Corona-News am Montag Kretschmann will Weihnachtsferien verlängern

Baden-Württembergs Ministerpräsident setzt sich dafür ein, dass die Schule vor Weihnachten früher endet. Und: Restaurants wollen nicht nur an Weihnachten öffnen. Das war der Überblick am 23. November.
Beginnen die Schulferien früher?

Beginnen die Schulferien früher?

Foto: Philipp von Ditfurth/ dpa

Dieser Artikel wird laufend aktualisiert.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Bedeutender Wallfahrtsort in Mexiko bleibt wegen Corona geschlossen

22.40 Uhr: Millionen Menschen pilgern jedes Jahr im Dezember zur Basilika der Jungfrau von Guadalupe in Mexiko-Stadt – in diesem Jahr bleibt die Kirche wegen der Corona-Pandemie geschlossen. Sie werde vom 10. bis 13. Dezember geschlossen, um zum Wohl des gesamten mexikanischen Volkes eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern, hieß es am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung der katholischen Kirche und der Regierung der mexikanischen Hauptstadt. Die Entscheidung sei notwendig, auch wenn in einem der schwierigsten Jahre der mexikanischen Geschichte viele Menschen vermutlich das Bedürfnis hätten, bei der Jungfrau Trost zu suchen.

Die jährliche Wallfahrt zur Basilika gilt als eine der größten weltweit. Im vergangenen Jahr wurden mehr als zehn Millionen Pilger gezählt. Der Legende nach erschien die Mutter Jesu zwischen dem 9. und 12. Dezember 1531 fünfmal einem Ureinwohner namens Juan Diego, den Papst Johannes Paul II im Jahr 2002 heiligsprach. Sie beauftragte ihn demnach mit dem Bau einer Kapelle nahe Mexiko-Stadt. Heute gilt die dunkelhäutige Jungfrau von Guadalupe als Schutzpatronin Mexikos.

Spaniens König Felipe VI. nach Corona-Kontakt in Quarantäne

22.35 Uhr: Spaniens König Felipe VI. hat sich nach einem Corona-Kontakt in eine zehntägige Quarantäne begeben. Das habe der Königspalast am Montagabend mitgeteilt, berichteten spanische Meiden übereinstimmend. Der König habe erfahren, dass eine Person, mit der er am Sonntag engeren Kontakt hatte, positiv auf das Coronavirus getestet worden sei, habe das Königshaus weiter mitgeteilt. Felipe habe für die Zeit der Quarantäne alle Termine abgesagt. Über den Zustand des Staatsoberhauptes wurde zunächst nichts bekannt.

Seine Frau, Königin Letizia, sowie seine beiden Töchter, Prinzessin Leonor und die Infantin Sofía, könnten jedoch weiter ihren normalen Tätigkeiten nachgehen, hieß es. Letizia war bereits im März während der ersten Corona-Welle in Quarantäne, ebenso wie Leonor, die Thronfolgerin, nachdem es in ihrer Schulklasse einen Corona-Fall gegeben hatte.

Alle Schulen und Kitas im Landkreis Hildburghausen schließen

20.00 Uhr: Nach besonders hohen Infektionszahlen binnen einer Woche werden von Donnerstag an im Landkreis Hildburghausen alle Schulen und Kitas geschlossen. Darauf verständigte sich der Kreis mit der Landesregierung, wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Montag sagte. Zuvor hatte der MDR darüber berichtet.

Wie der Sprecher des Thüringer Gesundheitsministeriums mitteilte, sei geplant, dass alle Kinder und Schüler sowie das pädagogische Personal nach fünf Tagen bei Schnelltests auf eine Infektion mit dem Corona-Virus getestet werden. Dafür habe das Ministerium bereits 11.000 Antigen-Schnelltests organisiert. Für die Testungen habe die Bundeswehr Unterstützung zugesagt, hieß es.

Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen sieben Tage je 100.000 Einwohner erreichte am Montag den Stand von 396. In keinem anderen Landkreis in Deutschland war die Sieben-Tagen-Inzidenz laut Robert Koch-Institut (RKI) höher. Es wird davon ausgegangen, dass der Inzidenzwert in den kommenden Tagen weiter steigt.

Macron hält TV-Ansprache zu Lockerung der Corona-Auflagen

19.40 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will sich am Dienstagabend zu einer möglichen Lockerung der Corona-Beschränkungen äußern. In einer Fernsehansprache will Macron den weiteren Kurs erläutern. Der Anstieg der Infektionszahlen hatte sich zuletzt deutlich verlangsamt. Seit gut drei Wochen gelten strenge Ausgangsbeschränkungen in Frankreich.

Ab Anfang Dezember dürften nach Angaben aus Macrons Umfeld zunächst eine Reihe von Geschäften wieder öffnen. Zu den Feiertagen könnte es den Franzosen dann erlaubt werden, ihre Familien zu besuchen. In seiner TV-Ansprache dürfte sich Macron auch zur Impfstrategie äußern. In Frankreich wurden zuletzt insgesamt rund 49.000 Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus registriert.

Hotel- und Gaststättenverband gegen Öffnung nur für Weihnachten

19.16 Uhr: Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) spricht sich gegen eine Öffnung von Restaurants nur über die Weihnachtsfeiertage aus. »Unsere Unternehmen sind keine Garagen, die man nach Belieben auf- und zusperren kann«, sagte Dehoga-Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Nach Wochen der Schließung müssten Hotels und Gaststätten zunächst gereinigt und dekoriert werden. Der Verband fordert demnach, am 14. Dezember zu entscheiden, ob Hotels und Restaurants ab dem 21. Dezember wieder öffnen dürften. »Falls ja, müsste dann aber eine Öffnung bis mindestens Mitte Januar beschlossen werden.«

Kretschmann will Weihnachtsferien verlängern

18.45 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist wegen der Corona-Pandemie für einen früheren Start der Schüler in die Weihnachtsferien als bisher geplant.

Er wolle sich auch bei der anstehenden Bund-Länder-Schalte für längere Weihnachtsferien stark machen, sagte ein Regierungssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Aktuell ist der 22. Dezember als letzter Schultag in Baden-Württemberg festgelegt.

Wenn die Schüler aber bereits am 18. Dezember in die Ferien entlassen würden, habe man bis Heiligabend eine Strecke von fünf bis sechs Tagen, die man nutzen könne, um Kontakte zu minimieren, heißt es aus dem Staatsministerium. »Dann wird man an den Feiertagen mit einem entspannteren Gefühl zu den Großeltern fahren und im Kreise der Familie das Weihnachtsfest begehen können«.

Am Mittwoch wollen Bund und Länder Klarheit schaffen, wie es weitergeht mit den Corona-Maßnahmen – und wie Deutschland Weihnachten und Silvester verbringt. Kretschmann will sich den Informationen zufolge dabei besonders für eine allgemeine Maskenpflicht im öffentlichen Raum einsetzen. Dazu sollen laut dpa auch Orte im Freien zählen, wo sich Menschen auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten.

England führt erneut Warnstufen-System ein

18.30 Uhr: England kehrt nach einem vierwöchigen Teil-Lockdown Anfang Dezember wieder zu einem Warnstufen-System mit regionalen Corona-Beschränkungen zurück.

»Wir werden zu einem regionalen Ansatz mit verschiedenen Stufen zurückkehren – und dort die strengsten Maßnahmen einführen, wo Covid am präsentesten ist«, sagte Premierminister Boris Johnson in einer virtuellen Ansprache an Parlament. Dabei sollen die Maßnahmen gegenüber den vor dem Teil-Lockdown geltenden Stufen verschärft werden.

Welche Regionen in welche der drei Risikostufen – mittel, hoch oder sehr hoch – eingruppiert würden, soll im Laufe der Woche bekannt gegeben werden. Es müssten allerdings zunächst mehr Regionen in eine höhere Stufe eingeordnet werden, hieß es bereits.

