Corona-News am Montag Nach sechs Stunden Pause – Bund und Länder verhandeln wieder

Die Corona-Gespräche der Kanzlerin mit den Länderchefs waren festgefahren, jetzt geht es weiter. Im Gespräch sind verlängerte Osterfeiertage: Müssen alle Läden schon ab Gründonnerstag zu machen? Der Überblick am 22. März.
Kanzlerin Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Müller

Kanzlerin Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Müller

Foto: Jesco Denzel / dpa

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+++ Corona-Runde tagt wieder +++

00.57 Uhr: Die Corona-Runde von Kanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten war mehr als sechs Stunden unterbrochen. Damit pausierte das virtuelle Treffen deutlich länger, als es zuvor tagte. Seit kurz vor 1 Uhr in der Nacht geht es nun weiter. Die Kanzlerin begrüßte die Runde nach SPIEGEL-Informationen: »Guten Morgen allerseits.«

Im Gespräch ist ein Vorschlag von Merkel und Vizekanzler Scholz sowie den Länderchefs Söder und Müller. Demnach sind verlängerte Osterfeiertage geplant – alle Läden, auch Supermärkte, müssten schon ab Gründonnerstag schließen. Die Zustimmung der anderen Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten steht aber noch aus.

Was vor der Unterbrechung bereits beschlossen wurde: Der Shutdown in Deutschland soll bis zum 18. April verlängert werden. Und: Die strengen Kontaktregeln sollen auch für Verwandtenbesuche über Ostern nicht gelockert werden.

Kommen weitgehende Kontaktbeschränkungen und ein Ansammlungsverbot?

01.16 Uhr: Die Bund-Länder-Runde erwägt einen verschärften Lockdown von Gründonnerstag bis Ostermontag. »Angesichts der ernsten Infektionsdynamik wollen Bund und Länder die Ostertage nutzen, um durch eine mehrtägige, sehr weitgehende Reduzierung aller Kontakte das exponentielle Wachstum der 3. Welle zu durchbrechen«, heißt es in einem der Nachrichtenagentur Reuters vorliegenden neuen Beschlussentwurf. »Deshalb sollen der 1. April (Gründonnerstag) und der 3. April (Samstag) 2021 zusätzlich einmalig als Ruhetage definiert werden und mit weitgehenden Kontaktbeschränkungen sowie einem Ansammlungsverbot vom 1. bis 5. April verbunden werden (›Erweiterte Ruhezeit zu Ostern‹).«

Zu berücksichtigen ist dabei, dass wegen der Osterfeiertage nur der 1. und der 3. April reguläre Geschäftstage wären. Dennoch würde der Vorschlag einen noch nie da gewesenen Schritt in der Pandemiebekämpfung bedeuten. Bisher hatten im Lockdown Geschäfte des täglichen Bedarfs immer zu normalen Geschäftszeiten geöffnet.

Merkel-Runde will radikalen Lockdown für sechs Tage

00.07 Uhr: Nach SPIEGEL-Informationen hat sich Kanzlerin Merkel mit den Länderchefs Söder und Müller sowie Vizekanzler Scholz auf neue, schärfere Corona-Maßnahmen verständigt. Ab 1. April könnten selbst Supermärkte schließen.

Vierer-Runde tagt allein

22.47 Uhr: Die Beratungen von Bund und Ländern finden immer noch nicht wieder in großer Runde statt. Nun beraten Kanzlerin Angela Merkel, Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, Bayerns Ministerpräsident Markus Söder und Vizekanzler Olaf Scholz über einen Ausweg im Streit über innerdeutsche Reisen an Ostern, heißt es in Verhandlungskreisen.

Zuvor hatte lange Zeit die SPD-Seite untereinander verhandelt, ebenso wie die Unions-Länderchefs. Die Konfliktlinien verliefen dabei beispielsweise zwischen Sachsen und Schleswig-Holstein bei den unionsgeführten Ländern sowie Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern auf der SPD-Seite, heißt es. Hintergrund ist der Wunsch etwa der Küstenländer, trotz steigender Infektionszahlen über Ostern »kontaktarmen Urlaub« innerhalb ihrer Bundesländer zu erlauben.

Spanien gibt AstraZeneca für über 55-Jährige frei

22.14 Uhr: Der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca kann in Spanien nun auch für Menschen genutzt werden, die zwischen 55 und 65 Jahren alt sind. Dies teilte Gesundheitsministerin Carolina Darias mit. Bislang durften Spanier bei Impfungen mit diesem Vakzin nicht älter als 55 Jahre sein.

Mehrere Staaten hatten anfangs Beschränkungen mit der Begründung erlassen, dass es für eine Anwendung bei älteren Menschen nur "unzureichende" Daten gebe. Mittlerweile haben klinische Tests jedoch die Wirksamkeit auch bei Älteren bestätigt.

WHO befürchtet viele Tuberkulose-Opfer wegen Corona-Pandemie

20.44 Uhr: Die medizinische Betreuung von Tuberkulose-Kranken hat in der Corona-Krise laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in dramatischem Ausmaß gelitten. Im Corona-Jahr 2020 seien gegenüber dem Vorjahr schätzungsweise 1,4 Millionen Erkrankte weniger wegen ihrer Tuberkulose behandelt worden. Besonders in Indonesien, Südafrika, den Philippinen und Indien hätten sich große Versorgungslücken aufgetan, teilte die WHO mit.

Außerdem prangerte die WHO die großen Unterschiede zwischen armen und reichen Ländern bei den Corona-Impfraten an. Die Kluft wachse »jeden Tag und werde jeden Tag grotesker«, sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. In vielen reicheren Ländern würden bereits »jüngere, gesunde Menschen mit geringem Krankheitsrisiko« geimpft und dies »auf Kosten des Lebens von Gesundheitspersonal, älteren Menschen und anderen Risikogruppen in anderen Ländern«.

Dies sei nicht nur moralisch ein »Skandal«, sondern epidemiologisch gefährlich, sagte Tedros weiter. Denn in Ländern mit hohen Fallzahlen drohten neue Mutanten, die gegen die bestehenden Impfstoffe immun werden könnten. Weltweit wurden nach WHO-Angaben bislang mehr als 430 Millionen Impfdosen verabreicht, die meisten davon in wohlhabenderen Ländern.

