+++ Corona-News +++ Frankreich führt 3G-Regel für Beschäftigte in Zügen und Gastronomie ein

In Deutschland wird diskutiert, in Frankreich muss das Personal unter anderem in Fernzügen seit Montag nachweisen, dass es geimpft, getestet oder genesen ist. Und: Nordrhein-Westfalen schickt 30.000 Schüler in Quarantäne. Der Überblick.
Französischer TGV und deutsche ICE im Bahnhof von Paris

Französischer TGV und deutsche ICE im Bahnhof von Paris

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Markus Mainka/ Aviation-Stock/ imago images

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+++ Frankreich führt 3G-Regel für Beschäftigte in Zügen und Gastronomie ein +++

21.57 Uhr: In Frankreich müssen 1,8 Millionen Beschäftigte in Fernzügen, der Gastronomie oder Kulturstätten seit Montag ihren 3G-Status nachweisen. Dafür müssen sie ihren Arbeitgebern einen Gesundheitspass vorlegen, der Aufschluss über eine Impfung, eine überstandene Corona-Infektion oder einen negativen Test gibt. Die neue Maßnahme gilt vor allem für Beschäftigte mit Kundenkontakt.

Die 3G-Regel gilt in überregionalen Zügen oder Bussen sowie französischen Restaurants, Bars, Cafés, Theatern, Kinos, Museen, Freizeitparks, Zoos und Messen. Betroffen sind auch die Mitarbeiter von Einkaufszentren in Gebieten mit besonders hohen Corona-Infektionszahlen, etwa in Südfrankreich. Kunden und Besucher in den genannten Einrichtungen müssen bereits seit rund einem Monat ihren 3G-Status nachweisen. Dabei sind Negativ-Tests 72 Stunden gültig.

Mit der von Präsident Emmanuel Macron im Juli angekündigten Verschärfung will die Regierung die vierte Corona-Welle brechen. Die 3G-Regel ist vorerst bis zum 15. November befristet, Gesundheitsminister Olivier Véran schließt eine Verlängerung aber nicht aus. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte eine 3G-Regel für deutsche Zugreisende erst am Sonntag für unwahrscheinlich erklärt. Kanzlerin Angela Merkel sei hingegen weiterhin der Meinung, »dass 3G in Fernzügen und Inlandsflügen eine mögliche und sinnvolle Maßnahmen sein kann«, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Montag in Berlin.

Neue Corona-Variante beschäftigt Wissenschaftler in Südafrika

21.00 Uhr: Eine neue Corona-Variante mit einer ungewöhnlich hohen Mutationsrate beschäftigt derzeit Wissenschaftler in Südafrika. Die Verbreitung der als C.1.2 bezeichneten Variante habe in den vergangenen Monaten leicht zugenommen, erklärte das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) am Montag. C.1.2 wurde demnach in allen neun südafrikanischen Provinzen nachgewiesen. Auch in China, Mauritius, Neuseeland und Großbritannien wurde die Variante bereits festgestellt.

Die NICD-Wissenschaftlerin Penny Moore betonte, dass die Verbreitung von C.1.2 nach wie vor »sehr gering« sei. Vorhersagen dazu, ob die bestehenden Corona-Impfstoffe auch gegen diese Variante wirkten, könnten deshalb noch nicht getroffen werden. Sie sei jedoch »zuversichtlich, dass die in Südafrika verwendeten Vakzine uns weiterhin gegen schwere Erkrankungen und Tod schützen werden«.

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach schrieb im Online-Dienst Twitter mit Blick auf C.1.2 von einer »potenziell sehr gefährlichen« Corona-Variante. Ob sie aber gefährlicher sei als die derzeit weltweit grassierende Delta-Variante sei noch unklar. Das Auftreten von C.1.2 zeige aber: »Wir müssen Afrika Impfstoff geben«, schrieb Lauterbach.

Mehr als 7000 Corona-Todesfälle in Israel

19.38 Uhr: Die Zahl der Todesfälle in Israel in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion hat die Marke von 7000 überschritten. Die Gesamtzahl der Menschen, die nach einer Infektion mit dem Erreger Sars-CoV-2 starben, stieg auf 7030, wie das Gesundheitsministerium am Montagabend mitteilte.

Die Marke von 6000 Todesfällen war in Israel am 15. März überschritten worden. Zum Jahreswechsel hatte die Zahl der Toten etwa 3400 betragen, Anfang Februar waren 5000 verzeichnet worden.

Der Erreger Sars-CoV-2 ist nach Angaben des Gesundheitsministeriums seit Beginn der Pandemie bei mehr als einer Million Menschen in Israel nachgewiesen worden. Israel hat rund neun Millionen Einwohner, in Deutschland leben etwa neunmal so viele Menschen.