Dennoch könnte unter Auflagen ab dem 2. Dezember die Gastronomie, nicht-essenzielle Geschäfte, Fitnessstudios und Friseure in Regionen mit niedrigen Stufen wieder öffnen. Bei Sportevents sollen je nach Risikostufe sogar bis zu 4000 Zuschauer zugelassen werden.

Zudem kündigte die britische Regierung an, die finanziellen Mittel für Corona-Tests und das Kontaktverfolgungssystem um weitere sieben Milliarden Pfund aufstocken zu wollen. Der Gesamtumfang des Programms liegt damit bei insgesamt 22 Milliarden Pfund.

Spielwarenbranche trotzt der Coronakrise

17.56 Uhr: Die Spielwarenbranche erwartet trotz der Corona-Krise ein gutes Weihnachtsgeschäft. Die Umsätze könnten auf Vorjahresniveau liegen, sagte Ulrich Brobeil vom Deutschen Verband der Spielwarenindustrie in Nürnberg. Die Spielwarenbranche zähle zu den Gewinnern der Pandemie. »Die Entwicklung zeigt erneut, dass an Spielzeug nicht gespart wird.« Umsatzzahlen für 2020 und einen Ausblick aufs kommende Jahr wollen Hersteller und Händler am Dienstag auf einer virtuellen Pressekonferenz vorstellen.

In den vergangenen drei Jahren machten die Verbraucher in Deutschland für Spielzeug zunehmend mehr Geld locker, im vergangenen Jahr waren es 3,4 Milliarden Euro. In diesem Jahr rechnen die Händler ebenfalls mit guten Geschäften. »In Zeiten von Lockdown, Homeoffice & Co. geben die Deutschen mehr Geld für Spielzeug aus«, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands des Spielwaren-Einzelhandels, Steffen Kahnt. »Gut, dass die Spielwarengeschäfte trotz zweiter Welle geöffnet sind.«

Als krisenfest erwies sich auch die Modelleisenbahnbranche. Die meisten Hersteller seien mit der Umsatzentwicklung sehr zufrieden, sagte Brobeil. Hersteller wie Märklin aus Baden-Württemberg und Piko aus Thüringen verzeichnen eine gestiegene Nachfrage.

Zentralrat der Juden kritisiert Holocaust-Relativierungen auf »Querdenken«-Demos

17.50 Uhr: Bei Demonstrationen der Organisation »Querdenken« ist es aus Sicht des Zentralrats der Juden in Deutschland mehrfach zu einer Relativierung des Holocausts gekommen. Seit Monaten müsse man mitansehen, wie bei den »Demonstrationen der Corona-Leugner die Schoa relativiert und deren Opfer sowie Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus hemmungslos instrumentalisiert werden«, sagte Präsident Josef Schuster am Montag der Zeitung "Main-Post".

»So wie die Demonstranten keine Rücksicht auf die Gesundheit anderer Bürger nehmen, so haben sie auch keinen Respekt vor NS-Opfern. Das ist ein widerliches Schauspiel«, kritisierte Schuster.

Am Samstag hatte sich eine Rednerin einer »Querdenken«-Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in Hannover mit der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, Sophie Scholl, verglichen. Scholl war im Jahr 1943 vom NS-Regime zum Tode verurteilt und im Alter von 21 Jahren hingerichtet worden.

Busbranche bietet Einsatz zusätzlicher Schulbusse an

17.36 Uhr: Viele Busunternehmen haben noch freie Kapazitäten, um den Schülertransport in Corona-Zeiten zu entzerren. Das geht aus einer Mitteilung des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer hervor. »Viele mittelständische Busunternehmen können und wollen zusätzliche Fahrten im Schulbusverkehr anbieten«, teilte die Hauptgeschäftsführerin des Verbands, Christiane Leonard, am Montag mit. Die vorhandenen Kapazitäten werden bislang nach Angaben der Verbandsgeschäftsführung nicht in vollem Umfang genutzt, weil Bestellungen ausgeblieben oder nicht ausreichend finanziert worden seien.

Die Reisebusbranche gehöre zu den am schwersten von der Corona-Krise betroffenen Wirtschaftszweigen überhaupt, sagte Leonard. Tausende Busse seien bereits abgemeldet worden. Sie rief Städte und Gemeinden dazu auf, die vorhandenen Kapazitäten zu nutzen.

Wegen der weiterhin hohen Zahl an Corona-Neuinfektionen wird momentan auch über verschärfte Schutzmaßnahmen rund um den Schulbetrieb diskutiert. Ein Thema dabei ist eine Entzerrung des Schülerverkehrs, damit die Kinder und Jugendlichen nicht dicht an dicht gedrängt in Bus oder Bahn sein müssen. Verschiedene Bundesländer geben bereits Geld für zusätzliche Schulbusse. Auch Schulanfangszeiten sind in einzelnen Städten schon verschoben worden.

Habeck schlägt Ladenschließungen in Corona-Hotspots vor

17.21 Uhr: Grünenchef Robert Habeck hat einen ausgeweiteten Teil-Shutdown für Corona-Hotspots vorgeschlagen. Man könne sich vorstellen, dass in den "dunkelroten Regionen" Läden, die nicht dem täglichen Bedarf dienten, geschlossen würden, sagte er am Montag während einer digitalen Pressekonferenz. In Regionen, in denen die Lage mit Blick auf das Coronavirus gut sei, könnten hingegen möglicherweise Lockerungen erfolgen.

Er forderte eine "regionale Differenzierung" auf der Basis einheitlicher Maßstäbe. "Es wäre falsch, die Maßnahmen jetzt flächendeckend zu lockern und aufzuheben", sagte Habeck. Man müsse feststellen, "dass der Wellenbrecher die Welle nicht so gebrochen hat, wie es erhofft oder versprochen wurde".

Welche Einschränkungen bleiben, welche Maßnahmen neu dazukommen

17.01 Uhr: Am Mittwoch verhandeln die Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, am Donnerstag sollen die neuen Corona-Maßnahmen für den Rest des Jahres 2020 vorgestellt werden. Über viele Punkte herrscht bereits Einigkeit. Worauf Sie sich im Alltag künftig einstellen müssen und welche Fragen noch offen sind, lesen Sie hier.

Corona-Dunkelziffer bei Kindern gering

16.48 Uhr: Beruhigende Nachrichten kommen aus den deutschen Kinderkliniken: Demnach sei die Corona-Dunkelziffer bei Kindern eher gering. Damit würde auch den weiterhin geöffneten Schulen eine geringere Rolle im Infektionsgeschehen zukommen als teilweise befürchtet. Da Kinder verhältnismäßig häufig asymptomatisch infiziert sind, wurde in der Vergangenheit häufig gemutmaßt, es seien deutlich mehr Schülerinnen und Schüler mit dem Coronavirus infiziert als öffentlich bekannt.

Slowakei streitet über Fortführung von Massentests

16.42 Uhr: In der Slowakei hat sich der regierungsinterne Streit über die international beachteten Corona-Massentests verschärft. Deshalb war am Montag völlig offen, ob die von Ministerpräsident Igor Matovic für Anfang Dezember angekündigte nächste Testwelle landesweit stattfinden wird.

Nachdem der konservative Regierungschef am Sonntag erneut Sanktionen gegen Testverweigerer angedroht hatte, stellte der liberale Wirtschaftsminister Richard Sulik am Montag das bisherige Pandemiekonzept der Regierung infrage: »Der Kampf gegen das Coronavirus verläuft chaotisch und ignoriert die Meinungen von Experten«, sagte Sulik vor Journalisten in Bratislava.

