+++ Corona-News am Montag +++ WHO stuft Virusvariante B.1.617 als »besorgniserregend« ein

Die rasante Verbreitung der Mutation in Indien weist laut der Weltgesundheitsorganisation auf eine »erhöhte Übertragbarkeit« hin. Und: Novavax arbeitet an Doppelimpfstoff gegen Coronavirus und Grippe. Der Überblick.
Weltgesundheitsorganisation (WHO)

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Foto: ABDEL HADI RAMAHI / REUTERS

Das waren die Corona-News am 10. Mail.

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+++ WHO stuft Virusvariante B.1.617 als »besorgniserregend« ein +++

21.14 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als »besorgniserregende Variante« eingestuft. Das gab die leitende WHO-Wissenschaftlerin Maria Van Kerkhove am Montagabend bekannt. Bislang hatte die UN-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten so bezeichnet.

In Indien stecken sich täglich Hunderttausende mit dem Virus an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem Land gut 22,6 Millionen Infektionen gezählt worden. »Vorliegende Informationen weisen auf eine erhöhte Übertragbarkeit« der indischen Variante mit der Bezeichnung B.1.617 hin, sagte Van Kerkhove. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren, sagte sie.

Covid-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung (»variants of interest«), die weitverbreitet sind, sowie besorgniserregende Varianten (»variants of concern«). Letztere sind ansteckender oder schwerer bekämpfbar, oder führen zu schwereren Krankheitsverläufen. Es gebe aber noch keine Hinweise, dass Virustests, Medikamente oder Impfstoffe weniger wirksam gegen die indische Variante seien, sagte Van Kerkhove.

Nach WHO-Angaben sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen, einschließlich Europa und dem amerikanischen Kontinent. In Südasien und Südostasien gibt es jedoch weiterhin einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,4 Millionen Fälle und fast 90.000 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gezählt.

USA genehmigen Pfizer/Biontech-Impfstoff für Kinder von 12 bis 15 Jahren

23.26 Uhr: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Corona-Impfstoff des deutschen Impfstoffherstellers Biontech seines Partners von Pfizer auch für Kinder und Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren zugelassen. Die bereits bestehende Notfallzulassung für Menschen ab 16 Jahren sei entsprechend angepasst und erweitert worden, teilte die FDA am Montag mit.

Zuvor hatte bereits unter anderem Kanada als eines der ersten Länder der Welt den Impfstoff auch für 12- bis 15-Jährige freigegeben. Auch bei der europäischen Zulassungsbehörde Ema liegt ein entsprechendes Gesuch, die Prüfung könnte noch bis Anfang oder Mitte Juni dauern.

Novavax arbeitet an Doppelimpfstoff gegen Coronavirus und Grippe

22.50 Uhr: Das US-Biotech-Unternehmen Novavax arbeitet an einem Doppelimpfstoff gegen das Coronavirus und die saisonale Grippe. Tierversuche hätten »positive« Ergebnisse erbracht, erklärte das Unternehmen mit Sitz im US-Bundesstaat Maryland am Montag. Demnach entwickelten Hamster und Frettchen, die die Vakzine mit den beiden Impfstoffkandidaten NVX-CoV2373 und Nanoflu verabreicht bekamen, Antikörper gegen das Coronavirus und gegen Grippeviren.

Die beiden Impfstoffkandidaten werden derzeit in getrennten klinischen Versuchen mit Menschen getestet, sind aber noch nicht zugelassen. Die Vakzine zeigte bei einer Phase-3-Studie in Großbritannien eine hundertprozentige Wirksamkeit gegen schwere Verläufe von Covid-19 sowie eine Wirksamkeit von 96,4 Prozent bei leichten, moderaten und schweren Krankheitsverläufen bei der herkömmlichen Virusvariante. Deutlich niedriger war der Schutz allerdings vor leichten und moderaten Krankheitsverläufen bei der südafrikanischen Variante.

Der Novavax-Chef für Forschung und Entwicklung, Gregory Glenn, erklärte am Montag, inmitten der Coronapandemie seien zwar die saisonalen Grippe-Erkrankungen zurückgegangen. Die Grippe stelle aber nach wie vor eine große Gesundheitsgefahr dar. Der Doppelimpfstoff könne deswegen ein »wichtiges künftiges Instrument im langfristigen Kampf« gegen Corona und Grippe zugleich werden.

EMA-Chefin gegen Patentfreigabe für Impfstoffe

21.34 Uhr: In der Diskussion um eine mögliche Freigabe der Patente für Corona-Impfstoffe hat sich die Chefin der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA), Emer Cooke, gegen diese Idee ausgesprochen. Das löse die akuten Probleme nicht und schaffe kein Umfeld für Innovationen, denen die Vakzine zu verdanken seien, sagte Cooke am Montag im Interview mit dem »Handelsblatt« und weiteren europäischen Medien. Dagegen sei alles hilfreich, was zur Produktion und zur internationalen Kooperation beitrage.

US-Präsident Joe Biden hatte vor Kurzem die Diskussion um Patentfreigabe angestoßen. Dies wird aber vor allem in der EU abgelehnt.

Mit Skepsis reagierte Cooke auf die Diskussion um ein Ende der Restriktionen und volle Freiheit für Geimpfte. »Ich weiß, dass man nicht einfach sagen kann: ›Wenn du zwei Impfungen hattest, kannst du dich frei bewegen‹, sagte die EMA-Chefin. »Wenn wir es (Covid) am Anfang ernst genug genommen hätten, wären wir vielleicht in einer anderen Situation. Ich möchte also nicht, dass wir den gleichen Fehler noch einmal machen.« Sie schloss zudem eine rasche Rückkehr zur Normalität aus. »Wir müssen wachsam bleiben und mehr lernen darüber, wie wir mit dem Virus umgehen, was auch immer das neue normale Leben sein wird.«

WHO stuft Virusvariante B.1.617 als »besorgniserregend« ein

21.14 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die in Indien aufgetretene Mutante des Coronavirus als »besorgniserregende Variante« eingestuft. Das gab die leitende WHO-Wissenschaftlerin Maria Van Kerkhove am Montagabend bekannt. Bislang hatte die UN-Behörde in Genf nur die sogenannten britischen, südafrikanischen und brasilianischen Varianten so bezeichnet.

