Corona-News am Montag US-Militär führt Impfpflicht ein

Spätestens Mitte September wird für US-Soldaten die Impfung gegen Covid-19 zur Pflicht. Und: Die Gesundheitsminister der Länder sprechen sich für eine Verlängerung der »epidemischen Lage« aus. Der Überblick.
US-Sergeant mit Impfdosis (Symbolbild): Bei mehr als 200.000 US-Soldaten stehen noch Impfungen aus

US-Sergeant mit Impfdosis (Symbolbild): Bei mehr als 200.000 US-Soldaten stehen noch Impfungen aus

Foto: KAMIL KRZACZYNSKI / AFP

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+++ US-Militär führt Impfpflicht ein +++

20.08 Uhr: Für die Soldatinnen und Soldaten der US-Streitkräfte soll spätestens ab 15. September eine Impfpflicht gegen das Coronavirus gelten. Das ging aus einem Schreiben von Verteidigungsminister Lloyd Austin hervor. Falls die Impfungen vorher eine reguläre Zulassung der zuständigen US-Behörde FDA bekämen, könnte die Impfpflicht schon früher eingeführt werden, erklärte Austin. In den US-Streitkräften dienen mehr als 1,3 Millionen Soldatinnen und Soldaten, von denen rund 1,05 Millionen bereits vollständig geimpft sind, wie Daten des Pentagons zeigen.

Präsident Joe Biden muss der Anordnung noch zustimmen – das gilt aber als reine Formsache. Biden erklärte in einer Stellungnahme umgehend, dass er Austins Vorgehen voll unterstütze. »Diese Impfungen werden Leben retten. Punkt. Sie sind sicher. Sie sind wirksam«, so Biden. Alle Menschen in den USA sollten so schnell wie möglich geimpft werden, vor allem angesichts der hoch ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus, fügte er hinzu.

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Derzeit gilt für die Corona-Impfstoffe noch eine Notfallzulassung der FDA. US-Medienberichten zufolge könnte es aber schon in wenigen Wochen eine reguläre Zulassung für den Impfstoff der Hersteller Pfizer und Biontech geben. Für Soldatinnen und Soldaten des US-Militärs gibt es schon jetzt mehrere verpflichtende Impfungen – diese beruhen aber auf regulären FDA-Zulassungen.

In den USA ist bislang die Hälfte der Bevölkerung von rund 330 Millionen Menschen vollständig geimpft. Unter den Erwachsenen sind bislang 61 Prozent der Menschen abschließend geimpft.

Krankenhauseinweisungen in USA auf höchstem Stand seit einem halben Jahr

22.51 Uhr: In den USA laufen die Krankenhäuser mit Corona-Patienten voll. Die Zahl der Einweisungen kletterte laut Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters im Wochenvergleich um 40 Prozent auf den höchsten Stand seit sechs Monaten. Betroffen seien auch zunehmend Kinder. Grund ist die ansteckendere Delta-Variante, die sich vor allem in Louisiana, Florida und Arkansas ausbreitet.

Großer Andrang bei »Langer Nacht des Impfens« in Berlin

22.34 Uhr: Bei der ersten »Langen Nacht des Impfens« in einem Berliner Impfzentrum hat es bereits kurz vor Einlass eine lange Schlange gegeben. Zu entspannter Techno-Musik wollten sich am Montagabend viele junge Menschen in der Arena Berlin im Ortsteil Treptow gegen das Coronavirus impfen lassen. Bis Mitternacht sollte dort ohne Anmeldung eine Impfung mit den Impfstoffen von Biontech sowie von Johnson&Johnson möglich sein. Ins Leben gerufen wurde die Aktion vom Senat, der Clubcommission und dem Deutschen Roten Kreuz.

Die Arena in Treptow ist ein ehemaliges Bus-Depot. Vor der Pandemie wurde die Multifunktionshalle nahe der Spree unter anderem für Konzerte genutzt. Im Moment ist sie eines der fünf Berliner Impfzentren.

Obwohl drei Mitarbeiter des Impfzentrums in der Arena positiv auf das Coronavirus getestet worden waren, konnte die Impfaktion durchgeführt werden. 43 Menschen dürfen aus Vorsicht zurzeit nicht mehr dort arbeiten, wie Gesundheitsstaatssekretär Martin Matz (SPD) mitteilte. Das Impfzentrum sei aber nicht der Ansteckungsort gewesen, sondern ein Gastronomiebetrieb.

Defekt an Sauerstoff-Rohr: Neun Menschen sterben in russischer Covid-19-Station

21.31 Uhr: Nach einer Panne bei der Sauerstoffversorgung sind neun Patienten einer russischen Covid-19-Station gestorben. Grund des Unglücks sei ein Riss in einem Sauerstoff-Versorgungsschlauch in der Klinik in Wladikawkas, zitierten russische Nachrichtenagenturen am Montag den Regierungschef der Republik Nord-Ossetien, Sergej Minjailo. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums waren alle Todesopfer künstlich beatmet worden.

Den Angaben zufolge befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks 71 Menschen auf der Corona-Station in intensivmedizinischer Behandlung. 13 von ihnen wurden demnach künstlich beatmet.

Minjailo erklärte, die Lungen der neun gestorbenen Patienten seien bereits vor dem Unglück zu »90 Prozent beschädigt« gewesen. Es sei deshalb verfrüht, ihren Tod allein auf den Riss in dem Sauerstoff-Versorgungsschlauch zurückzuführen. Die Panne sei »sofort entdeckt und binnen 30 bis 40 Minuten behoben« worden. Grundsätzlich gebe es in Nord-Ossetien kein Problem bei der Versorgung von Krankenhäusern mit Sauerstoff.

In den vergangenen Monaten war es mehrfach zu tödlichen Bränden auf Covid-Stationen russischer Krankenhäuser gekommen. Die Feuer nahmen dabei jeweils von Beatmungsgeräten ihren Ausgang.

Gemessen an den seit Pandemie-Beginn registrierten Infektionszahlen ist Russland weltweit das am viertschwersten von der Corona-Krise betroffene Land. Einer AFP-Zählung zufolge wurden in dem Land fast 6,5 Millionen Ansteckungen mit dem Coronavirus nachgewiesen. 165.650 Menschen in Russland starben an Covid-19.

Nepal startet nach monatelanger Verzögerung Corona-Zweitimpfungen für Senioren

18.48 Uhr: Mit monatelanger Verzögerung haben in Nepal die Corona-Zweitimpfungen begonnen. Menschen über 65 Jahre, die im März ihre erste Spritze erhalten hätten, könnten sich seit Montag die zweite Impfstoffdosis verabreichen lassen, sagte der Chef des nepalesischen Gesundheitsnotfallzentrums, Samir Kumar Adhikari, der Nachrichtenagentur AFP. Nepal hatte sein Impfprogramm nach einem vom Nachbarland Indien verhängten Exportstopp für Impfstoffe unterbrechen müssen.

Impf-Station in Kathmandu: Seit März sind die Älteren dran

Impf-Station in Kathmandu: Seit März sind die Älteren dran

Foto: Niranjan Shrestha / AP

Nepal hatte im Januar mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen, nachdem es zunächst eine Million Dosen des AstraZeneca-basierten Impfstoffs Covishield von Indien erhalten hatte. Zugang zur Impfung hatten zunächst nur Mitarbeiter des Gesundheitswesens und einiger anderer Berufsgruppen. Nach einer Bestellung von weiteren zwei Millionen Impfstoffdosen bei Indien wurde das Impfprogramm im März dann auch für Menschen über 65 geöffnet.

