Corona-News am Samstag Kultusminister wollen im Ausnahmefall Wechselunterricht in Oberstufen einführen

Die Schulen sollen nicht schließen, in Hotspot-Gebieten wird ab der elften Klasse künftig aber womöglich nur noch in kleineren Gruppen unterrichtet. Und: Portugal schränkt die Bewegungsfreiheit weiter ein. Der Überblick am 21. November.
Wechselunterricht könnte womöglich auch in den unteren Klassen an weiterführenden Schulen eingeführt werden (Symbolfoto)

Wechselunterricht könnte womöglich auch in den unteren Klassen an weiterführenden Schulen eingeführt werden (Symbolfoto)

Foto: Herbert Neubauer / dpa

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+++ Kultusminister wollen im Ausnahmefall Wechselunterricht in oberen Klassen +++

22.45 Uhr: Die Kultusminister der Länder wollen in der Corona-Pandemie die Schulen grundsätzlich offen halten, plädieren aber für einige eng begrenzte Ausnahmen.

So sollen vom Infektionsgeschehen besonders betroffene Schulen in Hotspot-Gebieten ab der 11. Klasse auf einen rollierenden Präsenzunterricht in verkleinerten Lerngruppen umstellen können. Das haben die Minister nach Informationen des Nachrichtenportals "ThePioneer" und der Nachrichtenagentur dpa beschlossen.

In einem zweiten Schritt sollen diese Ausnahmen auf untere Klassenstufen der weiterführenden Schulen (Sekundarstufe I) ausgeweitet werden können. Eine feste Zahlengröße, ab welcher Infektionszahl das gelten soll, haben die Minister ausdrücklich nicht festgelegt.

Zur Eindämmung des Infektionsgeschehens schlagen sie eine Maskenpflicht im Unterricht vor, wie sie bereits in einigen Ländern gilt – zunächst für die gymnasiale Oberstufe und berufsbildende Schulen, gegebenenfalls aber auch für die Sekundarstufe I. Der Unterrichtsbeginn könne gestaffelt erfolgen, um die Infektionsgefahr im Nahverkehr zu reduzieren, heißt es weiter. Die Kommunen sollen spezielle Schülertransporte mit Hilfe privater Unternehmen anbieten.

An besonders coronabetroffenen Schulen sollen vermehrte, zeitnahe Tests durchgeführt werden. »Die Schulen tragen so weit wie möglich zur Nachverfolgung der Infektionsketten bei«, heißt es. Nach Zulassung eines Impfstoffes müsse die Möglichkeit sichergestellt werden, dass das schulische Personal vorrangig ein Impfangebot erhält.

Frankreich meldet erneuten Rückgang bei täglichen Neuinfektionen

23.45 Uhr: Frankreichs Gesundheitsministerium hat am Samstag 17.881 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet. Am Vortag waren es noch 22.882 gewesen. Die Krankenhäuser verzeichnen demnach 276 weitere Corona-Tote nach 386 am Freitag.

Insgesamt sind damit bislang 48.518 Tote in Frankreich bestätigt, von denen 33.231 in Kliniken mit oder an Covid-19 starben. Die Zahl der Erkrankten, die in Krankenhäusern liegen, sei ebenso wie die derjenigen auf Intensivstationen den fünften Tag in Folge zurückgegangen.

Portugal schränkt Bewegungsfreiheit weiter ein

22.50 Uhr: In Portugal gelten künftig neue Einschränkungen der Bewegungsfreiheit. Das teilte Ministerpräsident António Costa mit. In den kommenden beiden Wochen dürfen die Portugiesen jeweils von Freitag um 23 Uhr beziehungsweise 24 Uhr bis Dienstag um 5 Uhr ihre Wohnbezirke bis auf wenige Ausnahmen nicht verlassen. Unter anderem wurde zudem eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz eingeführt.

Costa erklärte, er wäre »sehr überrascht«, falls der am Freitag vom Parlament vorerst bis zum 7. Dezember verlängerte Ausnahmezustand an den Weihnachtstagen nicht mehr benötigt wird.

