Corona-News am Samstag Saarlands Innenminister Bouillon an Covid-19 erkrankt

Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon ist positiv auf das Coronavirus getestet worden – trotz Booster-Impfung. Und: In den stark betroffenen Bundesländern drängen Menschen in die Impfzentren. Der Überblick.
Klaus Bouillon (CDU)

Klaus Bouillon (CDU)

Foto: Martin Schutt / picture alliance / dpa

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Saarlands Innenminister Bouillon an Covid-19 erkrankt

19.37 Uhr: Der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU) ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Eine Ministeriumssprecherin bestätigte am Samstagabend eine entsprechende Meldung des Saarländischen Rundfunks . Der 73-Jährige sei doppelt geimpft und bereits geboostert – das heißt, er hat auch eine Auffrischungsimpfung erhalten. Bouillon habe Erkältungssymptome und befinde sich in häuslicher Quarantäne, berichtet der Saarländische Rundfunk. Wo sich der Minister infiziert habe, sei unklar.

Großer Andrang vor vielen Impfzentren

19.20 Uhr: Dem rasanten Anstieg bei den Corona-Neuinfektionen folgt mancherorts in Deutschland ein großer Andrang bei den Impfangeboten. Etwa in Bayern mussten Impfwillige am Samstag aufgrund der hohen Nachfrage mit langen Wartezeiten rechnen. In Augsburg appellierte die Stadt bereits am Samstagvormittag an die Bürgerinnen und Bürger, das Impfzentrum ohne Termin nicht mehr aufzusuchen. Die Kapazitäten seien ausgeschöpft. Nach Angaben einer Sprecherin war dort nicht nur der Impfstoff knapp, auch personell stieß das Impfzentrum an Grenzen. Auch in München hatten Impfzentrum und Impfstationen mit dem großen Andrang zu kämpfen. Das Gesundheitsreferat der Landeshauptstadt appellierte deswegen an die Bürger, Impftermine zu vereinbaren.

Wegen der hohen Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen war auch an den Thüringer Impfstellen am Samstag viel los. Landesweit konnten sich die Menschen am Samstag bis 13.30 Uhr ohne vorherige Terminvereinbarungen in den regionalen Impfstellen gegen Covid-19 spritzen lassen. Etwa in Gera warteten aber auch später noch zahlreiche Menschen vor der Impfstelle. Bei der Impfstation der Stadt Magdeburg in Sachsen-Anhalt sah es am Samstag ähnlich aus. Seit einer Woche werde dem Impfpunkt »die Bude eingerannt«, sagte der Impfkoordinator Dennis Brandt. »Heute und gestern sind neue Rekordzahlen.«

Thüringen und Bayern weisen nach Sachsen unter den Bundesländern die höchsten Sieben-Tages-Inzidenzen auf.

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen in Italien

18.20 Uhr: In Italien haben landesweit zahlreiche Menschen erneut gegen die Corona-Politik der Regierung demonstriert. In der norditalienischen Metropole Mailand versammelten sich am Samstag der Nachrichtenagentur Ansa zufolge etwa 4000 Menschen am Friedensbogen Arco della Pace. Vor Ort sprach auch der als Impfgegner bekannte Robert Kennedy Jr., der Neffe des früheren US-Präsidenten John F. Kennedy.

Die Gegner lehnen unter anderem den sogenannten Grünen Pass ab. Mit dem digitalen oder ausdruckbaren Zertifikat können Menschen nachweisen, gegen Covid-19 geimpft, negativ getestet oder nachweislich genesen zu sein.

Die Regierung von Mario Draghi hatte den Grünen Pass Mitte Oktober ausgeweitet. Seitdem gilt die 3G-Regel, um zur Arbeit gehen zu können. Unter den Demonstranten sind aber auch Gegner der Corona-Impfungen, die in Italien »No Vax« genannt werden.

Lockdown für Ungeimpfte in Österreich möglicherweise schon ab Sonntag Mitternacht

17.07 Uhr: Österreich will den geplanten Lockdown für Ungeimpfte nach derzeitigen Plänen bereits am Sonntag um Mitternacht in Kraft setzen. Er soll vorerst bis 24. November gelten, geht aus einem Entwurf der Verordnung vor, die die Nachrichtenagentur APA am Samstag einsehen konnte. Die Maßnahmen seien nötig zur »Verhinderung eines Zusammenbruchs der medizinischen Versorgung«.

