Corona-News am Montag Lauterbach verlangt strengere Schutzmaßnahmen an Schulen

»Das Problem in den Schulen ist in Deutschland immer unterschätzt worden«, sagt Karl Lauterbach. Klassen sollten halbiert werden. Und: Starpianist Igor Levit spielte wieder ein Twitter-Konzert. Der Überblick am 16. November.
Karl Lauterbach

Karl Lauterbach

Foto:

Christian Spicker / imago images/Christian Spicker

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Lauterbach fordert strengere Schutzmaßnahmen an Schulen

19.51 Uhr: An deutschen Schulen wird nach Einschätzung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach nicht genug gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie getan. »Das Problem in den Schulen ist in Deutschland immer unterschätzt worden«, sagte er in Berlin auf dem »Süddeutsche Zeitung Wirtschaftsgipfel«. Die Infiziertenzahl bei den 10- bis 19-Jährigen sei derzeit ungefähr zehnmal so hoch wie während der ersten Corona-Welle im Shutdown.

Natürlich sei es auch denkbar, dass sich diese Kinder bei ihren Eltern infizierten, »aber die Studien zeigen, dass sich Kinder in erster Linie untereinander infizieren in der Schule und dann ihre Eltern infizieren«, sagte Lauterbach. »Wenn es so weiter läuft, würden wir erwarten, dass wir das, was wir in den Restaurants, in den Gaststätten und dergleichen erkämpfen, dass wir das in den Schulen verlieren, und zwar komplett.«

Er plädiere »ohne Wenn und Aber« dafür, Schulklassen zu halbieren. Man habe sieben oder acht Monate Zeit gehabt, das Lernen von zu Hause aus vorzubereiten. Viele Länder in Skandinavien oder auch in Asien hätten das geschafft. Grundschulen nahm er von seinen Appellen aus, weil die Infektionszahlen hier geringer seien und das Ansteckungsrisiko geringer erscheine.

Mit Blick auf gesellschaftliche Entbehrungen sagte der Epidemiologe, man müsse sich »am Riemen reißen«. Ein Teil der Menschen werde später auf eine verschobene Hochzeit zurückblicken, während andere mit Spätfolgen der Krankheit zu kämpfen hätten.

Pianist Igor Levit spielt wieder Twitter-Konzerte

22.00 Uhr: Eigentlich sollte mit den Twitter-Konzerten Schluss sein – doch nun hat Starpianist Igor Levit  sich für das Internetpublikum wieder ans Klavier gesetzt. »Ich möchte wieder für Euch spielen«, hatte Levit zuvor getwittert: »Die Zeit ist gerade finsterer und trauriger, als ich es erwartet hatte. Und Momente, so kurz sie auch sein mögen, die einfach Schönes geben, sind wichtig.«

Er wolle das nicht als sein 53. Hauskonzert zählen, sagte Levit zu Beginn. Er wisse nicht, in welcher Frequenz er spielen werde. Das wolle er im Laufe des Abends entscheiden. Dann spielte Levit 40 Minuten und bedankte sich anschließend bei seinen Zuhörerinnen und Zuhörern.

Nach Corona-Beratungen: Söder kritisiert Ergebnisse als nicht ausreichend

21.50 Uhr: Nach den Beratungen zu den verschärften Corona-Maßnahmen ist Bayerns Ministerpräsident unzufrieden. Aufforderungen seien nicht genug, sagte Söder. Nun hofft er auf einen Beschluss in der nächsten Woche. Lesen Sie hier die Reaktionen der Ministerpräsidenten auf die Corona-Beratungen.

Israels Corona-Kabinett billigt weitere Lockerungen

21.08 Uhr: Israels Corona-Kabinett hat weitere Lockerungen auf den Weg gebracht. Wie das Büro von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu am Montagabend mitteilte, dürfen fünfte und sechste Klassen am Dienstag nächster Woche in ihre Klassenräume zurückkehren. Eine Woche später sollen die elften und zwölften Klassen folgen. Dies gilt allerdings nur für Gegenden mit niedrigen Infektionszahlen – also für Orte, in denen die Corona-Ampel auf Grün oder Gelb steht. Dort dürfen auch Einkaufszentren unter Auflagen wieder öffnen.

Andererseits beschloss das Corona-Kabinett Verschärfungen für Gebiete mit hohen Infektionszahlen. So soll in Orten, in denen die Corona-Ampel auf Orange steht, wie in »roten« Orten künftig eine nächtliche Ausgangssperre gelten.

In dem Neun-Millionen-Einwohner-Land verlief die Pandemie zunächst milde, auch wegen eines strikten Kurses der Regierung. Nach Lockerungen nahmen die Fallzahlen jedoch massiv zu. Die Regierung verhängte einen zweiten landesweiten Lockdown, der am 18. September in Kraft trat. Die Zahl der täglichen Neuinfektionen sank von mehr als 9000 auf mehrere hundert – das Gesundheitsministerium vermeldete am Montag 617 Neuinfektionen. Mitte Oktober begann die Regierung mit Milderungen. Da die Infektionszahlen nicht weiter zurückgehen, wurden auch Rufe laut, keine weiteren Lockerungen zu machen.

Sachsen setzt »Kleinen Grenzverkehr« wegen Coronakrise aus

20.25 Uhr: Sachsen hat den »Kleinen Grenzverkehr« zum Tanken und Einkaufen in den Nachbarländern Tschechien und Polen ausgesetzt. Nur wer einen triftigen Grund habe, dürfe ohne Quarantänepflicht und nur noch für maximal zwölf Stunden aus einem ausländischen Risikogebiet nach Sachsen einreisen oder sich die gleiche Zeit im ausländischen Risikogebiet aufhalten, teilte das Sozialministerium am Montagabend mit. Erlaubt sei dies aus beruflichen, sozialen oder medizinischen Gründen.

»Gleichzeitig darf der Aufenthalt nicht dem Einkauf, der privaten Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung dienen oder gedient haben«, hieß es.

Sozialministerin Petra Köpping (SPD) erklärte: »Ich habe mehrfach deutlich gemacht, dass ich mit Blick auf die hohen Infektionszahlen regen grenzüberschreitenden Einkaufstourismus sehr kritisch sehe. Angesichts der ernsten Lage haben wir entschieden, dass Einkaufs- oder Tankfahrten nicht mehr von der Quarantänepflicht ausgenommen sind.«

Grenze zu Tschechien in Sebnitz

Grenze zu Tschechien in Sebnitz

Foto: Steffen Unger / imago images/Steffen Unger

Landkreis erteilt keine Ausnahmegenehmigung für AfD-Landesparteitag

20.20 Uhr: Die bayerische AfD bekommt keine Genehmigung für ihren an diesem Samstag im mittelfränkischen Greding geplanten Landesparteitag. Wie das Landratsamt in Roth am Montagabend betonte, seien derzeit Veranstaltungen wegen der Corona-Pandemie grundsätzlich nicht zugelassen. Wegen des massiv gestiegenen Infektionsgeschehens könne keine Ausnahmegenehmigung erteilt werden.

Der AfD-Landesvorstand erklärte daraufhin, dass er nun gegen diese Entscheidung juristisch vorgehen wolle. Bei dem Parteitag gehe es darum, eine Landesliste für die Bundestagswahl in einem Jahr aufzustellen. Die AfD habe der Kreisbehörde ein Hygienekonzept vorgelegt, das einen Parteitag in einer Halle und einem Zelt vorsah. Demnach hätten 750 Personen an dem Parteitag teilnehmen sollen.

Merkel nach Corona-Beratungen: »Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, ist gut«

20.10 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel hat mit den 16 Länderchefs über die zukünftigen Maßnahmen gegen das Coronavirus beraten. Sie appellierte an die Bevölkerung, Kontakte zu reduzieren. Einen Beschluss soll es erst nächste Woche geben.

Lauterbach fordert strengere Schutzmaßnahmen an Schulen

19.51 Uhr: An deutschen Schulen wird nach Einschätzung des SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach nicht genug gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie getan. »Das Problem in den Schulen ist in Deutschland immer unterschätzt worden«, sagte er in Berlin auf dem »Süddeutsche Zeitung Wirtschaftsgipfel«. Die Infiziertenzahl bei den 10- bis 19-Jährigen sei derzeit ungefähr zehnmal so hoch wie während der ersten Corona-Welle im Shutdown.

Natürlich sei es auch denkbar, dass sich diese Kinder bei ihren Eltern infizierten, »aber die Studien zeigen, dass sich Kinder in erster Linie untereinander infizieren in der Schule und dann ihre Eltern infizieren«, sagte Lauterbach. »Wenn es so weiter läuft, würden wir erwarten, dass wir das, was wir in den Restaurants, in den Gaststätten und dergleichen erkämpfen, dass wir das in den Schulen verlieren, und zwar komplett.«

Er plädiere »ohne Wenn und Aber« dafür, Schulklassen zu halbieren. Man habe sieben oder acht Monate Zeit gehabt, das Lernen von zu Hause aus vorzubereiten. Viele Länder in Skandinavien oder auch in Asien hätten das geschafft. Grundschulen nahm er von seinen Appellen aus, weil die Infektionszahlen hier geringer seien und das Ansteckungsrisiko geringer erscheine.

