+++ News-Update am 7. September +++ Trump wirft Demokraten Stimmungsmache gegen Corona-Impfungen vor

Der US-Präsident behauptet, die Demokraten würden wegen der US-Wahlen Impfungen als etwas Negatives darstellen. Und: Spanien hat so viele Covid-19-Erkrankte wie kein anderes Land in Westeuropa. Der Überblick am Montag.
Trump bei seiner Rede am Weißen Haus

Trump bei seiner Rede am Weißen Haus

Foto: Patrick Semansky / AP

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Italien verlängert Anti-Corona-Maßnahmen für weiteren Monat

22.13 Uhr: Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Italien wie Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben für einen weiteren Monat in Kraft. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnete am Montagabend nach Regierungsangaben das entsprechende Dekret. Die Vorschriften gelten in dem Mittelmeerland nun bis zum 7. Oktober.  

Demnach gibt es in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln weiter die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Menschen sollen einen Abstand von mindestens einem Meter halten. Größere Ansammlungen sind weiter verboten, Stadien und Diskotheken bleiben geschlossen.  

Auch die Beschränkungen für Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta gelten weiterhin. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Vereinfacht wird dagegen die Situation für internationale Paare, bei denen einer der Partner in einem Land lebt, aus dem die Einreise nach Italien bislang nicht ohne Weiteres möglich ist. Sie dürfen nun mit einer entsprechenden Erklärung einreisen. 

In Rom hatten am Wochenende rund 2000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Mitte-Links-Regierung protestiert. Sie sehen eine "Gesundheitsdiktatur". In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit mehr als 1700 Fällen auf den bis dahin höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen.

Trump wirft Demokraten Stimmungsmache gegen Corona-Impfungen vor

21.25 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat den Demokraten vorgeworfen, sich aus politischen Gründen gegen eine baldige Corona-Impfung auszusprechen. Die Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, lege "sorglose Anti-Impf-Rhetorik" an den Tag, kritisierte Trump am Montag bei einer Pressekonferenz vor dem Weißen Haus. Die Demokraten wollten eine Impfung wegen der Wahl am 3. November als etwas Negatives darstellen, behauptete er weiter. Ihnen missfalle, dass der Impfstoff in "Rekordzeit" entwickelt werde. Er könne vielleicht sogar noch vor der Wahl verfügbar sein, sagte Trump. 

Harris hatte in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview mit dem Sender CNN vor einer Einmischung der Regierung bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff gewarnt. Unter Trump würden unabhängige wissenschaftliche Experten "mundtot gemacht", sagte die Senatorin. Trumps Versprechen bezüglich des Impfstoffs könne nicht vertraut werden, weil er sich zwei Monate vor der Wahl verzweifelt nach einem Erfolg sehne, warnte sie. "Ich würde seinen Aussagen nicht vertrauen. Ich würde den Aussagen von Gesundheitsexperten und Wissenschaftlern vertrauen, aber nicht Donald Trump", sagte Harris in dem Gespräch. 

Weltweit befinden sich inzwischen mehrere experimentelle Impfstoffe in großen klinischen Studien. Dabei soll die Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe geprüft werden. Renommierte US-Experten hatten zuletzt erklärt, es könne bis Jahresende klar sein, ob einer der erprobten Impfstoffe hinreichend wirksam sei. Der Immunologe Anthony Fauci etwa, der auch das Weiße Haus berät, rechnet damit, dass es Anfang nächsten Jahres einen Impfstoff geben wird. 

Eine Zulassung eines Impfstoff bis zur Wahl gilt als unmöglich. Die zuständige Lebens- und Arzneimittelbehörde (FDA) könnte aber bei hinreichend guten Testergebnissen eine begrenzte Notfallgenehmigung erteilen. Demokraten und manche Gesundheitsexperten befürchten allerdings, dass Trump die Behörde unter Druck setzen könnte, um ihm vor der Wahl eine große Erfolgsmeldung zu ermöglichen.

Weitere 462 Corona-Todesfälle in USA

21.08 Uhr: In den USA sind nach Angaben der Seuchenbehörde CDC 462 weitere Menschen gestorben, die positiv auf das Coronavirus getestet wurden. Damit steigt die Gesamtzahl auf 188.513 Todesfälle. Die Zahl der Positiv-Tests legt zu um 34.337 auf 6.261.216. Die Zahlen der US Centers for Disease Control and Prevention (CDC) spiegeln nicht unbedingt die Daten wider, die die einzelnen Bundesstaaten melden.

Französischer Fußballer Mbappé offenbar positiv auf Corona getestet

20.26 Uhr: Der französische Fußballstar Kylian Mbappé ist Medienberichten zufolge positiv auf Corona getestet worden. Mbappé werde deshalb diese Woche nicht am Nations-League-Spiel gegen Kroatien teilnehmen können, berichten der Sender RMC Sport und die Website France Football. Beim Spiel gegen Schweden am Samstag hatte der 21-Jährige das einzige Tor geschossen und Frankreich damit zum Sieg verholfen.

Aachen: Antikörperstudie startet am Mittwoch

20.19 Uhr: In Aachen startet am Mittwoch eine bundesweit angelegte Studie zur Untersuchung des Immunstatus der Bevölkerung bei Coronaviren. Nach Reutlingen und Freiburg in Baden-Württemberg sei Aachen die dritte Testregion, sagte der Koordinator der Studie, Prof. Gérard Krause, am Montag in Aachen. Bis zu 3000 Menschen in der Region sollen bis zum 20. Oktober bei der Antikörperstudie untersucht werden, sagte der Leiter der Abteilung Epidemiologie am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig. Nach dem Kreis Heinsberg war die Städteregion Aachen zu Beginn der Coronavirus-Pandemie im Frühjahr besonders betroffen. 

Die zufällig ausgewählten, durchweg erwachsenen Teilnehmer werden befragt, und ihnen wird Blut für einen Antikörpertest entnommen. Der Studienleiter sagte, eine Auswertung der ersten beiden Städte habe ergeben, dass bei einem niedrigen einstelligen Prozentsatz der Probanden Antikörper nachgewiesen werden konnte. Die Bereitschaft zur Teilnahme sei groß. Etwa die Hälfte der Angeschriebenen habe sich bereit erklärt. "Das ist erstaunlich hoch", sagte Krause. 

Die Studie soll dazu beitragen, das Infektionsgeschehen besser zu überblicken, die Bewältigungsstrategien im Umgang mit der Pandemie zu verbessern und Wissen mit Blick auf künftige Impfkampagnen zu gewinnen. Mit Aachen beteiligen sich in der Region die Kommunen Stolberg, Eschweiler, Herzogenrath und Würselen. Nach Angaben des Helmholtz-Zentrums stehen noch nicht alle künftig teilnehmenden Städte fest.

Libyen meldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit März

19.31 Uhr: Libyen hat mehr als tausend neue Corona-Infektionsfälle binnen eines Tages gemeldet, die höchste Zahl seit Ausbruch der Epidemie in dem nordafrikanischen Land im März. 1080 der knapp 4300 am Sonntag vorgenommenen Tests seien positiv ausgefallen, teilte die Gesundheitsbehörde NCDC der von der Uno anerkannten Regierung in Tripolis am Montag mit. Damit steig die Zahl der Infektionsfälle seit März auf über 18.800. 296 Infizierte starben bisher.

Mehr als die Hälfte der neuen Infektionsfälle wurden in der Hauptstadt und ihren Vororten registriert. Dort lebt rund ein Drittel der libyschen Bevölkerung. Erst am Sonntag hatte die Gesundheitsbehörde eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung intensiv über die Schutzmaßnahmen gegen das Virus - wie etwa die allgemeine Maskenpflicht - aufzuklären.

Seit einiger Zeit steigt in Libyen die Zahl der Neuinfektionen - und die Angst vor einem Zusammenbruch des Gesundheitssystems ist groß. In dem Land herrschen seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos und gewaltsame Konflikte, die das Gesundheitssystem schon ohne die Pandemie an den Rand seiner Belastbarkeit gebracht haben.

