+++ Corona-News am Samstag +++ Mann auf Mallorca infiziert mindestens 22 Menschen mit Corona – Festnahme

Weil er trotz Coronasymptomen zur Arbeit und ins Fitnessstudio ging, wurde auf Mallorca ein Mann wegen Körperverletzung festgenommen. Und: Die Bundesregierung bereitet Ausnahmeverordnung für Geimpfte vor. Der Überblick am 24. April.
Absperrband der Polizei auf Mallorca (Symbolbild)

Absperrband der Polizei auf Mallorca (Symbolbild)

Foto: Clara Margais/ dpa

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Mann auf Mallorca infiziert mindestens 22 Menschen mit Corona - Festnahme

16.20 Uhr: Auf Mallorca ist ein Inselbewohner wegen des Vorwurfs der Körperverletzung festgenommen worden, nachdem er trotz Coronasymptomen zur Arbeit sowie ins Sportstudio gegangen war und mindestens 22 Menschen infiziert haben soll. Wie die spanische Polizei am Samstag mitteilte, gingen die Ermittlungen auf einen Corona-Ausbruch in der Stadt Manacor Ende Januar zurück. Demnach hatte der Mann typische Coronasymptome, machte einen PCR-Test und ging aber noch vor dem Vorliegen des Ergebnisses zurück zur Arbeit und in sein Sportstudio.

Die Arbeitskollegen berichteten der Polizei, dass der Mann trotz Aufforderung, nach Hause zu gehen, und obwohl er über 40 Grad Fieber hatte, einfach an seinem Arbeitsplatz geblieben sei. Er habe sogar absichtlich seine Maske herabgezogen, als er hustete, und habe gesagt: »Ich werde euch alle mit Corona anstecken.«

Nach seinem positiven PCR-Testergebnis seien auch die Kontaktpersonen getestet worden: Am Arbeitsplatz hatte er demnach fünf Kollegen angesteckt, die ihrerseits Familienangehörige infizierten, darunter drei Kleinkinder. Im Sportstudio hatte er laut Polizei drei Menschen angesteckt, die ebenfalls Familienmitglieder ansteckten. Von ihnen musste glücklicherweise niemand ins Krankenhaus.

Weltweit eine Milliarde Corona-Impfdosen verabreicht

22.38 Uhr: Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde überschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Samstagabend weltweit gut 1,002 Milliarden Spritzen mit Corona-Impfstoff injiziert. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf die drei Länder USA, China und Indien.

Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt Israel in Führung, hier sind bereits mehr als 60 Prozent der Menschen geimpft. Es folgen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 51 Prozent der Bevölkerung, Großbritannien mit 49 Prozent und die USA mit 42 Prozent.

In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Spitzenreiter in der EU ist Malta, wo 47 Prozent der Einwohner bereits geimpft sind, gefolgt von Ungarn mit 37 Prozent. In Deutschland liegt die Impfquote laut Robert Koch-Institut derzeit bei 22,8 Prozent.

Obwohl – vor allem dank der internationalen Covax-Initiative – inzwischen auch in den meisten armen Ländern Impfkampagnen begonnen haben, ist die Impfung bislang vor allem ein Privileg der reichen Länder. Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen.

Am verbreitetsten ist der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca. Er wurde in zwei Dritteln der 207 erfassten Staaten und Territorien verabreicht.

Corona-Modellrechnungen: Die Prognosen, die niemand hören wollte

21.31 Uhr: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnten vor erneut ansteigenden Fallzahlen. Doch wie gut waren ihre Berechnungen? Und warum wird exponentielles Wachstum noch immer häufig missverstanden? Lesen Sie hier die Datenanalyse. 

Dutzende Patienten in Frankreich versehentlich mit Kochsalzlösung »geimpft«

21.27 Uhr: Durch ein Versehen sind in Frankreich dutzende Patienten mit Kochsalzlösung statt der Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer »geimpft« worden. Insgesamt 140 Patienten hätten die wirkungslose Injektion erhalten, erklärte das Krankenhaus von Reims im Nordosten des Landes am Samstag. Zwar habe dies für die Betroffenen keine gesundheitlichen Folgen, doch müssten sie nun erneut zur Impfung antreten. Kochsalzlösung wird unter anderem als Verdünnungsmittel bei Injektionen eingesetzt.

Das Krankenhaus nahm nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu den Ursachen für den Irrtum vor. Eine Mitarbeiterin sei damit beauftragt worden, die Sicherheitsverfahren bei den Corona-Impfungen zu verstärken.

Tausende Teilnehmer bei Corona-Demos in London und der Schweiz

20.55 Uhr: Mehrere tausend Menschen haben in London gegen die Corona-Maßnahmen in ihrem Land protestiert. Wie Aufnahmen britischer Medien zeigten, zogen sie am Samstagnachmittag trotz geltender Beschränkungen für Massenversammlungen durch die britische Hauptstadt und dabei unter anderem über die Einkaufsmeile Oxford Street. Masken trug dabei so gut wie niemand, dafür aber Protestschilder mit Aufschriften, die sich unter anderem gegen Corona-Pässe und -Tests richteten. Sky News sprach von mindestens 10.000 Demonstranten, der »Guardian« von mehreren tausend Teilnehmern. Die Polizei gab bis zum frühen Abend keine Schätzung ab.

Die Polizei der Hauptstadtregion London hatte zuvor in einem offenen Brief davon abgeraten, große Zusammenkünfte zu besuchen. »Wir befinden uns immer noch mitten in einer globalen Pandemie«, hatte sie in dem auf Twitter veröffentlichten Schreiben betont.

Zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer protestieren ohne Einhaltung der Abstandsregeln in Rapperswil-Jona gegen die Corona-Maßnahmen

Zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer protestieren ohne Einhaltung der Abstandsregeln in Rapperswil-Jona gegen die Corona-Maßnahmen

Foto:

Gian Ehrenzeller / dpa

Auch in der Schweiz haben 4000 Menschen bei einer nicht genehmigten Demo gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Wie die Polizei am Samstag berichtete, verlief die Kundgebung in Rapperswil-Jona nahe Zürich friedlich. Rund 45 Personen wurden allerdings für 24 Stunden aus der Stadt ausgewiesen. Zwei Menschen wurden vorläufig festgenommen. Mit Transparenten und Kuhglocken brachten die Teilnehmer, die meist weder Masken trugen noch Abstände einhielten, ihren Unmut zum Ausdruck. Die Polizei war rund um den Platz der Demo postiert, hielt sich aber zurück.