In Indien stecken sich täglich Hunderttausende mit dem Virus an. Seit Beginn der Pandemie sind in dem Land gut 22,6 Millionen Infektionen gezählt worden. »Vorliegende Informationen weisen auf eine erhöhte Übertragbarkeit« der indischen Variante mit der Bezeichnung B.1.617 hin, sagte Van Kerkhove. Nach vorläufigen Studienergebnissen könnte zudem das menschliche Immunsystem weniger stark auf diese Variante reagieren, sagte sie.

Covid-Varianten werden von der WHO in zwei Kategorien einteilt: Varianten unter Beobachtung (»variants of interest«), die weitverbreitet sind, sowie besorgniserregende Varianten (»variants of concern«). Letztere sind ansteckender oder schwerer bekämpfbar, oder führen zu schwereren Krankheitsverläufen. Es gebe aber noch keine Hinweise, dass Virustests, Medikamente oder Impfstoffe weniger wirksam gegen die indische Variante seien, sagte Van Kerkhove.

Nach WHO-Angaben sinkt die Zahl der Neuinfektionen in den meisten Regionen, einschließlich Europa und dem amerikanischen Kontinent. In Südasien und Südostasien gibt es jedoch weiterhin einen starken Anstieg. Weltweit wurden vergangene Woche mehr als 5,4 Millionen Fälle und fast 90.000 Tote im Zusammenhang mit der Pandemie gezählt.

Impfzentren klagen über zunehmende Zahl vorgetäuschter Impfberechtigungen

19 Uhr: In Deutschlands Impfzentren versuchen laut einem Medienbericht immer mehr Menschen sich durch falsche Angaben eine vorzeitige Impfung zu erschleichen. Die SWR-Sendung »Report Mainz« berichtete von mehreren tausend Fällen.

Allein das Hamburger Impfzentrum meldete demnach zuletzt sogar 2000 Vordrängler in einer Woche. Um vorzeitig an einen Impftermin zu kommen, würden etwa falsche Alters- oder Berufsangaben gemacht. In München würden bis zu 350 Vordrängler in der Woche erwischt, in Saarbrücken bis zu 140. »Report Mainz« hatte bei den Impfzentren der Landeshauptstädte nachgefragt, allerdings erfassen nicht alle Zahlen zu Impfvordränglern.

Der Sprecher der Hamburger Sozialbehörde, Martin Helfrich, sagte der Redaktion: »Die Stimmung wird aggressiver. Den Menschen ist teilweise sehr klar, dass sie nicht berechtigt sind und trotzdem versuchen sie, sich impfen zu lassen.«

Umarmen erlaubt: England lockert ab 17. Mai weiter

18.43 Uhr: In England dürfen die Menschen dank einer zunehmend entspannten Corona-Lage ab der kommenden Woche wieder ihren Liebsten wieder näher kommen. Man dürfe dann wieder selbst entscheiden, ob man mit engeren Freunden und Familie auf Abstand bleibe oder nicht, sagte Premierminister Boris Johnson.

»Das heißt nicht, dass wir unsere Vorsicht in den Wind schlagen können«, sagte Johnson. Jeder Einzelne solle bedenken, wie gefährdet die eigenen Angehörigen seien und ob sie bereits gegen das Virus geimpft worden seien.

Ab dem 17. Mai werden in England die Kontaktbeschränkungen deutlich gelockert: Seit Monaten dürfen sich erstmals Menschen auch wieder drinnen mit bis zu sechs Personen aus zwei Haushalten treffen. Draußen sind sogar Gruppen von bis zu 30 Personen erlaubt. Zudem dürfen Restaurants und Cafés auch in Innenräumen wieder Gäste bewirten, auch Theater, Kinos und Museen öffnen wieder ihre Türen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Großbritannien derzeit bei 21 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Auf einer fünfstufigen Alarmstufen-Skala senkte die Regierung die Gefährdungsstufe der Epidemie im Land von vier auf drei.

Einzelhandel in Tschechien wieder geöffnet

18.18 Uhr: Nach einer sechs Monate langen Schließung hat in Tschechien der gesamte Einzelhandel wieder geöffnet. Ein großer Andrang blieb am Montag zunächst aus. Es gelten strenge Hygieneregeln, eine FFP2-Maskenpflicht und eine Begrenzung der Kundenzahl auf eine Person je 15 Quadratmeter Verkaufsfläche. Wegen der Corona-Pandemie waren alle Geschäfte des nicht-alltäglichen Bedarfs seit Ende Oktober geschlossen – abgesehen von einer kurzen Unterbrechung vor Weihnachten.

Ein Kleidungsgeschäft öffnet in Prag erstmals seit Monaten wieder

Ein Kleidungsgeschäft öffnet in Prag erstmals seit Monaten wieder

Foto: DAVID W CERNY / REUTERS

Die Wirtschaftszeitung »Hospodarske noviny« berichtete unter Berufung auf Branchenvertreter, dass rund jedes zehnte Geschäft wegen des langen Lockdowns aufgeben musste. Inzwischen hat sich die Corona-Lage deutlich gebessert. Innerhalb von sieben Tagen steckten sich nach aktuellen Zahlen 101 Menschen je 100.000 Einwohner an. Von Einkaufsfahrten aus Deutschland nach Tschechien sollte man jedoch absehen: Weil das Nachbarland als Risikogebiet gilt, ist nach der Rückkehr Quarantäne vorgeschrieben.

AfD-Klage gegen Ausgangssperre in Hamburg vor Gericht erfolgreich

18.11 Uhr: Das Hamburger Verwaltungsgericht hat einer Klage der AfD gegen die in der Hansestadt geltende nächtliche Ausgangssperre im Eilverfahren stattgegeben. Demnach brauchen die vier Kläger keine Sanktionen zu befürchten, wenn sie sich mit einem höchstens zwölf Stunden alten negativen Corona-Testergebnis nach draußen begeben. Das teilte ein Gerichtssprecher mit. Die Begründung für die Entscheidung lag zunächst noch nicht vor.

Der Sprecher der Gesundheitsbehörde, Martin Helfrich, betonte, dass die Entscheidung nur für die vier Kläger gelte. Er kündigte an, dass die Stadt Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht einlegen werde. Das Urteil gilt bis dahin gleichwohl, wie der Gerichtssprecher erklärte.

