+++ Corona-News +++ Österreichs Kanzler hat sich angeblich nicht beim Après-Ski angesteckt

Karl Nehammer hat sich Corona nicht in einer Skihütte eingefangen. In den USA steigt die Zahl der Infizierten auf 1,2 Millionen pro Tag. Und was ist mit der Winterolympiade in China? Das war der Überblick am 8.1.

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+++ Österreichs Kanzler hat sich nicht beim Après-Ski angesteckt +++

Die Corona-Erkrankung des österreichischen Regierungschefs Karl Nehmammer (ÖVP) hat nach Angaben eines Sprechers des Kanzlers nichts mit einem Aufenthalt in einer Skihütte zu tun. Ein entsprechendes Foto, das in sozialen Medien kursiert, sei bereits am 29. Dezember unter Einhaltung der 2G-Regel aufgenommen worden, hieß es am Samstag.

Karl Nehammer, Bundeskanzler von Österreich

Karl Nehammer, Bundeskanzler von Österreich

Foto:

LISI NIESNER / REUTERS

Eine Woche später sei Nehammer noch negativ auf das Coronavirus getestet worden. «Die Ansteckung ist nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub erfolgt», schrieb Kanzlersprecher Daniel Kosak auf Twitter. Nehammer wurde am Freitag positiv getestet. »Die Ansteckung geschah über ein Mitglied meines Sicherheitsteams«, so Nehammer auf Twitter.

Er habe keine Symptome, sagte der Kanzler am Samstag im ORF-Radio. Dank einer Auffrischungsimpfung verlaufe die Erkrankung harmlos. Trotz jüngster kritischer Stimmen werde die ÖVP-Grünen-Regierung an der zum 1. Februar geplanten Corona-Impfpflicht festhalten, betonte Nehammer. Eine Impfprämie, um die Bereitschaft zur schützenden Injektion zu erhöhen, wolle er nicht ausschließen.

Es habe sich bei genaueren Analysen aber gezeigt, dass allein Geld die Impfskeptiker nicht überzeugen könne. Der Kanzler verwies auf Erfahrungen von Unternehmen, die selbst mit höheren Prämien keine überzeugenden Impferfolge hätten verbuchen können.

Ex-Berater bringt Briten-Premier Johnson in Bedrängnis

In der Affäre um angeblich illegale Lockdown-Partys in der Londoner Downing Street hat der Ex-Chefberater von Premierminister Boris Johnson die Regierung belastet. Laut Dominic Cummings hatte ein führender Mitarbeiter im Regierungssitz per Email zu einer Veranstaltung am 20. Mai 2020 im Garten eingeladen. Er selbst habe bereits im Vorfeld davor gewarnt, dass es sich um einen Verstoß gegen die strengen Lockdown-Regeln handle, schrieb der Ende 2020 im Streit aus der Regierung ausgeschiedene Cummings in einem am Freitag veröffentlichten Blogeintrag. Man habe ihn aber ignoriert.

Ein im »Guardian« veröffentlichtes Foto, auf dem neben dem Ex-Berater auch Regierungschef Johnson im Mai 2020 bei Käse und Wein im Garten der Downing Street 10 zu sehen sind, zeige hingegen keinen Verstoß, behauptete Cummings. Es habe sich lediglich um den Ausklang von mehreren Sitzungen gehandelt, die damals wegen der geringeren Ansteckungsgefahr häufig im Freien stattgefunden hätten, so der Wahlkampfstratege. Zu der Zeit galten aufgrund der Corona-Pandemie strenge Kontaktbeschränkungen.

Eine interne Untersuchung soll derzeit klären, ob die Regierung gegen die eigenen Lockdown-Regeln verstoßen hat. Im Fokus stehen mehrere angebliche Partys im Dezember 2020. Johnson steht wegen der Vorwürfe bereits seit Wochen unter Druck.

Streit über die Corona-Beschlüsse

15.07 Uhr: Die Beschlüsse von Bund und Ländern zur Eindämmung der Corona-Pandemie stoßen auf ein geteiltes Echo. Die Befreiung von der Quarantäne für frisch geimpfte oder genesene Kontaktpersonen sei »medizinisch fragwürdig«, sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, der »Neuen Osnabrücker Zeitung« am Samstag. Eine von der Delta-Variante genesene Person sei nicht gegen die Omikron-Variante immun. »Deswegen muss bei engem Kontakt im häuslichen Umfeld auch für frisch Geimpfte und Genesene eine Quarantäne gelten«, forderte Johna.