»Dazu müsste die Bekämpfung der Pandemie ungewöhnliche schnelle Erfolge aufweisen«, sagte der Ministerpräsident. Im Rahmen des Notstandsdekrets herrschen bereits seit dem 9. November in weiten Teilen des Landes unter anderem Ausgehbeschränkungen und Sperrstunden, darunter auch in der Hauptstadt Lissabon und in der nördlichen Metropole Porto.

Das Land hatte mit 6994 Neuinfektionen binnen 24 Stunden am Donnerstag einen neuen Höchstwert seit Ausbruch der Pandemie gemeldet. Im Vergleich zu anderen Ländern Europas war Portugal im Frühjahr relativ gut durch die Pandemie gekommen. 

Seit Wochen verschlechtert sich nun jedoch die Lage. Nach jüngsten Zahlen der EU-Agentur ECDC steckten sich binnen 14 Tagen 803,7 je 100.000 Einwohner mit dem Virus an. In Deutschland lag diese sogenannte 14-Tage-Inzidenz zuletzt bei 313,2.

Corona-Impfung für Spanier ab Januar gratis und freiwillig

21.00 Uhr: Die Bürger Spaniens werden sich nach Schätzung der Regierung bereits ab Januar freiwillig gegen das Coronavirus impfen lassen können. "Irgendwann im Januar" werde man mit den Impfungen beginnen können, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Samstag in Interviews mit verschiedenen spanischen Medien. Eine Impfpflicht wäre zwar in Spanien rechtlich möglich, "nach Meinung vieler Experten aber wohl sogar kontraproduktiv". Jüngst hatte Illa bereits angekündigt, die Impfung werde für die Spanier gratis sein.

Illa äußerte die Überzeugung, dass sich ein großer Teil der Spanier wird impfen lassen wollen. "Spanien ist ein Land mit einer ausgeprägten Impftradition", sagte der Minister der linken Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Man erwarte, dass schon bis Mitte kommenden Jahres rund 70 Prozent der zirka 47 Millionen Bürger Spaniens geimpft sein werden.

Infektionen in USA steuern auf Zwölf-Millionen-Marke zu

19.35 Uhr: In den USA ist die Zahl der bestätigten Corona-Infektionen nach Angaben der Seuchen-Kontrollbehörde CDC binnen eines Tages um 192.673 auf 11.843.490 gestiegen. Zudem kletterte demnach die Zahl der Toten um 1885 auf 253.600. Wenige Tage vor dem verlängerten Thanksgiving-Wochenende steuert das von der Pandemie am stärksten betroffene Land damit auf die Marke von zwölf Millionen Infektionen zu. Das CDC rät dringend von Reisen an den bevorstehenden Feiertagen ab. "Wir sind alarmiert durch den exponentiellen Anstieg an Fällen und Krankenhauseinweisungen."

WHO-Chef Tedros fordert faire Verteilung von Corona-Impfstoffen

18.55 Uhr: Der Chef der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, hat die G20-Staaten aufgefordert, weltweit eine "faire Verteilung" der Corona-Impfstoffe zu gewährleisten. Die sei die Voraussetzung zur Eindämmung der Pandemie und für eine schnellere Erholung der Weltwirtschaft, sagte Tedros am Samstag in der Videoschalte der Staats- und Regierungschefs. Den Ländern der G20, die zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaft repräsentierten, komme dabei besondere Verantwortung zu, sagte er dem von der WHO verbreiteten Redetext zufolge.

Merkel ruft G20 zu "globaler Kraftanstrengung" gegen Corona auf

18:27 Uhr: Zum Auftakt des G20-Gipfels haben mehrere Teilnehmer zum gemeinsamen Kampf der Staaten gegen die weltweite Corona-Pandemie aufgerufen. Eine derartige globale Herausforderung könne »nur mit einer globalen Kraftanstrengung überwunden werden«, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Samstag bei dem virtuellen Spitzentreffen in einer vorab aufgezeichneten Videobotschaft. Der saudi-arabische König Salman mahnte als Gastgeber: »Wir haben eine Pflicht, uns der Herausforderung bei diesem Gipfel gemeinsam zu stellen und eine starke Botschaft der Hoffnung zu geben.«

Fast 20.000 Neuinfektionen an einem Tag in Großbritannien

17.08 Uhr: In Großbritannien haben sich innerhalb von 24 Stunden 19.875 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. 341 Menschen starben an dem Virus. Beide Zahlen stellen einen leichten Rückgang gegenüber den Daten vom Vortag dar.


