Das Rätsel um Indiens gesunkene Infektionszahlen

22.23 Uhr: Im Frühjahr fegte eine zweite Coronawelle über Indien, es gingen schreckliche Bilder um die Welt. Nun sind die Zahlen rapide heruntergegangen. Doch die Frage ist: für wie lange? Lesen Sie hier mehr.

Bis zu 23.500 Zuschauer bei Heimspielen von RB Leipzig

Gegen VfB Stuttgart und Bayern München kann RB Leipzig auf die Unterstützung von bis zu 23.500 Fans bauen

Gegen VfB Stuttgart und Bayern München kann RB Leipzig auf die Unterstützung von bis zu 23.500 Fans bauen

Foto: Jan Woitas / dpa

21.16 Uhr: Fußball-Bundesligist RB Leipzig wird seine Heimspiele in der kommenden Saison zunächst vor bis zu 23.500 Zuschauern austragen. Wie die Sachsen am Montag mitteilten, hat das Gesundheitsamt der Stadt Leipzig das Schutz- und Hygienekonzept des Klubs genehmigt. »Damit können in der Red Bull Arena zu Heimspielen bis zu 50 Prozent der Plätze für Zuschauer genutzt werden«, teilte RB mit.

Voraussetzung für den Eintritt ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in Leipzig am Spieltag den von 35 nicht überschreitet. Zudem müssen die Zuschauer entweder geimpft sein oder als genesen gelten. Auch getestete Personen (Schnell- und PCR-Test) erhalten Eintritt.

Die Tickets werden personalisiert, zudem herrscht Maskenpflicht, sofern sich die Zuschauer nicht auf ihren Plätzen befinden. Ebenfalls wird es zunächst keine Stehplätze geben.

Knapp tausend Festnahmen und mehr als 60 verletzte Polizisten

Bei den Querdenker-Protesten am Samstag und vor allem am Sonntag in Berlin hat die Polizei knapp tausend Menschen festgenommen oder zeitweise in ihrer Freiheit beschränkt. Das teilte die Polizei am Montagabend in ihrer Bilanz des Demonstrationswochenendes mit. Mehr als 60 Polizistinnen und Polizisten wurden demnach zum Teil schwer verletzt, ein Demonstrant starb laut Obduktionsbericht an einem Herzinfarkt.

Die Polizei leitete nach eigenen Angaben zudem allein am Sonntag 503 Ermittlungsverfahren unter anderem wegen des Verdachts des Widerstands in 59 und des tätlichen Angriffes gegen Vollstreckungsbeamte in 43 Fällen ein. Weitere Anzeigen gab es wegen des Verdachts des besonders schweren Landfriedensbruchs, der Gefangenenbefreiung, des Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz und der Teilnahme an einer verbotenen Versammlung, sowie wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzvorschriften.

»Die, die sich impfen lassen wollen, können das – das haben wir ermöglicht«

Stiko-Chef Thomas Mertens

Stiko-Chef Thomas Mertens

Foto:

Stefan Boness / IPON / SZ Photo

20.32 Uhr: Die Politik dringt auf Covid-Impfungen für alle 12- bis 17-Jährigen – die Ständige Impfkommission berät jedoch noch über die Empfehlung für die Altersgruppe. Im SPIEGEL-Interview spricht Stiko-Chef Mertens von einer »Stellvertreterdiskussion«. Erfahren Sie hier mehr. 

Iran steht wegen Delta-Variante vor erneutem Lockdown

20.20 Uhr: Angesichts der stark steigenden Infektionszahlen und Todesopfer wegen der Delta-Variante müssen sich die Menschen in Iran auf eine erneute Verschärfung des Lockdowns einstellen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur ISNA wurde der Eilantrag von Gesundheitsminister Said Namaki am Montag auf einen zweiwöchigen Lockdown direkt an den Corona-Krisenstab weitergeleitet. Der soll dann am Dienstag umgehend überprüft und umgesetzt werden. Nach Medienberichten wurden in den vergangenen Tagen im Durchschnitt alle vier Minuten ein Corona-Todesfall und alle vier Sekunden eine Neuinfektion registriert.

Marokko erlässt nächtliche Ausgangssperre

19.55 Uhr: Marokko kündigt eine landesweite nächtliche Ausgangssperre an. Von Dienstag an gelte ein Ausgangsverbot zwischen 21.00 Uhr und 05.00 Uhr, heißt es in einem Tweet aus dem Büro des Ministerpräsidenten. Damit solle die Verbreitung des Coronavirus eingeschränkt werden.

Gesundheitsminister beschließen Corona-Drittimpfungen für Risikogruppen

19.13 Uhr: Angehörige von Risikogruppen sollen ab September Corona-Auffrischungsimpfungen erhalten können. Das beschlossen die Gesundheitsminister der Länder in Einvernehmen mit dem Bund am Montag in Berlin. Für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren sind flächendeckend niedrigschwellige Impfangebote in Impfzentren, Arztpraxen, aber auch in Schulen vorgesehen.

»Bei den Auffrischungsimpfungen wollen wir ab September die gesundheitliche Vorsorge gegen das Coronavirus vor allem bei den besonders gefährdeten Bürgerinnen und Bürgern stärken und zum Beispiel mobile Teams in die Alten- und Pflegeheime schicken«, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) nach der Videokonferenz. Als Zielgruppen genannt werden in dem Beschluss Höchstbetagte sowie Pflegebedürftige und Menschen mit Schwächen des Immunsystems.