Für Corona-Infizierte und Kontaktpersonen soll es künftig einfachere Isolations- und Quarantäneregeln geben. Demnach werden Kontaktpersonen künftig von der Quarantäne befreit, wenn sie eine Auffrischungsimpfung haben, also geboostert sind. Die neue Ausnahme von der Quarantäne gilt auch für frisch doppelt Geimpfte und frisch Genesene – für Kontaktpersonen also, deren Erkrankung oder Impfung weniger als drei Monate zurückliegt.

Lob kam hingegen aus den Kommunen. Die Verkürzung der Quarantäne- und Isolationszeiten sei sinnvoll, sagte Landkreistagspräsident Reinhard Sager. Damit werde ein guter Ausgleich zwischen der Eindämmung des Virus und der Sicherung wichtiger Infrastrurkturbereiche geschaffen. Auch der Deutsche Städte- und Gemeindebund bewertete die Beschlüsse grundsätzlich positiv, vermisste jedoch Perspektiven. »Leider haben Bund und Länder die Chance nicht genutzt, den Menschen klare Zukunftsperspektiven aufzuzeigen«, sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der »Rheinischen Post«.

Für das Wochenende sind in verschiedenen Städten Deutschlands wieder Proteste gegen die Corona-Maßnahmen geplant. In Düsseldorf kündigten Gegner der Impfpflicht einen Zug mit mehreren Tausend Menschen durch die Stadt an. In Hamburg werden 11.000 Demonstranten erwartet, auch in Frankfurt und Freiburg soll es große Proteste geben.

Iranischer Regimekritiker stirbt im Gefängnis an Corona

14.52 Uhr: Der iranische Dichter und Regimekritiker Baktash Abtin ist in einem Gefängnis in Teheran an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Ilna und des iranischen Schriftstellerverbands (CNI) starb der 47-jährige Abtin am Samstag im berüchtigten Ewin Gefängnis im Norden der Hauptstadt. Wegen der akuten Corona-Erkrankung war Abtin schon seit einigen Tagen im Koma, so CNI.

Als hochrangiges Mitglied des CNI galt Abtin seit Jahren als einer der schärfsten Kritiker des islamischen Regimes. Im September vergangenen Jahres wurde er wegen angeblicher Propaganda gegen das Regime verhaftet. Seitdem saß er im Ewin Gefängnis. Berichten zufolge wurde seine Corona-Infektion zu spät behandelt und führte daher auch letztlich zu seinem Tod.

FC-Bayern-Spieler nach Corona zurück im Training

13.58 Uhr: Beim FC Bayern München sind nach der Niederlage zum Rückrundenstart der Fußball-Bundesliga mit einem dezimierten Kader die ersten Profis nach Corona-Infektionen auf dem Trainingsplatz zurück. »Rückkehrer werden Omar Richards, Kingsley Coman und Corentin Tolisso sein«, hatte Trainer Julian Nagelsmann nach dem 1:2 in München gegen Borussia Mönchengladbach angekündigt.

Weltmeister Tolisso konnte nach der Rückkehr aus der Quarantäne am Samstag am Spielersatztraining der Reservisten teilnehmen, wie der Rekordmeister mitteilte. Dazu absolvierten die ebenfalls genesenen Coman und Richards jeweils individuelle Einheiten.

Mit Blick auf die Personalsituation für das Auswärtsspiel in einer Woche beim 1. FC Köln äußerte sich Nagelsmann noch vorsichtig: »Was dann an Spielern gegen Köln wieder zur Verfügung steht, werden wir sehen. Ich rechne jetzt nicht mit extrem vielen Rückkehrern, die für die erste Elf infrage kommen«, sagte der 34-Jährige. Gerade bei den Franzosen Coman und Tolisso müsse man nach Verletzungen und wegen muskulärer Anfälligkeiten zunächst schauen, wie sie auf das Training reagieren würden.