Von der Leyen fordert mehr Geld für Kampf gegen Corona

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: "Wir müssen globale Solidarität zeigen"

EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen: "Wir müssen globale Solidarität zeigen"

Foto: OLIVIER HOSLET/POOL/EPA-EFE/Shutterstock

 16.41 Uhr: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat beim G20-Gipfel der führenden Wirtschaftsnationen eine stärkere finanzielle Unterstützung der globalen Initiative zur Bewältigung der Corona-Pandemie gefordert. Von der Leyen rief nach eigenen Angaben in ihrem Redebeitrag dazu auf, bis Jahresende weitere 4,5 Milliarden US-Dollar (3,8 Milliarden Euro) für die Koordinationsplattform ACT Accelerator bereitzustellen. Es gehe darum, weltweit Corona-Tests, Behandlungen und Impfungen zu ermöglichen.

Pandemie schlägt auf Wirtschaft in Nigeria und Südafrika

16.23 Uhr: Nigeria bekommt die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus-Ausbruchs zu spüren. Die größte Volkswirtschaft Afrikas rutschte im dritten Quartal in die Rezession. Dem Land machen neben der Pandemie auch die niedrigen Ölpreise zu schaffen. Südafrika musste unterdessen einen Rückschlag an den internationalen Finanzmärkten hinnehmen. Die Ratingagenturen Fitch und Moody's stuften die Bonität, die zuvor bereits Ramsch-Status hatte, weiter herab. Dem am stärksten industrialisierten Land des Kontinents brechen in der Pandemie die Steuereinnahmen weg, während die Ausgaben im Kampf gegen das Virus und dessen wirtschaftliche Folgen steigen.

Leipzig akzeptiert Maskenbefreiungs-Attest von Demo-Veranstalter nicht

16.17 Uhr: In Leipzig muss die Demonstration gegen die Anti-Corona-Maßnahmen auf dem Kurt-Masur-Platz entfallen. An mehreren Orten in der Stadt sind für heute Proteste geplant, auch zahlreiche Gegendemonstranten sind gekommen. Lesen Sie hier mehr.

Altmaier stellt weitere Hilfen in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: "Aber es wird so sein, dass wir niemanden im Regen stehen lassen"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier: "Aber es wird so sein, dass wir niemanden im Regen stehen lassen"

Foto: Fabian Sommer / dpa

15.00 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier stellt im Fall einer Verlängerung und Verschärfung von Beschränkungen im Kampf gegen die Pandemie weitere Wirtschaftshilfen in Aussicht. »Als Wirtschaftsminister stehe ich dafür ein, dass wir den Betroffenen dann auch ein akzeptables Hilfsangebot machen«, sagt der CDU-Politiker im Deutschlandfunk laut Vorabbericht. Altmaier ließ demnach offen, ob die November-Hilfen eins zu eins auch im Dezember gewährt würden. Dies könne erst nach den Bund-Länder-Beschlüssen am kommenden Mittwoch geklärt werden.

Höchststand an Neuinfektionen in Russland

14.53 Uhr: In Russland hat die Zahl der Neuinfektionen und Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsbehörden verzeichneten 24.822 Ansteckungen und 476 Todesfälle binnen 24 Stunden. Erst am Donnerstag hatte die Zahl der Neuansteckungen in dem Land die Zwei-Millionen-Marke überschritten – am Samstag waren es insgesamt 2.064.748 Fälle.

Die meisten Neuinfektionen wurden in der Hauptstadt Moskau (7168) und der zweitgrößten Stadt des Landes, Sankt Petersburg (2476), registriert. Die russische Regierung schließt striktere Einschränkungen bislang aus, um die Wirtschaft nicht weiter zu schwächen. Der Kreml nannte die Lage »besorgniserregend«, erklärte jedoch, die Situation weiter unter Kontrolle zu haben.