Mit Blick auf gesellschaftliche Entbehrungen sagte der Epidemiologe, man müsse sich »am Riemen reißen«. Ein Teil der Menschen werde später auf eine verschobene Hochzeit zurückblicken, während andere mit Spätfolgen der Krankheit zu kämpfen hätten.

Corona-Ausbrüche in Mannheimer Altenheimen – acht Tote

19.25 Uhr: Nach Corona-Ausbrüchen in zwei Alten- und Pflegeheimen in Mannheim sind acht Bewohner gestorben. In einem Heim im Stadtteil Gartenstadt seien vier Frauen und drei Männer im Alter zwischen 77 und 88 Jahren am Wochenende und vergangenen Woche gestorben, teilte die Evangelische Kirche Mannheim als Betreiber mit. 51 der 90 Bewohner seien infiziert. Auch 20 Mitarbeiter hätten sich mit dem Coronavirus angesteckt.

In einem weiteren Seniorenzentrum wurden 42 Bewohner sowie acht Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet. Ein über 80-Jähriger mit Vorerkrankungen sei am Sonntag gestorben, teilte ein Sprecher des Heims mit. Alle 127 Bewohner seien nun in Quarantäne auf ihren Zimmern. Die betroffenen Mitarbeiter seien in häuslicher Isolation.

EU-Kommission kündigt Impfstoffvertrag mit Curevac an

19.09 Uhr: Die EU-Kommission hat mit der Tübinger Firma Curevac einen Vertrag über den Kauf von bis zu 405 Millionen Dosen Corona-Impfstoff vereinbart. Dies teilte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in Brüssel mit. Es handelt sich um den fünften Rahmenvertrag mit Pharmafirmen, die einen aussichtsreichen Impfstoff gegen das Coronavirus in der Entwicklung haben.

Ebenfalls am Montag hatte der US-Konzern Moderna vielversprechende Testdaten zu seinem Impfstoff veröffentlicht. Mit diesem Hersteller ist die EU-Kommission aber nach von der Leyens Angaben noch in Verhandlungen und hofft, diese bald abschließen. Curevac ist in der Testphase seines Impfstoffs noch nicht ganz so weit wie Moderna und der Konkurrent Biontech/Pfizer, der vergangene Woche ebenfalls vielversprechende Testdaten veröffentlicht hatte.

Von der Leyen betonte, noch sei nicht klar, welcher der Impfstoffe sich als sicher und wirksam herausstellen werde. Deshalb setze die EU-Kommission auf ein breites Portfolio. Nach der Zulassung würden die angekauften Mengen nach Bevölkerungsstärke an die EU-Staaten verteilt. Die zuständige Arzneimittelbehörde EMA werde die Mittel vor der Zulassung einer robusten Überprüfung unterziehen und keine Abstriche bei der Sicherheit machen, sagte von der Leyen.

Tschechien will Notstand bis kurz vor Weihnachten verlängern

18.29 Uhr: In Tschechien soll der Corona-Notstand bis kurz vor Weihnachten verlängert werden. Dies kündigte Gesundheitsminister Jan Blatný nach einer Kabinettssitzung an. Die endgültige Entscheidung über eine Verlängerung bis zum 20. Dezember liegt beim Parlament, das soll am Donnerstag beraten. Der Notstand gilt in dem EU-Mitgliedsland bereits seit Anfang Oktober. Bislang ist er nur bis Freitag dieser Woche terminiert.

Zudem beschloss die Regierung, dass die Kundenzahl in Geschäften auf eine Person je 15 Quadratmeter beschränkt werden soll. Die Verordnung tritt an diesem Mittwoch in Kraft. Einzelhandelsverbände warnten vor langen Warteschlangen vor Supermärkten. Aktuell dürfen nur Geschäfte des täglichen Bedarfs öffnen.

Tschechien ist besonders stark von der Pandemie betroffen, obwohl sich eine Abflachung der Infektionskurve abzeichnet. Nach Angaben der EU-Gesundheitsagentur ECDC sind aktuell innerhalb von 14 Tagen statistisch 26,1 Todesfälle je 100.000 Einwohner zu verzeichnen. Das ist der höchste Wert unter allen EU-Mitgliedstaaten.

Gebirgsjäger sitzen in Ulan Bator fest

17.55 Uhr: Eine Gruppe von 25 Bundeswehr-Soldaten sitzt nach SPIEGEL-Informationen wegen eines kuriosen Corona-Falls in der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator fest. Die Gebirgsjäger hatten im Oktober mongolische Kameraden ausgebildet und sollten nach dem Lehrgang von der Luftwaffe zurück nach Deutschland geflogen werden.

Der Rückflug allerdings scheiterte wegen eines Corona-Falls. Einer der Soldaten der Flugbereitschaft erhielt auf einer Zwischenlandung auf dem Weg in die Mongolei die Mitteilung, dass er positiv auf das Virus getestet worden war. Deswegen kehrte die Maschine umgehend zurück, die Mannschaft musste in Quarantäne.

Die Bundeswehr plant nun, die Gebirgsjäger Ende der Woche aus Ulan Bator abzuholen. Bis dahin sind die Soldaten in einem Hotel in der Hauptstadt untergebracht.

Mehr als 27.000 neue Corona-Infektionen in Italien gemeldet

17.41 Uhr: Italien hat in den vergangenen 24 Stunden 27.354 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus registriert. Das teilten die Behörden am Montag mit. Am Vortag waren es noch 33.979 gewesen. Der Rückgang war erwartet worden, unter anderem, weil an Sonntagen in geringerem Umfang getestet wird. Am stärksten betroffen ist derzeit die Lombardei mit der Großstadt Mailand und die Region Kampanien an der Westküste.

Landesweit wurden 504 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 gemeldet. Insgesamt werden in Italien damit seit Beginn der Pandemie 45.733 Tote in Verbindung mit der Krankheit gebracht.

Zahl der Toten nach Corona-Ausbruch in Berliner Pflegeheim steigt weiter

17.25 Uhr: Nach mehreren Corona-Infektionen in einem Alten- und Pflegeheim in Berlin hat sich die Zahl der Todesfälle nach Angaben des Betreibers erhöht. »14 positiv getestete Bewohner sind nach unserer Kenntnis leider verstorben«, teilte eine Sprecherin der Firma Kursana am Nachmittag mit.

Zuletzt waren zwölf Todesfälle bestätigt gewesen. »Nach wie vor sind 27 Bewohner sowie 17 Mitarbeiter positiv getestet«, hieß es. Rund 100 Menschen lebten aktuell in der Einrichtung. Am Freitag waren 14 Bewohner in Krankenhäuser und andere Heime verlegt worden.

Die Senatsverwaltung für Gesundheit zeigte sich noch vor Bekanntwerden der weiteren Todesfälle »bestürzt« über die Ereignisse. Die Heimaufsicht sei tätig, sagte ein Sprecher. Man erwarte »absolute Transparenz und nötigenfalls Konsequenzen«.

Zuvor war bekannt geworden, dass in dem Heim innerhalb von fünf Wochen zwölf mit dem Virus infizierte Menschen gestorben waren – die meisten im Krankenhaus. Nach Betreiberangaben hatten alle schwerwiegende Vorerkrankungen oder befanden sich in der Palliativphase. 

Deutsche-Bank-Chef Sewing fordert Ende des »Gießkannenprinzips«

17.20 Uhr: Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, Christian Sewing, fordert eine baldige Abkehr von staatlichen Stützungsmaßnahmen für Firmen. »Diese Rettungsprogramme waren richtig, um Dinge abzufedern, aber jetzt ist es wichtig, über langfristige Lösungen zu sprechen«, sagte Sewing beim Wirtschaftstag in Berlin.

Die Debatte komme bislang in der Öffentlichkeit zu kurz. »Es kann nicht nach dem Gießkannenprinzip weitergehen. Das schadet unserer Volkswirtschaft.« Breit angelegte staatliche Hilfen setzten auf Dauer falsche ökonomische Anreize.

»Wir Unternehmen müssen uns anpassen. Wir müssen ein gewisses Maß an kreativer Zerstörung zulassen.« Grundsätzlich sei er der Meinung, dass mit einem stabilen Management und einem guten Geschäftsmodell die Coronakrise zu meistern sei. Sewing hatte bereits in der Vergangenheit vor »Zombie-Unternehmen« gewarnt.

Die Deutsche Bank blickt selbst auf turbulente Jahre zurück. Nach internationalen Medienberichten über erhebliche Versäumnisse bei der Bekämpfung von Geldwäsche war der Aktienkurs der Bank im September regelrecht eingebrochen. Zuletzt hatte das Geldhaus jedoch trotz der Coronakrise überraschend einen Quartalsgewinn vermeldet.

