Corona-News am Montag Fünf weitere Coronafälle im deutschen Team bei Handball-EM

Coronaausbruch im DHB-Team: Vor der abschließenden EM-Vorrundenpartie sind fünf weitere Spieler positiv getestet worden, insgesamt sind es nun sieben. Und: Inzidenz in Hamburg steigt auf mehr als 1000. Der Überblick am 17. Januar.
Neben Torhüter Andreas Wolff wurden am Montag vier weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet

Neben Torhüter Andreas Wolff wurden am Montag vier weitere Spieler positiv auf das Coronavirus getestet

Foto: Marco Wolf / imago images/wolf-sportfoto

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+++ Fünf weitere Coronafälle im deutschen Team bei Handball-EM +++

20.29 Uhr: Die deutschen Handballer haben bei der EM in der Slowakei und in Ungarn fünf weitere Coronafälle zu beklagen. Torhüter Andreas Wolff, Rückraumspieler Kai Häfner, Rechtsaußen Timo Kastening, Linksaußen Lukas Mertens und Spielmacher Luca Witzke wurden am Montag positiv auf das Virus getestet. Dies teilte der Deutsche Handballbund (DHB) am Abend mit. 

Nach Angaben des DHB haben sich alle Betroffenen auf ihren Einzelzimmern im Teamhotel in Isolation begeben. Den PCR-Test hatte die deutsche Mannschaft am Montagvormittag absolviert. Für das Team sind es die Coronafälle drei bis sieben. Zuvor waren bereits Julius Kühn und Hendrik Wagner positiv getestet worden.

Alle positiv getesteten Spieler müssen laut der Turnier-Regeln mindestens fünf Tage in Quarantäne bleiben. Erst danach könnten sie sich mit zwei negativen PCR-Tests an zwei aufeinanderfolgenden Tagen frei testen. Für die deutsche Mannschaft bedeutet dies eine erhebliche sportliche Schwächung. Der Verband befinde sich momentan bezüglich möglicher Nachnominierungen mit Spielern, Bundesligavereinen und der EHF im Austausch.

Telefonische Krankschreibungen sollen verlängert werden

21.56 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder haben den niedergelassenen Ärzten mit Blick auf die schnelle Verbreitung der Coronavariante Omikron Unterstützung zugesagt. In einer Videoschalte am Montagabend baten die Ressortchefs das Bundesgesundheitsministerium, die Regelungen zur telefonischen Krankschreibung bei Atemwegserkrankungen zu verlängern. Die Ärzte bräuchten diese Unterstützung, »damit sie nicht von Patienten überrollt werden«, sagte Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne nach den Beratungen. Die SPD-Politikerin ist aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz. Zudem soll es weiterhin möglich sein, dass ärztliche und psychotherapeutische Konsultationen digital erfolgen.

Die Verkürzung des Corona-Genesenenstatus' von sechs auf drei Monate war in der Schalte ebenfalls Thema. Die Länder-Ressortchefs baten das Bundesgesundheitsministerium, Übergangsregelungen für betroffene Personen zu erarbeiten. Diese seien insbesondere für gebuchte Reisen und für den Zugang zu Veranstaltungen notwendig, sagte Grimm-Benne.

Laut Grimm-Benne kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in der Schalte an, dass weitere Modellrechnungen durchgeführt würden, wie schnell sich Omikron in Deutschland verbreiten werde. Derzeit gehe man von einer Verdopplung der Zahlen alle sechseinhalb Tage aus, sagte Grimm-Benne. Die Ergebnisse sollen am Wochenende in einer weiteren Konferenz der Gesundheitsminister diskutiert werden. Änderungen könnte es demnächst auch bei der Teststrategie geben, um einer Überlastung der Laborkapazitäten entgegenzuwirken.

SPIEGEL-TV-Beitrag: Ein verrücktes Corona-Demo-Wochenende

20.42 Uhr: Impfgegner und deren Gegner sowie Demos gegen das Demoverbot: in Sachen Corona war in Hamburg am Wochenende einiges los. Bei vielen Teilnehmern lagen die Nerven blank. Sehen Sie hier den SPIEGEL-TV-Film.

Stimmung in Deutschland: Nur noch eine Minderheit wünscht sich harte Coronamaßnahmen

19.40 Uhr: Wie blicken die Menschen in Deutschland auf die Pandemie? Eine Befragung zeigt: Die Angst vor der Omikron-Welle wächst, gleichzeitig steigt die Impfbereitschaft – aber auch die Sehnsucht nach Lockerungen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Lauterbach sieht bei Omikron keinen Grund zur Entwarnung

19.21 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt davor, die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschätzen. Es gebe »keinerlei Grund zur Entwarnung«, sagte Lauterbach am Montag während eines Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Je nach Entwicklung könnte es sein, dass die Schutzmaßnahmen noch einmal verschärft werden müssten.

Noch sei die aktuelle Welle »schwer einzuschätzen«, sagte Lauterbach. Bislang seien vor allem Menschen mittleren Alters und jüngere Menschen betroffen. Wenn sich mehr Ältere infizierten, könne es auch wieder eine stärkere Belastung auf den Intensivstationen geben. Ob man dann mit den aktuellen Schutzmaßnahmen hinkomme, »werden wir sehen«, sagte der Minister.

Welche Maßnahmen noch einmal verschärft werden könnten, wollte Lauterbach mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz am 24. Januar nicht sagen. Man müsse sich die Entwicklung in den nächsten Tagen genau ansehen.

Vierte Impfung: Zwischenergebnisse israelischer Studie

18.52 Uhr: In Israel läuft derzeit eine Studie mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die einen zweiten Booster erhalten haben. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein »schöner Anstieg« der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. »Aber für Omikron ist dieser schöne Wert nicht genug.« Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse der Studie, sie wollte daher auch keine genaueren Zahlen nennen.

Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis der Vakzine von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Vakzinen, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich. »Wir sehen keinen erheblichen Unterschied.«

Nur rund 62 Prozent der 9,4 Millionen Israelis gelten noch als vollständig geimpft. Dies sind zweifach Geimpfte bis zu sechs Monate nach der Zweitimpfung und Menschen mit Booster-Impfung. 30 Prozent der Bevölkerung sind gar nicht geimpft, bei acht Prozent ist die Gültigkeit der Impfung abgelaufen. Knapp 4,4 Millionen Israelis haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums bereits die dritte Impfdosis erhalten, mehr als 537.000 schon die vierte.

Corona-Kontakt: Von der Leyen nicht bei Sassolis Trauerfeier dabei

18.35 Uhr: EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen nimmt wegen eines Coronafalls in ihrem Umfeld nicht an der Gedenkzeremonie des EU-Parlaments für den verstorbenen Parlamentspräsidenten David Sassoli teil. Ihr Fahrer sei positiv auf das Coronavirus getestet worden, sie kehre daher nach Brüssel zurück, schrieb die Politikerin am Montag auf Twitter.

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Diese Woche tagt das EU-Parlament in Straßburg. Wer vollständig geimpft ist, muss nach belgischen Coronaregeln nicht in Quarantäne, wenn man einen Hochrisikokontakt zu einem infizierten Menschen hatte. Es wird jedoch unter anderem empfohlen, für zehn Tage Abstand zu halten und eine Maske zu tragen.

Zudem teilte die EU-Kommissarin für internationale Partnerschaften, Jutta Urpilainen, am Montag mit, dass sie positiv getestet worden sei, nachdem sie leichte Symptome entwickelt habe. Sie habe sich isoliert und konzentriere sich nun darauf, dass es ihr besser gehe.

Corona-Warn-App zeigt jetzt einen Status-Nachweis an

18.23 Uhr: Sie sind mehrfach geimpft und haben kürzlich einen Coronatest gemacht? Solche Angaben kann die Corona-Warn-App jetzt kombiniert anzeigen. Bei der Booster-Impfung hat die neue Funktion noch Probleme. Lesen Sie hier mehr dazu.

Inzidenz in Hamburg steigt auf mehr als 1000

18.00 Uhr: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Hamburg steigt und steigt. Erstmals liegt die von der Gesundheitsbehörde gemeldete Sieben-Tage-Inzidenz über der 1000er-Marke.

Die Zahl kletterte am Montag auf 1055,8. Am Sonntag lag die Inzidenz noch bei 942,5, vor einer Woche bei 659,7. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde wurden 4055 neue Ansteckungen registriert. Das sind 214 mehr als beim bisherigen Höchststand vom vergangenen Freitag.

Die Inzidenz in Hamburg ist damit deutlich höher als der Bundesdurchschnitt, der laut Robert Koch-Institut (RKI) bei 528,2 liegt. Allerdings führt das RKI auch für Hamburg einen niedrigeren Wert von 805,8, weil sich die Berechnungsmethoden unterscheiden.

Omikron-Anteil in Tschechien liegt bei mehr als 80 Prozent

17.43 Uhr: Die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus breitet sich in Tschechien immer weiter aus. Sie habe inzwischen einen Anteil von mehr als 80 Prozent an den auf Varianten untersuchten Proben, teilte die staatliche Gesundheitsbehörde SZU am Montag in Prag mit. Omikron hat in dem deutschen Nachbarland Delta als vorherrschende Mutante längst abgelöst.

»Die gute Nachricht ist, dass die Zahl der Krankenhauseinweisungen sinkt«, sagte Innenminister Vit Rakusan nach einer Sitzung des zentralen Krisenstabs. Eine Überlastung des Gesundheitssystems drohe derzeit nicht. In Tschechien gab es nach aktuellen Zahlen innerhalb von sieben Tagen 678 bestätigte Neuinfektionen je 100.000 Einwohner.

Omikron steht nach Einschätzung der Behörden auch hinter dem Anstieg der positiven Fälle bei den Corona-Massentests an fast allen tschechischen Schulen. In der jüngsten Runde wurden 3357 durch einen PCR-Test bestätigte Infektionen registriert. Vor zwei Wochen waren es nur 1413 gewesen. An den Tests beteiligten sich landesweit knapp 1,2 Millionen Schüler und rund 170.000 Lehrkräfte.

Um eine Überlastung zu vermeiden, wollen sich die Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung infizierter Personen künftig auf zwei Altersgruppen konzentrieren: Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren sowie Menschen über 65 Jahren. Alle anderen sollen keinen Anruf mehr erhalten, sondern nur eine SMS mit der Aufforderung, im Internet einen Fragebogen auszufüllen.

Nur noch fünf Tage Quarantäne in Israel

17.09 Uhr: Israel reduziert die Dauer der Quarantäne bei asymptomatischen Coronavirus-Infektionen weiter. Ab Mittwoch seien nur noch fünf Tage Isolation nötig, teilt das israelische Gesundheitsministerium mit. Letzte Woche wurde diese bereits auf sieben von zehn Tagen gesenkt. Um die Quarantäne zu beenden, sei weiterhin ein negativer Antigen-Test nötig. Das Ministerium habe festgestellt, dass Infizierte innerhalb der ersten drei Tage nach einer Infektion am ansteckendsten seien, sagt der Pandemie-Koordinator Salman Zarka.

Gesundheitsministerin warnt vor illegalen Partys auf Mallorca

16.25 Uhr: Auf den Balearen lag die Inzidenz zuletzt bei mehr als 1200. Wegen der traditionellen Januar-Volksfeste könnte die Zahl weiter steigen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Niederlande melden Rekordzahl an Neuinfektionen

16.05 Uhr: Die Niederlande verzeichnen mit 42.000 Fällen binnen 24 Stunden einen Rekord an Neuinfektionen. Das teilt die Gesundheitsbehörde mit. Erst am Freitag durften zahlreiche Geschäfte nach einem einmonatigen Lockdown wieder öffnen. Bars, Restaurants und Kultureinrichten bleiben aber noch bis mindestens 25. Januar geschlossen.

