Corona-News am Montag Großbritannien will Impfpflicht im Gesundheitswesen aufheben

Die britische Regierung will prüfen, ob die seit November geltende Maßnahme noch benötigt wird. Und: Erneute Corona-Proteste in deutschen Städten. Der Überblick am 31. Januar.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson zu Besuch in einem Impfzentrum

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson zu Besuch in einem Impfzentrum


Foto: Eddie Mulholland, The Daily Teleg / dpa

Das war das Corona-Update am Montag.

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Großbritannien will Impfpflicht im Gesundheitswesen aufheben

22.00 Uhr: Die britische Regierung peilt ein Ende der Impfpflicht für Mitarbeiter im englischen Gesundheitswesen an. Man werde prüfen, ob die im November ausgerufe Vorschrift noch benötigt werde, sagt Gesundheitsminister Sajid Javid vor dem Parlament in London. »Nach meiner Ansicht ist es nicht mehr verhältnismäßig, die Impfung als Bedingung für einen Einsatz gesetzlich vorzuschreiben.« Die Impfung sei jedoch weiter der beste Schutz gegen Covid-19.

Südafrika lockert Corona-Restriktionen weiter

22.15 Uhr: Angesichts einer mittlerweile abgeebbten vierten Infektionswelle lockert Südafrika seine Coronamaßnahmen weiter. Die Regierung des Kap-Staates beschloss am Montagabend, dass positiv getestete Personen ohne Symptome nicht mehr in Quarantäne müssen. Für solche mit Symptomen wurde die Dauer der Isolierung von zehn Tagen auf sieben Tage verkürzt. Wer Infizierten nahegekommen ist, muss nur noch in Quarantäne, falls Symptome bestehen.

Begründet wurden die Lockerungen mit Studien, wonach in Südafrika rund 70 Prozent der Bevölkerung bereits eine Infektion hatten. Am Montag wurden bei knapp 60 Millionen Einwohnern nur noch 1366 Neuinfektionen gemeldet. Studien deuten auf einen eher milden Krankheitsverlauf der Coronavirus-Variante Omikron im Vergleich zur Delta-Variante hin. Südafrika befindet sich nun auf der niedrigsten Stufe eines fünfstelligen Alarmsystems.

Novavax beantragt US-Notfallzulassung für Impfstoff

22.05 Uhr: Die Biotech-Firma Novavax stellt ihren lang erwarteten Antrag auf US-Notfallzulassung ihres Impfstoffes. Dieser weise in klinischen Studien eine Effektivität von etwa 90 Prozent auf, teilt das Unternehmen mit. Der Antrag bei der US-Arzneimittelbehörde FDA war mehrfach verschoben worden.

Erneut demonstrierten Tausende gegen Coronaauflagen

22.02 Uhr: In Rostock demonstrierten Hunderte Menschen trotz eines Verbots aller Demonstrationen. Nach Angaben der Polizei hatten sie sich in mehreren Gruppen von bis zu 70 Personen zusammengetan und zogen durch die Stadt. Mehrere Menschen wurden in Gewahrsam genommen, Beobachter berichteten von Böllerwürfen. Eine Sprecherin der Polizei bezeichnete die Lage zwischenzeitlich als angespannt.

In Pforzheim versammelten sich nach Polizeiangaben rund 5000 Kritiker der Coronapolitik, der Protest blieb friedlich. Unweit davon bildeten rund 500 Menschen eine Menschenkette als Zeichen für den Zusammenhalt während der Pandemie. In Lübeck beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 1300 Menschen an einer friedlichen Demonstration gegen Coronabeschränkungen und eine mögliche allgemeine Impfpflicht.

In Brandenburg gab es Demonstration gegen Coronaauflagen in Cottbus, Potsdam, Eberswald, Fürstenberg und Neuruppin. In der Landeshauptstadt Potsdam zogen begleitet von Trillerpfeifen und Hupen Hunderte Menschen durch die Innenstadt, wie ein dpa-Reporter beobachtete. In drei Landkreisen nördlich von Berlin zählte die Polizei über 2000 Demonstranten, allein in Oranienburg waren es mehr als 1000. In Cottbus demonstrierten etwa 800 Menschen.

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Anspruch auf PCR-Test soll bestehen bleiben

19.45 Uhr: PCR-Tests zum Nachweis einer Coronainfektion sollen künftig vorrangig für Menschen aus dem Gesundheitswesen zur Verfügung stehen. Gleichzeitig soll der Anspruch auf diese hochwertigen, genauen Tests aber für alle Menschen bestehen bleiben. Darüber hat Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Montag nach einer Videoschalte mit ihren Länderkollegen und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) informiert.

»Die Testverordnung ist Sache des Bundes. Das Bundesgesundheitsministerium ist gehalten, diese alsbald zu veröffentlichen«, sagte Grimm-Benne. Sie hoffe, dass dies noch in dieser Woche erfolge, so die SPD-Politikerin, die aktuell Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz ist.

Hintergrund der Priorisierung ist, dass die Labore wegen der starken Omikron-Welle mit der hohen Zahl an Infizierten bei den PCR-Tests an ihre Grenzen stoßen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte deshalb schon vergangene Woche angekündigt, dass es eine neue Reihenfolge geben soll.

Petra Grimm-Benne (SPD)

Petra Grimm-Benne (SPD)

Foto: Klaus-Dietmar Gabbert / dpa

Gegebenenfalls müssten die Menschen wegen der Priorisierung damit rechnen, dass es etwas länger dauere, bis sie ihr PCR-Testergebnis erhielten, so Grimm-Benne. Die Priorisierung sei Aufgabe der Labore. Für Sachsen-Anhalt könne die Testkapazität beispielsweise von wöchentlich etwa 10.000 PCR-Tests auf 20.000 verdoppelt werden, sagte die SPD-Politikerin.

Auf eine Rückkehr zum Genesenstatus auf sechs Monate konnten sich die Gesundheitsminister am Montag nicht verständigen. Ein Antrag Bayerns, den Genesenenstatus von aktuell drei auf sechs Monate wieder zu verlängern, lehnten die Ressortchefs ab. Lauterbach hatte laut Grimm-Benne in der Schalte bekräftigt, dass die Verkürzung des Genesenenstatus auf Grundlage wissenschaftlicher Ergebnisse erfolgt sei.

Über Lockerungen der Coronamaßnahmen hätten die Gesundheitsminister am Montag nicht beraten, sagte Grimm-Benne. Öffnungsperspektiven seien feste Absicht, diese könne man jedoch erst nach dem Höhepunkt der Omikron-Welle Mitte Februar eröffnen.

Dänemark hebt alle Coronabeschränkungen auf

19.39 Uhr: Trotz Rekord-Fallzahlen werden in Dänemark am Dienstag alle Coronamaßnahmen aufgehoben. Damit fallen unter anderem die Gesundheitspass-Pflicht, die Maskenpflicht und verkürzte Öffnungszeiten für Lokale weg. Dänemark ist das erste EU-Land, das in der Omikron-Welle ein Ende aller Coronabeschränkungen beschließt. Nur einige Einreiserestriktionen sollen noch vier Wochen länger gelten.

Die Regierung begründete ihr Vorhaben mit der hohen Corona-Impfquote in Dänemark. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung haben bereits eine Booster-Impfung erhalten. In Deutschlands Nachbarland hatte sich die hochansteckende Omikron-Variante des Coronavirus früh ausgebreitet und die Zahl der täglichen Neuinfektionen auf neue Höchststände ansteigen lassen.