Deutsche Fluggesellschaften wollen Mallorca-Rückkehrer selbst testen

20.29 Uhr: Deutsche Fluggesellschaften wollen Mallorca-Rückkehrer selbst auf Corona testen. Das melden die »Bild«- Zeitung und die Nachrichtenagentur dpa. Die Zeitung nannte die Fluggesellschaften TUI, Condor, Eurowings und Lufthansa, die noch auf der Insel testen wollten. Es werde nun nach Örtlichkeiten gesucht, es gehe um bis zu 40.000 Rückkehrer zu Ostern. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) habe sich in den vergangenen Stunden dafür eingesetzt, dass die Fluggesellschaften testen.

Die Bundesregierung hatte die Insel vor einer Woche von der Liste der Risikogebiete gestrichen und die Reisewarnung wegen stark gesunkener Infektionszahlen aufgehoben. Damit entfielen auch die Testpflicht und die Quarantäne für Rückkehrer. Das hat zu einem Buchungsboom geführt, aber auch zu hitzigen Diskussionen, ob man damit einen neuen Infektionsherd riskiert. Deswegen standen bei den Beratungen von Bund und Ländern am Montag Forderungen nach einer Wiedereinführung der Testpflicht und auch nach einer Wiedereinführung der Quarantäne im Raum.

Mallorca schließt Innenräume von Gaststätten

20.11 Uhr: Wegen zuletzt wieder steigender Corona-Zahlen will die Regionalregierung Mallorcas die erst vor Kurzem geöffneten Innenräume von Cafés, Restaurants und Kneipen wieder schließen. Die Maßnahme solle noch diese Woche umgesetzt werden, schrieb die deutschsprachige «Mallorca-Zeitung» am Montag. Die Zahl der Neuansteckungen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf den Balearen, zu denen Mallorca gehört, stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Madrid auf 26,45. Vergangene Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch unter 20 gelegen. Im Vergleich zu Deutschland ist das ein immer noch relativ niedriger Wert.

Über das Wochenende wurden nach Behördenangaben fast 8000 Einreisende aus dem Ausland auf dem Flughafen der Insel kontrolliert, die meisten waren Urlauber aus Deutschland. Bei der Einreise muss ein negativer PCR-Test – nicht älter als 72 Stunden – vorgelegt werden. Insgesamt 121 Reisende, bei denen es Unstimmigkeiten mit ihrem Einreiseformular gab, seien einem zweiten Test unterzogen worden. Keiner davon sei positiv ausgefallen, schrieb die Zeitung.

Deutlich mehr Menschen stecken sich an

20.02 Uhr: Die Infektionslage in Deutschland verschlechtert sich rasant. So steckten sich zuletzt knapp 60 Prozent mehr Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an als noch vor zwei Wochen. Das Robert Koch-Institut gab die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz – also die Zahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche – am Montagmorgen mit 107,3 an. Das ist der höchste Stand seit 26. Januar. Vor 14 Tagen lag die Inzidenz noch bei 68,0.

Ein Grund für den erneuten Anstieg – trotz Lockdowns – dürfte die ansteckendere und wohl auch etwas gefährlichere Corona-Variante B.117 sein, die das Infektionsgeschehen in Deutschland mittlerweile dominiert.

Merkel unzufrieden mit Bund-Länder-Gipfel

19.50 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel zeigt sich unzufrieden über die Debatte mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten zum weiteren Vorgehen in der Pandemie. Aktuell sind die Beratungen von Bund und Ländern unterbrochen worden. Mit Blick auf die »Notbremse« sagte Merkel nach Angaben von Teilnehmern: »Wir beschließen heute, dass wir das einhalten, was wir das letzte Mal beschlossen haben.« Das sei in einer Zeit des exponentiellen Wachstums der Infektionszahlen zu wenig.

Die Maßnahmen, auf die sich die Runde bisher geeinigt hat, seien nicht ausreichend, um die Infektionsdynamik zu brechen, sagte die Kanzlerin demnach. So könne man in der Öffentlichkeit nicht bestehen.

Was auf jeden Fall schon feststeht: Der Lockdown in Deutschland soll bis zum 18. April verlängert werden. Und: Die strengen Kontaktregeln sollen auch für Verwandtenbesuche über Ostern nicht gelockert werden.

Streit über Impfstofflieferungen drückt Pfund

19.12 Uhr: Ein drohendes Exportverbot von Coronavirus-Impfstoffen aus der EU nach Großbritannien setzt dem Pfund zu. Es verbilligt sich um 0,3 Prozent auf 1,1608 Euro. »Aus Marktsicht ist es positiv für den Euro, wenn sich die EU einen größeren Anteil an Impfstoffen für die eigene Bevölkerung sichert«, sagt Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Société Générale.

Kasseler Polizei will eskalierte Querdenker-Demo gründlich aufarbeiten

17.31 Uhr: Die Polizei in Kassel will »sehr gründlich« die eskalierten Proteste sogenannter Querdenker gegen die Coronamaßnahmen vom vergangenen Samstag nachbereiten. Dabei sollten auch mögliche Konsequenzen gegen eine Polizistin geprüft werden, die womöglich gegen die Neutralität der Polizei verstoßen habe, teilte das Polizeipräsidium Nordhessen mit. Außerdem werde das Video der Attacke eines Polizisten auf eine Demonstrantin der Staatsanwaltschaft übergeben.

Uno-Entwicklungsagentur kritisiert männerlastige Corona-Taskforces

17.25 Uhr: Die Uno-Entwicklungsagentur UNDP hat die deutliche Überzahl von Männern in weltweiten Corona-Taskforces kritisiert. »Frauen standen an vorderster Front im Kampf gegen Covid-19 und machen weltweit 70 Prozent der Beschäftigten im Gesundheitswesen aus. Sie wurden jedoch systematisch von den Entscheidungsprozessen zur Bewältigung der Auswirkungen der Pandemie ausgeschlossen«, sagte UNDP-Chef Achim Steiner in New York. Eine Untersuchung der Organisation kam zu dem Schluss, dass der Anteil von Frauen an Corona-Arbeitsgruppen in 137 Ländern bei nur 24 Prozent liegt. In 26 dieser Taskforces seien sogar keinerlei Frauen vertreten.

New York lässt Menschen ab 50 Jahren impfen

17.23 Uhr: Angesichts der gut voranschreitenden Corona-Impfkampagne in den USA weitet der Bundesstaat New York den Kreis der Berechtigten für die Immunisierung weiter aus. Von Dienstag an dürfen sich alle Bürger ab 50 Jahren mit einem der drei zur Verfügung stehenden Mittel impfen lassen, wie Gouverneur Andrew Cuomo am Montag mitteilte.