Die Polizei habe mit Blick auf die Verhältnismäßigkeit entschieden, die friedlich verlaufende Demonstration nicht aufzulösen, erklärte ein Polizeisprecher in einem auf Twitter veröffentlichten Videostatement. In der Schweiz waren jüngst weitere Lockerungen bei den Corona-Maßnahmen beschlossen worden.

Indische Corona-Variante erstmals in der Schweiz nachgewiesen – Passagier zuvor in europäischem Land umgestiegen

20.42 Uhr: In der Schweiz ist erstmals ein Infektionsfall mit der indischen Coronavirus-Variante B.1.617 nachgewiesen worden. Wie das schweizerische Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Samstag im Online-Dienst Twitter mitteilte, handelte es sich bei dem Betroffenen um einen Passagier, der über einen Transitflughafen in die Schweiz eingereist war. Die Beratungen darüber, ob Indien auf die Risikoliste des Landes gesetzt wird, laufen demnach.

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BAG-Sprecher Daniel Dauwalder sagte der Nachrichtenagentur AFP, der infizierte Passagier sei in einem europäischen Land umgestiegen, bevor er in der Schweiz gelandet sei. Bereits am Donnerstag hatten die belgischen Behörden den Nachweis der Corona-Variante bei einer 20-köpfigen indischen Studentengruppe gemeldet, die über einen Zwischenstopp in Paris nach Belgien gekommen war.

In Indien hat sich die Corona-Lage zuletzt drastisch verschärft. Am Samstag meldeten die Behörden des Landes mit 2624 Corona-bedingten Todesfällen binnen eines Tages einen neuen Höchststand. Unter anderem wird die »Doppel-Mutante« B.1.617 dafür verantwortlich gemacht. Sie trägt zwei Mutationen im Spike-Protein des Virus, mit dem sich der Erreger an menschliche Zellen andockt. Diese könnten möglicherweise zu einer höheren Übertragbarkeit führen. Wegen der Mutante gab Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag den weitgehenden Stopp aller Einreisen aus Indien nach Deutschland bekannt.

Belgische Corona-Patienten könnten in NRW behandelt werden

20.22 Uhr: Angesichts stark ausgelasteter Intensivstationen hat Belgien Deutschland um die Aufnahme von Corona-Patienten gebeten. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa könnten die Betroffenen in Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen verlegt werden. Die Bundesregierung ist in die Planung und Organisation der Verlegung der belgischen Patienten demnach bisher nicht eingebunden.

Über die Bitte Belgiens berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga unter Berufung auf den Leiter der medizinischen Notfallhilfe, Marcel Van der Auwera. Einige Krankenhausstandorte hätten keine Intensivbetten mehr zur Verfügung.

In den vergangenen 14 Tagen gab es in Belgien offiziellen Angaben zufolge knapp 450 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner. Zwar ist das ein leichter Rückgang im Vergleich zu den Vorwochen, doch gleichzeitig stieg die Zahl der Todesfälle – ebenfalls nur leicht – auf durchschnittlich knapp 40 pro Tag. In Belgien leben rund 11,5 Millionen Menschen.

Indiens Coronakatastrophe: »Bitte helft uns mit Sauerstoff, sonst kommt es zur Tragödie«

19.30 Uhr: Eine Million Infizierte – in drei Tagen: Nirgendwo grassiert das Coronavirus so heftig wie in Indien. Nach SPIEGEL-Informationen bittet das Land nun die Bundeswehr um Hilfe. Lesen Sie hier mehr dazu.

Erste Corona-Impfungen mit Johnson & Johnson-Präparat in Italien

17.55 Uhr: In Italien sind die ersten Corona-Impfdosen des Präparats von Johnson & Johnson verabreicht worden. Wie das Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte, wurde die Vakzine in einem Impf-Drive-in südöstlich der Hauptstadt Rom gespritzt. Italien hatte am Mittwoch die ersten 184.000 Johnson & Johnson-Dosen verteilt. Am Dienstag hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA dem Mittel eine erneute Empfehlung ausgesprochen.

Stand Samstagmorgen wurden in dem Land mit rund 60 Millionen Einwohnern bislang knapp 17,1 Millionen Corona-Impfungen verabreicht. Die Regierung geht davon aus, bis Ende kommender Woche das Ziel von 500.000 Impfungen pro Tag zu erreichen, wie der außerordentliche Kommissar für den Coronanotfall mitteilte.

Hälfte der britischen Bevölkerung hat erste Corona-Impfung erhalten

17.46 Uhr: Mehr als die Hälfte der britischen Gesamtbevölkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie am Samstagnachmittag aus Zahlen der Regierung hervorging, sind bis einschließlich Freitag bislang knapp 45,6 Millionen Corona-Impfungen im Vereinigten Königreich verabreicht worden. Rund 33,5 Millionen Britinnen und Briten haben demnach ihre erste Impfung erhalten, mehr als zwölf Millionen auch schon ihre zweite. Insgesamt leben in Großbritannien schätzungsweise 66,8 Millionen Menschen.

Der Schauspieler Stephen Fry wird in der Londoner Kirche Westminster Abbey geimpft

Der Schauspieler Stephen Fry wird in der Londoner Kirche Westminster Abbey geimpft

Foto: Stefan Rousseau / dpa

Großbritannien ist stolz auf den Erfolg seiner Impfkampagne, wie die Regierung in London am Freitagabend mit einem lange angekündigten Film untermauerte. In dem Film mit dem Titel »A Beacon of Hope« (»Ein Leuchtfeuer der Hoffnung«) sind emotionale Szenen der Impfkampagne zu sehen, bei der Menschen unter anderem in Kathedralen oder Stadien immunisiert wurden. Auch der Oxford/AstraZeneca-Impfstoff wird als heimische Wunderwaffe gefeiert. Unerwähnt wird dabei allerdings gelassen, dass die Briten anders als die EU bislang keine Impfdosen an andere Länder exportieren. Auch die verheerende Bilanz von mehr als 150.000 Coronatoten kommt nicht zur Sprache.

Günther Jauch verpasst wegen Corona-Infektion erneut RTL-Show

16.35 Uhr: Moderator Günther Jauch (64) verpasst wegen seiner Corona-Infektion am Samstag erneut die RTL-Show »Denn sie wissen nicht, was passiert« (DSWNWP). Wie er ersetzt wird, werde erst in der Liveshow am Abend verraten, teilte ein RTL-Sprecher mit. Zuvor hatte der Branchendienstes dwdl.de darüber berichtet.