In Pflegeheimen und anderen Einrichtungen sollen demnach erneut mobile Teams zum Einsatz kommen. Berechtigte, die zu Hause wohnen, sollen die Auffrischungsimpfungen durch ihre behandelnden Ärztinnen und Ärzte erhalten können. In allen Fällen soll die Zusatzimpfungen frühestens sechs Monate nach der erstmaligen Herstellung des vollständigen Impfschutzes erfolgen.

Britische Regierung passt Corona-Warn-App an – wegen zu vieler Benachrichtigungen

Britische Corona-Warn-App

Britische Corona-Warn-App

Foto: Jakub Porzycki / NurPhoto / Getty Images

18.29 Uhr: Um die Anzahl der Beschäftigten zu senken, die wegen Kontakts mit Corona-Infizierten in Quarantäne sind, hat die britische Regierung die Einstellungen der Corona-App ändern lassen. Künftig schlägt die Anwendung nur noch an, wenn es in den vergangenen zwei Tagen einen Corona-Kontakt gab, teilte das Gesundheitsministerium mit. Bisher ging die Suche fünf Tage zurück.

Zuletzt waren wöchentlich Hunderttausende in England und Wales aufgefordert worden, sich wegen engen Kontakts mit Menschen, die später positiv auf das Virus getestet wurden, in Selbstisolation zu begeben. Die Regelung hatte schwere Auswirkungen auf die Wirtschaft: Pubs und Gaststätten blieben geschlossen, Lebensmittelregale leer, Bahnen und Busse blieben stehen. Medien nennen das Phänomen »Pingdemie« - nach dem »ping«, das Anwender über einen Corona-Kontakt informiert.

U-Bahn-Fahrer in New York brauchen künftig Impfung oder Test

18.04 Uhr: Nach dem medizinischen Personal und den städtischen Mitarbeitern müssen in New York ab Anfang September auch alle Mitarbeiter der Verkehrsbetriebe entweder einen Impfnachweis vorlegen oder sich regelmäßig testen lassen. Das gelte für die rund 68.000 Mitarbeiter der Nahverkehrsbehörde MTA, die unter anderem für U-Bahnen und Busse zuständig ist, sowie für die Mitarbeiter der Port Authority, die die Flughäfen betreibt, teilte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo mit.

Zuvor waren ähnliche Regelungen für das städtische Personal, darunter auch Polizisten und Lehrpersonal angekündigt worden. Bürgermeister Bill de Blasio kündigte zudem an, dass künftig nur noch bereits geimpfte Menschen von der Stadt neu eingestellt würden.

Bundesschülervertreter wirft Politik mangelnde Vorbereitung auf Schulstart vor

16.50 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen hat der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, der Politik eine mangelnde Vorbereitung auf den Schulstart vorgeworfen. »Wir starten jetzt wieder in den Unterricht in den Bundesländern mit dem Credo ›Das wird schon gut gehen – toi, toi, toi‹, aber ohne tatsächlich sich mal ausnahmsweise einen Plan gemacht zu haben«, sagte Schramm in einem Interview mit dem Fernsehsender Phoenix. Die vierte Coronawelle sei voll erkennbar. Schramm mahnte zudem die Ausstattung der Schulen mit mobilen Luftfiltern an. Das Hilfspaket der Bundesregierung sei dafür viel zu klein.

Lordi-Sänger lässt sich im Monsterkostüm impfen

15.51 Uhr: Monstermäßige Impfung: Mr. Lordi, Sänger der finnischen Hardrock-Horror-Band Lordi, hat sich in seinem furchterregenden Bühnen-Outfit gegen Corona impfen lassen. Der Frontmann des Siegers des Eurovision Song Contests 2006 (»Hard Rock Hallelujah«) bekam am Sonntag bei einer Impfveranstaltung im nordfinnischen Rovaniemi seine zweite Coronaimpfung verpasst.

»Sie haben eine große Nadel in meinen Arm gesetzt, und genau deshalb bin ich hierhergekommen«, wurde Mr. Lordi, der bürgerlich eigentlich Tomi Petteri Putaansuu heißt, im Anschluss vom Rundfunksender Yle zitiert. Die Veranstaltung war dazu gedacht, vor allem jüngere Menschen zur Coronaimpfung zu ermutigen.

Mr. Lordi wird geimpft

Mr. Lordi wird geimpft

Foto:

Jouni Porsanger / dpa

Bayern wirbt für baldige Auffrischungsimpfungen für Ältere

15.21 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek wirbt für baldige Auffrischungsimpfungen für Ältere und Personen mit Vorerkrankungen. Auch dieses Thema stehe am Montag auf der Tagesordnung bei den Beratungen der Gesundheitsminister der Länder, sagte Holetschek dem TV-Sender »Welt«. Dies könne für die sogenannten vulnerablen Gruppen ab Herbst nötig werden. »Das wird der Weg sein.« Impfungen seien weiterhin der wirksamste Schutz in der Coronavirus-Pandemie. Impfstoff sei mittlerweile ausreichend vorhanden. Auffrischungsimpfungen könne es sowohl über mobile Teams – etwa in Altersheimen – und Hausärzte geben.

Polen verschärft nach Angriffen die Sicherheit für Impfzentren

14.42 Uhr: Nach zwei Brandstiftungen in Impfzentren durch militante Impfgegner hat Polen die Sicherheitsmaßnahmen für solche Einrichtungen erhöht. Die Angreifer würden alle »hart bestraft« und zudem werde »die Sicherheit in all diesen Zentren erhöht«, sagte Regierungschef Mateusz Morawiecki vor Journalisten.