Zusätzlich dürfen sich bereits seit einiger Zeit Menschen mit speziellen Vorerkrankungen oder bestimmten Berufen, wie etwa Lehrer, Hausmeister oder Restaurantmitarbeiter impfen lassen. Insgesamt haben mehr als 25 Prozent der Einwohner in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern bereits zumindest eine Impfdosis bekommen.

Tschechische Regierung will Notstand bis Ende April verlängern

17.04 Uhr: Die Minderheitsregierung in Tschechien will den Corona-Notstand um einen Monat bis zum 27. April verlängern. Das beschloss das Kabinett am Montag in Prag. Man müsse den »Kampf zu Ende führen«, sagte Innenminister Jan Hamáček. Das Parlament muss noch zustimmen, könnte sich aber für einen kürzeren Zeitraum entscheiden. Auf der Grundlage des Ausnahmezustands ist unter anderem die Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Die Menschen dürfen derzeit ihren Bezirk nur in Ausnahmefällen verlassen.

Bund macht bis zu 450 Milliarden Euro Coronaschulden

16.36 Uhr: Die Coronapandemie lässt Deutschlands Schulden explodieren. Nach neuesten Zahlen aus dem Finanzministerium klafft im Haushalt derzeit bis 2025 eine Lücke – falls die Wirtschaft nicht bald wächst. Lesen Sie hier mehr.

Shutdown in Deutschland wird bis Mitte April verlängert

16.30 Uhr: Beim letzten Treffen hatten Kanzlerin Merkel und die Länderchefs noch über Öffnungsschritte beraten – nun streiten sie über Ausgangssperren. Eines steht nach SPIEGEL-Informationen schon fest: Die Shutdown-Verlängerung kommt. Erfahren Sie hier mehr.

Tschechien gedenkt mit Tausenden Kreuzen seiner Coronatoten

Eine Gruppe von Aktivisten malte Kreuze auf den Altstädter Ring in Prag, um die Reaktion der Regierung auf die Pandemie zu kritisieren

Eine Gruppe von Aktivisten malte Kreuze auf den Altstädter Ring in Prag, um die Reaktion der Regierung auf die Pandemie zu kritisieren

Foto: Petr David Josek / dpa

16.07 Uhr: Mit Glockengeläut und Tausenden weißen Kreuzen auf einem Platz in der Altstadt von Prag hat Tschechien am Montag der fast 25.000 Coronatoten in dem Land gedacht. Ein Jahr, nachdem in Tschechien der erste Todesfall bekannt geworden war, läuteten im ganzen Land die Kirchenglocken. Auf dem Altstädter Ring im Stadtzentrum von Prag waren mehr als 20.000 weiße Kreuze auf den Boden gemalt.

In dem EU-Land mit seinen 10,7 Millionen Einwohnern wurden seit Beginn der Coronapandemie 24.810 Todesfälle registriert. Damit verzeichnet Tschechien laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf seine Einwohnerzahl gerechnet weltweit die meisten Todesfälle.

CSU-Politiker Sauter tritt aus Fraktion aus

16.00 Uhr: Der ehemalige bayerische Justizminister Alfred Sauter steht in der Maskenaffäre unter Druck. Um einem möglichen Ausschlussverfahren zuvorzukommen, hat der CSU-Politiker nun seine Fraktionsmitgliedschaft gekündigt. Lesen Sie hier mehr.

Eine Million mehr Haustiere in Deutschland

Eine Frau wirft einen Ball für ihren Hund

Eine Frau wirft einen Ball für ihren Hund

Foto: Owen Humphreys / dpa

15.28 Uhr: Im vergangenen Jahr haben viele Menschen Trost bei Haustieren gesucht. Die Zahl der Hunde, Katzen, Wellensittiche und sonstigen tierischen Mitbewohner in deutschen Haushalten stieg innerhalb von zwölf Monaten um fast eine Million auf knapp 35 Millionen, wie der Industrieverband Heimtierbedarf (IVH) und der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands (ZFF) mitteilten. Lesen Sie hier mehr.

Sachsen-Anhalt gegen »generelle Ausgangssperre«

15.07 Uhr: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will sich in den Coronaberatungen von Bund und Ländern gegen pauschale nächtliche Ausgangsbeschränkungen starkmachen. »Eine generelle Ausgangssperre wird es mit dem Ministerpräsidenten nicht geben«, sagte ein Regierungssprecher, kurz vor Beginn der Beratungen.

Bund und Länder sollten am Montagnachmittag über das weitere Vorgehen in der Pandemie beraten, es könnte auf schärfere Coronabeschränkungen bis in die Osterzeit hinauslaufen. Ein Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt enthält auch eine besonders strittige Passage, die wegen des exponentiellen Fallzahlenwachstums weitere Verschärfungen für Landkreise mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 vorsieht. Unter anderem ist dort die Rede von einer nächtlichen Ausgangsbeschränkung bis 5.00 Uhr, »sofern dem nicht gewichtige Gründe entgegenstehen«. Die Anfangsuhrzeit ist hier offen gelassen – auch sie müsste verhandelt werden.

Linke fordert wegen Maskenaffären Rücktritt von Spahn

14.52 Uhr: Im Zuge von Affären um die Beschaffung von Coronaschutzmasken hat Linken-Bundesgeschäftsführer Jörg Schindler den Rücktritt von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gefordert. »Es verdichtet sich der Eindruck, dass zumindest einige der Fäden in der Maskenaffäre im Gesundheitsministerium zusammenlaufen«, sagte Schindler in Berlin.

Der Verdacht, dass sich hier unter den Augen des Gesundheitsministers Unionspolitiker an der Maskenbeschaffung bereichert hätten und Spahn »vielleicht gar über seinen Ehemann in solche Geschäfte involviert war, ist wirklich ungeheuerlich«. Es sei nicht allein entscheidend, ob und wer davon profitiert habe.

Mecklenburg-Vorpommern schickt Impfstoff an Hausärzte

14.26 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern will nach Angaben von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) vor Ostern damit beginnen, Hausärzte mit Impfstoff für Corona-Schutzimpfungen zu versorgen. Wie geplant, sollen die Impfdosen genutzt werden, um zunächst Ärzte und Praxispersonal zu impfen, sagte ein Regierungssprecher. Nicht dafür benötigte Dosen würden in der Eigenverantwortung der Ärzte zum Impfen von Risikopatienten genutzt.