Saudischer König mahnt bei G20 gerechten Impfstoffzugang an

14.24 Uhr: Der saudische König Salman fordert zum Auftakt des virtuellen G20-Gipfels eine gleichberechtigte Verteilung von Corona-Impfstoffen und -Medikamenten. Die Mittel müssten für alle erschwinglich sein, betont er. Den G20 gehören die führenden Industrie- und Schwellenländer an.

Vereinzelte neue Infektionen in China: Eine Million Menschen getestet

13.53 Uhr: Nach vereinzelten neuen Infektionen sind in der nordchinesischen Stadt Tianjin eine Million Menschen auf das Coronavirus getestet worden. Die Massentests wurden im Hafengebiet von Binhai vorgenommen, nachdem dort in einem Wohngebiet fünf neue lokal übertragene Infektionen und weitere drei asymptomatische Fälle festgestellt worden waren, wie Staatsmedien berichteten.

Zwei weitere lokale Ansteckungen wurden jeweils aus Shanghai sowie aus Manzhouli in der Inneren Mongolei gemeldet. Bus- und Zugverbindungen in die Stadt an der Grenze zu Russland wurden unterbrochen, wie die Webseite Toutiao berichtete. Seit dem Sommer hat China das Virus mit strengen Maßnahmen, Massentests, Quarantäne, Kontaktverfolgung und strikten Einreisebeschränkungen weitgehend unter Kontrolle gebracht.

Merz will Weihnachtsfeiern in Familien – »Geht den Staat nichts an«

13.15 Uhr: CDU-Vorsitzkandidat Friedrich Merz hat Bund und Länder davor gewarnt, die Corona-Beschränkungen über Weihnachten aufrechtzuerhalten. »Man kann doch wohl Mitte November schon sagen, dass Weihnachten in den Familien stattfinden kann«, sagte Merz dem »Tagesspiegel«. »Das sollte nicht infrage gestellt werden. Ich persönlich sage: Es geht den Staat auch nichts an, wie ich mit meiner Familie Weihnachten feiere.«

Skeptisch zeigte sich der frühere Unionsfraktionschef mit Blick auf Menschenansammlungen bei Silvesterpartys. »Auch was den Jahreswechsel betrifft, kann man doch jetzt auch einmal schon einen Ausblick geben: Silvesterpartys können wohl nicht stattfinden. Auch das könnte man Mitte November schon einmal sagen, so viel wird sich bis Ende des Jahres nicht ändern.«

Er würde sich als Staatsbürger dieses Landes »ein bisschen mehr Horizont in der zeitlichen Planung« wünschen, betonte Merz. Am kommenden Mittwoch wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder erneut über die Corona-Auflagen beraten.

Viele Bürger haben Angst vor einsamem Weihnachtsfest

13.10 Uhr: Vor Beginn der Advents- und Weihnachtszeit haben die Menschen einer Forsa-Umfrage zufolge vor allem Angst vor Krankheit und vor Einsamkeit. Die Mehrheit der Befragten (54 Prozent) belastet die Sorge, dass ein Familienmitglied die Feiertage im Bett oder gar im Krankenhaus verbringen muss, teilte die Kaufmännische Krankenkasse (KKH)  mit. Psychisch belastend ist für viele außerdem die Angst vor der Einsamkeit an Weihnachten: 41 Prozent befürchten, das Fest wegen der Pandemie im kleineren Kreis oder gar allein feiern zu müssen. Jeden Vierten belastet wiederum die Sorge, über die Feiertage möglicherweise nicht verreisen zu können (23 Prozent).

Hohe Beteiligung beim Corona-Massentest in Südtirol

11.51 Uhr: In der norditalienischen Provinz Südtirol ist die Beteiligung der Bürger am freiwilligen Corona-Massentest groß. Seit Öffnung der Teststationen in der kleinen Alpen-Provinz ließen bis zum Samstagmorgen fast 140.000 Menschen einen Abstrich machen. Wie die Behörden im Internet mitteilten, erhielten dabei bis 10 Uhr des zweiten Tages insgesamt 1744 Menschen (1,3 Prozent) ein positives Corona-Resultat. Die Reihenuntersuchung auf das Virus Sars-CoV-2 läuft an knapp 200 Testpunkten bis zum Sonntagabend.

