Corona-News am Montag Kretschmer fordert Bund-Länder-Konferenz wegen steigender Inzidenzen

Die Länderchefs sollten sich wegen der angespannten Lage bald auf gemeinsame Maßnahmen verständigen, findet Sachsens Ministerpräsident. Und: Dänemark führt wieder Coronamaßnahmen ein. Das war der Überblick am 8. November.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Maske

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer mit Maske

Foto: Florian Gaertner/photothek.de / imago images/photothek

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+++ Steigende Inzidenzen: Kretschmer fordert Bund-Länder Konferenz +++

20.13 Uhr: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) dringt wegen der steigenden Coronafallzahlen auf eine Bund-Länder-Konferenz. »Uns läuft die Zeit davon«, sagte Kretschmer am Montagabend im MDR-Magazin »Sachsenspiegel«. Die Ministerpräsidenten der Länder und die Bundesregierung müssten sich angesichts der hohen Inzidenzen möglichst bald auf gemeinsame Maßnahmen verständigen.

»Wenn man zu spät handelt, bleibt nur ein knallharter Lockdown – und den wollen wir verhindern«, sagte Kretschmer. Er brachte ein Wiedereinführen der kostenlosen Schnelltests sowie Leerbettenpauschalen für Krankenhäuser ins Gespräch. Kretschmer kritisierte außerdem die derzeitige Impfstrategie: Ärzte würden derzeit von Engpässen beim Impfstoff berichten, über die dritte Booster-Impfung habe zu lange große Unklarheit bestanden. Über diese Fragen müsse man sich dringend verständigen – und es sei »fahrlässig«, dass das bisher nicht passiert sei.

Dänemark führt nach zwei Monaten Pause wieder Coronabeschränkungen ein

20.47 Uhr: Zwei Monate nach der Abschaffung sämtlicher Coronabeschränkungen in Dänemark führt das Land wieder Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie ein. Ein Gremium von Epidemiologen habe die Wiedereinführung der 3G-Regelung vorgeschlagen, die Regierung folge diesem Rat, sagte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Montagabend in Kopenhagen. Grund sei der starke Anstieg der Infektionszahlen.

Covid-19 werde auf Empfehlung des Gremiums erneut als »Bedrohung für die Gesellschaft« eingestuft, sagte Frederiksen. Künftig sei in vielen Bereichen der Öffentlichkeit wieder der Nachweis einer Corona-Impfung oder -Genesung oder eines negativen Tests vorgeschrieben.

Erst am 10. September hatte Dänemark die letzten Coronabeschränkungen aufgehoben. Die Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln war bereits Mitte August abgeschafft worden. Nach dem Ende der Coronamaßnahmen stieg die Zahl der Neuinfektionen jedoch wieder stark an. Ende vergangener Woche warnte die Nationale Gesundheitsbehörde vor einer Überlastung der Krankenhäuser. Am Montag meldeten die Behörden den fünften Tag in Folge mehr als 2000 Neuinfektionen in dem Land mit rund 5,8 Millionen Einwohnern.

In Dänemark sind 85,9 Prozent der Bevölkerung im Alter von über zwölf Jahren vollständig geimpft. Die Wiedereinführung der 3G-Regel bedeute Einschränkungen »für diejenigen, die nicht geimpft sind. Ich denke, so sollte es auch sein«, sagte Frederiksen.

Intensivmediziner fordern 2G-Regeln in Corona-Hochburgen

19.48 Uhr: Der Verband der Intensivmediziner Divi fordert die Einführung von 2G-Regeln in den Corona-Brennpunkten. »Wir müssen ganz schnell 2G da einführen, wo die Inzidenen wirklich hoch gehen«, fordert Divi-Vertreter Christian Karagiannidis im ZDF. Arbeitgeber seien gefordert zu entscheiden, ob 3G-Regeln am Arbeitsplatz eingeführt werden müssen.

Karagiannidis rechnet damit, dass die derzeitige Corona-Welle erst im März oder April abebben wird. Er erklärt, auf den Intensivstation lägen im Vergleich zu vergangenen Winter deutlich jüngere, fast ausschließlich ungeimpfte Menschen. Zunehmend würden auch Impfdurchbrüche bei älteren Menschen erfasst.

»Ampel« einigt sich auf Katalog von Corona-Maßnahmen bis Mitte März

18.40 Uhr: Die Ampel-Fraktionen haben sich auf einen Gesetzentwurf zu Corona-Eindämmungsmaßnahmen bis ins kommende Jahr hinein verständigt. Ein »bundeseinheitlich anwendbarer Katalog möglicher Schutzmaßnahmen« solle es auch nach dem Auslaufen der epidemischen Notlage nationaler Tragweite am 25. November ermöglichen, »je nach Entwicklung der aktuellen Lage erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen«, heißt es in dem Entwurf.

Ausdrücklich genannt werden unter anderem Abstandsgebote, Maskenpflicht, 3G-Regelungen für öffentliche Räume und die Verpflichtung zu Hygienekonzepten. (Lesen Sie hier mehr zu den geplanten Maßnahmen)

Berlin führt Maskenpflicht an Grundschulen wieder ein

18.05 Uhr: Die erst vor einem Monat abgeschaffte Maskenpflicht an Berliner Grundschulen wird wieder eingeführt. Die Maßnahme für die Klassenstufen eins bis sechs werde »im Laufe der Woche« greifen, sobald die Schulen die Eltern informiert hätten, erklärte die Senatsverwaltung für Bildung am Montag.

Zugleich würden die Schülerinnen und Schüler weiterhin dreimal die Woche auf Corona getestet. Für ältere Schulkinder hatte die Maskenpflicht auch in den vergangenen Wochen gegolten.