Am Vormittag hatte Sozial- und Gesundheitssenatorin Melanie Leonhard (SPD) bereits angekündigt, dass der Senat die seit Anfang April geltende Ausgangsbeschränkung ab Mittwoch aufheben werde.

Englische Behörden: Todesgefahr sinkt nach Impfung deutlich

17.38 Uhr: Todesgefahr sinkt nach Impfung deutlich. Die englischen Gesundheitsbehörden berichten von einer deutlich gesunkenen Gefahr eines tödlichen Krankheitsverlaufs nach Impfungen. Ein einzige Dosis von AstraZeneca oder Biontech/Pfizer verringere sie um etwa 80 Prozent, gab Public Health England bekannt. Nach zwei Dosen Biontech/Pfizer sinke die Gefahr um insgesamt 97 Prozent.

Seehofer positiv auf Corona getestet

17.12 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Der Minister sei positiv auf das Virus getestet worden und befinde sich aktuell in häuslicher Isolation, teilt sein Sprecher Steve Alter mit. Er habe derzeit keine Krankheitssymptome.

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Geringe Impfquote: Putin ruft Russen erneut zu Impfungen auf

16.56 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin ruft seine Landsleute einmal mehr dazu auf, sich gegen das Coronavirus immunisieren zu lassen. Außerdem müsse ausreichend getestet werden, sagt Putin der Agentur Interfax zufolge. »Das sind zwei sehr wichtige Komponenten, um die Pandemie und ihre Folgen zu überwinden.« Vor dem Hintergrund, dass Russland bereits im vergangenen Dezember mit Massenimpfungen begonnen hat, ist die Impfquote im flächenmäßig größten Land der Welt weiter verhältnismäßig gering.

Vor vier Tagen hatten laut offizieller Angabe 6,4 Prozent der Russen beide und rund 9 Prozent mindestens eine Impfdosis verabreicht bekommen. Zum Vergleich: In Deutschland haben laut Robert Koch-Institut mittlerweile 32,8 Prozent der Menschen mindestens eine und 9,4 Prozent beide Injektionen bekommen.

100 Milliarden Euro an Corona-Wirtschaftshilfen geflossen

16.30 Uhr: Die Corona-Wirtschaftshilfen in Deutschland summieren sich mittlerweile auf rund 100 Milliarden Euro. Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium am Montag in Berlin mit. Die Gelder seien seit Ausbruch der Pandemie im März 2020 bewilligt worden. Hinzu kämen noch rund 30 Milliarden Euro an Kurzarbeitergeld.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärte, dadurch seien Arbeitsplätze gesichert und die Substanz der Wirtschaft erhalten worden. »Wir werden in diesem Jahr den Wirtschaftseinbruch nicht nur stoppen, sondern umkehren.« Nach dem Konjunktureinbruch 2020 dürfte die deutsche Wirtschaft dieses Jahr um 3,5 Prozent wachsen. »Spätestens 2022 haben wir wieder alte Stärke erreicht«, so Altmaier.

Von den 100 Milliarden entfällt in etwa die Hälfte auf Hilfen der Förderbank KfW. Hinzu kommen unter anderem Hilfen für Selbstständige, Fixkosten-Zuschüsse für Unternehmen, Umsatzentschädigungen für zwangsweise geschlossene Betriebe. Aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF), der eigens wegen der Coronakrise geschaffen wurde, wurden für Eigenkapitalhilfen an Konzerne insgesamt 8,5 Milliarden Euro eingesetzt. Insidern zufolge gab es bei diesem Mittel, von dem unter anderem die Lufthansa stark profitierte, insgesamt 120 Anfragen von Firmen. 18 Eigenkapital-Anträge wurden gebilligt. Im Fokus stand dabei die Reise- und Tourismusbranche. Experten erwarten für die nächsten Monate noch weitere Hilfen aus dem WSF, etwa für Werften und Schiffbauer.

Mehrere Länder planen Lockerungen über Pfingsten

16.20 Uhr: Mehrere Bundesländer planen angesichts sinkender Corona-Fallzahlen neue Öffnungsschritte. Hamburg will ab Mittwoch die »Notbremse« mit Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen aufheben. Am Dienstag wollen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz neue Lockerungen beschließen.

Alle drei Länder weisen seit Tagen eine Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 auf. Während die Kommunen eine bundesweite Verabredung dringen, warnte Gesundheitsminister Jens Spahn mit Blick auf Reise-Hoffnungen vieler Menschen über Pfingsten vor einem »politischen Überbietungswettbewerb« bei Öffnungen: »Es darf aus der Zuversicht kein Übermut werden.«

Griechenland öffnet wieder alle Schulen

16.25 Uhr: Nach sechs Monaten Corona-Lockdown können in Griechenland nun alle Schüler wieder in die Schule. Nach den bereits Mitte April geöffneten Gymnasien zogen am Montag nun auch alle Kindergärten, Grund- und Mittelschulen nach. Der Präsenzunterricht war mit Ausnahme weniger Tage seit dem 7. November an sämtlichen Schulen des Landes ausgesetzt, die Gymnasien hatten am 12. April bereits wieder geöffnet. Zum Neustart in den Schulalltag müssen Schüler und Lehrer sowie Verwaltungsangestellte zweimal pro Woche einen negativen Selbsttest vorlegen. Dieser ist gratis in Apotheken zu bekommen.

Die griechische Regierung hatte im vergangenen Monat mit der Rücknahme der ersten im November beschlossenen Maßnahmen begonnen. Mit Ausnahme der Einkaufszentren wurde ein Großteil des Einzelhandels wieder geöffnet. Seit dem 3. Mai können Cafés und Restaurants wieder ihre Außenbereiche bewirtschaften. Auch Museen, Freiluftkinos und Theater sollen in den kommenden Wochen öffnen.

Pakistan eröffnet Impfzentrum für 100.000 Menschen pro Tag

15.39 Uhr: In der pakistanischen Hafenstadt Karachi ist ein riesiges Corona-Impfzentrum eröffnet worden. Es habe die Kapazität, 100.000 Menschen täglich zu impfen, sagte der Informationsminister der Regionalregierung von Sindh. Die Einrichtung im Expo-Zentrum der Stadt soll 24 Stunden geöffnet sein. Mehr als 3000 Gesundheitsmitarbeiter sollen hier in drei Schichten arbeiten.