Fast 600 Festnahmen bei »Querdenker«-Protesten in Berlin

18.39 Uhr: Nach neuen Protesten gegen die Coronamaßnahmen hat die Berliner Polizei Hunderte Ermittlungen eingeleitet. Es geht um Landfriedensbruch und tätliche Angriffe – in einem Fall wird aber auch gegen einen Beamten ermittelt. Lesen Sie hier mehr dazu.

EU empfiehlt wieder Beschränkungen für Reisende aus den USA

18.07 Uhr: Die EU empfiehlt wieder strengere Einreiseregeln für Menschen aus Ländern wie den USA und Israel. Insgesamt sechs Staaten wurden am Montag von der Liste der Drittländer gestrichen, für die keine Corona-Beschränkungen mehr gelten sollen, wie der Rat der Mitgliedstaaten mitteilte. Grund sind insbesondere hohe Inzidenzzahlen. Neben den USA und Israel sind auch Nordmazedonien, Montenegro, das Kosovo sowie der Libanon betroffen.

Für Menschen, die aus den USA und Israel sowie den genannten Balkanstaaten nach Deutschland einreisen wollen, werden die Änderungen allerdings keine Konsequenzen haben. Die Bundesrepublik stuft die Länder bereits seit einiger Zeit als Hochrisikogebiete ein. Einreisende, die nicht geimpft oder genesen sind, müssen deswegen derzeit für fünf bis zehn Tage in Quarantäne.

Tschechien bietet Auffrischungsimpfungen ab 20. September an

17.44 Uhr: Tschechien will ab dem 20. September allen geimpften Bürgern eine Auffrischungsimpfung anbieten. Das kündigt Gesundheitsminister Adam Vojtech an. Dafür soll der Impfstoff von BioNTech/Pfizer verwendet werden. Zudem sollen Ärzte finanziell dafür belohnt werden, wenn sie über 65-Jährige zu einer Erstimpfung bewegen.

Frankreich spendet zehn Millionen Corona-Impfdosen für Afrika

17.05 Uhr: Frankreich hat für afrikanische Länder weitere zehn Millionen Corona-Impfdosen bereitgestellt. Sie sollen über das internationale Impfprogramm Covax verteilt werden, wie die Impfallianz Gavi, die Covax organisiert, am Montag in Genf mitteilte. Für den afrikanischen Kontinent ist das ein erheblicher Fortschritt: Covax hat bislang erst 55 Millionen Dosen an afrikanische Länder verteilen können. Insgesamt hat Covax weltweit 224 Millionen Impfdosen an 139 Länder geliefert.

Frankreich will in diesem Jahr insgesamt 60 Millionen Impfdosen spenden. Deutschland hat Covax 30 Millionen Impfdosen in Aussicht gestellt. Bis Montag war davon noch nichts geliefert worden. 3,6 Millionen Impfdosen aus Deutschland sind aber bereits für Länder wie Ghana, Malaysia und den Sudan vorgesehen – ein Zeichen, dass die Auslieferung bevorstehe, sagte ein Gavi-Sprecher der dpa.

Neben knapp 4,3 Millionen Impfdosenspenden aus Frankreich hat Covax gespendeten Impfstoff unter anderem aus Schweden, Dänemark, Norwegen, Spanien, Portugal, Großbritannien, der Türkei, Australien, Neuseeland, den USA und China ausgeliefert.

Rund 30.000 Schüler in NRW in Quarantäne

16.31 Uhr: Gut 30.000 Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen sind nach aktuellsten Rückmeldungen in Quarantäne geschickt worden. Wie das Schulministerium am Montag mitteilte, befanden sich zum Stichtag 26. August 30.018 Schülerinnen und Schülern in Quarantäne – und damit 1,6 Prozent der Schülerschaft. In dieser Gruppe wurde bei etwa 0,35 Prozent – 6561 Personen – tatsächlich eine Corona-Infektion bestätigt. Der Höchststand bei den von Quarantäne betroffenen Schülern war im November 2020 bei 73.836 Kindern und Jugendlichen erreicht worden.

Beim Lehrpersonal war den jüngsten Angaben zufolge für 0,2 Prozent – 286 Kräfte – Quarantäne angeordnet worden. Bei 0,08 Prozent von ihnen bestätigte sich eine Infektion. Das Schulministerium wies darauf hin, dass aber nicht die Daten aller Schulen, Schüler und Lehrer erfasst wurden: An der wöchentlichen Abfrage des Ministeriums beteiligten sich demnach knapp 4000 der insgesamt 4844 befragten öffentlichen Schulen – mit fast 1,85 Millionen Schülern und rund 140.500 Lehrkräften. Das entspreche einer Rückmeldequote von 82,3 Prozent der Schulen. Bei den bestätigten Corona-Fällen sind zudem auch außerschulische Tests, etwa bei Reiserückkehrern, enthalten.

Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) sagte, die Impfquote steige auch in der Schülerschaft erfreulich an. Eine anonymisierte Umfrage habe ergeben, dass 87,5 Prozent des Lehrpersonals vollständig geimpft sei. Zusammen mit den Infektionsschutzmaßnahmen und den zwei wöchentlichen Tests seien die Schüler »die unter Gesichtspunkten des Infektionsschutzes am besten überwachte Personengruppe«. Die insgesamt kletternden Infektionswerte spiegelten sich allerdings auch in den Schulen, wobei die Zahl der Fälle aber weiter auf einem »niedrigen Niveau« sei.

WHO-Direktor warnt vor Corona-Auffrischimpfungen als bloßem »Luxus«

16.29 Uhr: Auffrischimpfungen gegen Covid-19 sind nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO kein »Luxus«. »Eine dritte Impfdosis ist keine Luxus-Auffrischung, die man jemandem wegnimmt, der noch auf seine erste Impfung wartet. Es ist im Grunde eine Möglichkeit, die am meisten gefährdeten Personen zu schützen«, sagte WHO-Europadirektor Hans Kluge am Montag. Damit nimmt die Organisation etwas Abstand von ihrer bisher ablehnenden Haltung zu Auffrisch-Impfungen (»Booster«). Bislang hatte die WHO keinen Grund dafür gesehen und gefordert, dass zunächst Menschen in ärmeren Ländern geimpft werden sollten. Eine dritte Dosis für schon vollständig Geimpfte würde das Gefälle bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen zwischen reichen und einkommensschwachen Ländern weiter vergrößern.

OECD: Erholung nach Corona-Einbruch beschleunigt sich

16.16 Uhr: Nach dem coronabedingten Wirtschaftseinbruch registriert die Industriestaatenorganisation OECD eine beschleunigte Erholung im zweiten Jahresdrittel. Lediglich in den USA aber liegt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits wieder um 0,8 Prozent über Vorkrisenniveau, teilte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Montag in Paris mit. In der Eurozone lag das Bruttoinlandsprodukt noch um 3 Prozent und in der EU um 2,6 Prozent unter dem Niveau vor Beginn der Corona-Pandemie.

Das Wachstum nach der Krise beschleunigt sich in den einzelnen Ländern unterschiedlich schnell. In der Eurozone legte das BIP im zweiten Jahresdrittel um 2 Prozent und in der EU um 1,9 Prozent zu, nachdem es im ersten Drittel noch einen geringfügigen Rückgang gab. In Deutschland legte das BIP demnach um 1,6 Prozent zu, nach einem Rückgang im ersten Jahresdrittel um 2 Prozent. Den stärksten Anstieg gab es in Großbritannien mit 4,8 Prozent nach einem Rückgang von 1,6 Prozent.

Urteile zu FFP2-Maskenbestellungen: Bund soll Millionen zahlen

16.06 Uhr: Im Streit um die Bestellung von FFP2-Masken hat das Bonner Landgericht den Bund zur Zahlung von insgesamt etwa 26 Millionen Euro verurteilt. In den Prozessen geht es um FFP2-Masken, die zu Beginn der Corona-Pandemie zwar bestellt, aber vom Bund nicht bezahlt wurden. Begründet wurde das mit mangelnder Qualität. Eine Sprecherin des Gerichts sagte nun, es habe bereits drei sogenannte Vorbehaltsurteile gegeben.

Bei einem Richterspruch geht es den Angaben nach um rund 15,4 Millionen Euro, in zwei anderen um 1,7 beziehungsweise 5,8 Millionen Euro. Vorbehaltsurteile sind noch nicht das letzte Wort eines Gerichts, sie erfolgen nach der Sichtung von Urkunden. In einem zweiten Teil des Verfahrens – dem Nachverfahren – könnten noch Zeugen zu Wort kommen oder ein Sachverständiger könnte seine Sicht der Dinge einbringen. Das Bundesgesundheitsministerium wollte sich nicht zum Sachverhalt äußern, da die Verfahren noch liefen.

Seit dem vergangenen Jahr wurden mehr als 100 Klagen beim Bonner Landgericht eingereicht, um den Bund zur Bezahlung von Masken zu zwingen.