RKI startet Antikörperstudie in Berlin-Mitte

16.56 Uhr: Als erster großstädtischer Raum wird Berlin-Mitte Teil einer Corona-Antikörperstudie des Robert Koch-Instituts (RKI). Ab Dienstag sollen rund drei Wochen lang bis zu 2000 Bewohner einbezogen werden, sagte Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Bisher hätten sich von den zufällig ausgewählten Menschen knapp 950 zur Teilnahme bereit erklärt.

Den Freiwilligen stehen etwa ein Rachenabstrich und eine Blutentnahme bevor: Der Abstrich wird auf eine akute Infektion untersucht, die Blutprobe auf Antikörper. Deren Nachweis gilt als Hinweis auf eine durchgemachte Infektion. Das RKI hofft auf Erkenntnisse zur Dunkelziffer und zum Anteil symptomloser Infizierter. Erste Ergebnisse sollen Ende Januar, Anfang Februar 2021 vorliegen.

Der Stadtteil Mitte gehöre mit mehr als 350 Infektionen in den vergangenen sieben Tagen pro 100.000 Einwohner zu den Hotspots bundesweit, sagte der Leiter der Abteilung für Infektionsepidemiologie am RKI, Osamah Hamouda. Fast zwei Prozent der Menschen im Bezirk seien nach bisherigen Meldedaten betroffen gewesen.

Fleischkonzern Tönnies in Rheda-Wiedenbrück wieder fast bei voller Auslastung

16.53 Uhr: Nach der vorübergehenden Schließung des Betriebs in Rheda-Wiedenbrück hat der Fleischkonzern Tönnies an seinem Hauptstandort wieder nahezu 100 Prozent der Schlachtkapazitäten erreicht. Nach Angaben des Unternehmens konnte am Montag nach der Zustimmung der Behörden eine neue Zerlegelinie für Schinken den Betrieb aufnehmen. Pro Tag können demnach rund 8000 Schweine mehr geschlachtet werden als zuletzt.

Tönnies musste im Sommer wegen der Corona-Pandemie und einer Vielzahl von Infektionen bei den Arbeitern das Werk in Ostwestfalen schließen, neue Hygienekonzepte erarbeiten und neue Filtertechnik sowie trennende Plexiglasscheiben zwischen den Arbeitern einbauen.

Die geringere Zahl von geschlachteten Schweinen hatte für ein Absatzproblem bei den Landwirten in der Region gesorgt. Nach Angaben des Konzerns werden in Rheda-Wiedenbrück nun wieder täglich 20.000 bis 25.000 Tiere geschlachtet – so viele wie vor der zeitweiligen Schließung.

Corona-Hotspots in italienischen Gefängnissen

16.43 Uhr: In Italien sorgen etliche Corona-Infektionen in zwei Gefängnissen in Neapel für Wirbel. Italienische Medien hatten zuvor von über 100 positiv getesteten Insassen berichtet hatten. »Der Anstieg der positiven Fälle wurde mit dem Beginn der zweiten Welle in der Pandemie registriert«, sagte der Präfekt von Neapel, Marco Valentini, auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa.

In den Anstalten Secondigliano und Poggioreale seien knapp 200 positive Fälle unter den Insassen festgestellt worden. Darüber hinaus hätten sich etwas mehr als 110 Vollzugsbeamte infiziert.

Der Gefängnisseelsorger in Neapel, Don Franco Esposito, schrieb in einem Brief an das Justizministerium, die Pandemie stelle eine extreme Notfallsituation für italienische Häftlinge dar und habe zu Mord und Gefängnisrevolten in ganz Italien geführt.

Derzeit befinden sich nach Zahlen einer unabhängigen Organisation für Freiheitsrechte knapp 54.000 Menschen in Italien in Haft, die Lage in den Vollzugsanstalten gilt als schlecht. Im Frühjahr hatte die Justiz schon einige Häftlinge wegen der Corona-Lage aus den chronisch überfüllen Gefängnissen in den Hausarrest entlassen. Darunter waren auch Mitglieder der Mafia.

Veranstalter planen Nordische Ski-WM mit Hunderten Zuschauern

16.05 Uhr: Die Nordische Ski-WM in Oberstdorf soll nach derzeitigem Stand trotz der hohen täglichen Corona-Infektionszahlen mit Publikum stattfinden. In der Skisprung-Arena sollen 2500 Zuschauer pro Wettbewerb zugelassen werden, im Langlauf-Stadion ist eine reduzierte Kapazität von 2000 Fans geplant, teilten die Geschäftsführer Florian Stern und Moritz Beckers-Schwarz in einer Videopressekonferenz mit. Das Event im Allgäu soll am 23. Februar 2021 beginnen und bis zum 7. März dauern.

»Die Vorbereitungen mussten stark angepasst werden in den vergangenen sechs Monaten«, berichtete Geschäftsführer Stern. Insgesamt seien bisher 30.000 Eintrittskarten verkauft. Trotz der reduzierten Anzahl an Tickets gebe es derzeit noch für jeden Wettbewerb in Oberstdorf Karten. Zur Zuschauerlage sagte Beckers-Schwarz: »Wir haben uns auch mit dem Thema Geister-WM beschäftigt. Keiner wünscht sich das. Wir sehen das aber als eine Eventualität, die auf uns zukommen könnte.«

Trump reklamiert weiteren Impfstofferfolg für sich

15.59 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat die vielversprechenden Daten des Corona-Impfstoffs der US-Firma Moderna abermals für Eigenwerbung genutzt.

Historiker sollten sich daran erinnern, dass diese großartigen Entdeckungen bei Impfstoffen »alle unter meiner Aufsicht gemacht wurden«, schrieb Trump auf Twitter.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Die US-Regierung hat eine Reihe von Pharmaunternehmen, unter anderem Moderna, mit Milliardenzahlungen und einem Sonderprogramm bei der Entwicklung von Vakzinen unterstützt.

Bereits nachdem die Unternehmen Pfizer und Biontech in der vergangenen Woche einen Erfolg bei Impfstoff-Tests vermeldet hatten, hatte Trump die Ergebnisse als Folge seiner Politik und des US-Regierungsprogramms »Warp Speed« darzustellen versucht. Pfizer war daraufhin auf Distanz zum scheidenden US-Präsidenten gegangen.

Länder streichen offenbar zahlreiche Pläne aus Beschlussvorlage des Bundes

15.50 Uhr: Von den geplanten schärferen Corona-Maßnahmen aus dem Bundeskanzleramt bleibt nach Beratungen der Regierungschefs der Bundesländer wohl nicht mehr viel übrig. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf eine aktualisierte Fassung einer Beschlussvorlage für neue Maßnahmen und Empfehlungen in der Pandemie.

Demnach sind wesentliche Vorschläge des Bundes nicht mehr enthalten oder nur noch als Appell formuliert. So fehlt zum Beispiel, dass sich Kinder und Jugendliche nur noch mit einem festen Freund oder einer festen Freundin in der Freizeit treffen sollen. Auch wird nur noch an die Bürger »appelliert«, auf private Feiern gänzlich zu verzichten.

Anders als in der Ursprungsfassung des Bundes verschwindet auch der Punkt Schulen im Länderpapier praktisch vollends aus dem Entwurf. War dort ursprünglich unter anderem noch die Forderung nach einer Maskenpflicht für alle Schüler und Lehrer im Unterricht und auf dem Schulgelände enthalten, heißt es in der Länderfassung nur noch, dass die Offenhaltung von Schulen und Betreuungseinrichtungen im Präsenzunterricht »eine hohe politische Priorität« habe.

Ungarn und Polen blockieren EU-Corona-Hilfen

15.41 Uhr: Die EU wollte ein 1,8 Billionen Euro schweres Finanzpaket für die kommenden sieben Jahre beschließen. Ungarn und Polen legten nun ein Veto dagegen ein – aus Protest gegen eine Verpflichtung zur Rechtsstaatlichkeit.

Schweden begrenzt Versammlungen auf maximal acht Personen

15.39 Uhr: Schweden beschränkt öffentliche Zusammenkünfte wegen der Corona-Pandemie auf acht Personen. Das teilte Premierminister Stefan Lövfen mit. Bislang liegt die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen und Veranstaltungen in Schweden der Nachrichtenagentur dpa zufolge bei 50 Personen. Für Kinos, Konzerte, Theater und Sportveranstaltungen mit gewissen Sitzplatzkapazitäten gelten seit wenigen Wochen Ausnahmen von bis zu 300 Teilnehmern.

»Wir leben in einer Zeit der Prüfung. Es wird schlimmer werden. Erfülle deine Pflicht, übernimm deine Verantwortung, um die Ausbreitung der Infektionen zu stoppen«, sagte Löfven gleich zweimal eindringlich an seine Landsleute gerichtet. »Geht nicht in Fitnessstudios, geht nicht in Büchereien, veranstaltet keine Abendessen. Sagt ab«, forderte der Ministerpräsident.