Nach Angaben der Polizei waren in der Nacht zu Montag ein mobiles Impfzentrum sowie ein lokales Gesundheitsbüro in der Stadt Zamosc in Ostpolen in Brand gesteckt worden. Es gab keine Verletzten. Polizeichef Jaroslaw Szymczyk nannte die Angriffe »extrem schockierend«, die Impfstellen würden nun »rund um die Uhr« bewacht. »Leider beobachten wir eine Eskalation der Brutalität, der Gewalt sogar, in den Kreisen von Impfgegnern«, sagte er.

Die nationalkonservative Regierung in Polen ruft die Bevölkerung dazu auf, Impfangebote wahrzunehmen. Doch die Impfungen haben sich deutlich verlangsamt, viele Impfzentren werden wegen mangelnder Nachfrage geschlossen. In Polen sind rund 50 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft, Umfragen zufolge sind aber bis zu 25 Prozent gegen Impfungen oder stehen ihnen skeptisch gegenüber.

Thüringer Bildungsminister will Testpflicht in Schulen befristen

14.11 Uhr: Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke) stößt mit dem Ablehnen einer Testpflicht an Schulen sowie einem nur befristeten Testangebot nach den Ferien auf Widerspruch. Neben Lehrerverband, Landeselternvertretung und der oppositionellen CDU-Fraktion kritisierte auch der Koalitionspartner SPD am Montag in Erfurt die Haltung des Ministers und forderte die Beibehaltung von Tests an Schulen. »Wir Sozialdemokraten tragen das von Minister Holter im Alleingang angekündigte Ende der Coronatests an Schulen und Kitas nicht mit«, erklärte der Bildungspolitiker der SPD-Fraktion, Thomas Hartung.

Schwesig fordert Erwachsene als Dienst für Kinder zum Impfen auf

14.08 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat an alle ungeimpften Erwachsenen appelliert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen, um Kinder zu schützen. »Der Druck darf nicht bei den Kindern sein«, sagte Schwesig am Montag im Nachrichtensender »Welt«. Die Erwachsenen müssten »dafür sorgen, dass es für unsere Kinder gut läuft«. Das Ziel sei, Kitas und Schulen offenzuhalten. »Dafür ist entscheidend, wie die Erwachsenen helfen.«

Hongkong führt Impfpflicht für Beamte und Pflegekräfte ein

14.05 Uhr: Die Hongkonger Regierung hat eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen erlassen. Beamtinnen und Beamte, Lehrerinnen und Lehrer sowie Beschäftigte des Gesundheitswesens müssen sich gegen das Coronavirus impfen lassen – oder selbst für regelmäßige Tests bezahlen, wie Regierungschefin Carrie Lam am Montag ankündigte. Trotz ausreichend verfügbaren Impfstoffes ist die Impfbereitschaft in der chinesischen Sonderverwaltungszone vergleichsweise gering.

Kinder- und Jugendärzte fordern Leitlinie zum Impfen

13.42 Uhr: Die Kinder- und Jugendärzte fordern eine Leitlinie zum Impfen von 12- bis 17-Jährigen, damit sich sowohl Ärzte als auch Eltern daran orientieren könnten. »Wenn wir eine ganze Bevölkerungskohorte eben nicht impfen, anders als in anderen Ländern, wo das schon seit längerer Zeit getan wird, mit wenig oder kaum Problemen, dann setzen wir diese Bevölkerungsgruppe der Wildinfektion aus. Auch mit der Delta-Variante oder vielleicht einer anderen, die kommt«, sagte Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte bei RTL/ntv. Es gebe keine medizinische Maßnahme ohne Risiko.

60 Millionen nachgewiesene Coronafälle in Europa

13.33 Uhr: Seit dem Beginn der Coronapandemie sind in Europa mittlerweile mehr als 60 Millionen Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen worden. Damit entfallen rund 30 Prozent aller weltweit bisher gemeldeten Corona-Fälle auf die europäische Region, wie aus den aktuellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation WHO hervorging.

Das WHO-Regionalbüro Europa rief in dem Zuge zu mehr Bemühungen auf, beim Impfen gegen Covid-19 schneller und ausgewogener voranzukommen. Die Impffortschritte variierten unter den Staaten stark, die Impfrate sei bei Prioritätsgruppen wie Älteren, Mitarbeitern des Gesundheitswesens, Betreuten in Langzeitpflege und Vorerkrankten in einigen Ländern noch immer niedrig, erklärte die regionale WHO-Notfalldirektorin Dorit Nitzan.

Es sei wichtig, dass sich die Länder weiter darum bemühten, die am stärksten gefährdeten Menschen und Risikogruppen zu schützen, forderte Nitzan. Traurigerweise gebe es nunmehr mehr als 1,2 Millionen Todesfälle in Verbindung mit Covid-19 in der Region. Weltweit sind es bisher 4,2 Millionen Todesfälle.

Die WHO rechnet insgesamt mehr als 50 Länder zur Region Europa, darunter neben der Europäischen Union auch östlich davon gelegene Länder wie Russland, die Ukraine, die Türkei und weitere Staaten. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC hat bislang für die 27 EU-Mitgliedstaaten und ihre im Europäischen Wirtschaftsraum verknüpften Partnerländer Norwegen, Island und Liechtenstein rund 34,4 Millionen Infektionen sowie mehr als 740.000 Todesfälle erfasst.