Testlauf mit elektronischem Corona-Impfnachweis beginnt

15.33 Uhr: Wer in Thüringen gegen Covid-19 geimpft ist, soll bereits in dieser Woche zusätzlich zum Eintrag im gelben Impfausweis einen elektronischen Nachweis dafür erhalten. Von Mittwoch an solle das entsprechende Zertifikat über das Terminvergabeportal »www.impfen-thueringen.de« abrufbar sein, teilte die Kassenärztliche Vereinigung (KV) mit. Damit beginnt ein Pilotprojekt zum bundesweit geplanten elektronischen Impfausweis, an dem neben Thüringen auch Brandenburg beteiligt ist.

Umfrage: Mehrheit hält Lockerungen für Geimpfte für gerechtfertigt

14.56 Uhr: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland hält die seit Sonntag geltenden Corona-Lockerungen für Genesene und Geimpfte für gerechtfertigt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey im Auftrag des »General-Anzeigers« (Montag). Knapp zwei Drittel der Befragten (64,1 Prozent) befürworteten demnach die Erleichterungen.

Sie beantworteten die Frage, ob die Aufhebung der Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen für Genesene und vollständig Geimpfte gerechtfertigt sei, mit »Ja, auf jeden Fall« (47,5 Prozent) oder »Eher ja« (16,6 Prozent). Knapp ein Drittel (27,9 Prozent) gaben hingegen an, die Lockerungen nicht für gerechtfertigt zu halten. Der Rest zeigte sich den Angaben zufolge unentschieden.

Österreich öffnet alle Bereiche – Zutritt nur mit grünem Pass

14.46 Uhr: In Österreich sperren nach etwa sieben Monaten Corona-Einschränkungen ab 19. Mai wieder die Restaurants, Cafes, Hotels sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen auf. Besucht werden dürfen die Einrichtungen allerdings nur von Menschen, die geimpft, getestet oder von einer Corona-Infektion wieder genesen sind. »Als Zutrittsberechtigung setzen wir auf den grünen Zutrittspass«, sagt Kanzler Sebastian Kurz. Im Innenbereich dürfen vier Erwachsene plus Kinder an einem Tisch sitzen, im Freien gilt ein Limit von zehn Erwachsenen.

Die Schulen werden ab 17. Mai wieder in den Regelbetrieb zurückkehren. Die Ausgangssperren werden aufgehoben. Nicht möglich sein werden hingegen weiterhin große Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Vereinsfeste. Weitere Öffnungsschritte seien für spätestens Juli geplant.

Habeck fordert Impfungen an Supermärkten und auf Marktplätzen

14.29 Uhr: Grünen-Co-Chef Robert Habeck fordert kreative Lösungen, um Impfstoffe jetzt zu den Menschen zu bringen. »Corona hat eine starke soziale Dimension.« Impfungen müsse es auch an Supermärkten, auf Marktplätzen und in Schulen geben.

Berlinale hält an Sommerfestival fest

14.07 Uhr: Die Berlinale hält an ihren Plänen fest, im Sommer trotz Pandemie ein Filmfestival zu organisieren. Die Ausgabe im Juni soll wie angekündigt draußen stattfinden, teilten die Organisatoren mit.

Wegen der Pandemie hatte die Festivalleitung diesmal umplanen müssen. Die Berlinale wurde auf zwei Termine geteilt: Im März hatte ein digitaler Branchentreff stattgefunden, im zweiten Schritt sollen vom 9. bis 20. Juni nun Filme fürs Publikum gezeigt werden. Geplant sind Veranstaltungen an 16 Orten, darunter der Berliner Museumsinsel. Das Sommerfestival soll dort auch eröffnet werden. Für den 13. Juni ist die Preisverleihung geplant, die Preisträger waren bereits bekannt gegeben worden.

Corona-Impfstoff bringt Biontech Milliardenumsätze ein

13.46 Uhr: Das Mainzer Biotechunternehmen Biontech erwartet aktuell einen Umsatz von 12,4 Milliarden Euro mit seinem Covid-19-Impfstoff. Die Umsatzprognose basiere auf den derzeit unterzeichneten Lieferverträgen über rund 1,8 Milliarden Impfdosen für 2021. Im Zusammenhang mit weiteren Verträgen für Lieferungen im Jahr 2021 würden zusätzliche Umsätze erwartet, teilte Biontech am Montag mit. Zudem seien erste Verträge für 2022 und darüber hinaus geschlossen worden. Insgesamt rechnet Biontech nun bis Ende des Jahres mit einer Produktionskapazität von drei Milliarden Dosen sowie mehr als drei Milliarden Dosen im Jahr 2022.

Mann stiehlt bei eigener Impfung in Soest vorbereitete Impfspritzen

13.23 Uhr: Bei seinem eigenen Impftermin hat ein Mann in Soest offenbar noch einen Vorrat mitgehen lassen: Gesucht wird ein Dieb, der am Samstag sechs vorgefertigte Impfspritzen des Pharmaherstellers Moderna sowie zwölf zugehörige Aufkleber in einem Impfzentrum stahl, wie die Kreispolizei am Montag mitteilte. Demnach befand sich der Mann zunächst für seine eigene Impfung mit einer Mitarbeiterin in einer der dafür vorgesehenen Kabinen.

Danach habe er das Gebäude verlassen, ohne die vorgesehene Beobachtungszeit einzuhalten. Als der Diebstahl auffiel, entfernte sich der Mann den Angaben zufolge »im Laufschritt« über den Parkplatz des Impfzentrums. Die Polizei bat um Hinweise.

Indien registriert 366.000 Corona-Neuinfektionen

13.15 Uhr: Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfizierten ist in Indien erstmals seit mehreren Tagen wieder unter die Marke von 400.000 gefallen. Für Sonntag meldete das Gesundheitsministerium am Montag 366.161 neue Fälle – allerdings wurde nach Angaben von Experten am Wochenende auch weniger getestet. Auch die Zahl der Todesfälle blieb im selben Zeitraum von 24 Stunden mit 3754 unter den mehr als 4000, die an den beiden Vortagen gemeldet worden waren.

