+++ Corona-Update am Montag +++ US-Virologe Fauci sieht Mitte Januar »sehr düstere Zeit« auf die USA zukommen

Die Pandemie könnte in den USA nach Einschätzung des Experten Anthony Fauci nach den Feiertagen einen weiteren Höhepunkt erreichen. Und: Hamburg schränkt den Ausschank von Glühwein ein. Das war der Überblick am 7. Dezember.
Corona-Experte und Trump-Kritiker: Anthony Fauci (r.)

Corona-Experte und Trump-Kritiker: Anthony Fauci (r.)

Foto: JONATHAN ERNST / REUTERS

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Fauci: Mitte Januar könnte »sehr düstere Zeit<< in den USA werden

20.49 Uhr: Die Corona-Pandemie könnte in den USA nach Einschätzung des renommierten Virologen Anthony Fauci Mitte Januar einen weiteren Höhepunkt erreichen. »Wenn wir da nicht kräftig gegensteuern, dann könnte Mitte Januar eine sehr düstere Zeit für uns werden«, sagte Fauci bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo. Das liege vor allem an den vielen Menschen, die sich zu den Feiertagen - Thanksgiving Ende November sowie Chanukka und Weihnachten im Dezember - trotz gegenteiliger Empfehlungen der US-Gesundheitsbehörde CDC mit vielen anderen Menschen trafen und noch treffen wollten.

Er gehe davon aus, sagte Fauci weiter, dass ab April ausreichend Impfstoff für alle Menschen in den USA zur Verfügung stehen könne. Dann könne das Land im Sommer oder zu Beginn des Herbstes in guter Verfassung sein. Der 79-Jährige ist in den USA der bekannteste - und auch populärste - Corona-Experte. Der neu gewählte US-Präsident Joe Biden hatte vor Kurzem verkündet, dass Fauci sein Chefberater für medizinische Fragen werden solle.

New Yorks Gouverneur Cuomo warnte unterdessen davor, dass die Innenräume von Restaurants, Cafés und Bars, die in dem Bundesstaat derzeit mit Einschränkungen geöffnet sind, möglicherweise bald wieder schließen oder nur mit noch weitgehenderen Einschränkungen öffnen dürften. Das müsse dann geschehen, wenn sich die Zahl der Krankenhauseinweisungen in einer Region nicht stabilisiere. New York war im Frühjahr ein Epizentrum der Pandemie. Über den Sommer stabilisierte sich das Infektionsgeschehen, zog zuletzt aber wieder an.

Landesweit wurden unterdessen zuletzt immer neue Höchststände erreicht. Insgesamt haben sich in dem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern mehr als 14 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert.

Israels Corona-Kabinett will erneute Ausgangssperre

23.30 Uhr: Nach einem Anstieg der Infektionszahlen setzt das israelische Coronavirus-Kabinett auf nächtliche Ausgangsbeschränkungen. Die Maßnahme soll ab Mittwoch gelten, wie das Gremium nach Angaben des Büros von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu beschloss. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.

Medienberichten zufolge sollen die neuen Einschränkungen bis zum 2. Januar dauern und damit unter anderem das jüdische Lichterfest Chanukka und die Weihnachtsfeiertage umfassen. Die Regierung muss den Plänen und Einzelheiten nach einem Bericht der »Jerusalem Post« noch zustimmen. Damit wurde demnach am Dienstag gerechnet.

Die Regierung hatte bereits Mitte September nach einem massiven Anstieg der Infektionszahlen einen zweiten landesweiten Lockdown verhängt, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern.

Die Zahlen sanken daraufhin von mehr als 9000 Neuinfektionen pro Tag auf mehrere hundert. Mitte Oktober begann die Regierung damit, schrittweise Lockerungen umzusetzen. Zuletzt nahmen die Infektionszahlen wieder zu. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Land mehr als 346.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 2924 Personen kamen an oder mit Covid-19 ums Leben.

US-Behörden melden knapp 175.000 Neuinfektionen

21.42 Uhr: Die US-Seuchenzentren CDC geben 174.387 registrierte Neuinfektionen und 1118 weitere Todesfälle bekannt. Damit sind in den USA insgesamt mehr als 14,6 Millionen Corona-Infektionen und über 281.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 verzeichnet.

Firmen zahlen britischer Regierung offenbar halbe Milliarde Hilfsgeld zurück

20.33 Uhr: In Großbritannien haben Unternehmen dem Staat zufolge mehr als eine Milliarde Pfund zurückgezahlt, die sie wegen der Coronakrise als Unterstützung für Kurzarbeitsmaßnahmen erhalten hatten. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Die Firmen hätten das Geld entweder nicht benötigt oder zu Unrecht beantragt, teilte die Regierung in London dem Bericht zufolge mit.

Insgesamt seien demnach bisher 504 Millionen Pfund (555 Mio. Euro) freiwillig zurückgegeben worden, darunter sei auch Geld von Menschen, die Anspruch auf die Zuschüsse aus dem «Furlough»-Programm gehabt hätten. Seit Beginn der Coronakrise haben nach Regierungsangaben mehr als eine Million Unternehmen insgesamt 43 Milliarden Pfund als Unterstützung für ihre Mitarbeiter beantragt. Das Programm soll noch bis März laufen.

Die Behörden rechnen damit, dass 5 bis 10 Prozent der Hilfen fälschlich ausgezahlt wurden, etwa weil Firmen zu Unrecht Geld beantragt haben. Lediglich bei bis zu 0,6 Prozent der Anträge handele es sich aber um Betrugsfälle. Bisher wurden Hilfsgelder in Höhe von 12 Millionen Pfund wegen Betrugsverdachts blockiert, etwa 5700 Untersuchungen liefen.

