+++ Corona-News +++ Mehr als die Hälfte aller US-Amerikaner sind mindestens einmal geimpft

170 Millionen US-Amerikaner haben wenigstens eine Impfung gegen Covid-19 erhalten – das ist mehr als die Hälfte. Und: Die Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern sinkt weiter – bundesweit ist hier der Wert am niedrigsten. Der Überblick.
Krankenpflegerin in New York bereitet Spritze für Covid-19-Impfung vor

Krankenpflegerin in New York bereitet Spritze für Covid-19-Impfung vor

Foto: MIKE SEGAR / REUTERS

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+++ Mehr als die Hälfte aller US-Amerikaner sind mindestens einmal geimpft +++

22.55 Uhr: In den USA sind inzwischen mehr als 138 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilt. Insgesamt seien über 371 Millionen Dosen ausgeliefert und etwa 300 Millionen verabreicht worden. Über 170 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. Das entspricht mehr als der Hälfte der Bevölkerung. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Die meisten Impfungen in den USA erfolgen mit den Wirkstoffen der US-Konzerne Moderna und Pfizer mit seinem deutschen Partner Biontech.

Die Corona-Inzidenz ist in den USA derzeit rückläufig. Die Zahl der Neuinfektionen ging gegenüber der Vorwoche um 35 Prozent zurück.

Inzidenz in Mecklenburg-Vorpommern sinkt weiter – niedrigster Wert in Deutschland

20.05 Uhr: Die Corona-Inzidenz Mecklenburg-Vorpommerns ist weiter gesunken. Das Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus) in Rostock gab den Wert am Samstag mit 8,4 an. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl der Ansteckungen je 100 000 Einwohner binnen einer Woche, hatte am Freitag noch bei 9,4 gelegen. Landesweit wurden am Samstag 8 Neuinfektionen gemeldet. Am Vortag waren es 22, am Samstag vor einer Woche 19 gewesen. Mecklenburg-Vorpommern weist seit Tagen die bundesweit niedrigsten Werte auf.

Aus drei Kreisen und aus Schwerin wurden am Samstag keine neuen Infektionen gemeldet. Der Kreis Ludwigslust-Parchim wies mit 17,5 die landesweit höchste Sieben-Tage-Inzidenz auf. Für die Mecklenburgische Seenplatte gab das Landesamt einen Wert von 15,1 an. Am niedrigsten blieb die Inzidenz im Kreis Vorpommern-Rügen mit 0,9. Auch Schwerin (3,1), der Landkreis Rostock (5,1), die Stadt Rostock (5,3), Nordwestmecklenburg (8,9) und Vorpommern-Greifswald (7,6) blieben einstellig.

Die Gesamtzahl der bislang nachgewiesenen Corona-Infektionen im Nordosten erhöhte sich auf 43 977. Als genesen gelten 42 311 Menschen. In Krankenhäusern wurden mit Stand vom Freitag 62 Patienten behandelt, vier weniger als am Vortag. 24 von ihnen lagen auf Intensivstationen, 3 weniger als am Donnerstag. Die Zahl der im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion Verstorbenen blieb mit 1126 unverändert.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts sind in Mecklenburg-Vorpommern bisher 46,0 Prozent der Menschen einmal gegen Covid-19 geimpft worden, 22,0 Prozent haben den vollen Impfschutz nach zwei Injektionen.

Indien vor ersten Corona-Lockerungen – Infektionszahlen gehen zurück

18.45 Uhr: Angesichts deutlich sinkender Infektionszahlen im einstigen Corona-Hotspot Indien wagen die Millionenstädte Delhi und Mumbai zusammen mit weiteren Regionen erste Lockerungen. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden war am Samstag den Gesundheitsbehörden zufolge auf 120 529 Fälle gesunken – und damit deutlich unter den Anfang Mai erreichten Spitzenwert von 400 000.

In der Metropolregion Delhi, die sich seit 19. April im Lockdown befindet, könnten am Montag wieder Märkte und Einkaufszentren öffnen, teilte der dortige Regierungschef Arvind Kejriwal am Samstag mit. Allerdings sollen Geschäfte mit geraden Hausnummern an anderen Tagen öffnen als solche mit ungeraden Nummern. Zudem dürfe die Metro mit der Hälfte ihrer Sitzplatzkapazität wieder fahren. Auch Büros könnten mit der Hälfte ihrer Belegschaft wieder öffnen.