Nationalspieler Leon Goretzka wird nach seinem Ausfall gegen Gladbach dagegen auch weiterhin fehlen. Der Mittelfeldspieler war wegen seiner anhaltenden Patellasehnenprobleme am Freitag in Innsbruck bei einem Kniespezialisten.

Olympia-Chef Bach verteidigt Corona-Quarantäne in China

12.47 Uhr: Trotz der sich verschärfenden Pandemie hat IOC-Chef Thomas Bach eine Absage der Olympischen Winterspiele in Peking erneut ausgeschlossen. »Die Corona-Politik in China ist eine Null-Covid-Politik, das heißt, sie ist sehr, sehr strikt und streng«, sagte Bach der »Welt am Sonntag«. Der Chef der Internationalen Olympischen Komitees verwies auf die strikten Quarantäne-Bedingungen in China für eine große Anzahl von Menschen, auch wenn es nur eine geringe Anzahl von Infizierten gebe, um so jeden Ausbruch möglichst sofort einzudämmen.

Die zuletzt auch von deutschen Sportlern geäußerte Kritik an den Bedingungen in Peking wollte Bach nicht gelten lassen. »Ich glaube nicht, dass sich die Bedenken gegen die Herangehensweise insgesamt gerichtet haben. Es wurde teilweise übers Ziel hinausgeschossen, und es wurden auch noch nicht alle Protokolle für die Spiele angewandt, sondern strengere Regeln. Die kritisierten Maßnahmen werden korrigiert«, erklärte der Sportfunktionär.

Niemand, der einen positiven Test abgegeben habe, aber asymptomatisch sei, müsse in ein Krankenhaus, sondern könne in einem angemessenen Hotel seine Quarantäne absolvieren, sagte Bach. Die Maßnahmen seien zwar einerseits strikter als in Tokio, wo die Impfrate innerhalb der Olympia-Blase bei knapp 90 Prozent gelegen habe, doch der Umgang innerhalb des geschlossenen Zirkels werde diesmal unbeschwerter sein.

Tennis-Star Djokovic zieht in Australien vor Gericht

12.13 Uhr: Novak Djokovic hat vor einem australischen Gericht Einspruch gegen die Ablehnung seines Visums eingelegt. Nach einer nachgewiesenen Corona-Infektion im Dezember erfülle er die Einreiseregeln in Australien, argumentieren die Anwälte des Tennisspielers in einem 35-seitigen Dokument. Die Annullierung des Visums soll nun angefochten werden, um dem Sportler die Teilnahme an den Austrian Open zu ermöglichen.

Djokovic sei am 16. Dezember positiv auf das Coronavirus getestet worden, heißt es in den Unterlagen. Ende Dezember sei er symptomfrei gewesen. In dem Gerichtsschreiben erheben die Anwälte außerdem Vorwürfe gegen die australischen Behörden, die den Tennisspieler und sein Team nach der Ankunft am Flughafen unter Druck gesetzt hätten. Außerdem verweisen sie auf eine Ausnahmegenehmigung des australischen Tennisverbands.

USA: 1,2 Millionen neue Infizierte an einem Tag

11.57 Uhr: In den USA steigt die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle rasant an. Binnen 24 Stunden wurden den Gesundheitsbehörden mehr als 1,21 Millionen neue Fälle gemeldet. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Am Vortag waren es noch rund 837.000 Neuinfektionen. Insgesamt sind damit 59,52 Millionen Ansteckungsfälle bekannt. Mindestens 2506 weitere Menschen starben mit oder an dem Coronavirus.

Damit erhöht sich die Zahl der Todesfälle binnen eines Tages auf mindestens 839.476. Weltweit weisen die USA die höchsten Ansteckungs- und Totenzahlen auf. Die Kurve der Neuinfektionen verlaufe »fast senkrecht«, sagt der der US-Virologe Anthony Fauci, der auch Präsident Joe Biden berät.

Rund 648.000 Impfdosen an einem Tag gegen Corona verabreicht

11.24 Uhr: In Deutschland sind am Freitag mindestens 648.000 Impfdosen gegen Corona verabreicht worden. Dies ging am Samstag aus Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) hervor. Damit sind nun mindestens 59,7 Millionen Menschen in Deutschland (71,8 Prozent der Bevölkerung) zweifach geimpft.

Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung haben mindestens 35,1 Millionen Menschen (42,3 Prozent) bekommen. An der Spitze liegt hier das Saarland (50,8 Prozent), das Schlusslicht bildet Sachsen (33,4 Prozent). Diese dritte Dosis gilt inzwischen als wichtig für einen wirksamen Schutz vor der ansteckenderen Virusvariante Omikron.

Hinzu kommen bei den Impfungen aber in der Regel noch einige Nachmeldungen. Am Donnerstag waren mindestens 595.189 Dosen gegen Corona in Deutschland verabreicht worden.

Laut RKI haben etwa 62 Millionen Menschen (74,5 Prozent) bislang mindestens eine Impfdosis bekommen. Die Bundesregierung strebt eine Marke von 80 Prozent bis Ende Januar an, nachdem als Zielmarke zunächst der 7. Januar genannt worden war.

VfL Wolfsburg sagt Trainingslager in Portugal ab

11..22 Uhr Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg verzichten wegen des dynamischen Infektionsgeschehens vor Ort auf ihr Trainingslager in Portugal. Dies teilte der VfL am Samstag mit. Die DFB-Pokalsiegerinnen hatten ab kommendem Mittwoch einen neuntägigen Aufenthalt an der Algarve geplant.

Die Sieben-Tage-Inzidenz in Portugal liegt derzeit bei über 1600. Hinzu komme, dass die »nochmals verschärften Hygienemaßnahmen im Teamhotel die Abläufe des Trainingslagers negativ beeinflusst hätten«, erklärte der Klub. Man könne den Aufenthalt »nicht mehr verantworten«, sagte Ralf Kellermann, Sportlicher Leiter der VfL-Frauen. Stattdessen werde sich das Team auf dem heimischen Trainingsgelände auf die Rückrunde vorbereiten.

Wolfsburg belegt in der Bundesliga mit zwei Punkten Rückstand auf Meister und Tabellenführer Bayern München Rang drei. Der VfL hat aber noch ein Nachholspiel bei Turbine Potsdam in der Hinterhand, das am 29. Januar stattfinden soll.

Corona-Impfpflicht für über 50-Jährige tritt in Italien in Kraft

10.43 Uhr: In Italien ist die Corona-Impfpflicht für Menschen im Alter von mehr als 50 Jahren in Kraft getreten. Das am Mittwoch im Ministerrat beschlossene Dekret wurde am Samstag wirksam. Ungeimpfte haben jedoch noch Zeit, bis ihnen Konsequenzen drohen. Ab dem 1. Februar ist eine Strafe von 100 Euro für diejenigen vorgesehen, die bis dahin noch ungeimpft sind oder ihre zweite Dosis beziehungsweise den Booster nicht erhalten haben, obwohl sie es könnten.

Die Impfpflicht gilt bis zum 15. Juni und für alle Menschen über 50 mit Wohnsitz in Italien, also auch ausländische Staatsbürger. Ab dem 15. Februar greift für die über 50-Jährigen zudem die 2G-Regel auf der Arbeit. Wer ab dann nicht geimpft oder nachweislich genesen ist, kann zum Beispiel nicht mehr ins Büro kommen. Für jüngere Arbeitnehmer reicht ein negativer Test. Wer dennoch erscheint und erwischt wird, muss wie bisher mit einer Strafe zwischen 600 und 1500 Euro rechnen.

Die Maßnahme hatte für reichlich Kritik, aber auch Lob gesorgt. Viele Politiker aus den mitregierenden Parteien befürworteten das Vorgehen. Regierungschef Mario Draghi hatte die Maßnahmen damit gerechtfertigt, in der Altersgruppe einzuschreiten, die stärker vom Risiko betroffen ist, bei einer Infektion ins Krankenhaus eingeliefert zu werden.

Intensivmediziner fordern erneute Feststellung der epidemischen Notlage

9.46 Uhr: Nach den neuen Corona-Beschlüssen haben Intensivmediziner die erneute Feststellung der epidemischen Notlage gefordert. Sie war bis Ende November Grundlage für zahlreiche Coronamaßnahmen und ermöglichte unter anderem Lockdowns und andere schärfere Beschränkungen. Die Notlage wurde damals aber nicht verlängert. Für das Ende hatten sich zunächst der frühere Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und dann die Ampel-Koalition ausgesprochen.