In Nepal mit seinen 30 Millionen Einwohnern wurden seit Pandemie-Beginn mehr als 710.000 Corona-Infektionen und rund 10.000 Todesfälle durch Covid-19 verzeichnet.

Länder-Gesundheitsminister plädieren für Verlängerung der »epidemischen Lage«

18.23 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder haben sich dafür ausgesprochen, dass der Bundestag die vorerst bis 11. September bestehende »epidemische Lage von nationaler Tragweite« verlängert. Hintergrund sei, dass eine Fortführung von Infektionsschutzmaßnahmen auch danach absehbar sei, heißt es in einem einstimmigen Beschluss der Ressortchefs von Montag. Der Bundestag hatte zuletzt am 11. Juni festgestellt, dass die Sonderlage wegen der Corona-Pandemie fortbesteht – ohne eine erneute Bestätigung des Parlaments würde sie nach drei Monaten auslaufen.

Die festgestellte Lage gibt dem Bund das Recht, direkt ohne Zustimmung des Bundesrates Verordnungen zu erlassen, etwa zu Tests, Impfungen, zum Arbeitsschutz oder zur Einreise. Zudem beziehen sich konkrete Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Kontaktbeschränkungen, die die Länder festlegen können, laut Infektionsschutzgesetz auf die Feststellung dieser »epidemischen Lage«.

Italienische Polizei zerschlägt Netzwerk hinter gefälschten Gesundheitsnachweisen

17.40 Uhr: Die italienische Polizei hat nach eigenen Angaben ein Netzwerk aus Betrügern zerschlagen, das gefälschte Nachweise über Corona-Impfungen, Tests oder Genesungen zum Verkauf anbot. Zwei der vier Verdächtigen seien minderjährig, erklärte die Polizei am Montag. Angeboten wurden die gefälschten »Grünen Pässe« demnach auf Online-Plattformen. Um anonym zu bleiben, hätten Kunden die Möglichkeit gehabt, mit Kryptowährungen oder Gutscheinen für Online-Shops zu bezahlen.

Für die gefälschten Grünen Pässe gaben Kunden nach Polizeiangaben zwischen 150 und 500 Euro aus. Ermittelt wird demnach nun auch zu den Käufern der gefälschten Zertifikate.

Den sogenannten Grünen Pass erhält man in Italien nach mindestens einer Corona-Impfung, einem aktuellen negativen Testergebnis oder nach Genesung von einer Covid-19-Erkrankung. Seit dem vergangenen Freitag ist der Grüne Pass für Besucher von Kinos, Museen und Restaurants verpflichtend. Ab September benötigen auch Zugreisende, Lehrkräfte und Studierende den Nachweis.

CDU-Politiker: Masken gehören auch in fünf Jahren noch zum Leben

CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel (Archivbild)

CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel (Archivbild)

Foto: David Hutzler / dpa

17.15 Uhr: Auch in fünf Jahren werden in Deutschland noch Masken zum Schutz vor Corona getragen – so sieht es zumindest der CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel. »Die Maske wird, glaube ich, auch in fünf Jahren unser Leben noch mitgestalten«, sagte der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Bundestag am Montag im Deutschlandfunk. Er hoffe dabei aber mehr auf die Vernunft der Einzelnen als auf verbindliche Vorgaben.

Insgesamt sprach sich Rüddel dafür aus, angesichts der recht hohen Impfquote das gesellschaftliche Leben hierzulande mehr zu öffnen und den Mut zu haben, »dass wir im Herbst wieder zu deutlich mehr Normalität kommen«. Der Abgeordnete mit dem Wahlkreis Neuwied in Rheinland-Pfalz sagte: »Wir sind jetzt fast zwei Jahre im Ausnahmezustand und müssen wieder lernen, normal zu werden.« Zum Leben gehöre auch ein gewisses Risiko, sagte er mit Blick auf die Corona-Pandemie.

Zum Vorgehen des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln, der ab Ende August nur noch geimpfte oder genesene Zuschauer in sein Stadion lassen möchte, sagte Rüddel, dies sei vertretbar und vom privaten Hausrecht des Klubs gedeckt. In dem Punkt sollte sich die Politik raushalten.

Dehoga: Fast ein Viertel der Hotels und Restaurants vor Betriebsaufgabe

16.52 Uhr: Die Lage im Gastgewerbe bleibt angespannt: 23,6 Prozent aller Hotels und Restaurants sehen sich laut einer aktuellen Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) konkret vor einer Betriebsaufgabe. Mit Blick auf die für Dienstag geplante Ministerpräsidentenkonferenz forderte der Verband am Montag deshalb, die »Grundlage für eine dauerhafte Öffnung aller Betriebe« zu schaffen. An der Dehoga-Blitzumfrage beteiligten sich fast 5500 Betriebe.

»Im 18. Corona-Monat liegen nicht nur vielfältige und wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse vor, sondern stehen mit Impfungen und Testungen auch wirkungsvolle Instrumente zur Bekämpfung der Pandemie zur Verfügung«, erklärte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Wichtig seien insbesondere niedrigschwellige Impfangebote.

Zöllick betonte außerdem die Notwendigkeit, neue Indikatoren für die Bewertung der Pandemielage zu verwenden. Neben dem Inzidenzwert sollten auch Impfquote und Hospitalisierungsrate berücksichtigt werden.

Der Dehoga-Präsident wies außerdem darauf hin, dass das Gastgewerbe noch lange auf staatliche Hilfen angewiesen sein werde. Von der Ministerpräsidentenkonferenz am Dienstag erwarte er deshalb die Verlängerung der Überbrückungshilfe und des Kurzarbeitergeldes bis mindestens zum Jahresende.

Biontech plädiert für Auffrischung mit aktuellem Corona-Impfstoff

16.17 Uhr: Das Biopharma-Unternehmen Biontech spricht sich für eine mögliche Auffrischungsimpfung mit seiner vorhandenen Vakzine aus. »Wir denken, dass es im Moment am besten ist, mit einer Auffrischungsdosis für den bestehenden Virusstamm fortzufahren, um die Situation in den Griff zu bekommen«, sagte Firmenchef Uğur Şahin. Patienten, die eine dritte Dosis desselben Impfstoffs bekommen hätten, zeigten deutlich höhere Antikörperwerte als nach der zweiten Dosis. Es sei nicht klar, welche Virusvarianten in den kommenden Monaten auftauchen könnten, erklärte Sahin. Von daher sei es nicht sinnvoll, die Vakzine jetzt anzupassen.

Günther: Bei höheren Corona-Zahlen strengere Hygieneregeln denkbar

15.59 Uhr: Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther hat auch bei weiter steigenden Corona-Zahlen einen Lockdown erneut ausgeschlossen – nicht aber strengere Hygieneregeln. Als Beispiel nannte der CDU-Politiker Testverpflichtungen für Ungeimpfte und eine mögliche Ausdehnung der Pflicht zum Tragen einer Maske. »Aber es wird nicht mehr das geben, war wir einmal unter einem Lockdown verstanden haben«, sagte Günther. Diese Botschaft sollte auch von der Konferenz der Ministerpräsidenten am Dienstag ausgehen.