Günther Jauch

Günther Jauch

Foto: Henning Kaiser / dpa

Jauch hatte zuletzt bereits in zwei Folgen der Show aussetzen müssen, in der er normalerweise mit Barbara Schöneberger (47) und Thomas Gottschalk (70) auftritt. Grund war die bei ihm festgestellte Infektion mit dem Coronavirus und die damit zusammenhängende Quarantäne. »Ich muss einfach Geduld haben«, hatte Jauch vor einer Woche gesagt.

Prominente distanzieren sich von ihrer Teilnahme an Aktion #allesdichtmachen

15.45 Uhr: Nach heftiger Kritik an einer Protestaktion prominenter Schauspieler gegen die Coronamaßnahmen distanzieren sich immer mehr Beteiligte von der Kampagne unter dem Motto #allesdichtmachen. Die Videos von etwa zehn Schauspielern waren am Samstag auf der Website der Kampagne nicht mehr verfügbar. Zu ihnen zählten Heike Makatsch, Meret Becker, Ken Duken und Kostja Ullmann.

Prominente wie Nadja Uhl, Ulrich Tukur und Jan Josef Liefers hatten am Donnerstagabend mehr als 50 ironisch zugespitzte Videos online veröffentlicht, in denen sie sich über Politik und Medien lustig machten. Nach Lob aus der AfD und von sogenannten Querdenkern distanzierten sich einige Prominente davon.

Schauspielerin Ulrike Folkerts erklärte auf Instagram, ihre Teilnahme an der Aktion sei »ein Fehler« gewesen. Die als Diskussionsbeitrag gedachten Videos seien »vielleicht falsch zu verstehen« gewesen.

Nora Tschirner und Christian Ulmen

Nora Tschirner und Christian Ulmen

Foto: Sebastian Kahnert/ picture alliance / dpa

Zahlreiche andere Prominente hatten die Aktion deutlich kritisiert. Elyas M'Barek etwa kommentierte das Video von »Babylon Berlin«-Hauptdarsteller Volker Bruch mit den Worten: »Come on, das ist doch Blödsinn.« »Tatort«-Kommissar Hans-Jochen Wagner fragte Liefers: »Das kann doch nicht dein Ernst sein?«

Die »Tatort«-Darsteller Nora Tschirner - »unfuckingfassbar« - und Christian Ulmen - »heute bisschen für Kollegen schämen« - zeigten sich ähnlich entsetzt. Moderator und Notfallsanitäter Tobias Schlegel twitterte: »Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben.«

DFB beschließt Abbruch der Junioren-Bundesligen

14.09 Uhr: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat den Abbruch sämtlicher Junioren-Bundesligen beschlossen. Betroffen sind die A-Junioren-Bundesligen sowie die Bundesligen der B-Juniorinnen und B-Junioren. Alle Spielzeiten bleiben ohne Wertung, auch der DFB-Pokal der Junioren endet wegen der Coronapandemie ohne Sieger.

Laut DFB sprachen sich die teilnehmenden Vereine in Meinungsabfragen mehrheitlich für den Abbruch aus. »Die Saison ohne sportliche Sieger*innen beenden zu müssen, schmerzt natürlich«, sagte die stellvertretende DFB-Generalsekretärin Heike Ullrich: »Dennoch ist klar: Im Sinne der Gesundheit aller Beteiligten ist diese Entscheidung zum Abbruch die richtige.«

Ulrich Matthes kritisiert #allesdichtmachen

12.00 Uhr: Der Präsident der Deutschen Filmakademie, Schauspieler Ulrich Matthes, sieht die Videoaktion #allesdichtmachen kritisch. Er unterstelle mal eine gute Absicht. »Diese gute Absicht ist nur ordentlich schiefgegangen«, sagte Matthes der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Er habe sich sehr gewundert über die Unterstellung in den meisten der Videos, es gäbe keinen Diskurs darüber, ob die Maßnahmen in der Pandemie berechtigt seien.

Ulrich Matthes

Ulrich Matthes

Foto: Jens Kalaene/ dpa

»Dieser Diskurs wird seit einem Jahr medial geführt. Der wird im Bundestag geführt, den führen die Stammtische, den führen wir permanent alle«, sagte Matthes. »Und die Kolleginnen und Kollegen beklagen mittels dieser vermeintlichen Satire, dass dieser Diskurs nicht stattfände, und geben damit – und das ist meine Hauptkritik – indirekt Schützenhilfe für die »Querdenker«-Szene und die AfD.«

Unter dem Schlagwort #allesdichtmachen hatten mehrere Schauspieler mit ironisch-satirischen Clips die Coronapolitik in Deutschland kommentiert. Einige Teilnehmer distanzierten sich später von ihren Beiträgen. Einige Videos wurden von der Internetseite genommen, etwa Beiträge von Meret Becker, Kostja Ullmann und Heike Makatsch.

»Ich finde die Krokodilstränen, die einige der Kolleginnen und Kollegen jetzt weinen, sie seien so gründlich missverstanden worden, vollkommen unverständlich, weil manche Textbausteine fast wörtlich aus der »Querdenker«-Szene stammen könnten«, sagte Matthes. Seit zwei Jahren ist er Präsident der Deutschen Filmakademie in Berlin. Auch in der Filmbranche führte die Aktion zu Debatten.

Merkel sieht keine Alternative zu Ausgangsbeschränkungen

11.35 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht mit Blick auf die Erfahrungen anderer europäischer Staaten keine Alternative zu den seit Samstag geltenden Regeln der sogenannten Corona-Notbremse. »Kein Land, das es geschafft hat, die dritte Welle der Pandemie zu brechen und dann Lockerungen vorzunehmen, hat das ohne vorher harte Maßnahmen wie nächtliche Ausgangsbeschränkungen geschafft«, sagte die Kanzlerin in ihrer wöchentlichen Videobotschaft. Auch Deutschland komme deshalb »nicht um die Maßnahmen herum«. Nur mit den in dieser Woche beschlossenen bundesweiten Einschränkungen sei es möglich, in überschaubarer Zeit von den sehr hohen Corona-Infektionsraten wieder herunterzukommen.

»Unsere Impfkampagne, sie nimmt immer mehr Fahrt auf – sie ist der Schlüssel zur Überwindung der Pandemie«, fügte Merkel hinzu. Bislang sind rund sieben Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft. Den Anteil der Menschen, die die erste Dosis einer Covid-19-Vakzine erhalten haben, gab das Robert Koch-Institut am Samstag mit 22,8 Prozent an.