Schwesig hatte auf Twitter betont: »Wir brauchen Impfzentren und niedergelassene Ärzte für die Impfung gegen Coronavirus.« Schrittweise würden daher 1700 Arztpraxen im Land einbezogen. Wie viele Praxen noch in dieser Woche Impfstoff erhalten und in welchem Umfang, konnte der Sprecher nicht sagen.

Ursprünglich sollten schon von diesem Montag an insgesamt 15.000 Dosen des Impfstoffs von AstraZeneca an Hausarztpraxen und Ambulanzen im Nordosten verteilt werden.

Polizeieinsatz bei Gottesdienst mit 130 Besuchern

14.25 Uhr: Rund 130 Männer und Frauen haben einen Gottesdienst in München besucht – erlaubt waren nicht einmal halb so viele Besucher. Das Hygienekonzept für die religiöse Zeremonie sei von 60 Teilnehmern ausgegangen, teilte die Polizei mit. Ein Zeuge hatte beobachtet, dass viele Menschen in das Kirchengebäude im Stadtteil Neuperlach gingen, und den Polizeinotruf gewählt. Den Angaben zufolge trugen die Anwesenden am Sonntagmorgen zwar Masken, viele von ihnen hielten aber den Mindestabstand nicht ein.

Auf Anweisung der Polizei verließen dann so viele Besucher die serbisch-orthodoxe Veranstaltung, dass das Hygienekonzept eingehalten werden konnte. Der Veranstalter wurde wegen Verstoßes gegen das Infektionsschutzgesetz angezeigt. Gottesdienste sind trotz Coronapandemie erlaubt, aber nur unter Auflagen, wie ein Polizeisprecher sagte: »Es muss ein Hygienekonzept geben, und es dürfen nicht mehr Personen teilnehmen als darin vorgesehen.«

Nordrhein-Westfalen setzt Corona-Auflagen für Handel wieder in Kraft

14.11 Uhr: Vor wenigen Stunden erst hatte ein Gericht sie aufgehoben, jetzt sind sie wieder in Kraft: die Pandemiebeschränkungen im Einzelhandel in Nordrhein-Westfalen. Und sie wurden sogar noch verschärft. Lesen Sie hier mehr.

Putin will sich am Dienstag impfen lassen

Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin

Foto: Alexei Druzhinin / dpa

14.04 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin will sich nach eigenen Angaben am Dienstag impfen lassen. Mit welchem der in Russland hergestellten Mittel dies geschehen wird, lässt er bei einem im Fernsehen übertragenen Treffen zu russischen Impfstoffen offen. Priorität bei der Impfung habe die Versorgung der Menschen im Inland, sagt Putin weiter. Bislang hätten 4,3 Millionen Russen die zwei benötigten Impfdosen erhalten. Für das Mittel Sputnik V seien weltweit Verträge für die Versorgung von 700 Millionen Menschen unterzeichnet worden.

Hamburg startet flächendeckende Schnelltests an Schulen

13.42 Uhr: Hamburg hat am Montag mit flächendeckenden Corona-Schnelltests an allen Schulen begonnen. Künftig soll jede Schülerin und jeder Schüler einmal und das Schulpersonal dreimal pro Woche getestet werden. Insgesamt seien den Schulen dafür rund 480.000 Selbsttest-Kits geliefert worden. »Schule kann sogar dazu beitragen, die Verbreitung der Infektion in ganz Hamburg ein Stück weit sogar einzuschränken«, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD) in der 12-Uhr-»Tagesschau«. »Denn dadurch, dass wir hier flächendeckend testen, alle Schülerinnen und Schüler, alle Beschäftigten, tragen wir zu mehr Sicherheit nicht nur in der Schule bei«, sagte Rabe.

Heftiger Streit um Mallorca-Urlaub

13.21 Uhr: Die Urlaubsreisen nach Mallorca mitten in der Coronakrise sorgen weiter für hitzige Diskussionen. Der Tourismusbeauftragte der Regierung, Thomas Bareiß (CDU), nannte es »bitter, dass wir Mallorca möglich machen«, Hotels in Deutschland aber geschlossen bleiben. Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) sagte dem Deutschlandfunk: »Da kann ich nur den Kopf schütteln und sagen, das geht so überhaupt nicht.«

Bareiß sagte dem Sender Phoenix am Montag, die Aufhebung der Reisewarnung für Mallorca »ist etwas, was uns wirklich wehtut«. Allerdings sei eine Mallorca-Reise wegen der dortigen Inzidenz von unter 30 sicher und eine Reisewarnung nicht mehr angemessen.

TUI-Deutschland-Chef Marek Andryszak hingegen verteidigte in der »Bild«-Zeitung den Mallorca-Urlaub: »Von den 1000 Hotels, die im Hochsommer geöffnet sind, werden nicht mal zehn Prozent zu Ostern zur Verfügung stehen«, sagte er. Für die Reisenden werde es »ein ruhiger Urlaub werden – keine Partys, kein Freibier, und die Restaurants stehen ab 17 Uhr noch für Lieferservice zu Verfügung«.

Zahl der Corona-Intensivpatienten steigt deutlich

12.55 Uhr: Die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Krankenhäusern steigt wieder deutlich. Laut Divi-Register sind Montagmittag 3134 Patienten gemeldet – das sind 90 mehr als im Vortag. Intensivmediziner warnen seit Tagen vor deutlich steigenden Zahlen.

Ungarn setzt auch auf Impfstoffe aus Indien und China

12.44 Uhr: Ungarn gibt die Notfallzulassung von zwei weiteren Impfstoffen bekannt: Den des chinesischen Konzerns Cansino Biologics sowie Covishield, der Markenname des AstraZeneca-Mittels, wie er in Indien vom Serum Institute hergestellt wird. Unklar ist zunächst, wie sie eingesetzt werden sollen. Wenn beide auch vom nationalen Gesundheitszentrum für die Breitenanwendung zugelassen werden, hätte Ungarn Zugriff auf sieben Impfstoffe.