Bayerische Staatsoper schließt wegen Coronafällen für einige Tage

17.13 Uhr: Wegen zahlreicher Corona-Infektionen stellt die Bayerische Staatsoper in München für einige Tage ihren Spielbetrieb ein. Er hoffe, dass die Infektionsketten so unterbrochen werden könnten, sagte Staatsintendant Serge Dorny. Betroffen sind nach Auskunft eines Sprechers vor allem Musiker des Staatsorchesters. Bis einschließlich Freitag wurden deshalb alle Vorstellungen des Hauses abgesagt. Am Wochenende, so die Hoffnung, kann die Oper dann wieder ihren Spielbetrieb aufnehmen.

Ersatzlos ausfallen werden zwei Konzerte mit Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski, eine Schulvorstellung des Kinderstücks »Der Mondbär« sowie die Oper »Carmen« am Mittwoch. Die Produktion »Die Vögel« werde gänzlich aus dem Programm genommen, da momentan keine ausreichenden Proben stattfinden könnten, heißt es in der Mitteilung . Bereits gekaufte Tickets würden automatisch storniert.

Köln beschließt 2G für den Karnevalsauftakt

16.47 Uhr: Die Stadt Köln für den Karnevalsauftakt am 11.11. und das kommende Wochenende eine 2G-Regelung beschlossen. Der Krisenstab der Stadt  einigte sich in einer Sondersitzung darauf, dass an Karnevalsveranstaltungen in Kneipen und Gastronomie sowie in bestimmten Bereichen der Stadt nur Geimpfte und Genesene teilnehmen dürfen. Demnach stimmte das Land Nordrhein-Westfalen den beschlossenen Regelungen zu.

Gemäß der neuen Verfügung können am Donnerstag und Freitag nur immunisierte Menschen die abgesperrten Bereiche in der Innenstadt betreten. Die 2G-Regelung für Karnevalsveranstaltungen ohne Sitzplatzpflicht im Freien sowie in Innenräumen gilt vom 11. November ab 08.00 Uhr bis zum 14. November um 08.00 Uhr.

Für Kinder unter sechs Jahren gilt die 2G-Regelung nicht. Kinder von sechs bis zwölf Jahren und drei Monaten sowie Erwachsene, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können, dürfen unter Vorlage eines PCR-Tests oder eines maximal sechs Stunden alten Antigenschnelltests mitfeiern. Bei einer Missachtung der Regelungen etwa in der Gastronomie droht schlimmstenfalls die temporäre Schließung des Betriebs.

Hessen weitet Corona-Maßnahmen für Ungeimpfte aus

16.13 Uhr: Hessen verschärft die Corona-Regeln für Menschen ohne Impfschutz und für Beschäftigte, die am Arbeitsplatz Kontakt zu externen Kunden haben. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss demnach zur Teilnahme an 3G-Veranstaltungen oder beim Betreten von vielen 3G-Einrichtungen in Zukunft einen aktuellen PCR-Test vorlegen. Ein Antigen-Schnelltest reiche dazu nicht mehr aus. Das hat Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) als Konsequenz aus den steigenden Corona-Zahlen angekündigt.

Die PCR-Testpflicht betrifft konkret die Innenbereiche bei Veranstaltungen, Messen und im Kulturbetrieb, in Freizeiteinrichtungen, Sport- und Gaststätten sowie Spielhallen.

Hessen hatte bereits in der vergangenen Woche die Testpflicht in Alten- und Pflegeheimen sowie in Krankenhäusern verschärft. Das werde nun auf weitere Bereiche ausgeweitet, sagte Bouffier. Auch am Arbeitsplatz gelte künftig die 3G-Regel immer dann, wenn die Beschäftigten Kontakt zu externen Kunden haben. Davon betroffen seien etwa das Personal in Supermärkten, im Öffentlichen Personennahverkehr sowie beim Friseur.

Ampel-Parteien wollen laut FDP 3G-Regelung am Arbeitsplatz

16.08 Uhr: SPD, Grüne und FDP wollen angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen eine 3G-Regelung am Arbeitsplatz einführen. Demnach kämen nur noch Beschäftigte zu ihrem Arbeitsplatz, die nachweisen können, dass sie geimpft, genesen oder frisch getestet sind. »Unter SPD, Grünen und FDP gibt es dazu einen Konsens, dass wir das vorantreiben wollen«, sagte der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann in Berlin. In Anbetracht der Lage sei dies ein »angemessenes Vorgehen«.

Buschmann bestätigte auch, dass die drei Parteien, die derzeit an der Bildung einer Ampel-Koalition arbeiten, wieder zu kostenlosen Corona-Tests für alle Bürger zurückkehren wollen. Die FDP habe das Auslaufen der kostenlosen Bürgertests im Oktober schon immer für einen Fehler gehalten.

Karl Lauterbach: »Karneval kann zum Superspreader-Event werden«

15.55 Uhr: Karl Lauterbach rät von Karnevalsfeiern in Innenräumen dringend ab. »Der Karneval kann zum Superspreader-Event werden«, sagte der SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Nachrichtenagentur dpa.