Die Regierung wollte mit den Bundesländern am Sonntag über die Pläne beraten. Es zeichnete sich im Vorfeld bereits eine breite Zustimmung ab. Ein Ausschuss des Nationalrats sollte am Sonntagabend über die Verordnung entscheiden. Dies gilt als Formsache.

Nach dem Entwurf dürfen Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, ihre Wohnungen im ganzen Land nur noch in Ausnahmefällen verlassen. Dazu gehören notwendige Besorgungen, den Weg zur Arbeit, Ausgänge zur körperlichen und psychischen Erholung und zur »Befriedigung religiöser Grundbedürfnisse«. Für Kinder unter zwölf Jahren soll das nicht gelten.

FDP-Chef Lindner kontert Kritik der Union an Corona-Plänen der Ampel-Parteien

16.30 Uhr: In der Diskussion um schärfere Corona-Maßnahmen kritisiert FDP-Chef Christian Lindner das Vorgehen von CDU und CSU. »Wenn die Union pauschale Lockdowns verhängen will, die auch geimpfte Menschen mit Auffrischung und vielleicht ergänzendem Test betreffen würden, müsste sie dies klar benennen«, sagte Lindner der »Bild« .

Die FDP jedenfalls halte Lockdowns für Geimpfte ebenso wie Ausgangsbeschränkungen für »unverhältnismäßig«. Andere Maßnahmen seien wirksamer. »Von der Diskussion zum Beispiel über 2G-Regeln und Kontaktbegrenzungen erwarte ich mehr Nutzen«, sagte der FDP-Chef. »Die dramatische Entwicklung der Pandemie ist das falsche Feld für die CDU als Partei der geschäftsführenden Bundesregierung, in die Oppositionsrolle zu starten. In der Phase eines laufenden Regierungswechsels stehen Ampel-Parteien und Union gemeinsam in der Verantwortung, einen Kontrollverlust abzuwenden.«

Politiker von CDU und CSU kritisieren das Auslaufen der »epidemischen Notlage«. Sie werfen SPD, Grünen SPD vor, einen zu laschen Plan zu verfolgen.

Grüne Minister fordern Kehrtwende in Corona-Politik der Ampel-Parteien

15.42 Uhr: Die grünen Gesundheitsminister aus Baden-Württemberg (Manfred Lucha), Hessen (Kai Klose) und Brandenburg (Ursula Nonnemacher) fordern die Verlängerung des Corona-Notstands. »Angesichts der derzeitigen Infektionsdynamik und der Belastung der Krankenhäuser, die in einigen Regionen bereits kurz vor der absoluten Überlastung stehen, sollte die Epidemische Lage von nationaler Tragweite verlängert werden«, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme. »Wenn sich dafür keine Mehrheit im Bundestag findet, brauchen wir Länder gesetzliche Möglichkeiten, um im Notfall weitergehende Maßnahmen beschließen zu können«, fordern die Grünen-Politiker. Trotz steigender Infektionszahlen soll der Corona-Notstand den Plänen der geplanten Ampel-Koalition zufolge am 25. November auslaufen.

Schausteller fürchten Verbot von Weihnachtsmärkten

14.45 Uhr: Beim Süddeutschen Schaustellerverbund melden sich weinende Büdchenbetreiber, »die Lage ist dramatisch«, sagte Vorsitzende. Seit Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer am Donnerstag forderte, die Weihnachtsmärkte wieder abzusagen, ist die Verzweiflung groß. Kristin Haug über die Lage in den deutschen Innenstädten:

Großbritannien entgeht laut Experten vermutlich Winter-Lockdown

14.30 Uhr: Die anhaltend hohen Fallzahlen seit Anfang Juli mit täglich zwischen 30.000 und 50.000 Neuinfektionen hätten die Immunität gestärkt, sagte der Epidemiologe Neil Ferguson von der Universität Imperial College in London der BBC.

Das habe zwar offensichtliche Nachteile gehabt. Nun gebe es aber positive Effekte im Vergleich zu Ländern wie Deutschland, wo die Zahlen viel niedriger waren, jetzt aber massiv steigen. Im größten Landesteil England waren Mitte Juli so gut wie alle Corona-Maßnahmen aufgehoben worden.