Kanadas Premierminister Trudeau positiv auf Coronavirus getestet

19.27 Uhr: Kanadas Premierminister Justin Trudeau ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. »Heute Morgen habe ich einen positiven Covid-19-Test gehabt«, schrieb der 50-Jährige am Montag bei Twitter . »Ich fühle mich gut – und werde diese Woche weiter von zu Hause aus arbeiten und mich an die offiziellen Gesundheitsempfehlungen halten.«

Am Donnerstag hatte Trudeau mitgeteilt, dass er Kontakt zu jemandem gehabt habe, der später positiv getestet worden sei. Sein eigener Test sei zunächst negativ gewesen, er wolle sich aber für fünf Tage in Isolation begeben, hatte der liberale Premierminister mitgeteilt. Trudeaus Ehefrau Sophie hatte sich bereits im März 2020 mit dem Virus infiziert.

Bas plant Änderung der Genesenenregel im Bundestag

17.52 Uhr: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas denkt über eine Korrektur der umstrittenen Regelung zum Genesenenstatus im Bundestag nach. Während dieser Status für die Allgemeinheit durch das Robert Koch-Institut (RKI) von sechs auf drei Monate verkürzt wurde, galt in der letzten Sitzungswoche im Plenarsaal und in Ausschusssitzungen weiterhin die längere Frist. »Ich werde in den sitzungsfreien Wochen bis Mitte Februar mit den Fraktionen das Hygienekonzept für die Sitzungen und den Plenarsaal beraten. Natürlich richte ich mich beim Gesundheitsschutz nach den Regeln des RKI«, sagte Bas nun der Zeitung »taz«. 

Die SPD-Politikerin gab aber auch zu bedenken: »Wenn ich den Status auf drei Monate verkürze, kann das bedeuten, dass noch mehr Parlamentarier, wie jetzt schon Abgeordnete der AfD, auf Besuchertribünen müssen, weil sie nicht mehr in den Saal dürfen.« Es gäbe dann kaum noch Platz für Besucher. »Die Öffentlichkeit hat aber auch ein Recht auf Teilnahme.« Bas betonte, es tue ihr »ehrlich leid«, dass der Eindruck entstanden sei, Abgeordnete hätten einen privilegierten Status. »Denn das stimmt nicht. Für mich als Person gilt nichts anderes wie für jeden anderen auch.«

Bas erläuterte, am 12. Januar sei im Bundestag die Allgemeinverfügung mit der Sechs-Monate-Regel im Plenarsaal und in den Ausschüssen in Kraft getreten. Mit Wirkung vom 15. Januar habe das RKI den Status auf drei Monate verkürzt. »Wenn das medizinisch nötig ist – gut, dann ist das so.« Einen Tag später sei die Meldung gekommen, dass die EU für Reisen bei sechs Monaten bleibe. Am 24. Januar habe es die nächste Ministerpräsidentenkonferenz gegeben. Deren Ergebnis sei abzuwarten gewesen. »Deshalb bin ich für die vergangene Sitzungswoche im Januar bei der alten Regel geblieben. Ich denke jeden Tag darüber nach, was man hätte besser machen können.«

Ungeimpften Priestern der orthodoxen Kirche in Zypern droht Suspendierung

17.49 Uhr: Erzbischof Chrysostomos II. spricht ein Machtwort: Das Oberhaupt der orthodoxen Kirche Zyperns will am Dienstag zwölf Priester für zunächst drei Monate beurlauben. Der Grund: Sie sind seinem Aufruf zu einer Coronaimpfung nicht gefolgt. Sollten sie sich ihm weiterhin widersetzen, werde ihre Suspendierung verlängert und sie könnten ihr Amt sogar vollends einbüßen, sagte Chrysostomos II. dem öffentlichen Rundfunksender CyBC.

Chrysostomos II.

Chrysostomos II.

Foto: AP/DPA

Nach seinen Angaben sind 27 der 123 Priester seiner Erzdiözese nicht geimpft. 15 von ihnen seien jedoch aus medizinischen Gründen von der Impfung ausgenommen. Der 80-Jährige, der selbst eine Krebserkrankung überstanden hatte, nannte es »unerhört«, dass Geistliche den Anweisungen ihres höchsten Bischofs nicht Folge leisteten. Er warf ihnen Egoismus vor und erklärte, sie verleiteten andere Gläubige dazu, sich ebenfalls nicht impfen zu lassen.

In Zypern gibt es keine Impfpflicht, doch hat die Kirche strikte Richtlinien für Priester und Theologen ausgegeben. Chrysostomos II. unterstützte von Anfang an die Impfkampagne der Regierung, er gehörte zu den ersten, die sich im Dezember 2020 impfen ließen. Im vergangenen Jahr stellte er klar, dass er es nicht hinnehmen werde, wenn sich Beschäftigte der Kirche nicht impfen lassen, keine Schutzmasken tragen und andere zur Verweigerung der Impfung anstachelten.

Über 71 Prozent der Bevölkerung Zyperns sind vollständig geimpft. Dennoch stieg die Zahl der Neuinfektionen einige Zeit lang rasant an – erst seit 4. Januar geht sie wieder zurück. Seit Beginn der Pandemie wurden in dem eine Million Einwohner zählenden Land über 253.300 Corona-Infektions- und 731 Todesfälle registriert.

Johnson entschuldigt sich für »Partygate« in Coronazeiten

17.26 Uhr: Nachdem eine interne Untersuchung der »Partygate«-Affäre der britischen Regierung »Führungsversagen« attestiert hat, hat sich Premierminister Boris Johnson für die Feste in seinem Amtssitz während der Coronapandemie entschuldigt. Im Parlament stellte er am Montag in London zugleich klar, dass er nicht zurücktreten werde. Vielmehr wolle er seine Arbeit fortsetzen und werde Änderungen bei den Abläufen in seinem Dienstsitz vornehmen.

»Es tut mir leid wegen der Dinge, die wir nicht richtig gemacht haben und es tut mir leid wegen der Art, wie wir diese Angelegenheit gehandhabt haben«, sagte Johnson im Parlament. »Ich habe es verstanden, und ich werde es in Ordnung bringen.« Verfolgen Sie sein Statement vor dem Unterhaus jetzt im Livestream.

Es habe falsche Einschätzungen von »verschiedenen Teilen« der Regierung hinsichtlich mehrerer gegen geltende Corona-Vorschriften verstoßende Partys am Amtssitz von Johnson gegeben, heißt es in dem Report der Regierungsbeamtin Sue Gray zur sogenannten Partygate-Affäre.

Gray untersuchte nach eigenen Angaben insgesamt 16 verschiedene Zusammenkünfte, bei denen es teilweise »exzessiven Alkoholkonsum« gegeben habe. »Einige der Veranstaltungen hätten von vornherein nicht erlaubt werden dürfen. Bei anderen Veranstaltungen hätte nicht zugelassen werden dürfen, dass sie sich so entwickelten wie sie es taten«, schrieb die Beamtin in ihrem mit Spannung erwarteten Bericht.

Johnson steht wegen der Affäre massiv unter Druck. Mehrere Abgeordnete seiner konservativen Tory-Partei sowie die Opposition haben bereits öffentlich seinen Rücktritt gefordert.

BVB und Köln klagen gegen Beschränkungen

17.04 Uhr: Borussia Dortmund und der 1. FC Köln folgen RB Leipzig auf dem juristischen Weg für mehr Zuschauer in den Stadien. In Sachsen könnte der Antrag des Vizemeisters auf »Erlass einer einstweiligen Anordnung« allerdings schon am Dienstag hinfällig sein. Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) kündigte am Montag an, dass während der Kabinettssitzung am Dienstag ein Corona-Beschluss für mehr Fans in dem Fußball-Stadion beraten werde. Sachsen wolle mit seiner neuen Verordnung mit anderen Bundesländern »mindestens gleichziehen«. Aktuell dürfen in Leipzig nur 1000 Menschen ins Stadion, in Stadien in Nordrhein-Westfalen sind es sogar nur 750.