»Wir stehen vor einer sehr massiven Welle«, warnte Lauterbach. Für den Karneval gelte deshalb: »Wenn möglich: Draußen feiern! Falls es drinnen ist, muss striktes 2G gelten. Mit Kontrollen. Aber auch dann sind Veranstaltungen in Innenräumen eine Riesengefahr. Deshalb ist jede abgesagte Karnevalsveranstaltung im Innenraum eine gute Veranstaltung. Denn sie schützt Leben.«

Auch wenn für Saalveranstaltungen 2G gelte – wenn also nur Geimpfte und Genesene zugelassen würden –, schaffe das keine wirkliche Sicherheit, weil der Impfschutz bei vielen schon nachlasse. »Jeder, der in einen Innenraum geht, muss mit einem Impfdurchbruch rechnen«, sagte Lauterbach. »Diese Impfdurchbrüche darf man nicht unterschätzen. Zum Glück ist es so, dass die ganz schweren Verläufe nicht so häufig sind. Aber dennoch sind viele Impfdurchbrüche schwerer, als der Laie sich das vorstellt. Sie können auch zu Long Covid führen.«

SPD für Rückkehr zu kostenlosen Bürgertests

15.30 Uhr: Corona-Schnelltests sollen angesichts der sich zuspitzenden Infektionslage in Deutschland voraussichtlich wieder kostenlos werden. Es sei richtig, »dass wir die kostenlosen Bürgertests wieder einführen wollen«, sagte SPD-Chefin Saskia Esken. Zudem müsse die 3G-Regel, nach der es Zugang etwa zu Veranstaltungen nur für Geimpfte, Genesene und Getestete gibt, noch besser kontrolliert werden. »Wir sind da in Deutschland sehr lax«, so die Politikerin.

Der Co-Parteichef Norbert Walter-Borjans sagte, im Zweifel müsse der Staat auch rigidere Maßnahmen ergreifen. Es sei nicht nur eine Entscheidung für sich selbst, wenn man sich nicht gegen Corona impfen lasse. Eine hohe Quote Ungeimpfter berge eine höhere Gefahr weiterer Mutationen und von Impfdurchbrüchen. Walter-Borjans wollte sich aber ausdrücklich nicht dem Vorsitzenden des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, anschließen, der von einer »Tyrannei der Ungeimpften« gesprochen hatte.

Immer mehr Intensivstationen voll

14.54 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Corona-Infektionszahlen bereiten sich Deutschlands Krankenhäuser wieder darauf vor, ihren Betrieb deutlich einzuschränken. Wenn es nicht gelinge, die neuerliche Welle zu brechen, »haben wir sehr bald wieder über 4000 intensivpflichtige Covid-Patienten«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dies führe zwangsläufig dazu, dass nach regionaler Betroffenheit aufschiebbare Leistungen später erbracht werden müssten.

Es würden also wieder Patienten auf ihre geplanten Operationen warten müssen, »vor allem diejenigen, bei denen nach der Operation eine Überwachung auf der Intensivstation erforderlich ist«, führte Gaß aus. »Wir müssen dringend die vierte Welle brechen.«

Der Leiter des von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) geführten Registers der Intensivkapazitäten, Christian Karagiannidis, sagte im WDR Fernsehen, die Intensivstationen seien bundesweit zu knapp 90 Prozent ausgelastet. In Bayern, Sachsen und Thüringen sei die Situation besonders angespannt.

Mehr als 250 Millionen bestätigte Corona-Infektionen weltweit

14.50 Uhr: Die Zahl der weltweit nachgewiesenen Coronavirus-Infektionen ist seit Beginn der Pandemie auf mehr als 250 Millionen gestiegen. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore  hervor. Die Marke von 200 Millionen Infektionen war Anfang August erreicht worden. Mehr als fünf Millionen Todesfälle im Zusammenhang mit einer Infektion wurden bislang weltweit gemeldet. Experten gehen sowohl bei den Infektionen als auch bei den Todesfällen von höheren Dunkelziffern aus.

Die Webseite der Johns-Hopkins-Universität wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt einen etwas höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Krankenhaus-Ampel in Bayern springt auf Rot

14.32 Uhr: Die Krankenhaus-Ampel des bayerischen Gesundheitsministeriums ist am Montag wegen der hohen Zahl von mehr als 600 Corona-Patienten auf den Intensivstationen auf Rot gesprungen. Damit gelten ab Dienstag Verschärfungen der Zutritts- und Testregeln. Unter anderem ist dann laut Gesundheitsministerium an vielen Arbeitsplätzen die 3G-Regel verpflichtend: Zutritt haben nur noch Mitarbeiter, die geimpft, genesen oder getestet sind.

Wie am Montag aus dem Divi-Intensivregister hervorging, lagen aktuell am Mittag 609 Menschen mit Covid-19 auf den Intensivstationen in Bayern, mehr als die Hälfte davon müssen beatmet werden. Landesweit sind demnach nur noch 446 Intensivbetten frei, davon 155 Covid-spezifische Betten mit Beatmungsmöglichkeit.

Um einen Kollaps des Gesundheitssystems zu vermeiden, treten bei Belegung von mehr als 450 beziehungsweise 600 Covid-Betten mit jeweils einem Tag Verzögerung schärfere Regeln in Kraft.

Bei 450 belegten Covid-Betten sprang die Krankenhaus-Ampel auf Gelb. Erst am Sonntag war unter anderem überall dort wieder auf FFP2-Masken umgestellt worden, wo zuvor medizinische Masken ausgereicht hatten.

Mit Ausnahme des öffentlichen Personennahverkehrs und des Handels müssen sich bei roter Ampel alle Beschäftigten in Betrieben mit mehr als zehn Mitarbeitern mindestens zwei Mal pro Woche per Schnelltest prüfen lassen, wenn sie während ihrer Arbeit Kontakt zu Kollegen oder Kunden haben.