Verband: Veranstaltungen nur für Geimpfte und Genesene müssen erlaubt werden

13.20 Uhr: Die Veranstaltungsbranche hat sich dafür ausgesprochen, Veranstaltungen nur für geimpfte und genesene Besucher zu erlauben, falls das Infektionsrisiko bei Getesteten zu groß sei. Sonst sei die Abwicklung zahlreicher Unternehmen des Sektors zu befürchten, sagte Jens Michow, geschäftsführender Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) der »Welt«.

»Im Bereich der Großveranstaltungen und Konzerte gibt es spätestens ab Ende September, wenn jeder ein Impfangebot bekommen hat, nur diesen Weg«, sagte Michow. Wenn Veranstaltungen unter diesen Bedingungen ohne Abstandsregeln stattfinden dürften, »erlaubt es unser Hausrecht, nur diesen Personen Zugang zu gewähren«. Auch das Personal und die Künstlerinnen und Künstler müssten für solche Veranstaltungen dann natürlich geimpft sein, so Michow.

Der BDKV warnte, dass die Branche angesichts der Pandemie »kurz vor dem endgültigen Aus« stehe. Das Problem lasse sich mit staatlichen Fördermitteln allein nicht lösen. Veranstaltungen nur mit Abstand, Maskenpflicht und begrenzter Besucherzahl seien wiederum nicht wirtschaftlich.

Schülervertreter kritisiert mangelnde Vorbereitung auf Schulstart

13.14 Uhr: Der Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, Dario Schramm, hat eine mangelnde Vorbereitung der Politik auf den Schulstart nach den Sommerferien kritisiert. »Wir starten jetzt wieder in den Unterricht in den Bundesländern mit dem Credo ›Das wird schon gut gehen – toi, toi, toi‹, aber ohne tatsächlich sich mal ausnahmsweise einen Plan gemacht zu haben«, sagte Schramm im Sender Phoenix. Die vierte Coronawelle sei voll erkennbar, viele Kinder und Jugendliche noch nicht geimpft.

Schramm forderte die Ausstattung der Schulen mit mobilen Luftfiltern. Das Hilfspaket der Bundesregierung sei dafür viel zu klein, sagte er. Jetzt müsse dafür gesorgt werden, dass die Gelder wirklich flössen und die Luftfilter angeschafft würden. Zudem müssten Schülergruppen in Bussen und Bahnen besser auseinander gehalten werden. Es sei »ganz ehrlich frustrierend, jedes Mal aufs Neue dieselben Sätze sagen zu können«, sagte Schramm dem Sender.

Millionen Chinesen im Lockdown

12.54 Uhr: In China sind Millionen Menschen wegen mehrerer Corona-Ausbrüche im Land wieder im Lockdown, darunter in Metropolen wie Peking und Nanjing. Die Behörden meldeten am Montag 55 neue, lokal übertragene Infektionen – insgesamt sind inzwischen mehr als 20 Städte und rund ein Dutzend Provinzen von den Infektionsherden betroffen sind. Die Gesundheitsbehörden führen den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurück.

In der zentral gelegenen Stadt Zhuzhou in der Provinz Hunan ordneten die Behörden am Montag an, dass über 1,2 Millionen Einwohner für drei Tage zu Hause bleiben müssen. In der Zeit sollen alle Menschen getestet und die Impfkampagne vorangetrieben werden. Neue Fälle wurden am Montag auch in der beliebten Urlaubsregion Hainan sowie in der von Überschwemmungen verwüsteten Provinz Henan gemeldet.

In den vergangenen zwei Wochen wurden im ganzen Land mehr als 360 Fälle entdeckt. In Großstädten wie Peking wurden inzwischen Millionen von Einwohnern getestet, Wohngebiete abgeriegelt und Menschen durch eine engmaschige Kontaktnachverfolgung unter Quarantäne gestellt, um die Weiterverbreitung des Virus zu stoppen.

Die neuen Infektionsfälle gehen nach Einschätzung der chinesischen Gesundheitsbehörden auf einen Infektionsherd in der ostchinesischen Metropole Nanjing zurück, wo Einschränkungen für Hunderttausende Menschen gelten. Dort wurden vor knapp zwei Wochen neun Reinigungskräfte am internationalen Flughafen positiv auf das Coronavirus getestet.

Die chinesische Regierung verfolgt eine sogenannte Null-Covid-Strategie: Treten in einer Stadt oder Provinz kleine Cluster auf, werden die betroffenen Gebiete abgeriegelt und alle Einwohner auf das Virus getestet.

SPD drängt auf verschärfte Beobachtung der »Querdenker«-Bewegung

12.50 Uhr: Der Verfassungsschutz hat die »Querdenker« seit April bundesweit im Visier. Der SPD geht das nicht weit genug. Nach verbotenen Demonstrationen am Wochenende fordern die Sozialdemokraten eine Intensivierung der Maßnahme.

Grüne fordern Einsatz von Impfteams in Schulen

12.39 Uhr: Die Grünen im Bundestag fordern zum Beginn des neuen Schuljahrs den Einsatz von Impfteams in Schulen. »Kinder und Jugendliche müssen endlich in den Mittelpunkt der Corona-Strategie«, sagte Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Impfungen sind der wichtigste Teil im Kampf gegen Corona. Dafür braucht es jetzt einfache, auch unkonventionelle Wege, zum Beispiel durch Impfteams an Schulen und Schulhöfen, für alle, die das wollen. Und einfache, klare Information und Aufklärung für die Eltern«, Göring-Eckardt. Wichtig sei auch das verbindliche Versprechen, dass Schulen und Kitas nur im absoluten Notfall und als Letztes geschlossen würden.