Schweden war in der Corona-Pandemie einen viel beachteten Sonderweg mit vergleichsweise lockeren Maßnahmen und Appellen an die Vernunft der Bürger gegangen. Eine Verordnungsänderung für die deutliche Teilnehmerbeschränkung soll nun am 24. November in Kraft treten und vorläufig für vier Wochen – und damit bis unmittelbar vor Weihnachten – gelten.

Wie im Frühjahr hat Schweden mit seinen rund 10,3 Millionen Einwohnern mittlerweile wieder die mit Abstand höchsten Neuinfektionszahlen Skandinaviens. Auf die Bevölkerung heruntergerechnet lag das Land in den vergangenen 14 Tagen bei etwa 430 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, verglichen mit einem Wert von rund 309 für Deutschland. Auf einen Shutdown will das Land aber weiter verzichten.

Agrarmesse Grüne Woche findet rein digital statt

15.23 Uhr: Die Berliner Agrar- und Verbrauchermesse Grüne Woche im Januar wird wegen der Corona-Pandemie nun doch komplett ins Internet verlegt. »Unsere Bühnen werden nun zum Fernsehstudio«, teilte Projektleiter Lars Jaeger mit. Vorträge, Diskussionsrunden und Pressekonferenzen sollen an den zwei Messetagen 20. und 21. Januar live im Internet übertragen werden.

Normalerweise kommen regelmäßig rund 400.000 Besucher zur Grünen Woche, an zehn Messetagen und mit Ausstellern aus Dutzenden Ländern. Schon im August hatten die Veranstalter aber entschieden, die Messehallen nur für das Fachpublikum zu öffnen.

»Wir hatten das Konzept von vornherein flexibel angelegt, sodass wir problemlos von hybrid auf digital wechseln können«, erklärte Jaeger nun die Entscheidung. Grund dafür seien die bundesweit hohen Corona-Infektionszahlen.

Twitteraccounts der Biontech-Mitgründer gefälscht

15.10 Uhr: Bei vermeintlichen Accounts der Mitgründer des deutschen Impfstoffunternehmens Biontech im Kurznachrichtendienst Twitter handelt es sich um Fälschungen. Von den beiden Vorständen Uğur Şahin und Özlem Türeci existierten »keine persönlichen Accounts«, teilte das Unternehmen ebenfalls auf Twitter mit. Man stehe mit Twitter in Kontakt, um entsprechende Fake-Benutzerkonten löschen zu lassen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zuvor hatte der Dienst bereits zwei Accounts, die unter den Namen der beiden Mitgründer liefen und denen schon mehrere Tausend Menschen folgten, gesperrt.

Das deutsche Unternehmen und der US-Pharmakonzern Pfizer hatten am vergangenen Montag als erste westliche Hersteller vielversprechende Daten aus ihren klinischen Tests vorgelegt.

Demnach bietet ihr Impfstoff einen mehr als 90-prozentigen Schutz vor Covid-19. Die Unternehmen wollen dem Vernehmen nach noch diesen Monat bei der US-Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA eine Notfallzulassung für den Impfstoff beantragen.

13.000 Mitarbeiter von malaysischer Fabrik in Quarantäne

15.05 Uhr: Mehr als 13.000 Mitarbeiter eines der größten Unternehmen für Einweghandschuhe der Welt müssen nach einem massiven Corona-Ausbruch zwei Wochen lang in Quarantäne.

In der Firma »Top Glove« in Malaysia waren zuvor 200 Corona-Infektionen bestätigt worden. Das Unternehmen werde aufgefordert, alle Arbeiter in allen Fabriken zu testen, sagte Verteidigungsminister Ismail Sabri Yaakob. Die Arbeiter hatten sich voraussichtlich in einer Gemeinschaftsunterkunft angesteckt.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Firma mitgeteilt, die Ausbreitung des Virus unter der Belegschaft sei »weitgehend unter Kontrolle« und die Arbeit bleibe unberührt. Malaysische Fabriken produzieren rund 65 Prozent der weltweiten Gummi- und Einweghandschuhe für medizinischen Gebrauch.

Hotel- und Gaststättenverband droht mit Verfassungsklage

14.44 Uhr: Der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hat wegen der geplanten Änderungen des Infektionsschutzgesetzes mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht gedroht. Mit den Änderungen werde eine neue Rechtsgrundlage für umfangreiche Schutzmaßnahmen in der Pandemie geschaffen. Diese bedeutet nach Auffassung des Verbands einen erheblichen Eingriff in die Grundrechte der betroffenen Gastwirte und Hoteliers.

»Es ist jedoch inkonsequent und unseres Erachtens verfassungswidrig, dass keine Entschädigung für diesen Fall für unsere Betriebe vorgesehen ist«, sagte Dehoga-Präsident Guido Zöllick. Sollte es keine entsprechenden Korrekturen geben, »werden wir für die Branche Verfassungsbeschwerde in Karlsruhe einlegen«.

Bundestag und Bundesrat wollen am Mittwoch Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschließen. Dabei geht es vor allem um die gesetzliche Grundlage für weitreichende Maßnahmen gegen die Pandemie. Union und SPD wollen bisherige allgemeine Formulierungen in dem Gesetz präzisieren und genauer vorgeben, welche Beschränkungen möglich sind, etwa Abstandsgebote, Kontaktbeschränkungen oder die Maskenpflicht im öffentlichen Raum. Genannt werden auch die Schließung von Geschäften und Verbote für Veranstaltungen.

Infektionszahlen steigen auch bei Kindern dramatisch

14.42 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen bei Kindern hat sich in den vergangenen Wochen verzehnfacht. Bund und Länder verhandeln bereits über härtere Maßnahmen. Kommt die Maskenpflicht für alle Schüler?

Österreich nähert sich Kapazitätsgrenzen in Krankenhäusern

14.30 Uhr: In Österreich spitzt sich wegen der rasanten Ausbreitung des Coronavirus die Lage in den Krankenhäusern zu. Während sich die Zahl der Neuinfektionen einen Tag vor dem zweiten vollständigen Lockdown im Land abgeschwächt hat, müssen erstmals mehr als 600 Erkrankte auf Intensivstationen behandelt werden, sagte Gesundheitsminister Rudolf Anschober am Montag. Die Prognose für diese Woche sage im Schnitt 7000 neue Corona-Fälle pro Tag voraus. »Wenn das so eintritt, wäre das viel zu viel. Wir nähern uns den Kapazitätsgrenzen in den Spitälern«, sagte der Minister.

Insgesamt wurden von den Behörden zuletzt 4657 neue Positivtests binnen 24 Stunden registriert. Am Vortag waren es noch rund 5600 Fälle. Allerdings fallen die Zahlen in der Regel am Montag geringer aus, da über das Wochenende weniger gemeldet werden. Innerhalb eines Tages starben 58 weitere Infizierte, die Zahl der Todesfälle erhöhte sich damit auf 1887. In stationärer Behandlung sind 4297 Menschen. Im Bundesland Kärnten sind etwa mehr als 80 Prozent der Betten belegt. Das Plateau in den Krankenhäusern erwartet der Gesundheitsminister zwischen dem 20. und 27. November. 

Fauci zu Corona-Impfstoff: »Besser wird es nicht«

14.04 Uhr: Der renommierte US-Immunologe und Corona-Experte Anthony Fauci hat begeistert auf Daten des US-Pharmaunternehmens Moderna für dessen Corona-Impfstoff reagiert. »Das sind offensichtlich sehr aufregende Ergebnisse«, sagte Fauci nach Angaben des TV-Senders CNN. Moderna hatte am Montag mitgeteilt, dass Zwischenergebnisse eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent zeigten. »Besser wird es nicht – 94,5 Prozent sind wirklich hervorragend«, so Fauci.

Seiner Einschätzung zufolge könnten die ersten Impfungen in den USA im Dezember bei Hochrisikogruppen beginnen, der breite Rest der Bevölkerung könnte eher ab Ende April dran sein. »Und das wird in den Mai, Juni und Juli hineingehen.«

Handelsumfrage: Die meisten Weihnachtsmärkte fallen aus

14.00 Uhr: Einen Weihnachtsmarktbummel wird es für die meisten Deutschen in diesem Jahr nicht geben. Knapp 80 Prozent der Märkte fallen nach einer Umfrage wegen der Corona-Pandemie aus, bei weiteren 13 Prozent sei es unklar. Das teilte der Handelsverband Deutschland am Montag mit. Weihnachtsmärkte seien ein wichtiger Faktor, um die Kunden in die Fußgängerzonen und Stadtzentren zu bringen, sagte der Verband. Falle dieser Anlass nahezu flächendeckend weg, bedeute das einen schweren Schlag für den Innenstadthandel. Er mache im November und Dezember üblicherweise ein Viertel seines Jahresumsatzes.