Zudem würde Großbritannien bei den Auffrischungsimpfungen schnell vorgehen, so Ferguson. Nach Regierungsangaben hat in dem Land bereits ein Viertel der vollständig geimpften Menschen eine Boosterimpfung erhalten. Inzwischen wurden mehr als 11,8 Millionen dritte Dosen verabreicht.

Trotzdem dürfe man nicht nachlässig werden, warnte Ferguson. Eine Ausweitung der Booster-Impfungen auf weitere Altersgruppen könne helfen, die Fallzahlen niedrig zu halten.-Maßnahmen aufgehoben worden.

FDP-Vize Kubicki: »Die bisherige Coronapolitik hat die vierte Welle nicht verhindern können«

14.15 Uhr: Wolfgang Kubicki will die epidemische Notlage beenden, wirbt für die Impfung – Druck auf Ungeimpfte lehnt er jedoch ab. Das Interview von Christoph Schult und Severin Weiland mit dem stellvertretenden Bundesvorsitzenden der FDP lesen Sie hier:

Impfung wird an der Uniklinik Essen Einstellungsbedingung

13.19: Bei der Einstellung von neuem Personal will die Universitätsklinik Essen bald nur noch Kandidaten berücksichtigen, die gegen das Coronavirus geimpft sind. Es gehe bei der Maßnahme vor allem um den Schutz der Patienten, die nicht mit Corona infiziert seien, sagte der Ärztliche Direktor, Jochen Werner, der »WAZ«.

Dafür ergänze man die Hygienemaßnahmen »für die bei uns neu angestellten Mitarbeiter um die erforderliche vorausgegangene Impfung«, sagte der Klinikchef. Diese Vorgabe gelte nach einer kurzen Übergangszeit für alle Bereiche des Hauses.

Die Universitätsklinik Essen zählt zu den größten Corona-Behandlungszentren bundesweit.

Impfquote der Corona-Patienten soll im Intensivregister erfasst werden

12.40 Uhr: Ab Ende November soll tagesaktuell ermittelt und gemeldet werden, wie viele Corona-Intensivpatienten vollständig gegen das Virus geimpft sind.

Die Bundestagsfraktionen von SPD, Grünen und FDP hätten eine entsprechende Anpassung des Intensivregisters auf den Weg gebracht, sagte der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Das Intensivregister erfasst tagesaktuell die Kapazitäten an Betten auf Intensivstationen und wurde zu Beginn der Pandemie eingerichtet.

Durch die ergänzten Daten erhoffen sich die Parteien demnach eine bessere Grundlage, um kurzfristige Entscheidungen in der Corona-Politik fällen zu können.

Bei vielen Intensivpatienten werde der Impfstatus derzeit nicht erfasst, weil einzelne Schritte in der bisherigen Meldekette nicht funktionierten, sagte Dahmen. »Bislang fehlen schlicht Daten.« Er gehe davon aus, dass die Umstellung auf eine tagesgenaue Meldung spätestens bis Ende des Jahres umgesetzt sein wird.

Künftig müssen die Kliniken laut Dahmen angeben, wie viele ihrer Intensivpatienten vollständig gegen das Virus geimpft sind. Diese Daten lägen in den allermeisten Fällen ohnehin vor. Um den Datenschutz zu wahren, sollen keine personenbezogenen Daten verwendet, sondern lediglich die Anzahl der Geimpften und Ungeimpften auf den Corona-Intensivstationen gemeldet werden.

SPD, Grüne und FDP planen dem Grünen-Gesundheitspolitiker zufolge zudem, im Intensivregister künftig bei Impfungen Alter und Postleitzahl der Menschen zu erfassen, damit die Impfquote den Wohn- und nicht den Impfort widerspiegelt. Neu erfasst werden sollen auch Informationen zu einer möglichen Schwangerschaft bei den Intensivpatienten.

Bundeswehr will 12.000 Soldaten mobilisieren

12.30 Uhr: Der Corona-Krisenstab der Bundeswehr bereitet sich auf eine bundesweite Notlage vor. Nach SPIEGEL-Informationen sollen deswegen schnell Tausende Soldaten in Bereitschaft versetzt werden und in Kliniken, Gesundheitsämtern sowie bei Impfungen und Schnelltests aushelfen. Mehr dazu lesen Sie in dem Bericht von Matthias Gebauer:

Studierende in Erlangen debattieren über 2G im Hörsaal

12.20 Uhr: Künftig dürfen an der Universität Erlangen-Nürnberg nur noch genesene und geimpfte Studierende in den Hörsaal. »Studierende mit einem Non-2G-Status können nicht an Präsenzveranstaltungen teilnehmen, den Inhalten allerdings online folgen«, teilte die Uni am Freitag auf ihrer Homepage mit. Die Regelung soll von kommendem Montag an gelten – mit einer Übergangsfrist bis zum 22. November.