Zuletzt hatten mehrere große Supermarktketten in Großbritannien, darunter Aldi angekündigt, Unternehmenssteuern in Höhe von mehreren Hundert Millionen Pfund nachzahlen zu wollen. Die Steuern waren ihnen eigentlich wegen der Corona-Pandemie für das laufende Finanzjahr erlassen worden.

Thüringens Ministerpräsident ist gegen neue Corona-Beratungen von Bund und Ländern

19.28 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) ist gegen neue Bund-Länder-Beratungen vor Weihnachten. »Wir haben in der Ministerpräsidentenkonferenz Regelungen bis zum 10. Januar 2021 festgelegt«, sagt er der FAZ. Jeder wisse, was zu tun sei. »Wir müssen die Zügel straff halten und kümmern uns in Thüringen um die weitere Infektionsvermeidung und den besonderen Schutz von Alten- und Pflegeheimen. Da wird uns auch kein neues Treffen nun neue Erkenntnisse bringen.« Er sei aber gewillt, alles zu tun, was der Infektionsabwehr diene.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hofft dagegen auf ein weiteres Treffen der Ministerpräsidenten mit der Kanzlerin. Dies sei aber nur sinnvoll, wenn man auch zu einer klaren, einvernehmlichen Entscheidung über neue Maßnahmen komme.

WHO-Expertin spricht sich gegen Corona-Impfpflicht aus

19.14 Uhr: Eine Expertin der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. »Ich denke nicht, dass Vorschriften besonders bei dieser Impfung der richtige Weg sind«, sagte WHO-Impfexpertin Kate O'Brien bei einem Briefing am Montagabend in Genf.

Eine Impfung gegen das Virus vorzuschreiben oder nachdrücklich zu empfehlen, könne in bestimmten Berufsfeldern wie der Intensivmedizin sinnvoll sein. Es gebe aber Beispiele, in denen eine Impfpflicht den gegenteiligen Effekt gehabt und nicht zu einer höheren Immunisierungsrate in der Bevölkerung geführt habe.

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»Ich denke, wir sind viel besser beraten, den Menschen die Daten und die Vorteile zu präsentieren und sie selbst entscheiden zu lassen«, fügte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan hinzu.

In Deutschland hat die Bundesregierung einer Impf-Verpflichtung mehrfach eine Absage erteilt. »Ich gebe ihnen mein Wort: Es wird in dieser Pandemie keine Impfpflicht geben«, sagte etwa Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) im Bundestag

Dänischer Prinz Christian positiv auf Coronavirus getestet

18.23 Uhr: Der dänische Prinz Christian, 15, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Zuvor hatte es einen lokalen Corona-Ausbruch an der öffentlichen Schule gegeben, die er besucht. Sie befindet sich in Hellerup, nördlich von Kopenhagen. Prinz Christian ist die Nummer zwei der dänischen Thronfolge.

Der älteste Sohn von Kronprinz Frederik, 52, und Kronprinzessin Mary, 48, halte sich nun gemeinsam mit der Familie in einem Teil von Schloss Amalienborg in Isolation auf, teilte das dänische Königshaus am Montagabend mit.

Abgesehen von seinen Eltern und Geschwistern habe er in letzter Zeit keinen Kontakt zu anderen Mitgliedern der königlichen Familie gehabt, hieß es.

Prinz Christian mit seiner Mutter, Kronprinzessin Mary, in Kopenhagen (Archivbild aus 2018)

Prinz Christian mit seiner Mutter, Kronprinzessin Mary, in Kopenhagen (Archivbild aus 2018)

Foto: AFP/ Scanpix

Hamburg schränkt Raus-Verkauf von Glühwein ein

18.16 Uhr: In Hamburg wird im Kampf gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus in bestimmten Stadtgebieten der Verkauf von Glühwein und anderen alkoholischen Heißgetränken bis Anfang Januar eingeschränkt. Die Bezirksämter Altona und Hamburg-Nord erließen laut Angaben des Senats vom Montag Verfügungen, die den Außerhausverkauf zum Teil verbieten.

Der Verkauf durch Kioske, Tankstellen, Einzelhandel sowie Bars oder Gaststätten ist demnach ab Dienstag täglich von 16 bis 22 Uhr untersagt.

Der Grund: In bestimmten Straßenzügen sei es in den vergangenen Wochen immer wieder zu Menschenansammlungen aufgrund des Außerhausverkaufs alkoholischer Heißgetränke gekommen. Erfahrungsgemäß sinken bei zunehmendem Alkoholkonsum demnach "die Bereitschaft und die Fähigkeit, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten".

Niedersachsen sieht derzeit keine Notwendigkeit für Corona-Verschärfungen

17.52 Uhr: Nach den angekündigten Verschärfungen der Corona-Beschränkungen in Bayern hat Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) für Niedersachsen vorerst Entwarnung gegeben: »Ich kann gut verstehen, dass Länder, die besonders hohe Inzidenzwerte aufweisen, weitere Verschärfungen vornehmen«, sagte Weil in Hannover. »Für Niedersachsen sehe ich dazu derzeit keine Notwendigkeit.« Das Land verzeichne derzeit die drittniedrigsten Infektionszahlen in Deutschland.

Man werde in den Tagen vor dem 20. Dezember 2020 die aktuelle Situation genau analysieren und dann entscheiden, ob Regelungen in der niedersächsischen Corona-Verordnung verändert werden müssten. »Wir tendieren in Niedersachsen eher zu einer vorsichtigen und zurückhaltenden Linie und machen insgesamt gute Erfahrungen mit unserem Kurs«, so Weil.