Sieben Prozent der Märkte finden statt, wie die Umfrage unter 1400 Vertretern von Stadtverwaltungen, Standortinitiativen sowie Vereinen und Handel ergab. Beteiligt daran waren auch die Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland und eine Beratungsfirma.

FDP: Striktere Corona-Maßnahmen »weder erforderlich noch verhältnismäßig«

13.43 Uhr: Vor den neuen Beratungen über weitere Schritte zur Bekämpfung der Corona-Pandemie hat FDP-Chef Christian Lindner das Konzept des Bundes als überzogen abgelehnt.

»In der Summe laufen die aktuellen Vorschläge aus dem Kanzleramt auf einen weitgehenden Lockdown hinaus. Das ist aus Sicht der Freien Demokraten zum jetzigen Zeitpunkt weder erforderlich noch verhältnismäßig«, sagte Lindner.

Es sei zwar notwendig, Kontakte zu reduzieren. »Aber das Ausmaß selbst der Trennung von Familien ist überzogen«, teilte der Parteichef mit. Die empfohlene Quarantäne bei Erkältungssymptomen jeder Art würde das Land lahmlegen. Flächendeckende Schnelltests wären besser.

Auch AfD-Vize Stephan Brandner hatte kritisiert, dass in der Beschlussvorlage des Bundes neue Auflagen vorgesehen sind. Das Papier sei »gefährlich«, sagte Brandner laut der Nachrichtenagentur AFP. »Immer tiefere Eingriffe in das Privatleben der Bürger sind nicht hinnehmbar.« Die Grünen warnen davor, die Corona-Beschränkungen zu schnell zu lockern.

»Auf gar keinen Fall können wir Lockerungen versprechen und auch nicht, dass wir ein ganz normales Weihnachten haben werden«, sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt im SWR. Allerdings müsse jede weitere Einschränkung für die Bürger nachvollziehbar sein.

Auch unter den Regierungschefinnen und -chefs der Bundesländer hatte die Beschlussvorlage aus dem Kanzleramt nach SPIEGEL-Informationen für Ärger gesorgt. Die Vorschläge seien nicht »besprochen oder abgestimmt«, schrieb etwa Mecklenburg-Vorpommerns Regierungschefin Manuela Schwesig (SPD) vor der Sitzung um 14 Uhr auf Twitter.

Iran vermeldet neue Corona-Höchstwerte

13.36 Uhr: Die Zahlen der Corona-Toten und der Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 in Iran haben neue Höchstwerte erreicht. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums starben binnen nur einem Tag 486 Corona-Patienten.

Im gleichen Zeitraum wurden 13.053 Neuinfektionen registriert. Damit liege die Gesamtzahl der Corona-Toten im Land aktuell bei fast 42.000, die der Infizierten bei über 770.000, sagte Ministeriumssprecherin Sima Lari im Staatsfernsehen.

Die Fallzahlen dürften jedoch mehr als doppelt so hoch sein wie angegeben, weil es in dem Land laut Gesundheitsexperten noch zu wenige Testmöglichkeiten gibt. Um die drastisch steigenden Corona-Fallzahlen zu stoppen, plant Iran am nächsten Wochenende landesweit strenge und unbefristete Lockdowns einzuführen.

Europäische Arzneimittelbehörde setzt Prüfverfahren für Moderna-Impfstoff in Gang

13.28 Uhr: Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat das Prüfverfahren für einen Corona-Impfstoff des Unternehmens Moderna Biotech in Spanien, eines Ablegers des US-Unternehmens Moderna, aktiviert.

Der wissenschaftliche Ausschuss CHMP der EMA habe nach ersten vielversprechenden Ergebnissen aus Studien grünes Licht für das sogenannte Rolling-Review-Verfahren gegeben, teilte die in Amsterdam ansässige Behörde mit.

Bei diesem beschleunigten Zulassungsverfahren können Pharmafirmen ihre Impfstoffkandidaten in einer Art Vorverfahren zur Zulassung noch während der Phase der klinischen Studien bei der EMA melden.

Studiendaten werden dann fortlaufend eingereicht und von der EMA bewertet. Im Moment setzen neben Moderna auch Biontech mit Pfizer und das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca auf diesen Weg.

Corona-Impfstoff von Moderna hat Wirksamkeit von 94,5 Prozent

13.17 Uhr: Nach Biontech macht auch der US-Konzern Moderna Hoffnung auf eine baldige Zulassung seines Corona-Impfstoffs. Laut ersten Studienergebnissen verhindert das Mittel einen Großteil der Infektionen.

Der RNA-Impfstoff habe eine Wirksamkeit von 94,5 Prozent, hieß es in einer Mitteilung von Moderna. Die Phase-III-Studie zum RNA-Impfstoff mRNA-1273 von Moderna umfasst insgesamt 30.000 Probanden.

Die Hälfte davon hat den Impfstoff erhalten, die andere Hälfte fungiert als Kontrollgruppe und bekommt ein Placebo-Mittel. Insgesamt erkrankten bislang 95 Studienteilnehmer an der Krankheit Covid-19. Davon entfielen nur fünf Fälle auf die tatsächlich geimpften Probanden, 90 Fälle wurden in der Kontrollgruppe diagnostiziert.

Die EU-Kommission verhandelt mit dem US-Konzern über die Lieferung von bis zu 160 Millionen Impfdosen. Die Wirksamkeit der von Biontech in Kooperation mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer entwickelten Vakzine war ebenfalls mit über 90 Prozent angegeben worden.

Spahn will Corona-Warn-App nachbessern

13 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn konkretisiert seine Ideen zur Nachbesserung der Corona-Warn-App und reagiert damit auch auf Kritik an der Anwendung. Nutzer sollen demnach künftig mehrmals am Tag über mögliche Risikobegegnungen informiert und im Falle eines positiven Corona-Befundes mehrfach aufgefordert werden, ihr Testergebnis mit anderen Anwendern zu teilen.

Lesen Sie hier mehr über die Pläne, die dem SPIEGEL vorliegen.

Neuinfektionen im Wochentagsvergleich gesunken

12.54 Uhr: Die Zahl der gemeldeten Corona-Neuinfektionen ist im Vergleich zum Montag vor einer Woche um fast 20 Prozent gesunken. Den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) zufolge ist dies im Vergleich von Wochentagen der stärkste Rückgang seit Beginn der zweiten Infektionswelle im Herbst.

Das RKI hatte für diesen Montag 10.824 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden vermeldet. Das Saarland hatte zwar keine Zahlen geliefert, dies dürfte sich aber allenfalls mit um die 200 Fällen auswirken. Technische Probleme bei der Übermittlung seien nicht bekannt, teilte das RKI auf Anfrage mit.

Am Montag vor einer Woche waren es dagegen noch 13.363 Fälle. Und selbst vor zwei Wochen lag die Zahl über 12.000. Die Montagszahlen sind häufig verzerrt, da die Gesundheitsämter am Wochenende nicht regelmäßig melden. Ein Vergleich der Montags- oder Sonntagszahlen mit anderen Wochentagen ist daher wenig sinnvoll. Einzelne Tageswerte können dabei keine Trendwende signalisieren.

Das RKI hatte vergangene Woche so darauf hingewiesen, dass die erreichte Grenze bei den Testkapazitäten sich auch auf die Zahl der gemeldeten Fälle auswirken könnte. Die Infektionsrate liegt zudem weiter bei eins. Das bedeutet, dass ein Infizierter statistisch einen Menschen ansteckt.

In der vergangenen Woche war bei weiter steigenden Zahlen ein leichtes Abflachen der Infektionskurve beobachtet worden. RKI-Chef Lothar Wieler hatte sich daher vorsichtig optimistisch geäußert. Zugleich wies er aber darauf hin, dass die Kapazitäten an Intensivbetten knapp würden, da die Zahl der Krankenhauspatienten zunächst weiter steigen werde, selbst wenn die Infektionszahlen jetzt heruntergingen.

Klöckner sieht keine Corona-Gefahr durch Nutztiere

12.39 Uhr: Wegen einer als »Cluster 5« bezeichneten Mutation des neuartigen Coronavirus und Übertragungen der neuen Virusvariation auf Menschen, sollen in Dänemark Millionen Nerzen gekeult werden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sieht jedoch keine Gefahr, dass das Virus von Schweinen oder Kühen auf den Menschen überspringt. Es gebe keinerlei Erkenntnis über die Gefahr »der Rückübertragung zum Beispiel von Nutztieren«, sagte die CDU-Politikerin vor einer Videokonferenz mit ihren EU-Kollegen.

Derzeit werde an verschiedenen Tierarten geforscht, wie sich das Coronavirus verändere und übertrage. »Und da will ich einfach auch für etwas Beruhigung sorgen. Nach unseren jetzigen Erkenntnissen gibt es keine Infektion von Nutztieren auf den Menschen«, sagte Klöckner.

