Corona-News am Montag Philippinischer Präsident droht Impfverweigerern mit Gefängnis

»Entweder Impfung oder ich lasse Sie festnehmen«: Rodrigo Duterte setzt der eigenen Bevölkerung in einer Fernsehansprache ein Ultimatum. Und: Italien will die Maskenpflicht im Freien aufheben. Das war der Überblick am 21. Juni.
Rodrigo Duterte (Archivbild)

Rodrigo Duterte (Archivbild)

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Erik de Castro / REUTERS

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+++ Philippinischer Präsident droht Impfverweigerern mit Gefängnis +++

22.51 Uhr: Der philippinische Präsident Rodrigo Duterte droht Impfverweigerern mit Gefängnis. »Suchen Sie es sich aus, entweder Impfung oder ich lasse Sie festnehmen«, sagt Duterte in einer Fernsehansprache. Die Gesundheitsbehörden des Landes haben bislang eine Impfpflicht verneint.

Mit Stand Sonntag waren von den knapp 110 Millionen Bürgerinnen und Bürger des Landes 2,1 Millionen komplett geimpft. Die Regierung will bis Jahresende die Marke von 70 Millionen erreichen.

Italien will Maskenpflicht im Freien ab kommender Woche aufheben

22.50 Uhr: In Italien soll ab kommendem Montag die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Freien entfallen. »Ab dem 28. Juni lassen wir die Pflicht, in der weißen Zone draußen Masken zu tragen, hinter uns«, schrieb Gesundheitsminister Roberto Speranza am späten Montagabend auf Facebook. Dies geschehe jedoch stets unter Beachtung der Vorsichtsmaßnahmen, die der wissenschaftliche Rat aus Gesundheitsexperten festlege.

Aktuell zählen alle italienischen Regionen außer das kleine Aostatal im Nordwesten des Landes zur Weißen Zone mit den lockersten Coronaregeln. Es wird damit gerechnet, dass ab kommendem Montag auch diese Region dazu gehört.

In Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln müssen die Menschen damit weiter Masken tragen. Der Zeitung »La Repubblica« zufolge gilt in Restaurants auch die bisherige Regelung weiter, dass der Schutz nur abgenommen werden darf, wenn man an seinem Platz sitzt. Draußen wie drinnen bleiben die Abstandsregeln in Kraft.

London: Drastischer Corona-Anstieg in Cornwall nicht wegen G7-Gipfels

21.56 Uhr: Die britische Regierung sieht nach eigenen Angaben keinen Zusammenhang zwischen dem G7-Gipfel in Cornwall in der vorvergangenen Woche und einem starken Anstieg von Corona-Fällen in der englischen Grafschaft. Das sagte ein Sprecher von Premierminister Boris Johnson am Montag im Gespräch mit Journalisten in London. Die Zahl der Neuinfektionen sei im Einklang mit denen in anderen Teilen des Landes. »G7-Teilnehmer wurden vor ihrer Ankunft getestet und fortlaufend während des gesamten Gipfels. Wir wissen nichts von Ansteckungen der örtlichen Bevölkerung (durch Gipfelteilnehmer)«, so der Sprecher.

Medien hatten zuvor von einem erheblichen Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz – also der Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – in den Konferenzorten St Ives und Falmouth berichtet. So soll der Wert in Falmouth in den sieben Tagen bis zum 13. Juni auf 600 gestiegen sein. Das entspricht einem Anstieg um 2000 Prozent. Landesweit lag der Wert im gleichen Zeitraum bei rund 77.

Das Treffen der Staats- und Regierungschefs der sieben führenden westlichen Wirtschaftsmächte in Cornwall vom 11. bis 13. Juni war der erste in Präsenz abgehaltene G7-Gipfel seit zwei Jahren.

Erdoğan irritiert mit Äußerung über Musik-Sperrstunde

21.50 Uhr: In der Türkei werden die Corona-Beschränkungen weiter gelockert. Ab 1. Juli würden die Ausgangsbeschränkungen, die zurzeit noch abends und sonntags gelten, vollständig aufgehoben, kündigte Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan am Montag in Ankara an. Auch Reisebeschränkungen würden entfallen.

Für Irritation sorgte Erdoğan aber mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben, aber nicht ganz aufgehoben. Konzertsäle und andere Musiklokale müssten daher um Mitternacht schließen, da niemand das Recht habe, »andere zu stören«, sagte er in einer Fernsehansprache.

Daraufhin wurden kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdoğan damit zugegeben habe, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei. »Wir haben von Anfang an gesagt, dass die Verbote ideologisch motiviert sind«, schrieb Oppositionsführer Kemal Kilicdaroglu auf Twitter. 

Während eines knapp dreiwöchigen Lockdowns im April und Mai hatte bereits für Unmut gesorgt, dass Supermärkte in der Zeit keinen Alkohol verkaufen durften und Spirituosenläden geschlossen blieben. Der Musiksektor in der Türkei ist durch die Pandemie stark getroffen. Vor wenigen Wochen forderten Musiker und andere Künstler mit einer Kampagne in den sozialen Medien eine Aufhebung der Beschränkungen für das kulturelle Leben. Wie in vielen anderen Ländern sinkt auch in der Türkei die Zahl der täglichen Neuinfektionen.

Merkel warnt vor Delta-Variante

19.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in der Corona-Pandemie zu Vorsicht trotz stark gesunkener Infektionszahlen aufgerufen. Es gebe zwar eine sehr grundlegende Verbesserung der Situation, sagte sie in Berlin, »aber wir wissen auch, wie fragil dieser Fortschritt noch ist«. Die Impfquote steige zwar, aber man nähere sich noch nicht einer Herdenimmunität. Und: »Wir sind anfällig für neue Varianten.«

In Großbritannien und Portugal könne man sehen, wie schnell die Inzidenzen wieder hochgehen könnten. »Deshalb verfolgen wir die Dinge sehr aufmerksam.«

Draghi gegen EM-Endspiel in London

19.19 Uhr: Der Widerstand gegen das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft in Großbritannien wächst. »Ich werde mich dafür einsetzen, dass das Endspiel nicht in einem Land stattfindet, in dem die Ansteckungsgefahr sehr groß ist«, sagt Italiens Ministerpräsident Mario Draghi. Zuvor hatte schon Bayerns Ministerpräsident Markus Söder angeboten, das Spiel von London nach München zu verlegen. In Großbritannien breitet sich die Delta-Variante des Coronavirus aus.