Polizei erwischt 40 Menschen bei illegaler Swingerparty

17.05 Uhr: Eine illegale Sexparty hat die Polizei in Karlsruhe beendet. Die rund 40 Frauen und Männer seien in einem Hotel von Beamten erwischt worden, teilte die Polizei mit. Die Menschen im Alter zwischen Mitte 20 und Mitte 50 mussten das Hotel verlassen, vorher aber noch ihre Daten den Polizisten geben. Gegen jeden der Gruppe wird nun wegen Verstößen gegen die Corona-Regeln ermittelt.

Die Teilnehmer seien aus verschiedenen Teilen Baden-Württembergs sowie aus Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen angereist. Das Hotel wurde teilweise zu einem Swingerklub umfunktioniert. Nach Angaben eines Polizeisprechers mussten die Partygäste knapp 100 Euro Eintritt zahlen.

Weltwirtschaftsforum wird verlegt

16.52 Uhr: In Europa seien Gesundheit und Sicherheit derzeit schwer zu gewährleisten: Mit diesem Argument verlegt das Weltwirtschaftsforum sein jährliches Treffen aus der Schweiz nach Singapur.

Interesse an Massentest in Österreich mau

15.23 Uhr: Angesichts des bisher eher verhaltenen Zuspruchs bei den Massentests hat sich Österreichs Kanzler Sebastian Kurz demonstrativ selbst testen lassen. »Ich bitte die Bevölkerung mitzumachen«, sagte der Regierungschef nach seinem negativen Testergebnis: »Besser eine halbe Stunde Zeitaufwand für den Test, als Wochen im Lockdown zu verbringen.«

Um die Hürden niedriger zu machen, sei an einem Standort in Wien bis zum Ende der Aktion am 13. Dezember gar keine Anmeldung mehr nötig. Ein wesentliches Ergebnis sei bisher, dass insgesamt 1000 Infizierte gefunden worden seien, so Kurz.

Seit Freitag wurde in den Bundesländern Tirol, Vorarlberg und Wien getestet, um vor allem symptomfreie Infizierte zu entdecken. In Tirol nahmen laut Landesregierung 220.000 Bürger teil, das sind 32,05 Prozent aller Testberechtigten. 620 Personen – oder 0,28 Prozent – wiesen in Tirol ein positives Antigen-Testergebnis auf.

Welche Hilfsorganisationen von der Krise profitieren – und welche massive Einbrüche erleiden

Ein Winter ohne Spenden: Weihnachtsmärkte, Tombolas und Galas fallen aus – die Haupteinnahmequelle für kleine NGOs. Andere wiederum verzeichnen sogar Zuwächse. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Spenden in der Pandemie

Eheversprechen in Schutzanzügen

15.09 Uhr: Baldachin und Blumen, Mund-Nasen-Schutz und Handschuhe: In Indien hat sich ein Paar das Jawort gegeben. Weil die Braut an Corona erkrankt war, lief die Zeremonie ein wenig anders ab als geplant.

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Bayerns Tennis-Verband zieht vor Verwaltungsgericht

15.01 Uhr: Der Bayerische Tennis-Verband (BTV) geht juristisch gegen das Hallensport-Verbot im Freistaat vor. Wie der Verband mitteilte, hat der unterfränkische Verein TC Rot-Weiß Gerbrunn einen Normenkontrollantrag und einen Antrag auf Erlass einer einstweiligen Anordnung beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof eingereicht. Das Ziel: Der Tennissport soll wieder erlaubt werden. Der Klub werde bei seinem Vorhaben vom BTV »maßgeblich unterstützt«. Bereits seit dem 13. November sind in der Krise so gut wie alle Hallensportstätten in Bayern geschlossen.

Russland testet chinesischen Impfstoff

14.45 Uhr: Parallel zum Start der Massenimpfungen mit der eigenen Vakzine »Sputnik V« hat Russland einen chinesischen Wirkstoff zum Test zugelassen. An der klinischen Studie des Herstellers CanSino Biologics sollen auch rund 8000 russische Probanden teilnehmen, wie die Agentur Interfax unter Berufung auf das kooperierende russische Pharmaunternehmen Petrovax meldete. Insgesamt soll die Wirksamkeit des chinesischen Impfstoffs »Ad5-nCov« in einer sogenannten Phase-III-Studie demnach international an mehr als 40.000 Menschen getestet werden. Ersten Freiwilligen sei das Mittel bereits verabreicht worden.

Chinesische Pharmakonzerne haben auf der Grundlage einer Notverordnung nach Schätzungen schon mehr als eine Million Menschen mit experimentellen Impfstoffen gegen das Coronavirus geimpft. Vier chinesische Hersteller, die fünf verschiedene Impfstoffe entwickelt haben, kooperieren mit mehr als einem Dutzend anderer Länder, um die Wirksamkeit zu testen. Genannt wurden in Staatsmedien außer Russland auch Länder wie Brasilien, Indonesien, die Türkei, Pakistan und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Russland hatte am Wochenende in seiner Hauptstadt Moskau mit groß angelegten Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Bürgermeister Sergej Sobjanin gab die Zahl der bisher Geimpften am Sonntagmittag mit 25.000 an. Damit gehört Russland zu den ersten Ländern weltweit, die ihre Bevölkerung in größerem Stil gegen Sars-CoV-2 impfen lassen.

Brüssel ermöglicht Steuerbefreiung für Impfungen und Tests

14.36 Uhr: Brüssel hat den Weg für eine zeitweise Mehrwertsteuerbefreiung für Corona-Impfstoffe geebnet. Wie die Mitgliedstaaten der Europäischen Union entschieden, sollen Länder die Mehrwertsteuer auf Impfstoffe, Testkits und eng damit verbundene Dienstleistungen zeitweise vollständig erlassen können. Auch Ermäßigungen sind demnach möglich.