Auch Alice Weidel bald auf Zuschauertribüne im Bundestag

16.04 Uhr: Mit der Verkürzung des Genesenenstatus von sechs auf drei Monate werden im Bundestag voraussichtlich bald weitere Abgeordnete vorrangig aus der AfD auf die Tribüne ausweichen müssen, so etwa Fraktionschefin Alice Weidel. Sie ist nach eigenen Angaben nicht geimpft und hatte im November eine Coronainfektion. Wie ein Sprecher auf Nachfrage mitteilte, hat ihr Genesenenstatus noch bis Anfang Februar Gültigkeit. »Sie wird dann auf der Tribüne Platz nehmen«, fügte er hinzu. Wie viele AfD-Abgeordnete darüber hinaus von der verkürzten Dauer des Genesenenstatus betroffen seien, lasse sich derzeit nicht sagen.

Im Bundestag gelten seit vergangener Woche verschärfte Coronaregeln, gegen die in der AfD eine Klage erwogen wird: In den Plenarsaal oder in die Ausschusssäle dürfen nur noch Geimpfte oder Genesene mit zusätzlichem Test – Geboosterte brauchen keinen Test. Wer ungeimpft ist oder Corona noch nicht hatte, darf nur noch mit aktuellem negativem Test auf die Tribüne.

China stoppt freien Olympia-Ticketverkauf – nur geladene Gäste

15.57 Uhr: Zweieinhalb Wochen vor Beginn der Olympischen Winterspiele von Peking hat China den Ticketverkauf an normale Zuschauer abgesagt. Wegen der »komplizierten Coronasituation« würden nur ausgesuchte Gäste zugelassen, erklärte das Organisationskomitee. Die Zahl der Neuinfektionen im Land erreichte den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Um die Gesundheit und Sicherheit aller Beteiligten und Zuschauer zu schützen, sei entschieden worden »den ursprünglichen Plan des Ticketverkaufs ans Publikum anzupassen«, erklärte das Komitee weiter. Stattdessen sollten nun Zuschauer »organisiert« werden. Unklar blieb, wie die Zuschauer ausgewählt werden und ob es für sie eine Quarantäne vor oder nach den Spielen geben soll.

Lauterbach will weiter keinen Vorschlag zur Impfpflicht machen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach impft in Schwerin

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach impft in Schwerin

Foto: JENS BUTTNER / AFP

15.44 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will weiter keinen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht ausarbeiten. »Als Bundesgesundheitsminister muss man respektieren, wenn eine Entscheidung eine Gewissensentscheidung des Parlaments ist. Dann machen die Abgeordneten Vorschläge und nicht der Minister oder die Ministerin«, sagte Lauterbach in Schwerin bei seinem Antrittsbesuch in Mecklenburg-Vorpommern. Gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) hat der Bundesgesundheitsminister das Impfzentrum der Landeshauptstadt besucht und dort auch selbst geimpft.

Lauterbach betonte, dass er persönlich die Impfpflicht befürworte, da ansonsten im kommenden Herbst wieder eine Situation drohe, in der wie aktuell über Einschränkungen diskutiert werden müsse. Zu der Frage, ob die Impfpflicht angesichts der Omikron-Variante noch gebraucht wird, sagte er: »Ich bin fest davon überzeugt, wenn wir das Problem lösen wollen, auf eine saubere und sichere Art und Weise, dann ist die Impfpflicht der beste Weg.«

Deutsche Handballer bei EM: Ersatz des positiv getesteten Kühn positiv getestet

15.40 Uhr: Hendrik Wagner wurde bei der Handball-EM nachnominiert, weil Julius Kühn coronapositiv ist. Aus einem Einsatz wird aber erst einmal nichts: Nach seiner Ankunft wurde Wagner nämlich selbst positiv getestet. Lesen Sie hier mehr dazu.

Bisher rund 10.000 Anträge auf Neustarthilfe für Soloselbständige

15.06 Uhr: Kurz nach dem Start der Antragstellung für die verlängerte »Neustarthilfe« für Soloselbständige sind rund 10.000 Anträge gestellt worden. Wie das Bundeswirtschaftsministerium der Nachrichtenagentur dpa mitteilte, lag das beantragte Fördervolumen bei rund 37 Millionen Euro. Die meisten Anträge seien bislang aus NRW, Bayern und Berlin gekommen.

Soloselbständige, die auch im ersten Quartal 2022 von coronabedingten Beschränkungen stark betroffen sind, können einen Antrag stellen. Je nach Höhe des Umsatzausfalls stehen laut Ministerium bis zu 1500 Euro pro Monat zur Verfügung. Die Neustarthilfe richte sich an Betroffene, die coronabedingte Umsatzeinbußen verzeichnen, aufgrund geringer Fixkosten aber kaum von der Überbrückungshilfe IV profitieren.

Anklage wegen erfundenen Coronatestzentren – Millionenschaden

14.50 Uhr: Weil sie mindestens elf Coronatestzentren komplett erfunden und fiktive Tests und Impfungen abgerechnet haben soll, ist eine Frau in Essen angeklagt worden. Wie aus einem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervorgeht, soll ein Schaden von 1,1 Millionen Euro entstanden sein. Das meiste Geld sei sichergestellt worden – die Angeschuldigte sitze in Untersuchungshaft.