Die Provinz Bozen-Südtirol hofft, dass am Ende zwei Drittel der Bürger und Bürgerinnen einen Antigen-Schnelltest machen. Das wären etwa 350.000 Menschen. Sollte die Aktion die Pandemie bremsen, wollen die Politiker möglichst rasch ihre Einstufung als rote Zone aufheben.

Nach 16 Corona-Fällen: Strafe gegen Uruguays Fußballverband

11.32 Uhr: Nach 16 Corona-Fällen beim zweimaligen Fußballweltmeister Uruguay hat sich die Regierung des Landes eingeschaltet. Wie Gesundheitsminister Daniel Salinas via Twitter mitteilte, sei der nationale Fußballverband wegen Nichteinhaltung des vorgeschriebenen Corona-Hygieneprotokolls mit einer Geldstrafe von umgerechnet rund 12.600 Euro belegt worden.

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Auslöser des Ärgers war ein in den sozialen Medien verbreitetes Foto von einem Grillabend des Nationalteams nach dem Erfolg in der WM-Qualifikation gegen Kolumbien (3:0). Zu sehen waren neun Spieler, die dicht beieinander saßen. Fünf davon wurden drei Tage später positiv getestet. »Da fehlte jede Vorsicht«, sagte Salinas.

Italien erhöht Corona-Finanzhilfen erneut

10.47 Uhr: Italiens Regierung will die Finanzhilfen für die von den Corona-Sperren besonders betroffenen Firmen etwa in Handel, Kultur und Gastronomie noch einmal aufstocken. Das Kabinett von Ministerpräsident Giuseppe Conte verabschiedete am Freitagabend ein Dekret, das rund zwei Milliarden Euro an Hilfen für den Rest des Jahres 2020 umfasst.

In dem Mittelmeerland gelten seit Anfang November in sogenannten roten Zonen strenge Ausgangsbeschränkungen. Außerdem ist dort ein Großteil der Geschäfte zu. Das neue Notpaket sieht auch Hilfen zu Unterstützung armer Bürger und zum Kauf von Arzneimitteln zur Behandlung von Patienten mit Covid-19 vor.

Iran gibt Widerstand gegen Corona-Lockdown auf

Aus wirtschaftlichen Erwägungen war Präsident Ruhani bisher gegen einen Lockdown

Aus wirtschaftlichen Erwägungen war Präsident Ruhani bisher gegen einen Lockdown  

Foto: Rouzbeh Fouladi / imago images/ZUMA Wire

10.26 Uhr: In Iran ist ein strenger Lockdown in der Hauptstadt Teheran und mehr als 160 anderen Groß- und Kleinstädten eingeführt worden, um den drastischen Anstieg der Fallzahlen zu stoppen. Damit dürfen nur noch wenige Branchen ihre Arbeit ausüben. Auch Schulen, Universitäten und Basare wurden geschlossen. Zwei Drittel der Beamten im öffentlichen Dienst müssen nun von zu Hause aus arbeiten. Außerdem dürfen zwischen 21.00 Uhr abends und 4.00 Uhr früh außer Taxis keine Personenkraftwagen unterwegs sein.

Die Einschränkungen sind zwar zunächst nur für zwei Wochen geplant. Sollten die Fallzahlen jedoch nicht sinken, müsste der Lockdown nach den Worten von Präsident Hassan Ruhani danach weiterlaufen. Um das zu vermeiden, müssten sich alle Bürger strikt an die Corona-Vorschriften halten, sagte Ruhani im Staatsfernsehen. Auch Treffen mit Familien, Verwandten und Freunden sollten vermieden werden.

Schulen bleiben in Polen bis Weihnachten geschlossen

10.25 Uhr: Polen lockert in der Vorweihnachtszeit die Corona-Schutzmaßnahmen für den Einzelhandel. Unter Einhaltung strengster Hygieneauflagen dürften Geschäfte in Einkaufszentren vom 28. November an wieder öffnen, sagte Ministerpräsident Mateusz Morawiecki. Restaurants, Bars sowie Fitnessstudios und Kultureinrichtungen bleiben bis nach Weihnachten geschlossen. Der landesweite Fernunterricht an allen Schulen wird bis zu den Feiertagen verlängert. Außerdem werden die Winterferien, die bislang ähnlich wie in Deutschland regional unterschiedlich verteilt waren, landesweit einheitlich für die Zeit vom 4. bis 17. Januar angesetzt. Zudem mahnte Morawiecki an, dass die Bürger Weihnachten nur im engsten Familienkreis feiern und nicht reisen sollten.