Türkei lockert Corona-Maßnahmen

19.00 Uhr: Die Türkei will nach einem Rückgang der Infektionszahlen die Corona-Beschränkungen weiter lockern. Präsident Recep Tayyip Erdoğan teilt nach einem Kabinettstreffen mit, dass damit zum 1. Juli begonnen wird. In den vergangenen Wochen hatte die Türkei bereits einige Maßnahmen gelockert. So wurden Ausgangssperren auf Sonntage beschränkt. Außerdem durften Restaurants für eine begrenzte Zahl von Gästen wieder öffnen. Im April hatte es noch rund 60.000 Neuinfektionen pro Tag gegeben. Die Zahl sank kontinuierlich auf derzeit rund 5000 Fälle pro Tag.

Für Irritation sorgte Erdogan mit einer Äußerung über das zurzeit bestehende Verbot von Musik bis 22 Uhr. Die Sperrstunde werde verschoben bis Mitternacht, aber nicht ganz aufgehoben, sagte der Präsident: «Nichts für ungut, niemand hat das Recht, jemanden nachts zu stören.» Auf Twitter wurden daraufhin kritische Stimmen laut, aus deren Sicht Erdogan damit zugegeben hatte, dass die Pandemie nur eine Ausrede für das Verbot sei.

WHO baut Impfstoffzentrum in Südafrika

18.43 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation gibt den Aufbau eines Zentrums für mRNA-Impfstoffe in Südafrika bekannt. An dem Technologie-Transfer sollen die Unternehmen Afrigen Biologics und Biovac beteiligt sein, teilt WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus mit. Einem WHO-Wissenschaftler zufolge laufen dazu auch Gespräche mit Pfizer – dem Impfstoff-Partner von Biontech – und Moderna. Im besten Fall könne Südafrika in neun bis zwölf Monaten eigene Coronavirus-Impfstoffe herstellen.

Nachtklubs in Teilen Spaniens öffnen wieder – aber nicht auf Mallorca

18.30 Uhr: In Teilen Spaniens sind die Nachtclubs ab Montag wieder offen. Wie die Behörden mitteilten, gilt dies unter anderem für die Hauptstadt Madrid und die zweitgrößte Stadt des Landes, Barcelona. Allerdings öffnen die Diskotheken nur für wenige Stunden und lassen nur eine begrenzte Zahl von Gästen zu. Die spanischen Nachtclubs waren wegen der Corona-Pandemie seit August 2020 geschlossen.

Auf der vor allem bei Deutschen und Briten beliebten Urlauberinsel Mallorca bleiben die Clubs auch weiterhin geschlossen. Davon sind alle Baleareninseln betroffen, darunter das bei Partygängern besonders beliebte Ibiza.

Ab Samstag muss in Spanien draußen in der Öffentlichkeit keine Maske mehr getragen werden. Wegen der Corona-Pandemie war das Maskentragen im Mai zunächst in Verkehrsmitteln zur Pflicht geworden, sechs Wochen später folgte ein allgemeiner Maskenzwang im Freien für alle über sechs Jahren. Mit mehr als 80.000 Corona-Toten zählt Spanien zu den besonders hart von der Pandemie getroffenen Ländern in Europa. Inzwischen ist die Zahl der Infektionen in dem Land stark rückläufig.

Abu Dhabi bietet kostenlose Corona-Impfungen für Touristen an

17.50 Uhr: Mit einem gültigen Visum können sich Besucher in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten künftig kostenlos impfen lassen. In der App »Seha« der Gesundheitsbehörde von Abu Dhabi können sich Besucher entweder für Biontech- oder Sinopharm-Impfungen registrieren. Als Nachweis für die Impfberechtigung sollen ein Visum oder ein Einreisestempel im Pass dienen.

Die Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate hatte eine Impfung von Touristen nicht offiziell angekündigt. Behörden teilten jedoch in einer kurzen Stellungnahme am 11. Juni mit, dass Impfungen für jeden mit einem »Einreisevisum« genehmigt seien.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten zuletzt eine ambitionierte Impfkampagne gestartet und zwischenzeitlich eine der höchsten Impfraten weltweit erreicht. In dem Golfstaat haben Restaurants und Hotels wieder geöffnet, es gelten aber weiterhin Maskenpflicht und Abstandsregeln.

Indien impft 7,5 Millionen Menschen an einem Tag

17.03 Uhr: Am Montag hat Indien mehr als 7,5 Millionen Menschen geimpft – mehr als je zuvor an einem Tag. Das zeigen Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums. In Indien leben insgesamt mehr als 1,3 Milliarden Menschen, es ist das Land mit der zweitgrößten Bevölkerung – nach China. Am Montag gab es zusätzliche Impfzentren, die Impfungen für alle Erwachsenen anboten.

Bislang lief die Impfkampagne in Indien allerdings deutlich langsamer als zunächst geplant. Weniger als fünf Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Ein Grund dafür ist Impfstoffknappheit - unter anderem da die Regierung zunächst nicht versucht hat, genügend Impfstoff für die große Bevölkerung zu kaufen. Inzwischen will die Regierung gegensteuern, etwa indem sie ein komplexes Impfstoffbeschaffungssystem vereinfacht hat. Davor kauften die Zentralregierung, die Regierungen der Bundesstaaten sowie Privatkrankenhäuser Impfstoffe zu verschiedenen Preisen.

Ein anderer Grund für die bislang langsamere Impfkampagne ist eine besonders in gewissen ländlichen Regionen verbreitete Impfskepsis. Um diese zu bekämpfen, haben sich einige örtliche Behörden Belohnungen für Impfwillige ausgedacht – etwa Benzin, Saatgut, Dreiräder, Tomaten oder Reis, wie örtliche Medien berichteten. In einem Teil von Uttar Pradesh wurden Läden angewiesen, Alkohol nur an Geimpfte zu verkaufen, wie die Zeitung »Mint« schrieb. Und in einem Distrikt im Bundesstaat Madhya Pradesh prüften Polizisten kürzlich auf der Straße, wer geimpft ist und wer nicht, wie »The Indian Express« berichtete. Geimpfte erhielten demnach eine Plakette mit der Aufschrift: »Ich bin ein echter Patriot, weil ich geimpft worden bin.« Ungeimpfte erhielten ein Blatt mit einem Totenkopf drauf.