Laut Justizministerium wurde am 7. Januar vor dem Schöffengericht Essen Anklage erhoben. Die Beschuldigte soll demnach bundesweit bei Kassenärztlichen Vereinigungen im Online-Verfahren die elf Teststellen angemeldet haben, »die tatsächlich nicht existiert hätten«. 925.000 Euro der mutmaßlichen Beute habe man durch Kontopfändungen sichern können.

EU verschärft Einreiseregeln für Australien, Kanada und Argentinien

14.43 Uhr: Die Einreise von Ungeimpften aus Kanada, Australien und Argentinien in die EU wird coronabedingt wieder deutlich eingeschränkt. Wie aus einem Beschluss der EU-Staaten hervorgeht, gilt für die drei Länder wegen deutlich gestiegener Fallzahlen keine Ausnahme der zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen mehr. Somit dürfen ungeimpfte Menschen künftig nur noch aus 13 Ländern normal in die EU einreisen. Dazu gehören etwa Chile, Kolumbien, Neuseeland und Südkorea.

Für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Touristen gelten nach einem Beschluss vom Mai 2021 ohnehin Ausnahmen. Gleiches gilt unter anderem für EU-Bürger und ihre Familienangehörigen. Ausgenommen sind zudem unter anderem Gesundheits- und Transportpersonal sowie Saisonarbeiter.

Regierungsberater: Philippinen droht »Superspreader«-Präsidentschaftswahl

14.11 Uhr: Die philippinische Regierung muss dringend die Corona-Fallzahlen senken, sonst drohe die Präsidentschaftswahl im Mai zum »Superspreader«-Event zu werden, warnt Teodoro Herbosa, der die philippinische Regierung während der Coronapandemie berät. Bis April müssten die Infektionen stark sinken, sagte er.

Am Sonntag meldeten die dortigen Gesundheitsbehörden mehr als 37.000 Neuinfektionen – Ende Dezember waren es noch um die 300 gewesen. Die Philippinen haben 110 Millionen Einwohner, etwa 67,5 Millionen davon sind wahlberechtigt.

WHO-Expertin: Zeitpunkt von Übergang zu Endemie noch unklar

13.25 Uhr: Die Chef-Wissenschaftlerin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Soumya Swaminathan, begrüßt es einem Medienbericht zufolge, wenn Regierungen bereits jetzt den Übergang der Coronapandemie in eine endemische Phase vorbereiten. »Wir erwarten, dass eine immense Zahl an Menschen auf der Welt mit Omikron infiziert sein wird, und es wird eine Kreuzimmunisierung zu anderen Varianten geben«, zitiert das »Handelsblatt« Swaminathan. »Das ist ermutigend.« 2022 werde es viele Millionen Menschen auf der Welt mit einem besseren Immunisierungsschutz geben – »wegen der Impfungen und leider wegen der Infektionen«.

Ob der Übergang in eine endemische Phase schon nach der Omikron-Welle geschehen könne, sei noch unklar. »Wir wissen nicht, wann und wo die nächste Variante auftauchen wird, und wie sie mit Omikron und Delta interagiert.« Zudem könne bei einer Pandemie kein Land in eine endemische Phase übergehen, wenn der Rest der Welt noch mitten in der Pandemie sei. Zunächst müsse das Ziel sein, eine weltweite Impfrate von 70 Prozent bis Mitte dieses Jahres zu erreichen.

Corona treibt Menschen weltweit aus ihren bisherigen Berufen

13.20 Uhr: Die Internationale Arbeitsorganisation registriert in der Coronakrise eine Flucht aus angestammten Berufen. In Branchen wie Gastronomie, Einzelhandel oder der Pflege werde es immer schwieriger, Positionen zu besetzen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Isolationszeit für Coronainfizierte in England erneut verkürzt

12.38 Uhr: Coronainfizierte in England können ihre Isolation inzwischen bereits nach fünf vollen Tagen beenden. Die neue Regelung gilt seit Beginn dieser Woche. Sie sieht vor, dass nach zwei negativen Antigen-Selbsttests an Tag fünf und Tag sechs die Isolation vorzeitig beendet werden kann, solange kein Fieber vorliegt. Gezählt wird dabei vom Tag nach Beginn der Symptome oder des ersten positiven Testergebnisses.

Die Regierung will mit der neuen Regelung den massiven Personalmangel im Gesundheitsbereich und anderen Branchen bekämpfen. Hohe Infektionszahlen in der Omikron-Welle haben dafür gesorgt, dass reihenweise Krankenhäuser in England angaben, ihren Betrieb nicht wie üblich aufrechterhalten zu können, weil viele Mitarbeiter in Isolation mussten.

Die Infektionszahlen in Großbritannien gehen nach einem massiven Anstieg durch die Omikron-Welle zwar derzeit wieder zurück, sind aber noch immer auf einem sehr hohen Niveau. Am Sonntag wurden in dem Land mit etwa 67 Millionen Einwohnern rund 71.000 neue Fälle gemeldet.

Genesenen-Status läuft jetzt schon nach drei Monaten ab

12.03 Uhr: Die Bundesregierung weist darauf hin, dass der Status als Genesener jetzt nach drei Monaten ausläuft. Die Verkürzung von bisher sechs Monaten sei auf die ansteckendere Omikron-Variante zurückzuführen, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die sechs Monate seien auf Basis von Delta verankert worden.

Genesene können ihren Status mittels eines positiven PCR-Tests nachweisen. Das Ergebnis darf künftig nicht älter als 90 Tage alt sein. Diese Vorgabe hat das Robert Koch-Institut (RKI) mit Wirkung zum 15. Januar geändert.

Mehr als eine halbe Million Coronaimpfungen am Wochenende

11.55 Uhr: In Deutschland sind am Wochenende mehr als eine halbe Million Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Am Sonntag wurden 129.000 Impfungen vorgenommen, am Samstag waren es 408.000, wie aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervorgeht.

