Corona-Update am Samstag Mehr Covid-Patienten auf Intensivstationen als während der ersten Welle

Die Hospitäler kommen an ihre Grenzen. Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft gilt das vor allem für die Intensivstationen. Und: Die Zweifel an den Lockerungen über Weihnachten wachsen. Der Überblick am 5. Dezember.
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Frank Molter / dpa

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+++ Mehr Covid-Patienten auf Intensivstationen als während der ersten Welle +++

0.15 Uhr: Die Hospitäler kommen hierzulande laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) durch die Corona-Pandemie an ihre Grenzen. »In einzelnen Ländern wie Sachsen ist die Zahl der Intensivpatienten fünfmal so hoch wie im April«, zitiert die »Welt am Sonntag« den DKG-Präsidenten Gerald Gaß. Gegenwärtig befänden sich 40 Prozent mehr Covid-Patienten auf Intensivstation als während der ersten Welle.

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Britischer Labour-Chef Starmer in Quarantäne

22 Uhr: Der britische Oppositionsführer Keir Starmer ist in 14-tägige Selbstisolation gegangen, nachdem ein Mitarbeiter seines Büros positiv auf das Coronavirus getestet worden ist. Das berichten britische Medien übereinstimmend.

»Keir geht es gut und er zeigt keine Symptome. Er wird nun von zu Hause aus arbeiten«, teilte eine Sprecherin des Labour-Chefs laut der Sky-Journalistin Sophy Ridge mit. Es ist laut der Nachrichtenagentur AP bereits das zweite Mal, dass Starmer sich isolieren muss. Im September hatte eines seiner Kinder Covid-Symptome gezeigt, war kurz darauf aber negativ auf das Coronavirus getestet worden.

Frankreich meldet steigende Infektionszahlen

21.30 Uhr: In Frankreich haben sich nach vielen Tagen mit sinkenden Fallzahlen wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus infiziert. 12.923 Neuinfektionen wurden laut dem Gesundheitsministerium am Samstag gemeldet. Am Freitag waren es noch 11.221 gewesen.

Die Zahl derer, die mit Covid-19-Erkrankungen ins Krankenhaus eingewiesen werden, sank dagegen weiter. Zuletzt waren rund 26.000 Menschen in Frankreich wegen Covid-19 in klinischer Behandlung.

In den vergangenen 24 Stunden starben den Ministeriumsangaben zufolge in französischen Krankenhäusern weitere 216 Menschen an oder mit dem Coronavirus, am Vortag waren es noch 284 gewesen. Insgesamt kamen damit fast 55.000 Menschen in dem Land im Zuge der Pandemie ums Leben.

Italien meldet 662 Tote innerhalb eines Tages

18.25 Uhr: In Italien sind innerhalb von 24 Stunden 662 Menschen mit dem Coronavirus gestorben. In dieser Zeit haben sich 21.052 Menschen mit dem Virus infiziert. Am Tag zuvor waren 814 Menschen gestorben, und die Zahl der Neuinfizierten lag bei 24.099.

Höchstwert an Todesopfern in der Türkei

Der Taksim-Platz in der Millionen-Metropole Istanbul ist fast menschenleer

Der Taksim-Platz in der Millionen-Metropole Istanbul ist fast menschenleer

Foto: MURAD SEZER / REUTERS

17.26 Uhr: Die Türkei meldet mit 196 Todesfällen so viele wie noch nie. Zudem gibt das Gesundheitsministerium weitere 31.896 Neuinfektionen bekannt. In der Türkei gilt zum ersten Mal seit Mai ein vollständiger Lockdown über das Wochenende.

Großbritannien meldet Rückgang der Infektionszahlen

17.21 Uhr: Großbritannien meldet 15.539 Neuinfektionen und 397 weitere Todesfälle. Beide Zahlen sind niedriger als die des Vortags.

Spahn fürchtet Verteilungskonflikte um Impfstoff

16.48 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fürchtet zum Start der Corona-Impfungen in Deutschland Verteilungskonflikte. Anfangs werde die Menge an Impfstoffen begrenzt sein, sagte Spahn bei einer Online-Diskussion in Berlin. Nach aktuellem Stand werde es im Januar in Deutschland für eine zweistellige Millionenzahl an Impfwilligen nur drei Millionen Impfdosen geben. Deshalb werde es eine »sehr harte Priorisierung« geben. Spahn sagte, er rechnet mit emotionalen Diskussionen.

»Es wird ja nicht umsonst an Konzepten gearbeitet, bis hin zu polizeilichem Schutz der Impfzentren«, fügte der Minister hinzu. Möglicherweise werde es Situationen geben, in denen Leute sagten: »Ich will jetzt aber« noch nicht an der Reihe seien. Dann rechne er mit einer Entspannung. »Wir reden hier nicht über Jahre, sondern wir reden hier über Monate, in denen wir eine absolute Priorisierung brauchen.« Er sei zuversichtlich, dass die Pandemie im Herbst oder Winter 2021 unter Kontrolle sein werde, weil dann ausreichend Impfstoffe zur Verfügung stünden.

Portugal hebt Reiseverbot über Weihnachten auf

16.40 Uhr: Die portugiesische Regierung kündigt die Lockerung der Einschränkungen wegen der Pandemie über Weihnachten an. Allerdings werden sie unmittelbar danach wieder eingesetzt, um Neujahrs-Feierlichkeiten zu verhindern. Damit wird das Reiseverbot zwischen dem 23. und 26. Dezember aufgehoben. Am 31. Dezember sind Straßenfeste verboten. Im Freien dürfen sich höchstens sechs Menschen treffen. Jeder muss am Neujahrstag spätestens um 02.00 Uhr morgens zu Hause sein.