Höchster Fallanstieg in Indien seit November

11.47 Uhr: Am Jahrestag des ersten Lockdowns in Indien steigt die Zahl der Neuinfektionen auf den höchsten Stand seit Anfang November. Die Behörden melden 46.951 neue registrierte Fälle, zwei Drittel davon im Bundesstaat Maharashtra, wo die Wirtschaftsmetropole Mumbai liegt.

Das Gesundheitsministerium befürchtet einen Anstieg der Fälle durch das hinduistische Mahakumbh-Fest, das im April seinen Höhepunkt hat. Örtliche Behörden erwarten insgesamt 150 Millionen Teilnehmer. In Indien sind bislang 44 Millionen Dosen verimpft worden. Die Regierung will bis August 300 Millionen der 1,35 Milliarden Menschen im Land impfen.

Gericht hebt viele Beschränkungen für Einzelhandel in NRW auf

11.45 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen hat viele Coronabeschränkungen im Einzelhandel für NRW außer Kraft gesetzt. Ab sofort gelte im gesamten Einzelhandel im bevölkerungsreichsten Bundesland keine Kundenbegrenzung pro Quadratmeter mehr, und auch das Erfordernis der Terminbuchung entfalle, teilte ein Sprecher des Gerichts in Münster mit. Lesen Sie hier mehr.

Bund und Länder diskutieren Sonderregeln für private Treffen an Ostern

11.44 Uhr: Ungeachtet hoher Corona-Infektionszahlen ist vor den Bund-Länder-Beratungen im Gespräch, über Ostern die Kontaktregeln leicht zu lockern und Verwandtenbesuche zu erlauben. Konkret liegt ein Vorschlag vor, Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Personen zuzüglich Kindern im Alter bis 14 Jahre aus dem engsten Familienkreis zu erlauben. Das geht aus einem aktualisierten Beschlussentwurf hervor, der am Montagvormittag vom Kanzleramt verschickt wurde und in dem Vorschläge und Forderungen von A- und B-Ländern enthalten sind. Das Papier, das der Deutschen Presse-Agentur aus mehreren Quellen vorlag, hat den Stand 22. März, 10.00 Uhr. Sehr viele Punkte darin sind noch in eckigen Klammern, darüber dürfte es zum Teil also noch viele Diskussionen geben.

Weitere Skigebiete beenden nie begonnene Saison

11.41 Uhr: Nach Skigebieten im Allgäu und in Garmisch-Partenkirchen haben auch die Gebiete Sudelfeld, Spitzingsee und Brauneck die Saison endgültig abgesagt. Da bei steigenden Infektionszahlen in Bayern weitere Öffnungsschritte wohl ausgeschlossen seien, werde es in den Alpen Plus-Gebieten keinen Skibetrieb mehr geben, teilte der Verbund am Montag mit.

Festnahmen nach illegaler Karnevalsparty in Marseille

War da was mit Covid-19? Tausende feierten und randalierten in Marseille

War da was mit Covid-19? Tausende feierten und randalierten in Marseille

Foto: CHRISTOPHE SIMON / AFP

11.32 Uhr: In der französischen Mittelmeerstadt Marseille ist es nach einer nicht genehmigten Karnevalsfeier mit tausenden Teilnehmern zu Festnahmen gekommen. Nach Angaben des französischen Innenministeriums vom Montag nahm die Polizei mindestens neun Menschen wegen Verstößen gegen die Corona-Auflagen vorläufig fest. Dutzende weitere hätten zudem Bußgeldbescheide erhalten, sagte eine Sprecherin. Das Innenministerium verurteilte die Party als »völlig inakzeptabel«.

Nach Polizeischätzungen waren am Sonntag rund 6500 Kostümierte ohne Mund-Nasen-Schutz dicht gedrängt durch die Straßen der südfranzösischen Hafenstadt gezogen. Vor allem jüngere Menschen und Familien beteiligten sich nach Aufrufen in Onlinenetzwerken an der Party. Am Abend löste die Polizei die Versammlung auf, nachdem es zu Sachbeschädigungen gekommen war.

Neun Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft

11.12 Uhr: Nach Angaben der Bundesregierung sind inzwischen neun Prozent der Deutschen mindestens einmal geimpft worden – mehr als 7,5 Millionen Bürger. Einen vollen Schutz nach der zweiten Impfung hätten 3,3 Millionen, schreibt Gesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter . Verimpft wurden demnach bislang etwa 8,5 Millionen Dosen Pfizer/Biontech, 1,9 Millionen Dosen AstraZeneca und 410.000 Dosen Moderna.

RB Leipzig gegen Bayern ohne Fans

11.01 Uhr: Das Spitzenspiel der Fußball-Bundesliga zwischen RB Leipzig und Bayern München wird ohne Zuschauer stattfinden. »Momentan ist es völlig illusorisch, in Sachsen und Leipzig vor Zuschauern zu spielen. Das ist in den nächsten Wochen nicht denkbar. Wir können uns vorstellen, dass wir im Mai oder Juni Fahrt aufnehmen«, sagte Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Zuvor hatte es Spekulationen gegeben, dass über ein Pilotprojekt 999 Zuschauer zu dem Spiel am 3. April dürfen.

Die aktuelle Corona-Schutzverordnung Sachsens lässt Modellprojekte mit Zuschauern zu, solange die Sieben-Tage-Inzidenz 100 Infektionen pro 100.000 Einwohnern nicht überschreitet. Jung rechnet damit, dass »wir am Ende der Woche bei knapp 100 sind. Bei allem anderen machen wir uns etwas vor.«

Große Mehrheit will in den Osterferien zu Hause bleiben

10.59 Uhr: Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen will eine große Mehrheit der Deutschen in den Osterferien zu Hause bleiben. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur gaben 79 Prozent der Befragten an, nicht verreisen zu wollen. Nur 2 Prozent wollen im Ausland Urlaub machen, weitere 4 Prozent wollen im Inland verreisen. 10 Prozent hatten sich zum Zeitpunkt der Umfrage (16. bis 18. März) noch nicht entschieden.

Nächste Woche beginnen in den meisten Bundesländern die Osterferien. Bisher ist noch völlig unklar, welche Urlaubsmöglichkeiten im Inland es dann überhaupt geben wird. Darüber wollte am Montagnachmittag Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder beraten. Hotels, Pensionen und Ferienhäuser sind für Touristen noch geschlossen. Bund und Länder raten derzeit generell von touristischen Reisen ab.