Johnson beharrt auf Ende der Coronamaßnahmen im Juli

16.22 Uhr: Trotz steigender Fallzahlen gibt sich der britische Premierminister Boris Johnson zuversichtlich, dass die Corona-Maßnahmen in England Mitte Juli komplett aufgehoben werden können. Johnson hatte den sogenannten »Freedom Day« (»Tag der Freiheit«) angesichts der sich ausbreitenden Delta-Virusvariante kürzlich um vier Wochen auf den 19. Juli verschoben. Eigentlich hätten bereits an diesem Montag alle Einschränkungen im größten britischen Landesteil beendet werden sollen. Für den neuen Termin sehe es aber gut aus, sagte Johnson am Montag.

Britischer Premier Boris Johnson

Britischer Premier Boris Johnson

Foto: POOL / REUTERS

Die zunächst in Indien nachgewiesene Delta-Variante ist nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender als alle anderen. In Großbritannien ist sie bereits die dominierende Variante. Wer vollständig geimpft ist, ist nach derzeitigem Kenntnisstand auch bei Delta gut gegen einen schweren Covid-19-Verlauf geschützt.

In Großbritannien haben inzwischen mehr als 80 Prozent aller Erwachsenen eine erste Dosis erhalten. Rund 60 Prozent sind bereits doppelt geschützt. Darauf basiert auch Johnsons Zuversicht. »Ich glaube, es sieht gut dafür aus, dass der 19. Juli der Endpunkt sein wird«, sagte der Premier. Zugleich kündigte Johnson an, dass es im Winter unter Umständen neue Einschränkungen geben könnte.

Studie – Deutsche schauen seit Pandemie noch mehr Netflix&Co

15.27 Uhr: Die Deutschen haben sich einer Studie zufolge in der Coronakrise noch stärker vom traditionellen Fernsehen entfernt und setzen zunehmend auf Streaming-Abos. »Die großen Gewinner der vergangenen zwölf Monate bleiben vor allem Video-on-Demand-Abonnements«, teilte das Beratungsunternehmen Deloitte zu einer Umfrage unter 2000 Konsumenten zu ihrer Video-Nutzung mit, die Reuters am Montag vorlag. Rund 52 Prozent der Befragten gaben an, Dienste wie Netflix, Amazon Prime & Co. im vorigen Jahr stärker genutzt zu haben. Drei Viertel der deutschen Haushalte haben mittlerweile mindestens ein kostenpflichtiges Abonnement für einen Streaming-Dienst abgeschlossen. Im Schnitt hat jeder Haushalt 1,5 Abos, in jedem zehnten Haushalt gibt es bereits sogar vier oder mehr Abos.

Bild aus der Netflix-Serie »Stadt der Pinguine«

Bild aus der Netflix-Serie »Stadt der Pinguine«

Foto: Uncredited / dpa

Die große Popularität der Video-on-Demand-Abonnements zeigt den Angaben zufolge, dass Bezahlangebote von immer mehr Konsumenten akzeptiert werden. Die Pandemie habe dies noch beschleunigt: Bereits im vergangenen Jahr gaben 25 Prozent der Befragten an, offener gegenüber diesem sogenannten Paid Content zu sein als vor der Pandemie. »Einzig das lineare Fernsehen konnte von Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen nicht profitieren«, hieß es. Vielmehr überwiege sogar der Anteil jener, die im vorigen Jahr weniger klassisch ferngesehen haben. "Beim linearen Fernsehen ist Stagnation angesagt", betonte Klaus Böhm, Leiter des Bereichs Media & Entertainment bei Deloitte. Die Rückgänge beim traditionellen TV seien nicht exorbitant, aber beständig. Die Mehrzahl der Konsumenten nutze lineare und nicht-lineare Medien.

Mehr als zwei Millionen Corona-Infektionen in Indonesien

15:20 Uhr: Der Inselstaat Indonesien hat die Marke von zwei Millionen Infektionsfällen überschritten. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums wurden am Montag mehr als 14 500 Neuinfektionen verzeichnet - so viele wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der Neuansteckungen stieg damit auf 2 004 445. Außerdem wurden 294 neue Todesfälle registriert. Damit sind in dem südostasiatischen Land mehr als 54 900 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben.

Der weltgrößte Inselstaat mit seinen 270 Millionen Einwohnern hatte bereits in den vergangenen Wochen steigende Infektionszahlen verzeichnet. Die Krankenhäuser hätten kaum noch Platz für neue Patienten, hieß es. Daher würden von Dienstag an in besonders betroffenen Gebieten strengere Regeln für Gottesdienste, Büros und Restaurants gelten, sagte Airlangga Hartarto, Vorsitzender des Komitees zur Pandemiebewältigung. In der Hauptstadt Jakarta verhängten die Behörden am Montag eine nächtliche Ausgangssperre.

Spahn: Impfangebot für Jugendliche bis Ende August steht

15.15 Uhr: Deutschland wird laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn allen Jugendlichen bis Ende August ein Impf-Angebot machen können. Dies gelte für impfwillige Über-Zwölf-Jährige, wobei die Entscheidung mit den Eltern und dem Arzt abzusprechen sei, sagte er am Montag auf dem Tag der Industrie. Er wies zugleich Medienberichte zurück, wonach er der Ansicht sei, dass im Herbst und Winter trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzen voraussichtlich nach wie vor Maßnahmen wie Maskenpflicht oder Wechselunterricht notwendig seien. Seine Äußerungen seien aus dem Zusammenhang gerissen worden. Er denke, dass es möglich sein werde, den Unterricht nach der Sommerpause weitgehend ohne solche Not-Maßnahmen beginnen zu lassen.