Zwei Wochen nach der Verhängung eines Teil-Lockdowns sind die Infektionszahlen immer noch dramatisch hoch in Polen – das Gesundheitsministerium vermeldete zuletzt 24.213 neue Fälle. 574 Menschen fielen dem Virus zum Opfer. Die polnischen Zahlen sind zwar denen in Deutschland ähnlich, dabei hat Polen aber weniger als die Hälfte der Einwohner.

Neuinfektionen in den USA erreichen Höchststand

10.11 Uhr: In den USA hat die Zahl der Neuinfektionen binnen einem Tag einen Höchststand erreicht. Die Behörden meldeten am Freitag innerhalb von 24 Stunden 195.542 neue Fälle, wie aus Daten der Universität Johns Hopkins (JHU) in Baltimore vom Samstagmorgen (MEZ) hervorging. Der bislang höchste Tageswert war erst am Vortag registriert worden und lag bei 187.833 Fällen.

Sohn von Rudy Giuliani positiv auf Corona getestet

08.40 Uhr: Andrew Giuliani, ein Berater des Weißen Hauses und Sohn von US-Präsident Trumps persönlichem Anwalt Rudy Giuliani, hat mitgeteilt, dass er positiv auf Covid-19 getestet wurde. Giuliani arbeitet seit 2017 in einem Büro des Weißen Hauses. Er habe leichte Symptome und halte sich an die Quarantäneregeln, teilte Giuliani auf Twitter mit.

Laut mehreren Berichten nahm er an der Pressekonferenz seines Vaters am Donnerstag im Hauptquartier des Republikanischen Nationalkomitees in Washington, D.C. teil. Der ältere Giuliani und andere Anwälte der Trump-Kampagne sprachen ohne Maske von einem Podest vor Dutzenden von Zuschauern.

Jenna Ellis, eine andere Trump-Anwältin, die auf der Pressekonferenz sprach, schrieb auf Twitter, dass sie und der ältere Giuliani »beide negativ auf Covid-19 getestet wurden«. Mehrere Mitarbeiter des Weißen Hauses wurden in den letzten Wochen positiv auf das Virus getestet, darunter der Stabschef Mark Meadows.

Laut einem Bericht der »New York Times« haben sich mindestens vier weitere Personen, die neben Andrew im Weißen Haus arbeiten, in den letzten Tagen mit dem Virus infiziert. Auch Trumps Sohn Donald Trump Jr. wurde positiv getestet.

Fast 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

06.05 Uhr: In Deutschland haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI)  22.964 neue Corona-Infektionen binnen 24 Stunden gemeldet.

Im Vergleich zum Wert vor einer Woche wurden gut 500 Fälle mehr gemeldet. Am vergangenen Samstag hatte die Zahl gemeldeter Neuinfektionen bei 22.461 gelegen. Der Höchststand war am Freitag mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Die Anzahl der Neuinfektionen ist allerdings nur bedingt mit denen der Vorwochen vergleichbar, da unter anderem das RKI die Empfehlungen für Corona-Tests angepasst hat, wer noch getestet werden soll. Der Schritt war nötig, da immer mehr Labors an die Belastungsgrenze gerieten. Doch die Entscheidung könnte neben der Zahl der Neuinfektionen auch den Anteil der positiven Tests beeinflussen. Lesen Sie hier mehr dazu.

Das RKI zählt seit Beginn der Pandemie insgesamt 902.528 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2 in Deutschland. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus stieg bis Samstag um 254 auf insgesamt 13.884. Das RKI schätzt, dass rund 593.100 Menschen inzwischen genesen sind.