Merkel verwies die angespannte Lage auf den Intensivstationen vieler Krankenhäuser. Sie sagte: »Was wir von Ärzten und dem Pflegepersonal hören, das sind wahre Hilferufe.«

Leere Straße in Bamberg

Leere Straße in Bamberg

Foto: Nicolas Armer/ dpa

In zahlreichen Städten und Landkreisen greift seit Samstag die Corona-Notbremse des Bundes. In Gebieten, wo die Sieben-Tage-Inzidenz am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag über dem Wert von 100 lag, gilt zwischen null und fünf Uhr eine Ausgangssperre, wobei gewichtige Gründe wie etwa die Pflege von Angehörigen, die Versorgung von Tieren, Notfälle oder berufliche Notwendigkeiten Ausnahmen bilden.

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Regierung erklärt Indien zum Virusvariantengebiet

11.40 Uhr: Wegen der Coronavirus-Mutation in Indien werden Einreisen aus dem Land nach Deutschland weitgehend gestoppt. »Um unsere Impfkampagne nicht zu gefährden, muss der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden«, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daher werde die Bundesregierung Indien kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklären – ab Sonntagnacht dürften dann nur noch Deutsche aus Indien einreisen.

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Altmaier: »Im Juni oder Juli« über Ausnahmen für Geimpfte sprechen

11.20 Uhr: Wirtschaftsminister Peter Altmaier geht davon aus, dass »im Juni oder Juli« über Ausnahmen für Corona-Geimpfte gesprochen werden kann. Das sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Samstag). »Also ob Menschen, die zweimal geimpft sind, der Aufenthalt in Quarantäne erspart werden kann – etwa nach Kontakten mit Infizierten oder nach Auslandsreisen. Oder ob die Menschen ein Restaurant besuchen können, ohne vorher einen Schnelltest zu machen. Ich kann mir das gut vorstellen.« Aber das seien Fragen, bei denen man stark auf die Expertise der Wissenschaft und ihre Erkenntnisse mit den Impfungen angewiesen sei.

Iran kündigt Stopp von Einreisen aus Indien an

11.10 Uhr: Iran kündigt einen Einreisestopp für Reisende aus Indien an. Damit soll die Ausbreitung der neuen Coronavirus-Doppelmutante verhindert werden. »Das indische Virus ist gefährlicher als die englische und die brasilianische Variante«, sagt Präsident Hassan Ruhani im Fernsehen.

Ramelow mit AstraZeneca geimpft

11.00 Uhr: Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat seine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Der 65-Jährige ließ sich am Samstag in einer Hausarztpraxis in Kranichfeld den Impfstoff von AstraZeneca spritzen. »Ich fühle mich sicherer, und ich fühle mich sicher«, erklärte der Linkenpolitiker anschließend. Sicherer fühle er sich, »weil ich mich mit AstraZeneca bewusst für einen Impfstoff entschieden habe, der mein volles Vertrauen hat«. In den vergangenen Woche hatten sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker mit dem Präparat von AstraZeneca impfen lassen.

Bodo Ramelow

Bodo Ramelow

Foto: via www.imago-images.de / imago images/Political-Moments

Pakistans Kliniken von Covid-Fällen überlastet

10.55 Uhr: Das Gesundheitssystem Pakistans ist wegen der zunehmenden Anzahl von Corona-Erkrankungen immer stärker überlastet. Am Samstag meldeten die Gesundheitsämter des Landes eine Rekordzahl von 157 Coronatoten binnen einem Tag. Gleichzeitig wurden 4682 Patienten auf Intensivstationen behandelt – auch das ist eine Rekordzahl. Wie im Nachbarland Indien wird in den Kliniken der Sauerstoff zur Beatmung knapp. Am Freitag hatte die Regierung das Militär zu Hilfe gerufen, um die Einhaltung der Coronaregeln durchzusetzen.

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens sprüht Desinfektionsmittel in einer Moschee

Ein Mitarbeiter des Gesundheitswesens sprüht Desinfektionsmittel in einer Moschee

Foto: Ppi / dpa

Angesichts von 216 Millionen Einwohnern erscheinen die Zahlen im internationalen Vergleich noch niedrig. »Die tatsächliche Zahl der mit Corona verbundenen Todesfälle ist aber höher als berichtet«, erklärte der Generalsekretär der Pakistanischen Ärztevereinigung PMA, Qaiser Sajjad, der Deutschen Presse-Agentur. Wer nicht im Krankenhaus sterbe, werde oft statistisch nicht erfasst, und viele Familien würden Covid-19 als Todesursache verschweigen, um ein normales Begräbnis eines verstorbenen Angehörigen zu ermöglichen.

Das islamisch geprägte südasiatische Land hatte nach Angaben des Gesundheitsministeriums bis Samstag gut 790.000 Infektionen und rund 17.000 Todesfälle registriert. Einige Krankenhäuser nehmen keine neuen Coronapatienten mehr auf, weil sie keine Kapazitäten mehr haben. Seit Februar wurden in Pakistan etwa 1,5 Millionen Menschen geimpft.

Handballerinnen von Bayer Leverkusen in Quarantäne

10.45 Uhr: Auch die Handball-Bundesliga der Frauen wird in der entscheidenden Saisonphase von der Coronapandemie stark beeinflusst. Drei Spielerinnen von Bayer Leverkusen wurden positiv auf das Virus getestet, die gesamte Mannschaft befindet sich nun in Quarantäne. Dies gab der Klub am Samstag bekannt.

Oberverwaltungsgericht bestätigt Demo-Verbot von Gegnern der Coronaregeln in Chemnitz

10.30 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht im sächsischen Bautzen (OVG) hat das Verbot einer für diesen Samstag geplanten Demonstration von Gegnern der Corona-Schutzmaßnahmen in Chemnitz bestätigt. Die Gefährdungsprognose der Stadt sei nicht zu beanstanden, hieß es in der Begründung am Samstagmorgen. Von der geplanten Versammlung mit 5000 Teilnehmern gehe in infektionsschutzrechtlicher Hinsicht eine konkrete und erhebliche Gefahr aus. Auch bei Demonstrationen im Freien bestehe nach wissenschaftlichen Erkenntnissen die Gefahr von Ansteckungen.

Die Gruppe »Chemnitz steht auf« hatte eine Kundgebung mit bis zu 5000 Teilnehmern am Karl-Marx-Monument angemeldet. Das hatte die Stadt mit Blick auf die geltenden Vorschriften zur Eindämmung der Coronapandemie untersagt. Dagegen war die Initiative juristisch vorgegangen. Das Verwaltungsgericht Chemnitz hatte das Verbot Freitagnachmittag in einem Eilverfahren bestätigt und nun auch das OVG. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Das Bündnis hatte schon Ende März in der Chemnitzer Innenstadt eine größere Kundgebung abhalten wollen, die damals von der Stadt mit Blick auf das hohe Infektionsgeschehen untersagt worden war. Auch dieses Verbot war von Gerichten bestätigt worden. Trotzdem war es in der Innenstadt zu Ansammlungen gekommen, wobei laut Polizei in einem Fall mutmaßliche Rechtsextremisten auch Polizisten attackierten.