Es gebe derzeit überhaupt keinen Grund, irgendwelche weitergehenden Eingriffe in Grundrechte zu machen – gerade für Menschen, die geimpft sind, betonte der Regierungschef. Die steigenden Corona-Zahlen im Land seien kein Grund, beunruhigt zu sein. »Wir haben eine Lage, die beherrschbar ist.« Die Situation in den Krankenhäusern sei völlig anders als früher. »Wir haben eine weit höhere Impfquote.« Die Erstimpfung hätten über zwei Drittel der Schleswig-Holsteiner bekommen, 58 Prozent seien vollständig geimpft. Aber es werde eine dauerhaft hohe Impfbereitschaft gebraucht.

Es müsse dauerhaft Sonderrechte für Geimpfte geben, sagte Günther. Diese müssten auf jeden Fall von der Testpflicht befreit werden, gleichfalls dauerhaft. Für Geimpfte sollte auch keine Quarantäne angeordnet werden. Wer sich allerdings nicht impfen lassen könne, dürfe daraus keine Nachteile haben.

Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner und Woche könne nicht mehr das alleinige Kriterium für Maßnahmen sein, bekräftigte Günther. Wichtig seien außer der Impfquote die Situation in den Krankenhäusern und die Frage, ob eine Überlastung des Gesundheitswesens droht. In Schleswig-Holstein betrug der Wert zuletzt 42,3 – das war der zweithöchste in Deutschland nach Hamburg.

AfD warnt vor Druck auf Ungeimpfte

15.33 Uhr: Die AfD will den Umgang mit Ungeimpften zu einem zentralen Thema ihres Wahlkampfs machen. Die beiden Spitzenkandidaten zur Bundestagswahl, Alice Weidel und Tino Chrupalla, stellten am Montag in Berlin die Schwerpunkte der Wahlkampagne vor. Weidel warf der Bundesregierung vor, Druck auf Ungeimpfte auszuüben, obwohl eine Impfpflicht gegen das Grundgesetz verstoße. Sie warnte vor einer »Zweiklassengesellschaft« und einem »Lockdown für Ungeimpfte« nach der Bundestagswahl.

IW: Vierter Lockdown würde zehn Milliarden Euro kosten

14.59 Uhr: Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) hat angesichts drohender Milliardenschäden für die Wirtschaft vor einem vierten Corona-Lockdown gewarnt. Obwohl sich weite Teile der Wirtschaft nach Aufhebung wichtiger Corona-Einschränkungen aktuell erholen, liege der Wertschöpfungsverlust in der zweiten Jahreshälfte 2021 bei rund 30 Milliarden Euro, wie das IW am Montag erklärte. Ein neuerlicher Lockdown würde diesen Verlust im vierten Quartal um weitere zehn Milliarden Euro steigen lassen.

Insgesamt bezifferte das IW die Schäden der Pandemie inklusive des zweiten Quartals 2021 mit 300 Milliarden Euro. Ein vierter Lockdown würde diese Bilanz weiter verschlimmern, warnte das arbeitgebernahe Institut.

Angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante mahnte das IW mehr Tempo bei der Impfkampagne an. »Sowohl gesundheitlich als auch volkswirtschaftlich bleibt der Impffortschritt langfristig der einzige Ausweg«, erklärte IW-Direktor Michael Hüther.

Ein erneuter Lockdown sei angesichts der aktuellen Lage nicht begründbar. »Harte Einschränkungen, besonders gegenüber Geimpften, sind nicht akzeptabel«, erklärte Hüther. Der alleinige Blick auf Inzidenzwerte sei nicht hilfreich, nötig sei eine »breitere Indikatorik«.

Italien: Gewerkschaften kritisieren Corona-Nachweis für Kantinen

14.33 Uhr: Gewerkschaften in Italien befürchten wegen neuer Corona-Regeln aus ihrer Sicht ungerechte Einschränkungen für Arbeitnehmer. Demnach ist zum Beispiel auch für Kantinen ein Nachweis über eine Impfung gegen Covid-19 oder ein Test auf das Coronavirus nötig. Seit dem 6. August ist das für jeglichen Restaurantbetrieb für Tische in Innenräumen verpflichtend. Die Kantinen in den Unternehmen hätten jedoch Plexiglas und würde regelmäßig desinfiziert, sagte der Chef des Gewerkschaftsbundes Cgil, Maurizio Landini, der Zeitung »La Repubblica«. »Das sind keine Restaurants, sondern ein Service für diejenigen, die arbeiten.«

Landini zufolge kann die Regierung ihre Ziele nicht heimlich zum Nachteil der Arbeiter erreichen wollen. Der Gewerkschaftssekretär betonte gleichzeitig, dass die Arbeitnehmer aufgefordert seien, sich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Durch Schutzmasken und Desinfektionsmittel am Arbeitsplatz sowie Homeoffice seien die Arbeitsplätze jedoch sicher und keine Infektionsherde.

Wer seit vergangenem Freitag in Innenräumen eines Restaurants essen oder zum Beispiel in ein Museum oder Schwimmbad gehen will, muss eine Corona-Impfung, einen negativen Test oder eine Genesung von der Krankheit vorweisen können. In Italien geht das auch mit einem digitalen Zertifikat, dem sogenannten Grünen Pass (Green Pass). Die täglichen Infektionszahlen sind seit Juli wieder gestiegen. Ein Kritikpunkt ist zudem, wie die zuständigen Inhaber und Betreiber die Gültigkeit der Zertifikate kontrollieren sollen und wer bei einem Verstoß die drohende Strafe bezahlt.

Koalitionspolitiker wollen kostenpflichtige Corona-Tests für Ungeimpfte

13.59 Uhr: Die CDU hat sich für kostenpflichtige Corona-Tests ab Oktober ausgesprochen. Die Tests sollten zahlungspflichtig für diejenigen sein, für die auch eine Impfung bereitstehen würde, sagte CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak nach einer Sitzung des Parteipräsidiums am Montag in Berlin. »Also sollen, so ist unsere feste Überzeugung, die kostenlosen Tests in zwei Monaten auslaufen«, sagte er. Das solle aber nicht für Menschen gelten, für die eine Impfung nicht generell empfohlen werde.

Ebenfalls für ein Ende der kostenlosen Corona-Tests ausgesprochen haben sich Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD), Finanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz sowie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Auch die Ministerpräsidenten von Niedersachsen und Baden-Württemberg, Stephan Weil (SPD) und Winfried Kretschmann (Grüne), schlossen sich dem an.

Der Parlamentarische Geschäftsführer der Linke-Bundestagsfraktion, Jan Korte, lehnte ein Ende der kostenlosen Tests vorerst ab. »Wer bei diesem Stand der Impfungen das Testen kostenpflichtig macht, gibt die Kontrolle über die Pandemie aus der Hand und handelt nicht nur verantwortungslos, sondern vorsätzlich«, erklärte er.

  • Die ausführliche Meldung zur Debatte über die Kosten der Tests lesen Sie hier.

»Bitte lassen Sie sich impfen«, appellierte Ziemiak an die Bevölkerung. Die Impfkampagne in Deutschland hatte sich zuletzt deutlich verlangsamt; laut Bundesgesundheitsministerium sind derzeit 54,8 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Ziemiak forderte außerdem, der Bundestag müsse die epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängern, damit die Bundesländer mit ihren Corona-Schutzverordnungen ihre Maßnahmen fortsetzen könnten. Laut einem Medienbericht hatte sich sein Parteikollege und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn noch vor wenigen Tagen im Gesundheitsausschuss dagegen ausgesprochen. Die vom Bundestag beschlossene epidemische Lage von nationaler Tragweite läuft nach aktuellem Stand Ende September aus. An die Feststellung sind eine Reihe von Anti-Corona-Maßnahmen gekoppelt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder beraten am Dienstag per Videokonferenz. Es geht um zwei Themenkomplexe: zum einen die Pandemie-Politik, zum anderen die Reaktion auf die Unwetterkatastrophe im Juli.