Mindestens 60,5 Millionen Menschen haben den vollständigen Grundschutz gegen das Coronavirus mit der meist nötigen zweiten Impfung erhalten. Das entspricht mindestens 72,7 Prozent der Bevölkerung. Hier liegt wie auch bei der Quote Erstgeimpfter Bremen im Bundesländer-Vergleich an der Spitze. Sachsen ist jeweils Schlusslicht.

Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben 39,2 Millionen Menschen (47,1 Prozent) erhalten. Diese ist wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron. Beim Anteil der Menschen mit Auffrischungsimpfungen ist das Saarland vorn, auch hier liegt Sachsen am Ende der Skala.

Mindestens eine Impfdosis erhalten haben bisher 62,4 Millionen Menschen (75,1 Prozent). Die Bundesregierung strebt eine Quote von 80 Prozent Erstgeimpfter bis Ende Januar an.

Auf dem RKI-Dashboard wird darauf hingewiesen, dass die Impfquoten als Mindestimpfquoten zu verstehen sind, »da eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden kann«. Das Robert Koch-Institut geht davon aus, dass die tatsächliche Impfquote um bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt.

Impfkritischer Aufkleber mit Rasierklinge auf Kinderrutsche in Leipzig entdeckt

11.46 Uhr: Unbekannte haben auf einer öffentlichen Kinderrutsche in Leipzig unter einem impfkritischen Aufkleber eine Rasierklinge angebracht. Ein 38-Jähriger entdeckte den gefährlichen Aufkleber am Sonntag auf einem Spielplatz im Stadtteil Wahren, wie die Polizei Leipzig am Montag mitteilte.  Als er den mit einem Davidstern versehenen Aufkleber entfernte, bemerkte er darunter eine Rasierklinge. Der Mann blieb unverletzt, die Polizei warnte aber vor möglichen weiteren Aufklebern.

Beamte sicherten Spuren. Bei einer Absuche des Spielplatzes sowie Spielplätzen in der Umgebung wurden keine weiteren derartigen Aufkleber gefunden. Die Polizei ermittelt wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und des Verdachts der Volksverhetzung. Auf Demonstrationen von Impfgegnern trugen Teilnehmer in den vergangenen Monaten wiederholt Davidsterne und inszenierten sich damit als Opfer einer vermeintlichen Impfdiktatur.

Spiegel lehnt Impfpflicht für Kinder und Jugendliche ab

10.16 Uhr: Bundesfamilienministerin Anne Spiegel (Grüne) hat beim Thema Impfpflicht die Erwachsenen zur Solidarität mit Kindern und Jugendlichen aufgerufen. Die Debatte und die Umsetzung einer Impfpflicht seien richtig, sagte Spiegel im Deutschlandfunk. Alle anderen Mittel seien ausgeschöpft. Kinder und Jugendliche sollten aber nicht von einer Pflicht betroffen sein: »Es sollte absolut klar sein, dass bei einer Impfpflicht wir über Erwachsene sprechen und nicht über Kinder und Jugendliche.«

Die vergangenen zwei Jahre seien für viele Familien ein echter Härtetest gewesen, sagte Spiegel und verwies auf geschlossene Schulen und Kitas sowie fehlende Kontakte zu Gleichaltrigen. Kinder und Jugendliche hätten im Lockdown viele Opfer gebracht, um Eltern und Großeltern zu schützen. Nun liege es vor allem an den Erwachsenen, sich impfen und boostern zu lassen, sagte die Bundesfamilienministerin. Dies sei auch ein »Akt der Solidarität Kindern und Jugendlichen gegenüber«.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte vergangene Woche im Bundestag betont, dass es in der Debatte über eine allgemeine Impfpflicht um eine Regelung für Erwachsene geht.

Luca-App ändert Geschäftsmodell und senkt Preise

9.38 Uhr: Die Macher der umstrittenen Luca-App zur Bekämpfung der Coronapandemie sind den Bundesländern in den laufenden Verhandlungen um eine Vertragsverlängerung entgegengekommen. Die Länder müssen sich nicht mehr für ein volles Jahr auf die Nutzung des Luca-Systems verpflichten, sondern können sich Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Daten nutzen wollen, teilte die Betreibergesellschaft Culture4Life in Berlin mit.

Gleichzeitig halbierten die Luca-Macher die Kosten: Pro Gesundheitsamt werden künftig 9000 Euro im Jahr fällig statt bislang 18.000 Euro. Damit könne die Infrastruktur und Software des Systems erhalten bleiben, sagte Culture4Life-Geschäftsführer Patrick Hennig der Nachrichtenagentur dpa.

Die Luca-App war vor gut einem Jahr mit großen Erwartungen gestartet worden, um die in den meisten Infektionsschutzverordnungen vorgeschriebene Erfassung der Kontaktdaten von Restaurantgästen und Event-Besuchern möglichst datenschutzfreundlich und effizient zu erledigen. An dem System entzündete sich aber immer wieder Kritik,  vor allem am Konzept einer zentralen Datenspeicherung.

Die Verträge mit 13 Bundesländern (alle außer Sachsen, Thüringen und Nordrhein-Westfalen) hatten bislang ein Jahresvolumen von 20 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer. Bislang hat nur Schleswig-Holstein eine Kündigung schriftlich ausgesprochen. Es gibt aber Hinweise darauf, dass auch Bundesländer wie Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg und Bremen vor einer Vertragskündigung stehen.

Johnson sagt laut Medienbericht wegen »Partygate« vor interner Ermittlerin aus

9.12 Uhr: Begleitet von neuen Vorwürfen in der »Partygate«-Affäre hat der britische Premierminister Boris Johnson einem Bericht zufolge vor einer internen Ermittlerin ausgesagt. Der Regierungschef habe der hohen Beamtin Sue Gray Rede und Antwort gestanden, schrieb die Zeitung »Daily Telegraph« am Montag.