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Deshalb kündigten der BVB und Köln am Montag die gerichtliche Überprüfung der Landesverordnung im Eilverfahren an. Die Dortmunder halten die aktuellen Beschränkungen für »rechtswidrig«. Diese »verstoßen nach Überzeugung des Fußballklubs gegen den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und das Gleichbehandlungsgebot«, heißt es in der BVB-Mitteilung.  Der Antrag »auf Erlass einer einstweiligen Anordnung im Normenkontrollverfahren« soll am Dienstag eingereicht werden.

Köln wollte noch an diesem Montag beim Oberverwaltungsgericht Münster tätig werden. »Wir gehen davon aus, dass wir so die Obergrenze von 750 Zuschauern für Großveranstaltungen in Nordrhein-Westfalen kurzfristig verändern können«, sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle. »Wir sind uns auch unserer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst, aber das heißt in diesem Fall, aufmerksam zu machen, wenn Maßnahmen nicht mehr nachvollziehbar und ohne Effekt erscheinen und gleichzeitig die Überlebensfähigkeit vieler Veranstalter in Kultur und Sport gefährden.«

Verfassungsgericht: Verbot von Montagsspaziergängen in Freiburg bleibt bestehen

16.11 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe hat am Montag einen Eilantrag gegen das Verbot von sogenannten Montagsspaziergängen in Freiburg abgelehnt. Dabei entschied das Gericht noch nicht darüber, ob ein präventives Verbot solcher unangemeldeter Corona-Demonstrationen mit dem Grundgesetz vereinbar ist. Es befand aber, dass die Abwägung möglicher Folgen dagegen spreche, das Verbot bis zu dieser Entscheidung vorläufig zu kippen. (Az. 1 BvR 208/22) 

Die Stadt Freiburg hatte Montagsspaziergänge Anfang Januar verboten. Klagen gegen dieses Verbot wurden vom Freiburger Verwaltungsgericht und vom baden-württembergischen Verwaltungsgerichtshof in Mannheim abgelehnt, wie das Bundesverfassungsgericht weiter mitteilte. Die Annahme der Verwaltungsgerichte, dass die Spaziergänge offensichtlich deshalb nicht angemeldet würden, um Auflagen zu umgehen, sei »naheliegend«. Die Gerichte hätten auch annehmen dürfen, dass Teilnehmer sich überwiegend nicht an Maskenpflicht oder den Mindestabstand halten würden.

Wenn dem Eilantrag nun stattgegeben würde und sich später herausstellte, dass das Verbot rechtmäßig war, wäre der Schutz von Leben und körperlicher Unversehrtheit der Allgemeinheit betroffen. Im umgekehrten Fall wäre zwar auch ein Grundrecht betroffen, nämlich das der Versammlungsfreiheit – bei der Abwägung entschied das Gericht aber gegen die Montagsspaziergänge.

Da die Spaziergänge nicht angemeldet worden seien und nicht mit den Behörden kooperiert werde, sei es nicht möglich gewesen, den Protest zu begleiten, statt ihn zu verbieten. Dies sei dem Antragsteller bewusst und falle besonders ins Gewicht, erklärte das Gericht.

Freiburg ist nicht die einzige Stadt, die Montagsspaziergänge verboten hat. Viele andere Orte gingen ähnlich vor. Am Montag machte die Stadt Stuttgart bekannt, dass sie ihr Verbot bis Ende Februar verlängert.

Marin will im Februar alle Coronabeschränkungen in Finnland aufheben

16.02 Uhr: Die finnische Ministerpräsidentin Sanna Marin will im Laufe des Februars alle Coronabeschränkungen in ihrem Land aufheben. Das sagte die 36 Jahre alte Regierungschefin am Montag auf einer Veranstaltung in Helsinki, wie der Rundfunksender Yle und weitere finnische Medien berichteten. Über den genauen Zeitrahmen für die Abwicklung der Beschränkungen werde ihre Regierungskoalition am Mittwoch verhandeln.

Einige Maßnahmen werden schon am Dienstag in Finnland zurückgefahren: Dann dürfen Restaurants unter anderem bis um 21.00 Uhr geöffnet bleiben und bis 20.00 Uhr Alkohol ausschenken. Auch die Grenzkontrollen zu anderen EU- und Schengenländern fallen weg – sie waren im Dezember eingeführt worden, um die Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus abzubremsen.

Ein Grund für die Lockerungen ist nach Regierungsangaben, dass sich die Coronaimpfstoffe als sehr wirksam dabei erwiesen haben, schwere Krankheitsverläufe zu verringern. Für Kneipen bleibt es dagegen vorerst bei einer Ausschanksperre um 17.00 Uhr und der Schließung um 18.00 Uhr.

Merz ruft zu Geduld bei Lockerungen der Coronamaßnahmen auf

14.53 Uhr: Der neue CDU-Chef Friedrich Merz hat die Bevölkerung zu Geduld im Kampf gegen die Omikron-Welle der Coronapandemie aufgerufen. »Für Lockerungen ist es aus meiner Sicht heute am Tag zu früh. Aber das kann in zwei bis drei Wochen schon anders sein«, sagte Merz am Montag in Berlin. »Wir müssen noch ein bisschen Geduld haben.« Nötig seien noch »ein wenig Einschränkungen auch in den persönlichen Kontakten« und auch in den Großveranstaltungen.

Merz betonte nach Gesprächen mit Fußballvertretern, die gern wieder Zuschauerinnen und Zuschauer in den Stadien sehen würden: »Sukzessive ja. Über Nacht mit einem »Freedom Day« nein.« Dafür sei die Zeit noch nicht reif.

Mit oder wegen Corona im Krankenhaus – Debatte laut Experte Kaderali abwegig

14.45 Uhr: Der von der Bundesregierung berufene Coronaexperte Lars Kaderali hält die Diskussion um Zahlen zur Krankenhausauslastung durch das Coronavirus teilweise »für ziemlich abwegig«. Der Deutschen Presse-Agentur sagte der Bioinformatiker am Montag: »Für die Belastung in den Krankenhäusern macht es überhaupt keinen Unterschied, ob ein Patient mit Corona oder wegen Corona eingeliefert wird.« Auch ein Unfallpatient, bei dem eine Coronainfektion festgestellt wird, müsse isoliert werden. Ebenso müsse sich das Personal schützen.

Nach einem Bericht des »Nordkuriers«  hatte etwa René Domke, Fraktionschef der FDP im MV-Landtag, eine differenzierte Betrachtung gefordert. »Am Ende hängen zu wichtige Entscheidungen für das Leben der Menschen in diesem Land und für viele Branchen davon ab«, wird er zitiert. Der Bericht verweist auf Zahlen, nach denen im Nordosten in der zweiten und dritten Kalenderwoche des Jahres weniger als die Hälfte der coronapositiven Patienten auch wegen Corona eingeliefert wurden.

Kaderali verteidigt, dass die Gesamtzahl der coronapositiven Patienten auch für Entscheidungen etwa zur Kontaktreduzierung herangezogen wird. »Hier ging es immer darum, die Überlastung der Krankenhäuser zu verhindern.« Es sei der einzig richtige Weg, alle Patienten, bei denen eine Coronainfektion festgestellt wird, zu zählen. Zudem könne ein Patient, der mit Corona kommt, durchaus ein Patient werden, der wegen Corona im Krankenhaus ist – wenn sich seine Erkrankung verschlimmert.