Die bereits geltende Option, die Mehrwertsteuer für Impfstoffe zu reduzieren, wird damit ausgeweitet. Die Regelung soll bis Ende 2022 gelten. Ziel ist es, einen günstigen Zugang zu Tests und Impfdosen sicherzustellen.

Impfkommission will zuerst in Alten- und Pflegeheimen impfen

14.30 Uhr: Wer soll zuerst gegen Corona geimpft werden? Die Stän­dige Impf­kom­mis­sion des Robert Koch-Instituts hat einen ersten Entwurf vorgelegt. Demnach werden zuerst Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen geimpft. Dazu erhalten Menschen über 80 Jahre das Vakzin.

Schweiz kauft drei Millionen Impfdosen von BioNTech/Pfizer

14.30 Uhr: Die Schweiz hat sich den von BioNTech und Pfizer entwickelten Impfstoff gesichert. Nach der Absichtserklärung Anfang November wurde nun der Vertrag abgeschlossen, erklärt das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Bereits früher hatte die Alpenrepublik mit den Unternehmen Moderna und AstraZeneca die Lieferung von insgesamt 9,8 Millionen Impfdosen vereinbart.

Deutsche Kliniken fordern Rücknahme der Corona-Lockerungen zu Weihnachten

13.45 Uhr: Angesichts der anhaltend hohen Infektionszahlen fordern die deutschen Krankenhäuser die Rücknahme der über Weihnachten und Silvester geplanten Lockerungen bei den Corona-Verboten. Mildere Regeln etwa bei den Kontaktbeschränkungen über den Jahreswechsel könnten »zu einem Anstieg der Infektionszahlen führen, mit weiteren Folgen für die Kliniken«, sagte der Chef der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Gerald Gaß, dem »Handelsblatt«. »Ich rate aufgrund der aktuellen Lage dringend dazu, diese angekündigten Lockerungen nicht aufrechtzuerhalten.«

Außerdem seien Verschärfungen der Maßnahmen »in Gebieten mit sehr hoher Inzidenz absolut sinnvoll und notwendig«, sagte Gaß. Die Appelle an die Bevölkerung, ihre privaten Kontakte so gering wie möglich zu halten, würden »offenbar nicht genügend fruchten«. Die Stagnation der von den Behörden registrierten Neuinfektionen auf hohem Niveau bringe die Krankenhäuser dauerhaft in eine sehr schwierige Situation.

Ein Krankenpfleger eilt über einen Flur der Intensivstation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel

Ein Krankenpfleger eilt über einen Flur der Intensivstation am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein in Kiel

Foto:

Frank Molter / dpa

Ende November hatten Bund und Länder den Teil-Lockdown in der Pandemie verlängert, zugleich aber Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen vom 23. Dezember bis zum 1. Januar in Aussicht gestellt. Diese kurze Lockerungsphase steht nun auf dem Prüfstand, auch eine Verschärfung der Maßnahmen wird in der Politik diskutiert.

»Wir haben heute 40 Prozent mehr Intensivpatienten als im Frühjahr, und anders als im Frühjahr ist dies keine kurzzeitige Situation, sondern schon seit Wochen so, ohne dass wir ein Ende erkennen können«, sagte Gaß. Für das Personal in den Kliniken sei diese Entwicklung »eine extreme Herausforderung und Belastung«.

Griechenland verlängert Lockdown bis zum 7. Januar

13.03 Uhr: Die griechische Regierung hat den seit Anfang November geltenden Lockdown bis zum 7. Januar verlängert. Schulen, Gastronomie, Bars und Nachtlokale sowie die Gerichte bleiben geschlossen, wie der griechische Regierungssprecher Stelios Petsas mitteilte. Zudem sind Reisen von einer Region des Landes in eine andere ohne wichtigen Grund weiterhin verboten. »Auch die Ausgangssperre zwischen 21 Uhr und 5 Uhr bleibt bestehen«, sagte der Regierungssprecher weiter. Die Infektionsfälle seien zwar leicht zurückgegangen, dennoch seien die Ergebnisse des Lockdowns nicht zufriedenstellend.

Wer zur Arbeit geht, muss eine Bescheinigung des Arbeitgebers mit sich führen. Wer aus anderen Gründen auf die Straße möchte, muss darüber per SMS den griechischen Zivildienst informieren. Möglich sind etwa Arztbesuche, Einkäufe im Supermarkt, die Versorgung von älteren Familienmitgliedern, sportliche Betätigung oder auch der Spaziergang mit dem Hund.

Im Vergleich zu anderen Ländern ist Griechenland mit seinen rund elf Millionen Einwohnern bisher nicht so stark von Corona betroffen gewesen. Allerdings schnellten die Zahlen in den vergangenen Wochen vor allem in den Großstädten Athen und Thessaloniki in die Höhe, und das Gesundheitssystem geriet an seine Grenzen.

Dänemark schließt Restaurants – Unterricht nur online

12.29 Uhr: Dänemark erlässt für die Zeit über Weihnachten und Neujahr in weiten Teilen des Landes weitreichende Beschränkungen. In einigen der bevölkerungsreichsten Kommunen des nördlichsten deutschen Nachbarlandes werden ab Mittwoch alle Restaurants, Bars und Cafés sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen wie Kinos, Museen und Zoos geschlossen. Das gab Ministerpräsidentin Mette Frederiksen bekannt.

Schüler ab der fünften Klasse sowie diejenigen weiterführender Bildungseinrichtungen werden in den Distanzunterricht und öffentliche Bedienstete ohne kritische Funktionen ins Homeoffice geschickt. Weihnachten könne im engsten Familienkreis gefeiert werden, dann aber sollten nicht mehr als zehn Personen zusammenkommen, sagte Frederiksen.