Foto: Erika Ïurèová / dpa

Als erster Staat führte die Slowakei am Allerheiligen-Wochenende (31. Oktober und 1. November) Corona-Massentests im ganzen Land durch. Abgesehen von Kindern bis zehn Jahre durfte danach zwei Wochen lang niemand mehr auf die Straße, ohne einen negativen Corona-Test nachzuweisen. Auch wegen dieser Sanktionsdrohung stellten sich in der ersten von mehreren Testrunden tatsächlich 3,6 Millionen der 5,5 Millionen Einwohner zum Teil stundenlang in Warteschlangen.

Slowakische Mediziner kritisierten die zu improvisierte Durchführung. So seien die ohnehin im Vergleich zu PCR-Tests ungenaueren Schnelltests wegen Personalmangels oft unsachgemäß eingesetzt worden. Es habe weder eine nachbereitende Analyse durch Experten gegeben noch eine Verfolgung von Kontakten der positiv Getesteten. Eine Antikorruptionsinitiative verlangte eine Untersuchung der nach ihren Annahmen gesetzeswidrigen Bestellung von Millionen Tests ohne öffentliche Ausschreibung.

Luxemburg geht in den Teil-Lockdown

16.09 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie verschärft Luxemburg seine Maßnahmen: Voraussichtlich ab diesem Donnerstag müssen Gastronomie sowie Kultur- und Freizeiteinrichtungen bis zum 15. Dezember schließen. Ein entsprechendes Gesetz hat die Luxemburger Regierung am Montag auf den Weg gebracht. Das Parlament soll am Mittwoch darüber abstimmen, sodass die neuen Regeln in der Nacht zum Donnerstag in Kraft treten könnten.

»Wir ziehen heute die Notbremse«, sagte Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel. Die sozialen Kontakte »müssen für drei Wochen auf ein Minimum reduziert werden«. Künftig dürften nur noch maximal zwei Personen, die nicht zum Haushalt gehören, eingeladen werden. Bisher lag die Zahl bei vier Personen. »Wir bitten darum, dass man drei Wochen auf bestimmte Dinge verzichtet.«

Die zweite Corona-Welle hat das zweitkleinste Land der EU mit gut 600.000 Einwohnern hart getroffen. Nach Angaben des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) liegt Luxemburg bei der 14-Tage-Inzidenz, also der Zahl der Neuinfektionen binnen 14 Tagen pro 100.000 Einwohner, mit 1279 derzeit an der Spitze. Für die hohen Zahlen macht Luxemburg auch ein hohes Testaufkommen verantwortlich.

Kultusminister beim Thema Wechselunterricht kompromissbereit

15.55 Uhr: Kommt nun der Wechselunterricht? Zwei Tage vor dem Gespräch der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, in dem über Veränderungen bei den Corona-Maßnahmen beratschlagt werden soll, bröckelt der Widerstand gegen das rollierende Beschulungssystem, in dem sich Homeschooling und Präsenzunterricht in Kleingruppen abwechseln - zumindest teilweise. Lesen Sie hier, was die Kultusminister der Länder planen.

Erkrankter Hauptbeschuldigter: »Charlie Hebdo«-Prozess erneut unterbrochen

15.43 Uhr: Der Prozess um den islamistischen Terroranschlag auf das französische Satiremagazin »Charlie Hebdo« ist Medienberichten zufolge wieder unterbrochen worden. Bis kommenden Montag sei der seit Wochen unterbrochene Prozess erneut ausgesetzt, berichteten französische Medien am Montag übereinstimmend. Das habe der Vorsitzende Richter angeordnet. Grund dafür ist, dass ein vor einiger Zeit an Covid-19 erkrankter Hauptbeschuldigter nur per Videokonferenz zugeschaltet werden sollte, weil er aus Gesundheitsgründen weiterhin nicht im Gerichtssaal erscheinen könne.

EU-Behörde: Deutschlands Corona-Maßnahmen reichen nicht aus

15.20 Uhr: Die derzeit in Deutschland geltenden Corona-Maßnahmen könnten nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC womöglich nicht genügen, um die Infektionszahlen bis Weihnachten zu verringern. »Es gibt neun Länder, in denen wir prognostizieren, dass die momentanen Maßnahmen nicht ausreichend sein werden, um zu einem Abwärtstrend bei der Inzidenz der bestätigen Fälle zu führen«, hieß es in einem am Montag veröffentlichten ECDC-Bericht. Dazu zählt demnach auch Deutschland. In einem alternativen Szenario, in dem die Bevölkerungen dieser Staaten zu ihrem Verhalten von Anfang April zurückkehren, rechnet das ECDC mit rückläufigen Corona-Zahlen.

Bei zehn Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR), die Ende Oktober oder Anfang November Lockdowns und andere strikte Maßnahmen umgesetzt haben, schätzt die Behörde dagegen, dass dieses Vorgehen ähnlich starke Effekte haben dürfte wie während der ersten Hochphase der Pandemie im Frühjahr. Für zwölf weitere Staaten geht das ECDC bei den derzeitigen Maßnahmen ebenfalls von einer Verringerung der Fallzahlen, Krankenhaus- und Todesfälle auf ein niedriges Niveau aus, allerdings einer langsameren als im April.

Maskenpflicht auf dem Hamburger Isemarkt: Die bisherigen Corona-Maßnahmen in Deutschland halten das Infektionsniveau lediglich etwa konstant

Maskenpflicht auf dem Hamburger Isemarkt: Die bisherigen Corona-Maßnahmen in Deutschland halten das Infektionsniveau lediglich etwa konstant

Foto: Axel Heimken / dpa

Das in Stockholm ansässige ECDC stellte klar, dass die bestätigten Infektionen und damit verbundene Krankenhausaufenthalte und Todesfälle bis Ende Oktober in jedem EWR-Land wieder zugenommen haben. Dies lasse sich nicht länger nur mit der gesteigerten Testrate begründen.

Mit dem Bericht will das ECDC aufzeigen, wie sich die Zahl der Corona-Infektionen und -Todesfälle sowie der Bedarf an Krankenhaus- und Intensivbetten in den kommenden Wochen entwickeln könnte. Dafür hat es zwei Szenarien entworfen: Bei dem ersten bleiben die am 10. November gültigen Corona-Maßnahmen in den verschiedenen EWR-Ländern bis Weihnachten in Kraft, bei dem zweiten wird eingeschätzt, wie groß die Effekte einer Rückkehr zu den Maßnahmen aus dem April sind. Die Gesundheitsexperten wiesen jedoch darauf hin, dass die Daten mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Unikliniken warnen: Infektionszahlen müssen weiter sinken

15.02 Uhr: Vertreter von Universitätskliniken in Deutschland haben vor einem weiteren Anstieg der Corona-Infektionszahlen gewarnt. »Um die Kliniken zu entlasten und länger anhaltende Einschränkungen zulasten von Nicht-Covid-19-Patientinnen und -Patienten zu verhindern, muss die Zahl der Neuinfektionen unbedingt sinken«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Charité und Leiter des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), Heyo K. Kroemer, am Montag in Berlin.

Seit einigen Tagen sei in vielen Universitätskliniken Deutschlands zwar ein etwas verlangsamter Anstieg der Zahlen von stationär Behandelten und beatmeten Patienten zu beobachten. Doch vor allem in Ballungsräumen wie Berlin, Hamburg, Frankfurt und Köln bleibe die Lage angespannt, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung des NUM und des Verbands der Universitätsklinika Deutschlands (VUD).

»Keinesfalls darf die Zahl der Neuinfektionen weiter steigen. Sonst droht auch in Deutschland eine Situation wie in vielen unserer Nachbarländer. Dort sind die Intensivkapazitäten am Limit angelangt, Schwerkranke können nicht mehr behandelt werden«, warnte Michael Albrecht, Vorstandsvorsitzender des VUD und Medizinischer Vorstand des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden. Noch sei Deutschland ein gutes Stück davon entfernt. Allerdings hätten die vergangenen Wochen gezeigt, wie schnell die Lage sich zuspitzen könne.