Virologen und Mediziner für längere Anti-Corona-Maßnahmen

05.45 Uhr: Mehrere Virologen und Mediziner halten angesichts weiter hoher Corona-Infektionszahlen eine Verlängerung oder gar Verschärfung der bisherigen Beschränkungen für geboten.

»Zielsetzung war es, einen deutlichen Rückgang der Neuinfektionen zu erreichen. Fast drei Wochen nach Beginn der Maßnahmen sehen wir aber keinen deutlichen Abfall, sondern eine Seitwärtsbewegung«, sagte der Chefvirologe der Universität Heidelberg, Hans-Georg Kräusslich, der »Rhein-Neckar-Zeitung«. Es sei also klar, dass das eigentliche Ziel nicht erreicht worden sei.

Der Virologe Alexander Kekulé fordert deshalb Verschärfungen. »Beim nächsten Bund-Länder-Treffen am Mittwoch braucht es unbedingt neue Anti-Corona-Beschlüsse. Dazu sollte gehören, dass an allen weiterführenden Schulen die Klassen sofort geteilt werden und auf Wechselunterricht umgestellt wird«, sagte der Experte von der Universität Halle-Wittenberg der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Er plädierte zugleich dafür, Kitas und Grundschulen offen zu lassen.

»Zweitens sollten die Weihnachtsferien bundesweit eine Woche vor dem 24. Dezember beginnen.« Das wäre der 17. Dezember – in den meisten Ländern beginnen die Ferien am 19., in anderen erst am 23. Dezember. »Dadurch würde man auch die außerschulischen Kontakte deutlich reduzieren«, so Kekulé. Das könne einen wertvollen Puffer schaffen, um bis zum Jahreswechsel zurück in den grünen Bereich zu kommen.

Kanzleramtschef Braun: Weihnachten ohne Großeltern unvorstellbar

Kanzleramtschef Braun: »Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern«

Kanzleramtschef Braun: »Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern«

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Pool / Getty Images

03.40 Uhr: Trotz weiterhin hoher Corona-Infektionszahlen und der Diskussion über eine Verschärfung der Maßnahmen setzt Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) darauf, dass das Weihnachtsfest im Familienkreis gefeiert werden kann. »Es ist für mich nicht vorstellbar, dass die Großeltern an Weihnachten nicht mitfeiern«, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zugleich appellierte er an die Menschen, dafür Sorgfalt walten zu lassen. »Wichtiger als die Anzahl der Menschen, die zusammenkommen, ist, dass man vorher seine Kontakte reduziert und darauf achtet, dass niemand Symptome hat«, sagte er.

Der Wunsch des Kanzleramts, dass jede Familie privat nur noch mit einer Person aus einem weiteren Haushalt Kontakt haben soll, sei keine Verpflichtung. »Es handelt sich nicht um eine Vorschrift, sondern um einen Verhaltenshinweis. Es ist eine Art Winter-Knigge«, sagte Braun.

Kanzlerin Angela Merkel und die Landesregierungschefs wollen am Mittwoch über das weitere Vorgehen gegen die Pandemie beraten. Im Gespräch ist eine Verlängerung der seit November geltenden Beschränkungen.

Spahn bewertet Teil-Lockdown als Erfolg im Kampf gegen Corona-Pandemie

03.00 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bewertet den Teil-Lockdown diesen Monat als einen Erfolg im Kampf gegen die Corona-Pandemie. »Der Wellenbrecher funktioniert doch«, sagte Spahn im Streitgespräch der Zeitung »Die Welt« mit FDP-Chef Christian Lindner. »Das exponentielle Wachstum ist gebrochen«, fügte Spahn mit Blick auf die Corona-Infektionszahlen hinzu. »Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen – einmal mehr.«

Spahn rechtfertigte, dass die Bundesregierung die Priorität auf die Senkung der Infektionszahlen lege. »Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit«, hob der Minister hervor. »Wenn die Infektionszahlen steigen, steigt früher oder später auch der Behandlungsbedarf auf den Intensivstationen.« Belgien, die Niederlande und Frankreich hätten Deutschland bereits erneut gebeten, Patienten aufzunehmen, weil ihre Intensivkapazitäten ausgeschöpft seien.