Die Diskussion über die Entscheidung folgte sogleich: »Was sind das denn für Zustände nun? Sie diskriminieren ungeimpfte Studenten und verweigern ihnen das Präsenzstudium?«, schrieb eine nach eigenen Angaben ehemalige Studentin auf Twitter. »Sie haben einen gewaltigen Shitstorm verdient.« Andere begrüßten dort die Entscheidung: »Konsequent und vernünftig: 2G ist ein deutliches Zeichen – Glückwunsch zu dieser Entscheidung!«

Nach Angaben der bayerischen Universitätenkonferenz ist es derzeit »noch nicht konkret geplant, das 2G-Konzept auf weitere Universitäten zu übertragen«. Die Voraussetzungen dafür würden aber geprüft.

Sind Antikörpertests sinnvoll?

11.30 Uhr: Die Booster-Impfung steht an – und manche fragen sich, wie hoch ihr Impfschutz nach den ersten beiden Impfungen noch ist. Ein Test des Antikörperlevels ist möglich, doch unter normalen Umständen ist der nicht immer aussagekräftig. Mehr dazu hier:

Panik nach Corona-Kontrollen in Diskothek bei Cloppenburg

11.15 Uhr: Zu einer Panik mit Verletzten ist es in der Nacht zum Samstag in einer Diskothek im niedersächsischen Friesoythe gekommen. Mitarbeiter des Landkreises Cloppenburg ließen die Disco um kurz vor Mitternacht räumen, weil viele Gäste ohne Kontrolle ihres Impfstatus Einlass erhalten hatten, wie die Polizei mitteilte. Zudem waren zu viele Besucher hereingelassen worden. Bei der Räumung kam es zu großem Gedränge, einige Gäste gerieten in Panik. Die Polizei ordnete die Öffnung der Notausgänge an.

Rettungskräfte sowie die Psychosoziale Notfallversorgung betreuten Betroffene. Es blieb bei vereinzelten Fällen von Ohnmacht und Hyperventilation, wie es weiter hieß. Bis 4 Uhr dauerten die Räumung und ihre Folgen an. Der Landkreis leitete ein Bußgeldverfahren gegen den Veranstalter ein. Zudem würden weitere rechtliche Schritte geprüft.

Merkel dringt auf einheitliches Vorgehen von Bund und Ländern

10.40 Uhr: Ein geschlossenes Handeln sei insbesondere bei der Anwendung des Hospitalisierungsindex wichtig, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Samstag in ihrem wöchentlichen Podcast. Bund und Länder müssten hier »sehr schnell« einen Schwellenwert festlegen, ab dem zusätzliche Schritte eingeleitet werden müssten.

Der Hospitalisierungswert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden müssen. Er gilt als wichtiger Gradmesser für die Pandemielage. Merkel sagte, der Schwellenwert müsse »klug gewählt werden, damit die notwendigen Maßnahmen nicht zu spät ergriffen werden«. Bund und Länder würden darüber am Donnerstag beraten, kündigte sie an. Zum wiederholten Male rief Merkel die Menschen in Deutschland dringend auf, sich impfen zu lassen.

Demonstranten in den Niederlanden festgenommen

10.35 Uhr: Bei gewaltsamen Protesten gegen die Verschärfung von Corona-Maßnahmen sind in den Niederlanden mindestens fünf Menschen festgenommen worden. Ihnen wird vorgeworfen, bei einer Kundgebung in Den Haag Einsatzkräfte mit Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen sowie sich Anweisungen der Polizei widersetzt zu haben, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Die Demonstration war nach Krawallen am Freitagabend von der Polizei mit Wasserwerfern aufgelöst worden.

Zuvor hatte Ministerpräsident Mark Rutte für das 17,5-Millionen-Einwohner-Land einen neuen Teil-Lockdown für vorerst drei Wochen verkündet. Seit Samstag müssen Gaststätten und Supermärkte um 20 Uhr schließen, andere Geschäfte bereits um 18 Uhr. Die 1,5-Meter-Abstandsregel wird wieder eingeführt. Sportveranstaltungen müssen ohne Publikum stattfinden. Das gilt auch das WM-Qualifikationsspiel der Niederlande gegen Norwegen an diesem Dienstag in Rotterdam.