Die Polizeidirektion Chemnitz bereitet sich unabhängig von dem Verbot auf einen Einsatz in der Stadt vor. Schwerpunkt werde die Innenstadt sein, informierte Sprecherin Jana Ulbricht am Freitag. Deswegen könne es dort am Samstagnachmittag zu Verkehrsbehinderungen kommen.

Justizministerin Lambrecht fordert mehr Freiheiten für Geimpfte

10.25 Uhr: Für Menschen mit vollem Corona-Impfschutz sollten bestimmte Einschränkungen nach Ansicht von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) bald aufgehoben werden. »Wenn feststeht, dass eine Impfung nicht nur vor einer Erkrankung schützt, sondern auch die weitere Übertragung des Virus verhindern kann, muss das bei den Maßnahmen berücksichtigt werden«, sagte die SPD-Politikerin dem »Handelsblatt«. »Das ist kein Privileg für Geimpfte, sondern ein Gebot der Verfassung.«

Neuseeland schränkt Corona-Reisekorridor mit Australien teilweise ein

09.30 Uhr: Nach der Entdeckung eines Corona-Infektionsfalls in Australien hat Neuseeland den erst kürzlich eröffneten Reisekorridor mit dem Nachbarland in Teilen wieder geschlossen. Der Reiseverkehr zwischen Neuseeland und dem Bundesstaat Westaustralien werde gemäß den Vereinbarungen zum »transtasmanischen« Korridor »ausgesetzt«, teilte die neuseeländische Regierung am Freitag mit. Reisen aus anderen australischen Bundesstaaten und Territorien nach Neuseeland sind demnach noch möglich.

Zuvor hatten die Behörden des Bundesstaats Westaustralien einen dreitägigen Lockdown für die Regionen Perth und Peel angekündigt. Hintergrund war die Entdeckung einer Corona-Infektion bei einem Reisenden.

Laut örtlichen Medienberichten handelte es sich dabei um einen Mann um die 50, der am Mittwoch von Melbourne nach Perth geflogen war. Nach der vorgeschriebenen Quarantäne in Perth besuchte er dort demnach Restaurants, eine Universität, ein Schwimmbad, einen Arzt sowie einen Freund. Medienberichten zufolge wurde auch der Freund inzwischen positiv auf das Coronavirus getestet.

Neuseeland und Australien hatten den Corona-Reisekorridor am vergangenen Sonntag eröffnet – mehr als ein Jahr nach der Schließung der Grenzen wegen der Coronapandemie. In Australien leben Hunderttausende Neuseeländer. Vor der coronabedingten Grenzschließung herrschte zwischen beiden Ländern deshalb ein reger Pendelverkehr.

Neuseeland gilt weltweit als Vorbild im Kampf gegen die Coronapandemie. In dem Land mit fünf Millionen Einwohnern gab es seit Beginn der Coronapandemie vor einem Jahr nur 26 Todesfälle durch Covid-19.

Karliczek fordert von Ländern Aufstockung des Nachhilfeprogramms

08.45 Uhr: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich an dem angekündigten Nachhilfeprogramm für Schüler in der Coronakrise finanziell kräftig zu beteiligen. »Ich sehe die Länder in der Verantwortung, die vom Bund angebotene eine Milliarde Euro für das Nachhilfeprogramm substanziell aufzustocken«, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Samstag). »Bildung ist Ländersache. Dieses Aktionsprogramm sollte eine nationale Kraftanstrengung sein.«

Die Bundesregierung will insgesamt bis zu zwei Milliarden Euro für ein Aktionsprogramm zur Verfügung stellen, mit dem die Folgen von Schul- und Kitaschließungen in der Coronakrise abgemildert werden sollen. Die eine Säule soll dabei das mit einer Milliarde durch den Bund geförderte Nachhilfeprogramm sein.

»Zudem wird der Bund eine Fülle an Maßnahmen ergreifen, um die Kinder und Jugendlichen wieder in ihrer Entwicklung insgesamt zu stärken«, sagte Karliczek. Dabei gehe es um Kulturprogramme, aber auch um die Schulsozialarbeit. »Auch für diese zweite Säule denken wir an einen ähnlichen Betrag wie beim Nachhilfeprogramm.« Der Bund will das Programm nach ihren Angaben voraussichtlich nächste Woche auflegen.

Die Ministerin wies darauf hin, dass nach Einschätzung des Lehrerverbandes 20 bis 25 Prozent der Schüler und Schülerinnen größere Lücken hätten. »Diese Schüler wollen wir mit der Hilfe erreichen«, sagte Karliczek. »Starten soll das Nachhilfeprogramm unmittelbar mit Beginn des kommenden Schuljahres. Damit das klappt, müssen Nachhilfeinstitute, pensionierte Lehrer und auch Lehramtsstudenten einbezogen werden.«

Indien meldet mit mehr als 2600 Corona-Todesfällen neuen Höchststand

08.42 Uhr: In Indien verschärft sich die Coronalage zunehmend: Am Samstag wurde mit 2624 Todesfällen binnen 24 Stunden nach Behördenangaben ein neuer Höchststand erreicht. Die Zentralregierung war derweil bemüht, die völlig überlasteten Krankenhäuser mit zusätzlichem Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten zu versorgen. Am Samstag wurden mehr als 340.000 Neuinfektionen gemeldet.

Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten seit Pandemiebeginn nun bei 16,5 Millionen. Damit liegt Indien weltweit auf Platz zwei hinter den USA. Fast 190.000 Menschen in Indien starben an oder mit dem Virus.

Vor den Krankenhäusern in den Großstädten bilden sich jeden Tag lange Schlangen von Erkrankten und deren Angehörigen. Täglich sehen sich die Kliniken mit hunderttausenden neuen Coronafällen konfrontiert. Allein in den vergangenen drei Tagen wurden knapp eine Million Neuinfektionen gemeldet.

Experten rechnen damit, dass der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle frühestens in drei Wochen erreicht wird. Zudem gehen sie von einer hohen Dunkelziffer bei den Todesfällen und Infektionen aus.