Bei den Videoberatungen wollte Dänemark die anderen Staaten über den aktuellen Stand bei der Massenkeulung der Nerze informieren. Klöckner zufolge spielt die kommerzielle Nerz-Wirtschaft in fünf EU-Staaten eine Rolle. Deutschland gehört nicht dazu.

Tattoostudios im Saarland dürfen mit neuer Verordnung wieder öffnen

12.30 Uhr: Im Saarland ist seit Montag eine neue Verordnung zur Bekämpfung der Corona-Pandemie mit angepassten Regeln in Kraft. Demnach ist der Betrieb von Tattoo- und Piercing-Studios unter Einhaltung entsprechender Hygienekonzepte wieder zulässig.

Betreiber von Tattoo- und Piercing-Studios hatten sich in der vergangenen Woche vor dem Oberverwaltungsgericht des Saarlandes erfolgreich gegen die Schließung ihrer Betriebe während des Teil-Lockdowns gewehrt.

Vom Betriebsverbot in der Gastronomie ausgenommen sind nun auch Rastanlagen an Bundesautobahnen und gastronomische Betriebe an Autohöfen. Die neue Verordnung im Saarland gilt bis einschließlich 29. November.

Vorerst keine schärferen Maßnahmen für Schulen

12 Uhr: Bund und Länder werden bei ihren Beratungen zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie zunächst doch nicht über verschärfte Maßnahmen an Schulen beraten. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Nach einer geänderten Vorlage des Bundes für die Videokonferenz sollen die Länder demnach bis zur kommenden Woche einen Vorschlag vorlegen, wie Ansteckungsrisiken im Schulbereich weiter reduziert werden können. Das geänderte Papier liegt der dpa vor.

In der ursprünglichen Fassung des Bundes für die Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder an diesem Montagnachmittag waren dagegen auch für die Schulen schärfere Maßnahmen vorgesehen.

So sollte das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schüler aller Jahrgänge und für Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorgeschrieben werden. Ausnahmslos sollten demnach zudem feste Gruppen von Schülern gebildet werden, wobei die Gruppengrößen in Klassenräumen gemessen am Regelbetrieb halbiert werden sollten.

Der Bund wollte erreichen, dass es zwischen den einzelnen Gruppen eine räumliche Distanz gibt. Innerhalb einer Klasse oder eines Kurses sollte es einen Mindestabstand von 1,5 Metern geben. Dies sollte auch für die Schülerbeförderung etwa mit Bussen gelten.

Frankreichs Gesundheitsminister warnt trotz sinkender Fallzahlen

11.29 Uhr: Olivier Véran, französischer Gesundheitsminister, sieht trotz zuletzt rückläufiger Corona-Infektionszahlen die Krankheit Covid-19 noch nicht als besiegt.

»Wir sind gerade dabei, die Kontrolle über die Epidemie zurückzugewinnen«, sagte Véran laut der Nachrichtenagentur Reuters. Das französische Gesundheitssystem sei jedoch immer noch unter Druck.  

Die Zahl der registrierten Corona-Ansteckungen in Frankreich war bereits Ende vergangenen Woche deutlich gesunken. Am Freitag waren 23.794 Neuinfektionen gemeldet worden.

EZB: Banken werden Auswirkungen der Coronakrise noch lange spüren

11.04 Uhr: Die Folgen der Coronakrise werden Europas Banken nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch lange zu schaffen machen. Das Vor-Krisen-Niveau bei der Profitabilität sei nicht vor 2022 zu erwarten, sagte EZB-Vizepräsident Luis de Guindos.

»Die Notwendigkeit, strukturelle Probleme anzugehen, ist jetzt dringender denn je«, mahnte de Guindos. Es sei »dringend erforderlich, strukturelle Schwächen im europäischen Bankensektor zu beseitigen, indem Überkapazitäten abgebaut und die Kosteneffizienz verbessert werden, um die anhaltend niedrige Profitabilität zu beheben«.

Zwar hätten die Institute in der Pandemie ihre Bemühungen zur Senkung von Kosten verstärkt. Sie müssten aber noch härter auf eine höhere Effizienz hinarbeiten. »Konsolidierung durch Fusionen und Übernahmen ist ein weiterer potenzieller Weg, um Überkapazitäten in diesem Sektor abzubauen«, sagte de Guindos.

Johnson in erneuter Isolation: »Fit wie der Hund eines Schlachters«

10.50 Uhr: Für den britischen Premierminister Boris Johnson läuft es derzeit nicht gerade rund. In der vorigen Woche hatten zwei Vertraute des Premiers, sein Chefstratege Dominic Cummings und Kommunikationschef Lee Cain zum Jahresende ihren Rücktritt angekündigt.  

Am Sonntag wurde dann bekannt: Johnson hatte Kontakt mit einem Corona-Infizierten – und muss sich erneut isolieren. Seitdem befindet er sich in Quarantäne. Johnson war im Frühjahr selbst schwer an Covid-19 erkrankt war und musste im Krankenhaus mit Sauerstoff versorgt werden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Nun hat sich Johnson mit einem Tweet aus der heimischen Isolation gemeldet. Er fühle sich »fit, wie der Hund eines Schlachters«, sagte Johnson. Die Formulierung ist eine gängige Redewendung im Englischen und gleichbedeutend mit »fit wie ein Turnschuh«.

Seine vorherige Erkrankung spiele keine Rolle. Auch »dass ich vor Antikörpern platze« sei unerheblich, sagte Johnson. »Wir müssen die Ausbreitung der Krankheit verhindern und uns für 14 Tage in Quarantäne begeben, wenn es eine Aufforderung dafür von der Gesundheitsbehörde gibt«, sagte der Premierminister.

Fortsetzung von Charlie-Hebdo-Prozess verzögert sich weiter

10.32 Uhr: Der wegen mehrerer Corona-Fälle unterbrochene Prozess um den islamistisch motivierten Terroranschlag auf die französische Satirezeitung »Charlie Hebdo« wird erst in einer Woche fortgesetzt. Der Hauptangeklagte Ali Riza Polat habe nach seiner Coronavirus-Infektion noch immer Krankheitssymptome, erklärte Gerichtspräsident Régis de Jorna.

Sollte Polat nicht schon eher für verhandlungsfähig erklärt werden, werde der Prozess am kommenden Montag fortgesetzt.

Der Prozess gegen 14 mutmaßliche Helfer der Attentäter läuft seit Anfang September und ist seit Anfang November unterbrochen. Neben dem Hauptangeklagten waren noch zwei andere Beschuldigte positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Verdächtigen sollen unter anderem zwei Islamisten unterstützt haben, die im Januar 2015 die Redaktion von »Charlie Hebdo« stürmten und zwölf Menschen töteten.

Auch Michigan und Washington verschärfen Corona-Maßnahmen

10.23 Uhr: Wegen der drastisch gestiegenen täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ergreifen mehrere US-Bundesstaaten striktere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie.

Michigans demokratische Gouverneurin Gretchen Whitmer ordnete am Sonntag an, den Präsenzunterricht an Highschools und Colleges zu stoppen. Auch der Verzehr von Speisen in Restaurants ist untersagt, organisierte Sportveranstaltungen dürfen vorerst nicht stattfinden. »Die Lage war noch nie so katastrophal«, begründete Whitmer die Schritte.

Trumps aktuell bevorzugter Corona-Berater Scott Atlas, ein Radiologe, twitterte daraufhin: »Das endet nur, wenn die Menschen sich erheben.« Atlas ist ein Gegner strikter Beschränkungen und zweifelt die Nützlichkeit von Masken an.

Der Tweet war mit Blick auf Michigan von besonderer Brisanz. Gouverneurin Whitmer war nach Angaben des FBI im Oktober ins Visier ultrarechter Gruppen geraten. Diese hatten ihre Entführung und Tötung geplant. Atlas schrieb später, er wolle nicht zu Gewalt aufrufen.

Der ebenfalls demokratische Gouverneur des Bundesstaates Washington, Jay Inslee, kündigte an, ab kommendem Monat striktere Kontaktbeschränkungen und neue Regeln für Geschäfte anzuordnen. Bereits ab Dienstag müssen etwa Fitnessstudios und Unterhaltungseinrichtungen ihre Innenbereiche schließen.

Am Freitag hatte die Zahl der Neuinfektionen in den Vereinigten Staaten mit mehr als 177.000 an einem Tag erneut einen Rekordstand erreicht. Am Sonntag kamen nach Daten der Johns-Hopkins-Universität 133.045 Fälle neu hinzu. Das Land hat seit Beginn der Pandemie mehr als 11 Millionen Corona-Fälle und über 246.000 Tote in Verbindung mit dem Virus registriert – jeweils so viel wie kein anderes Land der Welt.