Merkel fordert Politik zum Einsatz gegen Coronawelle auf

14.10 Uhr: Angela Merkel ist nur noch geschäftsführend im Amt, aus dieser Position heraus hat sie sich beunruhigt über die sich zuspitzende Corona-Lage in Deutschland gezeigt. Die CDU-Politikerin sei »seit Wochen über die Entwicklung der Pandemie sehr besorgt«, sagte ihr Sprecher Steffen Seibert. Merkel rufe uns alle dazu auf, »Bürger, Wirtschaft, die verschiedenen staatlichen Ebenen –, das zu tun, was nötig ist, um die Pandemie in den Griff zu bekommen«. Seibert appellierte in Merkels Namen erneut an die Bevölkerung, die Impfangebote wahrzunehmen. Jeder, der sich impfen lassen könne, solle dies tun. Es gebe einen »klaren Zusammenhang«: In den deutschen Regionen, wo die Impfquoten am geringsten sind, sei die Situation momentan »am schlimmsten«. Die meisten Corona-Patienten in den Krankenhäusern seien nicht geimpft.

Mehrheit laut Umfrage gegen Wiedereinführung kostenloser Corona-Tests

13.50 Uhr: Trotz rasant steigender Corona-Infektionszahlen ist die Mehrheit der Menschen in Deutschland gegen eine Wiedereinführung kostenloser Tests. In eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa sprechen sich 54 Prozent für eine Beibehaltung der aktuellen Regelung aus, nach der Coronatests nur in Ausnahmefällen nichts kosten. Nur 38 Prozent sagen, die Tests sollten wieder für alle kostenfrei sein, acht Prozent machen keine Angabe.

Bund und Länder hatten im August entschieden, die im Frühjahr eingeführten kostenlosen Tests für alle zum 11. Oktober grundsätzlich auslaufen zu laufen. Inzwischen haben sich unter anderem bereits die Bundesärztekammer, Grünenchef Robert Habeck, der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, der Deutsche Städtetag und der Handelsverband für die Wiedereinführung ausgesprochen.

In Thüringen ist der Anteil der Corona-Patienten auf der Intensivstation bundesweit am höchsten

13.00 Uhr: Nirgendwo in Deutschland ist ein so hoher Anteil der Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt wie in Thüringen. Am Montagmorgen waren dort 21,2 Prozent und damit mehr als jedes fünfte betreibbare Bett mit Covid-19-Patienten belegt, wie aus Daten der Medizinervereinigung Divi (Stand: 11.15 Uhr) hervorgeht. Demnach stieg die Zahl der Corona-Patienten auf Thüringer Intensivstationen im Vergleich zum Vortag um 17 auf 133. 22 spezielle Covid-Intensivbetten waren noch frei.

Mitte April waren noch rund 220 Corona-Patienten auf den Intensivstationen behandelt worden. Laut Gesundheitsministerium ging die Zahl der Intensivbetten im Freistaat zurück. 2020 seien zeitweise bis zu 1100 Intensivbetten in Thüringen verfügbar gewesen. Ende Oktober 2021 habe die Zahl nur noch um 700 gependelt.

Insgesamt waren in Thüringen Stand Montagmorgen 87,2 Prozent der Intensivbetten belegt. Zuletzt hatte Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gewarnt, dass es wegen der volllaufenden Intensivstationen demnächst nicht mehr für jeden ungeimpften Corona-Patienten eine Garantie für die Behandlung in Thüringen geben könne. Die Menschen würden behandelt, müssten aber notfalls in andere Bundesländer verlegt werden.

Spahn offen für Wiedereinführung kostenloser Tests

12.50 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) berät mit den Parteien der voraussichtlichen Ampel-Koalition über die Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Bürgertests. Das sagte ein Ministeriumssprecher. Die Entscheidung von Bund und Ländern im August für ein Ende der kostenfreien Tests ab Oktober sei damals richtig gewesen. Seitdem sei bei den Erstimpfungen ein Anstieg zu erkennen, sagte der Sprecher.

»Der Minister sieht es auch so, dass es genauso richtig ist, sie in dieser vierten Welle vorübergehend wieder einzuführen und er ist zu einem möglichen Neustart der kostenlosen Bürgertests im konstruktiven Austausch mit den Ampel-Koalitionären.«

Über das Thema wird vor dem Hintergrund der stark steigenden Infektionszahlen diskutiert. Kostenlose Schnelltests gibt es seit dem 11. Oktober nur noch in Ausnahmefällen, etwa für Menschen, die sich nicht impfen lassen können, darunter Kinder unter 12 Jahren, sowie übergangsweise für 12- bis 17-Jährige und Schwangere.

Auch die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht einer Wiedereinführung kostenloser Tests für alle offen gegenüber, wie ihr Sprecher Steffen Seibert sagte. Es müsse viel getestet werden. Wenn man von möglichst vielen Infektionen wisse und die Dunkelziffer möglichst klein halte, gebe das mittelfristig mehr Sicherheit. Deshalb begleite Merkel solche Überlegungen durchaus positiv.

Österreichische Polizei soll »Kontrolldruck deutlich erhöhen«

12.34 Uhr: Die neuen Einschränkungen für Ungeimpfte in Österreich sollen mit einem breiten Einsatz von Polizeistreifen durchgesetzt werden. »Wir werden den Kontrolldruck in den nächsten Tagen deutlich erhöhen«, sagte Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) während einer Pressekonferenz. Seit Wochenbeginn haben nur noch Geimpfte und von Covid-19 Genesene Zutritt zu Lokalen, Fitnesscentern, Veranstaltungen und Friseursalons.

Die Maßnahme war kurzfristig am Freitag angekündigt worden, um den steilen Anstieg der Infektionszahlen zu stoppen, die Überlastung von Krankenhäusern zu verhindern und die Impfrate zu erhöhen.