Wacker Chemie produziert Curevacs Impfstoffkandidaten

14.40 Uhr: Die Münchner Wacker Chemie und der Tübinger Biotechkonzern Curevac arbeiten bei der Produktion eines Impfstoffkandidaten gegen Covid-19 zusammen. Der Spezialchemiekonzern werde im ersten Halbjahr 2021 mit der Produktion der mRNA-Wirkstoffsubstanz für den Impfstoffkandidaten beginnen, teilten beide Unternehmen am Montag gemeinsam mit. Am Wacker-Standort Amsterdam sollen pro Jahr mehr als 100 Millionen Dosen des Impfstoffs von Curevac hergestellt werden. Zudem gebe es Erweiterungsoptionen.

Die Wacker-Chemie-Aktien zogen auf die Nachricht hin an und notierten am frühen Nachmittag zwei Prozent im Plus. Jüngst veröffentlichte Zwischenergebnisse einer klinischen Phase-I-Studie von Curevac hatten gezeigt, dass der Impfstoff im Allgemeinen gut verträglich war und zusätzlich zu den ersten Anzeichen einer T-Zellen-Aktivierung starke Antikörperreaktionen auslöste. Die für eine mögliche Zulassung relevante Phase-III-Studie soll noch vor Jahresende starten. Zuletzt hatten bereits die Konzerne Moderna, AstraZeneca sowie Biontech in Kooperation mit Pfizer vielversprechende Vakzine vorgestellt.

Hessen: Bouffier rechnet mit acht bis neun Monaten bis zur Herdenimmunität durch Impfungen

14.28 Uhr: Für die groß angelegte Impfaktion gegen das Coronavirus in Hessen plant die Landesregierung nach derzeitigem Stand etwa acht bis neun Monate ein. »Wir gehen davon aus, dass zwischen 60 und 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden wollen«, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Montag in Wiesbaden. Diese Anzahl sei auch notwendig, um eine sogenannte Herdenimmunität zu erreichen.

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat einen klaren Zeitplan für die Impfaktion im Kopf

Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier hat einen klaren Zeitplan für die Impfaktion im Kopf

Foto: Boris Roessler / dpa

»Wir bereiten uns bestmöglich auf den Zeitpunkt vor, zu dem ein Impfstoff zugelassen wird, um dann die Mammutaufgabe dieser riesigen logistischen Herausforderung effizient zu stemmen«, erklärte der Regierungschef. Der Bund gehe derzeit davon aus, dass er ab etwa Mitte Dezember 2020 einen ersten Impfstoff gegen das Coronavirus bereitstellen könne.

Derzeit werde mit vier Millionen zu impfenden Menschen in Hessen gerechnet, sagte Bouffier. Da pro Person jeweils zwei Impfungen nötig seien, seien es insgesamt acht Millionen Impfungen. Die Landesregierung plant mit etwa 30 Zentren, in denen pro Tag jeweils 1000 Impfungen durchgeführt werden können. Es soll an sieben Tagen die Woche geimpft werden.

Roboter sollen Kliniken mit UV-Licht desinfizieren

13.49 Uhr: Roboter sollen Europas Kliniken in der Coronakrise beim Desinfizieren von Patientenzimmern helfen. 200 der Geräte sollen mit EU-Mitteln angeschafft und an Krankenhäuser verteilt werden, wie EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen am Montag mitteilte.

Die Roboter brauchten nur rund 15 Minuten, um ein Patientenzimmer mithilfe ultravioletten Lichts zu desinfizieren, ergänzte ein Kommissionssprecher. Sie sollen in den nächsten Wochen geliefert werden – welche Kliniken sie bekämen, werde rasch geklärt. Zur Anschaffung stünden zwölf Millionen Euro zur Verfügung.

»Coronahilfen Profisport«: Mehr als 55 Millionen Euro Hilfsgelder bewilligt

13.48 Uhr: Etwas mehr als ein Viertel des 200 Millionen Euro schweren Corona-Soforthilfeprogramms des Bundes sind in den Profisport geflossen. Wie das für die Corona-Sportförderung zuständige Bundesministerium des Innern am Montag mitteilte, lagen bis zum geplanten Fristablauf am 22. November insgesamt 339 Anträge vor. Dabei handelt es sich um eine Summe von knapp 69 Millionen Euro. 259 Anträge mit einem Volumen von etwas mehr als 55 Millionen Euro wurden bewilligt. Sechs Anträge wurden abgelehnt, 74 sind noch in Bearbeitung. Pro Klub können bis zu 800.000 Euro beantragt werden.

Einzelaufstellungen zu den Sportarten will das Innenministerium in Berlin nicht veröffentlichen, »da insbesondere bei kleineren Sportarten oder -ligen, bei denen nur wenige Anträge vorhanden sind, möglicherweise Rückschlüsse auf einzelne Antragsteller zu befürchten sind.« Diese Informationen würden dem Datenschutz unterliegen, oder es handle sich um Betriebsgeheimnisse.

Anfang Juli hatte der Bundestag ein Hilfspaket verabschiedet, um die Folgen der Coronakrise für den Profisport zu mildern. Angesprochen sind Sportvereine und Unternehmen im professionellen und semiprofessionellen Wettbewerb. Die »Coronahilfen Profisport« haben ein Volumen von insgesamt 200 Millionen Euro. Die Antragsfrist galt zunächst bis zum 31. Oktober und wurde zuletzt bis zum 22. November verlängert. Das Programm könnte nun sogar bis ins kommende Jahr ausgedehnt werden.

Pyro-Verband: »Womöglich gibt es nie wieder Feuerwerk in Deutschland«

13.41 Uhr: Angesichts eines möglichen Feuerwerksverbots zu Silvester im Corona-Jahr warnt der Verband der pyrotechnischen Industrie (VPI) vor einem Ende der Feuerwerksbranche. »Wir machen mehr als 90 Prozent des Jahresumsatzes an den letzten drei Tagen rund um Silvester. Ohne das Silvester-Geschäft droht der Feuerwerksindustrie das Aus«, sagte VPI-Geschäftsführer Klaus Gotzen »T-Online«. »Womöglich gibt es dann nie wieder Feuerwerk in Deutschland.« Man bliebe dann auf Warenbeständen sitzen. Es müsste dann wegen voller Lager keine neue Pyrotechnik produziert oder importiert werden. »Im Gegensatz zu anderen Branchen hätten wir also ein Jahr lang nichts zu tun. Das kann sich keiner leisten.«

Gotzen appellierte an die Politik: »Wir müssen dringend darüber sprechen, ob ein Totalverbot von Feuerwerk wirklich sinnvoll ist.« Käme es so, bräuchte es Staatshilfen – »damit es in den kommenden Jahren überhaupt noch Feuerwerk in Deutschland gibt.«

In einem Papier Berlins als Vorsitzland der Ministerpräsidentenkonferenz heißt es, zu Silvester solle diesmal der Verkauf, der Kauf und das Zünden von Feuerwerk verboten werden – vor allem um Einsatz- und Hilfskräfte zu entlasten und um größere Gruppenbildungen zu vermeiden. Unionsgeführte Bundesländer sind aber dagegen. Am Mittwoch beraten Bund und Länder über das weitere Vorgehen in der Coronakrise.

Italien macht Eingriffe auf Nerzfarmen möglich

13.23 Uhr: Das italienische Gesundheitsministerium hat Vorkehrungen für Fälle von Corona-Infektionen auf Nerzfarmen getroffen. Gesundheitsminister Roberto Speranza habe eine Verordnung unterzeichnet, die die Einstellung des Betriebs von Farmen in ganz Italien bis Februar 2021 möglich mache, bis eine neue Bewertung des epidemiologischen Status vorliege, wie das Ministerium am Montag mitteilte.