Biontech-Gründer Ugur Sahin gehört durch seine Aktienanteile nun zu den zehn reichsten Deutschen.

Biontech-Gründer Ugur Sahin gehört durch seine Aktienanteile nun zu den zehn reichsten Deutschen.

Foto: FABIAN BIMMER / REUTERS

Deutlicher Gewinn- und Umsatzsprung für Biontech

13.38 Uhr: Der Erfolg seines Corona-Impfstoffs hat dem Mainzer Unternehmen Biontech einen riesigen Sprung bei Umsatz und Gewinn beschert. Wie das Unternehmen am Montag mitteilte, stieg der Nettogewinn im zweiten Quartal 2021 auf knapp 2,8 Milliarden Euro nach einem Verlust von 88,3 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Für die ersten sechs Monate dieses Jahres belief sich der Überschuss auf gut 3,9 Milliarden Euro nach einem Verlust von knapp 142 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Umsatz wurde in dem zum 30. Juni beendeten Quartal auf rund 5,3 Milliarden Euro geschätzt nach 41,7 Millionen Euro im Vorjahr. Für das erste Halbjahr ergab sich ein Gesamtumsatz von fast 7,4 Milliarden Euro nach gut 69 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Der Erfolge des Unternehmens spiegelt sich auch am Aktienmarkt wider. Das seit Oktober 2019 an der US-Technologiebörse Nasdaq notierte Papier eilte in den vergangenen Wochen von Rekord zu Rekord. Am Dienstag stieg der Kurs bis auf 433,90 Dollar – Biontech war damit zeitweise mehr als 100 Milliarden US-Dollar wert. Seit dem Börsengang im Herbst 2019 summiert sich das Kursplus auf rund 2500 Prozent. Biontech ist an der Börse derzeit rund 94 Milliarden Dollar oder umgerechnet knapp 80 Milliarden Euro wert.

Durch den rasanten Kursanstieg zählen die Brüder Andreas und Thomas Strüngmann, die knapp die Hälfte der Anteile halten, inzwischen zu den reichsten Deutschen. Das 17-prozentige Paket des Unternehmensgründers und -Chefs Uğur Şahin kommt auf einen Wert von fast 14 Milliarden Euro. Damit gehört er laut einer Aufstellung der Nachrichtenagentur Bloomberg ebenfalls zu den zehn reichsten Deutschen.

Moderna-Impfstoff in der Schweiz für Jugendliche zugelassen

13.20 Uhr: Die Schweiz lässt den Corona-Impfstoff des US-Konzerns Moderna für Jugendliche zu. Die Vakzine Spikevax sei auch für Personen im Alter von zwölf bis 17 Jahren freigegeben, teilt die Zulassungsbehörde Swissmedic mit. Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer wurde in der Alpenrepublik bereits im Juni zum Einsatz bei unter 16-Jährigen zugelassen.

Delta-Variante verschärft Coronakrise in Iran

13.09 Uhr: In Iran verschärft sich die Coronakrise wegen einer rasanten Ausbreitung der Delta-Variante. Das Gesundheitsministerium registrierte am Montag mit 588 Toten und fast 41.000 Neuinfektionen an nur einem Tag einen Höchstwert. Nach Angaben des Staatsfernsehens stirbt demnach alle zwei Minuten ein Mensch an Covid-19. Die Gesamtzahl der Corona-Toten in Iran liegt nun bei 94.603, die der Infektionen bei fast 4,2 Millionen. Wegen der Delta-Variante sind in vielen Städten die Notaufnahmen mit neuen Corona-Patienten überfüllt. Auch die Impfkampagne für die mehr als 83 Millionen Iraner kommt wegen der Wirtschaftskrise nur schleppend voran, gerade einmal vier Prozent verfügen über vollen Impfschutz.

Steinmeier lädt Engagierte der Coronakrise zum Gartenfest

13.01 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender wollen sich mit einem Gartenfest bei Menschen bedanken, die in der Corona-Krise besonders großes Engagement gezeigt haben. Zu der Veranstaltung im Park des Schlosses Bellevue am 20. August seien Bürgerinnen und Bürger eingeladen, »die sich in der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie in besonderer Weise in ihrem Beruf oder im Ehrenamt engagieren«, teilte das Präsidialamt mit.

Zu den Gästen zählen demnach unter anderem »Pflegerinnen, Ärztinnen, Erzieher, Forscherinnen, Lehrer, Auszubildende, Studierende, Friseure, Hebammen, Müllwerker, Bestatter oder Einzelhändler«. Sie hielten die Gesellschaft durch Engagement, Ideenreichtum und Tatkraft »in dieser herausfordernden Zeit« zusammen und ermöglichten der Bevölkerung den Alltag. Die Eingeladenen stünden stellvertretend für Millionen weitere Engagierte in Deutschland.

Geplant sind laut Präsidialamt nach einer Begrüßungsansprache von Steinmeier die Bewirtung mit »Speisen des Küchenchefs von Schloss Bellevue« sowie ein Musik- und Unterhaltungsprogramm. Auftreten sollen unter anderem die Neue Philharmonie, Sängerin Joy Denalane und die Big Band der Bundeswehr. Das Dankesfest werde unter den geltenden Hygienebestimmungen und nach einem strengen Hygienekonzept organisiert, fügte das Präsidialamt hinzu. Alle Gäste würden zudem geimpft, genesen oder negativ getestet sein.

Warnungen von US-Gesundheitsexperten werden nach neuem Corona-Höchststand lauter

12.39 Uhr: Angesichts eines neuen Höchststands bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in den USA hat ein ranghoher Vertreter des Gesundheitswesens vor einem »Versagen« seines Landes gewarnt. »Wir hätten niemals so weit kommen dürfen«, sagte der Leiter der Forschungsbehörde National Institutes of Health (NIH), Francis Collins, am Sonntag im Sender ABC. Der medizinische Berater von US-Präsident Joe Biden, Anthony Fauci, warnte vor dem Entstehen einer neuen Virus-Variante.

Zuvor waren 118.000 neue Infektionsfälle binnen 24 Stunden registriert worden, so viele wie seit Februar nicht mehr. Die hochansteckende Delta-Variante des Virus breitet sich derzeit in den USA rasend schnell aus. Sie sorgte dafür, dass die Zahl der Todesfälle in den vergangenen zwei Wochen um 89 Prozent gestiegen ist, während sie weltweit zurückging. Schon heute haben die USA die weltweit höchsten Corona-Todeszahlen: Mehr als 616.000 Menschen starben seit Pandemiebeginn nach einer Infektion.

Zunehmend erkranken auch Kinder und junge Menschen schwer am Coronavirus. Die Angst vor der Delta-Variante hat die Impfrate zwar anwachsen lassen, dennoch lehnen es weiterhin Millionen US-Bürger vor allem in konservativen Landesteilen ab, sich impfen zu lassen.

»Wären wir damit erfolgreicher gewesen, alle zum Impfen zu bewegen, wären wir nicht in dieser Situation«, sagte Collins. »Jetzt zahlen wir einen schrecklichen Preis.« Er warnte vor einer weiteren Ausbreitung des Virus, wenn die Millionen von Kindern, die derzeit noch ungeimpft sind und bald aus den Sommerferien zurückkehren, nicht dazu verpflichtet werden, in der Schule Masken zu tragen. Für Kinder unter zwölf Jahren gibt es in den USA derzeit noch keine Impf-Empfehlung.

Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, hatte zuvor allen Schulbezirken untersagt, eine Maskenpflicht anzuordnen – obwohl sein Bundesstaat von der jüngsten Corona-Welle besonders schwer betroffen ist. Einige Schulbezirke haben aber bereits angekündigt, sich DeSantis' Anordnung widersetzen zu wollen.

Deutschland gibt erste Impfdosen an fünf Länder ab

12.18 Uhr: Deutschland gibt erste Corona-Impfdosen des Herstellers AstraZeneca an fünf andere Länder mit akutem Bedarf ab. Wie die Bundesregierung am Montag mitteilte, sollen in einer ersten Tranche 213.600 Dosen nach Afghanistan gehen, 271.200 nach Äthiopien, 357.600 in den Sudan, 100.800 nach Tadschikistan und 355.200 nach Usbekistan. Die Impfstoffe sollen über die internationale Hilfsinitiative Covax verteilt werden.

Die Staaten hätten nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) besonders hohen Bedarf und könnten die Dosen auch unmittelbar in ihren Impfkampagnen einsetzen, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer in Berlin. Deutschland leiste damit einen wichtigen Beitrag zur weltweiten Pandemiebekämpfung. Dies könne zudem das Entstehen neuer Virusvarianten verhindern, »die das Potenzial haben, auch uns zu bedrohen«.

Die Bundesregierung hat zugesagt, bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten abzugeben. Davon sollen 80 Prozent Covax zur Verfügung gestellt werden und 20 Prozent direkt an andere Länder gehen.

Dafür werden bis auf Weiteres werden alle Lieferungen von AstraZeneca direkt an Covax gespendet, wie das Gesundheitsministerium in der vergangenen Woche erläutert hatte. In Deutschland kommen demnach keine Lieferungen mehr an.

Arbeitsministerium erwägt Homeoffice-Pflicht ab Inzidenz von 50

11.43 Uhr: Bei der Bund-Länder-Runde am Dienstag soll nach Vorstellungen des Bundesarbeitsministeriums auch über eine erneute Homeoffice-Verpflichtung für Betriebe beraten werden. Das Ministerium habe vorgeschlagen, dass ab einer bundesweiten Corona-Inzidenz von mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen Homeoffice wieder verpflichtend angeboten werden müsse, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise. Mobiles Arbeiten sei eine bewährte und besonders effektive Maßnahme zur Reduzierung von Infektionsrisiken. Angesichts der Vorbehalte in der Wirtschaft sei aber fraglich, dass die Bundesregierung und die Ministerpräsidentenkonferenz den Vorschlag übernähmen.

Die Bund-Länder-Runde will über die Corona-Pandemie und einen Milliardenfonds für Fluthilfen nach den Überschwemmungen vor allem im Westen Deutschlands beraten. Das Arbeitsministerium strebt dabei nach Angaben aus Regierungskreisen auch einen Beschluss an, die Corona-Sonderregeln für Kurzarbeit bis zum Jahresende zu verlängern. Für alle Betriebe sollen bis zum 31. Dezember 2021 die herabgesetzten Voraussetzungen für den Zugang zum Kurzarbeitergeld gelten. Zudem sollen die Beiträge zur Sozialversicherung den Arbeitgebern bis Jahresende vollständig erstattet werden. Die Kosten werden im Ministerium je nach Pandemie-Entwicklung auf bis zu zwei Milliarden Euro geschätzt.

  • Mehr zu Vor- und Nachteilen der neuen Arbeitswelt: Trigema-Chef Wolfgang Grupp und Tobias Glück, Personalchef von Novartis Deutschland, im Streitgespräch .

Corona-Impfungen kommen voran

11.15 Uhr: Die Corona-Impfungen in Deutschland kommen weiter leicht voran – vor allem mit Zweitimpfungen. Vollständig geimpft sind nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums von Montag nun knapp 45,6 Millionen Menschen oder 54,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Mindestens eine erste Dosis bekommen haben 51,9 Millionen Menschen oder 62,4 Prozent aller Einwohner. Minister Jens Spahn dankte allen, »die sich jeden Tag für niedrigschwellige und kreative Aktionen einsetzen« und auch an diesem Wochenende wieder geimpft hätten. »Jede Impfung zählt!«, schrieb der CDU-Politiker bei Twitter.

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Am Sonntag wurden bundesweit insgesamt 110 000 Impfungen gemacht – darunter waren laut Robert Koch-Institut (RKI) gut 25 000 Erstimpfungen und knapp 85 000 Zweitimpfungen. Im Vergleich der Bundesländer liegt Bremen weiter an der Spitze mit nun 71,6 Prozent mindestens einmal und 64,5 Prozent vollständig geimpften Einwohnern. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 52,8 Prozent mindestens einmal und 48,8 Prozent vollständig geimpften Einwohnern.

Israelische Studie: Nach dritter Corona-Impfung ähnliche Reaktion

10.44 Uhr: Nach einer dritten Corona-Impfung hat eine Mehrheit von Befragten in Israel über ähnliche Impfreaktionen wie nach der zweiten Spritze berichtet. 88 Prozent fühlten sich in der Woche nach der Auffrischungsimpfung ähnlich oder besser, wie eine Umfrage der Krankenkasse Clalit ergab. Zehn Prozent hätten sich demnach schlechter gefühlt als nach der zweiten Impfung. Insgesamt berichteten 31 Prozent der Befragten über mindestens eine Impfreaktion, die meisten über Schmerzen an der Einstichstelle.

Die Krankenkasse hat nach eigenen Angaben mehr als 240.000 Mitglieder bereits zum dritten Mal geimpft. Rund 4500 Personen hätten sich an der Umfrage beteiligt, hieß es. Neun Prozent der Befragten gaben demnach Müdigkeit als Reaktion auf die dritte Impfung an, rund sechs Prozent Unwohlsein. Ein Prozent nahm nach eigenen Angaben wegen der Impfreaktion medizinische Hilfe in Anspruch.

Israel vergibt seit rund einer Woche Auffrischungsimpfungen für 60-Jährige und ältere Jahrgänge – als erstes Land weltweit. Hintergrund sind Zahlen des Ministeriums, wonach die Effektivität der in Israel verwendeten Biontech-Impfung seit Anfang Juni stark nachließ. Allerdings kritisieren auch Experten der Regierung, dass diese Zahlen zur Effektivität nicht wissenschaftlich erhoben seien.

Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen in Israel liegt seit rund einer Woche bei über 3000. Am Montagmorgen meldete das Gesundheitsministerium 3372 neue Infektionen für den Vortag. 360 Corona-Patienten sind schwer erkrankt. Mehr als 58 Prozent der rund 9,4 Millionen Israelis sind vollständig geimpft.

Die Impfkampagne in Israel war besonders zu Beginn sehr erfolgreich, sie kam schnell voran und sorgte damit international für Aufsehen. Ministerpräsident Naftali Bennett hatte zuletzt allerdings von mehr als einer Million Israelis berichtet, die sich impfen lassen könnten, dies aber nicht tun. Am Sonntag rief er explizit die arabische Minderheit dazu auf, sich impfen zu lassen – dort sei die Impfrate zu niedrig. Rund 20 Prozent der Bevölkerung sind Araber.