Die Polizei plant nun Schwerpunktaktionen etwa in der Gastronomie oder in Dienstleistungsbetrieben. Es sei aber wichtig, umsichtig vorzugehen und mit der Bevölkerung zusammenzuarbeiten, um die neue Regelung umzusetzen, sagte der konservative Innenminister und verwies auf die steigenden Impfzahlen. Es sei ein Zeichen für die positive Anreizwirkung von 2G, »wenn jetzt die Impfbereitschaft zunimmt, weil es nett ist, im Lokal zusammensitzen, und weil es schön ist, am öffentlichen Leben teilzunehmen«.

Zum Start der 2G-Regel wurde erneut ein sehr hoher Wert an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Laut Innen- und Gesundheitsministerium wurden binnen 24 Stunden 8178 neue Infektionsfälle registriert. Die Sieben-Tage-Inzidenz kletterte auf rund 633, dreimal so hoch wie in Deutschland.

Panne bei Impfzertifikaten in Russland

12.27 Uhr: Nach einem Teil-Lockdown soll in Russland das öffentliche Leben wieder anlaufen. Doch eine Panne bei den QR-Codes der Corona-Impfzertifikate sorgt für Ärger. Viele Bürger beschwerten sich am Montag, dass ihre ursprünglich für ein Jahr nach einer Impfung gültigen Codes plötzlich nur noch eine Laufzeit von sechs Monate hatten. Viele Zertifikate konnten gar nicht mehr eingesetzt werden, weil sie bereits abgelaufen waren. Die QR-Codes sind als Impf- oder Genesungsnachweise teils Voraussetzung für die Teilnahme am öffentlichen Leben.

Der Kreml sprach von einer »technischen Panne« beim Online-Dienstleistungsportal Gosuslugi.ru. Ein Sprecher des Präsidialamts versicherte jedoch, die Codes seien weiterhin ein Jahr lang gültig. Das für Digitalisierung zuständige Ministerium teilte mit, dass der Fehler schon behoben sei.

In Russland endete am Montag eine von Präsident Wladimir Putin landesweit angeordnete arbeitsfreie Woche, in der auch die meisten Geschäfte geschlossen waren. Damit sollten die hohen Infektionszahlen gesenkt werden. Russland verzeichnet pro Tag rund 40.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus und mehr als 1000 Todesfälle. Fünf Regionen verlängerten die arbeitsfreie Zeit um eine Woche. Damit solle eine Stabilisierung der Lage erreicht werden, hieß es.

Coronafälle bei den Würzburger Kickers – Heimspiel soll abgesagt werden

12.14 Uhr: Nach mehreren Corona-Fällen bei den Würzburger Kickers steht das für 19 Uhr angesetzte Drittligaspiel gegen Eintracht Braunschweig vor der Absage. »Eine Verlegung des Spiels hat der Club beim DFB offiziell beantragt. Eine finale Entscheidung vom Verband steht jedoch noch aus«, hieß es von dem Verein . In ihrer Lizenzspieler-Mannschaft habe es mehrere Corona-Fälle gegeben. Weitere Details nannten die Unterfranken nicht.

Touristengruppen dürfen ohne Booster-Impfung nach Israel reisen

12.06 Uhr: Israel will Touristengruppen künftig die Einreise auch ohne eine dritte Impfung gegen das Coronavirus erlauben. Dies teilte eine Sprecherin des Tourismusministeriums mit. Demnach beschloss das sogenannte Corona-Kabinett, dass Israel-Urlauber von Dienstag an unter bestimmten Auflagen einreisen dürfen, wenn sie doppelt geimpft sind – auch wenn schon mehr als sechs Monate seit der zweiten Impfung vergangen sind.

Seit dem 1. November galt für Israel-Touristen, dass bis zur Ausreise aus dem Land nicht mehr als sechs Monate seit der zweiten Spritze vergangen sein dürfen – es sei denn, es gab eine sogenannte Booster-Impfung zur Auffrischung. Bei einer Impfung mit dem Präparat von Johnson&Johnson, für die nur eine einzige Spritze erforderlich, gilt das entsprechend auch.

Künftig können Gruppen von fünf bis 40 Touristen nun mit einer Genehmigung des Ministeriums einreisen. Sie müssen allerdings mit Corona-Vakzinen geimpft sein, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) anerkannt sind. In Israel muss die Gruppe als geschlossene »Kapsel« reisen – mit besonderen Beschränkungen an Orten, an denen es ein hohes Infektionsrisiko gibt.

Russlands Corona-Ferien enden

11.40 Uhr: Nach einer Woche müssen die meisten Menschen in Russland wieder zur Arbeit. Die bezahlten freien Tage waren wegen der Corona-Pandemie ausgerufen worden. Die Infektions- und Todeszahlen sind jedoch nach wie vor hoch.

Nach jüngsten Behördenangaben wurden binnen 24 Stunden 39.400 neue Infektionsfälle registriert. Die Zahl der Todesfälle lag bei 1190.

In Moskau und den meisten anderen Städten galt während der Corona-Ferien auch ein Lockdown. Restaurants, Cafés und viele Geschäfte waren geschlossen.

Die Regionalbehörden können die arbeitsfreie Zeit zwar noch verlängern, davon machten bislang aber nur wenige Gebrauch. Der Kreml wollte am Montag noch nicht bewerten, ob die arbeitsfreie Woche zu einer Senkung der Infektionszahlen beigetragen hat.

Göring-Eckardt fordert »verbindliche Regelungen für 2G im öffentlichen Leben«

10.51 Uhr: Die Grünen-Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt fordert eine Verschärfung der Corona-Regeln und mehr Tests in Pflegeheimen, Unternehmen und in Schulen. »Wir brauchen in den Ländern klare und verbindliche Regelungen für 2G im öffentlichen Leben«, sagte sie den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht.