Demnach können die zuständigen Behörden eine Farm mitsamt ihren Fahrzeugen und ihrer Ausrüstung bei einem Corona-Verdacht beschlagnahmen. Sollte sich der Verdacht auf eine Erkrankung unter den Nerzen bestätigen, würden die Nerze auf dem Hof getötet. Bereits in Dänemark und Frankreich war es zu massenhaften Keulungen der Tiere gekommen, die eine mutierte Variante des Coronavirus in sich tragen können.

Obwohl es in Italien, verglichen mit anderen europäischen Ländern, weniger Nerzfarmen gibt, folgt das Land damit »dem Prinzip maximaler Vorsicht«, wie es in der Mitteilung weiter hieß. Seit Beginn der Pandemie starben in Italien knapp 50.000 Menschen mit Sars-CoV-2. Insgesamt wurden bislang etwas mehr als 1,4 Millionen Corona-Infektionen registriert.

Bundesweite Daten zur Corona-Lage an Schulen geplant

13.02 Uhr: Die Kultusminister der Länder wollen künftig einmal in der Woche bundesweite Daten zur Corona-Lage an den Schulen bereitstellen. Das kündigte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK) und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) am Montag in einem Gespräch mit Journalisten an. Bisher war es schwierig, ein genaues Gesamtlagebild über die Anzahl der geschlossenen Schulen, Corona-Infektionen bei Lehrern, Schülern und Betroffenen in Quarantäne zu bekommen, weil die Daten in den Bundesländern unterschiedlich erhoben und nicht zentral erfasst wurden.

Künftig werde eine regelmäßige wöchentliche Zusammenstellung veröffentlicht, sagte Hubig. Zum ersten Mal soll das ihren Angaben zufolge »in den nächsten Tagen« passieren. Der genaue Zeitpunkt war zunächst noch offen.

Die letzten bekannten Zahlen der KMK stammen vom 12. November. Zu dem Zeitpunkt befanden sich knapp 200.000 der rund elf Millionen Schülerinnen und Schüler und 13.000 der rund 800.000 Lehrkräfte in Quarantäne. 106 der mehr als 30.000 Schulen waren komplett geschlossen.

Lockerungen in Katalonien: Gaststätten, Kinos und Theater in Barcelona öffnen wieder

12.51 Uhr: Nach fünfwöchiger Zwangsschließung zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist das öffentliche Leben in Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona ab Montag vorsichtig wieder hochgefahren worden. Cafés, Restaurants, Kinos und Theater sowie andere Einrichtungen durften wieder öffnen. Das hatte die Regionalregierung der im Nordosten Spaniens gelegenen Region angesichts sinkender Infektionszahlen beschlossen.

Allerdings bleiben eine nächtliche Ausgangssperre sowie das Verbot bestehen, an Wochenenden die Heimatgemeinde zu verlassen. Gastronomiebetriebe müssen um 21.30 Uhr schließen und dürfen im Innenbereich nur 30 Prozent ihrer Plätze besetzen. Bei Kinos, Theatern, Museen und Konzerthallen liegt die Auslastungsgrenze bei 50 Prozent. Die Konzerthallen waren sogar acht Monate geschlossen. Auch die meisten Sportstätten durften wieder öffnen.

Barcelonas Gastronomie musste die letzten Wochen in einem strengen Shutdown verbringen, nun wird vorsichtig geöffnet

Barcelonas Gastronomie musste die letzten Wochen in einem strengen Shutdown verbringen, nun wird vorsichtig geöffnet

Foto: Emilio Morenatti / AP

Die Behörden Kataloniens hatten mit den für spanische Verhältnisse strengen Einschränkungen auf einen starken Anstieg der Zahlen reagiert. Die Maßnahmen zahlen sich für die rund 7,6 Millionen Einwohner nun langsam aus: Die Zahl der Infektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen fiel von 256 auf 150. Auch das sogenannte Sieben-Tage-R fiel auf 0,8. Das heißt, dass 10 Infizierte rechnerisch 8 weitere Menschen anstecken. Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Unionsländer sprechen sich für den Verkauf von Silvesterböllern aus

11.58 Uhr: Am Mittwoch treffen sich die Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel, um das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie abzustimmen. Eine Verlängerung des Teil-Shutdowns ist absehbar, in anderen Punkten sind sich die Länder selbst aber noch uneinig. So wollen die SPD-Länder etwa ein Verkaufsverbot für Silvesterböller – die von den Unionsparteien geführten Landesregierungen wollen den Verkauf von Pyrotechnik weiter erlauben.

Ob und wo in Deutschland in diesem Jahr an Silvester die Raketen in die Luft steigen, müssen Bund und Länder noch final abstimmen

Ob und wo in Deutschland in diesem Jahr an Silvester die Raketen in die Luft steigen, müssen Bund und Länder noch final abstimmen

Foto: Z1031 Jan Woitas/ dpa

Wohl keine neuen Quarantänebestimmungen für Reiserückkehrer aus dem Ausland in NRW

11.42 Uhr: Nach dem Außerkraftsetzen der Corona-Einreiseverordnung in Nordrhein-Westfalen wird es voraussichtlich keine Quarantäne-Neuregelung für Reiserückkehrer aus dem Ausland geben. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte am Montag in Düsseldorf, dass nach dem OVG-Urteil sehr differenziert auf regionale Infektionskennziffern sowohl in der Urlaubsregion als auch in der Heimatregion der Reisenden geschaut werden müsste. »Wer soll das kontrollieren?«, verdeutlichte Laumann. Das Thema dürfte sich mit diesem enormen Aufwand erledigt haben.

Das Oberverwaltungsgericht in Münster hatte am Freitag die in der Corona-Einreiseverordnung geregelte Quarantänepflicht für Auslandsrückkehrer aus Risikogebieten gekippt. Nach Ansicht des Gerichts hatte das Land nicht berücksichtigt, dass Reisende bei der Rückkehr aus Ländern mit geringeren Infektionszahlen als an ihrem Wohnort nach der Heimkehr einem höherem Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind. Somit sei die Quarantäne aktuell kein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Corona-Pandemie in Deutschland. Als Folge aus der OVG-Entscheidung hatte das NRW-Gesundheitsministerium die sogenannte Corona-Einreiseverordnung des Landes außer Kraft gesetzt.

Unicef bereitet Impfstoff-Lieferungen in arme Länder vor

11.40 Uhr: Im Kampf gegen die Corona-Pandemie will das Uno-Kinderhilfswerk Unicef zwei Milliarden Impfdosen in insgesamt 92 finanzschwächere Länder liefern. Die logistischen Vorbereitungen liefen bereits, teilte Unicef am Montag mit. Auch eine Milliarde Spritzen sollen verschickt werden.

»Während die Arbeit an der Entwicklung von COVID-19-Impfstoffen weitergeht, verstärkt Unicef die Anstrengungen mit Fluggesellschaften, Frachtunternehmen, Schifffahrtslinien und anderen logistischen Vereinigungen, lebensrettende Impfstoffe so schnell und sicher wie möglich zu liefern«, sagte die Direktorin der Unicef-Versorgungsabteilung, Etleva Kadilli. Damit solle ausreichende Transportkapazität für diese »historische Mammutaufgabe« gesichert werden. »Es wird erwartet, dass die Beschaffung, Lieferung und Verteilung von Covid-19-Impfstoffen die größte und schnellste jemals unternommene Operation sein wird«, erklärte Unicef.