Ungeimpfte Snowboard-Olympiasiegerin Kummer darf Hotel verlassen

14.23 Uhr: Die ungeimpfte Schweizer Snowboard-Olympiasiegerin Patrizia Kummer hat das Corona-Quarantänehotel bei Olympia in Peking einem Medienbericht zufolge früher als erwartet verlassen können. Sie setze die Quarantäne im olympischen Dorf in »erleichterter Form« fort, sagte die 34-Jährige laut der Schweizer Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Montag. Sie dürfe dabei ihr Zimmer verlassen, um auf Schnee zu trainieren und werde mit einem Spezialtransport zur Piste gebracht, berichtete sie.

Kummer hatte sich im Vorfeld der Winterspiele in eine dreiwöchige Quarantäne begeben müssen, sie hatte sich aus persönlichen Gründen bislang nicht gegen das Coronavirus impfen lassen. Für eine Teilnahme an den Spielen, die am Freitag eröffnet werden, war die Isolation vorab für sie daher zwingend. Diese saß Kummer seit Mitte Januar bislang in einem 25-Quadratmeter-Hotelzimmer ab.

Ansteckender Omikron-Subtyp BA.2 könnte Infektionswelle verlängern

13.57 Uhr: Eine wohl noch leichter übertragbare Untervariante von Omikron könnte aus Expertensicht zu einer Verlängerung der derzeitigen Infektionswelle führen. »BA.2 wird sich auch bei uns durchsetzen«, schrieb der Immunologe Carsten Watzl am Montag auf Twitter.  Der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie bezog sich auf eine noch nicht von externen Fachleuten begutachtete Untersuchung aus Dänemark  zu dem Omikron-Subtyp BA.2.

Das eigene Infektionsrisiko bei BA.2 ist der Studie zufolge mehr als doppelt so hoch wie bei Subtyp BA.1. Das gilt sowohl innerhalb der Gruppe der Ungeimpften, als auch bei Menschen mit Grundschutz und bei Geboosterten. Das Risiko der Weitergabe des Virus ist bei infizierten Ungeimpften ebenfalls stark erhöht, nicht jedoch bei Geimpften und Geboosterten, heißt es in der Studie. BA.1 ist bisher in Deutschland vorherrschend, BA.2 gibt es aber auch schon.

Impfungen hätten auch mit dem Aufkommen von BA.2 einen Effekt gegen Infektion, Weitergabe und schwere Erkrankung, wenn auch verringert im Vergleich zu früheren Varianten, schreiben die Forscher. Die höhere BA.2-Anfälligkeit und -Übertragbarkeit bei Ungeimpften werde wahrscheinlich zu einer noch weiteren Steigerung von Übertragungen bei ungeimpften Kindern etwa in Schulen und Kitas führen, halten sie fest.

Für die Untersuchung blickten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in Dänemark auf Ansteckungen mit BA.1 und BA.2 in Haushalten. Betrachtet wurde das Geschehen ausgehend von rund 8500 sogenannten Primärfällen Ende Dezember, Anfang Januar. »Wir schließen daraus, dass Omikron BA.2 von Natur aus wesentlich besser übertragbar ist als BA.1«, heißt es im Fazit.

Verpflichtende Coronaimpfung im Formel-1-Fahrerlager kommt

13.56 Uhr: Eine Coronaimpfung für alle Mitarbeiter im Formel-1-Fahrerlager wird ab dieser Saison verpflichtend. Der Formel-1-Rechteinhaber »wird verlangen, dass alle mitreisenden Mitarbeiter vollständig geimpft sind«, bestätigte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur am Montag einen entsprechenden Bericht der »Times« und der BBC. Es soll dabei keine Ausnahmen geben. Die künftige Regel betrifft damit unter anderen die Fahrer, Teammitglieder und auch Journalisten.

Die Motorsport-Königsklasse konnte im vergangenen Jahr zwar 22 Grand Prix austragen, musste wegen der Coronapandemie aber – wie schon 2020 – auch Rennen verschieben oder absagen.

Präsident der Krebsgesellschaft warnt wegen Corona vor höherer Krebssterblichkeit

13.30 Uhr: Der Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Thomas Seufferlein, warnt wegen der Coronapandemie vor einem Anstieg der Krebssterblichkeit. »Es ist zu befürchten, dass sich eine verzögerte Therapie negativ auf die Prognose auswirkt«, sagte Seufferlein der Nachrichtenagentur AFP zum bevorstehenden Weltkrebstag. Viele Tumoroperationen seien »in den Gipfelzeiten der Pandemie« wegen der Auslastung der Intensivkapazitäten und fehlenden Personals verschoben worden oder ausgefallen.

»Eine verspätete Diagnose von Krebserkrankungen, zum Beispiel durch eine verschobene Vorsorge, birgt das Risiko, dass Tumorerkrankungen erst in einem fortgeschritteneren und damit schlechter behandelbaren Stadium erkannt werden«, sagte Seufferlein.

Gerade zu Beginn der Pandemie habe es deutlich weniger Vorsorgeuntersuchungen gegeben, weil das Angebot aufgrund der anfangs fehlenden Schutzausrüstung in Praxen und Kliniken reduziert war. Zudem hätten etliche Patientinnen und Patienten  Vorsorgetermine verschoben, aus Furcht vor einer möglichen Ansteckung oder um das Gesundheitssystem nicht zusätzlich zu belasten.

Lesen Sie hier ausführlich, wieso die Coronapandemie die Krebssterblichkeit erhöhen wird.

Gerhard Schröder und seine Frau Soyeon Schröder-Kim haben Corona

12.44 Uhr: Altbundeskanzler Gerhard Schröder hat sich SPIEGEL-Informationen zufolge mit Corona infiziert. Auch bei seiner Ehefrau Soyeon Schröder-Kim wurde das Virus nachgewiesen. Schröder-Kim ist bisher symptomfrei.

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Sie hatte sich testen lassen, weil ihr Mann leichten Husten hat. Ein Schnelltest schlug zunächst nicht an. »Ich habe trotzdem sicherheitshalber den PCR-Test gemacht«, teilte sie dem SPIEGEL mit. Dieser sei dann positiv ausgefallen. Sowohl der Altbundeskanzler als auch seine Frau haben eine Auffrischungsimpfung erhalten. Beiden geht es SPIEGEL-Informationen zufolge den Umständen entsprechend gut. Mehr dazu lesen Sie hier.

Bundesregierung gegen »verfrühte« Coronalockerungen

12.42 Uhr: Die Bundesregierung sieht im Moment noch keinen Anlass für Lockerungen der Coronamaßnahmen. »In dem Moment, wo wir das Gefühl haben, verantwortlich lockern zu können, wird diese Bundesregierung, werden alle Landesregierungen genau diesen Schritt gehen«, sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin. Im Augenblick sei es aber »noch ein bisschen verfrüht«, schon diesen Schritt zu machen. Man sei noch in der Phase, in der es bergauf gehe mit den Zahlen, jeden Tag gebe es neue Rekordwerte. Der Höhepunkt der Welle sei noch nicht erreicht. »Und insofern würde ich im Augenblick davor warnen, zu frühzeitig zu glauben, es ist schon vorbei«, sagte Hebestreit.

Johnson hat »Partygate«-Untersuchungsbericht erhalten

12.37 Uhr: Nach tagelanger Verzögerung hat der britische Premierminister Boris Johnson Medienberichten zufolge »eine Version« des internen Untersuchungsberichts zur »Partygate«-Affäre erhalten. Das Kabinettsbüro bestätigte am Montag Medienberichte, wonach die Spitzenbeamtin Sue Gray den Regierungschef »über den aktuellen Stand ihrer Ermittlungen informiert hat«. Ein Sprecher von Johnson bestätigte den Eingang des Berichts und kündigte dessen rasche Veröffentlichung an. Der Sender Sky News berichtete, dass das Dokument nicht der »vollständige und endgültige« interne Untersuchungsbericht sei. Der Premierminister will sich am Montagnachmittag vor dem Parlament dazu äußern.