Die Zentralregierung hat inzwischen Sonderzüge organisiert, um Sauerstoff in die am schlimmsten betroffenen Städte zu bringen. Einer dieser Züge traf am Samstagmorgen mit 30.000 Litern Sauerstoff an Bord in Lucknow im Bundesstaat Uttar Pradesh ein, wo er von bewaffneten Sicherheitskräften zu den Krankenhäusern transportiert wurde. Auch die indische Luftwaffe wird für den Transport von Sauerstoff und anderen Hilfsgütern eingesetzt

Städte- und Gemeindebund fordert »Paketversandsteuer«

07.55 Uhr: Der Städte- und Gemeindebund fordert eine finanzielle Paketabgabe für den Onlinehandel zur Unterstützung der Innenstädte. Der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, sagt dem »Handelsblatt«, der Trend zum Onlineeinkauf werde wohl auch nach der Pandemie anhalten. »Wir brauchen daher Strategien, mit denen das Sterben unserer Innenstädte und Ortskerne aufgehalten wird.« Dazu gehöre eine Paketversandsteuer.

Einheitlicher Start der Freibadsaison zum 1. Mai fällt aus

07.23 Uhr: Der Beginn der Freibadsaison dürfte in diesem Jahr an den meisten Orten noch auf sich warten lassen. »Normalerweise werden die Bäder am 1. Mai eröffnet. Ob der Termin in diesem Jahr möglich ist, ist aufgrund des derzeitigen Pandemiegeschehens eher fraglich«, teilte der Deutsche Städte- und Gemeindebund (DStGB) auf dpa-Anfrage mit.

Mann bei Instandhaltungsmaßnahme im leeren Schwimmbecken des Freibads Kleefelder Bad-Annabad

Mann bei Instandhaltungsmaßnahme im leeren Schwimmbecken des Freibads Kleefelder Bad-Annabad

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Im vergangenen Jahr, das ebenfalls schon im Zeichen von Corona stand, hätten Freibäder erst Ende Juni öffnen können. In diesem Jahr planten viele Städte und Gemeinden die Öffnung für Mitte bis Ende Mai. »Städte und Gemeinden sind entschlossen, ihre Freibäder zu öffnen, sobald sie dies dürfen und es die Wetterlage erlaubt«, betonte DStGB-Dezernent Uwe Lübking.

Auch die Deutsche Gesellschaft für das Badewesen glaubt nicht an einen bundesweit einheitlichen Freibadstart zum 1. Mai. »Aufgrund fehlender Planungssicherheit nimmt der Optimismus in der Branche zunehmend ab«, teilte Geschäftsführer Christian Mankel der dpa mit. Sportliche Aktivität im Freien werde jedoch nicht den gesamten Sommer verboten werden können.

Besucherinnen und Besucher der Freibäder werden sich auch in der diesjährigen Saison auf Einschränkungen einstellen müssen. Die allermeisten Bäder richteten sich auf vergleichbare Szenarien wie im vergangenen Jahr ein, hieß es von Mankel. »Onlineticketing mit festen Zeitfenstern und Besucherlimitierungen werden bleiben. Anstelle von Zettelwirtschaft am Einlass werden noch mehr digitale Instrumente zum Einsatz kommen.« So seien erste Testläufe mit der Luca-App von Bädern positiv bewertet worden.

Ganztägige Ausgangssperre für über zwei Millionen Menschen in Australien

07.10 Uhr: In Australien dürfen über zwei Millionen Menschen im Bundesstaat West-Australien nur in begründeten Fällen ihr Haus verlassen. Die ganztägige Ausgangssperre gilt von Samstag bis Montag. Auslöser der Maßnahme ist ein Reiserückkehrer, der aus der Quarantäne mit einem negativen Coronatest entlassen wurde, bei dem aber später doch das Virus nachgewiesen wurde. Der Mann hat sich mehrere Tage in der Bundeshauptstadt Perth aufgehalten und dort nach Behördenangaben mindestens einen Menschen angesteckt.

USA setzen Coronaimpfstoff von Johnson & Johnson wieder ein

06.11 Uhr: Nach Bedenken wegen Fällen von Blutgerinnseln werden in den USA die Coronaimpfungen mit der Vakzine von Johnson & Johnson wieder aufgenommen.

Kein Ende des Outdoor-Booms in Sicht

05.45 Uhr: Mehr als ein Viertel der Bürger zieht es während der Coronakrise vermehrt an die frische Luft. In einer repräsentativen Yougov-Umfrage sagten 28 Prozent, bei ihnen habe sich nichts geändert – und ebenfalls 28 Prozent gestanden, seltener vor die Tür zu gehen als vor Beginn der Krise. Doch von den Frischluftbegeisterten hat demnach ein gutes Drittel neue Aktivitäten begonnen, an erster Stelle Wandern (14 Prozent), gefolgt von Jogging (10 Prozent). Der Rest verteilt sich auf Radfahren, E-Bike, Bergsteigen und andere Aktivitäten. Yougov befragte 2007 Bürger über 18, Auftraggeber war der bayerische Bekleidungshersteller Schöffel.

Wanderer im ehemaligen Bergbauerndorf Gerstruben

Wanderer im ehemaligen Bergbauerndorf Gerstruben

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Von den Outdoor-Novizen werde ein Teil wieder wegfallen, wenn die Pandemie vorbei sei, sagt Firmenchef Peter Schöffel in Schwabmünchen. Den Wander- und Spazierboom führt er in Lockdown-Zeiten zum Teil auf »einen Mangel an Alternativen« zurück. »Aber es werden deutlich mehr Aktive bleiben, als es vor der Pandemie waren.« Diese kleinen Auszeiten lernten viele Menschen zu schätzen, »und sie werden es auch nicht mehr aufgeben«.

Laut Yougov sagten 29 Prozent der Befragten, dass sie auch nach der Pandemie mehr Outdoor-Aktivitäten betreiben wollten. »Etwa 30 Prozent Novizen sind hinzugekommen«, sagt Schöffel. »Menschen, die vorher vielleicht mal zu Fuß beim Bäcker waren und nun das Spazierengehen für sich entdeckt haben.«

RKI meldet 23.392 Neuinfektionen

05.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut  (RKI) binnen eines Tages 23.392 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen des RKI von Samstagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5:03 Uhr wiedergeben. Deutschlandweit wurden nach RKI-Angaben innerhalb von 24 Stunden 286 neue Todesfälle verzeichnet. Nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich.