Der Bund wolle mit Änderungen am Infektionsschutzgesetz dafür die Grundlage schaffen. Die Regelungen müssten dann aber auch durchgesetzt und kontrolliert werden. Reichten die Maßnahmen in Pflegeheimen nicht aus, müsse man dort auch einen Impfnachweis in Betracht ziehen.

EU-Agrarkommissar sagt wegen Corona-Infektion Reise nach Bayern ab

10.12 Uhr: Der EU-Agrarkommissar Janusz Wojciechowski kann nicht nach Bayern kommen, weil er sich mit dem Coronavirus infiziert hat. Wojciechowski habe sich vor seinem Abflug in Warschau am Montagmorgen einem Corona-Test unterzogen, teilte das Agrarministerium in München mit.

Nachdem dieser positiv ausgefallen sei, habe sich der vollständig geimpfte EU-Kommissar »umgehend in häusliche Quarantäne begeben und alle Termine abgesagt, um andere zu schützen«. Wojciechowski soll es den Angaben zufolge gut gehen.

Eigentlich wollte der EU-Agrarkommissar am Montag und Dienstag mehrere Termine im Freistaat absolvieren, unter anderem mit Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU). Für Dienstag hatte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Wojciechowski auch zur Sitzung des Kabinetts eingeladen.

Andrang auf Österreichs Impfzentren vor Einführung der 2G-Regel

9.37 Uhr: Das Inkrafttreten der 2G-Regel in Österreich hat zu einem Ansturm auf Impfstationen am Wochenende geführt. Wegen des exponentiellen Anstiegs an Corona-Infektionen hat die Regierung entschieden, den Zutritt auf Geimpfte und Genesene zu beschränken – seit Montag dürfen die meisten Ungeimpften nicht mehr Lokale, Hotels, Veranstaltungen und Friseure besuchen.

Nach der Ankündigung der Maßnahme am Freitag stieg die Wartezeit in der größten Impfstraße Wiens auf eineinhalb Stunden. In Salzburger Land holten sich am Samstag knapp 1400 Menschen spontan ohne Termin einen Stich – in den Wochen zuvor waren es nur 2000 pro Woche gewesen. Auch in anderen Regionen wie Vorarlberg war der Andrang groß.

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Der Druck auf Ungeimpfte, sich doch die erste Dosis zu holen, stieg in den letzten Tagen aber nicht nur wegen der kommenden 2G-Regel. Seit Anfang November müssen nicht geimpfte oder genesene Arbeitende in ihren Betrieben mehrmals wöchentlich einen Testnachweis mitbringen (3G-Regel). Die 2G-Regelung werde wohl mindestens bis Weihnachten in Kraft bleiben, sagten der konservative Kanzler Alexander Schallenberg und der grüne Vizekanzler Werner Kogler der »Kronen Zeitung«.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Österreich lag zuletzt bei 599,6 Fällen pro 100.000 Einwohner, weit über dem deutschen Wert von 201,1.

Nach der Verschärfung der Corona-Regeln in Österreich wird auch in Deutschland der Ruf nach stärkeren Einschränkungen für Ungeimpfte lauter. Ärztepräsident Klaus Reinhardt verlangt, auch hierzulande nur noch Geimpften oder Genesenen den Besuch von Restaurants, Veranstaltungen oder Kinos zu erlauben. Ähnlich äußerte sich der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, die 2G-Regel solle »am besten in allen Bereichen greifen, die nicht wie Lebensmittelgeschäfte oder Drogerien zum täglichen Bedarf gehören«.

Altmaier hält Aufhebung der epidemischen Lage für schweren Fehler

9.19 Uhr: Der geschäftsführende Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat die von SPD, Grünen und FDP geplante Aufhebung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite als schweren Fehler bezeichnet. Altmaier schrieb am Montag auf Twitter, die Ampel-Koalition habe eine faire Chance verdient, insbesondere für mehr Klimaschutz und Wachstum. »Die Aufhebung der pandemischen Lage wäre derzeit aber ein schwerer Fehler & das völlig falsche Signal. Es wäre ein Zeichen von Größe, das zu ändern.«

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Die epidemische Lage endet am 25. November. Zuvor wollen die Fraktionen von SPD, Grünen und FDP neue Leitplanken zur Eindämmung der Corona-Pandemie beschließen. Über den Entwurf soll der Bundestag nach jetziger Planung am kommenden Donnerstag beraten.

Göring-Eckardt will zehn bis 15 Prozent mehr beim Impfen

8.43 Uhr: Die Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt spricht sich für einen weiteren Ausbau der Impfkampagne aus. »Das alles Entscheidende wird sein, dass wir die zehn bis 15 Prozent zusätzlich beim Impfen hinbekommen«, sagte Göring-Eckardt am Montag im ARD-»Morgenmagazin«. Es stelle sich etwa die Frage, wie Menschen automatisch eine Einladung zum Impfen bekämen – über Apotheken, Praxen oder mobile Impfteams.

Zum anstehenden Auslaufen der epidemischen Lage von nationaler Tragweite Ende des Monats sagte die Grünen-Politikerin, dass es dringend wirksame Maßnahmen brauche, die nicht von Gerichten infrage gestellt werden könnten. Entschieden werde könne nur angesichts der jeweils regionalen Situation. Dabei könnten regional auch Schulen oder bestimmte Einrichtungen geschlossen werden, wenn es nötig sei. Einen weiteren kompletten Lockdown schloss Göring-Eckardt aber aus. Dies sei bei so vielen Geimpften rechtlich nicht mehr möglich.

Die Ampel-Parteien arbeiten derzeit an einer Nachfolgeregelung für die epidemische Lage von nationaler Tragweite, die Rechtsgrundlage für viele Corona-Eindämmungsmaßnahmen ist. Eine Neuregelung soll diese Woche erstmals im Bundestag diskutiert werden.