Vorstand der Intensivmediziner fordert mehr Impfanreize

10.39 Uhr: Das Vorstandsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Stefan Kluge, hat angesichts steigender Zahlen Impfanreize gefordert. »Wir sehen das jetzt schon: Weltweit sind die Ungeimpften die größte Gruppe auf den Intensivstationen. Die Impfung ist der goldene Ausweg«, sagte Kluge im Sender NDR Info.

Der Leiter der Intensivmedizin am UKE Hamburg erwartet von den Bund-Länder-Beratungen am Dienstag neben Impfanreizen auch neue Kriterien zum Abbilden der Infektionslage. Die Sieben-Tage-Inzidenz als Richtwert sollte bestehen bleiben, sagte Kluge auf NDR Info weiter. Aber der Wert müsse hochgesetzt werden. »Wir können nicht mehr bei 50 irgendwelche Maßnahmen ergreifen. Und die Auslastung der Intensivstationen sollte eine Rolle spielen.« Es würden zwar auch noch andere Kriterien diskutiert. »Aber ich glaube, wir brauchen einfache Parameter, die für die Bevölkerung transparent und nachvollziehbar sind.«

Kluge erklärte weiter, die Lage sei nicht mehr so dramatisch wie Anfang des Jahres, weil viele Risikogruppen mittlerweile geimpft seien. Momentan sei der Anteil von Patienten, die auf Intensivstationen behandelt würden, ziemlich gering. »Noch ist das gut zu managen. In England und Frankreich sind es aber schon vier bis fünfmal so viele.« Kluge geht davon aus, dass es im Herbst auch in Deutschland deutlich mehr Neuinfektionen geben wird – durch Reiserückkehrer, Schulbetrieb und anderes Wetter. Darauf müsse sich die Politik vorbereiten, zum Beispiel mit Impfanreizen und mehr mobilen Teams. »Wir müssen jetzt die 10 bis 30 Prozent überzeugen, die noch unentschlossen sind.«

Handel drängt Bund und Länder zu Abschied von reiner Inzidenzregelung

10.25 Uhr: Vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel hat der Handelsverband Deutschland (HDE) von Bund und Ländern eine Präventionsstrategie zur Verhinderung eines erneuten Lockdowns gefordert. In einem Brief an die Bundeskanzlerin, der der dpa vorliegt, verlangte HDE-Präsident Josef Sanktjohanser angesichts der wieder steigenden Zahl von Coronafällen eine Abkehr von der alleinigen Fixierung auf die Inzidenz. Die Anwendung der bisherigen Inzidenzwerte für staatliche Anordnungen bis hin zur Schließung der Nonfood-Geschäfte und ganzer Innenstädte sei »weder unter epidemiologischen noch unter rechtlichen Gesichtspunkten zu rechtfertigen«.

Sanktjohanser betonte: »Wir unterstützen ausdrücklich die Festlegung eines differenzierten Kriterienkatalogs, in dem weitere Indikatoren wie die Hospitalisierungsrate, die Intensivbettenauslastung und die Impfquote berücksichtigt werden.« Der HDE drängte außerdem auf eine Ausweitung der Impfkampagne und bekräftigte die Bereitschaft der Handelsunternehmen hier selbst Überzeugungsarbeit bei den Kunden zu leisten.

Nach einer HDE-Umfrage unter 500 Unternehmen misst der Einzelhandel den Corona-Impfungen eine überragende Bedeutung bei. Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen sehen demnach im Impffortschritt einen entscheidenden Schlüssel zur Bekämpfung der Pandemie.

Auch in Peking breitet sich die Delta-Variante aus: Hier wird eine Frau gerade getestet

Auch in Peking breitet sich die Delta-Variante aus: Hier wird eine Frau gerade getestet

Foto: Kevin Frayer / Getty Images

China bestraft mehr als 30 Funktionäre wegen Corona-Ausbruch

10.16 Uhr: In China sind mehr als 30 Funktionäre wegen der jüngsten Corona-Welle bestraft worden. Wie die staatliche Zeitung »Global Times« berichtete, wurden Beamte in vier betroffenen Provinzen wegen »schleppender Reaktion und unzureichendem Management« zur Verantwortung gezogen. Um welche Strafen es sich handelt, wurde nicht bekannt. Betroffen seien Vizebürgermeister, Bezirksvorstände, Leiter von lokalen Gesundheitskommissionen, Krankenhausmanager und Beamte aus der Flughafen- und Tourismusbranche.

Seit mehr als einem Jahr hat sich das Leben in China, wo im Dezember 2019 weltweit die ersten Infektionen mit der neuen Viruserkrankung entdeckt worden waren, wieder weitgehend normalisiert. Es wird eine strenge »Null-Covid-Politik« verfolgt: Bei Ausbrüchen wird sofort mit Massentests, Ausgangsbeschränkungen, Kontaktverfolgung und Quarantäne reagiert. Auch gelten scharfe Beschränkungen für Einreisende, die mindestens zwei Wochen in eine Quarantäneeinrichtung müssen.

Die stark ansteckende Delta-Variante hat die Behörden zuletzt jedoch mehrfach an ihre Grenzen gebracht. Nach einem Ausbruch am Flughafen der ostchinesischen Stadt Nanjing vor drei Wochen breitet sich das Virus aus. Bislang wurden landesweit mehr als 900 Infektionen mit der Variante gemeldet. Vielerorts gibt es Massentests. Auch wurden Reisen in Teilen des Landes eingeschränkt.

Hunderte Kliniken auf Philippinen nähern sich Belastungsgrenze

10.08 Uhr: In den Philippinen geraten angesichts der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Varianten des Coronavirus immer mehr Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenzen. Die Kapazitäten von fast einem Fünftel aller Kliniken seien nahezu ausgeschöpft, teilt das Gesundheitsministerium mit. Von den insgesamt 1291 Krankenhäusern hätten 236 mit einer Belegung von mehr als 85 Prozent »kritische Niveaus« erreicht. In den vergangenen Wochen erhöhte sich die Zahl der Infektionen nach offiziellen Angaben täglich um 8000 bis 10.000 neue Fälle.

Viele Mittelständler erwarten langfristige Änderungen der Nachfrage durch Corona

10.03 Uhr: Etwa ein Drittel der kleinen und mittelständische Unternehmen (KMU) in Deutschland erwartet, dass durch die Coronakrise verändertes Konsumverhalten die Nachfrage nach ihren wichtigsten Produkten oder Dienstleistungen auch nach der Krise beeinflussen wird. Einer Analyse von KfW Research zufolge rechnen 17 Prozent der KMU (rund 650.000 Unternehmen) mit einem dauerhaften Nachfragerückgang. Hierzu zählen vor allem Unternehmen aus dem Handel (20 Prozent) und dem verarbeitenden Gewerbe (19 Prozent).

Die Analyse zeigt, dass vor allem solche Unternehmen eher pessimistisch in die Zukunft blicken, die aktuell besonders stark von den Einschränkungen betroffen sind. Mehr als die Hälfte von ihnen erwartet einen dauerhaften Nachfragerückgang. Bei Unternehmen, die nur gering oder gar nicht von den Einschränkungen betroffen sind, liegt dieser Anteil nur bei 4 Prozent.