Die Party dürfte wohl erst einmal vorbei sein: Medienberichte über zahlreiche Feiern im Regierungssitz hatten Johnson, der selbst an einigen Partys teilgenommen haben soll, erheblich unter Druck gesetzt

Die Party dürfte wohl erst einmal vorbei sein: Medienberichte über zahlreiche Feiern im Regierungssitz hatten Johnson, der selbst an einigen Partys teilgenommen haben soll, erheblich unter Druck gesetzt


Foto: MATT DUNHAM / AFP

Insgesamt prüfte Gray insgesamt 16 Vorfälle. Die Londoner Polizei hatte die Beamtin gebeten, in ihrem Bericht möglichst wenig Bezug zu nehmen auf Ereignisse, die noch von Ermittlern untersucht würden. So solle eine Beeinträchtigung der Ermittlungen vermieden werden. Die Opposition fordert eine vollständige Veröffentlichung.

Medienberichte über zahlreiche Feiern im Regierungssitz hatten Johnson, der selbst an einigen Partys teilgenommen haben soll, erheblich unter Druck gesetzt. Kommt der Bericht zu dem Schluss, dass Coronaregeln gebrochen wurden, droht Johnson ein parteiinternes Misstrauensvotum. Wegen der erwarteten Zensur rechnet mittlerweile aber kaum noch jemand damit, dass nun schwere Vorwürfe gegen Johnson erhoben werden.

Bali öffnet wieder für Touristen – wenn sie vorher in Quarantäne waren

12.23 Uhr: Die indonesische Urlaubsinsel Bali öffnet am 4. Februar erstmals seit Beginn der Coronapandemie wieder ihre Grenzen für Touristen aus allen Ländern der Welt. »Dies soll dazu dienen, die Wirtschaft Balis wiederzubeleben, die durch die Pandemie stark betroffen ist«, sagte der Pandemiebeauftragte der Regierung, Luhut Pandjaitan, am Montag. Jedoch können sich Besucher nicht sofort frei auf der Insel bewegen: Wer vollständigen Grundschutz mit der meist nötigen zweiten Spritze hat, muss fünf Tage in einem Hotel seiner Wahl in Quarantäne. Wer nur eine Erstimpfung hat, muss sich sieben Tage isolieren.

Die Regierung entschied sich trotz seit Tagen steigender Coronazahlen aufgrund der ansteckenden Omikron-Variante für die Öffnung. Bali ist auf die wichtige Tourismusbranche angewiesen, die seit April 2020 fast komplett am Boden liegt. 2019 waren noch mehr als sechs Millionen Urlauber auf die für ihre Tempel, Reisfelder und Strände bekannte Insel gereist.

Indonesien war lange das am schlimmsten von dem Virus betroffene Land in der Region. Am Sonntag hatte der südostasiatische Inselstaat mehr als 11 500 Neuinfektionen verzeichnet. Insgesamt wurden in dem Land mit 270 Millionen Einwohnern bislang rund 4,3 Millionen Fälle registriert. Mehr als 144 000 Menschen starben in Verbindung mit Covid-19.

Umfrage: Schulleitungen berichten von mehr Krankheitsausfällen

11.23 Uhr: Fast alle Schulleitungen in Deutschland berichten von zusätzlichen Belastungen der Lehrkräfte durch die Coronapandemie – und viele sind der Ansicht, dass krankheitsbedingte Ausfälle des Personals an Schulen in den vergangenen Jahren zugenommen haben. In einer am Montag vorgelegten  repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für die Bildungsgewerkschaft VBE gaben 97 Prozent der Schulleiterinnen und Schulleiter an, dass sich ihrer Ansicht nach in der Coronapandemie die Anforderungen an das Kollegium nochmals gesteigert hätten.

Mehr Schulleitungen als noch bei der letzten Befragung 2019 waren außerdem der Ansicht, dass längere Krankheitsausfälle bei Lehrkräften zugenommen haben. 50 Prozent hatten demnach den Eindruck, die Zahl der Kolleginnen und Kollegen, die langfristig wegen psychischer oder physischer Erkrankungen ausgefallen sind, sei in den vergangenen Jahren gestiegen – 2019 waren es 36 Prozent.

Von 84 auf 89 Prozent gestiegen ist auch der Anteil der Schulleiterinnen und Schulleiter, die für »fast alle« oder »die meisten« Lehrkräfte Mehrbelastungen durch »neue Herausforderungen und Anforderungen im Schulalltag, z. B. durch Inklusion, Integration oder andere Entwicklungen« sahen.

Star-Podcaster Joe Rogan räumt Fehler ein

11.13 Uhr: Joe Rogan hat auf Spotify Falschinformationen über Corona verbreitet. Neil Young und Joni Mitchell zogen deshalb ihre Musik vom Streamingdienst ab. Nun gelobt der umstrittene Podcaster Besserung. »If I pissed you off, I'm sorry«, sagte er in einem knapp zehnminütigen Video auf Instagram. Mehr dazu finden Sie hier.

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Edeka, Rewe, Aldi und Co.: Protestbrief gegen 2G im Einzelhandel

10.49 Uhr: Der Ruf nach einer bundesweiten Abschaffung der 2G-Regel im Einzelhandel wird immer lauter. Nach dem Handelsverband Deutschland forderten am Montag auch die vier großen Lebensmittelhändler – Edeka, Rewe, Aldi und die Schwarz-Gruppe (Lidl, Kaufland) – in einem Brief an mehrere Spitzenpolitiker ein Ende der Zugangsbeschränkungen, die noch immer in großen Teilen des Handels gelten. Dies ist auch deshalb bemerkenswert, weil die Lebensmittelhändler selbst überhaupt nicht von der 2G-Regel betroffen sind.

Gleichzeitig signalisierte FDP-Chef und Finanzminister Christian Lindner Zweifel an der geltenden Regelung. »Ich stelle mir persönlich die Frage, ob wir wirklich auf Dauer die sehr scharfen Zutrittsbeschränkungen im Handel brauchen. Da entsteht ja ein wirtschaftlicher Schaden. Und da muss eben immer gefragt werden, ob der Schaden in einem richtigen Verhältnis steht zum zusätzlichen gesundheitlichen Nutzen«, sagte er dem TV-Sender »Welt«.

»Einzelhandel mit geeigneten Hygienekonzepten kein Infektionsherd«

Die Chefs von Edeka, Rewe, Aldi und der Schwarz-Gruppe erklären in einem gemeinsamen Schreiben an Kanzleramtsminister Wolfgang Schmidt und andere Spitzenpolitiker: »Auf Basis unserer nunmehr fast zweijährigen Erfahrungen mit der Pandemie können wir feststellen, dass der Einzelhandel mit den geeigneten Hygienekonzepten (maßgeblich Maskenpflicht und Abstandswahrung) kein Infektionsherd ist.« Das gelte unabhängig von den gehandelten Sortimenten.

Bund und Länder hatten die 2G-Regel für weite Teile des Einzelhandels angesichts der steigenden Corona-Inzidenzzahlen Anfang Dezember vergangenen Jahres beschlossen. Davon ausgenommen sind Läden des täglichen Bedarfs wie Supermärkte, Drogerien, Apotheken. Allerdings wurde die Regelung bereits in mehreren Bundesländern von Gerichten gekippt.

Bericht: Johnson streicht Impfpflicht für medizinisches Personal

10.40 Uhr: Auf Druck seiner Partei will der britische Premierminister Boris Johnson einem Zeitungsbericht zufolge die Coronaimpfpflicht für medizinisches Personal doch wieder streichen. Gesundheitsminister Sajid Javid wolle den Schritt noch am Montag mit Kabinettskollegen vereinbaren, berichtete der »Daily Telegraph«.  Den Plänen zufolge sollten Pflegekräfte vom 1. April an zwei Impfungen haben. Mit der Kehrtwende erfüllt Johnson, der wegen der »Partygate«-Affäre auch parteiintern unter Druck steht, eine der Kernforderungen einflussreicher Hinterbänkler.