Ramelow: Coronalockerungen »waren kein Fehler«

10.51 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) hat kurz vor den Bund-Länder-Beratungen die Coronalockerungen der vergangenen Wochen gerechtfertigt. »Sie waren kein Fehler, sondern sie folgen der Logik, dass wir ausprobieren wollen, was geht, was nicht geht«, sagte er am Montagmorgen im Deutschlandfunk. Angesichts steigender Infektionszahlen müsse nun aber verschärft werden. »Das heißt, es muss darum gehen, dass das, was wir seit einigen Tagen erleben, nämlich den deutlichen Anstieg des Infektionsgeschehens, dass es an dieser Stelle jetzt ein Eingreifen geben muss«, betonte Ramelow. »Wir sind in der dritten Welle«.

Ramelows Bundesland, Thüringen, ist seit Wochen stark von der Pandemie betroffen. »Wir sind seit mehreren Wochen immer genau doppelt so hoch wie der Durchschnitt der Bundesrepublik«, sagte er. Dementsprechend schwierig sei es mit den Lockerungen seit der Bund-Länder-Runde am 3. März gewesen. »Wir haben in Thüringen diesen Weg gar nicht mitmachen dürfen, weil wir zu diesem Zeitpunkt schon viel zu hoch mit der Infektion gelegen haben«.

Schlange an Corona-Teststation an Grenze zu Polen

Zahlreiche polnische Pendler stehen in Frankfurt (Oder) am deutsch-polnischen Grenzübergang Stadtbrücke und warten auf einen Coronatest

Zahlreiche polnische Pendler stehen in Frankfurt (Oder) am deutsch-polnischen Grenzübergang Stadtbrücke und warten auf einen Coronatest

Foto: Patrick Pleul / dpa

10.36 Uhr: An der Grenze Brandenburgs zu Polen in Frankfurt (Oder) ist am Montagmorgen eines von drei mobilen Corona-Testzentren in Betrieb gegangen. Weitere gibt es an der Autobahn A12 und in Guben (Spree-Neiße).

Bereits vor der offiziellen Öffnung um 7 Uhr hatte sich ab 5 Uhr in Frankfurt (Oder) am aufgebauten Zelt hinter der Stadtbrücke eine lange Schlange von Wartenden gebildet. Ungefähr 150 Berufspendler aus Polen standen bei frostigen Temperaturen an, wollten sich testen lassen und das Ergebnis mitnehmen.

Wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen wird Polen seit dem Wochenende von der Bundesregierung als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Die Einreise aus dem an Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen grenzenden Land ist nur noch mit einem negativen Coronatest erlaubt.

Immobilienwirtschaft fordert zusätzliche Coronahilfen

10.31 Uhr: Die Immobilienwirtschaft hat der Bundesregierung vor dem Coronagipfel von Bund und Ländern vorgehalten, zunehmend ohne Strategie und gegen die Bevölkerung zu agieren. »Die geplante Verlängerung des Lockdowns um einen Monat darf nicht ohne zusätzliche Hilfen für die vom Ruin bedrohten Unternehmen kommen«, erklärte der Präsident des Spitzenverbands Zentraler Immobilien Ausschuss (ZIA) in Berlin.

Man nehme mit Unverständnis zur Kenntnis, dass die Regierung allein und gegen den Rat der großen Mehrheit aller Fachleute und des Städtetagpräsidenten Burkhard Jung nur auf Inzidenzen setze – also die Zahl von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche.

Johnson will mit EU über Impfstofflieferungen sprechen

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson

Foto: Aaron Chown / dpa

10.19 Uhr: Im Streit um einen möglichen Exportstopp der EU von Corona-Impfstoffen nach Großbritannien sucht der britische Premierminister Boris Johnson nun das Gespräch. Johnson wolle noch vor dem EU-Gipfel diese Woche bei Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron dafür werben, die Ausfuhr nicht zu blockieren, berichtete die BBC am Montag. Gesundheitsstaatssekretärin Helen Whately sagte im Sender BBC Radio 4, kein Land und auch nicht die EU solle »Impfnationalismus oder Impfprotektionismus« zulassen.

»Wir erwarten, dass die Europäische Union sich an ihre Verpflichtungen hält. Und ich bin mir sicher, dass der Premierminister mit seinen Kollegen in Kontakt sein wird«, sagte Whately. Wichtig sei, dass alle Länder mit ihren Impfungen vorankämen. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hatte am Wochenende wegen des Mangels an Coronaimpfstoff in der EU mit weiteren Exportbeschränkungen gedroht.

Corona-Neuinfektionen in den USA gehen zurück

09.10 Uhr: In den USA geht die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter zurück. Die Behörden meldeten für Sonntag insgesamt 33.243 neue Fälle, wie aus Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in Baltimore vom Montagmorgen (MEZ) hervorging. Am Sonntag der Vorwoche waren noch 38.222 neue Infektionen registriert worden. Die Zahl der neuen Todesfälle mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion lag bei 430. Eine Woche zuvor waren es noch 579.

Mit mehr als 542.000 Toten und 29,8 Millionen Infizierten sind die Vereinigten Staaten in absoluten Zahlen das weltweit am stärksten von der Corona-Pandemie betroffene Land. Inzwischen sind aber auch schon mehr als 81,4 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft. Insgesamt zählen die USA knapp 330 Millionen Einwohner. (Lesen Sie hier, was die USA beim Impfen anders macht.)

Lindner fordert regional abgestufte Vorgehensweise

08.59 Uhr: Vor dem neuerlichen Bund-Länder-Gipfel zur Corona-Lage hat sich FDP-Bundeschef Christian Lindner für eine regional abgestufte Vorgehensweise bei etwaigen Maßnahmenverschärfungen ausgesprochen. Es gebe keinen Zweifel daran, dass die Pandemie-Situation aktuell »gefährlich« sei, betonte der Oppositionspolitiker am Montag im ZDF-»Morgenmagazin«. Eine erneute Verlängerung eines pauschalen und flächendeckenden »scharfen Lockdowns« überzeuge ihn aber nicht.

Die wirtschaftlichen und sozialen Risiken dieser Strategie seien inzwischen »mindestens genauso groß« wie die Gefahren durch das Virus selbst, argumentierte Lindner. Maßstab für Lockerungen oder Verschärfungen solle aus Sicht der FDP vielmehr das regionale Pandemiegeschehen sein. Eine alleinige Orientierung am Inzidenzwert 100 überzeuge ihn ebenfalls nicht mehr. Auch die Lage in den Krankenhäusern und Details der Infektionsdynamik müssten bewertet werden, ergänzte Lindner.