Frankreich meldet erneut Tausende Neuinfektionen

19.17 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Frankreich ist im Vergleich zum Vortag um 4203 auf nunmehr 328.980 Fälle gestiegen. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus stieg um 25 auf 30.726, wie das Gesundheitsministerium des Landes mitteilte.

Mehr als eine halbe Million Infizierte in Spanien

18.50 Uhr: Laut dem Gesundheitsministerium sind in Spanien inzwischen 525.549 Menschen an Covid-19 erkrankt. In den vergangenen 24 Stunden seien 2440 Fälle dazugekommen. 

Spanien ist bisher das einzige Land in Westeuropa, das mehr als eine halbe Million Infizierte zählt. Am vergangenen Freitag waren es noch rund 499.000 Erkrankte.

Nach einer ersten Welle im Frühling, bei der vor allem Ältere erkrankten, erließ das Land strenge Schutzmaßnahmen. Die Zahlen sanken, doch nach ersten Lockerungen und dem Beginn von Massentests stiegen sie erneut.

Vor zehn Tagen erreichten sie einen Wert von 10.000 Neuinfektionen innerhalb eines Tages. Die neuen Fälle betreffen allerdings offenbar vor allem jüngere Menschen, die nur milde Symptome entwickeln.

Berlusconi zeigt nach Corona-Infektion "starke Immunreaktion"

17.55 Uhr: Der ehemalige italienische Regierungschef Silvio Berlusconi zeigt nach seiner Corona-Infektion eine "starke Immunreaktion". Der Zustand des 83-Jährigen habe sich daher verbessert, sagte sein behandelnder Arzt Alberto Zangrillo. Berlusconi war am Donnerstag ins Krankenhaus gebracht worden, nachdem er Symptome der Lungenkrankheit Covid-19 gezeigt hatte.

Berlusconi war Anfang der vergangenen Woche positiv auf das Coronavirus getestet worden, nachdem er von einem Urlaub in seiner Luxusvilla auf Sardinien zurückgekehrt war. Seine 36-jährige Tochter Barbara, sein 31-jähriger Sohn Luigi sowie seine Lebensgefährtin Marta Fascina haben sich ebenfalls infiziert.

Berlusconis Einweisung ins Krankenhaus hatte am Freitag die Schlagzeilen der italienischen Zeitungen beherrscht. Trotz zahlreicher Affären und Skandale ist Berlusconi bei vielen Italienern nach wie vor beliebt. Und trotz seines hohen Alters verfügt der zu den reichsten Männern des Landes gehörende Unternehmer immer noch über großen politischen Einfluss.

WHO lobt Investitionen in deutsches Gesundheitssystem

17.43 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die Initiative der deutschen Bundesregierung zur Stärkung des Gesundheitssystems als Vorbild gelobt. Deutschland habe die richtigen Konsequenzen aus den Erfahrungen im Kampf gegen das Coronavirus gezogen, sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus in Genf.

Grundsätzlich gehöre es zu den großen Lehren der Pandemie, dass die Investitionen in das Gesundheitssystem helfen würden, die nächste Herausforderung dieser Art besser zu bestehen. "Das ist nicht die letzte Pandemie. (...) Wenn die nächste Pandemie ausbricht, muss die Welt vorbereitet sein, besser vorbereitet als dieses Mal", sagte Tedros. Er verwies auf Länder wie Thailand, Südkorea, Uruguay und Japan, die gut für die Corona-Pandemie gerüstet gewesen seien.

Bund und Länder wollen als Konsequenz aus der anhaltenden Corona-Pandemie bis Ende 2022 mindestens 5000 neue und unbefristete Vollzeitstellen im Öffentlichen Gesundheitsdienst schaffen.

Mecklenburg-Vorpommern: Schwesig will Stadien für Zuschauer öffnen

17.40 Uhr: Sachsen und Berlin sind vorgeprescht, nun will auch Mecklenburg-Vorpommern die Fußballstadien bald wieder für Zuschauer öffnen. Kritik aus dem Süden der Republik weist Ministerpräsidentin Schwesig zurück. Lesen Sie hier mehr dazu.

Laschet bei Macron: Coronakrise ist Chance für Bildung

17.31 Uhr: Berlin und Paris sollten nach Ansicht des nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) die Corona-Krise auch als Chance sehen. Für Deutschland und Frankreich sei es möglich, "jetzt die gemeinsamen Impulse für eine digitalisierte Bildung zu setzen", erklärte Laschet nach Angaben seiner Staatskanzlei anlässlich eines Besuchs bei Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron.

Bei dem am Abend im Élysée-Palast geplanten Treffen sollte es um einen deutsch-französischen Vorstoß für eine europäische Forschungs- und Bildungsoffensive gehen, wie sie Macron bereits gefordert habe. Laschet ist auch deutsch-französischer Kulturbevollmächtigter.

"Covid-19 beschränkt die Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Kontakts. Das stellt besonders Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung vor große Probleme", erklärte Laschet. Deutschland und Frankreich könnten gemeinsam dazu beitragen, um in diesem Bereich gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Laschet habe die Einladung von Macron angenommen - der Besuch an die Seine stehe im Einklang mit der Rechtslage, die Reisen für berufliche Angelegenheiten zulasse. "Nach seiner Rückkehr wird sich der Ministerpräsident einer Testung unterziehen", so die Staatskanzlei. Wegen der gestiegenen Anzahl der Corona-Neuinfektionen hatte das Auswärtige Amt für mehrere französische Gebiete eine Reisewarnung ausgesprochen, darunter auch für die Hauptstadtregion Paris.

Erneut fast 3000 neue Fälle in Großbritannien

17.19 Uhr: Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Großbritannien ist nach Angaben der Regierung um 2948 gestiegen. Das ist ein etwas geringerer Zuwachs als am Sonntag. Allerdings kamen im August in der Regel nur rund 1000 neue Fälle pro Tag hinzu. Seit einigen Tagen werden mehr Infektionen registriert, die Testkapazitäten sind aber auch erhöht worden.

Bayerns Klubs für Klage gegen Staatsregierung: "Wollen Fußball spielen"

17.02 Uhr: Die Klubs des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) befürworten mit großer Mehrheit eine Klage gegen die Staatsregierung von Ministerpräsident Markus Söder, sollte es keine zeitnahen Lockerungen geben. Den Vereinen stößt vor allem die Entscheidung des Ministerrats in Corona-Zeiten sauer auf, den Wettkampfbetrieb in Bayern weiterhin zu untersagen. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer einer BFV-Umfrage  unter 4500 Vereinen sind daher für eine solche Klage.

"Unsere Vereine haben mit der Abstimmung ein ebenso starkes wie klares Signal gegeben", sagte BFV-Präsident Rainer Koch: "Ein solches erhoffen wir uns jetzt auch sehr kurzfristig von der Staatsregierung, denn wir wollen Fußball spielen und nicht gegen die Regierung klagen." Es sei "nicht nachvollziehbar", dass in Bayerns Nachbarbundesländern längst wieder vor einer begrenzten Anzahl an Zuschauern gespielt werde.

Insgesamt beteiligten sich 3069 Vereine an der Umfrage, die Beteiligung lag somit bei über 70 Prozent. Der BFV hatte dem zuständigen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration bereits am 20. August ein entsprechendes Hygiene- und Musterkonzept vorgelegt.

Forscher testen experimentellen Impfstoff an sich selbst

16.53 Uhr: Ein Team um einen schillernden Genforscher will mit einem selbst gemachten Impfstoff das Coronavirus besiegen. Das Nasenspray testen sie an sich selbst. Kollegen sind entsetzt. Lesen Sie hier die ganze Geschichte.