Das Ergebnis von Grays Untersuchung wird in Großbritannien mit Spannung erwartet. Johnson hat angedeutet, dass er zurücktreten könnte, falls der Bericht schwere Fehler vorwirft. Allerdings wird damit gerechnet, dass Gray keine direkten Anschuldigungen erheben wird. Kritiker deuten darauf hin, dass Johnson Grays Chef ist und die Untersuchung daher nicht unabhängig sei.

Die Zeitung »Daily Mirror« berichtete am Montag, »der feige Premier« habe in einem weiteren Fall die von seiner Regierung vorgegebenen Coronaregeln gebrochen. Johnson habe im Dezember 2020 an der Verabschiedung seines Militärberaters Steve Higham teilgenommen und eine Rede gehalten. Die Opposition wirft dem Premier vor, die Bevölkerung wiederholt in der Affäre belogen zu haben und fordert seinen Rücktritt. Bisher haben sich sechs Abgeordnete von Johnsons Konservativer Partei dieser Forderung angeschlossen.

China verzeichnet Corona-Höchststand seit März 2020

Anstehen für die Corona-Massentests in der zentralchinesischen Provinz Henan

Anstehen für die Corona-Massentests in der zentralchinesischen Provinz Henan

Foto: Uncredited / dpa

8.56 Uhr: Die Zahl der Coronaneuinfektionen in China hat zweieinhalb Wochen vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Peking (4. bis 20. Februar) den höchsten Stand seit März 2020 erreicht. Am Wochenende war zudem der erste Omikron-Fall in der Hauptstadt registriert worden.

Am Montag wurden in China 223 neue Fälle gemeldet, davon 80 in der vom Virus betroffenen Hafenstadt Tianjin und neun weitere, darunter auch Omikron-Fälle, in Kanton im Süden des Landes. Weitere 68 Fälle wurden aus der zentral gelegenen Provinz Henan gemeldet, wo für mehrere Millionen Einwohner teilweise Lockdownmaßnahmen gelten und eine massive Testkampagne durchgeführt wurde.

Zhuhai an der Grenze zu Macau forderte seine knapp 2,5 Millionen Einwohner auf, die Stadt nicht zu verlassen, nachdem mehrere Omikron-Fälle verzeichnet worden waren. Am Montag begannen Tests in der gesamten Stadt, die Schulen wurden geschlossen.

Obwohl China an seiner Null-Covid-Strategie und den strikten Einreisekontrollen festhält, wurden am Montag auch 60 neue »importierte« Fälle gemeldet. Einige Athleten und Repräsentanten sind bereits im Vorfeld der Spiele in der Hauptstadt eingetroffen. Sie begaben sich sofort in eine streng kontrollierte Blase, die sie vollständig vom Rest der Bevölkerung trennt.

Frankfurter Flughafen 2021 wieder mit mehr Passagieren

7.29 Uhr: Der Frankfurter Flughafen ist im vergangenen Jahr etwas aus seinem Coronatief herausgekommen. Dank der gestiegenen Reisenachfrage im Sommer und der Öffnung der USA im Herbst zählte Deutschlands größter Flughafen im Gesamtjahr rund 24,8 Millionen Passagiere und damit fast ein Drittel mehr als im ersten Coronajahr 2020, wie der Betreiberkonzern Fraport mitteilte. Das Aufkommen lag damit aber fast zwei Drittel niedriger als vor der Pandemie: 2019 wurden über 70 Millionen Fluggäste abgefertigt.

Im Dezember zeigte sich eine stärkere Erholung von der Krise – trotz neuer Reisebeschränkungen wegen der Omikron-Variante des Coronavirus. Fraport zählte 2,7 Millionen Passagiere und damit gut dreimal so viele wie ein Jahr zuvor, allerdings immer noch 44 Prozent weniger als im Dezember 2019.

Deutlich besser lief es im Frachtgeschäft, das infolge der Pandemie und ihrer Folgen einen Boom erlebt. 2021 kam der Frankfurter Flughafen auf rund 2,27 Millionen Tonnen, fast 19 Prozent mehr als 2020 und knapp 9 Prozent mehr als 2019.

Grüne kritisieren Verzicht auf FFP2-Maskenpflicht in NRW

6.02 Uhr: Die nordrhein-westfälische Grünen-Vorsitzende Mona Neubaur fordert angesichts der rasant steigenden Coronazahlen eine FFP2-Maskenpflicht in Geschäften, Restaurants, Bussen und Bahnen. »Eine FFP2-Maskenpflicht in geschlossenen Räumen, beispielsweise in der Gastronomie, im Einzelhandel und im öffentlichen Nahverkehr, aber auch an Orten im Freien, wo Abstände nicht eingehalten werden können, wäre ein mildes, aber effektives Mittel im Kampf gegen die Pandemie«, sagte Neubaur der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung«. Es sei nicht nachvollziehbar, warum die Landesregierung auf eine Pflicht verzichte.

Anders als in anderen Bundesländern gibt es in Nordrhein-Westfalen an solchen Orten bisher keine Pflicht zum Tragen der hochwertigeren Schutzmasken. Stattdessen können dort auch die einfacheren und billigeren OP-Masken getragen werden. Die Landesregierung hat bislang nur eine dringende Empfehlung für FFP2-Masken etwa beim Einkaufen oder in Bussen und Bahnen ausgesprochen.

Dabei gilt es inzwischen als weitgehend gesichert, dass FFP2-Masken einen extrem hohen Schutz vor einer Coronainfektion bieten, sofern sie richtig getragen werden. Zuletzt hatte eine Studie des Göttinger Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation ergeben, dass die Ansteckungsgefahr in diesem Fall auch nach 20 Minuten nur bei gut einem Promille (0,1 Prozent) liegt, wenn sich ein infizierter und ein gesunder Mensch in einem Innenraum auf kurzer Distanz begegnen.