Die Infektionszahlen in Indien waren Ende Februar mit dem Beginn einer zweiten Corona-Welle von 10 Millionen Fällen auf knapp 28,7 Millionen gesprungen. Nur in den USA sind nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität (JHU) in absoluten Zahlen bislang mehr Fälle registriert worden. Mehr als 334 000 Menschen starben der JHU zufolge auf dem Subkontinent in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Im Staat Maharashtra mit seiner Hauptstadt Mumbai wird es von Montag an für verschiedene Bezirke und Orte eine stufenweise Lockerung geben, wie die dortige Regierung am Samstag mitteilte. Diese richte sich nach den Infektionszahlen und der Verfügbarkeit von Krankenhausbetten mit Sauerstoffzufuhr. In Mumbai selbst werden demnach wieder Geschäfte, Einkaufszentren, Theater und Restaurants öffnen können, allerdings mit einer Belegung von maximal 50 Prozent.

Italien meldet Impfrekord

18.20 Uhr: Italien hat im Kampf gegen das Coronavirus einen Impfrekord verbucht: Mehr als 600.000 Impfdosen seien am Freitag verabreicht worden, teilten die Behörden am Samstag mit. Bei der Gesamtzahl der vollständig Geimpften liege Italien in der EU nun mit 12,7 Millionen Immunisierten auf dem zweiten Platz hinter Deutschland. Dies entspreche fast 24 Prozent der über Zwölfjährigen in Italien. Insgesamt wurden den Angaben zufolge landesweit inzwischen mehr als 37 Millionen Impfdosen verabreicht.

In Italien waren in den vergangenen Monaten hunderte neue Impfzentren eröffnet worden. Inzwischen gibt es 2666 solcher Einrichtungen, Anfang März waren es noch 1500. Rund 800 weitere Zentren sollen in den kommenden Wochen hinzukommen.

Die Zahl der Corona-Infektionen und der Todesfälle in Italien sank in den vergangenen Wochen kontinuierlich. Insgesamt verzeichnete das Land seit Beginn der Pandemie fast 126.500 Todesopfer im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung. Die Corona-Auflagen in Italien wurden zuletzt weiter gelockert. Inzwischen dürfen Bars und Restaurants Gäste auch wieder in den Innenräumen bewirten.

Belgien beginnt mit Regelimpfungen gegen Corona für 16- und 17-Jährige

17.25 Uhr: Belgien beginnt bald mit Regelimpfungen gegen das Coronavirus für Jugendliche im Alter von 16 und 17 Jahren. »Ab Juli werden sie eine Einladung für die erste Dosis erhalten«, erklärten die Gesundheitsminister der verschiedenen Landesteile am Samstag. Vorgesehen sind demnach Injektionen mit dem Impfstoff von Biontech /Pfizer, der bislang als einziger von der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) für diese Altersgruppe zugelassen ist. Die Impfung von Kindern unter 16 Jahren sei noch nicht vorgesehen, erklärten die belgischen Minister. Dafür seien »zusätzliche wissenschaftliche und ethische Analysen notwendig«.

Frankreich  hatte diese Woche angekündigt, die Impfung für 12- bis 18-Jährige ab dem 15. Juni zu öffnen. Andere europäische Länder haben ähnliche Schritte unternommen.

In Deutschland wird derzeit über das Für und Wider einer Impfung von Kindern und Jugendlichen im Alter ab zwölf Jahren diskutiert. Die Bundesregierung entschied bereits, dass sich Zwölf- bis 15-Jährige ab Montag impfen lassen können. Eine Entscheidung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zur Empfehlung von Kinderimpfungen steht bislang aber noch aus.

Belgiens Gesundheitsminister sprachen sich auch dafür aus, Menschen im Alter zwischen 18 und 40 Jahren auf freiwilliger Basis mit den Mitteln von Johnson & Johnson und AstraZeneca  zu impfen. Im Moment reservieren die belgischen Behörden die Impfstoffe der beiden Unternehmen für über 40-Jährige, weil sie im Verdacht stehen, im Zusammenhang mit sehr seltenen Fällen von Blutgerinnseln zu stehen.

Studie aus England: Ärmere Schüler stärker durch Corona benachteiligt

16.57 Uhr: Bei Grundschülern aus ärmeren Familien sind durch die Schulschließungen während der Pandemie einer aktuellen Untersuchung aus England zufolge größere Wissenslücken entstanden als bei anderen. »Diese Schüler haben größere Lernverluste erlebt als ihre wohlhabenderen Gleichaltrigen, wodurch die Gefahr besteht, dass sich die allgemeine Kluft im Bildungsniveau vergrößert«, sagte der Studienautor Jon Andrews des Education Policy Institute , das die Untersuchung im Auftrag der britischen Regierung durchgeführt hat.

Die Lernverluste werden in der Auswertung als fehlende Monate gezählt, die die Schüler verglichen mit einem typischen, normalen Schuljahr hinter den Erwartungen zurückbleiben. Als Kinder aus ärmeren Verhältnissen haben die Wissenschaftler jene eingestuft, die kostenlose Schulessen in Anspruch nehmen.