Betroffen von den Maßnahmen sind 38 der 98 dänischen Kommunen, in denen die Infektionszahlen besonders hoch sind, darunter diejenigen in der Hauptstadtregion um Kopenhagen und in den Großstädten Aarhus und Odense. Die Maßnahmen gelten vorläufig bis zum 3. Januar.

Andere bereits geltende Maßnahmen für ganz Dänemark, darunter die Beschränkung von Versammlungen auf maximal zehn Teilnehmer, werden bis Ende Februar verlängert. Januar und Februar dürften sehr schwere Pandemiemonate werden, sagte Frederiksen.

Erst am Sonntag hatten die erfassten Neuinfektionen in Dänemark einen Höchststand erreicht, am Montag wurde das nach Angaben von Gesundheitsminister Magnus Heunicke noch einmal getoppt. Die Zahl der Neuinfektionen ist in Dänemark auf die Bevölkerung gerechnet derzeit etwas höher als in Deutschland.

Gewerkschaft warnt vor Überforderung der Berliner Polizei an Silvester

12.29 Uhr: In Berlin soll an Silvester an verschiedenen Orten ein Böllerverbot gelten. In Kombination mit Corona-Demonstrationen könnte das zu viel sein für die Sicherheitskräfte, befürchtet die Gewerkschaft der Polizei.

Strikter Lockdown in Südkalifornien wegen überlasteter Krankenhäuser

12.00 Uhr: Wegen überlasteter Krankenhäuser ist im Süden Kaliforniens am Montag ein strikter Lockdown in Kraft getreten. Für mehr als 20 Millionen Menschen gilt damit seit Mitternacht und für mindestens drei Wochen eine Ausgangssperre, wie die Behörden mitteilten. Treffen von Menschen aus verschiedenen Haushalten sind verboten. Dienstleister wie Friseure müssen ebenso schließen wie Bars, Restaurants dürfen nur Speisen außer Haus anbieten, Hotels dürfen keine Touristen aufnehmen.

Der kalifornische Gouverneur Gavin Newsom hatte vergangene Woche angekündigt, dass diese Maßnahmen in Kraft träten, wenn 85 Prozent der Intensivbetten belegt seien. »Wir sind an einem entscheidenden Punkt in unserem Kampf gegen das Virus und wir müssen jetzt entschiedene Maßnahmen ergreifen, damit Kaliforniens Krankenhaussystem in den kommenden Wochen nicht überlastet wird«, erklärte der Regierungschef des bevölkerungsreichsten US-Bundesstaates.

In Südkalifornien bleiben nun nur Schulen mit Sondergenehmigungen geöffnet. Die Menschen müssen im Homeoffice arbeiten, es sei denn, dies ist zur Aufrechterhaltung kritischer Infrastruktur nicht möglich. In den Läden ist die Zahl der Kunden auf 20 Prozent der sonst zugelassenen Zahl begrenzt. Für Inhaber kleiner Geschäfte kündigte Newsom daher weitere Staatshilfen an. Im Norden Kaliforniens trat in San Francisco am Samstag eine Ausgangssperre wegen hoher Fallzahlen in Kraft.

Bundesregierung wegen hoher Infektionszahlen besorgt

11.25 Uhr: Die jüngsten Infektionszahlen sind Regierungssprecher Steffen Seibert zufolge ein »Anlass zur Sorge«. Die Zahlen seien zu hoch und stiegen sogar wieder. »Das ist weit entfernt von der erhofften Trendwende.« Beratungen von Bund und Ländern zu Corona-Verschärfungen seien jederzeit möglich. Ein konkreter Termin vor der bislang geplanten Videokonferenz am 4. Januar könne er derzeit aber nicht verkünden, sagte Seibert.

Die Bundesregierung sehe nun zunächst die Länder am Zuge. Es sei »selbstverständlich und auch notwendig, dass jetzt einzelne Bundesländer nachdenken, mit welchen Maßnahmen sie das Infektionsgeschehen weiter eindämmen können.« Dass beispielsweise Bayern die Auflagen verschärft habe, sei »gut und richtig«, sagte Seibert.

Die Möglichkeit länderspezifischer Maßnahmen sei in den Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Länder ausdrücklich vereinbart worden. Weitere Spitzenberatungen von Bund und Ländern seien dabei »jederzeit« möglich. Einen Termin für ein solches Gespräch vor Weihnachten gebe es aber noch nicht. Vereinbart sei bislang nur die Spitzenrunde am 4. Januar.

Verbände sehen bei Impfung Gefahr von sozialen Konflikten

11.04 Uhr: Wohlfahrtsverbände warnen im Zusammenhang mit künftigen Schutzimpfungen vor sozialen Konflikten und wachsender Ungleichheit. »Sobald es einen zugelassenen Impfstoff gibt, werden wir eine Verteilungsdebatte erleben«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, Ulrich Schneider, den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Auch der Präsident des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer, warnte vor Ungerechtigkeit bei der Verteilung des Impfstoffs.

Zuerst würden gesundheitliche Risikogruppen und medizinisches Personal geimpft, danach diejenigen, »die die Wirtschaft am Laufen halten und als systemrelevant gelten«, sagte Schneider. Wer aus gesellschaftlicher und ökonomischer Sicht als weniger wichtig angesehen werde, werde »hinten anstehen müssen«, so der Verbandsvertreter. »Das wird natürlich zu Konflikten führen.«

Zudem werde sich die Verteilung des Impfstoffs zu einem Konflikt zwischen Arm und Reich entwickeln, sobald weltweit mehr Impfdosen verfügbar seien. Die Politik müsse alle Anstrengungen unternehmen, um das zu unterbinden. »Die Staaten dürfen die Steuerung des Impfstoffangebots nicht aus der Hand geben oder die Verteilung den Kräften des freien Marktes überlassen«, forderte der Verbandsvertreter.