Amtsärzte beklagen Personalmangel in Gesundheitsämtern

08.58 Uhr: Die Amtsärztinnen und Amtsärzte in Deutschland sehen die Personalausstattung der Gesundheitsämter weiterhin kritisch. Fachpersonal sei »sehr schwer zu bekommen«, sagte die Vorsitzende der Ärzte im öffentlichen Gesundheitsdienst, Ute Teichert, der »Rheinischen Post« vom Montag. Das gelte insbesondere für Ärztinnen und Ärzte, die »in Krankenhaus und Praxis noch immer besser bezahlt werden als im Gesundheitsamt. Das ist ein Hauptgrund dafür, dass wir personell nicht vorankommen.«

Mit Blick auf die Beratungen von Bund und Ländern am Montagnachmittag zum weiteren Vorgehen in der Coronakrise sagte Teichert, wenn die Inzidenzen »weiter hochgehen, wird die Kontaktnachverfolgung für die Gesundheitsämter wieder schwierig«. Die Ämter seien ohnehin schon überlastet und mit weiteren Lockerungen werde es noch schwieriger. »Der Druck steigt. Die Anzahl der Kontakte jedes Einzelnen spüren wir bei Lockerungen sofort.«

Athen verpflichtet freiberufliche Ärzte zu Coronadienst

08.42 Uhr: Wegen der anhaltend hohen Coronazahlen und der Erschöpfung der Ärzte in staatlichen Krankenhäusern hat Griechenland freiberufliche Ärzte zum Dienst verpflichtet. Die Regierung in Athen veröffentlichte am Montag einen entsprechenden Erlass. Zuvor hatte das Gesundheitsministerium erklärt, dass 200 Mediziner benötigt würden, um das Gesundheitssystem zu entlasten. Einem Appell, sich freiwillig zu melden, folgten bis Sonntagabend nach einem TV-Bericht jedoch nur 61 Ärzte. Gesundheitsminister Vassilis Kikilias erklärte deshalb: »Leider hat sich nur eine kleine Zahl gemeldet. Wir verpflichten die Ärzte jetzt zum Dienst, um die Krankenhäuser zu stärken«. Die gesetzliche Grundlage hatte die Regierung angesichts der Pandemie bereits im vergangenen Jahr geschaffen. Das Notfallgesetz erlaubt es auch, private Kliniken in die Pflicht zu nehmen.

Wirksamkeit von AstraZeneca-Impfstoff bei 79 Prozent

08.20 Uhr: Der von der Universität Oxford und dem britischen Pharmakonzern AstraZeneca entwickelte Covid-19-Impfstoff kommt in einer breit angelegten Studie  in den USA auf eine Wirksamkeit von 79 Prozent. Zugleich weise er eine hundertprozentige Wirkung gegen schwere Erkrankungen auf, die einen Krankenhausaufenthalt erforderlich machten, geht aus den Studiendaten hervor. Deutschland hatte die Impfungen mit dem Impfstoff von AstraZeneca zwischenzeitlich nach Berichten über Blutgerinnsel gestoppt. In den USA ist der Impfstoff bisher nicht zugelassen. Lesen Sie hier mehr.

Tourismusbranche stemmt sich gegen Quarantänepflicht

08.07 Uhr: Die deutsche Tourismus- und Luftverkehrsbranche stemmt sich gegen eine neue mögliche Quarantänepflicht für Reiserückkehrer selbst aus Nicht-Risikogebieten. Ein solcher Beschluss wäre unverhältnismäßig, nicht zielführend und würde zudem die Gesundheitsbehörden überfordern, da sie die Einhaltung der Quarantäne überwachen müssten, kritisierten der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) in einem offenen Brief.

In einem Beschlussentwurf aus dem Kanzleramt für die Bund-Länder-Runde an diesem Montag ist von einer Quarantäne- und Testpflicht für alle Reisende aus dem Ausland die Rede – unabhängig von dortigen Inzidenzen. Der Punkt ist aber in eckigen Klammern formuliert und steht unter einem »Prüfvorbehalt«. Der angedachte Beschluss ziele offenbar darauf, unter anderem Osterreisen nach Mallorca zu verhindern, meinen der DRV und BDL. Die Inzidenz auf der Balearen-Insel liege aber derzeit bei unter 20, zusätzlich gälten dort strenge Vorschriften.

Handelsverband: Inzidenzzahl hinter uns lassen

07.42 Uhr: Der Handelsverband Deutschland hat vor der Ministerpräsidentenkonferenz an diesem Montag massive Kritik an der Coronapolitik geübt. »Das bundesweite Durcheinander unterschiedlicher Coronamaßnahmen muss ein Ende haben«, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth der »Bild-Zeitung« (Montag). »Wir müssen die Inzidenzzahl hinter uns lassen und Aspekte wie die höhere Testquote und die Auslastung der Intensivbetten einbeziehen.«

Viele Händler kämpften jeden Tag um ihre Existenz. »Ihre Zukunft von einem Regelchaos und Inzidenzzahlen abhängig zu machen, ist nicht tragbar«, so Genth. Das Ansteckungsrisiko im Einzelhandel sei gering. »Funktionierende Konzepte sind da, jetzt bedarf es einer neuen Öffnungsstrategie.«

Virologe: Coronamutationen könnten Frühjahrseffekte »auffressen«

07.23 Uhr: Die Ausbreitung der ansteckenderen Coronavirus-Mutationen könnte nach Ansicht des Virologen Ulf Dittmer die im Frühjahr zu erwartenden, mildernden saisonalen Effekte für die Pandemie abschwächen. Grundsätzlich würden Umweltfaktoren wie etwa UV-Strahlen und höhere Temperaturen sowie das vermehrte Aufhalten im Freien in der wärmeren Jahreszeit helfen, das Infektionsgeschehen zu bremsen. Dieser Vorteil könne jetzt »von den Mutanten aufgefressen werden«, sagte der Direktor des Instituts für Virologie des Uniklinikums Essen der Deutschen Presse-Agentur.