Während die Grundschüler in der zweiten Hälfte des vergangenen Herbstsemesters im Schnitt in Mathematik 2,7 Monate zurücklagen und im Lesen 1,2 Monate, lag dieser Rückstand bei Kindern aus ärmeren Familien bei 3,3 Monaten (Mathematik) und 1,6 Monaten (Lesen). Außerdem fielen die Rückstände im Norden Englands im Schnitt größer aus als im wohlhabenderen Süden des Landes und der Hauptstadt London.

Mäßig besuchte Strände in Mecklenburg-Vorpommern

16.42 Uhr: Der Tourismus in Mecklenburg-Vorpommern ist nach der pandemiebedingten Pause in die Sommersaison gestartet. Nach den ruhigen vergangenen Wochen wirkte die Promenade in Kühlungsborn am Samstag deutlich voller. Allerdings gab es kein Gedränge, so waren bei sonnigem Wetter mit kühler Ostsee-Luft noch einige Strandkörbe frei. Live-Webcams in Boltenhagen (Nordwestmecklenburg), Binz auf Rügen und Heringsdorf auf Usedom zeigten mäßigen Betrieb. Nur vereinzelt wagten sich Strandbesucher in das kühle Meer zum Baden.

Deutlich mehr Menschen zog es in Schleswig-Holstein an die Strände. In Scharbeutz an der Lübecker Bucht und St. Peter-Ording an der Nordsee waren zahlreiche Besucher zu sehen. Am Strand von Westerland auf Sylt war bei bedecktem Wetter weniger Betrieb. Auf den Autobahnen gab es offenbar keine größeren Staus.

Strandkörbe vor der Insel Rügen

Strandkörbe vor der Insel Rügen

Foto: Stefan Sauer / dpa

Seit Freitag dürfen Gäste aus ganz Deutschland wieder nach Mecklenburg-Vorpommern reisen. Tagestouristen, die keine Übernachtung im Land gebucht haben, müssen sich noch eine Woche länger gedulden. In Schleswig-Holstein ist der Tourismus bereits seit dem 17. Mai unter Einhaltung bestimmter Coronavorgaben wieder möglich.

Drosten sieht Chinas Pelzindustrie als plausibelste Quelle für Corona

16.22 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht unter den verschiedenen Hypothesen zur Herkunft von Sars-CoV-2 den Weg über die Pelzindustrie als plausibelste an. »Ich habe dafür keinerlei Belege, außer die klar belegte Herkunft von Sars-1, und das hier ist ein Virus der gleichen Spezies. Viren der gleichen Spezies machen die gleichen Sachen und haben häufig die gleiche Herkunft«, sagte Drosten dem Schweizer Online-Magazin »Republik« . In den Jahren 2002 und 2003 hatte eine von China ausgehende Infektionswelle weltweit zu etwa 800 Todesopfern geführt. Die Erkrankung wurde Schweres Akutes Atemwegssyndrom (Sars) genannt. Der Ende 2019 erstmals nachgewiesene Erreger Sars-CoV-2 ist mit dem damaligen Virus sehr eng verwandt.

Beim ersten Sars-Virus seien die Übergangswirte Marderhunde und Schleichkatzen gewesen, sagte Drosten. »Das ist gesichert.« In China würden Marderhunde nach wie vor in großem Stil in der Pelzindustrie verwendet. Dabei würden immer wieder auch wilde Marderhunde in die Zuchtbetriebe gebracht, die zuvor Fledermäuse – die als wahrscheinlichster Ursprung von Sars-CoV-2 gelten – gefressen haben können. »Marderhunden und Schleichkatzen wird lebendig das Fell über die Ohren gezogen«, erklärte der Charité-Virologe. Die stoßen Todesschreie aus und brüllen, und dabei kommen Aerosole zustande. Dabei kann sich dann der Mensch mit dem Virus anstecken.«

Für ihn sei überraschend gewesen, dass diese Zucht überhaupt noch einmal als möglicher Ausgangspunkt einer Pandemie infrage kommen würde – bis vor Kurzem habe er »in der naiven Vorstellung« gelebt, dass Schleichkatzen und Marderhunde als bekannte potenzielle Übergangswirte inzwischen kontrolliert würden. »Für mich war das eine abgeschlossene Geschichte. Ich dachte, dass diese Art von Tierhandel unterbunden worden sei und dass das nie wieder kommen würde. Und jetzt ist Sars zurückgekommen.«

Virologin Brinkmann hält Fußballspiele mit Zuschauern noch für verzichtbar

15.50 Uhr: Die Virologin Melanie Brinkmann hält Fußballspiele mit Zuschauern in der aktuellen Corona-Lage für verzichtbar. »Ach ja, die Fußballspiele. Haben wir keine anderen Sorgen?« sagte sie in der Samstagsausgabe der Düsseldorfer »Rheinischen Post« . Deutlich wichtiger sei es, dass Kinder wieder in die Schule und zum Sport gehen könnten und Menschen ihre Arbeitsplätze nicht verlören.