Innenminister: Sachsen-Anhalt kein Schwerpunkt rechter Corona-Demos

Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen mit Reichsflaggen in Berlin

Demonstranten gegen Corona-Maßnahmen mit Reichsflaggen in Berlin

Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image

16.27 Uhr: Sachsen-Anhalt ist nach Einschätzung von Landesinnenminister Holger Stahlknecht (CDU) kein Schwerpunkt rechtsextremer Demonstrationen gegen die Corona-Politik. "Die Behauptung, dass Rechtsextreme jetzt alle nach Sachsen-Anhalt kommen, um hier gegen die Corona-Politik zu demonstrieren, ist falsch", sagte Stahlknecht der Nachrichtenagentur dpa. "Man darf das nicht unterschätzen, aber wir haben das hier momentan im Griff." Der Schwerpunkt der Demonstrationen, auch der durch Rechtsextreme durchsetzten, liege in Berlin.

Aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken war hervorgegangen, dass vor allem in Sachsen-Anhalt in den vergangenen Monaten Rechtsextremisten als Wortführer bei Demonstrationen gegen die Corona-Politik aufgetreten seien. So hätten die Behörden seit Ende April rund 90 derartiger Demos registriert, von denen mehr als ein Drittel in Sachsen-Anhalt stattgefunden habe.

Stahlknecht räumte ein, dass es rund 40 solcher Veranstaltungen in seinem Bundesland gegeben habe. Allein 26 davon gingen demnach allerdings auf den Rechtsextremisten Sven Liebich zurück. Der hatte auch schon vor der Coronakrise wöchentlich in Halle demonstriert.

Gericht lehnt Eilantrag gegen Maskenpflicht an Schulen in Bayern ab

16.15 Uhr: Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte. Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung. 

Das Gericht nannte die Maskenpflicht auch angemessen und verwies darauf, dass Betroffene im Einzelfall aus pädagogischen und medizinischen Gründen davon befreit werden können. Der Verwaltungsgerichtshof nannte die mit der Maskenpflicht verbundenen Einschränkungen als hinnehmbar. Sie trage dazu bei, den regulären Präsenzunterricht sicherzustellen und die Bildungsgerechtigkeit für alle Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

Rechtsmittel können gegen den Beschluss nicht eingelegt werden. Eine Mutter hatte den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz im Namen ihres zehn Jahre alten Sohnes gestellt.

In den ersten beiden Schulwochen müssen Kinder und Jugendliche in Bayern ab der fünften Klasse eine Maske auch während des Unterrichts tragen. Sie ist Teil des Hygienekonzeptes, mit dem der Regelbetrieb an Schulen auch in der Pandemie weitergehen soll.

Altmaier: Aufschwung kommt nach Corona-Rezession schneller als erwartet

16.05 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier bleibt nach zuletzt enttäuschenden Signalen aus der Industrie optimistisch für die deutsche Konjunktur. "Die Rezession scheint in der Tat etwas weniger schwer zu sein als von allen erwartet", sagte der CDU-Politiker beim "European Competition Day" in Berlin. "Und der Aufschwung kommt stärker und schneller und zügiger als erhofft. Das sind gute Nachrichten."

Altmaier hatte die Konjunkturprognose für das laufende Jahr in der vergangenen Woche angehoben. Demnach soll das Bruttoinlandsprodukt 2020 wegen der Corona-Krise um 5,8 Prozent einbrechen, nachdem zuvor ein Minus von 6,3 Prozent veranschlagt worden war.

Die Erholung hatte sich zuletzt verlangsamt. So steigerten Industrie, Bau und Versorger ihre Produktion im Juli nur um 1,2 Prozent, während Ökonomen von 4,7 Prozent ausgegangen waren. Zudem wuchsen die Industrieaufträge im Juli mit 2,8 Prozent nur gut halb so stark wie angenommen.

Schäuble-Appell an Bundestagsabgeordnete: Corona-Regeln befolgen

15.35 Uhr: Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU) hat die Bundestagsabgeordneten dazu aufgerufen, sich nach der Sommerpause weiter an die Corona-Regeln im Parlament zu halten. Er empfehle den Parlamentariern "nachdrücklich", weiterhin die vereinbarten Schutzmaßnahmen zu befolgen, zitiert die "Saarbrücker Zeitung"  aus einem Schreiben Schäubles an die Mitglieder des Bundestages. Dort beginnt in dieser Woche nach der parlamentarischen Sommerpause wieder die Sitzungszeit.

Abstandsgebot und Hygienemaßnahmen müssten nach wie vor befolgt werden, auch müsse die Anzahl der Abgeordneten im Plenarsaal "auf das erforderliche Maß reduziert bleiben und Begegnungen beim Betreten und Verlassen des Plenarsaals möglichst vermieden werden", heißt es in dem Schreiben. Nicht zuletzt wegen der Vorbildwirkung empfehle er "dringend", in allen Liegenschaften des Bundestages Masken zu tragen.

Zehn bestätigte Corona-Fälle im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos

Menschen im Flüchtlingscamp Moria warten auf Corona-Tests

Menschen im Flüchtlingscamp Moria warten auf Corona-Tests

Foto: STRATIS BALASKAS/EPA-EFE/Shutterstock

15.31 Uhr: Die Zahl der Menschen, die im überfüllten Migrantenlager von Moria auf der griechischen Insel Lesbos positiv auf das Coronavirus getestet worden sind, ist auf zehn gestiegen. Nach einem ersten Fall vergangene Woche seien im Lager bisher 1000 Tests durchgeführt worden, berichtete das Staatsfernsehen ERT unter Berufung auf die Gesundheitsbehörde. Die Ergebnisse weiterer 1000 Tests stünden noch aus, sodass die Zahl der Infizierten sich noch erhöhen könne.

Eingeschleppt haben soll das Virus vergangene Woche ein 40 Jahre alter Mann aus Somalia, dem bereits im Juli Asyl gewährt worden war. Er sei von Lesbos aus nach Athen gereist, habe dort aber keine Arbeit gefunden und sei dann nach Moria zurückgekehrt, teilte das Migrationsministerium mit. Das Lager ist deshalb seit vergangenem Donnerstag für 14 Tage unter Quarantäne gestellt worden. In Moria leben derzeit rund 12.600 Flüchtlinge und Migranten bei einer Kapazität von gerade mal 2800 Plätzen.

Dänemark empfiehlt, private Feste abzusagen

15.08 Uhr: Um die Ausbreitung des Covid-19-Virus zu bremsen, hat die Regierung in Dänemark in 17 Gemeinden im Großraum Kopenhagen und in Odense die Versammlungsgrenze wieder gesenkt. Statt 100 dürfen ab sofort nur noch 50 Personen an Veranstaltungen teilnehmen.

"In den letzten 24 Stunden wurden 230 neue Fälle von Covid-19 gemeldet", sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke. In 21 Gemeinden sei jetzt die Grenze von 20 Infizierten pro 100.000 Einwohner überschritten. Seit dem Frühjahr sei die Zahl nicht so gestiegen. Besonders besorgniserregend sei die Lage in Kopenhagen und Odense. Die neu Infizierten seien überwiegend junge Leute zwischen 20 und 29 Jahren, fügte Kopenhagens Oberbürgermeister hinzu.

In den betroffenen Gemeinden müssen die Restaurants und Kneipen fortan um Mitternacht schließen. Es wird empfohlen, alle privaten Feste abzusagen. "Ich möchte Sie noch einmal bitten zu prüfen, ob die Party, die Sie nun feiern wollen, verschoben werden kann", sagte Heunicke. Es gebe Beispiele, wo eine Person bei einem privaten Fest viele andere angesteckt habe.

Eishockey-Chef Tripcke beklagt Benachteiligung des Sports

14.40 Uhr: Geschäftsführer Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga (DEL) beklagt in der Coronakrise eine Benachteiligung des Sports. "Der Sport wird insbesondere in Bayern und NRW schlechter gestellt als andere Veranstaltungen, die vielerorts schon mit Zuschauern auf Basis von Hygienekonzepten arbeiten können", sagte Tripcke. Nach aktuellem Stand sind an allen DEL-Standorten weniger als 1000 Zuschauer in den Hallen zugelassen.