Söder fordert bundesweite 2G-Regelung und kostenlose Antikörper-Tests

7.50 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert angesichts des neuen Höchstwertes bei der Corona-Inzidenz ein entschlosseneres Handeln im Kampf gegen die Pandemie. Es müsse mehr getan werden, »als ein bisschen Testpflicht in Altenheimen«, sagt der CSU-Chef im Deutschlandfunk. Nötig seien grundlegende Gespräche von Bund und Ländern. Söder fordert eine bundesweite 2G-Regelung sowie 3G am Arbeitsplatz und eine Veränderung des Datenschutzes, um schneller und präziser ein Lagebild zu haben. Außerdem müssten Impfzentren reaktiviert werden und Tests wieder kostenlos angeboten werden. Das gelte auch für Antikörper-Test, damit jeder seine aktuelle Situation abfragen könne, um dann – vom Alter unabhängig – gegebenenfalls eine Drittimpfung zu erhalten.

Neuseelands größte Stadt Auckland beendet strikten Lockdown

7.40 Uhr: In Neuseelands größter Stadt Auckland wird der strikte Corona-Lockdown nach zwölf Wochen gelockert. Ab Mittwoch dürfen Geschäfte und öffentliche Einrichtungen wie Museen, Zoos und Bibliotheken wieder öffnen, auch Treffen von bis zu 25 Menschen im Freien sind dann wieder erlaubt, wie Ministerpräsidentin Jacinda Ardern am Montag ankündigte. Die Einschränkungen waren Mitte August aufgrund von einer einzigen entdeckten Corona-Infektion verhängt worden. Die Metropole mit 1,7 Millionen Einwohnern galt danach als Hochburg des Ausbruchs der Delta-Variante in dem Pazifikstaat.

»Wir lockern die Beschränkungen, die das geringste Risiko darstellen. Wir wissen zum Beispiel, dass so etwas wie Versammlungen im Freien oder Picknicks nicht zu einer Zunahme der Fälle, wohl aber zum Wohlbefinden der Menschen beitragen«, so Ardern. Gleichzeitig meldeten die Behörden 190 Neuinfektionen in dem Pazifikstaat – die höchste Zahl seit Beginn der Pandemie.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern: »Wir lockern die Beschränkungen, die das geringste Risiko darstellen«

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern: »Wir lockern die Beschränkungen, die das geringste Risiko darstellen«

Foto: Mark Mitchell / AP

In Auckland werde wahrscheinlich Ende des Monates eine Impfquote von 90 Prozent erreicht. Dann könnten weitere Lockerungen in Kraft treten, betonte Ardern.

Geimpfte Ausländer dürfen wieder in die USA einreisen

6.01 Uhr: Ausländer dürfen nach einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus mit international anerkannten Präparaten ab sofort wieder in die USA einreisen. Die entsprechende Regelung trat nach einer Proklamation von US-Präsident Joe Biden um 0.01 Uhr (Ortszeit/6.01 Uhr MEZ) am Montag in Kraft.

Damit ist auch für vollständig geimpfte ausländische Reisende aus Deutschland und anderen Schengen-Staaten die direkte Einreise wieder möglich. Bislang war dafür eine Sondergenehmigung der US-Regierung notwendig. Vom größten deutschen Flughafen in Frankfurt startet am Vormittag eine ganze Flotte Passagierflugzeuge über den Atlantik.

Passagiere stehen im Frankfurter Airport für einen Flug in die USA an. Für Geimpfte ist eine direkte Einreise wieder möglich

Passagiere stehen im Frankfurter Airport für einen Flug in die USA an. Für Geimpfte ist eine direkte Einreise wieder möglich

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Der damalige US-Präsident Donald Trump hatte im März 2020, zu Beginn der Coronapandemie, eine Einreisesperre für Ausländer aus weiten Teilen Europas angeordnet. Auch für Bürger aus Indien, China, Brasilien, Südafrika und dem Iran verhängten die USA wegen der Pandemie weitreichende Einreisesperren und hielten diese über viele Monate rigoros aufrecht.

Nach der Neuregelung werden Impfstoffe akzeptiert, die eine Zulassung oder Notfallzulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA oder der Weltgesundheitsorganisation WHO bekommen haben. Dies gilt derzeit für die Präparate von:

  • Biontech/Pfizer

  • AstraZeneca

  • Moderna

  • Johnson&Johnson

  • Sinopharm

  • Sinovac

Eine Kombination von zwei dieser Präparate ist ebenfalls möglich. Reisende müssen ihren Impfstatus der jeweiligen Airline nachweisen, bevor sie ein Flugzeug in die USA besteigen, wie das Weiße Haus mitteilte. Zudem müssen die Reisenden zusätzlich zu ihrem Impf-Nachweis einen maximal drei Tage alten negativen Corona-Test vorlegen.