Schnelltests sollen noch »eine Weile« gratis bleiben

12.34 Uhr: Corona-Schnelltests werden einer Regierungssprecherin zufolge noch »eine Weile« kostenlos bleiben. Dies sei notwendig, weil noch nicht alle Bürger die Chance gehabt hätten, sich zweimal impfen zu lassen. Wie künftig mit Tests umgegangen werde, werde bei den Beratungen von Bund und Ländern in der nächsten Woche auf der Tagesordnung stehen. Es gebe dazu noch Gespräche und noch keine Einigung.

Hälfte der Jugendlichen wünscht sich nach Pandemie Präsenzunterricht

12.15 Uhr: Mit 51 Prozent wünscht sich etwas mehr als die Hälfte der Jugendlichen in Deutschland einer Umfrage zufolge wieder ausschließlich Präsenzunterricht nach der Pandemie. 35 Prozent plädieren laut der am Montag in Bonn veröffentlichten »Jugend-Digitalstudie 2021« der Postbank dagegen für einen Wechsel zwischen digitalem und analogem Unterricht. 14 Prozent wollen hauptsächlich Fernunterricht.

Die Befragten zwischen 16 und 18 Jahren sehen vor allem die technische Ausstattung von Schulen und anderen Bildungseinrichtungen als Problem: Diese bewerteten sie mit der Schulnote 3,1. Die Ausstattung mit Arbeitsgeräten zu Hause schnitt dagegen eine ganze Note besser ab. Auch die technischen Fähigkeiten der Lehrkräfte wurden mit 3,0 nur als befriedigend bewertet, ihre didaktischen Fähigkeiten im digitalen Unterricht sogar nur mit 3,1.

Als Hauptvorteil des Heimunterrichts werteten die Jugendlichen die eingesparte Zeit, die sonst fürs Pendeln aufgewandt werden müsste. 55 Prozent sahen dies als Pluspunkt – 52 Prozent nannten den Umstand, dass sich Aufgaben flexibler und zu selbstbestimmten Zeiten bearbeiten ließen.

Demgegenüber sagten 43 Prozent der Befragten, dass digitaler Unterricht in einigen Fächern nicht möglich oder zu wenig anschaulich sei. 51 Prozent gaben an, dass sie sich zu Hause leichter stören ließen. 45 Prozent fehlte der persönliche Kontakt. Für die Studie ließ die Postbank im Mai und Juni tausend Jugendliche befragen.

Bundesregierung verurteilt Gewalt nach untersagten Corona-Demos

12.01 Uhr: »Für Gewalt und Provokation ist kein Platz«, sagte eine Regierungssprecherin mit Blick auf Ausschreitungen nach verbotenen Corona-Demonstrationen am Wochenende in Berlin. Friedliche Demonstrationen und öffentliche Meinungsäußerungen seien wichtig, ein Missbrauch des Demonstrationsrechts sehe die Bundesregierung aber mit großer Sorge.

Polizeigewerkschaft: Stichproben-Checks unzureichend

11.45 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei in Bayern hält die Stichproben-Kontrollen von Urlaubsrückkehrern für unzureichend. Eine flächendeckende Überprüfung sei allerdings nicht zu schaffen, sagte der bayerische Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Peter Pytlik am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

Wer aus dem Ausland nach Deutschland zurückkehrt, muss seit Sonntag auch bei der Reise per Auto oder Bahn nachweisen, dass er entweder negativ getestet ist, gegen Corona geimpft oder genesen ist. Sonst drohen Bußgelder. Über Bayern läuft der Großteil des Verkehrs aus Österreich, Italien und Kroatien.

»Wir sind halt nicht in der Lage, das flächendeckend zu kontrollieren – was ja Sinn machen würde, wenn man denn diesen Weg geht«, sagte Pytlik. »Diese stichprobenartigen Kontrollen sind aus meiner Sicht auch nicht vollends zufriedenstellend.«

Der GdP-Landeschef betonte, dass durch die zusätzlichen Kontrollen andere Polizeiarbeit nicht erledigt werden könne: »Letztendlich wird es so sein müssen, weil wir personell nicht in der Lage sind, alles umfassend abzudecken.«

BZgA informiert über Kinderimpfungen

11.16 Uhr: Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) berät Eltern und Ärzte über die Möglichkeiten zur Corona-Schutzimpfung bei Kindern und Jugendlichen. Die Zentrale veröffentlichte dazu im Internet ein Merkblatt .

Die Ständige Impfkommission (Stiko) habe zwar bisher keine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen, da Kinder und Jugendliche meist ohne Krankheitszeichen oder mit mildem Covid-19-Verlauf erkrankten und die Datenlage für eine allgemeine Empfehlung noch nicht ausreiche. Das Gremium empfehle aktuell jedoch die Impfung für junge Menschen ab zwölf Jahren bei bestimmten Vorerkrankungen oder bei engem Kontakt zu Menschen, die nicht selbst geimpft werden können, führte die BZgA aus.