Allerdings sind die Erwartungen nicht ausschließlich negativ. Rund 14 Prozent der Mittelständler erwarten, dass ihre Produkte oder Dienstleistungen nach der Krise stärker gefragt sein werden als davor. Selbst unter den Unternehmen, die sich durch die coronabedingten Einschränkungen in ihrer Existenz bedroht sehen, gehen rund 8 Prozent von einer steigenden Nachfrage nach der Pandemie aus. Rund vier von zehn Mittelständlern erwarten, dass sich die Nachfrage nach ihren Produkten wieder auf dem Vorkrisenniveau einpendeln wird, ein knappes Drittel erwartet keine Veränderungen.

Die Chefvolkswirtin der KfW, Dr. Fritzi Köhler-Geib, sagt zu den Befragungsergebnissen: »Die Coronakrise könnte als Katalysator für Veränderungen im Mittelstand in die Geschichte eingehen. Für einen Teil des Mittelstands wird das pandemiebedingt geänderte Konsumverhalten zu einem nachhaltigen Nachfragerückgang führen. Anpassungen werden für die davon betroffenen Unternehmen wohl unumgänglich sein. Gelingt dies, dürfte der Mittelstand als Ganzes gestärkt aus dieser Krise hervorgehen.«

Antisemitismusbeauftragter will bessere Handhabe gegen Holocaust-Relativierung bei Coronademos

09.07: Uhr: Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, wünscht sich mehr Möglichkeiten, um gegen Holocaust-Relativierung und Judenhass bei Demonstrationen gegen die Corona-Eindämmungsmaßnahmen vorzugehen. Bei den Kundgebungen würde »häufig antisemitische Stereotype und Ressentiments offen gezeigt, indem die staatlichen Maßnahmen mit der Verfolgung von Jüdinnen und Juden während des Nationalsozialismus gleichgesetzt werden«, beklagte Klein in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zugleich würden »krude Verschwörungsmythen« verbreitet, die sich oft gegen Juden richteten.

»Ich bin daher mit den Kommunen im Gespräch, damit hier eine bessere Handhabe etwa durch Auflagen geschaffen wird, um gegen solche abscheulichen Relativierungen des Holocaust wie etwa das Tragen von Judensternen mit der Aufschrift ›ungeimpft‹ bei solchen Demonstrationen vorzugehen«, sagte Klein. Die Vorfälle bei den Demos spalteten die Gesellschaft und gefährdeten die Demokratie. »Das dürfen und werden wir nicht zulassen.«

Klein verwies in seinen Äußerungen auch auf eine neue Studie des Bundesverbands Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus im Auftrag des in Berlin ansässigen American Jewish Committee. Dabei hatten die Forscher zwischen März 2020 und März 2021 rund 560 Fälle von Antisemitismus mit Bezug zur Coronapandemie gezählt, wie die »Welt am Sonntag« berichtete.

Etwa 60 Prozent der Vorfälle ereigneten sich demnach bei Demonstrationen und Versammlungen. »Die vorgelegte Studie zeigt einmal mehr auf, welche gesellschaftliche Sprengkraft in Teilen von den Protesten gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ausgeht«, sagte dazu Klein.

Schottland streicht fast alle Corona-Regeln

08.55 Uhr: Drei Wochen nach dem Ende fast aller Corona-Regeln in England hat auch der britische Landesteil Schottland die meisten Vorschriften aufgehoben. Seit Montag sind – mit wenigen Ausnahmen – die Abstandsregeln aufgehoben. Für Pubs und Restaurants sowie Veranstaltungen gelten keine Kapazitätsgrenzen mehr. Nachtklubs dürfen öffnen. In Behörden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln müssen allerdings weiterhin Masken getragen werden. Auch in Schulen gilt zunächst noch Maskenpflicht. Allerdings muss bei einem Corona-Fall nicht mehr die gesamte Klasse nach Hause in Isolation.

Regierungschefin Nicola Sturgeon sprach vom »bisher vielleicht bedeutendsten Datum« in der Pandemie. Zugleich rief sie alle auf, vorsichtig zu bleiben. Die Pandemie sei noch nicht vorbei. Bereits seit Samstag sind auch in Wales so gut wie alle Corona-Maßnahmen bis auf die Maskenpflicht beendet. In England gibt es bereits seit dem 19. Juli keine gesetzlichen Vorgaben mehr zum Maskentragen. Am schärfsten sind die Regeln noch in der Provinz Nordirland. Hier will die Regierung in wenigen Tagen entscheiden, ob gelockert wird.

Schleswig-Holstein will an »Drei-G-Strategie« in Innenräumen festhalten

08.10 Uhr: Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) sollten Geimpfte, Genesene und Getestete in der Coronapandemie weiterhin gleich behandelt werden. »Dass staatlich verordnet nur noch Geimpfte und Genesene beispielsweise in Innenräume von Restaurants dürfen, halte ich für ausgesprochen schwierig. Das wäre de facto eine Impfpflicht durch die Hintertür«, sagte der FDP-Politiker dem »Hamburger Abendblatt«. »An der aktuellen Drei-G-Strategie aus geimpft, genesen, getestet sollte man festhalten.«

Garg glaubt nicht, dass man zurückhaltende und skeptische Menschen von einer Impfung überzeugt, in dem man sie unter Druck setzt. »Man muss sie stattdessen überzeugen von den unglaublichen Vorteilen einer Impfung: Das sind der Schutz der eigenen Gesundheit, der Schutz der Menschen, die einem am allerwichtigsten sind und der Dienst an der Gemeinschaft.«

Der Minister machte aber auch deutlich, dass er beispielsweise für kostenpflichtige Tests für Nichtgeimpfte vor einem Restaurantbesuch sei, wenn »jede und jeder die Möglichkeit hatte, ein Impfangebot wahrzunehmen«.

Brasiliens Präsident – demonstrativ ohne Maske

Brasiliens Präsident – demonstrativ ohne Maske

Foto: Eraldo Peres / dpa

Bolsonaro führt wieder große Motorradrallye an – ohne Maske

05.54 Uhr: Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro hat erneut Motorradrundfahrten mit zahlreichen Teilnehmern veranstaltet und dabei keine Maske getragen. Er fuhr am Sonntag gemeinsam mit Hunderten Anhängern, die größtenteils ebenfalls keinen Mund-Nasen-Schutz trugen, durch die Hauptstadt Brasília und ihre Umgebung, wie in örtlichen Medien zu sehen war. Am Samstag hatte Bolsonaro bereits in der südlichen Stadt Florianópolis ebenfalls eine Motorradrallye mit Tausenden Teilnehmern angeführt. Er zeigte sich auch inmitten von maskenlosen Menschenmengen.

Nach einer großen Motorradrallye in Sao Paulo im Juni und einer Veranstaltung im Mai im Bundesstaat Maranhao hatten die jeweils von Gegnern Bolsonaros angeführten Regierungen der beiden Bundesstaaten Geldstrafen gegen ihn verhängt, weil er keine Maske getragen hatte.

Der Rechtspopulist hat das Coronavirus von Anfang an verharmlost und spricht sich immer wieder gegen den Gebrauch von Masken und andere eindämmende Maßnahmen aus.

In Brasilien wütet die Pandemie unaufhaltsam weiter: Die Zahl der Corona-Todesfälle ist auf fast 600.000 gestiegen, den zweithöchsten Wert weltweit.

Restaurants und Cafés in Frankreich nur noch mit Gesundheitspass

05.45 Uhr: In Frankreich sind unter anderem Restaurantbesuche und Zugreisen ab Montag nur noch mit einem Nachweis über Corona-Impfung, Genesung oder einen negativen Test erlaubt. Gleichzeitig tritt eine Corona-Impfpflicht für Gesundheitspersonal in Kraft. Die verschärften Gesundheitsregeln sollen für Personen über 18 Jahre bis Mitte November gelten. Gegen die umstrittenen Maßnahmen haben erst wieder am Wochenende über 200.000 Menschen landesweit demonstriert.