Mallorca-Urlaub wird entspannter: Coronaregeln werden gelockert

15.36 Uhr: Mallorca-Urlauber dürfen sich im Zuge der besseren Coronalage auf einen unbeschwerteren Aufenthalt auf der spanischen Insel freuen. Die Regionalregierung der Balearen kündigte in Palma eine weitere Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen an. Erst am Sonntag hatte Deutschland bereits ganz Spanien und damit auch Mallorca von der Liste der Hochrisikogebiete gestrichen. Damit entfällt bei Rückkehr in die Heimat die Quarantänepflicht, die es bisher für Mallorca-Besucher gab, die weder vollständig geimpft noch von einer Covid-19-Erkrankung genesen waren.

Nächtliche Versammlungen von Personen, die nicht im selben Haushalt leben, sind auf Mallorca ab sofort nur noch zwischen 2.00 und 6.00 Uhr untersagt, wie Regierungssprecher Iago Negueruela mitteilte. Bisher trat diese Beschränkung bereits um 1.00 Uhr morgens in Kraft.

Zudem sind in den Innenräumen der mallorquinischen Restaurants, Bars und Cafés wieder acht statt nur vier Personen pro Tisch erlaubt, in den Außenbereichen sind es ab sofort zwölf pro Tisch statt bislang acht.

Polens Präsident Duda lehnt Impfpflicht ab

14.47 Uhr: Polen Präsident Andrzej Duda hält nichts von einer Pflicht zur Coronaimpfung. Er sei ein absoluter Gegner dieser Lösung, sagte Duda in Warschau. »Ich bin der Meinung, dass das Unruhe in der Gesellschaft auslöst.« Die Coronaimpfung sei eine Frage der Verantwortung und jeder müsse diese Verantwortung selbst tragen. In Polen soll es mit Start des neuen Schuljahrs für Jugendliche ab zwölf Jahren die Möglichkeit geben, sich in den Schulen impfen zu lassen. Dies hatte Gerüchte befeuert, dass die Impfung für Kinder und Jugendliche Pflicht werden könnte.

In Polen sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums von Montag rund 19 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das Land hat rund 38 Millionen Einwohner.

Spahn plädiert für einheitliche Quarantäne-Regeln in Schulen

14.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plädiert für einheitliche Quarantäneregeln für Schulen. Die Frage, welche und wie viele Kinder im Falle einer Coronainfektion in der Schule in Quarantäne geschickt würden, werde in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich gehandhabt, sagte der CDU-Politiker am Montag der »Welt« . Für Eltern wie Kinder sei das nur schwer nachvollziehbar. »Das werde ich mit den Ländern besprechen.« Zur Kritik am Umgang mit den Schulen sagte er, seit Beginn der Pandemie hätten ihn nur wenige Themen so sehr beschäftigt wie die Schulschließungen. »Das war ja eine Entscheidung, die uns wirklich nicht leichtgefallen ist.«

Der Umgang mit einer möglichen Coronainfektion in den Schulen wird von Land zu Land unterschiedlich gehandhabt. So wurden etwa Quarantäneregeln entschärft, sodass bei einem Coronafall nicht mehr zwangsläufig die ganze Klasse zu Hause bleiben muss. So gelten Schulkinder, die eine Maske getragen haben, in Sachsen nicht als enge Kontaktperson. In Baden-Württemberg müssen sich alle Schüler einer Klasse fünf Tage lang testen, statt in Quarantäne zu gehen, sollte ein Mitschüler infiziert sein.

DER SPIEGEL

Merkel: 3G-Regel in Zügen kann sinnvolle Maßnahme sein

12.47 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hält eine 3G-Regel zum Schutz vor Corona-Ansteckungen in Fernzügen trotz Bedenken aus Ministerien weiter für eine »mögliche und sinnvolle Maßnahme«. Das sagte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Er verwies darauf, dass es in Frankreich seit Anfang August die 3G-Regel im Fern-Bahnverkehr gebe, Italien werde dies ab Anfang September tun. Dort sei die Regel nicht »unmöglich oder unkontrollierbar«.

Seibert sagte, die Fallzahlen in Deutschland stiegen deutlich. »Das heißt, wir müssen doch darüber nachdenken, was wir tun können, um diesen Anstieg auch wieder zu dämpfen oder zu stoppen.« Ein großer Teil der Menschen in Deutschland sei geimpft, es gebe aber zum Beispiel Kinder bis 12 Jahre, für die es kein Impfstoff gebe. »Wir haben eine Verantwortung, auch und gerade für sie, die Fallzahlen wieder zu senken.« Mit Blick auf die 3G-Regel in Fernzügen in Frankreich und Italien sagte er weiter: »Insofern ist die Bundeskanzlerin weiter der Meinung, dass 3G in Fernzügen und auf Inlandsflügen eine mögliche und sinnvolle Maßnahme sein kann.«

Ministerien mit Bedenken gegen 3G-Regel in Zügen

12.35 Uhr: Mehrere Bundesministerien haben Bedenken gegen eine Einführung der 3G-Regel zum Schutz vor Corona-Ansteckungen in Fernzügen deutlich gemacht. Eine Durchsetzung wäre »praktisch nicht durchführbar«, heißt es in einem Papier des Verkehrs-, Gesundheits- sowie Innenministeriums, das der Deutschen Presse-Agentur am Montag vorlag. Eine 3G-Regelung, die offensichtlich nicht oder nur sehr eingeschränkt kontrolliert werden könne, liefe »ins Leere«.