Vorige Woche habe Unicef gemeinsam mit der Panamerikanischen Gesundheitsorganisation (PAHO) und der internationalen Luftverkehrsvereinigung IATA bereits mit großen Fluggesellschaften über die Kapazitätsanforderungen gesprochen. Seit Januar habe Unicef im Kampf gegen die Pandemie rund um die Welt schon Materialien wie Masken, Kittel, Sauerstoffgeräte und Tests im Wert von 190 Millionen US-Dollar (rund 160 Millionen Euro) geliefert.

Corona-Lockdowns helfen dem Klima kaum

11.37 Uhr: Der Rückgang der Treibhausgasemissionen im Zuge der Corona-Lockdowns hält den Klimawandel nach einem Bericht der Weltwetterorganisation (WMO) nicht auf. Der Rückgang beeinflusse die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre weniger als ohnehin jedes Jahr vorhandene natürliche Fluktuationen, schreibt die WMO am Montag in ihrem jährlichen Treibhausgas-Bulletin. Anders ist etwa jedes Jahr das Volumen an Kohlendioxid, das die Vegetation aufnimmt. Auch 2020 sei die Konzentration nach den vorläufigen Ergebnissen einiger Messstationen weiter gestiegen.

2019 durchbrach die CO₂-Konzentration im globalen Durchschnitt erstmals die Marke von 410 ppm (Teilchen pro Million Teilchen), wie aus dem Bericht hervorgeht. Konkret lag die CO₂-Konzentration im vergangenen Jahr bei 410,5 ppm, nach 407,9 beziehungsweise 405,5 ppm in den beiden Jahren davor.

Der Emissionsrückgang 2020 sei nur »eine winzige Delle« in der nach oben steigenden Kurve, sagte WMO-Generalsekretär Petteri Taalas. »Wir müssen die Kurve nachhaltig abflachen«, sagte er in Anlehnung an den Ausdruck, den Epidemiologen im Zusammenhang mit den Coronavirus-Infektionen oft nutzen.

Pakistan: Schulen und Universitäten vorerst geschlossen

11.00 Uhr: Pakistan schließt wegen steigender Corona-Infektionszahlen Schulen und Universitäten. Bis zum 10. Januar sollen sämtliche Bildungseinrichtungen, darunter auch Religionsseminare, geschlossen bleiben, wie Bildungsminister Shafqat Mahmood am Montag mitteilte. Der Unterricht werde bis zum 24. Dezember mit Onlineklassen fortgesetzt. Danach beginnen in dem südasiatischen Land die Winterferien.

Bislang sind in Pakistan mehr als 376.000 Coronavirus-Infektionen und über 7600 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus nachgewiesen worden. Gut 4,8 Millionen Tests wurden in dem Land mit mehr als 220 Millionen Einwohnern durchgeführt. Es wird eine hohe Dunkelziffer vermutet.

Erste Impfzentren in Nordrhein-Westfalen wohl im Dezember

10.53 Uhr: In Nordrhein-Westfalen können Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zufolge voraussichtlich Mitte Dezember Impfzentren für die Impfungen gegen das Coronavirus bereitstehen. »Ich denke schon, dass wir das hinkriegen werden«, sagte Laumann. Zuerst sollen pflegebedürftige und vorerkrankte Menschen geimpft werden, sagte er. »Das Tempo bestimmt die Menge des verfügbaren Impfstoffs«, fügte Laumann hinzu. Nordrhein-Westfalen plant die Einrichtung von mindestens 53 Impfzentren.

Der Zeitplan deckt sich mit der Prognose von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Wann es genau mit den Impfungen losgehe, hänge davon ab, wann der Impfstoff der Firmen Biontech und Pfizer zugelassen werde - angepeilt sei ein Termin noch in diesem oder zu Beginn des nächsten Jahres. Zuletzt hatten auch die Pharmakonzerne Moderna und AstraZeneca über Erfolge bei der Impfstoffentwicklung berichtet.

US-Infektionszahlen steigen weiter stark an

10.24 Uhr: In den USA erhöht sich die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter rapide. Am Sonntag meldeten die Behörden binnen 24 Stunden 142.732 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore vom Montagmorgen hervorging. Am gleichen Tag der Vorwoche waren es noch rund 133.000 gewesen. Der bislang höchste Wert war am Freitag registriert worden, als rund 196.000 Neuinfektionen gemeldet wurden.

Die Zahl der Toten mit einer bestätigten Coronavirus-Infektion belief sich am Sonntag demnach auf 921. In der Woche zuvor waren es am gleichen Tag 616. Erstmals seit Anfang Mai war am Donnerstag mit 2015 neuen Todesfällen wieder die 2000er-Marke überschritten worden. Der höchste Wert an einem Tag wurde am 15. April mit 2609 Toten erreicht.

In dieser Woche findet in den USA Thanksgiving statt, das wichtigste Familienfest des Landes. Experten befürchten eine noch drastischere Negativentwicklung, wenn sich Personen aus verschiedenen Haushalten im ganzen Land zum gemeinsamen Feiern treffen. Seit Beginn der Pandemie wurden in den USA 256.000 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert, mehr als in jedem anderen Land der Welt.

»Existenzbedrohend«: Städtischer Einzelhandel beklagt Einbruch des Weihnachtsgeschäftes

10.04 Uhr: Die Situation im innerstädtischen Einzelhandel bleibt einer Umfrage zufolge im Teil-Shutdown kritisch. Die Umsätze seien in der vergangenen Woche um durchschnittlich rund ein Drittel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen, teilte der Branchenverband HDE am Montag unter Berufung auf seine Umfrage unter 580 Händlern mit. Im Bekleidungshandel sei das Minus mit 40 Prozent besonders groß ausgefallen.

»Die Kunden kommen nicht mehr in gewohnter Zahl in die Stadtzentren«, erklärte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. »Das ist insbesondere im für die Händler für gewöhnlich umsatzstarken Weihnachtsgeschäft für viele Unternehmen existenzbedrohend.« Die Kundenzahl in den Innenstädten habe in der dritten Novemberwoche im Schnitt um rund 40 Prozent niedriger gelegen als ein Jahr zuvor.

Schwesig fordert schärfere Regeln für Corona-Hotspots

9.10 Uhr: Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig pocht vor den Corona-Beratungen mit den anderen Ländern und dem Bund auf strenge Regeln für Corona-Hotspots. Zugleich müssten Lockerungen möglich sein für Gebiete, die deutlich und dauerhaft weniger als 50 Neuinfektionen binnen einer Woche pro 100.000 Einwohner hätten, sagte die SPD-Politikerin am Montag im Deutschlandfunk. Unter diesem sogenannten Inzidenzwert liegen laut Robert Koch-Institut derzeit nur Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (beide 46,5).

Manuela Schwesig

Manuela Schwesig

Foto: Danny Gohlke / dpa

An diesem Montag wollen die Landesregierungschefs ihre Position festlegen, ehe sie am Mittwoch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über das weitere Vorgehen beraten. Schwesig sprach sich außerdem für eine grundsätzliche Fortführung des November-Shutdowns bis weit in den Dezember hinein aus. So soll das Infektionsniveau niedrig gehalten werden, um Lockerungen über die Feiertage vertretbar zu machen. »Ich finde es richtig, dass man zu Weihnachten ermöglicht, dass wenigstens zehn Personen zusammenkommen können«, sagte Schwesig.

Pharmakonzern AstraZeneca meldet Erfolg bei Impfstofftest

8.55 Uhr: Mit dem britisch-schwedischen Pharmakonzern AstraZeneca hat ein weiteres Unternehmen positive Daten zu einem für Europa relevanten Corona-Impfstoff vorgelegt. Die Vakzine vermeide mit rund 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit, an Covid-19 zu erkranken, teilte das Unternehmen am Montag mit. Damit liegt die Wirksamkeit der mit der Universität Oxford entwickelten Vakzine hinter der der Präparate von Pfizer/Biontech und Moderna.