Meidinger: 3G-Regel für Lehrkräfte bei sehr hohen Inzidenzen sinnvoll

5.29 Uhr: Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, hat sich im Fall besonders hoher Infektionszahlen für eine 3G-Regel bei Lehrkräften ausgesprochen. Eine Impfpflicht sei zwar angesichts der sehr hohen Impfquote in dieser Berufsgruppe nicht notwendig, sagte Meidinger dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Dort, wo die Inzidenzen sehr hoch sind, halte ich aber eine 3G-Regel für Lehrkräfte für eine richtige Idee«, fügte er hinzu. »Das heißt: Lehrer, die ungeimpft sind, müssten sich dann jeden Tag testen.«

Meidinger begründete dies damit, dass die meisten Lehrkräfte täglich mit mehreren verschiedenen Klassen in Kontakt kämen. »Die Ansteckungsgefahr für sie selbst und in der Folge dann auch für andere ist also vergleichsweise hoch, wenn sie ungeimpft sind.«

Der Verbandschef zeigte sich zugleich besorgt über das Pandemiegeschehen an Schulen. »Es gibt erschreckende Inzidenzen in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen. Die Vielzahl der Corona-Ausbrüche an den Schulen muss uns große Sorgen bereiten«, sagte Meidinger. Er befand: »Die Gefahr ist immens, dass wir die Kontrolle über das Pandemiegeschehen an Schulen verlieren.«

Zahl an Corona-Intensivpatienten könnte sich verdoppeln

5.28 Uhr: Mediziner befürchten eine Verdopplung der Corona-Patienten auf Intensivstationen. Schon jetzt müssten mit knapp 2500 Fällen genauso viele Corona-Patientinnen und -Patienten auf den Intensivstationen versorgt werden wie zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr bei der zweiten Corona-Welle, sagte Christian Karagiannidis, wissenschaftlicher Leiter des Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), der »Augsburger Allgemeinen«.

In den kommenden Wochen werde sich die Zahl voraussichtlich fast verdoppeln, wenn die Neuinfektionen weiter so steigen wie bisher. »Bei einer Inzidenz von 300 erwarten wir bundesweit etwa 4500 Covid-Patienten mit großen regionalen Unterschieden«, warnte Karagiannidis. Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Tagen rasant gestiegen, an diesem Montag liegt die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner nach Angaben des RKI bereits über 200.

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Sieben-Tage-Inzidenz bei 201,1 – Höchster Wert seit Beginn der Pandemie

4.28 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen hat den höchsten Wert seit Beginn der Coronapandemie erreicht. Das Robert Koch-Institut gab die Zahl der bestätigten Fälle pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 201,1 an. Der bisherige Rekordwert wurde auf dem Höhepunkt der zweiten Corona-Welle am 22.12.2020 mit 197,6 erreicht. Es ist wichtig zu beachten, dass anders als vor einem Jahr mittlerweile viele Menschen geimpft sind, insbesondere unter den besonders gefährdeten Hochbetagten ist die Quote hoch. Experten gehen deshalb davon aus, dass das Gesundheitssystem jetzt mehr Neuinfektionen aushalten kann als vor den Impfungen, da diese sehr gut vor schweren Krankheitsverläufen schützen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 33 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 23 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 4 782 546 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Österreich verschärft ab Montag Corona-Schutzmaßnahmen

4.08 Uhr: Angesichts eines starken Anstiegs der Infektionsfälle gelten ab Montag in Österreich deutlich verschärfte Corona-Maßnahmen. Für viele Bereiche des öffentlichen Lebens gibt es die sogenannte 2G-Regelung, der Besuch von Restaurants, Friseuren oder Veranstaltungen ab 25 Gästen ist also nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt. Bei der Arbeit sollen weiterhin auch Tests möglich sein.

Allerdings sollen für eine vierwöchige Übergangsfrist eine erste Impfdosis in Verbindung mit einem negativen PCR-Test ebenfalls anerkannt werden. Der »Grüne Pass« soll demnach nur noch neun Monate ab der zweiten Impfung gültig sein, um die Menschen zu einer Auffrischungsimpfung zu bewegen. In Österreich sind bisher etwa 65 Prozent der Bevölkerung geimpft.

Auch die FDP fordert Wiedereinführung kostenloser Corona-Tests

2.24 Uhr: Auch die FDP fordert die Wiedereinführung der kostenlosen Corona-Tests. »Die Abschaffung der kostenlosen Bürgertests war ein Fehler«, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Bundestagsfraktion, Marco Buschmann, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Ihre Wiedereinführung wäre ein Beitrag, um Infektionsketten schneller zu unterbrechen.«

Vor gut einem Monat waren die kostenlosen Corona-Bürgertests abgeschafft worden, um Impfunwillige zu einer Impfung zu motivieren. Da dies keinen Effekt hatte, mehren sich die Forderungen nach einer Wiedereinführung der kostenlosen Tests. Zuletzt hatten sich unter anderen die Bundesärztekammer, Grünen-Chef Robert Habeck, der Deutsche Städtetag und der Handelsverband dafür ausgesprochen.

Kassenärzte-Chef: Jeder Nicht-Geimpfte wird sich im Winter infizieren

0.25 Uhr: Im Herbst und Winter werden sich nach Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, so gut wie alle Nicht-Geimpften mit Corona infizieren. »Wir werden erleben, dass sich in den nächsten Monaten aller Voraussicht nach jeder, der nicht geimpft wird, infizieren wird«, sagte Gassen am Sonntagabend dem Sender Bild TV.

Andere Maßnahmen als Impfen böten vor dem Coronavirus keinen Schutz. »Es ist eine trügerische Sicherheit, wenn die Leute meinen, weil sie nicht zum Karneval gehen oder noch in der U-Bahn eine Maske tragen, sind sie davor geschützt, sich mit Corona zu infizieren«, sagte Gassen.

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»Wir werden erst Ruhe im Sinne einer epidemischen Lage haben, wenn tatsächlich der Großteil der Bevölkerung geimpft oder genesen ist«, sagte der KBV-Chef. Die Quote der Nicht-Geimpften gab Gassen mit 30 Prozent an.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist inzwischen bereits auf mehr als 200 angestiegen. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Montagmorgen unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, erhöhte sich der Wert auf 201,1.

bbr/mmq/kfr/apr/oka/mrc/dpa/AFP/AP/Reuters
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