»Ich bleibe im Team Vernunft und Vorsicht – je niedriger die Inzidenzen, am besten unter zehn, desto unbeschwerter können wir den Sommer genießen«, sagte die Regierungsberaterin der Zeitung.

Auch wenn Fußballspiele im Freien stattfänden, wo das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus geringer ist, gebe es derzeit andere Prioritäten: »Sinnvoller wäre es gewesen, erst beim Impfen weiter Tempo zu machen«, so die Virologin vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum.

Argentinien kündigt Produktion von russischer Vakzine Sputnik V an

15.21 Uhr: Argentinien will künftig den russischen Corona-Impfstoff Sputnik V produzieren. Das kündigte Präsident Alberto Fernández am Freitag nach einer Videokonferenz mit Russlands Präsident Wladimir Putin an. »Nächsten Sonntag wird ein Flugzeug nach Moskau aufbrechen, um den Wirkstoff mitzubringen, damit die Produktion in Argentinien sofort beginnen kann«, sagte Fernández.

Ein privates Labor wird mit der Produktion des Impfstoffs beauftragt. Die Kapazität beläuft sich anfangs auf eine Million Dosen im Monat und soll binnen einem Jahr gesteigert werden.

Argentinien war im Dezember das erste lateinamerikanische Land, das den russischen Impfstoff zugelassen hat. Mittlerweile ist Sputnik V in mehr als 65 Ländern zugelassen worden, allerdings nicht in den USA und der Europäischen Union.

In Argentinien wurden bislang 10,4 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht, darunter die Vakzine Sputnik V sowie Impfstoffe von AstraZeneca  und Sinopharm. Das Land mit 45 Millionen Einwohnern hat seit Pandemiebeginn 3,8 Millionen Infektionen und fast 80.000 Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

Impf-Anzeigen des Landes NRW rufen Opposition auf den Plan

14.44 Uhr: Die Opposition in Nordrhein-Westfalen kritisiert eine Anzeigenkampagne der Landesregierung mit dem Titel »Im Juni: Impftermin buchen!«. Die SPD im Düsseldorfer Landtag mutmaßt, dass man vergessen hat, die Anzeigen in diversen Tageszeitungen zu stornieren – da es zurzeit doch gar keine Möglichkeit zur Terminbuchung gebe.

Die SPD beruft sich auf eine Pressemitteilung des Gesundheitsministeriums vom vergangenen Mittwoch , in der es hieß, dass es »auch ab dem 7. Juni 2021 zunächst keine Terminfenster in den Buchungsportalen der Kassenärztlichen Vereinigungen zur Verfügung gestellt« würden. In der Anzeige dagegen steht »In den Tagen und Wochen ab dem 7. Juni kann nun jeder einen Termin für seine Impfung vereinbaren.«

In einer Kleinen Anfrage an die schwarz-gelbe Landesregierung will die SPD-Abgeordnete Lisa Kapteinat nun unter anderem wissen, was der Hintergrund der Anzeigen ist.

SPD attackiert Spahn wegen neuen Masken-Desasters

14.25 Uhr: Der Druck auf Jens Spahn (CDU) wegen des neuen Masken-Desasters steigt. FDP und Linke fordern Konsequenzen, auch der Koalitionspartner ist empört. »Diese Vorgänge im Bundesgesundheitsministerium sind ungeheuerlich und menschenverachtend«, sagte SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil dem SPIEGEL. (Lesen Sie hier mehr dazu.)

Hunderte feiern in Tübingen – Polizei löst Ansammlung auf

13.56 Uhr: Wegen Verstößen gegen die Coronaregeln hat die Polizei in Tübingen eine Ansammlung von etwa 300 Menschen aufgelöst. Die Menschen tranken Alkohol und versetzten sich »mehr und mehr in Feierlaune«, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Als die Beamten die Gruppen aufforderten, nach Hause zu gehen, wurden sie den Angaben nach beschimpft. Bei der Räumung in der Nacht zum Samstag seien auch zwei Flaschen in Richtung der Einsatzkräfte geworfen worden. Beamte nahmen den mutmaßlichen Täter fest.

In der Nacht kam es auch zu mehreren Auseinandersetzungen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden. Nach einer Schlägerei wollten Beamte einen Mann festnehmen. Daraufhin solidarisierten sich mehrere Menschen mit dem Verdächtigen und griffen die Beamten an, hieß es von der Polizei. Dabei wurden den Angaben nach vier Polizisten leicht verletzt. Einer habe seinen Dienst nicht fortsetzen können.