Auch bei Kontakt zu Menschen, die vermutlich keinen ausreichenden Impfschutz aufbauen könnten oder bei einem erhöhten beruflichen Ansteckungsrisiko im Rahmen einer Ausbildung oder Tätigkeit in bestimmten Einrichtungen werde die Impfung empfohlen. Zu den Vorerkrankungen zählen beispielsweise starkes Übergewicht und schwere Erkrankungen am Herzen, an Nervensystem, an Lunge oder Nieren. In diesen Fällen ist das Risiko für einen schweren Covid-19-Krankheitsverlauf erhöht.

Das Merkblatt der BZgA informiert den Angaben zufolge auch darüber, welche Impfstoffe es für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren gibt und welche Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten können. Außerdem gibt es eine Checkliste, die bei der Entscheidung über die Impfung helfen kann.

61,7 Prozent der Bevölkerung einmal geimpft – Impftempo sehr gering

10.50 Uhr: Das Tempo bei den Erstimpfungen gegen das Coronavirus in Deutschland ist so gering wie seit Monaten nicht. Mittlerweile haben 61,7 Prozent der Gesamtbevölkerung mindestens eine Impfdosis bekommen, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Montag  (Stand 9.55 Uhr) hervorgeht. Das sind gut 51,3 Millionen Menschen.

»Allerdings ist Zahl der Erstimpfungen so niedrig wie zuletzt im Februar«, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter . »Damals hatten wir nicht genug Impfstoff, das ist heute anders: bitte impfen lassen!«

Vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind mittlerweile 52,3 Prozent der Bevölkerung – also knapp 43,5 Millionen Menschen. Bei den Bundesländern liegt Bremen mit 61,5 Prozent Bevölkerungsanteil der vollständig Geimpften weiter an der Spitze, Sachsen ist mit 47,4 Prozent Schlusslicht.

Umfrage: Impftempo und höhere Inzidenz dämpfen Konsumstimmung

10.41 Uhr: Das niedrigere Impftempo und die steigenden Corona-Infektionszahlen dämpfen nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) die Verbraucherstimmung. Nach fünf Monaten im Aufwärtstrend entwickelte sich das auf einer Umfrage unter 2000 Verbrauchern basierende Konsumbarometer im August wieder negativ, wie der Verband am Montag mitteilte.

»Derzeit beschäftigt Verbraucher die nachlassende Dynamik der Impfkampagne sowie die Ausbreitung von neuen und aggressiveren Corona-Varianten. Beide Faktoren dämpfen den Optimismus unter Verbrauchern und haben einen negativen Effekt auf ihre Stimmung«, erklärte der HDE. Gemessen an den vergangenen zwölf Monaten erfolge die leichte Eintrübung der Stimmung allerdings auf hohem Niveau.

Wie sich der private Konsum im weiteren Jahresverlauf entwickeln werde, sei maßgeblich von den Infektionszahlen der kommenden Monate und dem politischen Umgang damit abhängig, betonte der Verband. Die jüngste Entwicklung zeige, wie anfällig die Erholung sei.

Bayerns Gesundheitsminister nennt Aiwangers Äußerungen »fatal«

10.38 Uhr: Hubert Aiwanger hat mit impfkritischen Äußerungen für Ärger in der bayerischen Regierung gesorgt. Nun erinnerte CSU-Gesundheitsminister Klaus Holetschek den Chef der Freien Wähler an seine Vorbildfunktion.

Fast 2200 Neuinfektionen in Olympia-Stadt Tokio

10.23 Uhr: In Tokio verzeichnen die Behörden 2195 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das sei der höchste Wert, der in der japanischen Hauptstadt je registriert wurde, berichtete der Sender NHK. In Tokio finden derzeit die Olympischen Sommerspiele statt. Auch unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern gab es bereit etliche positive Corona-Tests.

Lauterbach wirbt für Impfungen ab zwölf Jahren – Stiko zögert weiter

09.56 Uhr: Ab wann sollen jungen Menschen Impfangebote gemacht werden? Die Gesundheitsminister planen, Vakzinen auch für 12- bis 17-Jährige bereitzustellen. Die Stiko will abwarten – und kritisiert den Druck aus der Politik.

49-Jähriger kollabiert bei »Querdenker«-Protesten und stirbt

09.40 Uhr: In Berlin haben am Sonntag Tausende Menschen trotz Verbot gegen die Coronamaßnahmen demonstriert. Dabei starb ein 49-Jähriger. Zudem wurde der Vorsitzende eines Journalistenverbands brutal attackiert.

Lockerungen der Corona-Beschränkungen – Einzelhandel setzt mehr um

09.00 Uhr: Deutschlands Einzelhändler haben im Juni deutlich von den Lockerungen der Corona-Beschränkungen profitiert. Der Umsatz stieg bereinigt von Preiserhöhungen um 4,2 Prozent und nominal um 4,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. »Diese Entwicklung dürfte mit der bundesweit weiter sinkenden Corona-Inzidenz und den damit verbundenen Lockerungen der Bundesnotbremse zusammenhängen, die bis 30. Juni 2021 in Kraft war«, erklärten die Wiesbadener Statistiker am Montag.

Bund und Länder hatten im April bundeseinheitliche Regeln bei hohen Corona-Infektionszahlen in Kraft gesetzt. Befristet war diese Notbremse im Infektionsschutzgesetz bis zum 30. Juni. Je nach regionaler Entwicklung der Coronazahlen gab es zuvor bereits Lockerungen. Gegenüber Juni 2020 stiegen die Erlöse real um 6,2 Prozent und nominal um 8,2 Prozent. Allerdings hatte der Juni 2021 mit 26 Tagen einen Verkaufstag mehr.