Sieben-Tage-Inzidenz am höchsten in Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

10.20 Uhr: Der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge bei 1146,2, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag angab. Damit ist der Landkreis der Corona-Hotspot Deutschlands. Es folgen die bayerischen Landkreise Rottal-Inn (1122,3) und Miesbach (1117,0).

Impfaktion des DRK-Sachsen vor dem Erbgericht Lohmen: Höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland

Impfaktion des DRK-Sachsen vor dem Erbgericht Lohmen: Höchste Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland

Foto: Sebastian Kahnert / picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Sachsen ist auch das Bundesland mit dem höchsten Wert an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche. Am Samstag lag die Inzidenz bei 620,7 – und damit erneut deutlich höher als am Vortag. Am Freitag hatte der Wert noch bei 569 gelegen. Die Zahlen sind in Sachsen derzeit so hoch wie nie in der Corona-Pandemie.

Bundesweit gab das RKI die Inzidenz am Samstag mit 277,4 an (Vortag: 263,7). Das ist der sechste Höchststand in Folge, am Freitag hatte die Inzidenz bei 263,7 gelegen. Binnen 24 Stunden wurden 45.081 Coronavirus-Neuinfektionen sowie 228 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet.

Russland meldet neue Rekordzahl an Corona-Toten

09.50 Uhr: 1241 Menschen starben in Russland an einem Tag durch Covid-19, meldete Russland am Samstag den neuen Rekord. 39.256 neue Infektionsfälle seien in den letzten 24 Stunden registriert worden. Am Freitag hatten die Behörden über 40.100 neue Infektions- und 1235 Todesfälle binnen eines Tages gemeldet.

Die Zahlen sind auch nach einer von Präsident Wladimir Putin verordneten arbeitsfreien Woche und Teil-Lockdowns in mehreren Regionen weiter dramatisch hoch. Nach Angaben von Vize-Ministerpräsidentin Tatjana Golikowa sind die meisten der Covid-Patienten, die auf der Intensivstation landen oder an Covid-19 sterben, nicht geimpft.

Angesichts der dramatischen Lage hat die Regierung am Freitag im Parlament einen Gesetzentwurf für einen Corona-Pass eingebracht. Demzufolge müssen künftig alle, die Groß- oder Kulturveranstaltungen besuchen wollen, beim Shoppen oder in Bars und Restaurants nachweisen, dass sie vollständig geimpft oder genesen sind oder medizinische Gründe gegen ihre Impfung sprechen.

Die Regel soll nach dem Willen der Regierung am 1. Februar in Kraft treten und bis 1. Juni gelten. Ein zweiter Gesetzentwurf schreibt den Gesundheitspass auch für Zugreisen oder Flüge im Inland vor. Mit den beiden Maßnahmen hofft die Regierung, mehr Menschen zum Impfen zu bringen. Obwohl das Land über eine Reihe eigener Vakzine verfügt, sind laut der Website Gogov weniger als 35 Prozent der russischen Bevölkerung vollständig geimpft.

Tausende Australier protestieren gegen Impfpflicht

08.15 Uhr: In Melbourne sind Medienberichten zufolge Tausende Menschen aus Protest gegen neue Impfpflicht-Vorgaben auf die Straße gegangen. Landesweit sind 83 Prozent der Menschen ab dem Alter von 16 Jahren vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfungen sind auf Bundesebene freiwillig. In manchen Bundesstaaten und Regionen gibt es aber für bestimmte Berufe die Auflage, sich impfen zu lassen.

Außerdem gelten für Ungeimpfte Einschränkungen. So dürfen sie etwa nicht in Restaurants oder auf Konzerte gehen. Lokalen Medienberichten zufolge verlief die Demonstration in Melbourne friedlich. Vereinzelt habe es Nazi-Vorwürfe gegen die örtlichen Behörden und Gewaltaufrufe gegen Politiker gegeben.