"Es ist frustrierend, dass alle für uns relevanten Bundesländer immer noch sehr niedrige und pauschale Obergrenzen haben", klagte der DEL-Geschäftsführer. In Nordrhein-Westfalen, Heimat von vier der 14 Klubs, sind 300 Besucher zugelassen, in Bayern, wo fünf Erstligisten spielen, gar keine. Alle Klubs haben mittlerweile Hygienekonzepte erarbeitet, die eine Auslastung der Arenen von 30 bis 60 Prozent vorsehen. Anders als in anderen Branchen dürfen sie aber noch nicht angewandt werden.

Bund und Länder hatten eine Arbeitsgruppe mit den Chefs der Staatskanzleien eingesetzt, die bis Ende Oktober Vorschläge erarbeiten soll. Tripcke hofft, schon "im Laufe dieses Monats eine Perspektive" zu bekommen, um mit Zuschauern in die neue Saison starten zu können". Den Saisonbeginn hatte die DEL wegen der Pandemie bereits vom 18. September auf den 13. November verschoben. Zuschauereinnahmen machen für die Klubs einen Großteil des Etats aus.

So denken die Deutschen über das Leben nach Corona

14.28 Uhr: Weniger Reisen, ein Haus mit Garten und Arbeit von zu Hause: Eine große SPIEGEL-Umfrage zeigt, wie sich die Bundesbürger die Zeit nach der Pandemie vorstellen - und was das für unsere Gesellschaft bedeuten könnte. Lesen Sie hier den ganzen Artikel. 

Erneut weniger Insolvenzen - Corona-Nachholeffekt erwartet

14.15 Uhr: Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland ist im August einer Studie zufolge weiter zurückgegangen. Wie aus dem Insolvenztrend  des Instituts für Wirtschaftsforschung in Halle (IWH) hervorgeht, wurden im vorigen Monat bundesweit 697 Unternehmen insolvent gemeldet - das waren 22 Prozent weniger als im Juli und 26 Prozent weniger als im August 2019.

Der Rückgang sei allerdings mit den in der Coronakrise gelockerten Regeln im Insolvenzrecht zu erklären, mit denen die Bundesregierung eine Pleitewelle in Folge der Corona-Pandemie verhindern wollte. So müssen überschuldete und zahlungsunfähige Unternehmen bis Ende September zunächst keinen Insolvenzantrag stellen. Die von der Regierung beschlossene teilweise Rückkehr zur Antragspflicht bei zahlungsunfähigen Unternehmen ab Oktober werde "zu einem moderaten Anstieg der Insolvenzantragstellungen führen", prognostizierte IWH-Experte Steffen Müller.

Da dies zunächst allerdings nur für zahlungsunfähige, nicht aber für im Zuge der Coronakrise überschuldete Unternehmen gilt, sei im Herbst noch nicht mit einer vollständigen Aufholeffekt zu rechnen. Basierend auf den Antragszahlen für August geht Müller davon aus, dass sich die Firmeninsolvenzen in den kommenden Monaten auf niedrigem Niveau stabilisieren.

Coronakrise: Frankreich kommt seinen großen Museen zu Hilfe

Besucher im Louvre

Besucher im Louvre

Foto: Lionel Urman/ imago images/PanoramiC

13.55 Uhr: Frankreich unterstützt seine großen Museen, Denkmäler und Kathedralen in der Corona-Pandemie mit 614 Millionen Euro Direkthilfe. Davon soll mehr als die Hälfte den international bekannten Museen wie dem Louvre, Versailles, dem Orsay-Museum und dem Centre Pompidou zugutekommen, bestätigte das Kulturministerium. Wie die französische Kulturministerin Roselyne Bachelot erklärte, will man diesen großen öffentlichen Einrichtungen, die den internationalen Einfluss Frankreichs unterstützen, ermöglichen, den Rückgang der Besucherzahlen zu überwinden.

Laut Angaben des Ministeriums verzeichnen diese Museen, die staatlich sind, einen Besucherrückgang von 40 bis 80 Prozent. Der Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez, hat vor Wochen schon wegen der Coronakrise den Einnahmeverlust auf über 40 Millionen Euro beziffert. Das Louvre-Publikum kommt zu 75 Prozent aus dem Ausland - vor allem aus den USA und China. Die Gelder sind Teil eines Kultur-Hilfspakets von 2 Milliarden Euro im Rahmen des französischen Wiederaufbauplans "France Relance".

Biontech und Pfizer starten Corona-Impfstoffstudie in Deutschland

13.25 Uhr: Das Biotechunternehmen Biontech testet seinen potenziellen Coronavirus-Impfstoff nun auch in Deutschland. Vom zuständigen Paul-Ehrlich-Institut erhielten die Mainzer Firma und ihr Partner Pfizer grünes Licht für den deutschen Teil ihrer großen Phase-II/III-Wirksamkeitsstudie, die bereits im Juli startete. In dieser Studie wird die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffkandidaten BNT162b2 an bis zu 30.000 Probanden in rund 120 Studienzentren weltweit getestet. Bislang nahmen an der Untersuchung bereits über 25.000 Menschen teil.

"Die Einbindung von Studienzentren in Europa, und nun auch in Deutschland, hat speziell zum Ziel, eine hiesige Zulassung zu unterstützen", sagte Biontech-Vorstandschef Ugur Sahin. Sollten die klinischen Studien erfolgreich verlaufen, wollen Biontech und Pfizer schon im Oktober die Zulassung des Impfstoffes beantragen. Bei einer Genehmigung könnten die beiden Unternehmen bis zu 100 Millionen Impfstoffdosen bis Ende 2020 und über 1,3 Milliarden bis Ende 2021 herstellen. Weltweit gibt es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO gegenwärtig 176 Corona-Impfstoffprojekte, davon befinden sich 34 in der klinischen Erprobung am Menschen.

Scheuer: Kritik an Bayerns Corona-Strategie ist "typisch deutsch"

13.05 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat die bayerische Corona-Teststrategie gegen jegliche Kritik verteidigt. Es sei schon "typisch deutsch", wenn kaum über die zig tausend Tests gesprochen werde, die gut liefen, dafür aber über die "40, 46, 90 Tests, die vielleicht nicht so gut gelaufen sind", sagte der CSU-Politiker in seiner Rede auf dem nur im Internet übertragenen politischen Gillamoos im bayerischen Abensberg.

Der Corona-Kurs von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) sei gut und genau richtig. In Bayern gebe es wegen der Grenzlage eine Sondersituation, zudem habe er letztlich bei allen Themen auch in Berlin Recht bekommen. Im Ausland werde Deutschland für seine Erfolge im Umgang mit der Pandemie beneidet.

In Bayern hatte es in den vergangenen Wochen wiederholt Probleme bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen gegeben.

Patientenschützer: Zu früh für staatliches Gedenken an Corona-Tote

13.00 Uhr: Die Deutsche Stiftung Patientenschutz sieht die Zeit für ein staatliches Gedenken an die Corona-Toten noch nicht gekommen. "Es ist zu früh, jetzt über eine Gedenkstunde für die Opfer der Corona-Pandemie zu sprechen. Schließlich ist Deutschland noch mitten in der Krise", sagte Vorstand Eugen Brysch. Erst wenn die Menschen hierzulande durch einen Impfstoff ausreichend geschützt seien, sollte über einen Staatsakt nachgedacht werden. "Dieser sollte aber nicht nur Opfer und Angehörige in den Blick nehmen, sondern auch diejenigen, die Tag für Tag geholfen haben, anderen in der Not beizustehen", sagte Brysch.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hatte eine offizielle Gedenkstunde für die Corona-Opfer ins Gespräch gebracht. "Der Corona-Tod ist ein einsamer Tod", sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland am Samstag. Viele seien in Kliniken und Altenheimen ohne Beistand ihrer Angehörigen gestorben, Hinterbliebene hätten nicht Abschied nehmen können. Wann der richtige Zeitpunkt und ob eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, wolle er mit den Vertretern der anderen Verfassungsorgane besprechen, sagte Steinmeier.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte solche Überlegungen begrüßt. "Es ist schon auch wichtig, finde ich, zu zeigen, dass wir wahrnehmen, welche Härten, welches Leid es auch eben gegeben hat und zum Teil bis heute noch gibt", sagte er "Bild am Sonntag".