Wie der »Telegraph« schrieb, beruft sich Gesundheitsminister Javid darauf, dass die Auswirkungen der Omikron-Variante deutlich milder seien als befürchtet. Die Impfpflicht für das Personal des Gesundheitsdienstes NHS wurde beschlossen, als die Delta-Variante dominierte.

Diese führte zu deutlich mehr Krankenhauseinweisungen. Kritiker befürchten, das ohnehin überlastete Gesundheitssystem werde bei einer Impfpflicht auf einen Schlag 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlieren. Die Pflegekräftevereinigung Royal College of Nursing begrüßte die Kehrtwende.

Der einflussreiche Tory-Abgeordnete Mark Harper sprach von einem »großen Sieg«. »Meine Hinterbänkler-Kollegen und ich haben deutlich darauf gedrungen, Zehntausenden NHS- und Pflegekräften die Kündigung zu ersparen«, twitterte Harper.

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Als Hinterbänkler (backbenchers) werden in Großbritannien Abgeordnete ohne Regierungsverantwortung bezeichnet, also das Gros der Parlamentarier. In Johnsons konservativer Partei sind sie ein großer Machtfaktor. Wegen der Affäre um Lockdown-Partys in der Downing Street droht Johnson ein parteiinternes Misstrauensvotum. Nun dürften Johnsons Chancen, eine solche Abstimmung zu vermeiden, erheblich steigen.

Coronaimpfziel von 80 Prozent bis Ende Januar weit verfehlt

10.18 Uhr: Das von der Bundesregierung ausgegebene Ziel, bis Ende Januar mindestens 80 Prozent der Bevölkerung gegen das Coronavirus zu impfen, ist außer Reichweite. Bis einschließlich Sonntag wurden 75,8 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal gegen Corona geimpft, wie aus am Montag veröffentlichten Daten des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht. Die Quote derjenigen, die vollständig geimpft sind, liegt demnach bei 74 Prozent.

Die Bundesregierung hatte ursprünglich bereits Ende vergangenen Jahres die Quote von 80 Prozent erreichen wollen. Das Ziel wurde dann auf Ende Januar verschoben. Den Zahlen vom Montag zufolge sind 20,2 Millionen Menschen in Deutschland weiterhin nicht gegen Corona geimpft. Davon sind vier Millionen zwischen null und vier Jahre alt – für sie steht kein zugelassener Impfstoff zur Verfügung.

Die Impfquoten der Bundesländer unterscheiden sich weiterhin erheblich. So sind in Bremen 86,7 Prozent der Einwohner vollständig geimpft, in Sachsen lediglich 62,7 Prozent. Im Saarland sind 60,8 Prozent der Menschen bereits geboostert, in Sachsen lediglich 42,4 Prozent. Bundesweit liegt diese Quote bei 52,8 Prozent.

Der größte Teil der momentan verabreichten Impfungen sind Auffrischungen. So wurden den Zahlen des Ministeriums zufolge am Sonntag etwa 63.000 Impfdosen verbraucht, davon 40.000 für Booster.

Die tatsächlichen Impfquoten in Deutschland könnten höher sein, als aus den offiziellen Daten hervorgeht. Laut Robert Koch-Institut (RKI) kann »eine hundertprozentige Erfassung durch das Meldesystem nicht erreicht werden«. Das RKI geht deshalb davon aus, »dass die tatsächliche Impfquote bis zu fünf Prozentpunkte höher liegt«, als in den offiziellen Mitteilungen angegeben.

Deutlich mehr Fluggäste an deutschen Flughäfen im Jahr 2021

09.59 Uhr: Der Flugverkehr hat sich im vergangenen Jahr nach dem Coronajahr 2020 etwas berappelt. Insgesamt rund 73,6 Millionen Fluggäste verzeichneten die 23 größten Flughäfen in Deutschland im Jahr 2021, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte.  Im Vergleich zum Vorjahr entsprach dies einem Plus von 27,3 Prozent. Vom Niveau des Jahres 2019 – also vor der Pandemie – ist das aber immer noch ein ganzes Stück entfernt. Damals wurde mit fast 227 Millionen Passagieren noch ein Rekordhoch verzeichnet.

Die Einschränkungen durch die Pandemie beeinträchtigten den Luftverkehr in unterschiedlichem Maße. Innerhalb Deutschlands flogen 2021 rund 4,7 Millionen Menschen, das waren 19,3 Prozent weniger als 2020 und knapp 80 Prozent weniger als 2019. Die Zahl der ins Ausland fliegenden Passagiere nahm im vergangenen Jahr dagegen um ein Drittel zu auf 69 Millionen. Im Vergleich zu 2019 war das ein Rückgang um 66 Prozent.

Der Interkontinentalverkehr legte um 6,7 Prozent auf insgesamt 10,8 Millionen Passagiere zu. Im Vergleich zu 2019 entsprach dies einem Rückgang von 75,4 Prozent. Zuwächse gab es demnach insbesondere bei Reisen in afrikanische Länder (12,3 Prozent) und nach Amerika (25,4 Prozent).

Die Luftfracht erreichte im vergangenen Jahr einen Rekord: Erstmals wurden mehr als fünf Millionen Tonnen transportiert, obwohl durch die Einschränkungen bei Passagierflügen weniger Kapazität für Beiladungen zur Verfügung stand. Insgesamt stieg die Beförderungsmenge an Luftfracht und Luftpost gegenüber dem Jahr 2020 um 17,5 Prozent auf 5,3 Millionen Tonnen. Das waren 12,7 Prozent mehr als 2019.

Einbrecher nehmen 1600 Corona-Schnelltests mit

9.51 Uhr: Bei einem Einbruch in eine Corona-Teststation in Rüsselsheim sind rund 1600 Schnelltests verschwunden. Wie die Polizei am Montag mitteilte,  geschah die Tat bereits in der Nacht zum Freitag. Aus dem Container seien zwei Kartons mit Schnelltests gestohlen worden. Vorher hätten Unbekannte die Tür der Teststation aufgehebelt.

Giffey will symptomfreie Coronainfizierte im »Not-Not-Notfall« arbeiten lassen

9.02 Uhr: Die Berliner Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) hat nicht ausgeschlossen, dass symptomfreie Coronainfizierte auch im Gesundheitswesen arbeiten könnten – allerdings nur im »Not-Not-Notfall«, wie sie wörtlich im rbb-Inforadio sagte . Damit präzisierte sie ihre Aussage, wonach bei großen Personalengpässen in der kritischen Infrastruktur auch Infizierte eingesetzt werden könnten.

Es gehe darum, die Grundversorgung der Bevölkerung zu sichern. An diesem Punkt, so Giffey, sei Berlin aber noch nicht angekommen. Falls durch Personalmangel die gesundheitliche Versorgung infrage stehe, müsse man sich darüber aber Gedanken machen.

Größte Sorge der Deutschen: ohne hohe Impfquote immer neue Coronawellen

9.01 Uhr: Mehr als die Hälfte der Deutschen (55 Prozent) sorgt sich laut einer Umfrage davor, dass es immer neue Coronawellen gibt, bis alle gegen das Virus geimpft sind. Diese Befürchtung übersteigt in einer Sonderbefragung zu den »Ängsten der Deutschen in der Coronakrise 2022 « alle anderen abgefragten Sorgen, wie aus der am Montag veröffentlichten Studie der R+V-Versicherung hervorgeht. 49 Prozent der Befragten fürchten, dass die Politiker überfordert sind. 43 Prozent haben Angst vor einer Coronainfektion.