Küstenländer: ›Kontaktarmen‹ Osterurlaub in Deutschland ermöglichen

07:09 Uhr: Die drei Küstenländer Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Niedersachsen schlagen vor, trotz hoher Coronazahlen den Bürgern auch hierzulande einen kontaktarmen Urlaub über Ostern zu ermöglichen. Zulässig sein soll dies aber nur innerhalb des eigenen Bundeslandes und in Selbstversorger-Einrichtungen mit eigenen sanitären Anlagen – also etwa in Ferienwohnungen, Ferienhäusern oder Wohnmobilen, wie die Sprecherin der niedersächsischen Landesregierung, Anke Pörksen, am Sonntag mitteilte. Für den Vorschlag wollen die drei Länder bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) an diesem Montag werben.

Lauterbach – Keine Quarantäne für Mallorca-Rückkehrer, aber Appell gegen Reisen

07.05 Uhr: »Derjenige, der getestet wurde und negativ ist, muss nicht in Quarantäne, weil Mallorca kein Risikogebiet ist«, sagt SPD-Gesundheitsexperte.

im Politik-Talk der Zeitung »Bild«. Er rät jedoch dringend von einem Urlaub auf der Balearen-Insel ab. »Wir haben seit einer Woche die brasilianische Mutation auf Mallorca. Ich appelliere an jeden, nicht zu reisen.« Alle Reiserückkehrer müssten getestet werden. »Das ist das mindeste, was man verlangen kann, wenn jemand eine solch riskante Reise macht.«

TUI-Deutschland-Chef Andryszak – Mallorca-Reisen sind sicher

06.58 Uhr: Der Geschäftsführer der TUI Deutschland, Marek Andryszak, hält Befürchtungen der Politik wegen steigender Corona-Ansteckungen infolge von Mallorca-Flugreisen für übertrieben. »Wir werden nicht müde klarzustellen, dass Reisende von Pauschalurlauben kein Risiko bei der Rückkehr nach Deutschland sind. Mehrere Studien haben gezeigt, dass sich die Gäste verantwortungsvoll im Urlaub verhalten und keine höheren Inzidenzen produzieren«, sagt Andryszak der Zeitung, »Bild« laut Vorabbericht. Auf der Insel gebe es keine Partys, kein Freibier und die Restaurants stünden ab 17 Uhr nur noch für Lieferservice zur Verfügung. »Von den 1000 Hotels, die im Hochsommer geöffnet sind, werden nicht mal 10 Prozent zu Ostern zur Verfügung stehen.«

Weil über die dritte Welle: »Die Situation ist ernst«

06.17 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat die dritte Coronawelle als brandgefährlich bezeichnet und um Verständnis für die Rücknahme von Lockdown-Lockerungen geworben. »Die Situation ist ernst«, sagte der SPD-Politiker dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Die Zahl der Neuinfektionen wieder zu drücken, werde dieses Mal weit schwieriger als im Frühjahr oder Herbst, warnte er. »Die dritte Welle wird durch ansteckendere Virusmutationen getrieben und trifft auf eine coronamüde Bevölkerung – das macht sie so brandgefährlich.«

Für Lockerungen sieht Weil keinen Spielraum: »In dieser brisanten Situation stur den Öffnungsplan abzuarbeiten, wäre verantwortungslos«, betonte er. Stattdessen müssten Öffnungsschritte zurückgenommen werden, wenn die Inzidenz über 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen steige. »Niedersachsen wird die beschlossene Notbremse ziehen, und ich rate allen, das auch zu tun«, sagte Weil.

Lauterbach spricht über Ausgangssperre als »Ultima Ratio«

06.11 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält eine nächtliche Ausgangssperre zur Eindämmung der Pandemie noch nicht für zwingend notwendig. Bei weiterhin rasant steigenden Fallzahlen dürfte sie aber kaum zu vermeiden sein, warnte der studierte Epidemiologe bei »Bild live«. Grund dafür sei, dass die sich ausbreitende Coronamutation B.1.1.7 auf einen Monat betrachtet »vier- bis achtmal so ansteckend« sei wie das bisherige Virus.

»Bisher ist es keinem Land gelungen, die viel schnellere Pandemie mit dieser Mutation in den Griff zu bekommen, ohne dass es Ausgangsbeschränkungen im Lockdown gegeben hätte«, sagte Lauterbach. Gleichwohl müsse klar sein: »Ausgangsbeschränkungen sind die Ultima Ratio, man muss versuchen, das zu verhindern.«

Die einzige Chance dazu biete ein »sehr strenges Testkonzept« mit zwei Tests pro Woche in allen Schulen und Betrieben. Die Kapazitäten hierfür würden »gerade fieberhaft aufgebaut«.

Mehr als 3000 Menschen liegen mit Covid auf Intensivstationen

06.05 Uhr: Nach den ersten vorsichtigen Lockerungen in der Pandemie ist die Zahl der Coronapatienten auf Deutschlands Intensivstationen wieder angestiegen. Mit mehr als 3000 belegten Betten liegt die Belastung im Moment erneut so hoch wie zu den Spitzenzeiten in der ersten Welle im Frühjahr 2020. Das geht aus dem Register der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor.

»Wir starten jetzt auf den Intensivstationen in die dritte Welle und das auf einem sehr hohen Niveau. Davor hatten wir bereits Ende Februar gewarnt und das bereitet uns große Sorgen«, sagte Divi-Präsident Gernot Marx. Nach Divi-Daten wurden am Sonntag 3056 Covid-19-Patienten auf deutschen Intensivstationen behandelt.

»Wir erwarten in den nächsten Wochen einen rasanten Anstieg der Patienten, da die Welle der Intensivpatienten immer zwei bis drei Wochen der Infektionswelle nachrollt«, ergänzte er. Es lasse sich daher erst für die Zeit ab Mitte April etwas an den Zahlen ändern.

Bei Inzidenzen um die 200 Infektionen in sieben Tagen pro 100.000 Einwohner prognostizieren Notfallmediziner für Anfang Mai rund 5000 Covid-Patienten auf Intensivstationen. Das wären fast so viele wie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle Anfang Januar und könnte viele Kliniken erneut schwer belasten.

RKI meldet 7709 neue Infektionen und 50 Todesfälle

05.58 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 7709 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 50 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 6604 Neuinfektionen und 47 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.10 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Der Inzidenzwert ist demnach weiter gestiegen: Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner lag laut RKI am Montagmorgen bundesweit bei 107,3 – und damit etwas höher als am Vortag (103,9).

mxw/caw/mjm/ssu/wal/mrc/dpa/AFP/AP/Reuters
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