Am Samstag vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 23.804 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 219 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Samstagmorgen bundesweit bei 164,4. Am Vortag hatte das RKI diese Sieben-Tage-Inzidenz mit 164,0 angegeben, am Samstag vergangener Woche mit 160,7, vor vier Wochen (27.3.) mit 124,9.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.268.645 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 2.882.300 an. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 81.444.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag nach dem RKI-Lagebericht von Freitagabend bei 1,08 (Vortag: 1,01). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 108 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Bericht: Entwurf des Justizministeriums zu Lockerungen für Geimpfte

05.15 Uhr: Das Bundesjustizministerium hat einem »Bild«-Bericht zufolge eine Vorlage erarbeitet, wonach staatliche Beschränkungen für Corona-Geimpfte wegfallen könnten. In dem Papier für die Ministerpräsidentenkonferenz am Montag heißt es demnach: Es sei »nach aktueller Feststellung des Robert Koch-Instituts davon auszugehen, dass Geimpfte und Genesene ein geringeres Risiko haben, andere Menschen anzustecken, als durch einen Antigentest negativ Getestete«. Daher seien die Erleichterungen oder die Ausnahmen auch für Geimpfte und Genesene vorzusehen. Das Papier befinde sich aber noch in Abstimmung, hieß es.

Die heikle Frage, welche Beschränkungen für Geimpfte wegfallen sollen, wird laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Ministerpräsidentenkonferenz mit im Zentrum stehen. Ein Aspekt sei: »Wie behandele ich vollständige Geimpfte in Relation zu tagesaktuell negativ Getesteten?« Voller Impfschutz könne einem negativen Testergebnis gleichgestellt werden. Das betrifft laut Angaben des CDU-Politikers vom Freitag etwa den Wegfall der Quarantänepflicht nach einem Kontakt zu einem Infizierten, die Regeln bei Einreiseverordnungen und bei Öffnungsschritten etwa für Geschäfte.

Bereits am Freitag hieß es zudem, dass die Regierung für die Runde der Länderchefs eine Übersicht zu den Rechtsfragen vorbereite. Mögliche Umsetzungen könnte der Bund mit der neu im Infektionsschutzgesetz eingeführten Ermächtigung für Verordnungen treffen – mit Zustimmung von Bundestag und Bundesrat.

Intensivstationen in Belgien am Limit

05.05 Uhr: Angesichts der verheerenden dritten Corona-Welle in Belgien hat das Gesundheitsministerium des Landes am Freitag vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt. Etwa 900 der 2000 Intensivbetten in Belgien sind demnach mit Covid-19-Patienten belegt. Der Behördenvertreter Marcel Van der Auwera sagte, die Mitarbeiter auf den Intensivstationen seien »erschöpft«. Seinen Angaben zufolge erklärte sich Deutschland zur Aufnahme belgischer Covid-Patienten bereit.

Die Mitarbeiter auf den Intensivstationen gäben seit einem Monat »130 Prozent«, sagte Van der Auwera. Die angespannte Situation werde voraussichtlich noch »zwei oder drei Wochen« andauern.

Wegen der hohen Belegung der in Belgien verfügbaren Intensivbetten mit Covid-Patienten hätten viele Krankenhäuser Schwierigkeiten, andere Notfälle zu behandeln, etwa Opfer von Autounfällen. Am Freitag habe es in ganz Belgien nur 82 freie Intensivbetten für solche Fälle gegeben, sagte Van der Auwera.

Deutschland habe sich nach einer entsprechenden Bitte Brüssels bereit erklärt, Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen. Bereits während der zweiten Corona-Welle im November waren Covid-Patienten aus Belgien nach Deutschland verlegt worden.

Trotz der dramatischen Lage in den Krankenhäusern hält die Regierung von Belgiens Ministerpräsident Alexander De Croo an der für Anfang Mai geplanten Lockerung des Corona-Lockdowns fest. Restaurants und Cafés dürfen vom 8. Mai an ihre Außenbereiche wieder öffnen, bekräftigte De Croo am Freitag. Pro Tisch seien dann vier Gäste erlaubt. Die Lockerungen seien möglich, weil die Impfkampagne in Belgien besser voranschreite »als erwartet«.

Die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen in Belgien lag in den vergangenen sieben Tagen im Schnitt bei gut 3500. 2,5 Millionen der 11,5 Millionen Einwohner des Landes haben bereits mindestens eine Corona-Impfung erhalten.

150.000 Menschen nutzen Melde-App nach Coronaimpfung

04.35 Uhr: Mehr als 150.000 Menschen haben seit dem Start der Impfkampagne den Behörden über eine Smartphone-App gemeldet, wie gut sie die Impfung vertragen haben. Nach Angaben des Langener Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) waren das 1,5 Prozent der bisher geimpften Personen. Je mehr Geimpfte die App »SafeVac 2.0« nutzen, desto aussagekräftiger sind die Daten.

»Diese Daten tragen dazu bei, dass die Verträglichkeit der Impfung über die klinischen Prüfungen vor der Zulassung hinaus in der breiten Anwendung noch besser beurteilt werden kann«, so das PEI. Die Informationen werden verschlüsselt auf dem Smartphone gespeichert und dem PEI mit einer Zufallsnummer übermittelt.

Die Teilnehmer werden nach jeder Impfung ausführlich nach gesundheitlichen Beschwerden gefragt: siebenmal innerhalb von drei Wochen nach der ersten Impfung und achtmal innerhalb von vier Wochen nach der zweiten Impfung. Weitere Befragungen folgen sechs und zwölf Monate nach der letzten Impfung. Dabei wird auch abgefragt, ob sich die Teilnehmer trotz der Impfung später mit Corona infizierten und ob sie an Covid-19 erkrankten, also Symptome entwickelten.

Kanzleramt begrüßt Aufhebung der Impfpriorisierung bei AstraZeneca

04.15 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun begrüßt die Aufhebung der Priorisierung beim AstraZeneca-Impfstoff in Hausarztpraxen in mehreren Bundesländern. »Wenn dadurch, dass man die Priorisierung fallen lässt, jetzt in den Hausarztpraxen AstraZeneca schneller verimpft wird, dann ist das sehr, sehr gut«, sagte der CDU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«. »Das ist ein guter und sicherer Impfstoff.«

Man müsse einmal mit demjenigen, der sich impfen lassen wolle, darüber reden, ob er eine besondere Thromboseneigung habe, sagte Braun. »In so einem Fall würde man das nicht empfehlen, aber ansonsten kann der Arzt entscheiden. Das begrüße ich.«

Nach der Priorisierungsaufhebung in mehreren Bundesländern appellierte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, an die Patienten, wenn möglich eine Mail zu schreiben. »Wenn die Telefonleitungen dauerbelegt sind, dann ist damit niemandem geholfen«, sagte Weigeldt dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND).