Die Bundesregierung hatte mitgeteilt, 3G-Vorgaben auch für den Fernverkehr mit ICE und Intercity zu prüfen – dies bedeutet Zugang nur für vollständig Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete mit entsprechendem Nachweis. Dies gilt bereits für bestimmte Innenräume.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte am Sonntagabend beim Fernsehsender Bild zur 3G-Regel in Zügen: »Ich sehe es nicht kommen.« Dies sei das Ergebnis einer Prüfung durch die Fachressorts. Allerdings betonte Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) am Sonntagabend im TV-Triell von RTL und ntv mit Blick auf die Prüfung in der Regierung: »Der Wunsch von mir und der Kanzlerin ist, dass es klappen soll.«

WHO befürchtet in Europa 236.000 Coronatote bis Dezember

12.30 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet im Zeitraum bis zum 1. Dezember 236.000 neue Corona-Todesfälle in Europa. In der vergangenen Woche sei die Zahl der Covid-19-Toten in der Region um elf Prozent gestiegen, berichtete am Montag WHO-Europadirektor Hans Kluge. »Eine glaubwürdige Hochrechnung kommt auf 236.000 Todesfälle von jetzt bis zum 1. Dezember.« Bisher starben in Europa laut WHO 1,3 Millionen Menschen an den Folgen einer Coronaerkrankung.

Zugleich äußerte sich Kluge besorgt über den Verlauf der Impfkampagne in vielen Ländern. »Die Stagnation bei den Impfzahlen in unserer Region bereitet uns ernsthafte Sorge«. Das Europa-Büro der WHO ist für 53 Länder und Regionen zuständig, darunter auch einige Länder in Zentralasien.

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft

11.28 Uhr: Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert Koch-Instituts vom Montag hervor. Demnach wurden am Sonntag 79.103 Impfdosen verabreicht. Etwas mehr als 54 Millionen Menschen (65 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, 50,1 Millionen (60,3 Prozent) sind vollständig geimpft.

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit rund 75 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Der Stadtstaat zählt mit 70,4 Prozent auch den höchsten Anteil an vollständig geimpften Einwohnern. Sachsen steht mit rund 55 Prozent Erstgeimpfter und 51,5 Prozent vollständig geimpfter Einwohner am Ende beider Ranglisten.

Bundeswahlleiter: Keine 3G-Regel in Wahllokalen

10.46 Uhr: Die sogenannte 3G-Regel wird bei der anstehenden Bundestagswahl in Wahllokalen nicht gelten. Der Bundeswahlleiter teilt per Twitter mit, »nach gegenwärtigem Stand« könnten auch ungeimpfte und nicht getestete Personen ihre Stimme vor Ort abgeben. Eine Maskenpflicht könne je nach Land gelten. Zudem verweist der Bundeswahlleiter auf die Möglichkeit der Briefwahl.

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Studieren ohne Abstand in Niederlanden wieder möglich

10.35 Uhr: Ende der 1,5-Meter-Regel – in den Niederlanden müssen Studierende sowie ihre Lehrkräfte keinen Corona-Abstand mehr halten. Andere Voraussetzungen für den im neuen akademischen Jahr erstmals seit Langem wieder möglichen Präsenzunterricht bleiben aber bestehen, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtet.

Dazu gehört das Tragen von Schutzmasken außerhalb der Seminarräume und Hörsäle. Zudem dürfen Vorlesungen nur von maximal 75 Studierenden besucht werden.

Nicht alle höheren Bildungseinrichtungen wollen wieder uneingeschränkt Präsenzunterricht erteilen. Mindestens fünf Fachhochschulen hätten beschlossen, dass ein Teil ihrer Lektionen permanent online stattfinden, berichtete die Zeitung »Volkskrant«. Diese Entscheidung stehe allerdings im Widerspruch zu einem Parlamentsbeschluss, wonach Unterricht nur aus zwingenden Gründen online erfolgen dürfe.