Auch im gesamten ersten Halbjahr lag der Einzelhandel im Plus: Die Umsätze lagen real um 1,6 Prozent und nominal um 3,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahreszeitraums.

Ein kräftiges Umsatzplus von real 70,5 Prozent zum Vormonat verzeichnete im Juni der von Geschäftsschließungen besonders betroffene Handel mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren. Er lag damit erstmals wieder über dem Vorkrisenniveau vom Februar 2020. Auch Waren- und Kaufhäuser profitierten von den Lockerungen. Der Umsatz stieg um 34,3 Prozent gegenüber dem Vormonat. Der Internet- und Versandhandel, der während der Geschäftsschließungen boomte, verzeichnete im Juni hingegen ein Umsatzminus von 7,5

Stiko-Chef bekräftigt Zurückhaltung bei Impfempfehlung für Jugendliche

08.36 Uhr: Trotz gegenteiliger Stoßrichtung der Politik bekräftigt die Ständige Impfkommission (Stiko) ihre Zurückhaltung mit Blick auf Corona-Schutzimpfungen für Jugendliche. Derzeit gebe es noch zu wenige Daten zu möglichen gesundheitlichen Folgeschäden für Zwölf- bis 17-Jährige, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens am Montag im Radiosender NDR Info. »Wir sagen, wir können nicht eine generelle Empfehlung aussprechen, solange wir diesbezüglich nicht die notwendige Datensicherheit haben.«

Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern beraten im Laufe des Tages über das weitere Vorgehen bei der Corona-Impfkampagne – dabei sollen auch Impfungen für Jugendliche ab zwölf Jahren eine Rolle spielen. Einer Beschlussvorlage für die Beratungen zufolge könnte die Runde vereinbaren, dass alle 12- bis 17-Jährigen ab sofort Coronaimpfungen mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer und Moderna in Impfzentren erhalten können, aber auch durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Die Stiko empfiehlt die Coronaimpfung bei jungen Menschen derzeit nur, wenn bestimmte Vorerkrankungen vorliegen. Mertens räumte in dem Radiointerview am Montag ein, dass er und seine Kollegen den öffentlichen Druck spüren, möglichst schnell zu einer weiter gehenden Entscheidung zu kommen. Dies habe aber keinen Einfluss: »Es kann durchaus sein, dass wir unsere Empfehlung ändern werden, aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben.«

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 17,8

7.01 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen ist weiter gestiegen und liegt nun bei 17,8. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden binnen 24 Stunden 847 Neuinfektionen sowie ein weiterer Todesfall im Zusammenhang mit Covid-19 registriert.

Vor einer Woche lag die Inzidenz noch bei 14,3. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Ansteckungen in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt den Angaben zufolge bei 3.772.109. Insgesamt wurden bislang 91.660 Tote in Zusammenhang mit dem Virus gemeldet. Die Zahl der von einer Infektion Genesenen gibt das RKI mit rund 3.656.300 an.

In der Regel liegt die Zahl der Neuinfektionen am Wochenende und am Montag niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Australierin vergisst Lottoschein im Lockdown

06.19 Uhr: Wegen des Corona-Lockdowns in Sydney hat eine Australierin erst nach zwei Wochen bemerkt, dass sie Lotto-Millionärin geworden ist. Die Gewinnzahlen wurden bereits am 21. Juli gezogen, »aber wegen dieses ganzen Lockdowns hier, hatte ich den Lottoschein gar nicht kontrolliert«, zitierte der australische Sender 9News am Montag die Frau aus dem Vorort Fairfield. »Ich hatte tausend andere Sachen im Kopf.«

Als sie sich schließlich an den Schein erinnerte und ihn checkte, stellte sie ungläubig fest, dass sie eine Million australische Dollar (618.000 Euro) gewonnen hatte. »Ich kann es nicht glauben. Das macht alles so viel besser«, erklärte die überglückliche Frau. Zunächst werde sie nun ihr Haus abbezahlen. »Und wenn der Lockdown vorbei ist, werde ich definitiv einen Urlaub planen.«

In Sydney und anderen Teilen des Bundesstaats New South Wales herrschen wegen der Ausbreitung der Delta-Variante schon seit Wochen strikte Beschränkungen. Sie sollen bis mindestens Ende August gelten.

Pilotengewerkschaft: Corona-Pause kein Sicherheitsproblem

06.09 Uhr: Flugreisende müssen sich der Pilotengewerkschaft zufolge nach der coronabedingten Zwangspause von Piloten und Pilotinnen keine Sorgen um die Sicherheit im Flugzeug machen. »Die deutschen Airlines, deren Piloten wir auch als Vereinigung Cockpit vertreten, tun das Maximum, um die Sicherheit wie vor der Pandemie zu gewährleisten«, sagte der Präsident der Pilotenvereinigung Cockpit (VC), Stefan Herth, der »Stuttgarter Zeitung« und den »Stuttgarter Nachrichten«. Alle Flugzeugführer trainierten mit Simulatorsitzungen und Checkflügen, bis sie wieder eingesetzt werden – auch die Theorie. »Da braucht sich niemand Gedanken zu machen.«

Die Airlines hätten das Ausbildungspersonal in der Phase des weitgehenden Stillstands einen Großteil der wenigen Flüge machen lassen, »damit die Routine zumindest dort erhalten bleibt«. In keinem der deutschen Unternehmen sei da »die Kostenfrage hochgekommen«. »Nummer eins bei einer Airline ist die Sicherheit – das spiegelt sich im Training.«

Nach Angaben des Cockpit-Chefs erholt sich die Luftfahrt gerade rasch von ihrer Krise. »Die Airlines holen immer mehr Leute aus der Kurzarbeit heraus und haben in bestimmten Flotten und an bestimmten Standorten schon Vollbeschäftigung«, sagte er.