TK-Auswertung der Corona-Zeit: Krankmeldungen steigen nur leicht

12.02 Uhr: Im Corona-Jahr 2020 gibt es laut der Techniker Krankenkasse bislang nicht mehr Krankheits-Fehltage bei Arbeitnehmern als in den Vorjahren. Weniger Menschen erkälten sich, dafür steigen die psychischen Erkrankungen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Zuschauer-Rückkehr ins Stadion: DFB-Spitze plädiert für einheitliche Regelungen

Die Stadien sollen bei DFB-Pokalspielen bald wieder gefüllt sein - zumindest teilweise

Die Stadien sollen bei DFB-Pokalspielen bald wieder gefüllt sein - zumindest teilweise

Foto: Joachim Sielski / dpa

11.57 Uhr: Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat für einheitliche Regeln bei der Zuschauer-Rückkehr in die Stadien plädiert. "Was ich mir wünschen würde, ist, dass all diese Dinge nicht einfach unabgestimmt jeder so macht, wie es ihm gerade einfällt", sagte Verbands-Vizepräsident Rainer Koch wenige Tage vor der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals (11. bis 14. September) bei Bayern 2 : "Im Moment kommt es mir doch sehr vor, dass man in jedem Bundesland immer weiter sein will als der andere. Das versteht kein Fan."

Koch hält es trotz der Corona-Pandemie aber "nicht von vornherein für falsch, wenn in einzelnen Stadien jetzt Zuschauerzahlen erlaubt" werden: "Wenn es Orte gibt, an denen es politisch verantwortet werden kann, wo die Behörden die Genehmigungen geben, dann muss man natürlich auch gute Gründe haben, wenn man dann sagt, dass man trotzdem keine Zuschauer ins Stadion lässt."

Bei den Spielen im DFB-Pokal werden je nach regionaler Verordnungslage unterschiedliche Zuschauerzahlen erwartet. Das gilt auch für den Ligastart eine Woche später. Die höchste Zahl wird es wohl beim Bundesligisten RB Leipzig geben. 8500 Besucher dürfen in die Arena. Beim Ligarivalen Union Berlin waren bei einem Testpiel am Samstag 4500 Zuschauer im Stadion.

Auszahlung von Corona-Kinderbonus beginnt

11.24 Uhr: Der Staat will Familien in der schwierigen Corona-Zeit mit einer Sonderzahlung pro Kind unterstützen. Die ersten Raten werden jetzt überwiesen. Doch nicht jeder profitiert gleichermaßen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Gesamte Corona-Kommission der slowakischen Regierung in Quarantäne

11.15 Uhr: Die gesamte Corona-Kommission der slowakischen Regierung hat sich in Quarantäne begeben, weil ein Mitglied am Wochenende positiv auf Covid-19 getestet wurde. Sowohl Gesundheitsminister Marek Krajci als auch der staatliche Hygienebeauftragte Jan Mikas bestätigten dies in der Nacht zum Montag. Es handle sich um eine Präventivmaßnahme, schrieb Krajci auf Facebook.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Facebook, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Gremium habe am vergangenen Donnerstag mehrere Stunden gemeinsam mit dem später positiv getesteten Mitarbeiter des Gesundheitsministeriums eine Beratung über weitere Maßnahmen abgehalten. Dabei hätten aber alle Anwesenden einen Mund-Nasen-Schutz getragen, betonte der Gesundheitsminister. Alle Mitglieder der Kommission würden sich im Laufe der nächsten Tage einem Corona-Test unterziehen und bis zum Vorliegen eines negativen Ergebnisses in Quarantäne bleiben.

Die 5,4 Millionen Einwohner zählende Slowakei verzeichnete bis Montag nur 4.636 bestätigte Corona-Infektionsfälle und 37 Corona-bedingte Todesopfer. Damit gehört sie zu den am wenigsten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas. Zuletzt sind die täglichen Neuinfektionen aber deutlich gestiegen.

Polizei in Peru beendet Trauung wegen Missachtung der Ausgangssperre

10.46 Uhr: Vom Traualtar direkt in die Polizeiwache: Wegen Missachtung der Ausgangssperre hat die Polizei in Peru eine ganze Hochzeitsgesellschaft vorübergehend festgenommen. Nach Angaben der Polizei fand die Trauung am Sonntag in der Stadt Huancayo in einer Kirche der Pfingstgemeinde statt, obwohl im ganzen Land wegen der Corona-Pandemie eine strikte Ausgangssperre gilt.

Laut der Zeitung "La República" betrat die Polizei die Kirche genau in dem Moment, als der Pastor Braut und Bräutigam fragte, ob sie Mann und Frau werden wollten. Die Zeremonie wurde unterbrochen, und das Paar, der Pastor sowie die zwölf Gäste wurden auf die Polizeiwache gebracht. Erst nach mehreren Stunden und nachdem jeder ein Bußgeld von 110 Dollar gezahlt hatte, durfte die Festgesellschaft wieder gehen.

Mit mehr als 29.600 Corona-Toten und mehr als 683.000 registrierten Infektionsfällen ist Peru in Lateinamerika das am drittstärksten von der Pandemie betroffene Land nach Brasilien und Mexiko.

Australien hofft auf erste Corona-Impfungen Anfang 2021

10.32 Uhr: Auch Australien hofft auf erste Corona-Impfungen Anfang kommenden Jahres. Das Land habe sich mit zwei Pharmakonzernen auf die Produktion und Bereitstellung zweier potenzieller Kandidaten im Umfang von 1,7 Milliarden australischen Dollar (1,2 Milliarden Euro) geeinigt, hieß es in einer Mitteilung von Premierminister Scott Morrison. Erste Impfungen in der Bevölkerung könnten womöglich Anfang 2021 durchgeführt werden - falls die Tests auf Sicherheit und Wirksamkeit erfolgreich seien.

Die Vakzine sollen fast ausschließlich in Melbourne produziert werden. "Es gibt keine Garantie dafür, dass sich diese Impfstoffe als erfolgreich erweisen, aber das Abkommen stellt Australien an die Spitze der Warteschlange", so Morrison. Bereits im August hatte der Regierungschef angekündigt, dass die Impfungen für alle Australier kostenlos sein sollen. Morrison setzt sich für eine Corona-Impfpflicht ein.

In Australien wurden bisher rund 26.000 Infektionen bestätigt, mehr als 750 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Besonders betroffen ist der Bundesstaat Victoria mit der Millionenstadt Melbourne. Dort herrscht seit Wochen ein strikter Lockdown, der eigentlich Mitte September enden sollte. Am Wochenende war er um weitere zwei Wochen verlängert worden.

Französischer Staatsrat bestätigt Maskenpflicht in Großstädten

In Paris gilt unter freiem Himmel Maskenpflicht

In Paris gilt unter freiem Himmel Maskenpflicht

Foto: Michel Euler / dpa

10.06 Uhr: Im Rechtsstreit über eine allgemeine Maskenpflicht hat der französische Staatsrat entsprechende Vorschriften in den Großstädten Lyon und Straßburg weitgehend bestätigt. Die Pariser Institution, die die Regierung bei der Vorbereitung von Gesetzesvorhaben berät und gleichzeitig oberstes Verwaltungsgericht ist, entschied in der Nacht zum Montag in einem Eilverfahren, das die Mitte-Regierung ausgelöst hatte.