Lehrerverband warnt vor erneuten Schulschließungen

07.30 Uhr: Bei der Corona-Bekämpfung an Schulen droht nach Einschätzung des Lehrerpräsidenten Heinz-Peter Meidinger vielerorts ein Kontrollverlust. Angesichts der stark steigenden Inzidenzzahlen halte er auch erneute Schulschließungen für denkbar, sagte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands der »Bild«-Zeitung.

»Mittlerweile sind knapp 100.000 Schüler in Quarantäne. Es wird allerhöchste Zeit für eine Orientierungsampel für die Schulen«, sagte Meidinger. Außerdem müssten die Kommunen dafür sorgen, dass etwa das Geld für Luftfilter endlich freigegeben werde, sagte Meidinger. »Wichtig ist auch, die Kontakte im Privaten zu reduzieren. Da muss noch viel Überzeugungsarbeit geleistet werden.«

Unionsfraktion wollen Verlängerung der epidemischen Lage beantragen

07.00 Uhr: Im Oktober hatte sich Gesundheitsminister Jens Spahn noch für ein Ende der epidemischen Lage ausgesprochen. Die Bundestagsfraktion des CDU-Politikers plant angesichts der sich verschärfenden Corona-Lage laut einem Medienbericht nun aber genau das Gegenteil: Wie die »Rheinische Post« berichtet, soll ein entsprechender Antrag für kommenden Donnerstag zur Beratung und Abstimmung im Bundestag angemeldet werden. Nach dem Willen der Fraktion solle der Bundestag die Sonderlage über den 25. November hinaus feststellen.

Fraktionsvize Thorsten Frei (CDU) sagte der Zeitung, besonders für die Bundesländer sei nun ein »tragfähiges, rechtliches Instrumentarium« notwendig. »Die Ampel-Parteien hebeln das nun aus, ohne für adäquaten Ersatz zu sorgen.« In dieser dramatischen Situation müsse gehandelt werden. »Die Lage hat das Fortbestehen der epidemischen Lage noch nie so sehr gerechtfertigt wie jetzt.«

SPD, Grüne und FDP wollen diese Rechtsgrundlage für Corona-Beschränkungen in den Ländern durch eine Neuregelung ersetzen, die einen kleineren Maßnahmenkatalog umfasst.

Braun und Bas gegen Impfpflicht

06.45 Uhr: In diesem Punkt sind sich die Noch-GroKo-Politiker Bärbel Bas und Helge Braun einig: Die SPD-Politikerin und der CDU-Mann warnen vor einer Impfpflicht. »Bei einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen könnte sich die Impfgegnerschaft verschärfen«, sagte der geschäftsführende Kanzleramtsminister Braun der »Welt am Sonntag«. Die Funke-Zeitungen wiederum zitierten die Bundestagspräsidentin mit den Worten: »Sicher könnte man mit einer Impfpflicht die Impfquote erhöhen. Auf der anderen Seite läuft man Gefahr, die Gesellschaft weiter zu spalten.« Es müssten noch mehr Menschen von einer Impfung überzeugt werden.

Wegen der kritischen Corona-Lage rät sie zum Verzicht auf größere Weihnachtsfeiern. »Alle Bürgerinnen und Bürger sollten für sich entscheiden, ob sie in diesem Winter an Weihnachtsfeiern oder an Karnevalssitzungen teilnehmen wollen«, sagte die SPD-Politikerin weiter. »Wenn solche Veranstaltungen überhaupt stattfinden, sollte die 2G-Regel selbstverständlich sein. Ich appelliere an alle, auf größere Feiern zu verzichten.« Am Arbeitsplatz forderte Bas »mindestens 3G«.

Bärbel Bas: »Gefahr, die Gesellschaft weiter zu spalten«

Bärbel Bas: »Gefahr, die Gesellschaft weiter zu spalten«

Foto: Frederic Kern / imago images/Future Image

Wieder kostenlose Corona-Schnelltests für alle

06.10 Uhr: Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus sind von heute an wieder kostenlose Schnelltests für alle möglich. Der Bund reaktiviert das erst vor einem Monat stark eingeschränkte Angebot der sogenannten Bürgertests, wie eine Verordnung des geschäftsführenden Gesundheitsministers Jens Spahn (CDU) festlegt. Damit haben nun wieder alle Anspruch auf mindestens einen Schnelltest pro Woche durch geschultes Personal – auch unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus. Die Testbescheinigungen können auch als Nachweis bei Zugangsregeln zu bestimmten Innenräumen und Veranstaltungen dienen.