Doch müsse man mit Blick auf die Gefahr einer vierten Welle der Pandemie vorbereitet sein. Dazu gehöre, dass man den Jugendlichen zumindest ein Impfangebot unterbreite und auch reguläre Tests gemacht würden. Je nach regionalem Inzidenzgeschehen sollten in den Schulen zudem Masken »zumindest eine Option sein«, fügte er hinzu.

Corona-Problematik in London: Söder bringt München als Alternative ins Spiel

14.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder steht mit der Landeshauptstadt München im Notfall für weitere Spiele der Fußball-EM parat. »Es wäre klug, wenn die UEFA einen Plan B in der Tasche hat - um zu überlegen, wenn es schlechter und schwieriger werden sollte, dass man auch Möglichkeiten hat«, sagte der CSU-Politiker am Montag in Berlin: »München ist für alles bereit. Wir würden uns jederzeit freuen, noch ein Spiel zu nehmen.«

Fußballfans während der EM im Londoner Wembley-Stadion

Fußballfans während der EM im Londoner Wembley-Stadion

Foto: Nick Potts / imago images/PA Images

Söder bezog sich damit auf die Coronaproblematik in London. Laut der Tageszeitung Times denkt die Europäische Fußball-Union (UEFA) darüber nach, wegen der raschen Ausbreitung der Delta-Variante und der strengen Quarantäneverordnung in England die Halbfinals und das Finale an einem anderen Standort auszutragen.

Spahn für stärkere Vernetzung und Planung des Klinik-Angebots

14.32 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich als Lehre aus der Pandemie für eine stärkere Vernetzung und Planung des Krankenhaus-Angebots in Deutschland ausgesprochen. »Nicht jeder muss alles machen – weder in der Stadt, noch in der Fläche«, sagte der CDU-Politiker am Montag in Berlin bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft. Vor Ort müsse eine Grundversorgung verfügbar sein und auch besser finanziert werden. Zugleich seien Kapazitäten für komplexere, planbare Eingriffe für bessere Qualität zusammenzuführen. Dies müsse nicht immer in Städten sein, es gebe auch viele gute Angebote in ländlichen Regionen.

Spahn sagte, er wolle aus Sicht der Patientensicherheit nicht, dass bestimmte komplexe Operationen in manchem Krankenhaus nur achtmal im Jahr stattfinden. »Da geht es nicht um Geld, da geht es um Qualität.« Manche Patienten würden dann auch bereit sein, einmal 20 Kilometer weiter zu fahren, wenn dies die Überlebenswahrscheinlichkeit erhöhe.

Generell gebe es bei den Krankenhäusern in Deutschland an zu wenigen Stellen eine bedarfsgerechte Versorgung, sagte Spahn. »Wir haben Überversorgung vor allem im Ballungsraum, und wir haben auch manche Unterversorgung.« Es stimme, dass man auch Polizei und Feuerwehr als Teil der Daseinsvorsorge nicht nach Einsätzen bezahle. »Aber ich habe noch selten eine Feuerwehrwache direkt neben der anderen gesehen.«

Drei Modell-Diskotheken dürfen im Norden ohne Maskenpflicht öffnen

13.50 Uhr: Schleswig-Holstein will ab dem 20. Juli mit einem Modellprojekt wieder Partys in Diskotheken erlauben – ohne Masken und ohne Abstand. Zunächst dürfen insgesamt drei Diskos in unterschiedlichen Größenordnungen wieder öffnen. In der größten Kategorie sollen dann bis zu 2000 Menschen wieder gemeinsam feiern können.

Wie Landeswirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) am Montag in Kiel mitteilte, können sich Betriebe bis zum 2. Juli beim Land bewerben und bei Erfüllung aller Voraussetzungen frühestens am 20. Juli starten. In den Größenordnungen bis 200, 500 und 2000 Gäste wird dann jeweils ein Betrieb ausgewählt.

Fest steht bereits: Partygäste müssen vor Einlass einen Schnelltest vorlegen, der nicht älter als sechs Stunden sein darf. Nach der Feier müssen sich die Teilnehmer binnen zehn Tagen erneut insgesamt viermal schnelltesten lassen. Die Ergebnisse müssen den Discobetreibern übermittelt werden, die die Gäste ansonsten für weitere Veranstaltungen sperren können.

Die Modellprojekte sind zunächst auf vier Wochen angelegt und müssen wissenschaftlich begleitet werden. Innerhalb dieser maximal vier Wochen sind jeweils drei Veranstaltungen möglich.

Merkel dankt Beschäftigten in Kliniken für Coronakrisen-Einsatz

13.34 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat den Beschäftigten in den Kliniken für ihren großen Einsatz in der Coronakrise gedankt. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und andere Mitarbeiter seien seit Monaten an die physischen und psychischen Grenzen gegangen. »Das ist alles andere als selbstverständlich«, sagte Merkel am Montag in einer eingespielten Videobotschaft bei einer Veranstaltung der Deutschen Krankenhausgesellschaft.

Angela Merkel hat sich bei Ärztinnen, Pflegern und anderen Klinikmitarbeitern und Klinikmitarbeiterinnen für deren Einsatz bedankt

Angela Merkel hat sich bei Ärztinnen, Pflegern und anderen Klinikmitarbeitern und Klinikmitarbeiterinnen für deren Einsatz bedankt

Foto: Pool / Getty Images

Merkel betonte, dass inzwischen die dritte Welle gebrochen sei. Die Zahl intensivpflichtiger Covid-19-Patienten gehe zurück. Immer mehr Krankenhäuser könnten wieder in einen regulären Betrieb gehen und auch aufgeschobene Operationen nachholen. Das Virus sei nicht aus der Welt. Es sei aber »eine große Erleichterung«, dass man sich in der Diskussion über die Krankenhäuser nicht mehr allein auf die akute Krisenbewältigung konzentrieren müsse.

Leopoldina für Aufrechterhaltung des Präsenzbetriebs in Schulen und Kitas

13.26 Uhr: Angesichts der Folgen der Coronamaßnahmen für Kinder hat sich die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina für eine Aufrechterhaltung des Präsenzbetriebs in den Schulen ausgesprochen. Manche Kinder würden »mittel- und wahrscheinlich auch langfristig von den erlittenen Defiziten begleitet«, erklärte die Wissenschaftsgesellschaft am Montag in Halle in einer Stellungnahme.