Auch in anderen Teilen der Stadt hatten sich zahlreiche Menschen versammelt. Sie zeigten sich den Beamten zufolge aber einsichtig. In den vergangenen Wochen war es in Baden-Württemberg immer wieder zu Auseinandersetzungen zwischen jungen Menschen und der Polizei gekommen. Größere Gruppen hatten etwa am Stuttgarter Schlossplatz oder auf der Heidelberger Neckarwiese randaliert. Dabei waren auch Polizisten verletzt worden, etwa durch Flaschenwürfe.

Münchens OB kritisiert späte Entscheidung über EM-Zuschauerzahl

13.24 Uhr: Die bayerische Staatsregierung hat sich nach Meinung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) bei der Entscheidung über die Zuschauerzahlen bei der Fußball-Europameisterschaft sehr viel Zeit gelassen. Dass jeweils 14.000 Zuschauer in die Allianz-Arena dürfen, sei vertretbar. »Was mich etwas irritiert hat ist, dass die Entscheidung so spät gefallen ist«, sagte Reiter am Samstag in der Bayern-2-»Radiowelt«. Für die Veranstalter sei es jetzt »eine echte Herausforderung noch Karten zu drucken, zu vertreiben und so weiter. Denn die Inzidenz ist seit Wochen stabil unter 50 gewesen. Man hätte, glaub ich, schon etwas früher entscheiden können«, sagte Reiter.

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hatte am Freitag angekündigt, dass das Stadion »bis zu 20 Prozent« ausgelastet werden dürfe. Söder hatte von der Fußball-EM als »Sondersituation« gesprochen und die Partien dort als »Pilot- und Probelauf« für den weiteren Profisport in Deutschland bezeichnet.

Die Stadt München müsse jetzt dafür sorgen, dass »relativ breit ein öffentliches Public Viewing möglich ist, wodurch sich die Gäste über die Stadt verteilen«, sagte der Oberbürgermeister. Das habe bei den letzten Europa- und Weltmeisterschaften ganz gut funktioniert. »Ich gehe aber davon aus, dass die Dimension ungleich geringer ist.«

Niederländer erfreuen sich weiterer Coronalockerungen

13 Uhr: Kinos, Museen, Theater und Restaurants – die Niederlande sind am Samstag mit der Wiedereröffnung von Kulturstätten und der Innengastronomie weitere Schritte in Richtung Normalität gegangen. Der Ausblick auf ein Leben ohne Corona sei begeistert aufgenommen worden, hieß es in Medienberichten. Restaurants seien oft ausgebucht, Tickets rasch ausverkauft gewesen – wohl auch, weil die jeweiligen Gäste- und Besucherzahlen noch begrenzt sind.

Mancherorts wurde die Wiederöffnung feierlich begangen, darunter im berühmten Van Gogh Museum in der Hauptstadt der Niederlande: »Kultur ist das wichtigste Fundament, die Stadt kämpft sich zurück mit Kreativität, Inspiration und Zusammenhalt«, sagte Amsterdams Stadtpoet Gershwin Bonevacia bei der Zeremonie.

Bei der Wiedereröffnung des Van Gogh Museums am Samstag

Bei der Wiedereröffnung des Van Gogh Museums am Samstag

Foto: FRANCOIS WALSCHAERTS / AFP

Im traditionsreichen Amsterdamer Kino Tuschinski stand die feierliche Wiederaufführung des Films »De Slag om de Schelde« auf dem Programm. Das Drama um die schwerste Schlacht des Zweiten Weltkrieges auf niederländischem Boden hatte im Dezember 2020 Premiere, jedoch mussten bereits einen Tag danach alle Kinos wegen Corona schließen.

Auch über Lockerungen im Amateursport können sich die Niederländer seit Samstag freuen. Zudem wurde die Öffnungszeit der Außengastronomie um zwei Stunden bis 22.00 Uhr verlängert. Zuvor schon wurde die nächtliche Ausgangssperre abgeschafft, Geschäfte dürfen bereits wieder Kunden bedienen, auch Fitnessstudios und Zoos sind geöffnet und Prostituierte dürfen wieder Kunden empfangen.

Italiens Fußball-Verband regelt Corona-Einlass-Voraussetzungen für EM

12.34 Uhr: Der italienische Fußball-Verband (FIGC) hat die Regeln für den Einlass von Fans zu den vier in Rom geplanten Spielen der Europameisterschaft festgelegt. Ticketbesitzer dürfen nur rein, wenn sie ein von der italienischen Gesundheitsbehörde ausgestelltes Zertifikat mitbringen, das entweder die Genesung von einer Covid-19-Erkrankung bestätigt oder zumindest die erste Corona-Impfung bescheinigt, die wenigstens 15 Tage alt sein muss.