Frankreich wurde von der Corona-Pandemie schwer getroffen, es gab bisher über 30.700 Tote in Verbindung mit Covid-19. Zuletzt stieg die Zahl der neuen Fälle wieder stark an. Strenge Ausgangssperren im Frühjahr schränkten das öffentliche und wirtschaftliche Leben massiv ein.

Die Maskenpflicht könne in einer Kommune eingeführt werden, falls es dort mehrere Zonen mit einem deutlichen Ansteckungsrisiko gebe, entschied der Staatsrat. Die Regeln waren in Lyon und Straßburg vor Verwaltungsgerichten angegriffen worden. In beiden Fällen hatten die Richter die örtlichen Präfekten - dies sind die höchsten Vertreter des Zentralstaats in einem Département - angewiesen, die Vorschriften deutlich einzuschränken. Der Staatsrat beauftragte den Präfekten des elsässischen Départements Bas-Rhin nun, die Maskenpflicht auf das Zentrum von weniger stark besiedelten Gemeinden zu beschränken.

In mehreren Großstädten des Landes müssen Menschen unter freiem Himmel eine Maske tragen, auch in Paris. Das an Deutschland grenzende Département Bas-Rhin hatte eine Maskenpflicht in Gemeinden mit mehr als 10.000 Einwohnern eingeführt. Dazu zählen Straßburg, Hagenau, Bischwiller oder Oberehnheim.

Indien überholt Brasilien - nun auf Platz zwei der Corona-Statistik

Schlange stehen in Kalkutta für einen Corona-Test

Schlange stehen in Kalkutta für einen Corona-Test

Foto: Suraranjan Nandi / imago images/Pacific Press Agency

9.57 Uhr: Indien hat Brasilien als Land mit den zweitmeisten bekannten Corona-Infektionen weltweit überholt. In dem südasiatischen Land wurden inzwischen mehr als 4,2 Millionen Fälle registriert, wie offizielle Zahlen zeigten. Nur in den USA gibt es nach den erfassten Daten mit mehr als 6,2 Millionen Fällen noch mehr. In Brasilien sind es derzeit 4,1 Millionen registrierte Fälle. Für diese wie auch für andere Länder wird allerdings mit einer hohen Zahl nicht erfasster Fälle gerechnet, die tatsächliche Rangfolge kann eine andere sein.

In absoluten Zahlen gerechnet steigen die erfassten Neuinfektionen in Indien seit Wochen schneller als in jedem anderen Land der Welt. Zuletzt kamen rund 90.000 Fälle pro Tag dazu. Auch gibt es anders als in den USA oder Brasilien keinen Hinweis auf ein Abflachen der Kurve. Das Virus ist inzwischen auch auf dem Land angekommen, wo die Gesundheitsversorgung besonders schlecht ist.

Das Land verzeichnete bisher die drittmeisten Menschen, die im Zusammenhang mit Covid-19 gestorben sind - konkret mehr als 71.000. Auf die Bevölkerung gerechnet sind dies weniger als in anderen Ländern. Die geringe Todesrate könnte an der besonders jungen Bevölkerung Indiens liegen. Viele Experten gehen aber auch davon aus, dass viele Tote nicht in der offiziellen Statistik auftauchen.

Corona-Effekt: Lieferengpässe für Medikamente möglich

9.41 Uhr: In der Corona-Pandemie sehen Experten Risiken für zunehmende Lieferengpässe bei bestimmten Arzneimitteln und Impfstoffen. Deren Herstellung sei globalisiert und stark spezialisiert, schilderten der Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH) und die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA). Wenn es für einen wichtigen Wirkstoff nur einen Produzenten gebe und dieser von einem Lockdown betroffen sei, könne es schwerwiegende Folgen auch für die Versorgung in Deutschland haben, sagte Martin Schulz, Geschäftsführer Arzneimittel bei der ABDA.

Zu Beginn der Pandemie sei man in Sorge gewesen, dass zentrale Substanzen wie Propofol für künstliche Beatmung oder das in der Intensivmedizin nötige Adrenalin knapp würden, schilderte Ärztepräsident Klaus Reinhardt jüngst im "Tagesspiegel" . Auch bei einigen Impfstoffen sei es vorübergehend zu Engpässen gekommen, was beunruhigend sei. Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte liegen derzeit 317 Lieferengpassmeldungen vor. Sie betreffen 138 Wirkstoffe, 87 von ihnen seien versorgungsrelevant.

Druck Ultraorthodoxer in Israel: Nächtliche Sperren statt Lockdown

Mahane Yehuda Markt in Jerusalem: In Israel steigen die Infektionszahlen

Mahane Yehuda Markt in Jerusalem: In Israel steigen die Infektionszahlen

Foto: Maya Alleruzzo / dpa

8.42 Uhr: In Israel sind nach massivem Druck ultraorthodoxer Kreise geplante Corona-Beschränkungen in Ortschaften mit hohen Infektionszahlen abgeschwächt worden. Statt eines Lockdowns rund um die Uhr sollte in 40 betroffenen Orten von Montagabend an von 19 Uhr bis 5 Uhr morgens eine Ausgangssperre herrschen.

Regierungschef Benjamin Netanjahu verkündete allerdings am Montagabend eine Verschiebung der Maßnahme um 24 Stunden. Sie soll nun voraussichtlich am Dienstagabend in Kraft treten.

Nach israelischen Medienberichten wurden die Beschränkungen abgeschwächt, nachdem die Bürgermeister vier streng religiöser Ortschaften dem Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu einen wütenden Brief geschickt hatten. Darin drohten sie ihm den Angaben zufolge damit, ihre Unterstützung zu entziehen. Die streng religiösen Parteien in Israels Parlament gelten als enge Verbündete Netanyahus und sind bei Wahlen oft Zünglein an der Waage.

In vielen der als "rot" eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Es sind oft Familien mit vielen Kindern, die sich häufig auf engem Raum in kleinen Wohnungen aufhalten. Daher ist es in den Gegenden besonders schwer, Abstand zu halten oder sich zu isolieren.

Die Zahl der Corona-Toten in Israel hatte nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag die Marke von 1000 überschritten. Am Montag teilte das Ministerium mit, am Vortag seien 2157 neue Fälle registriert worden. Der Erreger Sars-CoV-2 ist seit Beginn der Pandemie bei 131.641 Menschen in Israel nachgewiesen worden. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner. Die Pandemie war in Israel auch wegen eines strikten Kurses der Regierung zunächst glimpflich verlaufen. Nach raschen Lockerungen im Mai schnellten die Fallzahlen jedoch in die Höhe.

Deutsche Produktion steigt dritten Monat in Folge - aber nur leicht

8.17 Uhr: Die deutsche Industrie hat sich den dritten Monat in Folge von dem drastischen Produktionseinbruch in der Coronakrise erholt. Allerdings fiel der Anstieg im Juli deutlich schwächer als erwartet aus. Im verarbeitenden Gewerbe habe die Fertigung im Monatsvergleich um 1,2 Prozent zugelegt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Analysten hatten mit einem deutlich stärkeren Zuwachs um 4,5 Prozent gerechnet.

Allerdings war der Anstieg im Juni stärker als bisher bekannt ausgefallen. Das Bundesamt revidierte den Zuwachs im Monatsvergleich auf 9,3 Prozent nach oben, nachdem zuvor nur ein Anstieg um 8,9 Prozent gemeldet worden war. In den Monaten März und April war die Produktion wegen der Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie massiv gefallen. Seitdem konnte ein Teil des Einbruchs wettgemacht werden.

Dass die Krise immer noch schwer wiegt, zeigt der Jahresvergleich. Gegenüber dem Vorjahresmonat war die Gesamtherstellung im Juli um zehn Prozent rückläufig. Das Vorkrisenniveau wird immer noch klar unterschritten: Gegenüber Februar, dem Monat vor Beginn der Einschränkungen, liegt die Gesamtproduktion 10,8 Prozent tiefer.