Schulen und auch Kitas sollten unter Einhaltung von Schutzmaßnahmen wie Masken, Hygiene und regelmäßige Tests wieder »durchgängig« offen gehalten werden. Der Präsenzbetrieb sei »für nahezu alle Kita- und Schulkinder die effektivste Art des Lernens«.

Vor dem Hintergrund der sich ausbreitenden Delta-Variante, die erstmals in Indien auftrat, hält es die Leopoldina für notwendig, die Schutzmaßnahmen an Schulen weiter aufrechtzuerhalten. »In Innenräumen, wo der notwendige Abstand nicht eingehalten werden kann, sollte eine medizinische Maske weiterhin durchgehend getragen werden«, erklärte Leopoldina-Präsident Gerald Haug.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler forderten zudem, die digitale Infrastruktur der Bildungseinrichtungen schneller auszubauen und die Sprachförderung in Kitas zu stärken. In Grundschulen sollte die Stundentafel angepasst werden, um vorrangig Rückstände in den Kernfächern Deutsch und Mathematik aufzuholen. Schülerinnen und Schüler mit schwächeren Schulleistungen sollten zusätzlich gefördert werden.

Kinder auf dem Weg zur Schule

Kinder auf dem Weg zur Schule

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Ralf Hirschberger/ dpa

Fachkräfte in Kitas und Lehrkräfte in Schulen sollten zudem für psychische Probleme von Kindern und Jugendlichen sensibilisiert werden. Dazu sollen sie fortgebildet und die Schulsozialarbeit ausgebaut werden.

Das Deutsche Institut für Menschenrechte mahnte gleiche Bildungschancen für alle Schüler an. »Die für die Sommerferien und das neue Schuljahr geplanten Aufhol- und Unterstützungsprogramme für Kinder und Jugendliche sollten die psychosoziale, emotionale und körperliche Entwicklung ebenso in den Blick nehmen wie das Aufholen von Lernrückständen«, erklärte Institutsdirektorin Beate Rudolf in Berlin. Kinder hätten zudem ein Recht auf Spiel und Freizeit und müssten sich von den schwierigen Pandemiebedingungen erholen können.

Partys in Frankreichs Klubs können ab 9. Juli wieder steigen

13.15 Uhr: Aufatmen für Frankreichs Klubszene: Nach 15 Monate langer Zwangspause können Diskotheken vom 9. Juli an wieder öffnen. Für den Eintritt sollen Gäste einen Test-, Impf- oder Genesungsnachweis vorzeigen, wie der zuständige Minister für kleine und mittlere Unternehmen, Alain Griset, am Montag in Paris sagte. Die Klubs dürfen demnach drinnen vorerst nur eine begrenzte Zahl an Menschen empfangen. Maskenpflicht gelte aber nicht.

Auch Kulturfans können bald auf mehr Abwechslung setzen. Ab dem 30. Juni sind Konzerte mit festem Sitzplatz wieder erlaubt. Drinnen gilt auch hier, dass nur eine begrenzte Zahl an Menschen teilnehmen dürfen, wie Kulturministerin Roselyne Bachelot-Narquin sagte.

Berliner Charité prüft Einsatz von Bandwurmmittel gegen Corona

13.02 Uhr: Die Berliner Charité prüft den Einsatz eines üblicherweise gegen Bandwürmer eingesetzten Mittels zur Behandlung von Corona-Infektionen. Wie das Universitätsklinikum am Montag mitteilte, wird zurzeit in einer klinischen Studie untersucht, ob sich das Bandwurmmittel Niclosamid als wirksam gegen Covid-19 erweist.

Forschende des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung an der Charité und der Universität Bonn analysierten den Angaben zufolge, wie das Virus den Stoffwechsel der Wirtszelle zu seinen Gunsten umprogrammiert. Wie sie im Fachblatt »Nature Communications« berichteten, konnten sie vier Wirkstoffe identifizieren, die die Vermehrung des Virus in Zellen hemmen: die körpereigenen Stoffe Spermin und Spermidin, das experimentelle Krebsmedikament MK-2206 und das Bandwurmmittel Niclosamid. Letzteres habe die Produktion infektiöser Sars-CoV-2-Partikel um mehr als 99 Prozent gesenkt und damit den größten antiviralen Effekt gezeigt.

In der klinischen Studie will die Charité jetzt überprüfen, ob das Mittel bei Patientinnen und Patienten mit kürzlich diagnostiziertem Covid-19 sicher anwendbar, verträglich und wirksam ist. Für die Studie werden noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesucht.

Trotz Verbot reisen Schaulustige zur Sonnenwendfeier nach Stonehenge

12.45 Uhr: Wegen Corona-Sicherheitsbedenken hat die Denkmalschutzorganisation English Heritage einen Livestream zur Sonnenwendfeier in Stonehenge unterbrochen. Etwa hundert Menschen seien am frühen Montagmorgen an der weltbekannten Steinformation erschienen, meldete die Nachrichtenagentur PA. Ihretwegen wurde die Übertragung auf Facebook und YouTube gestoppt. Stattdessen zeigte English Heritage den Tausenden Zuschauerinnen und Zuschauern des Streams vorübergehend vorbereitetes Material. Aufgrund der Corona-Pandemie hatte die Organisation Interessierte zuvor gebeten, auf einen Besuch der 25 Tonnen schweren, jahrtausendealten Steine zu verzichten.

»Es ist enttäuschend, dass dies geschehen ist, aber in dieser Situation müssen wir zuerst an die Sicherheit unserer Mitarbeiter denken«, sagte Organisator Ed Shires.

Es war bereits das zweite Jahr in Folge, dass die Sonnenwendfeier an dem Denkmal nur online stattfand. Üblicherweise versammeln sich Zehntausende am Morgen des längsten Tags des Jahres. Dann geht die Sonne hinter dem Heelstone auf, dem alten Eingang zum Steinkreis, und Sonnenstrahlen fallen ins Zentrum des Monuments. Wozu die Steinkolosse der Jungsteinzeit ursprünglich gedacht waren, ist noch immer nicht eindeutig geklärt. Stonehenge könnte beispielsweise als Heilstätte oder Observatorium gedient haben, vermuten Wissenschaftler.