Der Nachweis über eine vollständige Impfung, Genesung oder negativen Test wird damit nun in Restaurants, Cafés, Zügen, Fernreisebussen, Flugzeugen, auf Messen und in Gesundheitseinrichtungen Pflicht. Der digitale Gesundheitspass wird bereits seit Mitte Juli in Kinos, Museen oder bei Großveranstaltungen verlangt. Für Minderjährige im Alter von 12 bis 17 Jahren soll der Nachweis ab 30. September zwingend werden. Mitarbeiter im Gesundheitsbereich haben bis zum 15. September Zeit, um sich impfen zu lassen.

RKI registriert 1183 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 23,1

04.18 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Montagmorgen lag sie bei 23,1 – am Vortag hatte der Wert 22,6 betragen, vor einer Woche lag er bei 17,8. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 1183 Neuinfektionen. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 847 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Coronaeinschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zwei Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche war es ein Todesfall gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.791.949 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.667.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.784.

Patientenschützer kritisieren Fronten in Impfdebatte

03.37 Uhr: Patientenschützer sehen die Debatte über mögliche Nachteile für Ungeimpfte in der nächsten Coronawelle mit Sorge. »Die Debatte über Impfungen polarisiert. Mittlerweile geht ein Riss durch die Gesellschaft«, sagte der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Nachrichtenagentur dpa. Die »Frontstellung« sei mittlerweile am Arbeitsplatz angekommen, selbst Freunde und Familien seien von den Konflikten betroffen. »Deshalb muss Schluss damit sein, eine Impfpflicht oder die Benachteiligung von Ungeimpften öffentlich herbeizureden«, forderte Brysch. »Gegen vergiftende Polemik haben Bund und Länder auf Fakten und Information zu setzen«, fügte er hinzu.

Bund und Länder beraten am Dienstag über das weitere Vorgehen in der Pandemie. Im Fokus der politischen Debatte steht die Frage, wie mehr Menschen zum Impfen bewegt werden können – und ob es für Nicht-Geimpfte Einschränkungen geben soll.

Massenimpfung in Tunesien – 550.000 Menschen nehmen teil

02.55 Uhr: In Tunesien sind bei einer landesweiten Aktion gut 550.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Das teilte das Gesundheitsministerium am Sonntagabend mit. Alle Bürger über 40 Jahre waren zu einer Impfung aufgerufen. Das Gesundheitsministerium hoffte, mit der Aktion bis zu einer Million Menschen in dem schwer von der Pandemie getroffenen Land erreichen zu können.

Die Impfkampagne lief bislang schleppend in dem nordafrikanischen Land. Nur acht Prozent der 11,5 Millionen Einwohner waren vor dem Impftag vollständig gegen das Virus geimpft worden. Täglich werden 2000 bis 3000 Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Pandemie starben fast 21.000 Menschen in Verbindung mit dem Virus.

Gesundheitsausschusses warnt vor »Damoklesschwert« Lockdown

00.45 Uhr: Bei dem anstehenden Virus-Gipfel will der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses des Bundestags, Erwin Rüddel (CDU), eine neue Richtung bei der Coronapolitik der Regierung einschlagen. »Es stellt sich die Frage, ob es unsere Gesellschaft nicht auch aushalten kann, diejenigen, die sich bewusst nicht impfen lassen und dann schwer erkranken, entsprechend zu versorgen, statt das gesamte Land und die Wirtschaft mit dem Damoklesschwert des Lockdowns zu ängstigen und zu schädigen«, sagte Rüddel der »Bild«.

Von der Ministerpräsidentenkonferenz müsse das Signal kommen, dass es »keine automatischen Lockdowns mehr geben wird – auch keine nur für Ungeimpfte.« Es müsse dafür gesorgt werden, dass die Inzidenz nicht mehr als Richtschnur für die Coronalage hergenommen werde. Die Inzidenz sage angesichts der Impfquote nichts mehr über die tatsächliche Belastung des Gesundheitssystems aus.

Angesichts steigender Infektionszahlen erhofft sich Kretschmann von der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag eine klare Linie, wie es im Herbst weitergehen soll. »Es ist richtig, dass wir mit dem Fortschreiten der Impfquote zu einem neuen Umgang mit Freiheiten und Beschränkungen kommen müssen. Dabei gilt grundsätzlich: Einschränkungen bei Geimpften und Genesenen werden wir zu großen Teilen aufheben«, erklärte er. Für Nichtgeimpfte werde man wegen des höheren Ansteckungsrisikos den Zugang zu Veranstaltungen oder Einrichtungen »weiter an Bedingungen knüpfen«. Maßnahmen wie die Maskenpflicht in Bussen und Bahnen werde man aber »sicher erst mal beibehalten«.

Blume fordert neue Coronaregeln – Ungeimpfte im Blick

00.10 Uhr: CSU-Generalsekretär Markus Blume ist optimistisch, dass die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten sich bei ihrer Konferenz mit der Kanzlerin am Dienstag auf ein neues Coronaregelwerk mit neuen Inzidenzen verständigen können. »Es ist wichtig – und zwar unabhängig von jedem Wahlkampf –, dass man sich auf das weitere Regelwerk verständigt«, sagt Blume im Polit-Talk der Zeitung »Bild«. Er sei zuversichtlich, dass dies gelingen werde. Bei »drastisch steigenden Neuinfektionen« könne es dazu kommen, dass es bei Getesteten Einschränkungen geben müsse.

Blume widerspricht damit dem CDU-Vorsitzenden und Kanzlerkandidaten der Union, Armin Laschet, in der Frage der Gleichbehandlung von Geimpften mit Getesteten. »Wer geimpft, genesen oder getestet ist, den darf der Staat nicht von der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ausschließen«, sagt Laschet.

Zahl der Coronapatienten in französischen Krankenhäusern stark angestiegen

00.04 Uhr: In Frankreich steigt die Zahl der Coronapatienten in den Krankenhäusern immer weiter an. Wie die Gesundheitsbehörden am Sonntag mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 498 Covid-19-Kranke neu aufgenommen. Damit lagen insgesamt 8685 Corona-Patienten in den französischen Krankenhäusern – 25 Prozent mehr als vor gut drei Wochen, als mit rund 6900 Patienten ein Tiefststand erreicht worden war.

Besonders stark hat in Frankreich den Angaben zufolge die Zahl der Fälle zugenommen, die intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Mit 117 Patienten, die binnen 24 Stunden neu auf Intensivstationen aufgenommen wurden, liegt sie nun bei 1556 – 81 Prozent mehr als beim Tiefststand von 859 Intensivpatienten am 21. Juli.

Auch geimpfte Tesla-Arbeiter müssen Maske tragen

00.01 Uhr: Der Autobauer Tesla führt laut »Wall Street Journal« in seinem Werk in Nevada eine Maskenpflicht nun auch für geimpfte Arbeiter ein. Bislang habe diese nur für Ungeimpfte gegolten, berichtet die Zeitung. Zuletzt hatte die US-Seuchenschutzbehörde CDC eine Kursänderung vorgenommen und Unternehmen eine Maskenpflicht auch für Geimpfte nahegelegt. Damit soll die ansteckendere Delta-Variante des Virus eingedämmt werden.

jok/oka/nek/ime/AFP/dpa/Reuters
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