»Ich will, dass wir die Welle brechen, bevor unnötig viel Leid in den Krankenhäusern entsteht«, sagte Spahn. Bislang habe die Bundesregierung dabei mit vergleichsweise milden Maßnahmen gute Ergebnisse erreicht.

Der FDP-Vorsitzende Lindner warf der Regierung hingegen Strategielosigkeit vor. »Meine Befürchtung ist: Wir finden aus dem aktuellen November-Lockdown in diesem Jahr nicht wieder raus«, sagte er der »Welt«. »Und falls wir ihn beenden, dann ist wenige Wochen später der nächste da. Das wäre eine Stop-and-go-Politik, die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden verursacht.«

Lindner kritisierte, mit einem besseren Schutz der Risikogruppen wäre die Schließung von Gastronomie, Kultur, Freizeit und Sport unnötig gewesen. Es sei »möglich, auch öffentliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, sofern Abstand und Hygiene eingehalten werden«.

DIHK-Umfrage – Teil-Lockdown trifft deutsche Wirtschaft hart

02.55 Uhr: Die Corona-Pandemie löst bei mehr als der Hälfte der deutschen Unternehmen einen Nachfrageeinbruch aus. Das geht aus einer aktuellen DIHK-Umfrage unter mehr als 13.000 Unternehmen aller Branchen und Regionen hervor. »Gekürzte Investitionsbudgets drücken in vielen Weltregionen derzeit die Nachfrage auch nach deutschen Produkten«, teilte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit. Im Inland komme es wegen der neuen Corona-Beschränkungen und des Teil-Lockdowns in etlichen Branchen zu weiteren Nachfrageausfällen. »Insgesamt rechnen mehr als zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland 2020 mit einem Umsatzrückgang.«

Besonders hoch sei der Anteil der Betriebe, die weniger Einnahmen beklagen, im Gastgewerbe (93 Prozent), der Reisewirtschaft (94 Prozent) sowie der Kultur- und Kreativwirtschaft (90 Prozent). »Insbesondere in diesen Branchen stehen die Geschäfte derzeit komplett oder in großen Teilen still.« Aber auch im Kfz-Handel (73 Prozent) und in der Industrie (69 Prozent) verzeichneten überdurchschnittlich viele Betriebe Umsatzrückgänge für dieses Jahr. Gesamtwirtschaftlich liegt das laut DIHK unter anderem an einer geringeren Nachfrage (51 Prozent), an stornierten Aufträgen (29 Prozent) sowie an logistischen Engpässen bei Zuliefererprodukten (14 Prozent).

Als Reaktion auf die Krise müssen der Umfrage zufolge aktuell 49 Prozent der Unternehmen Investitionen streichen oder verschieben. Vier von zehn Firmen müssten Kosten einsparen, fast ein Viertel ihr Personal abbauen. Viele Unternehmen entwickelten in der Krise aber auch kreative Lösungen, indem sie etwa die Digitalisierung vorantrieben (36 Prozent), ihre Onlinepräsenz ausbauten (32 Prozent) oder Geschäftsmodelle umstellten (22 Prozent).

Bundesministerin: Corona-Impfstoff wird Sicherheitsstandards erfüllen

01.05 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Sicherheit der neuen potenziellen Corona-Impfstoffe betont. »Der Impfstoff wird die gleichen Sicherheitsstandards erfüllen wie alle anderen«, sagte Karliczek der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. »Das heißt auch, dass die Behörden nach der Zulassung weiter eng begleiten und einen Blick auf die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs haben – also genauso wie das sonst auch abläuft.« Sie fügte hinzu: »Es braucht sich also niemand Sorgen zu machen.« Karliczek betonte: »Die Impfung bleibt absolut freiwillig.«

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte deutlich gemacht, dass sie schon im Dezember oder »sehr schnell nach der Jahreswende« mit der Zulassung eines Corona-Impfstoffs in Europa rechnet. Das Mainzer Unternehmen Biontech bereitet zusammen mit dem US-Pharmariesen Pfizer bereits einen Zulassungsantrag für Europa vor, hieß es von den beiden Firmen am Freitag.

jon/cop/mfh/mjm/fek/dpa/AFP/Reuters/AP
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