Auffällig: Deutlich weniger Menschen (38 Prozent) hatten im Vergleich zu einer vorherigen Untersuchung Angst vor einer schlechten Wirtschaftslage – im Winter 2021 waren es noch 59 Prozent. »Es herrscht wieder mehr Wirtschaftsoptimismus«, heißt es dazu. Auch die Sorge vor eigener Arbeitslosigkeit ist recht gering (19 Prozent).

Die R+V-Versicherung untersucht seit 1992 jährlich die Befindlichkeiten der Deutschen in Sachen Politik, Wirtschaft, Umwelt, Familie und Gesundheit. Die letzte große Erhebung dazu wurde im September veröffentlicht.

In der Pandemie gab es zum dritten Mal eine Sonderumfrage zu den Coronaängsten. Für die repräsentative Online-Untersuchung wurden vom 18. bis 20. Januar 1083 Menschen zu ausgewählten Themen aus der Langzeitstudie befragt.

Bei stabiler Krankenhauslage: Bovenschulte fordert Lockerungsdebatte

8.42 Uhr: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte hat sich offen gezeigt für eine Debatte über Lockerungen von Coronabeschränkungen. Bei einer stabilen Lage unter anderem auf den Intensivstationen könne man sich einer Perspektivdebatte nicht verschließen, sagte der SPD-Politiker am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Diskussionspunkte könnten die 2G-Regelung im Einzelhandel und die Auslastung von Fußballstadien sein.

Für den Einzelhandel hält Bremens Bürgermeister eine bundesweite konsequente Maskenpflicht statt der 2G-Regelung für denkbar. 2G besagt, dass nur geimpfte oder genesene Menschen entsprechende Innenräume betreten dürfen. »Und wir müssen zu einer möglichst einheitlichen Regelung kommen, was Großveranstaltungen angeht«, sagte Bovenschulte mit Verweis auf den Sport.

Trotz weiter steigender Coronainfektionszahlen waren zuletzt die Rufe nach einem Konzept für eine Rücknahme von Beschränkungen lauter geworden. Entsprechend äußerten sich unter anderem führende FDP- und CSU-Politiker. Sie begründeten dies mit den bislang weniger schweren Krankheitsverläufen in der Omikron-Welle.

Das twittert Omikron:

Der mit schwarzem Humor geführte Twitteraccount der Omikron-Virusvariante (»Hier twittert die SARS-CoV-2-Variante B.1.1.529 über ihre Tour durch Deutschland. Omicron – killing you softly«) postete zu den Lockerungsforderungen der CSU:

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Party in Coronazeiten – Hongkongs Innenminister tritt zurück

8.22 Uhr: Hongkongs Innenminister Caspar Tsui hat am Montag seinen Rücktritt eingereicht. Tsui zog damit die Konsequenzen aus der Teilnahme an einem Geburtstagsbankett Anfang Januar, bei dem zwei der rund 200 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden waren. Er habe sich unangemessen verhalten, obwohl alle Anstrengungen darauf gerichtet sein sollten, die Ausbreitung des Virus einzudämmen, teilte der Politiker in einer schriftlichen Stellungnahme mit.

Die Feier, an der auch Polizeichef Raymond Siu und der Leiter der Einwanderungsbehörde Au Ka-wang teilnahmen, hatte unter Hongkongern heftige Kritik ausgelöst. Kurz zuvor hatten die Gesundheitsbehörden der Sonderverwaltungszone noch der Bevölkerung dazu geraten, große Ansammlungen zu meiden. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam sprach davon, dass die hochrangigen Politiker, die an dem Geburtstagsbankett teilnahmen, kein gutes Beispiel für die Menschen in Hongkong abgegeben haben.

Hongkong verfolgt eine strikte Null-Covid-Politik mit strengen Einreisebeschränkungen. In den letzten Wochen sind jedoch die täglichen Infektionszahlen innerhalb der Metropole dennoch deutlich angestiegen, der 7-Tage-Mittelwert liegt derzeit bei über 90 Fällen.

Wie kuriere ich Covid-19 zu Hause aus?

6.38 Uhr: Wer seine Covid-19-Erkrankung daheim durchlebt, ist sich oft nicht sicher, welche Symptome normal sind – und was zu tun ist, wenn es schlimmer wird. Michael M. Kochen, emeritierter Professor für Allgemeinmedizin, beantwortet unsere Fragen. Seine Ratschläge lesen Sie hier .

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1176,8

4.57 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Coronaneuinfektionen in Deutschland hat einen weiteren Höchstwert erreicht. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Montagmorgen bundesweit bei 1176,8. Am Sonntag hatte sie bei 1156,8 gelegen, am Montag vergangener Woche noch bei 840,3. Die Inzidenz beziffert die Zahl der neuen Ansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Montagmorgen bei 78.318 – nach 118.970 am Sonntag und 63.393 am Montag vergangener Woche. Wie das RKI weiter mitteilte, wurden am Montag zudem 61 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

  • Seit Pandemiebeginn verzeichneten die Gesundheitsämter nach Angaben des RKI insgesamt 9.815.533 Infektionsfälle.

  • Die Gesamtzahl der registrierten Coronatoten in Deutschland liegt nun bei 117.786.

  • Die Zahl der von einer Coronaerkrankung genesenen Menschen in Deutschland beziffert das RKI auf rund 7.622.400.

Lockdown für Ungeimpfte endet in Österreich

4.33 Uhr: In Österreich endet am Montag der Corona-Lockdown für Ungeimpfte. Seit Mitte November durften alle Einwohner über zwölf Jahre ohne Nachweis ihrer Impfung oder Genesung ihre Wohnung nur noch für Lebensmittel-Einkäufe, Arbeit oder Ausbildung, Arztbesuche sowie zur körperlichen Erholung verlassen. Bundeskanzler Karl Nehammer hatte das Ende der Ausgangsbeschränkungen damit begründet, dass die Krankenhäuser trotz anhaltend hoher Infektionszahlen nicht überlastet sind.

Am Samstag kündigte Nehammer zudem weitere Lockerungen an. Restaurants dürfen ab kommenden Samstag wieder bis Mitternacht geöffnet bleiben. Danach entfällt etappenweise der Nachweis über eine Impfung oder Genesung in Handel, Gastronomie und Tourismus. Allerdings werden für Restaurant- oder Hotelbesuche zumindest negative Coronatests verlangt. Am kommenden Freitag führt Österreich zudem eine allgemeine Impfpflicht für Erwachsene ein.

Fachleute zweifeln an endemischem Zustand der Pandemie nach Omikron-Welle

4.23 Uhr: Fachleute aus Virologie und Epidemiologie haben Zweifel daran geäußert, dass das Coronainfektionsgeschehen nach der Omikron-Welle einem endemischen Zustand deutlich näherkommt. »Es ist absolut möglich, dass nach dem Abflachen der aktuellen Welle Delta zurückkommt«, sagte Ulrike Protzer, Leiterin des Instituts für Virologie an der TU München, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Wir können nicht sicher sein, dass Omikron Delta ablöst.«

Die Immunität nach einer Omikron-Infektion sei ein »bisschen anders« als nach einer Delta-Infektion. »Aber wenn man geimpft ist und dann vielleicht zusätzlich eine Infektion hatte, kann das Immunsystem mit neuen Varianten, die jetzt kommen könnten, gut umgehen«, sagte Protzer den Funke Zeitungen. Bei Risikogruppen sollte jedoch erwogen werden, ob im Herbst eine vierte Impfdosis nötig sei. Die Daten aus Israel, wo gerade die Impfkampagne zur vierten Dosis läuft, könnten bei der Bewertung helfen.