Spahn hatte deutlich gemacht, dass jetzt wohl ab Anfang kommender Woche nach und nach auch das Angebot vor Ort wieder ausgebaut werden dürfte und mehr Tests verfügbar werden. Die kostenlosen Bürgertests waren erst vor wenigen Wochen eingestellt worden. Damit wollte die Politik es für Ungeimpfte lästig und teuer machen – und sie zu einer Impfung bewegen. Der erhoffte Schub blieb jedoch aus. Nun können bestehende Anbieter die Arbeit fortsetzen. Die Länder können zudem weitere Testzentren beauftragen.

Seehofer kritisiert Durcheinander – und will mit Ampel-Parteien bei Corona kooperieren

05.50 Uhr: Der geschäftsführende Bundesinnenminister Horst Seehofer fordert klare bundesweite Regeln im Kampf gegen die vierte Corona-Welle. »Das ganze Durcheinander kann doch niemand mehr verstehen: Impfzentren auf, Impfzentren zu – Lohnfortzahlung bei Quarantäne ja, dann wieder nein – Test kostenfrei, Test kostenpflichtig. Ja, hat denn im Ernst jemand geglaubt, dass noch jemand sich auf eigene Rechnung testen lässt, wenn er danach in Quarantäne keine Lohnfortzahlung bekommt?«, sagte der CSU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«.

Es sein ein schwerer Fehler von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gewesen, das Ende der epidemischen Lage ins Spiel zu bringen. Seehofer fordert die geschäftsführende Bundesregierung und die mögliche Ampel-Koalition zur Kooperation auf: »Wir müssen jetzt alle zusammen Regierungskunst beweisen – diejenigen, die noch in der Regierung stehen, und diejenigen, die kurz davor stehen. Das Thema ist viel zu ernst und viel zu gefährlich, als dass wir darüber wochenlang streiten könnten.«

Lage in den Kliniken in Ost- und Süddeutschland spitzt sich offenbar zu

05.00 Uhr: Die steigenden Corona-Infektionszahlen belasten die Kliniken im Süden und Osten Deutschlands einem Bericht zufolge immer mehr. In Bayern und Baden-Württemberg würden bereits »täglich Verlegungen zwischen Krankenhäusern zum Ausgleich und zum Erhalt der Funktionsfähigkeit durchgeführt«, meldeten die Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf einen vertraulichen Bericht der Länder. Auch in Hessen werde es immer schwieriger, Patienten auf den Intensivstationen unterzubringen.

Als alarmierend gilt auch die Situation im Osten, vor allem in Thüringen und Sachsen . »Die Lage der Krankenhäuser in diesen beiden Ländern wird insbesondere in Thüringen als dramatisch eingestuft«, heißt es laut den Zeitungen der Funke Mediengruppe in dem Bericht der länderübergreifenden Steuerungsgruppe des sogenannten Kleeblattsystems zur Verteilung von Patienten bei regionaler Überlastung.

Um die Kliniken in Corona-Hochinzidenzgebieten zu entlasten, ziehen die Länder dem Bericht zufolge erstmals auch deutschlandweite Verlegungen vor Patienten in Betracht: So sei in Baden-Württemberg bereits erwogen worden, Patienten über 700 Kilometer nach Schleswig-Holstein zu verlegen. In Bayern seien Patienten zum Teil rund 400 Kilometer weit aus dem südöstlichen Landesteil nach Würzburg im Norden verlegt worden.

Der Anstieg der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen setzt sich fort. Der Wert schnellte auf 277,4, wie das Robert Koch-Institut (RKI) unter Berufung auf Daten der Gesundheitsämter mitteilte. Das ist der sechste Höchststand in Folge, am Freitag hatte die Inzidenz bei 263,7 gelegen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen an. Am Montag hatte der Wert die Schwelle von 200 überschritten. Seitdem wurden täglich neue Höchstwerte registriert.

Deutschland nähert sich Marke von 100.000 Toten

03.50 Uhr: Den jüngsten Angaben des RKI zufolge wurden binnen 24 Stunden 45.081 Coronavirus-Neuinfektionen sowie 228 neue Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus verzeichnet. Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg damit auf 4.987.971, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 97.617.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – hatte das RKI am Freitag mit 4,70 angegeben.

Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungsinzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit bei rund 15,5.

slü/kah/abl/apr/dpa/Reuters/AFP
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