In der größten Branche des verarbeitenden Gewerbes, der Automobilindustrie, ist die Produktion im Juli um 6,9 Prozent zum Vormonat angestiegen. Sie liegt aber nach Angaben des Bundesamts noch gut 15 Prozent unter dem Wert vom Februar.

Kokainschmuggel boomt trotz Corona

7.00 Uhr: Keine Partys = weniger Drogen? Die europäische Polizeibehörde Europol glaubt nicht daran. Der Schmuggel von Kokain aus Südamerika nach Europa steuere sogar auf "Rekordwerte" zu, sagte Sascha Strupp, strategischer Analyst für Drogenhandel bei Europol in Den Haag. "Corona hat gar keinen Einfluss auf den Schmuggel über den Meeresweg gehabt." Der gesamte Drogenmarkt ist nach den Worten des Drogenexperten "ein Wachstumsmarkt". Lediglich der Schmuggel auf dem Luftweg ist durch die Reisebeschränkungen völlig eingebrochen.

Das Volumen der eingeschleusten Drogen ist nur schwer zu schätzen. Deutliche Hinweise auf eine Zunahme sehen Ermittler etwa in der Menge der beschlagnahmten Drogen. Im Hafen von Rotterdam wurden im ersten Halbjahr 2020 mehr als 25.000 Kilogramm Kokain sichergestellt, mehr als doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Bereits 2019 hatten die Zollfahnder eine Rekordmenge entdeckt: insgesamt 34.000 Kilogramm Kokain, fast doppelt so viel wie 2018.

In einem Dorf im Nordosten der Niederlande war kürzlich das bisher größte bekannte Kokainlabor des Landes aufgespürt worden, in dem bis zu 200 Kilogramm täglich verarbeitet werden konnten. Hohe Zuwachsraten bei sichergestellten Drogen-Ladungen werden auch aus dem belgischen Hafen von Antwerpen gemeldet. Über die Niederlande, Belgien und Spanien gelangt nach Angaben von Europol das meiste Kokain aus Südamerika nach Europa.

Kriminelle Banden setzen beim Schmuggel der Drogen nach Erkenntnissen von Europol vorwiegend auf den Seeweg. Dabei werde Kokain meist in Containern zwischen anderen Produkten versteckt - seit Ausbruch der Corona-Krise zunehmend in Schiffsladungen zwischen medizinischer Ausrüstung und Produkten.

Krankenstand nicht auffällig gestiegen

6.00 Uhr: Die Pandemie hat die Krankmeldungen nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse im ersten Halbjahr 2020 nicht auffällig steigen lassen. Unter ihren versicherten Arbeitnehmern lag der Krankenstand als Anteil der Fehltage an allen Arbeitstagen bei 4,4 Prozent - nach 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum und 4,5 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Die Diagnose Covid-19 spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Im März war sie demnach für 0,3 Prozent des gesamten Krankenstands verantwortlich, im April stieg der Anteil etwas auf 0,7 Prozent und sank bis Juni wieder auf 0,2 Prozent. Ausgewertet wurden die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen von 5,3 Millionen bei der Kasse versicherten Erwerbstätigen. 

Vorstandschef Jens Baas sagte, erfahrungsgemäß meldeten sich zum Sommer weniger Menschen krank. "Hinzu kommt, dass die Abstands- und Hygieneregeln offensichtlich Wirkung zeigen. Sie reduzieren ja nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, auch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten haben weniger Chancen, sich zu verbreiten." Zudem seien Sportverletzungen und Wegeunfälle zurückgegangen. Zugenommen hätten vor allem psychische Diagnosen, die im ersten Halbjahr 18,7 Prozent des gesamten Krankenstands ausmachten.

Deutschland hat 814 neue Corona-Fälle zu verzeichnen

5.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 814 Neuinfektionen in Deutschland innerhalb eines Tages. Damit steigt die Zahl der Coronavirus-Fälle auf 250.799. Weitere Todesfälle gab es im selben Zeitraum nicht, sodass die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 Gestorbenen bei 9325 bleibt.

Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln, fallen die Zahlen an Montagen in der Regel niedriger aus.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Australien hofft auf Impfstoff für Januar 2021

5.00 Uhr: Australien sichert sich die ersten Dosen des potenziellen Covid-19-Impstoffs der Firma AstraZeneca. Die australische Regierung in Canberra habe einen Vertrag über 3,8 Millionen Einheiten im Januar und Februar geschlossen, erklärt Premierminister Scott Morrison. Der unter "AZD1222" bekannte experimentelle Impfstoff befindet sich in Großbritannien, Brasilien und Südafrika in späten klinischen Studien.

Australiens zweitgrößte Stadt Melbourne im Bundesstaat Victoria ist von dem Virus am stärksten betroffen. Dort hat die Regierung den Lockdown nun bis zum 28. September verlängert, da die täglichen Infektionszahlen langsamer als erhofft sinken. Etwa 75 Prozent der 26.320 Fälle und 90 Prozent der 762 Todesfälle des Landes entfallen auf Victoria.

Droht eine neue Covid-19-Krise in Südeuropa?

4.50 Uhr: Während die Deutsche Wirtschaft eine Lockerung der Reisewarnungen für Länder außerhalb der EU fordert, steigen die Zahlen in Südeuropa weiter rasant an. Wie wahrscheinlich ist ein neuer Lockdown in Südeuropa? Lesen Sie hier mehr dazu.

Deutsche Wirtschaft fordert Kurswechsel bei Reisebeschränkungen

4.35 Uhr: Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben die Bundesregierung zu einem Kurswechsel bei Beschränkungen von Auslandsreisen aufgefordert. Die verlängerten und ausgeweiteten Einschränkungen für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union hätten vielfältige negative wirtschaftliche Auswirkungen, die weit über den Tourismus hinausgingen. So heißt es in einem gemeinsamen Papier der Verbände DIHK, BDA, BDI, Dehoga, DRV, HDE und ZDH, das der deutschen Nachrichtenagentur dpa vorliegt. Es müsse zu einer "verhältnismäßigen" Strategie kommen.

Der weltweite Handel und Warenaustausch sowie die Investitionstätigkeit werde empfindlich getroffen. So könnten exportorientierte Unternehmen aufgrund vieler Grenzschließungen und Quarantänemaßnahmen oftmals ihre Manager, Techniker, Monteure oder Vertriebsmitarbeiter nicht zu ihren ausländischen Kunden oder Lieferanten entsenden. Außerdem fielen internationale Fachmessen aus. Dadurch fehlten neue Aufträge.

Die Bundesregierung hatte vor Kurzem die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert. Am Mittwoch könnte das Kabinett sich damit befassen, wie es danach weitergeht.

Frankreich weist sieben neue Risikogebiete aus

4.21 Uhr: Mehr als ein Viertel der französischen Verwaltungsbezirke gelten als rote Zonen - weil sich das Virus rasant ausbreitet: Damit macht es die Regierung leichter, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Die komplette Meldung lesen Sie hier.

Weltweit infizieren sich mehr als 27 Millionen Menschen mit Covid-19

4.07 Uhr: Insgesamt haben sich inzwischen rund 27 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Das geht aus den Zahlen der Johns Hopkins University  hervor. An den Folgen der Erkrankung sind bisher 882.053 Menschen gestorben. Die weltweit meisten Infektionsfälle haben die USA mit mehr als 6,2 Millionen zu verzeichnen, gefolgt von Brasilien und Indien mit je rund 4,1 Millionen.