Söder: Weihnachtslockerungen sind Balance von Empathie und Rationalität

10.57 Uhr: Die geplanten Lockerungen der Auflagen über Weihnachten sind nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder auch in der gegenwärtigen Lage der Pandemie vertretbar. »Ich finde, wir brauchen schon eine Balance von Empathie und Rationalität«, sagte der CSU-Chef.

Weihnachten sei gerade für viele ältere Menschen von besonderer Bedeutung, für viele Menschen sei es ohnehin das wichtigste Fest des Jahres, sagte Söder. »Je älter man wird, desto mehr schätzt man den Wert von Familie«, sagte Söder. Er sei überzeugt, dass man die Menschen in dieser ohnehin schon schwierigen Zeit »nicht zusätzlich noch mal extrem belastet«. Hinzu komme, dass es an Weihnachten keine Partys gebe, die Feiern fänden einzig in den Familien statt. Daher sei es auch richtig, die Lockerungen nach Weihnachten wieder zurückzunehmen.

Söders Kabinett hatte am Sonntag beschlossen, die bisher von Weihnachten bis Neujahr geplanten Lockerungen bei den Auflagen nur noch vom 23. Dezember bis zum zweiten Weihnachtstag zu erlauben.

Ministerpräsident Hans fordert bundesweite Rücknahme der Lockerungen nach Weihnachten

11.47 Uhr: Sind die Lockerungen über den Jahreswechsel angesichts der Corona-Zahlen vertretbar? Der saarländische Ministerpräsident Hans plädiert eindringlich für eine Korrektur – und bundesweite Vereinbarungen.

Polizei löst illegale Party in Hotelzimmer auf

10.43 Uhr: Sie tranken Alkohol, hielten weder Abstand noch trugen sie einen Mund-Nasen-Schutz: In München feierten 21 Personen in einem Hotel – bis die Polizei alarmiert wurde.

IG Bau warnt vor Verlust Hunderttausender befristeter Jobs

09.50 Uhr: Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) warnt vor dem Verlust Hunderttausender befristeter Arbeitsverhältnisse in der Krise. »Prekäre Stellen sind nicht krisenfest. Bei Minijobs und Leiharbeit hat die Pandemie bereits zu massiven Jobverlusten geführt«, sagte Gewerkschaftschef Robert Feiger der Nachrichtenagentur AFP. »Viele Unternehmen dürften wegen der wirtschaftlichen Lage nun auch befristete Arbeitsverträge auslaufen lassen.«

Insbesondere junge Beschäftigte müssten häufig um ihren Arbeitsplatz fürchten und könnten einmal mehr zu »Corona-Verlierern« werden. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) waren im vergangenen Jahr 37 Prozent aller Neueinstellungen der 25- bis 39-Jährigen befristet. Frauen sind weitaus häufiger betroffen als Männer.

»Von der Minijobberin, die kein Kurzarbeitergeld bekommt, bis zum Berufseinsteiger, dessen Karrierepläne auf Eis liegen: Die Corona-Pandemie trifft die Schwächsten auf dem Arbeitsmarkt am härtesten«, sagte Feiger. Er forderte die Große Koalition daher auf, »arbeitsmarktpolitisch nachzusteuern«.

Die Bundesregierung müsse ihre Vereinbarung aus dem Koalitionsvertrag umsetzen und sogenannte sachgrundlose Befristungen verbieten, sagte Feiger. Derzeit können Arbeitgeber ein befristetes Arbeitsverhältnis ohne Angabe eines Sachgrundes – etwa eine Probezeit oder Elternzeitvertretung – dreimal bis zu einer Dauer von zwei Jahren verlängern.

Nach Angaben des IAB gab es im vergangenen Jahr 2,8 Millionen befristete Arbeitsverhältnisse (ohne Auszubildende) – gut 1,6 Millionen davon waren sachgrundlos befristet, wie der IG-BAU-Chef hervorhob. Im Jahr 2012 habe die Zahl sachgrundlos befristeter Jobs noch bei 1,2 Millionen gelegen. Vor allem in Branchen wie der Landwirtschaft und der Gebäudereinigung seien Befristungen weitverbreitet.

Kanzleramtschef Braun rechnet mit Impfstart Anfang Januar

09.44 Uhr: Zuletzt hatte es Hoffnungen gegeben, die ersten Menschen in Deutschland könnten bereits in diesem Jahr gegen das Coronavirus geimpft werden. Doch im Kanzleramt bremst man die Erwartungen.

Altmaier: Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

09.09 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) hat mit Blick auf die anhaltend hohen Infektionszahlen gesagt, man werde in den nächsten Tagen und Wochen sehr intensive Beratungen führen müssen. Die Entwicklung der Zahlen sei »weit hinter unseren Erwartungen zurück«, sagte Altmaier. »Man wird sagen können und sagen müssen, dass unsere bisherigen Maßnahmen nicht ausreichen, um die zweite Infektionswelle wirklich zu brechen.«

Städtebund stellt Lockerungen an Weihnachten infrage

09.06 Uhr: Über die Feiertage sollen die Kontaktbeschränkungen gelockert werden. Doch der Plan ist angesichts hoher Corona-Infektionszahlen umstritten. Jetzt meldet auch der Städte- und Gemeindebund Zweifel an.

Söder: »Sicher, dass wir uns noch mal vor Weihnachten treffen«

08.15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder glaubt, dass es noch vor Weihnachten ein weiteres Treffen zwischen Kanzlerin Angela Merkel und den 16 Ministerpräsidenten geben wird. Die bisher verabredeten Maßnahmen reichten nicht aus, um die Zahlen zu drücken, sagt der CSU-Chef im ZDF. Alle vier Minuten sterbe ein Mensch mit dem Virus. »Ich bin sicher, dass wir uns noch mal vor Weihnachten treffen.«

Bayern hatte am Sonntag neue Beschränkungen gerade für die sogenannten Hotspot-Regionen mit besonders hohen Infektionszahlen angekündigt. Nun werde auch der kleine Grenzverkehr zu Tschechien und Österreich eingeschränkt, weil in den Grenzregionen besonders hohe Corona-Zahlen zu beobachten seien, sagt Söder.