Die Gesamtzahl der Toten nach einer Ansteckung mit Sars-CoV-2 stieg am Montag auf 246.116, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität mit Sitz in den USA hervorgeht. Seit Beginn der Pandemie haben sich demnach bisher etwa 22,6 Millionen Menschen in Indien mit dem Virus angesteckt. In absoluten Zahlen ist der Subkontinent mit seinen mehr als 1,3 Milliarden Einwohnern hinter den USA am stärksten von Corona betroffen. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen: In Teilen des riesigen Landes ist es schwer, getestet zu werden. Und besonders in ländlichen Regionen sterben viele Opfer zu Hause und tauchen nicht immer in der Statistik auf.

Am Sonntag waren den offiziellen Daten zufolge 1,47 Millionen Tests auf das Coronavirus gemacht worden – fast 400.000 weniger als an den Vortagen. Viele der indischen Bundesstaaten verhängten in den vergangenen Tagen Coronabeschränkungen, führende Oppositionspolitiker forderten von der Regierung landesweite Maßnahmen.

Premierminister Narendra Modi hatte Anfang des Jahres die Pandemie noch für mehr oder weniger besiegt erklärt. Mittlerweile trafen Hilfslieferungen wie Beatmungsgeräte aus mehr als 40 Ländern – darunter auch Deutschland – ein, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Medizinern zufolge ist die Massenimpfung der einzige Ausweg aus Indiens Coronakrise. Doch das Impfprogramm läuft nur langsam. Bisher wurden knapp 180 Millionen Dosen verimpft.

Schleswig-Holstein übernimmt von Dänemark 55.000 AstraZeneca-Dosen

13.03 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat am Montag von Dänemark 55.000 Dosen des Coronaimpfstoffs AstraZeneca entgegengenommen, die das Königreich derzeit nicht in Anspruch nimmt. »Das ist ein Tag der großen Freude, sagte der CDU-Politiker am Grenzübergang Ellund. Schleswig-Holstein wird den Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers später zurückerstatten. Bis spätestens 7. Juli werde dies geschehen, sagte Günther. Dänemark hat den Einsatz dieses Präparates momentan ausgesetzt.

Günther sagte, er wolle sich auch mit AstraZeneca impfen lassen. Er habe sich mit seinem Hausarzt in Verbindung gesetzt, um möglichst schnell einen Termin zu bekommen. Er würde sich freuen, wenn möglichst viele dem Beispiel folgten. »Denn je mehr Fahrt die Impfkampagne aufnimmt, desto besser.« Der Regierungschef dankte dem dänischen Generalkonsul Kim Andersen für die Unterstützung. »Das zeigt, was für eine gute Nachbarschaft wir miteinander pflegen.« Über die Ausleihe des Impfstoffs hatte der Bund mit Dänemark einen Vertrag abgeschlossen.

Italienerin erhält versehentlich sechsfache Corona-Impfstoffdosis injiziert

12.37 Uhr: Eine junge Italienerin hat durch einen Fehler versehentlich die sechsfache Dosis Coronaimpfstoff injiziert bekommen. Wie die italienische Nachrichtenagentur AGI am Montag meldete, spritzte eine Krankenschwester der 23-jährigen Medizinstudentin am Vortag in einem Krankenhaus in der Toskana ein komplettes Fläschchen des Impfstoffs von Biontech/Pfizer, das normalerweise für sechs Einzeldosen reicht. Nachdem der Irrtum bemerkt wurde, sei die junge Frau vorsichtshalber unter Beobachtung gestellt worden, hieß es weiter.

Spahn mahnt zur Zurückhaltung beim Reisen

12.18 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Menschen in Deutschland dazu aufgerufen, beim Reisen wegen der nach wie vor recht hohen Coronazahlen vorerst noch zurückhaltend vorzugehen. »Das Gefühl ist im Moment besser als die Lage«, sagte Spahn am Montag in Berlin.

Bei der Reiseaktivität sei nicht allein die Inzidenz am Zielort entscheidend, sondern auch der Weg. Wenn überhaupt schon Öffnungsschritte gegangen werden, müsse dies sehr stark textgestützt gemacht werden. »Auch aus Selbstschutz der Regionen macht es sehr viel Sinn, nicht durch zu viel Mobilität es gleich schon am Anfang zu gefährden.«

Lockerungsschritte müssten vorsichtig gegangen werden, mahnte Spahn. »Wir lockern gerade bei deutlich höheren Inzidenzen, als die meisten anderen Länder bei höheren Impfquoten gelockert haben.« Das gelte etwa für Großbritannien und Israel. Es gebe eine ermutigende Entwicklung bei den Neuinfektionen und auch auf den Intensivstationen. »Aber wir sind immer noch auf sehr, sehr hohem Niveau.« Auch angesichts des schönen Wetters steige die Laune. »Jetzt darf aus der Zuversicht kein Übermut werden.«

Wenn geöffnet werde, solle dies im Freien geschehen. »Das Risiko draußen ist mindestens um den Faktor 10 geringer als drinnen«, sagte Spahn.

Kommission in Norwegen empfiehlt Ausschluss von AstraZeneca und J&J

12.02 Uhr: In Norwegen empfiehlt eine von der Regierung beauftragte Kommission den Ausschluss der Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson. Impfwillige, die sich freiwillig dafür entschieden, sollten die Vakzine aber erhalten, teilt die Kommission mit. Impfungen mit AstraZeneca wurden am 11. März wegen der Gefahr seltener Thrombosen ausgesetzt. Johnson & Johnson ist in Norwegen noch gar nicht erhältlich.

Senatorin kündigt Aufhebung der Corona-Notbremse in Hamburg an

11.30 Uhr: Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat die Aufhebung der Corona-Notbremse in der Hansestadt ab Mittwoch angekündigt. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde lag die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen am Montag den fünften Werktag in Folge unter 100.

Schon am Freitag hatte der Senat in einer Sondersitzung über eine Aufhebung der nächtlichen Ausgangssperre gesprochen. Bürgermeister Peter Tschentscher hatte die Öffnungen an die Bedingung einer stabilen Inzidenz über fünf Tage geknüpft.

Auch die Schulen in der Hansestadt sollen nach Ende der Mai-Ferien wieder öffnen. Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen sollen vom 17. Mai an wieder im Wechselunterricht in die Schule dürfen, wenn die Inzidenz weiterhin unter dem Schwellenwert bleibt.