Nach den Lockerungen: Einkaufsstraßen in Deutschland füllen sich wieder

12.30 Uhr: Die Lockerungen sorgen für mehr Leben in den Innenstädten. Das geht aus Zahlen des auf die Messung von Besucherfrequenzen in Einkaufsstraßen spezialisierten Unternehmens Hystreet hervor. In den zehn größten deutschen Städten liegt die Zahl der Einkaufsbummler demnach inzwischen wieder bei durchschnittlich 72 Prozent des Vorkrisenniveaus.

Es darf wieder geshoppt werden.

Es darf wieder geshoppt werden.

Foto: Arnulf Hettrich / Fnoxx / imago images/Arnulf Hettrich

Hystreet vergleicht dabei Zahlen der vergangenen vier Samstage mit denen von Mai/Juni 2019. Im Februar 2021, als ein weitreichender Lockdown galt, habe die Zahl der Passanten nur bei 17 Prozent des Februars 2019 gelegen, teilte Hystreet am Montag mit.

Die Rückkehr der Passanten fiel dabei nicht überall gleich hoch aus. In Düsseldorf (Schadowstraße) wurden den Angaben zufolge 92 Prozent des Vorkrisenniveaus erreicht, in Hamburg (Spitalerstraße) waren es im Schnitt der vergangenen vier Samstage 80 Prozent. Geringer seien die Zahlen in München (Neuhauser Straße) mit 57 Prozent und Berlin (Kurfürstendamm) mit 55 Prozent ausgefallen. »Der während der Hochphase der Pandemie vielfach zu hörende Abgesang auf die Lebendigkeit der Innenstädte und den stationären Einzelhandel war offensichtlich sehr voreilig«, kommentierte Hystreet-Geschäftsführer Nico Schröder die Zahlen.

Betriebsärzte haben schon Zehntausende Post-Beschäftigte geimpft

12.15 Uhr: Im Kampf gegen die Pandemie kommt die Deutsche Post DHL mit ihren Impfungen über Betriebsärzte nach eigenen Angaben gut voran. Bis zu diesem Freitag werden voraussichtlich rund 40.000 der 230.000 Beschäftigten im Inland eine Dosis verabreicht bekommen haben, wie der Bonner Konzern am Montag mitteilte. Vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sortierzentren und in der Zustellung kamen bei den vor zwei Wochen gestarteten Impfungen schon dran – also auch Paketboten, die an der Haustür klingeln und Kundenkontakt haben.

Die Firma rechnet damit, die betriebliche Impfkampagne bis Anfang September abgeschlossen zu haben, dann wird es also die letzten Zweitimpfungen geben. Das freiwillige Impfangebot stoße auf großes Interesse und das Feedback der Beschäftigten sei sehr positiv, zeigte sich Post-Personalvorstand Thomas Ogilvie zufrieden. Auch andere deutsche Firmen haben vor zwei Wochen damit begonnen, die Belegschaft über Betriebsärzte impfen zu lassen.

Positiver Coronatest bei Schottlands Shootingstar Gilmour

11.54 Uhr: Schottlands Shootingstar Billy Gilmour fällt nach einem positiven Coronatest für das entscheidende Gruppenspiel gegen Kroatien aus. Wie der schottische Verband am Montag mitteilte, muss sich der Profi vom FC Chelsea für zehn Tage in häusliche Quarantäne begeben. Damit fiele der 20-Jährige auch für ein mögliches Achtelfinalspiel der Bravehearts aus. Dazu muss aber als erste Voraussetzung ein Sieg am Dienstag (21.00 Uhr) in Glasgow gegen Kroatien her.

Gilmour war beim 0:0 gegen England zum Star des Spiels gekürt worden. Danach hatte es viele Lobeshymnen für den Champions-League-Sieger gegeben, der auch ein großer Hoffnungsträger für das Duell mit Vizeweltmeister Kroatien war. »Er hat eine große Zukunft vor sich. Er kann so viele Länderspiele gewinnen, wie er will«, hatte Kapitän Andy Robertson vom FC Liverpool den jungen Mitspieler gelobt.

Auschwitz Komitee kritisiert Zulassung von Naidoo-Konzert in Rostock

11.19 Uhr: Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Entscheidung der Rostocker Bürgerschaft, ein Konzert des umstrittenen Musikers Xavier Naidoo zuzulassen, kritisiert. »Die Vorgänge um das in Rostock geplante Konzert des Sängers sind ein Musterbeispiel dafür, wie der demokratische Staat und seine Institutionen von diesen Kreisen vorgeführt wird, wenn demokratische Parteien in der Abwehr gegen rechtsextreme und antisemitische Kräfte nicht gemeinsam handeln«, sagte der Vizepräsident des Komitees, Christoph Heubner, am Montag in Berlin.

Naidoo sei im Lager rechtsextremer Verschwörungstheoretiker und Demokratieverächter angekommen. Er gelte in diesem Milieu als Symbolfigur und jeder seiner Auftritte werde als Sieg über das verhasste System gefeiert, sagte Heubner. Für Überlebende des Holocaust sei es unerträglich, dass einem Sänger, der unverhohlen antisemitische Klischees verbreitet, in einer weltoffenen Stadt eine Bühne geboten wird.

Am vergangenen Mittwoch waren die Linken und die SPD mit einem Antrag gescheitert, einen ursprünglich für den 22. August geplanten Auftritt nicht zuzulassen. Der Antrag war damit begründet, dass Naidoo den Reichsbürgern und der QAnon-Bewegung nahestehe und rassistische Ressentiments schüre. Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) war jedoch unter anderem der Meinung, dass öffentliche Einrichtungen wie die Stadthalle zur Wahrung des Gleichheitsgrundsatzes verpflichtet seien und hatte Widerspruch eingelegt.

Fast 51 Prozent der Bevölkerung mindestens einmal geimpft

11.04 Uhr: Mehr als 31 Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind vollständig geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor (Stand: 10.50 Uhr). Demnach wurden am Sonntag 290.534 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 42 Millionen Menschen (50,8 Prozent) haben mindestens eine Impfung verabreicht bekommen, 25,8 Millionen (31,1 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 57,5 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Neun weitere Bundesländer haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Schlusslicht bleibt Sachsen mit 45,3 Prozent. Das Saarland zählt mit 37,2 Prozent den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Brandenburg ist hier mit 28,6 Prozent am Ende der Rangliste.