Umfrage: Innenstadt-Einzelhändler in Existenznöten

10.07 Uhr: Knapp 60 Prozent der Innenstadthändler sehen sich in Existenznöten, wie aus einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE) unter mehr als 500 Unternehmen hervorgeht. »Sinkende Umsätze und geringe Kundenzahlen bringen immer mehr Händler in finanzielle Schieflage«, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus einem Text zu der Erhebung.

Die Umsätze im innerstädtischen Einzelhandel verharrten demnach auch in der zweiten Novemberwoche – mit einem Einbruch von durchschnittlich 43 Prozent – auf einem Niveau weit unter den Vorjahreswerten. Der HDE bekräftigt deshalb seine Forderung nach Not- und Überbrückungshilfen für die Einzelhändler – vor allem in den Innenstädten. »Ansonsten bluten unsere Stadtzentren aus und veröden dauerhaft«, teilte der Branchenverband mit.

Weil plädiert für behutsames Vorgehen

09.55 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat dafür geworben, sich für eine neue Corona-Strategie mehr Zeit zu lassen. Vor den Beratungen zwischen Bund und Ländern sagte der Politiker dem Radiosender NDR Info: »Wir sollten heute die gesamte Bandbreite diskutieren, auch die Vorschläge, die das Bundeskanzleramt offenbar ja schon zu Papier gebracht hat. Aber Beschlüsse, glaube ich, sollten dann Teil eines Gesamtkonzepts in einer Woche oder in zehn Tagen sein.«

Eine Gesamtstrategie bis Neujahr schaffe mehr Klarheit als »scheibchenweise« vorzugehen, sagte Weil. Noch gebe es keinen Überblick, ob der Teil-Lockdown im November ausreiche.

Unmittelbare Beschlüsse sind nach den Gesprächen ohnehin nicht zu erwarten. Eine Entscheidung über Verschärfungen der Corona-Maßnahmen soll erst am 23. November fallen.

Chinas Wirtschaft erhält neuen Schwung

09.30 Uhr: Die chinesische Wirtschaft erholt sich offenbar mit großer Geschwindigkeit von den Einbußen durch die Coronakrise. Neue Wirtschaftsdaten deuten nun auf ein schnelleres Wachstum im letzten Quartal des Jahres hin.

Im Oktober stiegen die Ausgaben im Einzelhandel für Verbrauchsgüter wieder um 4,3 Prozent und damit deutlicher als im Vormonat (3,3 Prozent), teilte das Statistikamt in Peking mit. Die Industrieproduktion kletterte etwas schneller als erwartet um 6,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Die Wirtschaftsdaten dürften nach Erwartungen des Statistikamts dazu führen, dass die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde in den letzten drei Monaten des Jahres schneller als im dritten Quartal mit 4,9 Prozent wachsen dürfte.

Experten rechnen mit fünf bis sechs Prozent Wachstum. Trotz des starken Corona-Einbruchs zum Jahresanfang dürfte China als einzige große Volkswirtschaft in diesem Jahr ein Wachstum verzeichnen. Es wird mit einem Plus von rund 2 Prozent gerechnet.

Zeitgleich mit den guten Wirtschaftsdaten aus China befreit sich auch Japan aus der Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der drittgrößten Volkswirtschaft der Welt zog im dritten Quartal dieses Jahres – auf das Jahr hochgerechnet – um 21,4 Prozent an, teilten die Behörden auf Basis vorläufiger Daten mit.

Söder sieht Gesprächsbedarf bei geplanten Verschärfungen

09.15 Uhr: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Bedenken gegen die Pläne des Bundes angemeldet, Menschen bei jedem Auftreten von Erkältungssymptomen sofort in die häusliche Quarantäne zu schicken. Darüber müssten Bund und Länder noch einmal »ausführlich diskutieren«, sagte Söder im ZDF-»Morgenmagazin«.

Am Nachmittag wollen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Regierungschefs der 16 Bundesländer über den aktuellen Stand bei der Bekämpfung der Pandemie sprechen.

In Schulen solle eine Umstellung auf »Wechselunterricht« erfolgen, sagte Söder. Gruppen sollten geteilt und jeweils ein Teil zu Hause via Internet unterrichtet werden. Auch der »Leistungsdruck« müsse in dieser Zeit gesenkt werden.

Es könne nicht sein, Schülern in der derzeitigen Lage dieselben Aufgaben- und Klausurenprogramme abzuverlangen wie üblich. »Es wird kein normales Schuljahr werden«, sagte Söder. Alle müssten »zum Wohle der Schüler« zusammenarbeiten.

Die Eindämmungsmaßnahmen müssten so lange fortgesetzt werden, bis die Infektionszahlen auf das Niveau eines 7-Tages-Inzidenzwerts von 50 gesenkt seien, forderte der bayerische Ministerpräsident.

In der aktuellen Beschlussvorlage, über die Bund und Länder heute beraten wollen, heißt es, es sei »geboten, das verpflichtende Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes für Schülerinnen und Schüler aller Jahrgänge sowie Lehrerinnen und Lehrer auf dem Schulgelände und während des Unterrichts vorzusehen«. Auch sollten ausnahmslos feste Gruppen gebildet und die Größe der Klassen gegenüber dem Regelbetrieb halbiert werden – oder es sollten größere Räumlichkeiten für den Schulbetrieb genutzt werden.

Merkel: »Die Zahlen stabilisieren sich etwas. Aber zu langsam«

09.05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Forderung des Bundes nach neuen drastischen Kontaktbeschränkungen mit einer weiterhin zu hohen Zahl von Corona-Neuinfektionen begründet. Zwar sei durch die seit Anfang November geltenden Einschränkungen eine Stabilisierung erreicht worden, machte Merkel am Montag nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa in der Sitzung des CDU-Präsidiums deutlich. Dies sei aber nicht ausreichend. »Die Zahlen stabilisieren sich etwas. Aber zu langsam«, wurde die Kanzlerin zitiert.

Notwendig sei es nun, die Kontakte im privaten Bereich weiter zu reduzieren, sagte Merkel nach diesen Informationen. Dabei sei die Bundesregierung auf die Mitwirkung der Bevölkerung angewiesen. Über notwendige Maßnahmen im Dezember bis Weihnachten und im nächsten Jahr solle am kommenden Montag entschieden werden. Die Kanzlerin machte auch auf unterschiedliche Entwicklungen in einzelnen Städten aufmerksam. So sehe man in Berlin keine Reduzierung der Infektionszahlen – im Gegensatz zu Hamburg oder Bremen. Dort müsse man dann Maßnahmen für die Hotspots ergreifen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sprach nach diesen Informationen in der Präsidiumssitzung von einer Seitwärtsbewegung bei den Infektionszahlen. Die Dynamik bei den Steigerungen nehme ab. Das reiche aber noch nicht.

Russland verzeichnet neuen Höchstwert

08.55 Uhr: In Russland melden die Behörden 22.778 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. Allein in Moskau seien 6360 Ansteckungsfälle nachgewiesen worden. Im ganzen Land steigt die Zahl auf fast 1,95 Millionen. Damit ist Russland nach den USA, Indien und Brasilien eines der am stärksten betroffenen Länder weltweit. Die Zahl der Todesopfer steigt um 303 auf 33.489.

Tschechien meldet knapp 1900 Neuinfektionen

08.36 Uhr: Kaum ein europäisches Land ist von der zweiten Corona-Welle derzeit so betroffen wie Tschechien. Nun sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Das Gesundheitsministerium meldet 1887 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist der niedrigste Wert seit 4. Oktober. Insgesamt haben sich in dem Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern über 460.000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer in Zusammenhang mit dem Virus steigt um 150 auf 6208. Die Gesamtzahl hat sich seit dem 29. Oktober verdoppelt.

Erstmals seit Monaten neue Corona-Fälle in South Australia

07.57 Uhr: Im australischen Bundesstaat South Australia sind erstmals seit Monaten wieder lokal übertragene Corona-Infektionen registriert worden. In der Region mit ihren 1,7 Millionen Einwohnern seien am Montag 17 neue Fälle bestätigt worden, teilten die Gesundheitsbehörden mit. Wahrscheinlich sei das Virus von einem Beschäftigten einer Quarantäne-Einrichtung in der Hauptstadt Adelaide an Familienmitglieder übertragen worden.

»Dies ist eine sehr gefährliche Situation, in der wir uns gerade befinden, und es muss wirklich jeder Bürger daran mitarbeiten, dass wir das in den Griff bekommen«, sagte Regional-Premierminister Steven Marshall dem lokalen Radiosender 5AA. Als Reaktion haben fast alle anderen Bundesstaaten und Territorien des Landes South Australia zum Corona-Hotspot erklärt und Reisebeschränkungen eingeführt. So gilt jetzt eine 14-tägige Quarantäne-Pflicht für Reisende, die aus der Region kommen.

Auch kündigte Marshall an, dass Fitnessstudios und andere Freizeiteinrichtungen für mindestens zwei Wochen geschlossen werden und die Menschen möglichst im Homeoffice arbeiten sollen. »Wir müssen hart und früh vorgehen, um dies so schnell wie möglich unter Kontrolle zu bringen«, sagte er.