Dokument: Ministerien gegen Testpflicht für Bahn-Passagiere

10.14 Uhr: Mehrere Bundesministerien lehnen offenbar eine Corona-Testpflicht für Passagiere in Zügen ab. Eine Vorschrift, dass diese getestet, geimpft oder genesen (3G) sein müssten, sei weder aus gesundheitlichen Gründen nötig noch durchsetzbar, heißt es in einer Stellungnahme von Gesundheits-, Innen- und Verkehrsministerium an das Kanzleramt, die der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

»Die Einführung einer 3G-Regelung, die offensichtlich nicht oder jedenfalls nur sehr eingeschränkt kontrolliert und damit durchgesetzt werden kann, läuft ins Leere.« Das Wesensmerkmal des öffentlichen Nah- und Fernverkehrs sei der freie Zugang. Eine Kontrolle beim Einstieg sei aufgrund der kurzen Haltezeiten ausgeschlossen.

»Auch wenn nicht mehr – wie in früheren Jahren – rund 20 Millionen Menschen täglich den öffentlichen Personennahverkehr nutzen, ist eine vollständige Kontrolle aller Fahrgäste weiterhin ausgeschlossen«, heißt es den Angaben zufolge in dem Papier.

WHO und Unicef gegen neue Schulschließungen

09.02 Uhr: Die Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie waren nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) katastrophal für die Lernenden. Dies dürfe sich nach den Sommerferien nicht wiederholen, verlangten die WHO und das Uno-Kinderhilfswerk Unicef. Sie riefen Regierungen in der Europa-Region auf, dafür zu sorgen, dass alle Schulen trotz Corona geöffnet werden und offen bleiben.

Zu den Maßnahmen dafür gehörten Impfangebote für Lehrpersonal und Kinder ab zwölf Jahren, gute Lüftung in den Klassenzimmern, möglichst kleine Klassen, Abstand halten und regelmäßiges Testen. Zur WHO-Europaregion gehören 53 Länder, von der EU über Turkmenistan und Belarus bis Russland.

»Die Pandemie hat für die katastrophalste Unterbrechung der Schulausbildung in der Geschichte gesorgt«, sagte WHO-Europa-Direktor Hans Kluge. Der Schulbetrieb sei neben dem üblichen Lernstoff absolut wichtig für die seelische Gesundheit und soziale Kompetenz von Minderjährigen. Schulen machten Kinder zu zufriedenen und produktiven Mitgliedern der Gesellschaft.

RKI registriert 4559 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz bei 75,8

07.14 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Montagmorgen lag sie bei 75,8 – am Vortag hatte der Wert 74,1 betragen, vor einer Woche 56,4. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 4559 Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.06 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche hatte der Wert für Deutschland bei 3668 Ansteckungen gelegen.

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden zehn Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es vier Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.937.106 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.731.900 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 92.140.

Berliner S-Bahn bietet Impfungen im Sonderzug an

06.15 Uhr: Die Berliner S-Bahn bietet an diesem Montag Corona-Impfungen in einem Sonderzug auf der Ringbahn an. Der Chefmediziner der Deutschen Bahn verabreicht in dem Zug die Einmalimpfung von Johnson&Johnson, wie das Unternehmen mitteilte.

Start ist um 10.38 Uhr am Bahnhof Treptower Park. »Gefahren werden drei Runden auf der Linie S42, entgegen dem Uhrzeigersinn«, hieß es. Das Ende ist damit für 13.33 Uhr angepeilt. »Alle Menschen ab 18 Jahre, die noch nicht gegen Corona geimpft sind, sind herzlich eingeladen, an Bord des Zuges eine Dosis von Johnson&Johnson zu erhalten.«

Interessierte konnten sich vorab im Internet für eine Impfdosis registrieren. Online seien bereits am Freitag sämtliche Plätze vergeben gewesen, teilte eine Sprecherin der Berliner S-Bahn mit. Die Menschen könnten aber auch ohne Platz spontan vorbeikommen und sich impfen lassen.

Mehr Druck auf Ungeimpfte

06.05 Uhr: Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) verstärkt den Druck auf Ungeimpfte. »Alle, die sich immer noch nicht impfen lassen möchten, müssen damit rechnen, dass man sie sehr genau beobachtet. Denn sie nehmen wichtigen Patienten nach einem Herzinfarkt oder Autounfall im Zweifelsfall einen Platz auf der Intensivstation weg. Deshalb wird es auch im Winter weiter Einschränkungen geben müssen, die aber jene umso mehr treffen werden, die nicht geimpft sind«, sagte der SPD-Politiker der »Rhein-Zeitung«.