Ein Drittel der US-Bürger vollständig geimpft

11.08 Uhr: In den USA ist nach Angaben der Gesundheitsbehörde CDC gut ein Drittel der Bevölkerung bisher vollständig geimpft. Die Zahl der an einem Tag erfassten Corona-Neuinfektionen im Land ist zudem weiter gesunken. Landesweit wurden am Sonntag 21.283 Ansteckungen erfasst, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore hervorging. Vor genau einer Woche zählten die Wissenschaftler 29.367 Neuinfektionen.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Corona-Infektion sank laut JHU im Wochenvergleich um 85 auf 240. Die bisherigen Höchstwerte wurden am 2. Januar mit 300.310 Neuinfektionen sowie am 12. Januar mit 4475 Toten verzeichnet. In dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern haben sich bislang knapp 32,7 Millionen Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 581.000 Menschen starben. In absoluten Zahlen gemessen – aber nicht relativ zur Bevölkerung – sind das mehr als in jedem anderen Land der Welt.

Gastgewerbe: Beschäftigte in Impf-Priorisierung vorziehen

10.39 Uhr: Das Gastgewerbe dringt darauf, dass Beschäftigte bei Coronaimpfungen in die Prioritätengruppe 3 vorgezogen werden. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) fordern, sie wie Verkäufer im Lebensmitteleinzelhandel in der Impf-Priorisierung einzuordnen: »Wir erwarten, dass dies schnell und pragmatisch umgesetzt wird, wie es bereits zum Beispiel in Bayern in einigen Landkreisen erfolgt«, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung.

Neue Einreiseverordnung noch diese Woche

10.33 Uhr: Die Bundesregierung will noch im Wochenverlauf eine neue Einreiseverordnung auf den Weg bringen. Dies kündigt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn in Berlin an. Damit würden Geimpfte und Genesene sowie Personen mit einem tagesaktuell negativen Test nicht mehr unter die Quarantäneregelung fallen. Dies gelte allerdings nicht für Personen, die aus Mutationsgebieten einreisten.

Übernachtungen im ersten Quartal fast 70 Prozent unter Vorjahreszeitraum

10.30 Uhr: Hotels und Pensionen in Deutschland haben in den ersten Monaten des Jahres wegen der Corona-Einschränkungen nur rund 22,6 Millionen Übernachtungen verbucht – das waren knapp 69 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Montag mitteilte. Gäste aus dem Inland buchten demnach 20,2 Millionen Übernachtungen – Gäste aus dem Ausland 2,4 Millionen Nächte, ein Rückgang um mehr als 80 Prozent.

Im März zählte das Statistische Bundesamt 9,1 Millionen Übernachtungen. Das waren rund 43 Prozent weniger als im Vorjahresmonat und rund 72 Prozent weniger als im März 2019 vor der Corona-Krise. Von den etwa 52.000 erfassten Beherbergungsbetrieben hatten im März 2021 lediglich 30.114 geöffnet.

Mehr als 35 Millionen Dosen in Deutschland verimpft

10.20 Uhr: Bis zum Montagmorgen wurden laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn über 35 Millionen Dosen in Deutschland verimpft. Davon seien 27,2 Millionen Erstimpfungen verabreicht worden, was 32,8 Prozent der Bevölkerung entspreche, teilt Spahn in Berlin mit. An Zweitimpfungen seien 7,8 Millionen Dosen verabreicht worden, das entspreche 9,4 Prozent der Bevölkerung.

Amtsärzte warnen vor Druck auf Impfsystem ab dem Sommer

9.50 Uhr: Wegen der vielen nötigen Auffrischungsimpfungen befürchten die Amtsärzte, dass das Impfsystem in Deutschland im Sommer mächtig unter Druck geraten könnte. Die Chefin des Bundesverbands der Amtsärzte, Ute Teichert, sagte der »Rheinischen Post«, ab Ende Juni oder Anfang Juli müsse in Deutschland nachgeimpft werden – zusätzlich zu den laufenden Erst- und Zweitimpfungen. »Vonseiten der Politik höre ich diesbezüglich aber keinerlei Vorschläge, wie das organisiert werden sollte. Es scheint vielmehr, als liefe sie planlos in eine solche Situation hinein.« Teichert verwies darauf, dass Studien davon ausgehen, dass Nachimpfungen nach sechs Monaten fällig werden. Andere Länder wie England seien schon dabei, sich darauf vorzubereiten.

Die Situation in Deutschland sei auch deshalb so besorgniserregend, weil es parallel die Kinderimpfungen als eine weitere Herausforderung geben werde. »Die sollen im Sommer kommen. Zwar erst einmal nur mit einer Impfstoffzulassung für die Zwölf- bis  Fünfzehnjährigen. Wenn es danach möglicherweise ab dem Herbst auch noch Impfungen von noch deutlich Jüngeren geben sollte, wird der Druck aus der Bevölkerung deutlich zunehmen, dass wir mit den Kindern und Jugendlichen endlich beginnen«, warnte Teichert.

Eine Lösung könnte ihrer Ansicht nach sein, wenn sich die Politik dazu durchringe, die Kitas und Schulen bei der Impfung gezielt einzubeziehen. Sie forderte zudem, die Impfzentren auch über den September hinaus zu betreiben.

Impfstoff von Johnson & Johnson künftig vor allem für Menschen ab 60

9.45 Uhr: Der Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland künftig in der Regel bei Menschen ab 60 Jahren eingesetzt. Nach ärztlicher Aufklärung können sich aber auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Die Priorisierung für diesen Impfstoff wird in Arztpraxen und bei Betriebsärzten zugleich aufgehoben. So verfahren wird bereits ab diesem Montag.

Wie es in dem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz heißt, nehmen die Ministerinnen und Minister »die berichteten Fälle von Hirnvenenthrombosen im Zusammenhang mit einer Impfung mit dem Impfstoff von Johnson & Johnson« ernst. Ähnlich wie bei dem Impfstoff von AstraZeneca war es sehr selten zu solchen schweren Nebenwirkungen gekommen.

