Corona-News am Samstag Sieben-Tage-Inzidenz sinkt auf 1350 – 210 neue Todesfälle gemeldet

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken. Bei Olympia werden überhaupt keine neuen Infektionen gemeldet. Die Polizei in Ottawa nimmt Dutzende bei Trucker-Protesten gegen Coronaregeln fest. Das war der Überblick am 19. Februar.
Coronatest in Niedersachsen (Archiv)

Coronatest in Niedersachsen (Archiv)

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

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+++ RKI registriert 189.105 Neuinfektionen +++

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist erneut gesunken. Sie lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) am Samstagmorgen bei 1350,4. Am Freitag hatte sie 1371,7 betragen, vor einer Woche 1474,3. Der Wert gibt die Anzahl der registrierten Neuansteckungen pro 100.000 Einwohner im Zeitraum von sieben Tagen an.

Wie das RKI unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte, lag die Zahl der erfassten Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Samstagmorgen bei 189.105, nach 220.048 am Vortag und 209.789 vor einer Woche. Außerdem wurden laut RKI 210 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen eines Tages verzeichnet.

Als bedeutenden Maßstab für eine Verschärfung oder Lockerung der Coronamaßnahmen gilt die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Laut dem aktuellsten RKI-Bericht lag die Hospitalisierungs-Inzidenz am Freitag bundesweit bei 6,24, eine Woche zuvor hatte sie 6,46 betragen.

Grüne wollen ab 20. März Möglichkeit für »flexibel anwendbare« Coronamaßnahmen

9.10 Uhr: Die Grünen im Bundestag haben für die Zeit nach dem Auslaufen der meisten Coronabeschränkungen im März die Möglichkeit schnell einsetzbarer Notfallmaßnahmen gefordert. Nötig sei »ein passender Instrumentenkasten an Schutzmaßnahmen«, sagte Grünenfraktionschefin Britta Haßelmann. Diese müssten »flexibel anwendbar sein, damit bei einer möglichen Verschlechterung der Lage eine kurzfristige und punktgenaue Erhöhung des Schutzes möglich ist«.

Bisherige Erfolge bei der Pandemiebekämpfung dürften nicht aus Spiel gesetzt werden, betonte Haßelmann. »Kommunen, Städte und Bundesländer müssen beim Pandemiemanagement handlungsfähig bleiben, um Öffnungen abzusichern.« Um dies zu ermöglichen, müsse dafür im Infektionsschutzgesetz »eine verlässliche Rechtsgrundlage« geschaffen werden.

Keine neuen Coronafälle bei Winterspielen

8.00 Uhr: Bei den Olympischen Winterspielen in Peking sind keine neuen Coronainfektionen aufgetreten. Weder bei Anreisenden noch bei Olympia-Teilnehmern in der abgeschotteten olympischen Blase seien am Freitag Infizierte entdeckt worden, berichteten die Organisatoren. Es seien 67.000 Tests vorgenommen worden. Schon am Donnerstag war nur ein Ankömmling am Pekinger Flughafen positiv getestet worden. Seit Beginn der Anreise zu den Winterspielen am 23. Januar sind insgesamt 436 Infektionen festgestellt worden.

Bei den Spielen gelten extrem strenge Vorsichtsmaßnahmen. Die Beteiligten dürfen sich nur in »geschlossenen Kreisläufen« bewegen und sind vom Rest des Landes abgetrennt. Wer sich mit dem Virus angesteckt hat, wird in einem eigens dafür vorgesehenen Hotel isoliert. Während zu Beginn der Spiele zeitweise über 30 Infektionen pro Tag registriert wurden, sank die Zahl neuer Fälle zuletzt in den einstelligen Bereich und Richtung Null, was die Organisatoren als Zeichen für die Wirksamkeit der getroffenen Maßnahmen werten.

Buschmann hält Maskenpflicht auch nach März für denkbar – in besonderen Situationen

7.00 Uhr: Bundesjustizminister Marco Buschmann hat sich dafür ausgesprochen, nach Frühjahrsbeginn nur noch wenige Coronamaßnahmen fortzuführen. »Durch die Befristung einiger Vorschriften des Infektionsschutzgesetzes werden die tiefgehenden grundrechtseinschränkenden Maßnahmen Mitte März enden«, sagte der FDP-Politiker der »Rheinischen Post«. Alle fortdauernden Maßnahmen müssten neu begründet werden. Buschmann: »Mir erscheinen hier aktuell lediglich Maßnahmen mit einer hohen Wirksamkeit und einer geringen Eingriffsintensität vorstellbar. Dies könnten insbesondere Teststrategien und die Maskenpflicht in besonderen Situationen sein.«

Kinderärzte für Aufhebung anlassloser Coronatests in Schulen

6.20 Uhr: Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte hat gefordert, die Pflicht zu anlasslosen Coronatests an Schulen aufzuheben und auch die Maskenpflicht zu überprüfen. »Wir sind nun in einer Situation, in der ältere Altersgruppen sich durch Impfungen selbst schützen können, daher müssen Schulen und Kitas unabhängig vom Infektionsgeschehen offenbleiben«, sagte Bundessprecher Jakob Maske dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Auch anlasslose Testungen sollten in Schulen und Kitas entfallen, die Maskenpflicht sollte zeitnah überdacht werden.« Die Politik habe in der Vergangenheit immer wieder Entscheidungen getroffen, die das Kindeswohl nicht berücksichtigt hätten. »Das hat zu schweren psychischen Beeinträchtigungen geführt, aber auch zu einem deutlichen Anstieg der sozialen Unterschiede.«

70 Festnahmen bei Räumung der Trucker-Proteste in Ottawa

6.00 Uhr: Nach wochenlanger Blockade von Kanadas Hauptstadt Ottawa wegen der Coronapolitik der Regierung hat die Polizei mit der Räumung der Straßen begonnen. »Heute haben wir 70 Personen festgenommen. Sie wurden wegen mehrerer verschiedener Straftaten, einschließlich Sachbeschädigung, angeklagt«, sagte der amtierende Polizeichef Ottawas, Steve Bell. Noch sei die Aktion aber nicht beendet: »Wir haben die Situation vor Ort unter Kontrolle und rücken weiter vor, um unsere Straßen zu räumen.«

Polizeieinsatz in Ottawa

Polizeieinsatz in Ottawa

Foto: Ed Jones / AFP

Seit drei Wochen demonstrieren in Kanada und vor allem in Ottawa Tausende gegen Coronabeschränkungen und Impfvorschriften. Mit Lastwagen und anderen Fahrzeugen wurden unter anderem Grenzübergänge und Teile der Hauptstadt blockiert. Das Leben der Anwohner dort wurde deswegen stark eingeschränkt. Auslöser der Proteste waren Impfvorschriften für Lastwagenfahrer. Am Montag hatte Premier Justin Trudeau angesichts der Proteste erstmals in der kanadischen Geschichte den nationalen Notstand verhängt, mit dem Freiheitsrechte der Bürger zugunsten der Sicherheit empfindlich eingeschränkt werden können.

Die Polizeiaktion zur Räumung der Proteste in Ottawa startete in den vergangenen Tagen mit der Aufforderung an die Demonstranten, das Stadtzentrum schnellstmöglich zu verlassen. Die Polizei errichtete am Donnerstag zudem einen Sicherheitsbereich mit rund hundert Kontrollpunkten in der Innenstadt. Am Freitag rückte ein Großaufgebot von Polizisten dann langsam vor, um die Demonstranten zu verdrängen.

nil/apr/dpa/AFP/Reuters