Der Einlass soll laut FIGC auch mit einem Antigen-Schnelltest oder PCR-Test in Englisch oder Italienisch möglich sein. Dieser darf nicht länger als 48 Stunden, ausgehend vom geplanten Anpfiff, zurückliegen. Im Olympia-Stadion in Rom sind vier EM-Spiele geplant. Am kommenden Freitag spielen Italien und die Türkei dort das Eröffnungsspiel (21.00 Uhr). Im Stadion dürfen begrenzt Fans mit dabei sein.

Schottland lockert Coronabeschränkungen in Teilen des Landes

12.08 Uhr: In vielen Teilen Schottlands können sich die Menschen über weitere Coronalockerungen freuen. Seit Samstag können sich etwa in der größten schottischen Stadt Glasgow, in der noch länger strengere Regeln galten, erstmals nach monatelangem Lockdown wieder Menschen auch privat in Innenräumen treffen oder sich auf ein Bier im Pub verabreden. In abgelegenen Regionen wie den Shetland- oder Orkney-Inseln sind sogar wieder größere Veranstaltungen wie Hochzeiten mit bis zu 200 Personen möglich.

Wegen der zunehmenden Verbreitung der zunächst in Indien entdeckten Delta-Variante müssen sich andere Teile Schottlands jedoch noch gedulden, bis weitere geplante Lockerungen in Kraft treten können. Das betrifft einem BBC-Bericht zufolge immerhin 2,3 Millionen Schotten, darunter auch die Menschen in der Hauptstadt Edinburgh. Der britische Landesteil hat insgesamt rund 5,4 Millionen Einwohner

Brasilien genehmigt russischen Impfstoff Sputnik V

11.45 Uhr: Die brasilianische Gesundheitsbehörde Anvisa gibt für den Import der russischen Vakzine Sputnik V grünes Licht. Der Vorstand der Anvisa stimmte nach einer siebenstündigen Beratung für die Erteilung der Genehmigung – allerdings unter speziellen Auflagen.

»SputnikV wird im Juli in Brasilien ankommen«, twitterte Kirill Dmitriev, Geschäftsführer des Russian Direct Investment Fund (RDIF), der den Impfstoff Sputnik V im Ausland vertreibt. Auf Twitter verkündete Sputnik V, dass Brasilien das 67. Land wird, das den Impfstoff zulässt.

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Intensivmediziner rechnen mit Durchsetzung von Delta-Variante in Deutschland

11.16 Uhr: Die deutschen Intensivmediziner rechnen damit, dass sich die Delta-Virusvariante in Deutschland durchsetzen wird. »Der große Unsicherheitsfaktor ist gerade die neue Mutation B.1.617.2, die noch ansteckender als die derzeit dominierende Variante B.1.1.7 sein soll«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, der Düsseldorfer »Rheinischen Post« vom Samstag. Eine Verschärfung der Lage auf den Intensivstationen sei nicht ausgeschlossen.

Schrittweise werde sich in den kommenden Wochen die erstmals in Indien nachgewiesene Mutante durchsetzen. »Wenn wir also bei dieser noch ansteckenderen Variante unvorsichtig werden, können die Inzidenzen auch sehr schnell wieder hochschnellen«, warnte Marx. Wenn viele Menschen unvorsichtig würden, könne es im Herbst wieder einen Anstieg der Infektionen geben. »Dann ist eine vierte Welle möglich. Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht also weiterhin.«

Die Variante B.1.617 wird wegen ihrer Zersplitterung in drei Stränge auch als Dreifach-Mutante bezeichnet. In Untersuchungen wurde nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich, dass mit der als Delta bekannten Unterlinie B.1.617.2 ein höheres Risiko für die Allgemeinheit verbunden ist.

Ärzte fürchten »Ansturm« auf Praxen wegen Wegfalls der Impfpriorisierung

10.52 Uhr: Ärztinnen und Ärzte in Deutschland bereiten sich auf eine überwältigende Nachfrage nach Corona-Impfungen vor, sobald am Montag die Priorisierung aufgehoben wird. Er rechne mit einem »Ansturm auf die Praxen«, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Bitte haben Sie Geduld und bedrängen Sie nicht die Ärzte und Ärztinnen und deren Teams, die medizinischen Fachangestellten«, appellierte der Ärztefunktionär an die Menschen. »Alle werden geimpft werden – und das so schnell wie möglich. Aber nicht alle auf einmal«, betonte Gassen. Obwohl die Mengen an verfügbarem Impfstoff kontinuierlich zunähmen, seien die Vakzinen immer noch zu knapp.

Auch Dirk Heinrich, der Bundesvorsitzender des Virchowbundes, in dem die niedergelassenen Ärzte organisiert sind, sagte der Zeitung, es gebe weiterhin zu wenig Impfstoff. »Daher müssen wir unsere Patienten um Geduld bitten.« Immerhin gehe es jetzt nur noch um Wochen, nicht um Monate, bis alle Impfwilligen ein Angebot bekämen.