In der ARD verteidigte Söder die geplanten Verschärfungen der Maßnahmen. »Es ist nicht das, was wir uns wünschen, aber wir müssen das tun, was notwendig ist.«

Impfkommission kündigt Entwurf zur Priorisierung an

08.07 Uhr: Noch in dieser Woche will die Ständige Impfkommission (Stiko) ihren Entwurf für die Priorisierung der Impfungen gegen das Coronavirus vorlegen. »Die Empfehlung wird dann für alle Länder und Gesundheitsbehörden verfügbar sein«, sagte der Vorsitzende Thomas Mertens im Deutschlandfunk . Damit hätten sie alle Informationen, die sie für ihre Vorbereitungen bräuchten.

Die Stiko befürwortet zunächst eine Priorisierung der Impfungen mit dem Ziel, schwere Covid-19-Verläufe und Todesfälle zu vermeiden. Man müsse sich zunächst auf den Individualschutz konzentrieren, erklärte Mertens. Denn bis man einen epidemiologischen Effekt habe, also eine Änderung in der Dynamik des Infektionsgeschehens, werde es Monate dauern.

Deshalb sollten sich laut bisherigen Plänen der Bundesregierung Risikogruppen wie Ältere und Vorerkrankte vorrangig impfen lassen, aber auch Medizin- und Pflegepersonal sowie Menschen in Berufen zur Aufrechterhaltung staatlicher Funktionen und des öffentlichen Lebens.

Ab Mitte Dezember sollen die Impfzentren in Deutschland einsatzbereit sein, hatte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vergangene Woche gesagt – auch wenn bislang in der EU noch kein Impfstoff zugelassen ist. Das Mainzer Unternehmen Biontech und sein Partner Pfizer sowie der US-Konzern Moderna haben die Zulassung für ihre Vakzinen allerdings bereits beantragt.

Sarah Wiener über Erkrankung: »Erschöpfung, die teilweise bis heute andauert«

07.09 Uhr: Die Coronakrise bedroht die Existenz vieler Gastronomen. Sarah Wiener kann deren Ärger verstehen: Die TV-Köchin musste im Sommer für drei ihrer Läden Insolvenz anmelden – dann erkrankte sie selbst an Covid-19.

Verstärkte Maskenkontrollen in Zügen

06.55 Uhr: Achtung, Kontrolle: Deutschlandweit wird am heutigen Montag die Umsetzung der Maskenpflicht in der Bahn und im Nahverkehr überprüft. Die Kontrollen sollen das Sicherheitsgefühl der Kunden stärken. Lesen Sie hier mehr dazu.

12.332 Neuinfektionen und 147 weitere Todesfälle in Deutschland

05.50 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet einen Anstieg der Positivtests in Deutschland um 12.332 auf über 1,183 Millionen. Die Zahl der gestorbenen Menschen, die positiv getestet wurden, erhöht sich um 147 auf 18.919.

Am Montag fallen die Zahlen in der Regel niedriger aus, weil am Wochenende weniger getestet wird und weniger Daten übermittelt werden. Zudem ist die Anzahl der Neuinfektionen nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Vergangenen Montag waren rund 1000 weniger Neuinfektionen gemeldet worden. Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 146,2 pro 100.000 Einwohner. Bund und Länder streben an, den Wert wieder unter die Schwelle von 50 zu drücken.

Österreich lockert Beschränkungen

04.12 Uhr: In Österreich dürfen nach dreiwöchiger Corona-Zwangspause am Montag wieder alle Geschäfte öffnen. Auch Friseure können wieder Kunden bedienen. Hygienerichtlinien wie die Maskenpflicht gelten weiterhin.

Aus der ganztägigen Ausgangssperre wird eine nächtliche Ausgangssperre von 20 bis 06 Uhr. Zudem dürfen sich die Menschen wieder mit Mitgliedern eines anderen Haushalts treffen. Auch Museen und Bibliotheken dürfen am Montag wieder öffnen. Kulturveranstaltungen bleiben hingegen untersagt, Kinos geschlossen.

Einige Sportarten wie Eislaufen, Skilanglauf, Golf oder Leichtathletik sind wieder unter Auflagen erlaubt. Die Skigebiete dürfen aber erst ab dem 24. Dezember öffnen, Hotels und Gastronomiebetriebe müssen bis einschließlich 6. Januar geschlossen bleiben. Der strikte Lockdown war am 17. November in Kraft getreten, um die Corona-Pandemie einzudämmen.

Organisatoren rechnen wegen Impfstoffen mit normaler Fußball-WM

04.10 Uhr: Die Organisatoren der Fußballweltmeisterschaft 2022 in Katar rechnen nach der schnellen Entwicklung von Corona-Impfstoffen mit der Ausrichtung eines ganz normalen Turniers. Die Einführung und die Verbreitung des Impfstoffs seien definitiv gute Nachrichten für jedermann, sagte der Geschäftsführer des Organisationskomitees, Nasser Al-Khater der Nachrichtenagentur AP. »Wir sind voller Hoffnung und freuen uns darauf, dass 2022 alles wirklich wieder komplett normal sein wird und freuen uns darauf, Gastgeber für die Fans zu sein und eine normale und erfolgreiche Weltmeisterschaft auszurichten«, sagte er.