Mit Blick auf Bedenken gegenüber AstraZeneca, sagte Braun: »Gerade weil die Medizin so gewissenhaft ist und auch kleine Risiken versucht zu minimieren, nehmen viele Menschen Risiken deutlich größer wahr.« Es sei die Aufgabe von Ärzten, das Risikoverhältnis zu erklären und deutlich zu machen, dass Impfstoffe, die in Europa zugelassen sind, ein sehr hohes Sicherheitsniveau haben.

In Sachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Berlin wurde der Impfstoff von AstraZeneca in dieser Woche für alle Altersgruppen freigegeben. Für Menschen unter 60 Jahren soll die Impfung aber nur nach einer ausführlichen Beratung erfolgen.

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EVP-Chef Weber: Alle Flugverbindungen aus Indien in die EU aussetzen

03.10 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Infektionslage in Indien hat der Chef der EVP-Fraktion im Europaparlament, Manfred Weber (CSU), die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen aus dem südasiatischen Schwellenland in die EU gefordert. Weber begründete seinen Vorstoß in der »Bild«-Zeitung mit der in Indien grassierenden Corona-Variante. »Die indische Doppelvariante scheint sich schnell auszubreiten und die Situation dort droht außer Kontrolle zu geraten«, warnte er.

In Deutschland und der EU seien bereits einige Corona-Infektionen mit der indischen Mutante aufgetreten, hob Weber hervor. »Diesmal müssen die EU-Innenminister schneller und konsequenter handeln und sofort ein vorübergehendes Verbot von Flügen aus Indien und Einreisebeschränkungen verhängen.«

Weber verwies in der »Bild« darauf, dass Kanada und Großbritannien bereits entsprechende Schritte eingeleitet hätten. Insgesamt müssten die EU-Länder »aufgrund der Dynamik der Corona-Pandemie besser und schneller im koordinierten Vorgehen werden«.

Auch Vorstandsvorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, sprach sich für Schutzmaßnahmen gegen die indische Corona-Variante aus. »Die indische Mutationsvariante des Virus, die besonders ansteckend und besonders gefährlich sein soll, führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind«, sagte er der »Rheinischen Post«.

»Nur wo Infektionen ablaufen, können auch Mutationen stattfinden«, so Montgomery. Daher sei das deutsche Infektionsschutzgesetz, das bundesweit eine Notbremse ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner vorsieht, richtig. »Deswegen brauchen wir Kontaktbeschränkungen und ein konsequentes, einheitliches Vorgehen«, sagte er.

Die Corona-Infektionszahlen waren in Indien zuletzt dramatisch gestiegen. Am Freitag meldeten die Behörden weitere 330.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden sowie 2000 neue Todesfälle. Die Krankenhäuser in Indien sind überlastet, vielerorts gehen die Sauerstoffvorräte zur Beatmung von Covid-19-Patienten zur Neige.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Indien als Hochinzidenzgebiet eingestuft, die Einstufung tritt am Sonntag um Mitternacht in Kraft. Bislang wurden laut RKI in Deutschland 21 Corona-Infektionen mit der indischen Variante B.1.617 nachgewiesen. Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Indien.

Altmeier: Keine schnellen Freiheiten für Geimpfte

02.20 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) dämpft Erwartungen, Geimpfte könnten schnell mehr Freiheiten bekommen. »Aktuell haben über 20 Prozent eine Erstimpfung erhalten«, sagt Altmaier den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich gehe davon aus, dass wir im Juni oder Juli über Ausnahmen sprechen können. Also ob Menschen, die zweimal geimpft sind, der Aufenthalt in Quarantäne erspart werden kann – etwa nach Kontakten mit Infizierten oder nach Auslandsreisen.« Er könne sich auch gut vorstellen, dass »Menschen ein Restaurant besuchen können, ohne vorher einen Schnelltest zu machen«.

Weiterhin verteidigt Altmeier die Ausgangssperre. »In praktisch allen Nachbarstaaten hat sich gezeigt, dass solche Ausgangssperren nicht nur rechtmäßig sind, sondern auch einen effektiven Beitrag zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr liefern können«. Dadurch sei aus seiner Sicht die Verhältnismäßigkeit erwiesen. »Solange noch jede Woche über 1.000 Menschen an Corona sterben, können wir nicht auf sie verzichten.«

Trudeau lässt sich mit AstraZeneca-Vakzin gegen Corona impfen

01.30 Uhr: Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat seine erste Corona-Impfung mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca erhalten. Begleitet von seiner Frau Sophie Grégoire Trudeau zog der 49-jährige Regierungschef am Freitag in einer Apotheke in Ottawa vor laufenden Kameras sein Hemd aus, um sich die Spritze geben zu lassen. Die Kanadier rief er dazu auf, so bald wie möglich ebenfalls einen Impftermin zu vereinbaren.

Berichte über seltene Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit AstraZeneca-Impfungen hatten weltweit Ängste ausgelöst. In vielen Ländern, darunter auch in Deutschland, wurden wegen der Blutgerinnsel-Fälle Altersgrenzen für die Impfung mit AstraZeneca eingeführt.

Ein kanadisches Expertengremium, das die Regierung in Ottawa in Gesundheitsfragen berät, sagte am Freitag jedoch, dass der Impfstoff für alle Menschen über 30 Jahren sicher sei. Die meisten der zehn kanadischen Provinzen empfehlen Impfungen mit dem AstraZeneca-Vakzin bislang ausschließlich für Menschen über 40 oder 45 Jahren. Zuletzt hatte die Provinz Ontario, in der auch die kanadische Hauptstadt Ottawa liegt, allen Bürgern ab 40 Jahren ein Impfangebot gemacht.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau hat sich mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen lassen

Foto: Adrian Wyld / dpa

Trudeaus Frau Sophie hatte sich im März des vergangenen Jahres mit dem Coronavirus angesteckt. Der Premierminister musste sich damals in seinem Haus in Ottawa isolieren. Trudeau nannte es am Freitag eine »Erleichterung zu wissen, dass eine einfache Geste« wie die Impfung dabei helfe, sich selbst und seine Liebsten zu schützen. »Wenn Sie also an der Reihe sind, lade ich Sie ein, so schnell wie möglich einen Termin zu machen«, sagte er.

In Kanada sind insgesamt vier Corona-Impfstoffe zugelassen. Bislang wurden in dem Land 1,1 Millionen Dosen des AstraZeneca-Impfstoffs verimpft. Die kanadischen Gesundheitsbehörden haben vier Fälle von Blutgerinnseln im Zusammenhang mit den AstraZeneca-Impfungen registriert. Den Angaben zufolge sind inzwischen alle Betroffenen genesen.

cop/mnk/ngo/dpa/AFP/AP/Reuters
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