Die Impfkampagne gegen den Erreger Sars-CoV-2 hat in Deutschland Ende vergangenen Jahres begonnen. Zunächst waren Menschen über 80, Bewohner von Alten- und Pflegeheimen und medizinisches Personal an der Reihe. Unter anderem werden auch chronisch Kranke mit erhöhtem Risiko für einen schweren und tödlichen Verlauf bevorzugt geimpft. Mittlerweile können sich Menschen unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste um einen Termin bemühen.

Olympia-Organisatoren wollen bis zu 10.000 japanische Zuschauer zulassen

10.50 Uhr: Bei den Olympischen Spielen in Tokio werden wegen der Pandemie maximal 10.000 heimische Zuschauer zu den Wettkämpfen zugelassen. Die Organisatoren teilen mit, dass man sich auf diese Obergrenze verständigt habe. Zugleich dürften die Publikumskapazitäten der Sportstätten nur zu höchstens 50 Prozent ausgeschöpft werden.

Die Zuschauerzahl könne zudem weiter beschränkt werden, sollte sich die Lage verschärfen. Zuschauer aus dem Ausland sind bereits ausgeschlossen worden.

In der Bevölkerung gibt es aus Furcht vor einer wieder verstärkten Virus-Ausbreitung eine große Skepsis gegenüber den Olympischen Spielen, die am 23. Juli beginnen sollen und wegen der Pandemie im vergangenen Jahr verschoben worden waren. In Umfragen hat sich zuletzt eine Mehrheit gegen die Austragung ausgesprochen.

Israel erlaubt Einreise von geimpften Individualtouristen

09.58 Uhr: Israel will ab 1. Juli die Einreise von geimpften Individualtouristen erlauben. Diese bräuchten dann keine Genehmigung im Vorfeld mehr, schrieb Innenministerin Ajelet Schaked von der ultrarechten Jamina-Partei am Sonntagabend auf Facebook. Welche Impfungen dabei akzeptiert würden, werde noch mitgeteilt.

Touristen auf dem Tempelberg – das Bild stammt noch aus der Zeit vor Corona

Touristen auf dem Tempelberg – das Bild stammt noch aus der Zeit vor Corona

Foto: Oliver Weiken/ dpa

In einem ersten Öffnungsschritt hatte Israel Ende Mai wieder in begrenzter Anzahl die Einreise von Gruppen geimpfter Touristen erlaubt. Das Mittelmeerland hatte sich nach Beginn der Pandemie praktisch abgeschottet. Ausländern war die Einreise nur in Ausnahmefällen möglich. Die Tourismusindustrie ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor, sie hat stark unter den Folgen der Coronakrise gelitten.

Das Neun-Millionen-Einwohner-Land Israel setzt seit dem 19. Dezember erfolgreich eine Impfkampagne um. Fast 5,5 Millionen Menschen haben bereits eine Erstimpfung und mehr als 5,1 Millionen eine Zweitimpfung erhalten. Neuinfektionen und schwere Erkrankungen gingen in den vergangenen Monaten stark zurück. Am Montag teilte das Gesundheitsministerium mit, binnen 24 Stunden seien 48 neue Fälle registriert worden.

Nach einem neuen Corona-Ausbruch an israelischen Schulen wurde allerdings am Sonntag in zwei Ortschaften wieder Maskenpflicht für Schüler verhängt. Die Maskenpflicht war erst vor sechs Tagen angesichts niedriger Infektionszahlen landesweit aufgehoben worden. Die Regierung entschied zudem, die Testkapazitäten für Reisende am Flughafen auszubauen. Experten warnen weiter davor, dass neue Varianten aus dem Ausland eingeschleppt werden könnten.

Katar will nur vollständig geimpfte Fußballfans in WM-Stadien lassen

09.30 Uhr: Bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar im November und Dezember 2022 dürfen nur vollständig gegen Corona geimpfte Fans in die Stadien. Das kündigt der Ministerpräsident des Golfemirats, Scheich Chalid bin Chalifa bin Abdulasis Al-Thani, im Gespräch mit mehreren Zeitungen an. Er fügt hinzu, dass Katar derzeit Gespräche zur Sicherung von einer Million Impfdosen führe, falls die globalen Immunisierungsbemühungen bis zu dem Turnier wider Erwartens nicht ausreichend vorangekommen sein sollten. Wie die Impfung dann konkret ablaufen soll, war nicht klar. Derzeit sind bei den meisten Vakzinen zwei Impfungen im Abstand von mehreren Wochen nötig.

Tour de France startet mit Coronakonzept

09.17 Uhr: Am Samstag startet in Brest die 108. Tour de France. Wie im Vorjahr steht das Rennen unter dem Eindruck der Pandemie, auch wenn die Infektionszahlen rasch sinken. Deshalb gleicht das Coronakonzept dem aus dem Vorjahr.

Bemaltes Haus in York

Bemaltes Haus in York

Foto: Peter Summers / Getty Images

Im Start- und Zielbereich sind maximal 5000 Zuschauer zugelassen und es herrscht Maskenpflicht. Das sind die bis Ende Juni geltenden Regelungen bei Sportveranstaltungen im Freien. Danach kann es entsprechend den Infektionszahlen zu Lockerungen kommen. Ob wie im Vorjahr auch Bergpässe für Fans komplett gesperrt werden, dürfte sich kurzfristig entscheiden. Bei der Teampräsentation am Donnerstag sollen tausend Besucher im Parc à Chaînes erlaubt sein. Die Veranstalter appellieren an die Fans, Masken zu tragen, mindestens zwei Meter Abstand zu den Fahrern zu halten und auf Selfies beziehungsweise Autogramme zu verzichten.

Alle Fahrer werden jeweils zweimal vor dem Tourstart sowie am ersten und zweiten Ruhetag getestet. Das gilt auch für das direkte Umfeld, wie aus den Regularien des Weltverbands UCI hervorgeht. Dieser Tross soll sich in einer sogenannten eigenen Blase bewegen. Eine zweite Blase umfasst die Entourage (Organisation, Medien etc.), und die Öffentlichkeit stellt den dritten Bereich dar. Diese sogenannten Bubbles sollen nicht miteinander in direkten Kontakt treten.