Corona und Grippe: Ärztevertreter warnen vor Laborengpässen

Mitarbeiter in einem Labor bearbeitet Abstrichröhrchen: Die Grippewelle könnte für Engpässe sorgen

Mitarbeiter in einem Labor bearbeitet Abstrichröhrchen: Die Grippewelle könnte für Engpässe sorgen

Foto: Felix Kästle / dpa

3.30 Uhr: Die Grippewelle im Herbst und Winter könnte zu Engpässen bei den Laborkapazitäten in Deutschland führen. Die beginnende Grippesaison werde die Zahl der nötigen Abstriche vervielfältigen, sagte die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Bereits jetzt seien die Laborkapazitäten knapp. Um Grippe- und Corona-Infektionen zu unterscheiden, sei in jedem Verdachtsfall ein Rachenabstrich nötig. "Bei steigenden Infektionszahlen müssen wir im Herbst mit größeren Engpässen und längeren Wartezeiten rechnen."

In der Debatte über eine Verkürzung der Isolations- und Quarantänezeiten forderte Teichert ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern: "Es muss bundesweit einheitliche Regeln für die Dauer einer Isolierung von Corona-Infizierten, Verdachtspersonen und Kontaktpersonen geben."

Vor der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Leitern von Gesundheitsämtern, Gesundheitsdezernenten, Landräten und Oberbürgermeistern am Dienstag mahnte Teichert kurzfristige Schritte zur Entlastung der Gesundheitsämter an: Der von Bund und Ländern für den öffentlichen Gesundheitsdienst geschlossene Pakt einschließlich der zugesagten 5000 Dauerstellen sei ausdrücklich zu begrüßen. Die Gesundheitsämter brauchten aber dringend auch kurzfristige Hilfe.

Auszahlung des Corona-Kinderbonus startet

3.10 Uhr: Von diesem Montag an erhalten die Eltern von rund 18 Millionen Kindern in Deutschland 300 Euro extra pro Kind von den Familienkassen. Im September sollen zunächst 200, im Oktober dann noch einmal 100 Euro Corona-Kinderbonus ausgezahlt werden. Das Geld muss nicht beantragt werden, es wird automatisch ausgezahlt. Voraussetzung: Ein Kind muss mindestens einen Monat im Jahr 2020 Kindergeld bezogen haben.

Der Kinderbonus wird aber nicht zusammen mit dem Kindergeld ausgezahlt, sondern als eigene Zahlung. Wann das Geld konkret ausgezahlt wird, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Ist das eine Null, gehört man zu den Ersten, der Rest folgt nach und nach. Union und SPD hatten den Kinderbonus im Juni mit ihrem Konjunkturpaket beschlossen. Es ist eines der Mittel, mit denen die Regierung die Folgen der Coronakrise abmildern will.

Spahn plädiert für Staatsakt für Corona-Tote

01.49 Uhr: Jens Spahn (CDU) unterstützt den Vorschlag eines Staatsakts für die Todesopfer der Corona-Pandemie in Deutschland. Er könne es "grundsätzlich nur richtig finden", dass "wir miteinander als Nation, als Gesellschaft" das Gedenken an die Corona-Opfer begehen, sagte Spahn bei "Bild live". Der Staatsakt sollte nach seiner Ansicht zudem jenen gewidmet werden, für welche die Coronakrise "hart war im Alltag".

Es sei wichtig zu zeigen, "dass wir wahrnehmen, welche Härten, welches Leid es gegeben hat und zum Teil bis heute noch gibt", sagte der Gesundheitsminister. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kündigte am vergangenen Wochenende in einem RND-Interview an, er werde mit Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht über eine offizielle Trauerveranstaltung für die Corona-Toten sprechen.

Brasilien verzeichnet knapp 450 weitere Tote

1.30 Uhr: Brasilien hat binnen 24 Stunden 14.521 neue Coronavirus-Fälle gemeldet. Weitere 447 Menschen sind an den Folgen gerstorben, teilte das Gesundheitsministerium mit. Das lateinamerikanische Land ist mit 4,14 Millionen Infizierten und 126.650 Todesfällen weltweit nach den USA am zweitstärksten von der Pandemie betroffen. Die Zahlen der Neuinfektionen und Todesfälle fallen sonntags tendenziell niedriger aus, da es in Teilen des Landes zu Verzögerungen bei der Auswertung der Testergebnisse kommt.

Zuschauer im Stadion? Spahn ist optimistisch

1.04 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit einer baldigen Wiederzulassung von Zuschauern in allen deutschen Fußballstadien. "Da bin ich sehr optimistisch, dass das flächendeckend gelingt", sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend bei "Bild Live".

Allerdings verwies Spahn erneut auf den zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten vereinbarten Zeitplan, nach dem eine Arbeitsgruppe bis Ende Oktober bundesweit einheitliche Bedingungen für eine Rückkehr der Zuschauer in die Stadien erarbeiten soll. "Ganz volle Stadien werden wir erst frühestens nächstes Jahr wieder sehen", sagte Spahn.

Dennoch will RB Leipzig mit Genehmigung der sächsischen Behörden schon zum Bundesligastart Mitte September vor bis zu 8500 Zuschauern spielen. Hertha BSC plant mit rund 4000 Fans für das erste Heimspiel. Stadtrivale Union Berlin hatte am Samstag 4500 Zuschauer beim Test gegen den 1. FC Nürnberg eingelassen.

Rund 45.000 Neuinfektionen in den USA

0.45 Uhr: In den USA sind binnen 24 Stunden 45.405 Neuinfektionen registriert worden. Insgesamt hätten sich damit mehr als 6,2 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Die Zahl der Todesopfer sei um 892 auf 188.051 gestiegen.

Dutzende neue Ausgangssperren in Israel

0.32 Uhr: Angesichts der steigenden Fallzahlen will die israelische Regierung mit Lockdown-Maßnahmen in besonders betroffenen Orten die weitere Ausbreitung des Virus eindämmen. An 40 "roten" Orten mit hohen Infektionszahlen soll es ab Montag von abends bis in den frühen Morgen Ausgangssperren geben, hieß es in einer Regierungserklärung.

In vielen der als "rot" eingestuften Orte mit hohen Fallzahlen leben vornehmlich ultraorthodoxe Juden oder arabische Israelis. Am Samstag hatte der Corona-Beauftragte Ronni Gamzu bei einem Besuch in einer Ortschaft im Norden Israels vor Hunderten Corona-Toten im arabischen Sektor gewarnt, sollten keine strengen Maßnahmen ergriffen werden.

Zuvor hatte die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion mit 1010 die Marke von tausend überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums ist der Erreger Sars-CoV-2 seit Beginn der Pandemie bei 129.349 Menschen in Israel nachgewiesen worden. Das Land hat rund neun Millionen Einwohner.

Offenbar mehr als 200 infizierte Uno-Mitarbeiter in Syrien

0.10 Uhr: In Syrien sollen sich zahlreiche Uno-Mitarbeiter mit Covid-19 angesteckt haben. Der für Syrien zuständige Koordinator Imran Riza schrieb der Nachrichtenagentur Reuters zufolge in einem internen Brief vom vergangenen Dienstag: "Mehr als zweihundert Fälle wurden unter Uno-Mitarbeitern gemeldet, von denen einige ins Krankenhaus eingeliefert und drei evakuiert wurden." Die Uno würde einen Ort zur Behandlung der Fälle einrichten.

Der Brief wurde von einem infizierten lokalen Mitarbeiter an Reuters gegeben, wie die Agentur berichtet. Infizierte Angestellte von NGOs, die für die Uno arbeiteten, wurden Reuters zufolge nicht mitgezählt.

Riza schrieb, dass die Infektionen in Syrien in den zwei Monaten, seit er die Mitarbeiter das letzte Mal über die Lage informiert habe, um das Zehnfache zugenommen hätten. Er bezog sich dabei auf Zahlen des Gesundheitsministeriums, die besagten, dass es seit Ende März in Syrien 3171 Infektionen und 134 Todesfälle gegeben habe. Viele Ärzte zweifeln die offiziellen Zahlen aber an.

pgo/kko/apr/jok/kfr/jpz/dpa/AFP/AP/Reuters/sid
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.