Kassenärzte-Chef Gassen kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die Politik den Anschein erweckt habe, »dass auch Kindern und Jugendlichen bereits ab kommendem Montag die Möglichkeit eines Impfangebots unterbreitet werden könne, obwohl es seitens der Ständigen Impfkommission keine generelle Impfempfehlung dazu gibt.«

Ab Montag wird in Deutschland die Priorisierung für die Corona-Impfungen aufgehoben. Dann können sich alle hier lebenden Menschen ab zwölf Jahren impfen lassen. Eine Stellungnahme der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Umgang mit der Altersgruppe zwischen zwölf und 15 Jahren wird in Kürze erwartet. Eine generelle Impfempfehlung für die Altersklasse gilt aber als sehr unwahrscheinlich.

Herzmuskelentzündungen nach Impfung beunruhigen Experten nicht

10.30 Uhr: Berichte aus Israel über einen möglichen Zusammenhang zwischen seltenen Fällen von Herzmuskelentzündung (Myokarditis) und Corona-Impfungen sind aus Sicht eines deutschen Experten wenig überraschend und sollten für Geimpfte kein Grund zur Sorge sein. »Das kommt nicht unerwartet und beunruhigt mich nicht. Es geht um wenige Hundert Fälle einer Erkrankung mit meist mildem Verlauf bei insgesamt mehr als fünf Millionen Geimpften«, sagte der Kardiologe und Pharmakologe Thomas Meinertz auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Von anderen Impfungen sei bekannt, dass danach in seltenen Fällen Herzmuskelentzündungen auftreten könnten, ausgelöst durch eine überschießende Immunreaktion. Ob es sich bei den Fällen in Israel um eine solche Reaktion handelt, ist aber noch völlig offen. Meinertz weist auch auf die geschärfte Selbstwahrnehmung vieler Menschen nach einer Impfung hin. »Viele Patienten haben eine Erwartungshaltung und berichten dann zum Beispiel von Herzrhythmusstörungen«. Dabei handle es sich um das normale Grundrauschen, das nun bemerkt wird.

Die Erkrankung sei ohnehin bei Jüngeren häufiger als bei Älteren - und einen Beleg, dass sie nun tatsächlich bei Geimpften häufiger auftritt, als eigentlich zu erwarten wäre, sieht Meinertz noch nicht. Eine Myokarditis könne nur mit einer Biopsie des Herzmuskels sicher diagnostiziert werden, sagte er. Bei den meist leichten Fällen in Israel sei sie suggestiv diagnostiziert worden, zum Beispiel anhand von Beschwerden wie Brustschmerz, mit Echokardiogramm, Laborwerten, mittels MRT oder EKG. »Das EKG gibt nur einen Hinweis.«

Die Berichte seien kein Anlass, die Corona-Impfung generell in Zweifel zu ziehen, sagte der Mediziner aus dem wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Herzstiftung. Aber sie stützen die derzeitige Zurückhaltung der Ständigen Impfkommission (Stiko), die bisher keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder und Jugendlichen ausspricht. »Man muss sich bewusst sein, dass eine Impfung ein Eingriff ist.«

Betriebsärzte-Verband warnt vor zu hohen Erwartungen

10.10 Uhr: Vor dem Einstieg der Betriebsärzte in die Corona-Impfungen warnt der zuständige Verband vor zu hohen Erwartungen. Der Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte, Wolfgang Panter, verwies zur Begründung auf die geringen Impfstoffmengen. »Für die kommende Woche konnte jeder Betriebsarzt 800 Dosen bestellen und er bekommt am Ende 102. Für die darauffolgende Woche kann jeder Betriebsarzt nur noch 300 Dosen bestellen. Das ist ja ein klares Signal«, sagte Panter dem Redaktionsnetzwerk Deutschland .

Mehr als 6000 Betriebsärzte haben nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums Impfstoff geordert. In der ersten Woche sollen sie insgesamt 702.000 Dosen bekommen. Sie starten zunächst mit dem Präparat von Biontech/Pfizer.

Panter riet den Betriebsärzten, zuerst jene Mitarbeiter zu impfen, die ein höheres Infektionsrisiko haben, etwa weil sie in Werkshallen eng zusammenarbeiten oder viel Kundenkontakt haben. Büromitarbeiter oder Beschäftigte im Homeoffice könnten nachrangig geimpft werden. Der Verbandschef empfahl den Unternehmen zudem, mögliche Nebenwirkungen einzukalkulieren: »Vor allem in Arbeitsbereichen, die Auswirkungen auf das ganze Unternehmen haben, also zum Beispiel der Leitstand in einem Kraftwerk, sollte man besser nicht alle Mitarbeiter gleichzeitig impfen.« Aus Sicht von Panter würden viele Betriebsärzte sicherlich den Impfstoff von Johnson & Johnson bevorzugen, weil er nur einmal injiziert werden müsse.