Die Ständige Impfkommission habe vor diesem Hintergrund die Empfehlung einer Verimpfung des Präparats »für Personen im Alter >60« vorgeschlagen. Analog wie bei Impfungen mit der Vakzine von AstraZeneca soll eine Impfung damit aber nach ärztlicher Aufklärung und individueller Risikoanalyse auch bei unter 60-Jährigen möglich sein. Das Besondere am Impfstoff von Johnson & Johnson ist, dass anders als bei den bisher zum Einsatz kommenden Coronaimpfstoffen nur eine Spritze davon zum vollen Schutz ausreicht.

In Frankreich öffnen Außenbereiche von Restaurants ab 19. Mai

9.11 Uhr: Frankreich hält angesichts einer sich etwas entspannenden Coronalage an seinen Plänen für die Aufhebung von Beschränkungen fest. Restaurants dürften ihre Außenbereiche ab dem 19. Mai wieder öffnen, sagt Gesundheitsminister Olivier Veran dem Fernsehsender LCI. Gleiches gelte für Bars. Die Zahl der Patienten auf Intensivstationen war am Sonntag erstmals seit Ende März wieder auf unter 5000 gefallen.

Inlandstourismus: Buchungen dramatisch eingebrochen

8.41 Uhr: Die Corona-Einschränkungen haben den Inlandstourismus in Deutschland im ersten Quartal drastisch ausgebremst. Die Zahl der Gästeübernachtungen lag in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres mit 22,6 Millionen um mehr als zwei Drittel (68,8 Prozent) unter dem Wert des Vorjahreszeitraums, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat.

Dabei blieben vor allem ausländische Gäste fern, wie die Behörde mitteilte. Bei Besuchern aus dem Ausland verzeichneten Hotels und Pensionen im ersten Vierteljahr gerade einmal 2,4 Millionen Übernachtungen und damit ein Minus von 81,1 Prozent binnen Jahresfrist. Bei den inländischen Reisenden lag die Zahl mit 20,2 Millionen Übernachtungen um 66,2 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Touristische Übernachtungen sind derzeit verboten. Hotels, Pensionen oder Gasthöfe dürfen seit vergangenem Herbst nur noch Geschäftsreisende aufnehmen. Doch für viele Betriebe lohnt sich der Aufwand offenbar nicht: Von den etwa 52.000 in der Statistik erfassten Beherbergungsbetrieben hatten nach Angaben des Bundesamtes in diesem März nur etwas mehr als 30.000 geöffnet.

Trotz verschärfter Vorgaben: Weniger Beschäftigte im Homeoffice

8.20 Uhr: Inmitten der dritten Coronawelle haben einer Umfrage zufolge weniger Beschäftigte in Deutschland von zu Hause gearbeitet. Der Anteil derjenigen, die zumindest teilweise auf Homeoffice umstiegen, sei von 31,7 Prozent im März auf zuletzt 30,8 Prozent gefallen, teilte das Münchner Ifo-Institut mit. »Die verschärfte Pflicht zum Heimbüro in Coronazeiten scheint zu verpuffen«, sagte Ifo-Experte Jean-Victor Alipour. Durch Heimarbeit können Ansteckungen im Büro oder auf dem Weg dorthin verhindert werden.

Der Rückgang zog sich quer durch viele Branchen: In der Industrie fiel der Anteil von 23,4 auf 22,4 Prozent, bei den Dienstleistern von 42,6 auf 41,1 Prozent und im Handel von 19 auf 18,9 Prozent. Nur in der Baubranche gab es demnach einen Anstieg von 8,3 auf 11,3 Prozent. Das Ifo-Institut schätzt, dass über alle Branchen hinweg 56 Prozent der Beschäftigten Arbeit im Heimbüro zumindest teilweise umsetzen könnten.

Kurzarbeit sicherte 2,2 Millionen Arbeitsplätze

8.12 Uhr: Im Vergleich mit anderen Industriestaaten kam die deutsche Wirtschaft in der Coronakrise bislang weitgehend ohne Kündigungen aus. Einen entscheidenden Grund dafür sehen Forscher in der Kurzarbeit.

RKI meldet erneut deutlich sinkende Coronazahlen

7.05 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat am Montag 6922 neue Corona-Fälle gemeldet. Das sind 2238 Fälle weniger als am Montag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz blieb mit 119,1 dennoch in etwa auf dem Niveau des Vortages (118,6), was sich nach RKI-Angaben aus Unterschieden bei der statistischen Erhebung ergibt. Der Wert gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben.

54 weitere Menschen starben im Zusammenhang mit dem Virus. Die Zahlen am Montag gelten aber als weniger verlässlich als an anderen Wochentagen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden und weniger getestet wird. Insgesamt fielen mehr als 3,5 Millionen Corona-Tests positiv aus. Die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus liegt bei 84.829.

Japans Regierungschef hält trotz Kritik an Olympia fest

7.05 Uhr: Der politisch zunehmend unter Druck stehende japanische Regierungschef Yoshihide Suga will die Olympischen Spiele in Tokio trotz scharfer Kritik durchziehen. »Wir werden unser Bestes tun, um das Leben und die Gesundheit der Menschen zu schützen und ein sicheres Sportfest zu realisieren«, sagte Suga im Parlament. Er reagierte damit auf Forderungen der Opposition, die Spiele nochmals zu verschieben oder gleich ganz abzusagen. Es sei nicht miteinander vereinbar, das Leben der Menschen schützen zu wollen und zugleich Olympische Spiele zu veranstalten, sagte Yukio Edano von der Konstitutionell-Demokratischen Partei. Eine Entscheidung könne nicht länger aufgeschoben werden.

Regierungschef Suga steht wegen seines Umgangs mit der Coronakrise, Bestechungsskandalen und seines Festhaltens an den Olympischen Spielen innenpolitisch zunehmend unter Druck. Ein halbes Jahr vor der turnusmäßigen Parlamentswahl hatte seine regierende Liberaldemokratische Partei (LDP) kürzlich drei wichtige regionale Nachwahlen verloren. Vergangene Woche sah er sich gezwungen, den Corona-Notstand für die Olympiastadt Tokio weniger als drei Monate vor Beginn der Sommerspiele abermals zu verlängern, bis 31. zum Mai.

Eine an IOC-Präsident Thomas Bach und Suga gerichtete Online-Petition zur Absage der Olympischen Spiele wurde bis zum Montag bereits von mehr als 315.000 Menschen unterzeichnet, sie trägt die zentrale Forderung im Titel: »Sagen Sie die Olympischen Spiele in Tokio ab, um unser Leben zu schützen«.