Australien mit seinen 25 Millionen Einwohnern ist bislang vergleichsweise glimpflich durch die Krise gekommen. Insgesamt wurden rund 27.700 Fälle verzeichnet, etwa 900 Menschen sind in Verbindung mit Covid-19 gestorben. Im Bundesstaat Victoria mit der Großstadt Melbourne war erst Ende Oktober nach einer zweiten Welle ein monatelanger harter Lockdown beendet worden. Dort wurden seit 17 Tagen keine neuen Fälle mehr bestätigt.

Mehr als elf Millionen Corona-Fälle in den USA

07.35 Uhr: Die USA haben die Marke von elf Millionen Corona-Infektionen überschritten. Das ging am Sonntag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Eine Million Fälle kamen in weniger als einer Woche dazu: Zehn Millionen waren erst am vergangenen Montag erreicht worden. Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen mit mehr als 177.000 an einem Tag erneut einen Rekordstand erreicht. In rund der Hälfte der 50 Bundesstaaten sind auch die Einweisungen in Krankenhäuser auf einem Höchststand.

In den USA starben bisher gut 246.000 Menschen an der Krankheit Covid-19. Der Mediziner Jonathan Reiner von der George-Washington-Universität warnte im Nachrichtensender CNN am Sonntag, dass in wenigen Wochen täglich erst 2000 und dann 3000 Erkrankte sterben würden, wenn man nicht umgehend Maßnahmen wie eine Maskenpflicht umsetze.

10.824 neue Corona-Infektionen in Deutschland gemeldet

07.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 10.824 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Das sind rund 6100 Fälle weniger als am Sonntag, wie aus Angaben des RKI vom Montagmorgen hervorgeht. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Am vergangenen Montag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 13.363 gelegen. Der Höchststand war am vergangenen Freitag mit 23.542 gemeldeten Fällen erreicht worden.

Reiseverband verzeichnet in Coronakrise Umsatzausfälle von 28 Milliarden Euro

07.18 Uhr: Bleiben Sie zu Hause – so lautet seit Monaten der Appell an die Bevölkerung. Damit einhergehend gelten für viele Länder weltweit Reisewarnungen. Das macht sich auch im Tourismussektor bemerkbar. Die deutsche Reisebranche hat in der Coronakrise mit milliardenschweren Umsatzausfällen zu kämpfen.

»Die Unternehmen der Reisewirtschaft verzeichnen mehr als 80 Prozent Umsatzausfälle, dies entspricht einer Größenordnung von 28 Milliarden Euro für 2020«, sagte der Präsident des Deutschen Reiseverbands (DRV), Norbert Fiebig, dem »Handelsblatt«. Die finanzielle Lage der Branche sei »höchst angespannt, Insolvenzen sind die Folge«.

11.000 Reisebüros, 2300 Reiseveranstalter und viele Tausend touristische Dienstleister sind demnach derzeit »de facto geschlossen«. Reisewarnungen und -beschränkungen hätten den touristischen Reisemarkt mit wenigen Ausnahmen »zum vollständigen Erliegen gebracht«, sagte Fiebig.

Reisebüros und Reiseveranstalter, ebenso wie viele touristische Dienstleister seien »Händler ohne Ware«, da derzeit von 193 Staaten weltweit kaum einer mehr ohne behördliche Einschränkungen zu bereisen sei. Nach Fiebigs Einschätzung werden die Reiseunternehmen weit bis ins nächste Jahr hinein von den weitreichenden Einschränkungen des Reiseverkehrs betroffen sein. Fiebig forderte deshalb mehr Unterstützung der Bundesregierung, um die 2,9 Millionen Arbeitsplätze in der Reisewirtschaft zu sichern.

IOC-Chef Bach vor Tokio-Besuch: Olympia-Absage kein Thema

06.57 Uhr: Mit einem Besuch in der Gastgeber-Stadt Tokio will IOC-Präsident Thomas Bach die Organisatoren der auf 2021 verlegten Olympischen Spiele unterstützen. Der Chef des Internationalen Olympischen Komitees trifft am Montag zunächst den neuen japanischen Ministerpräsidenten Yoshihide Suga. Danach sind Gespräche mit Tokios Gouverneurin Yuriko Koike und dem japanischen Organisationskomitee geplant. Zudem beginnen die Ausrichter eine dreitägige Prüfung der aktuellen Pläne für die Sommerspiele und die Paralympics in Tokio.

»Die Botschaft, die ich nach Tokio und Japan mitbringen will, ist, dass wir mit aller Kraft eine sichere Austragung der Spiele anstreben.«

IOC-Präsident Thomas Bach

»Die Botschaft, die ich nach Tokio und Japan mitbringen will, ist, dass wir mit aller Kraft eine sichere Austragung der Spiele anstreben«, sagte Bach vor seiner Abreise. Der 66-Jährige ist zum ersten Mal seit der Entscheidung für eine Olympia-Verschiebung im März wieder in Tokio zu Gast.

Bach trat den viertägigen Trip mit einer kleinen Delegation in einem Privatflugzeug an. Alle Mitreisenden haben sich nach IOC-Angaben vor der Abreise isoliert und zusätzlichen Corona-Tests unterzogen. Für Dienstag sind Besuche im olympischen Dorf und im Olympiastadion sowie Gespräche mit Athleten geplant. Eine endgültige Olympia-Absage hat Bach ausgeschlossen.

Lauterbach: Corona-Quarantäne auf Zweitkontakte ausdehnen

06.48 Uhr: Wer direkt mit einem Corona-Infizierten Kontakte hatte, muss sich in Quarantäne begeben. Diese Regel gilt derzeit. Karl Lauterbach findet das nicht ausreichend. Vor den Corona-Beratungen zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länderchefs fordert der SPD-Gesundheitspolitiker nun eine Ausweitung der Quarantäne-Regeln.

»Bislang müssen nur die Erstkontakte von Infizierten in Quarantäne. So kommen wir nicht weiter«, sagte der Mediziner der »Rheinischen Post«. Künftig sollten aus seiner Sicht auch die Zweitkontakte in Quarantäne. »Tritt zum Beispiel in einer Klasse ein Infektionsfall auf, sollten künftig sofort alle Mitschüler sowie deren Eltern für fünf Tage in Quarantäne gehen, bis danach ein Negativtest vorliegt«, sagte Lauterbach.

Merkel und die Ministerpräsidenten der Länder schalten sich am Montagnachmittag über Video zusammen, um über das weitere Vorgehen in der Krise zu beraten.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Hamburgs Regierungschef fordert Verbot von Großdemos in Innenstädten während Corona

06.39 Uhr: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher fordert während der Coronakrise ein Verbot großer Demonstrationen wie zuletzt die »Querdenker«-Versammlung in der Leipziger Innenstadt. »Demonstrationen mit Tausenden Teilnehmern, die auf engen Straßen und Plätzen zusammenkommen, sollten unter den derzeit schwierigen Pandemiebedingungen nicht genehmigt werden«, sagte der SPD-Politiker der Düsseldorfer »Rheinischen Post«.

Bei Versammlungen jeglicher Art müsse außerdem auf ausreichenden Abstand und das Tragen von Masken geachtet werden. Bei Nichteinhaltung müssten Polizei und Ordnungskräfte »konsequent dagegen vorgehen und die Versammlungen auflösen«, sagte Tschentscher vor der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Montag.

Am Samstag vor einer Woche war in der Leipziger Innenstadt eine Demonstration der »Querdenken«-Bewegung gegen die Corona-Restriktionen eskaliert. Bei der Versammlung mit rund 20.000 Teilnehmern gab es zahlreiche Verstöße gegen die Auflagen zum Infektionsschutz. Darüber hinaus kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, nachdem die Polizei die Demonstration wegen der Verstöße gegen die Corona-Regeln vorzeitig aufgelöst hatte. Auch am vergangenen Samstag fanden in mehreren Städten erneut Demos der »Querdenken«-Bewegung statt.

Infektiologe warnt: Weihnachten könnte »Kickstarter« für Corona sein

06.38 Uhr: Der Infektiologe Bernd Salzberger warnt davor, dass Weihnachts-Treffen die Ausbreitung des Coronavirus verstärken könnten. Die vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass die Feiertage ein Kickstarter für die Influenza-Ausbreitung gewesen seien, sagte der Mediziner vom Universitätsklinikum Regensburg den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Die Leute reisen durch das ganze Bundesgebiet, mischen sich überall, man trifft in der Kneipe seine alten Klassenkameraden. Wenn wir Pech haben, könnte das mit Corona ähnlich sein.« Er unterstrich, dass man im Dezember »kein normales Leben« haben werde. »Das kann nicht sein und wäre nicht vernünftig.«

asc/fek/fdi/mgb/mxw/ptz/dpa/AFP/Reuters/AP/jur
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.