Britische Pubs beklagen 20 Prozent Umsatzminus trotz Öffnungen

9.40 Uhr: Trotz der Öffnung der Innengastronomie in Großbritannien klagen die Pubs über deutliche Umsatzeinbußen. In der Woche vom 17. Mai, der ersten nach Lockerung entsprechender Coronavorschriften, hätten die Erlöse 20 Prozent unter der Vergleichswoche im Jahr 2019 gelegen, teilte der Branchenverband British Beer and Pub Association (BBPA) am Samstag mit. Dafür machte der Verband die bestehenden Restriktionen verantwortlich. So dürfen auch in Pubs die Gäste nur am Tisch bedient werden, es gilt eine Abstandspflicht von mindestens einem Meter und Stehen ist verboten.

Wenn sich der Trend fortsetze, werde jeder Pub im Jahr durchschnittlich rund 94.000 Pfund (110.000 Euro) verlieren, rechnete der BBPA vor. Um diesen Verlust auszugleichen, müsse jede Kneipe zusätzlich 24.672 Pints Bier (je 0,568 Liter) verkaufen.

Verbandschefin Emma McClarkin warnte, die schlechten Nachrichten dämpften die Freude der Pubs über die erlaubten Öffnungen. »Wenn dieser anfängliche Enthusiasmus, in die Lokale zurückzukehren, nachlässt, könnte der Umsatz noch stärker sinken und es Pubs unmöglich machen, die Gewinnschwelle zu erreichen«, sagte sie.

Einige Länder halten an Priorisierung in Impfzentren fest

7.31 Uhr: Trotz der generellen Öffnung der Corona-Impfungen für alle an diesem Montag halten einige Bundesländer in ihren Impfzentren am Vorrang für Risikogruppen fest. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Bayern soll die Priorisierung dort vorerst bestehen bleiben. In Bremen arbeiten die Impfzentren die Vorranglisten zunächst weiter ab. Im Saarland sollen Menschen der bisherigen Priorisierungsgruppen dort nach wie vor vorrangig bei Terminen bedacht werden. In den übrigen Ländern endet auch in den Impfzentren die bisherige Impfreihenfolge.

In den Arztpraxen fällt die Priorisierung bundesweit am Montag weg, wie Bund und Länder vereinbart hatten. Den Ländern ist es dem Beschluss zufolge aber »unbenommen, die Priorisierung im Rahmen der ihnen zugewiesenen Impfstoffdosen aufrechtzuerhalten«.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte, dass nur wenige Länder die Priorisierung in den Zentren aufrechterhalten. »Auf die niedergelassenen Ärzte kann niemand verzichten«, sagte Vorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. »Doch es gibt Millionen Menschen, die keinen festen Hausarzt haben.« Nicht zu vergessen sei, dass die Teams der Zentren auch bei zusätzlichen Impfangeboten in Corona-Hotspots gefordert sind. »Massenimpfangebote in Kirchen, Moscheen, Sportanlagen oder Bürgerhäusern wären sonst kurzfristig kaum möglich.«

Die feste Reihenfolge war seit Beginn der Corona-Impfungen eingeführt worden, um angesichts noch knappen Impfstoffes einen Vorrang für besonders gefährdete Menschen zu sichern. Dazu gehörten in drei Gruppen Menschen ab 80 Jahre, dann ab 70 und ab 60 sowie mit chronischen Erkrankungen und in bestimmten wichtigen Berufen.

Bundesfamilienministerin fordert Präsenzunterricht nach Sommerferien

7.22 Uhr: Die neue Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) fordert die Bundesländer auf, den Präsenzunterricht nach den Sommerferien wieder einzuführen. »Lehrer werden sich im Regelfall nicht weigern können, ab Herbst in Präsenz zu unterrichten«, sagte Lambrecht der »Bild« einem Vorabbericht zufolge. Denn bis dahin hätten alle Lehrer ein Impfangebot bekommen. Die Politikerin stellte gleichzeitig klar, dass die Impfung für Kinder ab zwölf Jahren keine Voraussetzung für die Teilnahme am Präsenzunterricht sei.

RKI meldet 2294 Corona-Neuinfektionen

7.09 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 2294 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards  von 05.31 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 5426 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz sank demnach bundesweit auf einen Wert von 26,3. Am Vortag lag der Wert bei 29,7, in der Vorwoche bei 37,5.

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin. An Feiertagen sei zu beachten, dass weniger Personen einen Arzt aufsuchen und dass weniger getestet würde.

Deutschlandweit sind laut dem RKI binnen 24 Stunden 122 weitere Personen im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben. Vor einer Woche waren es 163 Tote gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3 697 927 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 0,88 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

kah/kim/dpa/AFP/AP/Reuters
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