RKI meldet 346 Neuinfektionen, Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter

07.32 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 346 Corona-Neuinfektionen. Das sind 203 weniger als am Montag vor einer Woche. Zehn weitere Menschen starben in den letzten 24 Stunden im Zusammenhang mit dem Virus. Damit erhöht sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle auf 90.395.

Insgesamt fielen in Deutschland bislang mehr als 3,7 Millionen Coronatests positiv aus. Die Montagswerte sind meist weniger aussagekräftig als die an anderen Wochentagen, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter ihre Daten an das RKI übermitteln und weniger getestet wird.

Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt weiter auf 8,6 von 8,8 am Vortag. Eine Woche zuvor hatte der Wert noch bei 16,6 gelegen. Er gibt an, wie viele Menschen je 100.000 Einwohner sich in den vergangenen sieben Tagen mit dem Coronavirus angesteckt haben. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Coronaauflagen. Seinen bislang höchsten Stand hatte der Wert mit 197,6 am 22. Dezember erreicht.

Studie: Distanzunterricht so effektiv wie die Sommerferien

Distanzunterricht führte zu Kompetenzeinbußen

Distanzunterricht führte zu Kompetenzeinbußen

Foto: Rolf Vennenbernd / dpa

04.02 Uhr: Eine Studie stellt dem Distanzunterricht während der Coronakrise ein schlechtes Zeugnis aus. Forscher der Frankfurter Goethe-Universität haben sich dafür Daten aus aller Welt angesehen – das Ergebnis ist ernüchternd: »Die durchschnittliche Kompetenzentwicklung während der Schulschließungen im Frühjahr 2020 ist als Stagnation mit Tendenz zu Kompetenzeinbußen zu bezeichnen und liegt damit im Bereich der Effekte von Sommerferien«, erklärte Professor Andreas Frey, der an der Goethe-Universität Pädagogische Psychologie lehrt, einer der Autoren der Studie.

Besonders stark seien Kompetenzeinbußen bei Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Elternhäusern. »Hiermit sind die bisherigen Vermutungen durch empirische Evidenz belegt: Die Schere zwischen Arm und Reich hat sich während der ersten coronabedingten Schulschließungen noch weiter geöffnet«, schlussfolgerte Frey. Allerdings gebe es auch erste Anhaltspunkte dafür, dass die Effekte der späteren Schulschließungen ab Winter nicht zwangsläufig ebenso drastisch ausfallen müssen: Inzwischen habe sich die Onlinelehre vielerorts verbessert.

Intensivmediziner: weniger Patienten in möglicher vierten Welle

03.09 Uhr: Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, rechnet in einer möglichen vierten Coronawelle mit weniger Patienten auf den Intensivstationen.

»Wir werden, wenn es im Herbst zu einem Wiederanstieg der Infektionszahlen kommt, sehr genau auf die Neuaufnahmen auf den Intensivstationen schauen müssen. Wenn die vulnerablen Gruppen bis dahin sehr gut geimpft sind, könnte es auch bei höheren Inzidenzen viel weniger schwere Verläufe geben«, sagte Karagiannidis der »Rheinischen Post«.

Nach Pandemiepause: Yoga auf New Yorker Times Square zurückgekehrt

Yoga auf dem Times Square in New York

Yoga auf dem Times Square in New York

Foto: ANDREW KELLY / REUTERS

02.49 Uhr: Nach einer Pandemiepause im vergangenen Jahr haben am Sonntag anlässlich des Welt-Yoga-Tags wieder Hunderte Menschen auf dem New Yorker Times Square Yoga gemacht. Bei hohen Temperaturen versammelten sich vom frühen Morgen an Menschen zu einstündigen kostenlosen Kursen auf Verkehrsinseln des belebten Platzes in Manhattan. In diesem Jahr gab es weniger Kurse als vor der Pandemie, dafür wurden sie auch live im Internet übertragen.

USA verlängert Reisebeschränkungen mit Kanada und Mexiko

01.33 Uhr: Die US-Landesgrenzen zu Kanada und Mexiko bleiben für nicht notwendige Reisen mindestens bis zum 21. Juli geschlossen. Das teilte das US-Heimatschutzministerium am Sonntag mit.

Die 30-tägige Verlängerung schließt an Kanadas eigene Verlängerung der Maßnahme am Freitag an. Geplant war ursprünglich, die Beschränkungen, die seit März 2020 wegen der Pandemie gelten, ab dem heutigen Montag aufzuheben.

Das Heimatschutzministerium erklärte, man habe in den vergangenen Wochen positive Entwicklungen beobachtet und nehme an Arbeitsgruppen im Weißen Haus mit Kanada und Mexiko teil, um die Bedingungen zu identifizieren unter denen die Beschränkungen sicher und nachhaltig vermindert werden könnten.

Bouffier: Kontaktbeschränkungen bei Ausbreitung der Delta-Variante möglich

00.34 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) schließt wegen der sich auch in Deutschland ausbreitenden ansteckenden Delta-Variante des Coronavirus eine Rückkehr zu Kontaktbeschränkungen nicht aus. »Ich rechne damit, dass die Delta-Variante in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Variante ist. Dann stellt sich die Frage: Wie wirkt welche Vakzine auf sie?«, sagte Bouffier dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Natürlich würden die Menschen im Sommer wieder verreisen, und es sei nicht ausgeschlossen, dass einige infiziert zurückkommen. »Von den Antworten auf diese Fragen hängt ab, ob wir eine vierte Welle bekommen und wieder zu Kontaktbeschränkungen zurückkehren. Ausschließen können wir das nicht.«

»Ich mache mir Sorgen um die ungeimpften Kinder in der Schule«

Foto: Felix Kästle/ dpa

00.02 Uhr: Der Physiker und Modellierer Michael Meyer-Hermann spricht über Erfolge und Fehler in der Coronakrise – und warnt vor der Gefahr einer neuen Welle.

fek/jok/mke/mrc/ngo/AFP/dpa/Reuters
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