FDP-Politiker Thomae: »Omikron ändert die Spielregeln«

6.00 Uhr: Der FDP-Politiker Stephan Thomae hat seine Zweifel an einer allgemeinen Coronaimpfpflicht bekräftigt. »Omikron ändert die Spielregeln«, sagte der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag der »Süddeutschen Zeitung«. »Es ist jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen. Es geht darum, zum richtigen Zeitpunkt das Richtige zu tun.«

Thomae reagiert damit auf Äußerungen des Virologen Christian Drosten, der die hochansteckende, aber wohl mildere Krankheitsverläufe verursachende Omikron-Variante als »Chance« sieht, von der Pandemie in den endemischen Zustand zu kommen. Voraussetzung allerdings sei eine breite Immunität, hatte Drosten dem »Tagesspiegel« gesagt. »Das Virus muss sich verbreiten, aber eben auf Basis eines in der breiten Bevölkerung verankerten Impfschutzes« – sonst würden zu viele Menschen sterben.

Thomae forderte, die Impfpflichtdiskussion müsse in Ruhe und unter Einbeziehung aktuellster Erkenntnisse der Wissenschaft geführt werden: »Bevor wir in der Sommersaison mit einem Impfstoff impfen, dessen Wirkung in der nächsten Wintersaison womöglich schon wieder abklingt und/oder von einer neuen Variante unterlaufen wird, sollten wir uns fragen, ob es nicht sinnvoll ist, abzuwarten, mit welcher Mutation wir es im nächsten Herbst zu tun haben.«

Die Ampelparteien unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) haben sich darauf verständigt, dass eine Impfpflicht aus der Mitte des Parlamentes heraus entwickelt und ohne Fraktionszwang zur Abstimmung gestellt werden soll.

Gesundheitsminister beraten mit Lauterbach über Coronalage

5.25 Uhr: Die Gesundheitsminister der Bundesländer beraten am heutigen Montag ein weiteres Mal über ihr Vorgehen in der Coronapandemie. An der Videokonferenz, die unter dem Eindruck der Ausbreitung der Omikron-Variante und eines damit verbundenen starken Anstiegs der Neuinfektionen steht, wird auch Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) teilnehmen. Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Sachsen-Anhalts Ressortchefin Petra Grimm-Benne (SPD), wird im Anschluss über die Ergebnisse informieren (20.00 Uhr).

Lauterbach hatte die Bürgerinnen und Bürger im Vorfeld der Gesundheitsministerkonferenz in einem Interview dazu aufgerufen, sich mehrmals pro Woche mit einem Schnelltest auf das Coronavirus zu testen. Außerdem forderte er, dass zur Erfüllung der geplanten Impfpflicht drei Coronaimpfungen vorgeschrieben werden.

Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 528,2

5.05 Uhr: Der Inzidenzwert bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Das Robert Koch-Institut (RKI)  gab die Sieben-Tage-Inzidenz am Montagmorgen mit 528,2 an. Am Vortag hatte der Wert noch bei 515,7 gelegen, vor einer Woche waren es noch 375,5. Es war bereits der vierte Tag in Folge mit einem neuen Rekordwert.

Der Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Die Gesundheitsämter meldeten am Montag zudem 34.145 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Vor einer Woche waren es noch 25.255. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Montag 30 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gezählt.

Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter laut den jüngsten Angaben des Instituts insgesamt 8.000.122 Infektionsfälle. Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland stieg auf 115.649. Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund sieben Millionen.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder im November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht vom Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz bundesweit bei 3,23.

Niedersachsens Innenminister: Konsequent bei Coronademos eingreifen

3.17 Uhr: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius hat ein konsequentes Durchgreifen des Staates gegen Regelverstöße und Gewalt bei Protesten gegen die Coronapolitik angekündigt. »Wer sich den Maßnahmen der Polizei widersetzt oder versucht, mit rücksichtsloser Gewalt oder sogar einem Kind vor dem Bauch eine Polizeisperre zu durchbrechen, macht deutlich, dass es um Aggression und einen Angriff auf den Staat geht. Und das werden wir uns, stellvertretend für die große Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger, nicht gefallen lassen«, sagte der SPD-Politiker der »Neuen Osnabrücker Zeitung«.

»Es wird von einer Diktatur und von Faschisten gesprochen, es wird von Gewalt und Verschwörungen geredet. Und daran erkennt man, dass es vielen derjenigen, die auf die Straße gehen, eigentlich nicht um die Coronamaßnahmen geht, sondern vielmehr um eine Verächtlichmachung und Verunglimpfung des Staates und der Demokratie«, betonte Pistorius. Hier werde der »wehrhafte Rechtsstaat« sehr genau aufpassen und einschreiten, wo immer es notwendig sei.

Großbritannien plant, Pflicht zur häuslichen Isolierung aufzuheben

2.14 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson will einer Zeitung zufolge die gesetzliche Vorschrift zur häuslichen Isolierung nach einer Infektion aufheben. Die Pläne sollten über die kommenden Wochen ausgearbeitet werden, berichtet die Zeitung »The Telegraph«.

Einkaufsstraße in London, UK (Symbolbild)

Einkaufsstraße in London, UK (Symbolbild)

Foto: NEIL HALL / EPA-EFE

Zwar solle die Empfehlungen zu einer Quarantäne in den eigenen vier Wänden bleiben. Jedoch werde eine Missachtung keine Bußgelder oder andere Strafen mehr nach sich ziehen.

Oxfam: Coronapandemie verschärft soziale Ungleichheiten

1.56 Uhr: Die Coronapandemie hat aus Sicht der Organisation Oxfam soziale Ungleichheiten verschärft. Während sich das Vermögen der zehn reichsten Milliardäre verdoppelt habe, lebten über 160 Millionen Menschen zusätzlich in Armut, heißt es in einem Bericht, den Oxfam kurz vor Beginn einer digitalen Konferenz des Weltwirtschaftsforums vorstellte. Auch in Deutschland habe die Konzentration der Vermögen weiter zugenommen.