Beamtenbund fordert: Alle Lehrkräfte verbeamten

6.55 Uhr: Der Beamtenbund DBB fordert als Konsequenz aus der Pandemie die Verbeamtung aller Lehrerinnen und Lehrer. »Für die Kolleginnen und Kollegen im Lehramt wird die Pandemie noch lange nicht vorbei sein«, sagte der Vorsitzende Ulrich Silberbach. Deshalb sei es an der Zeit für echte Anerkennung der tagtäglich erbrachten Leistungen.

Viele Lehrkräfte seien »größten Belastungen« ausgesetzt, sagte Silberbach und verwies auf die Umstellung auf digitalen Fernunterricht bei oft unzureichender Netzanbindung und technischer Ausstattung der Schulen, »das Hin und Her« zwischen Öffnungen, Schließungen und Wechselunterricht, Coronatests an den Schulen sowie die Gefährdung der eigenen Gesundheit. Zudem gebe es nun die »schwierige Perspektive«, Lerndefizite bei Schülern trotz Personalmangels und ohne ausreichende Unterstützung durch multiprofessionelle Teams aufzuholen.

Die Krise habe die Bedeutung des Beamtenstatus von Lehrkräften zur Aufrechterhaltung der Schulpflicht und der Sicherstellung eines Unterrichtsbetriebs unter Pandemiebedingungen offengelegt, so Silberbach. »Applaudieren oder warme Worte aus der Politik, die hier ein Stück weit versagt hat, reichen längst nicht mehr aus.«

In Deutschland gibt es etwa 800.000 Lehrerinnen und Lehrer, davon arbeiten laut DBB etwa 200.000 als angestellte Lehrkräfte.

Krankenstand in Deutschland trotz Pandemie auf Rekordtief

4.20 Uhr: In der Coronapandemie ist der Krankenstand unter den Beschäftigten auf ein Rekordtief gesunken. So war er bei der Techniker Krankenkasse (TK) im ersten Quartal so niedrig wie seit 13 Jahren nicht mehr, wie aus Daten der Kasse hervorgeht, die der Nachrichtenagentur dpa vorliegen. In den ersten drei Monaten des Jahres betrug der Krankenstand 3,8 Prozent. Im ersten Quartal des Jahres 2020 lag er noch bei 5,1 Prozent, 2019 bei 4,8 und 2018 bei 5,2 Prozent der Arbeitszeit.

TK-Chef Jens Baas sagte: »Die Fehltage sind bei fast allen Diagnosen zurückgegangen, besonders bei den Erkältungskrankheiten.« Die Grippewelle sei ausgeblieben. Sonst sorge sie in der Regel alle zwei Jahre im Februar für einen erhöhten Krankenstand. »Es zeigt sich, dass die Abstands- und Hygieneregeln sowie die eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten auch die Verbreitung anderer Infektionserreger verhindern«, sagte Baas.

Die Diagnose Covid-19 spielt bei den Krankschreibungen der Erwerbstätigen im Vergleich zu den anderen Diagnosen den Daten zufolge eine untergeordnete Rolle. Insgesamt verzeichnete die TK im ersten Quartal 1,08 Millionen Krankschreibungen, davon 9381 aufgrund von Covid-19.

Lollitests in allen Grund- und Förderschulen in NRW

Lollitest zum Nachweis von Sars-CoV-2-Erregern

Lollitest zum Nachweis von Sars-CoV-2-Erregern

Foto: Michael Reichel / dpa

3.10 Uhr: Nordrhein-Westfalen führt an diesem Montag als erstes Bundesland sogenannte Lollitests  flächendeckend an allen Grund- und Förderschulen ein. Mit dem Test sollen alle mehr als 730.000 Schülerinnen und Schüler der knapp 3800 Grund- und Förderschulen zwei Mal pro Woche in ihrer jeweiligen Lerngruppe auf das Coronavirus getestet werden. Die Testung geschieht zunächst gruppenweise. Erst wenn eine Gruppe positiv getestet wurde, werden Einzeltests der Gruppenmitglieder vorgenommen.

»Die Lollitests werden uns dabei helfen, Infektionen frühzeitiger als mit Selbsttests zu entdecken und Infektionsketten von vornherein in Schulen zu unterbrechen«, hatte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) gesagt.

Kommunen fordern weitere Corona-Lockerungen von Bund und Ländern

2.10 Uhr: Die Kommunen verlangen eine weitere Entspannung der Coronaregeln von Bund und Ländern. »Im Hinblick auf die rasante Zunahme der Impfungen und den bevorstehenden Sommer mit vielen möglichen Aktivitäten im Freien sollten sich Bund und Länder bereits jetzt auf einen klaren Öffnungskatalog verständigen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Darauf warten nicht nur die Menschen, sondern auch die Hotels, Gaststätten und die Tourismuswirtschaft.«

Ein Flickenteppich unterschiedlichster Regelungen sollte Landsberg zufolge vermieden werden: »Dies schadet der Akzeptanz der Menschen und ist eine schwere Hypothek für die Wirtschaft.«

Söder hält Lockdown über Juni hinaus für möglich

1.15 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hält eine Fortsetzung des Lockdowns mit der Bundesnotbremse über Juni hinaus für möglich. Söder sagte am Sonntagabend im »Bild«-Politik-Talk, die Notbremse gelte gesetzlich bis zum 30. Juni. »Dann wird man sehen, wie die Gesamtlage ist.« Er fügte hinzu: »Bloß, weil ein Gesetz endet, ist Corona nicht vorbei.« Auch wenn die dritte Welle unter Kontrolle zu sein scheine, dürfe sich niemand täuschen lassen: »Wir sind noch nicht ganz überm Berg.«

Hoffnung auf bessere Zeiten machte Söder den Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Das nächste Schuljahr werde ein ganz anderes Schuljahr werden. Dafür müsse es »massenhaft schon vor Schulbeginn Schulimpfaktionen mit geschlossenen Gruppenimpfungen« mit dem jetzt zugelassenen Impfstoff ab zwölf Jahren geben.

mas/jok/mxw/ptz/fek/kim/dpa/AFP/Reuters
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