Israel bietet Auffrischungsimpfung ab zwölf Jahren an

Mann wird in Israel gegen Corona geimpft (Symbolbild)

Mann wird in Israel gegen Corona geimpft (Symbolbild)

Foto: AMMAR AWAD / REUTERS

04.15 Uhr: Israel hat das Angebot einer Corona-Auffrischungsimpfung auf alle Einwohner ab zwölf Jahren ausgeweitet. »Die dritte Impfdosis wirkt«, erklärte Ministerpräsident Naftali Bennett am Sonntag. Deshalb solle sie nun bereits für Zwölfjährige zur Verfügung stehen. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz ergänzte, die Booster-Impfung verhindere Infektionen wirksam und senke das Risiko erheblich, schwer zu erkranken oder gar an Covid-19 zu sterben.

Bislang haben nach Regierungsangaben bereits rund zwei Millionen Menschen in Israel eine dritte Coronaimpfdosis erhalten.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hatte reiche Länder aufgefordert, auf Auffrischungsimpfungen zu verzichten, solange viele arme Länder noch nicht ausreichend mit Impfstoff versorgt sind.

Die WHO hatte das Ziel formuliert, dass jedes Land bis Ende September mindestens zehn Prozent seiner Bevölkerung geimpft hat. Bis Ende des Jahres sollen es 40 Prozent sein und 70 Prozent bis Mitte 2022. Davon sind viele Länder noch sehr weit entfernt. Nach Angaben der Weltbank wurden in reichen Ländern im Schnitt 101 Impfstoffdosen pro 100 Einwohner verabreicht. In den 29 ärmsten Ländern der Welt fällt dieser Wert auf weniger als zwei Impfdosen.

Von Regierung geplante »3G-Regel« in Zügen vor dem Aus

03.27 Uhr: Die von der Bundesregierung angedachte »3G-Regel« in Fernzügen steht einem Medienbericht zufolge vor dem Aus. Lesen Sie hier mehr dazu.

Weil kann sich »2G-Zwangsverordnung« vorstellen

02.34 Uhr: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil kann sich eine Zwangsverordnung von »2G« vorstellen – also, dass nur Geimpfte und Genesene Zutritt zu bestimmten Einrichtungen haben. »Das kann ich nicht ausschließen, weil wir die Infektionslage noch nicht überblicken können, die uns im Herbst und Winter erwartet. Ab einem bestimmten Punkt wäre 2G für sehr viele Bereiche denkbar«, sagte der SPD-Politiker der »Rheinischen Post«. In der aktuellen Situation sei das aber nicht mit dem Verhältnismäßigkeitsgrundsatz vereinbar und vor Gericht kaum zu rechtfertigen.

Bei jüngeren Kindern setzt Weil auf eine schnelle Impfmöglichkeit. »Nach allem, was ich höre, kann das schon im September der Fall sein. Ich wäre sehr froh, wenn sich auch jüngere Kinder zeitnah impfen lassen könnten.« Bislang gibt es nur Coronaimpfstoffe für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren.

Kuba setzt erstmals ausländischen Impfstoff ein

Die Körpertemperatur einer Kubanerin wird nach Verabreichung des Abdala-Impfstoffs gemessen (Symbolbild)

Die Körpertemperatur einer Kubanerin wird nach Verabreichung des Abdala-Impfstoffs gemessen (Symbolbild)

Foto: ALEXANDRE MENEGHINI / REUTERS

01.48 Uhr: Mitten in seiner bisher schlimmsten Phase der Pandemie hat Kuba mit dem chinesischen Vakzin von Sinopharm erstmals einen ausländischen Impfstoff gegen das Coronavirus eingesetzt. In der Provinz Cienfuegos begann am Sonntag eine Impfkampagne, bei der erwachsenen Einwohnern in Abständen von je 21 Tagen zwei Dosen des Sinopharm-Mittels und abschließend eine Dose des in Kuba entwickelten Vakzins Soberana Plus verabreicht werden sollen, wie Staatsmedien berichteten. Der sozialistische Karibikstaat hatte demnach eine Spende aus China erhalten.

Bisher wurde in Kuba nur mit den selbst entwickelten Vakzinen Soberana 02 und Soberana Plus sowie Abdala geimpft. Abdala wurde am 9. Juli als erster in Lateinamerika entwickelter Impfstoff gegen das Coronavirus zugelassen.

Gemessen an der Einwohnerzahl gehört Kuba seit Wochen zu den am schlimmsten von der Pandemie betroffenen Ländern der Welt. Auch macht sich die tiefe Wirtschaftskrise, in der das Land steckt, im Gesundheitssektor deutlich bemerkbar – es fehlt an Medikamenten und Ausrüstung. Dies war einer der Auslöser seltener Massenproteste gegen die autoritäre Regierung am 11. Juli.

Mehr als 173 Millionen US-Bürger vollständig geimpft

01.35 Uhr: In den USA sind bislang 173,5 Millionen Menschen vollständig geimpft und damit rund 53 Prozent der Bevölkerung, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien fast 369 Millionen Dosen verabreicht worden. Mehr als 204 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben rund 328 Millionen Menschen.