Oxfam forderte von den Regierungen weltweit, Konzerne und Superreiche zur Finanzierung sozialer Grunddienste stärker zu besteuern, für globale Impfgerechtigkeit zu sorgen und die Wirtschaft am Gemeinwohl auszurichten.

Mittlerweile seien über drei Milliarden Menschen zweifach gegen Covid-19 geimpft, doch nur rund neun Prozent der Menschen in Ländern mit niedrigem Einkommen habe mindestens eine Impfdosis erhalten, so Oxfam: »Millionen Menschen, die hätten gerettet werden können, sind wegen der ungerechten Impfstoffverteilung an der Pandemie und ihren Folgen gestorben.« Die Impfstoffe müssten als öffentliches Gut behandelt werden, auch weil Regierungen ihre Entwicklung mit viel Steuergeld gefördert hätten.

Umfrage: Firmenchefs trotz Pandemie optimistisch

1.30 Uhr: Trotz der weiter grassierenden Coronapandemie blicken die Firmenchefs weltweit mit Zuversicht auf die Konjunktur. Dies geht aus der am Montag veröffentlichten Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Demnach erwarten 77 Prozent der Chief Executive Officers (CEOs), dass sich das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. Laut PwC ist dies ein Rekordhoch. An einen Rückgang glauben lediglich 15 Prozent.

Deutsche Firmenlenker zeigen sich im globalen Vergleich ähnlich optimistisch: 76 Prozent der Führungskräfte rechnen hierzulande mit einem Anstieg des Weltwirtschaftswachstums (Vorjahr: 80 Prozent). An der im Oktober und November 2021 erhobenen Studie nahmen fast 4500 Konzernlenker aus 89 Ländern teil.

Virologe Stöhr: erst Durchseuchung, dann sehr entspannter Sommer

1.07 Uhr: Angesichts der aktuellen Coronawelle mit der hoch ansteckenden Omikron-Variante erwartet der Virologe Klaus Stöhr erst eine Durchseuchung in den kommenden Wochen, dann eine natürliche Immunisierung der Bevölkerung – und schließlich ein Auslaufen der Pandemie. »In den nächsten zwei bis drei Wochen wird es eine Unsicherheit geben, wie hoch die Inzidenz steigen wird. Danach werden sich durch die sehr starke Durchseuchung, die dann leider einsetzen wird, die man nicht abwenden kann, sehr viele Menschen die natürliche Immunität holen«, sagte er am Sonntagabend im TV-Sender Bild.

Diese Immunität werde »oben draufgepflanzt« auf die Immunisierung durch Impfungen, fuhr Stöhr fort. Beides zusammen werde zu einem anhaltenden Immunschutz führen, sodass man auch nicht das vierte, fünfte, sechste, oder siebte Mal boostern müsse. Im Herbst müsse man dann sehen, ob man den über 60-Jährigen noch einmal ein Impfangebot mache.

Angesichts der Millionen Ungeimpften oder zumindest nicht vollständig Geimpften ist Vorsicht nach den Worten Stöhrs zwar weiter ganz wichtig. Dennoch gibt er sich überzeugt: »Im Frühjahr, Sommer dann wird es sehr entspannt.«

Ungeimpften Beschäftigten in Arztpraxen droht Kündigung

0.50 Uhr: Beschäftigte in Hausarztpraxen, die nach Inkrafttreten der Coronaimpfpflicht keinen Impf- oder Genesenennachweis vorlegen können, müssen mit einer Abmahnung und in letzter Konsequenz mit ihrer Entlassung rechnen. Das geht aus einem Informationsblatt des Deutschen Hausärzteverbandes hervor, über das als Erstes das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtete.

Die sogenannte einrichtungsbezogene Impfpflicht sieht vor, dass Beschäftigte in Einrichtungen wie Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheimen bis zum 15. März nachweisen müssen, dass sie geimpft oder genesen sind. Damit sollen Patientinnen, Patienten und Pflegebedürftige besser vor einer Coronainfektion geschützt werden.

Falls Mitarbeiter den Nachweis verweigerten, könne das Gesundheitsamt ihnen verbieten, die Arztpraxis zu betreten oder in dieser tätig zu sein, heißt es in dem Informationsblatt auf der Website des Hausärzteverbandes. »In diesen Fällen dürfte im Ergebnis für betroffene Arbeitnehmende der Vergütungsanspruch in der Regel entfallen.«

Weigere sich der Arbeitnehmer dauerhaft, einen Impf- oder Genesenennachweis oder ein Attest vorzulegen, wonach eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht angezeigt sei, könne als letztes Mittel auch eine Kündigung in Betracht kommen, erklärt der Verband. »Entsprechend dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit dürfte hier jedoch regelmäßig zunächst eine Abmahnung erfolgen müssen.«

Thomae forderte, die Impfpflichtdiskussion müsse in Ruhe und unter Einbeziehung aktuellster Erkenntnisse der Wissenschaft geführt werden: »Bevor wir in der Sommersaison mit einem Impfstoff impfen, dessen Wirkung in der nächsten Wintersaison womöglich schon wieder abklingt und/oder von einer neuen Variante unterlaufen wird, sollten wir uns fragen, ob es nicht sinnvoll ist, abzuwarten, mit welcher Mutation wir es im nächsten Herbst zu tun haben.«

Coronaimpfpflicht für über 60-Jährige in Griechenland in Kraft

0.01 Uhr: Ungeimpfte Griechen über 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Coronaimpfung weiterhin nicht verabreichen lässt, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Lesen Sie hier die vollständige Meldung.

cop/mwo/kfr/ngo/AFP/dpa/Reuters