Jugendliche Impflinge vor Impfzentrum auf Messegelände in Hannover

Jugendliche Impflinge vor Impfzentrum auf Messegelände in Hannover

Foto: Swen Pförtner / dpa

Gesundheitsminister beraten über Impfangebote für Jugendliche

05.45 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen an diesem Montag über Impfangebote für Jugendliche beraten. Nach einem Vorschlag des Bundesgesundheitsministeriums für die Videoschalte am Nachmittag sollen 12- bis 17-Jährige in allen Bundesländern Corona-Impfangebote bekommen. Das geht aus einem Beschlussentwurf hervor.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben.

Ein weiteres Thema der Gesundheitsminister sollen Auffrischimpfungen sein. Für bestimmte Gruppen schlägt das Bundesgesundheitsministerium entsprechende Impfungen ab September vor. Insbesondere bei immungeschwächten, sehr alten und pflegebedürftigen Menschen wiesen Studienergebnisse auf einen verminderten oder schnell nachlassenden Schutz nach einer Impfung hin.

England hebt Quarantänepflicht für Geimpfte aus der EU und den USA auf

04.37 Uhr: Reisen nach England wird wieder leichter: Ab Montag entfällt für Coronageimpfte aus der EU und den USA die bisher geltende Quarantänepflicht. Reisende aus Frankreich fallen wegen der dortigen Verbreitung der Beta-Variante des Coronavirus nach britischen Regierungsangaben nicht unter die neue Regelung. Die Befreiung von der Quarantänepflicht gilt nach Behördenangaben für alle, die vollständig mit einem von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA oder der US-Behörde FDA zugelassenen Impfstoff geimpft sind.

Bislang waren lediglich Menschen von den Quarantäne-Regeln ausgenommen, die den Impfstoff in Großbritannien verabreicht bekommen hatten. Die ab Montag geltenden neuen Regeln betreffen allerdings lediglich die Einreise nach England. Die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Einreisebestimmungen.

Olympia-Organisatoren melden 17 weitere Coronafälle im Umfeld der Spiele

Touristinnen machen ein Foto von sich vor den Olympischen Ringen in Tokio (Symbolbild)

Touristinnen machen ein Foto von sich vor den Olympischen Ringen in Tokio (Symbolbild)

Foto: Tamas Kovacs / EPA

04.11 Uhr: Das Organisationsteam der Olympischen Spiele in Tokio meldet 17 Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Der bisherige Höchstwert war am vergangenen Freitag mit 27 Neuinfektionen erreicht worden. Die Zahl der positiven Tests rund um die Wettkämpfe in Japan stieg damit auf insgesamt 276, bislang infizierten sich 24 Sportler mit dem Coronavirus. Am Tag der Eröffnungsfeier hatte es im deutschen Team mit Radsportler Simon Geschke den ersten Coronainfizierten gegeben.

Unaufholbarer Schaden bei erneutem Distanzunterricht

02.52 Uhr: Der Präsident des nordrhein-westfälischen Lehrerverbands, Andreas Bartsch, fordert mit Blick auf das Ende der Sommerferien die Landesregierung zu mehr Anstrengungen auf. »Wir müssen jetzt alle Voraussetzungen schaffen, dass wir nicht wieder zurück in den Wechsel- und Distanzunterricht gehen. Denn das wäre ein Schaden, den wir am Ende nicht mehr aufholen können«, sagt Bartsch der Zeitung »Rheinische Post«.

SPD-Fraktionschef schließt Nachteile für Ungeimpfte nicht aus

02.30 Uhr: Der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich hat Nachteile für Ungeimpfte nicht ausgeschlossen. »Private Anbieter können natürlich Geimpften oder Genesenen Vorteile gewähren«, sagte der Politiker der Düsseldorfer »Rheinischen Post« (Montagsausgabe). Staatliche Stellen müssten allen gleichermaßen ihre Leistungen anbieten, doch auch dort könnten durch Hygienekonzepte oder Coronatests Nachteile für Ungeimpfte entstehen.

Dabei handle es sich jedoch nicht um exklusive Rechte für Menschen mit einer Coronaimpfung, betonte Mützenich. »Exklusiv-Rechte halte ich für den falschen Begriff, weil bisher eingeschränkte Grundrechte wieder gelten«, sagte der SPD-Fraktionschef.

Rechtliche Nachbesserungen halte er derzeit nicht für erforderlich: »Dass Menschen, die sich solidarisch verhalten, dem Normalzustand schneller wieder näher kommen, halte ich für fair.« Das Infektionsschutzgesetz gebe dies in seiner aktuellen Fassung her.

Booster-Impfungen für 32 Millionen Briten

00.32 Uhr: Die britische Zeitung »The Telegraph« berichtet, dass Großbritannien Booster-Impfungen für 32 Millionen Bürgerinnen und Bürger bereitstellen will. Die Kampagne soll Anfang September starten, 2000 Apotheken sollen die Impfungen anbieten.

jok/oka/wit/hej/mjm/dpa/Reuters/AFP
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