Auch Gérard Krause, Epidemiologe am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig, zeigte sich skeptisch: »Ich teile die Euphorie nicht, dass Omikron uns jetzt in die Endemie führt«, sagte Krause den Funke Zeitungen. »Wir wissen nicht, was für Varianten noch kommen, die die Immunität vielleicht umgehen und auch zu schweren Verläufen führen können.« Durch abnehmenden Impfschutz und Infektionen mit der einen oder anderen Variante hätten viele Menschen zwar eine »Teilimmunität«, aber die helfe nicht gegen jede Variante gleich gut.

Die Frage, wann die Pandemie vorbei ist, sei vor allem eine Frage nach dem Umgang mit dem Erreger, sagte Krause. »Wie viele Erkrankungen sind wir bereit zu akzeptieren, wie viele können wir verhindern und um welchen Preis« – über diese Fragen müsse es eine gesellschaftliche Verständigung geben. Das sei keine rein medizinische Frage, sondern eine breit angelegte Abwägung.

Als Orientierung könne der Umgang mit den regelmäßigen Grippewellen dienen: »Das Ziel muss es sein, die schlimmsten Schäden zu verhindern und die Schwächsten zu schützen«, sagte der Experte für Epidemiologie. »Die Verluste einer mittleren Influenza-Saison sind wir als Gesellschaft offenbar bereit, hinzunehmen.«

Während sich eine Pandemie über Länder und Kontinente hinweg ausbreitet, werden Krankheiten oder Erreger als endemisch bezeichnet, die dauerhaft und gehäuft in einer begrenzten Region oder in Teilen der Bevölkerung vorkommen. Im Fall von Sars-CoV-2 bedeutet der Eintritt in eine Endemie, dass das Virus bleibt – die Menschen müssen damit leben, es wird aber für die Gesamtbevölkerung weniger gefährlich.

Grünen-Gesundheitspolitiker warnt vor zu schnellen Öffnungsschritten

3.56 Uhr: Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen hat vor zu schnellen Öffnungsschritten in der Pandemie gewarnt. »Es gibt keinen Anlass dafür, dass es kurzfristig Öffnungsmaßnahmen gibt«, sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. »Wir sind noch nicht übern Berg.« Die Hospitalisierungsrate steige inzwischen wieder an, es gebe keinen Grund zur Entwarnung. Falls sich die Lage verschlechtere, müsse eher über eine Ausweitung bestehender Schutzmaßnahmen wie 2G-plus-Regeln nachgedacht werden.

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen

Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen

Foto:

Kay Nietfeld / dpa

Zur Verfehlung des Impfziels für Ende Januar sagte Dahmen. »Wir kommen in Deutschland erkennbar nicht mit genügend Tempo vom Fleck.« Es seien auch von Ländern und Kommunen noch intensivere Anstrengungen nötig, damit mehr bisher ungeimpfte Menschen sich impfen lassen. Dahmen sprach sich vor diesem Hintergrund erneut für eine konsequente Umsetzung der einrichtungsbezogenen Impfpflicht im Gesundheitswesen und die zügige Vorbereitung einer allgemeinen Impfpflicht aus.

Wie aus Daten des Robert Koch-Instituts vom Samstag hervorgeht, erhielten bis einschließlich Freitag 75,7 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens eine Impfdosis. Das Ziel der Bundesregierung war es, bis Ende Januar 80 Prozent der Bevölkerung zumindest einmal gegen Corona zu impfen.

Trotz weiter steigender Coronainfektionszahlen wird in der Politik der Ruf nach einem Konzept für eine Rücknahme von Beschränkungen lauter. So sagte Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) dem SPIEGEL : »Wir haben die Omikron-Welle zwar noch nicht hinter uns, aber wir müssen schon jetzt konkret daran arbeiten, wann und unter welchen Bedingungen es zu schrittweisen Öffnungen kommen kann.«

IMK-Chef Herrmann will gegen »extremistische Brandstifter« bei Coronademonstrationen vorgehen

2.45 Uhr: Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU), will verschärft gegen extremistische Gewalttäter bei Coronaprotesten vorgehen. Seine ausdrückliche Warnung richte sich »an extremistische Brandstifter, die gewaltbereit sind und die Proteste zur Verbreitung ihrer radikalen Vorstellungen und ihrer demokratiefeindlichen Haltung ausnutzen wollen«, sagt Herrmann den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann

Foto: LUKAS BARTH / REUTERS

Als Vorsitzender der Innenministerkonferenz werde er sich »für eine verstärkte Beobachtung extremistischer Bestrebungen der Szene starkmachen«. Der bayerische Verfassungsschutz habe hierbei insbesondere Rechtsextremisten und Reichsbürger im Blick. »Entsprechende Mobilisierungserkenntnisse werden umgehend an die Polizei weitergegeben.« Der Innenminister nannte es fragwürdig, dass am Jahrestag von Hitlers Machtergreifung 1933 zu Coronademonstrationen aufgerufen worden sei.

Kubicki gegen Konsequenzen für Ungeimpfte auf dem Arbeitsmarkt

2.07 Uhr: Sollte eine Impfpflicht kommen, könnten Arbeitgeber ungeimpfte Bewerber ablehnen – dies hatte der Chef der Bundesagentur für Arbeit erklärt. Von FDP-Politiker Wolfgang Kubicki kommt nun scharfer Widerspruch. Lesen Sie hier mehr.

Expertenrat beklagt Fehlen von koordinierter Gesundheitskommunikation

1.35 Uhr: Der Coronaexpertenrat der Bundesregierung fordert Verbesserungen in der Risiko- und Gesundheitskommunikation in Deutschland. »Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar«, teilte das Gremium am Sonntagabend in seiner fünften Stellungnahme mit.

Demnach muss diese wissenschaftliche Evidenz einfach erklären, in Handlungsempfehlungen übersetzen sowie zur ersten Wahl für hilfreiche und verlässliche Informationen werden. »Auch wenn aktuell Behörden und Ministerien Teile davon realisieren, gibt es in Deutschland keine Institution, die eine nach den unten aufgeführten Prinzipien koordinierte Risiko- und Gesundheitskommunikation umsetzt.«

Aus Sicht des Rates sind für eine »fachlich fundierte und evidenzbasierte Gesundheitskommunikation« vier eng ineinander greifende Bausteine notwendig:

  1. die Zusammenführung und Erzeugung des besten verfügbaren Wissens

  2. die Übersetzung relevanter Daten in zielgruppenspezifische und verständliche Informationsformate. Dazu heißt es in der Stellungnahme unter anderem: »Ziele soll Aufklärung und nicht Werbung oder Persuasion (»Überreden«) sein.«

  3. Kommunikation über die verschiedenen Kanäle einer modernen Informationsgesellschaft

  4. Überprüfung der erzielten Effekte und falls notwendig die Anpassung der Strategie

Der Stellungnahme zufolge empfiehlt der Expertenrat daher »die Verbesserung der aktuellen Kommunikation und Informationsangebote nach den oben beschriebenen Prinzipien«. Er schlägt zudem vor, die Infrastruktur für Risiko- und Gesundheitskommunikation schnell auszubauen. »Dafür sollten die bestehenden Kompetenzen gebündelt und fehlende ergänzt werden. Diese multidisziplinär ausgerichtete Infrastruktur sollte fachlich unabhängig sein«.

Dem Coronaexpertenrat zur Beratung der Bundesregierung gehören etwa der Virologe Christian Drosten, die Virologin Melanie Brinkmann und die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, an. Alle 18 Mitglieder des Rates stimmten der fünften Stellungnahme zu.

faq/cop/oka/dop/jso/dpa/AFP/Reuters