AstraZeneca-Chef Pascal Soriot stellte allerdings eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent in Aussicht. »Die Wirksamkeit und Sicherheit dieses Impfstoffs bestätigen, dass er hochwirksam gegen Covid-19 sein wird und unmittelbare Auswirkungen auf den aktuellen Gesundheitsnotstand haben wird«, erklärte der Manager.

Justiz berichtet von Anzeigenflut – 20.000 Corona-Verfahren

Die Corona-Pandemie hat den Staatsanwaltschaften erhebliche Mehrarbeit beschert. Bundesweit seien seit Beginn der Krise etwa 20.000 Anzeigen wegen erschlichener Corona-Soforthilfen oder anderer Straftaten mit Pandemiebezug eingegangen, sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Richterbundes, Sven Rebehn, der »Welt«. Dazu gehörten Betrugstaten wie Fakeshops im Internet, gefälschte Corona-Medikamente oder minderwertige Masken. Nach Einschätzung des Richterbundes dürfte es bis weit ins nächste Jahr hinein dauern, ehe die Strafjustiz alle Corona-Verfahren abgearbeitet hat. Die Subventionsfälle bezögen sich meist noch auf das Corona-Hilfsprogramm aus dem Frühjahr, das zum 31. Mai endete. Ob aus den sogenannten Novemberhilfen zur Abfederung des aktuellen Teil-Shutdowns strafrechtlich ein Nachlauf entstehe, bleibe abzuwarten, sagte Rebehn.

Mit rund 7500 Verfahren wegen Verdachts auf Subventionsbetrug und anderer Betrugsmaschen verzeichnen die Ermittler in Nordrhein-Westfalen einer internen Umfrage zufolge die höchsten Fallzahlen. Es folgen Berlin und Bayern mit mehr als 4500 beziehungsweise mehr als 2200 Fälle. Die Verwaltungsgerichte haben im Zuge der Corona-Pandemie laut Richterbund seit März mehr als 6000 Fälle erreicht. Seit Beginn des November-Lockdowns seien etwa 600 Eilanträge bei den Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichten eingegangen, so Rebehn.

Corona-Isolation hat Auswirkung auf Entwicklung von Kindern

Schülerprotest in Italien: Sehnsucht nach Präsenzunterricht

Schülerprotest in Italien: Sehnsucht nach Präsenzunterricht

Foto: Johannes Neudecker / dpa

7.05 Uhr: Angesichts der seit Längerem geltenden Regelung, den Unterricht für ältere Schüler nur digital anzubieten, sehen Experten in Italien Auswirkungen dadurch auf die Entwicklung der Kinder. Die Situation, zu Hause zu lernen, habe Auswirkungen auf die mentale Verfassung und persönliche Entwicklung der Schüler, erklärte der Psychiater Massimo Di Giannantonio in Rom.

Die Verwirrung zwischen Realem und Virtuellem nehme für die ohnehin schon von Technik und Medien geprägten Jugendlichen zu. Es werde angenommen, dass sich die Zeit der Reifung, des Selbstständigwerdens und der Entwicklung des Verantwortungsbewusstseins dadurch verlangsamen könnte.

Wegen der andauernden Lernsituation regt sich in vielen italienischen Städten Widerstand seitens der Schüler gegen das sogenannte Homeschooling. In Rom und Turin setzten sich Dutzende Jugendliche in den vergangenen 14 Tagen vor ihre Schulen, um ihre Forderung zu bekräftigen, wieder zum Präsenzunterricht in die Schule kommen zu dürfen.

Südtirol schließt Massen-Coronatest ab – fast 3200 Infizierte entdeckt

6.38 Uhr: Bei einer dreitägigen Corona-Massenuntersuchung in Südtirol haben am Wochenende einige Tausend Menschen von ihrer Infektion erfahren. Bis zu Ende der Hauptphase am Sonntagabend hatten in der kleinen Alpenprovinz gut 343.000 Bürger und Bürgerinnen freiwillig einen kostenlosen Abstrich machen lassen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten bis 20 Uhr insgesamt fast 3200 Teilnehmer (0,9 Prozent) ein positives Corona-Resultat. In Bozen-Südtirol lebt gut eine halbe Million Menschen.

Der Erfolg eines solchen Massentests hängt nach Einschätzung von Experten stark von einer hohen Teilnahmequote ab. Kritiker bemängelten, dass die Resultate von Antigen-Schnelltests nicht verlässlich genug seien. Forderungen nach einer Übernahme der Massentests für Deutschland hält Eugen Brysch, Vorstand der Stiftung Patientenschutz, für ein »Strohfeuer«. »Denn Infektionsgrundschutz, Kontaktdokumentation und laborgestützte PCR-Test können so nicht ersetzt werden«, erläuterte er gegenüber der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Es bestehe vielmehr die Gefahr, dass infizierte Menschen sich wegen eines negativen Tests fälschlicherweise in Sicherheit wiegen.

Südtirols Landeshauptmann Arno Kompatscher räumte ein, der Massentest sei »kein Allheilmittel und auch nicht die Lösung des Problems«. Aber die Aktion könne helfen, »den Lockdown zu verkürzen«. Weitere Screenings sollten folgen. Die Landesregierung hofft wahrscheinlich, auf diese Weise den ersten Höhepunkt der Reisesaison nach Weihnachten retten zu können.

Rechnungshof warnt vor Schuldenberg unter Corona-Deckmantel

6.25 Uhr: Der Präsident des Bundesrechnungshofes, Kay Scheller, hat die Bundesregierung und Koalitionsfraktionen vor einem weiteren Ausufern der Neuverschuldung »unter dem Deckmantel der Coronakrise« gewarnt. »Nicht alle neuen Schulden sind durch die Pandemie verursacht und lassen sich mit der außergewöhnlichen Notsituation begründen«, sagte Scheller der »Rheinischen Post«. »Unter dem Deckmantel der Coronakrise werden Mittel für zukünftige Ausgaben und Wünsche in Sondervermögen geparkt«, kritisierte er.

Im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie will die Bundesregierung im nächsten Jahr deutlich mehr Geld ausgeben als bisher geplant. Für das kommende Jahr ist ein erheblicher Anstieg der Ausgaben von fast 70 Milliarden Euro vorgesehen, wie aus einer Vorlage des Finanzministeriums an den Haushaltsausschuss hervorgeht. Diese lag der Deutschen Presse-Agentur am Sonntag vor. Bisher hat der Bund rund 96 Milliarden Euro neue Kredite im nächsten Jahr geplant. Bereits für das laufende Jahr hat der Bundestag frische Kredite von fast 218 Milliarden Euro genehmigt, vor allem zur Finanzierung von Hilfspaketen.

Der Haushaltsausschuss berät am kommenden Donnerstag in der sogenannten Bereinigungssitzung über den Bundeshaushalt 2021. Der Bundestag soll den Etat Mitte Dezember verabschieden.

Gastrobranche: Novemberhilfen zu Winterhilfen ausweiten

4.40 Uhr: Die Gastronomiebranche fordert im Fall einer Verlängerung der Corona-Beschränkungen weitere Hilfen. »Wenn die Politik am Mittwoch eine weitere Schließung von Hotels und Restaurants beschließt, muss es zeitgleich auch eine Zusage zur Fortführung dieser Hilfen geben. Aus der Novemberhilfe muss eine Winterhilfe werden«, sagte Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Dehoga-Bundesverbands, der »Rheinischen Post«.

Bereits von März bis Ende November habe der Umsatzverlust für die Branche 32 Milliarden Euro betragen, sagte Hartges. Sie verwies auf die Wichtigkeit des Weihnachtsgeschäfts für die Betriebe. Im Dezember 2019 habe die Branche einen Nettoumsatz von acht Milliarden Euro erzielt.