Zu Beginn der Corona-Pandemie sei man auch in Katar ernsthaft um die WM besorgt gewesen, insbesondere nachdem die Fußballeuropameisterschaft und auch die Olympischen Spiele ins Jahr 2021 verlegt wurden. Inzwischen aber sind die Gastgeber guter Dinge, dass die WM wie ursprünglich geplant und vor allem auch mit Zuschauern über die Bühne gehen kann. »Alle freuen sich darauf, zu einer Art Normalität im Leben und insbesondere im Sport zurückzukehren«, sagte Al-Khater.

Trumps Anwalt Rudy Giuliani offenbar mit Corona infiziert

04.01 Uhr: Nach dem Bekanntwerden seiner Corona-Infektion durch US-Präsident Donald Trump bedankte sich Rudy Giuliani auf Twitter bei »Freunden und Anhängern« für ihre Sorge um ihn.

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»Ich werde sehr gut versorgt und fühle mich gut. Ich erhole mich schnell und bleibe am Ball«, schrieb der persönliche Anwalt von Trump und ehemalige New Yorker Bürgermeister auf dem Kurznachrichtendienst.

Der »bei Weitem beste Bürgermeister in der Geschichte von New York« sei positiv auf das »China Virus« getestet worden, hatte der US-Präsident geschrieben und damit seine Auffassung, dass das Coronavirus chinesischer Herkunft sei, unterstrichen. »Werd schnell gesund Rudy, wir machen weiter«, schrieb Trump.

Der 76-jährige Giuliani führt derzeit den juristischen Kampf des abgewählten Präsidenten gegen angeblichen Wahlbetrug an – bislang ohne Erfolg. Giuliani ist seit Jahren ein treuer Weggefährte Trumps, brachte den Präsidenten aber bereits mehrfach in Schwierigkeiten. Lesen Sie hier mehr dazu.

US-Gesundheitsexperten rufen erneut eindringlich zum Tragen von Masken auf

03.15 Uhr: US-Gesundheitsexperten haben angesichts steigender Corona-Zahlen die Menschen erneut eindringlich zum Maskentragen aufgerufen. Es sei »frustrierend« die Menschen »nachplappern« zu hören, »dass Masken nichts bringen und dass Menschenansammlungen nicht zu Superspreader-Events führen«, sagte Deborah Birx, Koordinatorin des Corona-Krisenstabs des Weißen Hauses, dem Sender NBC. Sie warnte angesichts der in Kürze erwarteten Genehmigung eines Corona-Impfstoffs davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. »Der Impfstoff ist entscheidend«, sagte sie. »Aber er wird uns nicht vor diesem aktuellen Anstieg retten.«

Die US-Regierung rechnet nach Angaben von Gesundheitsminister Alex Azar damit, dass bis zum Jahresende 20 Millionen Menschen geimpft werden können, sofern die US-Arzneimittelbehörde FDA diese Woche die Impfstoffe von Moderna sowie von Biontech und Pfizer zulasse.

In den vergangenen fünf Tagen starben in den USA täglich mehr als 2500 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion – dies ist die höchste Todesrate seit Beginn der Pandemie. Der ehemalige FDA-Chef Scott Gottlieb warnte im Sender CBS, die Zahl der Corona-Todesfälle könnte von derzeit 280.000 bis Ende Januar auf 400.000 steigen. Es stünden »düstere« sechs Wochen bevor, sagte er. »Die Menschen müssen sich wirklich schützen.«

Auf einer Kundgebung des scheidenden US-Präsidenten Donald Trump am Samstag im Bundesstaat Georgia trugen trotz der stark steigenden Zahl an Corona-Infektionen nur wenige der Zuschauer Masken, auch die Abstandsregeln wurden vielfach nicht eingehalten.

Dänemark plant Verschärfung der Beschränkungen

02.15 Uhr: Dänemark verschärft wegen steigender Infektionszahlen seine Corona-Beschränkungen. Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kündigte am Sonntagabend in einer im Internet veröffentlichten Videoansprache einen Teil-Lockdown für die drei größten dänischen Städte an. Betroffen sind demnach die Hauptstadt Kopenhagen sowie mehrere umliegende Gemeinden, die westdänische Stadt Aarhus und die Stadt Odense im Zentrum des Landes. Die Details sollen am Montag bekannt gegeben werden.

Die dänischen Behörden meldeten am Sonntag mit 1745 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Höchstwert. Insgesamt haben sich in Dänemark (ohne Grönland und die Färöer-Inseln) bisher rund 90.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, 885 Menschen starben.

Spahn wünscht sich mehr Solidarität in der Vorweihnachtszeit

00.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnt angesichts der angespannten Corona-Lage zu mehr Solidarität in der Gesellschaft. »Es kann ja nicht sein, dass die einen für den Glühwein zuständig sind, und die anderen für die Intensivstation«, sagte Spahn am Sonntagabend im RTL-Jahresrückblick »2020 Menschen, Bilder, Emotionen«. Während manche »mit 40, 50 Mann am Glühweinstand« stünden, arbeiteten zur selben Zeit Pflegekräfte rund um die Uhr und gäben »alles, um Menschen eben das Überleben möglich zu machen«.

Gerade die aktuell hohe Zahl an Todesfällen treibe ihn um, sagte Spahn. »Wir reden gerade viel darüber, wie wir Weihnachten feiern. Diese Menschen werden Weihnachten gar nicht mehr feiern.« Deswegen gehe es gerade zu Weihnachten darum, weiter aufeinander aufzupassen. »Man muss auch nicht alles ausreizen«, mahnte er mit Blick auf die angedachten Lockerungen zu den Feiertagen. Neben der Eigenverantwortung brauche es auch weiter »entschlossenes staatliches Handeln«, so Spahn.

ala/apr/cop/mkl/sak/sen/fek/jok/Reuters/AFP/dpa
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