Lauterbach will neue Impf-Infrastruktur schaffen

7.36 Uhr: Die Bundesregierung will angesichts drohender weiterer Corona-Wellen die raschere Entwicklung von Impfstoffen ermöglichen. »Wenn wir eine Variante bekommen, die so ansteckend ist wie Omikron, aber deutlich tödlicher, müssten wir in allerkürzester Zeit in der Lage sein, einen neuen Impfstoff zu entwickeln und zu produzieren«, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) der »Welt am Sonntag«. Darauf bereite sich die Bundesregierung »mit Hochdruck« vor.

»Wir sind gerade dabei, eine Struktur dafür zu schaffen«, sagte Lauterbach. »Wir brauchen eine stehende Infrastruktur.« Vernünftig wäre es, die Impf-Infrastruktur so zu gestalten, dass zu jedem Zeitpunkt möglichst umgehend die Bevölkerung geimpft werden kann, fügte der SPD-Politiker hinzu. »Deutschland ist derzeit in einer vulnerablen Phase. Es kann jederzeit zu einem weiteren schweren Ausbruch kommen«, warnte er. »Wir dürfen nicht der naiven Annahme verfallen, es sei gleich vorbei. Es ist nicht vorbei.«

Lauterbach erwartet zudem spürbare Effekte für den Kampf gegen Corona durch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht. »Man muss akzeptieren, dass man selbst mit der Pflicht niemals alle Menschen erreichen wird«, sagte der SPD-Politiker der »Welt am Sonntag«. »Aber ich bin davon überzeugt, dass es eine große Gruppe von Ungeimpften gibt, die wir durch die Impfpflicht zu einer Impfung bewegen können.«

Mexiko beklagt mehr als 300.000 Coronatote

6.50 Uhr: Mexiko hat als fünftes Land weltweit die Schwelle von 300.000 Toten in Zusammenhang mit dem Coronavirus überschritten. Binnen 24 Stunden seien 168 weitere Todesfälle verzeichnet worden, teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt seien es damit 300.101. Mehr Todesfälle weisen nur die USA, Russland, Brasilien und Indien auf. Die Zahl der nachgewiesenen Infektionsfälle stieg in Mexiko um 28.023 auf über 4,08 Millionen.

Eishockey-Profis haben Angst vor Flug zu den Olympischen Spielen

5.45 Uhr: Knapp vier Wochen vor dem geplanten Abflug zu den Olympischen Winterspielen in Peking kommen im Eishockey-Nationalteam angesichts der angespannten Corona-Situation gemischte Gefühle auf. »Mit etwas Angst fliegt man schon rüber. Ich habe Familie und will natürlich auch gesund und heil wieder nach Hause kommen«, sagte Marcel Noebels, der vor vier Jahren in Pyeongchang zum Silberteam gehört hatte. »Es gibt den ein oder anderen, der aus persönlichen Gründen lieber nicht hinfliegen möchte«, sagte Noebels.

Inzidenz steigt weiter auf 335,9

03.44 Uhr: Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der Neuinfektionen, die innerhalb von 24 Stunden gemeldet wurden, im Vergleich zur Vorwoche stark angestiegen. Der Wert wurde am Samstagmorgen mit 55.889 angegeben, in der Woche davor waren es 26.392 erfasste Neuinfektionen.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 335,9 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 303,4 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 220,3 (Vormonat: 427,0). Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 03.24 Uhr wiedergeben.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 268 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 184 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.473.884 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Coronapatienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 3,15 (Donnerstag: 3,26) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Samstag mit 6.692.700 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 113.900.

Marburger Bund nennt Quarantäne-Befreiung »medizinisch fragwürdig«

1.41 Uhr: Die Ärzteorganisation Marburger Bund hat mehrere Corona-Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz als unzureichend kritisiert. Die Quarantäne-Befreiung für frisch geimpfte und genesene Kontaktpersonen sei »medizinisch fragwürdig«, sagte die Marburger-Bund-Vorsitzende Susanne Johna der »Neuen Osnabrücker Zeitung«. Ein von der Delta-Variante des Coronavirus genesener Mensch sei zum Beispiel nicht gegen die Omikron-Variante immun. Deswegen müsse bei engem Kontakt im häuslichen Umfeld auch für frisch Geimpfte und Genesene eine Quarantäne gelten, forderte Johna.