Viele Amerikaner bestehen trotz Warnungen auf Thanksgiving-Urlaub

Reisende am Flughafen in San Francisco

Reisende am Flughafen in San Francisco

Foto: Jeff Chiu / AP

4.15 Uhr: Millionen Amerikaner strömen an die Flughäfen, obwohl die US-Gesundheitsbehörde von Thanksgiving-Reisen während der Corona-Pandemie abrät. Viele hatten ihren Urlaub bereits vor der Reisewarnung gebucht und wollen ihre Pläne nun nicht ändern – obwohl die meisten Fluggesellschaften seit dem Ausbruch der Coronakrise relativ kundenfreundliche Stornierungsbedingungen eingeführt hatten.

Mehr als zwei Millionen Menschen wurden laut der Behörde für Reisesicherheit bereits am Freitag und Samstag an den US-Flughäfen gezählt. Das sind zwar deutlich weniger Reisende als im Vorjahreszeitraum, aber Freitag wurden zum zweiten Mal seit Mitte März mehr als eine Million Flugreisende an einem Tag registriert.

Die US-Gesundheitsbehörde hatte zuletzt appelliert, dass die Bürger auf Thanksgiving-Reisen verzichten und die Feiertage nicht mit Personen aus anderen Haushalten verbringen sollten. Der führende Virusexperte des Landes, Dr. Anthony Fauci, sagte am Sonntag, dass er besorgt sei, dass Menschenansammlungen an Flughäfen angesichts der ohnehin zunehmenden Coronavirus-Infektionen zu einer gefährlichen Situation führen könnten.

Fauci sagte dem Sender CBS, dass die Menschen an den Flughäfen »uns in noch größere Schwierigkeiten bringen werden«. Er betonte, dass die neuen Covid-Fälle, die auf Thanksgiving zurückzuführen seien, sich erst Wochen später bemerkbar machen würden.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Ansteckungsgefahr an Schulen laut Kinderärzten überschätzt

Grundschüler mit Maske auf dem Weg in die Schule

Grundschüler mit Maske auf dem Weg in die Schule

Foto: Sven Hoppe / picture alliance / dpa

2.20 Uhr: Das Risiko, dass sich Kinder in Kitas und Schulen unbemerkt mit dem Coronavirus infizieren und das Virus weitertrügen, sei möglicherweise deutlich geringer als angenommen, berichtete die »Passauer Neuen Presse« unter Berufung auf eine Analyse von Kinderärzten.

Die Mediziner werteten die Daten von mehr als 110.000 Patienten aus, die seit Juli in knapp hundert deutschen Kinder- und Jugendkliniken routinemäßig auf Corona getestet worden seien. Da der überwiegende Teil der Betroffenen wegen anderer Erkrankungen oder Verletzungen die Klinik aufsuchte, kommt das nach Ansicht der Ärzte einer »Zufallsstichprobe am nächsten«. Bis zum Stichtag 18. November seien "im Mittel nur 0,53 Prozent der Kinder und Jugendlichen positiv" auf das Coronavirus getestet worden.

Ziel der Analyse war es, Informationen über die Dunkelziffer unerkannter Corona-Fälle unter Kindern zu erhalten. Da sie häufig keine Symptome zeigen, werde bisher in der Debatte häufig davon ausgegangen, dass die Infektionsrate unter Kindern und Jugendlichen deutlich höher sei, als es die offizielle Statistik widerspiegele. »Genau diese Annahme muss man aber jetzt infrage stellen«, sagte der Chefarzt der Passauer Kinderklinik, Matthias Keller. »Wir schließen daraus auch, dass die Ansteckungsgefahr an Schulen eher überschätzt wird.«

Lauterbach fordert Einsatz von Reisebussen im Schulverkehr

2.00 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert Maßnahmen an Schulen zur Verringerung der Corona-Infektionszahlen. Neben einer Aufteilung in Präsenz- und Digitalunterricht müsse die Ansteckungsgefahr auf dem Schulweg vermindert werden, sagt Lauterbach der »Rheinischen Post«.

»Es ist paradox, dass überfüllte Schulbusse und Straßenbahnen die Infektionszahlen anheizen und gleichzeitig viele Reisebusunternehmen um ihre Existenz fürchten. Sie sollten jetzt sofort einspringen und mit Reisebussen den öffentlichen Nahverkehr zu den Schulen und zurück entlasten«, so Lauterbach

Krankenversorgung im Gazastreifen kurz vor Überlastung

0.40 Uhr: Gesundheitsexperten warnen angesichts stark ansteigender Corona-Infektionszahlen Fälle vor einer Überlastung der Krankenversorgung im Gazastreifen. »In zehn Tagen wird das Gesundheitswesen nicht mehr in der Lage sein, einen solchen Anstieg bei den Fällen aufzufangen«, sagt Abdelraouf Elmanama von der Gaza-Pandemie-Taskforce. Es könne sein, dass der Platz auf Intensivstationen ausgehe und es mehr Tote geben werde.

Alarm schlägt auch die Weltgesundheitsorganisation. Deren Vertreter vor Ort, Abdelnaser Soboh, warnte, »dass wir innerhalb einer Woche nicht mehr in der Lage sein werden, uns um kritische Fälle zu kümmern«. Die Infektionsrate unter den Getesteten liege mittlerweile bei 21 Prozent – wobei es immer mehr Betroffene über 60 Jahre gebe. »Dies ist ein gefährlicher Indikator, da die meisten möglicherweise ins Krankenhaus eingewiesen werden«, warnte Soboh.

In dem von Armut geplagten und dicht besiedelten Küstenstreifen leben zwei Millionen Menschen. Bislang wurden 14.000 Corona-Infektionen und 65 Todesfälle registriert.

Spahn rechnet mit ersten Corona-Impfungen im Dezember

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU)

Foto:

John MacDougall / AFP

0.05 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geht davon aus, dass noch in diesem Jahr die ersten Bundesbürger in Impfzentren gegen das Coronavirus immunisiert werden können. »Es gibt Anlass zum Optimismus, dass es noch in diesem Jahr eine Zulassung für einen Impfstoff in Europa geben wird. Und dann können wir mit den Impfungen sofort loslegen«, sagte Spahn dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Er habe die Länder gebeten, dass die Impfzentren bereits Mitte Dezember einsatzbereit seien, sagte der Minister. Dies scheine zu klappen. Er habe lieber ein startbereites Impfzentrum, das noch ein paar Tage außer Betrieb sei, als einen zugelassenen Impfstoff, der nicht gleich genutzt werde, sagte Spahn.

Der Gesundheitsminister zeigte sich zudem optimistisch, dass es nicht bis Ende 2021 dauern werde, bis alle Bevölkerungsgruppen durchgeimpft seien. So werde für viele der voraussichtlichen Impfstoffe keine tiefe Kühlung benötigt. Sie könnten in normalen Arztpraxen ausgegeben werden. »Und dann geht es schnell«, sagte Spahn. Schließlich würden »jährlich in wenigen Wochen bis zu 20 Millionen Menschen gegen Grippe geimpft«.

US-Behörden erwarten Impfungen ab Mitte Dezember

0.01 Uhr: Auch in den USA rechnen die Behörden bereits für Mitte Dezember mit den ersten Corona-Impfungen. »Unser Plan ist es, die Impfstoffe binnen 24 Stunden nach der Zulassung an die Impfzentren zu liefern«, sagte der Leiter der Impfstoff-Arbeitsgruppe der US-Regierung, Moncef Slaoui, dem Sender CNN am Sonntag.

Die US-Arzneimittelbehörde FDA wird sich Medienberichten zufolge zwischen dem 8. und dem 10. Dezember treffen, um über die Zulassung von Corona-Impfstoffen zu entscheiden.

cev/jok/fek/ptz/dpa/Reuters/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.