Behörden verhindern Festival in Russland: Lindemann-Konzert fällt aus

Sänger Till Lindemann

Sänger Till Lindemann

Foto: Christoph Soeder / picture alliance / dpa

01.07 Uhr: In Russland ist auf Druck der Behörden ein Musikfestival abgesagt worden, auf dem auch Rammstein-Sänger Till Lindemann (58) hätte auftreten sollen. Lindemanns Konzert in Twer rund 160 Kilometer nordwestlich von Moskau sei ausgefallen, teilte Organisator Maxim Larin am Sonntagabend auf der Social-Media-Plattform VK mit. Medienberichten zufolge stand das Vorgehen der russischen Behörden offiziell im Zusammenhang mit Coronabeschränkungen für Großveranstaltungen.

Auch Lindemann selbst wurde bereits in der Nacht zum Samstag von Polizisten aufgesucht. Dabei wurde ihm der Agentur Interfax zufolge eine Mahnung überbracht, bei seinem Auftritt in Twer entsprechende Auflagen einzuhalten.

Veranstalter Larin hingegen brachte die Probleme für seine Musik-Veranstaltung mit den bevorstehenden Wahlen in Russland in Verbindung. Der Geschäftsmann kandidiert im September bei der Wahl zum Regionalparlament für die Oppositionspartei Rodina (Heimat). Zwischenzeitlich hatte es laut Larin die Hoffnung gegeben, dass Lindemann auf dem abgesperrten Gelände trotzdem auftreten könnte und das Konzert online übertragen würde.

Der deutsche Musiker, der in Russland sehr populär ist, soll zudem am kommenden Wochenende auf dem Roten Platz in Moskau bei dem Militär-Festival »Spasskaja Baschnja« auftreten.

VBE warnt vor Durchseuchung an Schulen

00.25 Uhr: Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) warnt vor einer Coronadurchseuchung in den Schulen und pocht darauf, Schutzmaßnahmen für Schülerinnen und Schüler je nach Höhe der Inzidenz auszubauen. »Statt Infektionen hinzunehmen oder zu verharmlosen, müssen bei stärkerem Infektionsgeschehen unter Kindern und Jugendlichen auch mehr Schutzmaßnahmen ergriffen werden«, sagt VBE-Chef Udo Beckmann dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

»Wer da jetzt wegschaut, nimmt die Durchseuchung der Ungeimpften in Kauf.« Das häufig angeführte Argument, dass Kinder eine Infektion mit dem Virus meist gut überstehen und nur leichte Symptome entwickeln, greife zu kurz. »Auch für Kinder besteht laut wissenschaftlichen Studien die Gefahr von Long-Covid.«

Pandemie wirft Schulbildung in Südafrika um 20 Jahre zurück

00.01 Uhr: Die Schulschließungen wegen der Pandemie haben die Schulbildung in Südafrika nach den Worten von Bildungsministerin Angie Motshekga um 20 Jahre zurückgeworfen. Mindestens 10.000 Schüler hätten seit der Pandemie die Schule abgebrochen, sagte Motshekga am Sonntag. Wegen Schulschließungen und Wechselunterrichts hätten Kinder im vergangenen Jahr zwischen 50 und 75 Prozent weniger gelernt als in normalen Jahren. Zudem seien 25.000 kleine Kinder weniger eingeschult worden als erwartet.

»Die noch nie dagewesenen Schulschließungen und die ungeplanten Unterbrechungen im Lehren und Lernen haben die Errungenschaften von mindestens 20 Jahren rückgängig gemacht«, bilanzierte Motshekga. Am schwersten seien die Auswirkungen in ärmeren ländlichen Gegenden und Townships, wo nur wenige Haushalte Internetanschluss haben.

»Wenn Kinder keinen Kontakt zu Lehrern haben – vor allem Kinder aus benachteiligten Gemeinschaften – läuft das Lernen nicht so wie es sollte«, sagte Martin Gustafsson vom nationalen Bildungsinstitut DBE. Grundschüler hätten im laufenden Schuljahr weiterhin durchschnittlich nur an drei Tagen die Woche Schule und damit bereits die Hälfte des eigentlich üblichen Unterrichts versäumt.

Südafrika ist mit 2,7 Millionen gemeldeten Infektionen und mehr als 81.000 Todesfällen das am schwersten vom Coronavirus betroffene Land Afrikas. Derzeit kämpft das Land gegen die dritte Coronawelle, eine vierte droht laut Warnungen von Experten.

jok/wit/ptz/mrc/ngo/AFP/dpa/Reuters
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