Zudem sei es »höchst inkonsequent«, dass Bund und Länder keine Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken im Öffentlichen Nahverkehr sowie bei allen Veranstaltungen in Innenräumen und Konzerten beschlossen hätten. Im Beschlusspapier werde ausdrücklich auf die hohe Infektionsdynamik der Omikron-Variante hingewiesen und die besondere Wirksamkeit von FFP2-Schutzmasken in geschlossenen Räumen und beim Zusammentreffen mit anderen Menschen betont.

Gesundheitsexperte der Grünen begrüßt die neuen Corona-Beschlüsse

1.30 Uhr: Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hat die Corona-Beschlüsse von Bund und Ländern begrüßt, dringt aber zugleich auf weitere Wachsamkeit. »Unser Schutzwall gegen die Omikron-Welle ist erneut etwas höher geworden«, sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtengagentur dpa. Klar sei aber auch, dass weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen werden könnten.

Die 2G-plus-Regelung für die Gastronomie sei ein wichtiger Schritt. Die leichte Verkürzung von Quarantänezeiten zum Aufrechterhalten der kritischen Infrastruktur sei vertretbar. Dahmen betonte: »Um die Omikron-Welle in den Griff zu bekommen, ist nun die konsequente Regeldurchsetzung und ständige Bereitschaft zur Nachbesserung von höchster Bedeutung.« Wichtig sei auch der Hinweis von Bund und Ländern zum Tragen sicherer FFP2-Masken. In Innenräumen sollten dies in den kommenden Wochen die Regel sein.

Städtetag vermisst Corona-Konzepte für Schulen und Kitas

1.00 Uhr: Der Präsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe, sieht Lücken in den Corona-Beschlüssen von Bund und Ländern. »Wir hätten uns gewünscht, dass sich Bund und Länder vorsorglich über Konzepte verständigt hätten für den Fall, dass ein Normalbetrieb im Bereich Schule und Kita nicht mehr möglich ist«, sagte der Oberbürgermeister von Münster den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

»Wir haben die Sorge, dass gerade hier die Infektionen bei Kindern und Beschäftigten ansteigen. Für diesen Fall ist leider die Strategie von Bund und Ländern unklar«, kritisierte Lewe. Er forderte ein Sofortprogramm für Schulen und Kitas, um die Stunden von Teilzeitkräften erhöhen und Aushilfskräfte einsetzen zu können.

Den Beschluss zur Verkürzung der Quarantänezeiten begrüßte er: »Das erleichtert es den Städten trotz Omikron den Betrieb von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, bei der Feuerwehr und den Gesundheitsämtern zu gewährleisten«, sagte Lewe.

Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisiert 2G-plus-Regel in der Gastronomie

00.01 Uhr: Bundesregierung und Länderregierungschefs haben sich am Freitag unter anderem darauf geeinigt, dass künftig bundesweit und unabhängig von den Infektionszahlen eine 2G-plus-Regel in der Gastronomie gelten soll. Geimpfte und Genesene müssen dann einen tagesaktuellen negativen Coronatest oder eine Auffrischungsimpfung vorweisen.
Linksfraktionschef Dietmar Bartsch kritisierte die jüngsten Beschlüsse von Bund und Ländern deutlich. »Mit den Beschlüssen fällt die Pandemiebekämpfung in alte, falsche Muster zurück«, sagte Bartsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. »Man darf nicht prophylaktisch Grundrechte außer Kraft setzen. Das ist eine Politik des Konjunktivs, für die Bürger kein Verständnis mehr haben.« Die Hospitalisierungsrate scheine kaum noch eine Rolle zu spielen. Die Politik verenge den Blick auf die Inzidenzen, die bei der Omikron-Variante wenig über die Belastung des Gesundheitssystems aussagten. Zur neu beschlossenen 2G-plus-Regel in Restaurants, Bars und Kneipen sagte Bartsch, sie sei für die Gastronomie ein fragwürdig harter Schlag.

kha/dpa/Reuters/AFP/sid