RKI-Präsident würde sich »sofort« impfen lassen

Lothar Wieler

Lothar Wieler

Foto: POOL / REUTERS

15.15 Uhr: Der Präsident des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, würde sich »sofort« gegen Corona impfen lassen, wenn dies möglich wäre. »Ich würde es gern bekommen«, sagt er in der »Welt« zu den entwickelten Impfstoffen, die aber noch nicht zugelassen sind. Er werde aber nicht sofort geimpft, weil er zu keiner Risikogruppe gehöre und deshalb erst später geimpft werde, betont der RKI-Chef. Die Politik will nach der Zulassung von Präparaten massiv für die Corona-Impfung werben, die freiwillig und kostenlos sein soll.

Litauen: Dritter Höchstwert in Folge

14.25 Uhr: In Litauen hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen den dritten Tag in Folge einen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Vilnius wurden in dem baltischen EU-Land 2848 positive Tests innerhalb von 24 Stunden gemeldet – nach 2514 und 2450 Fällen an den Tagen zuvor. Insgesamt wurden damit in Litauen seit Beginn der Pandemie mehr als 72.000 Menschen positiv auf Corona getestet. Der Ostseestaat hat knapp drei Millionen Einwohner.

Bundeswehr will rund 18.000 Menschen täglich impfen

Die Bundeswehr unterstütze Gesundheitsämtern bereits bei der Kontaktverfolgung – nun sollen sie auch bei der Corona-Impfung helfen

Die Bundeswehr unterstütze Gesundheitsämtern bereits bei der Kontaktverfolgung – nun sollen sie auch bei der Corona-Impfung helfen

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

14.10 Uhr: Die Bundeswehr will circa 18.000 Menschen pro Tag impfen. Das kündigt Generalarzt Johannes Backus in der »Bild am Sonntag« an. »Als Sanitätsdienst der Bundeswehr planen wir deutschlandweit voraussichtlich mit bis zu 26 Impfstationen, die wir selbst mit jeweils rund 20 bis 25 Soldaten betreiben würden.« Ziel sei, bis zum 15. Dezember einsatzbereit zu sein.

Intensivmediziner warnt vor dritter Welle nach Feiertagen

13.54 Uhr: Mediziner sehen die Regelungen für Weihachten und Silvester kritisch und warnen vor der Gefahr einer dritten Corona-Welle. »Zehn Personen aus bis zu zehn Haushalten zuzulassen, erscheint mir zu freizügig, gerade an Silvester, wo ein solches Szenario ja – anders als am Weihnachtsabend – durchaus nicht unrealistisch ist«, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGÄI), Bernhard Zwißler, der Deutschen Presse-Agentur. »Hier könnte eine dritte Welle wieder Schwung nehmen.«

Der Teil-Shutdown zeige Wirkung, wenngleich langsamer und weniger stark als erhofft. »Es sieht momentan so aus, als würde sich die Situation etwas beruhigen. Die Situation ist allerdings höchst fragil«, sagte der Leiter der Klinik für Anästhesiologie am LMU Klinikum der Uni München.

Der Scheitel der zweiten Welle im Hinblick auch auf die Zahl stationär behandelter Patienten und Intensivpatienten scheine dieser Tage erreicht zu sein. »Ich gehe davon aus, dass die Zahlen hier in den nächsten Wochen bis Weihnachten weiter langsam sinken werden.«

Südkorea zweifelt an nordkoreanischen Angaben

In Nordkorea soll es angeblich noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben haben

In Nordkorea soll es angeblich noch keinen einzigen Corona-Fall gegeben haben

Foto: - / dpa

13.50 Uhr: Südkoreas Außenminister Kang Kyung-wha äußert Zweifel an nordkoreanischen Angaben, frei von der Pandemie zu sein. »Die sagen immer noch, sie haben keinen einzigen Fall. Das ist schwer zu glauben«, sagt er bei einer Konferenz. Im jüngsten Wochenbericht an die Weltgesundheitsorganisation WTO hatte Nordkorea erklärt, keinen bestätigten Fall, aber 8594 Verdachtsfälle zu haben.

Spahn rechnet mit Corona-Massenimpfungen bis zum Sommer 2021

12.53 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet mit Massenimpfungen gegen das Coronavirus bis zum Sommer kommenden Jahres. »Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird«, sagte Spahn dem Nachrichtenportal »t-online«. Nach derzeitigem Wissensstand gehe er davon aus, dass »wir im Sommer auch flächendeckend in den Arztpraxen impfen können.«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: »Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: »Stand heute bin ich sehr optimistisch, dass es spätestens im Sommer Massenimpfungen geben wird«

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

Insgesamt gebe es fünf Kandidaten, »die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit bis zur Jahresmitte zugelassen werden: Neben den Produkten von Biontech und Moderna auch die von Curevac, Astra Zeneca und Johnson & Johnson.« Auf die Frage, ob Deutschland im nächsten Herbst 2021 mit dem Gröbsten durch sei, antwortete Spahn: »Wenn möglichst viele das Impfangebot wahrnehmen: ja.«

Millionen Menschen könnten allerdings bereits im Frühjahr durch Impfungen immunisiert sein, sagte Spahn. Bis Ende März seien »für Deutschland 11 Millionen Dosen allein von Biontech realistisch«. Auf die Frage, wer zuerst geimpft werde, antwortete Spahn: »Das klären wir in der kommenden Woche auf Basis der Expertenempfehlungen. Wir müssen die Balance zwischen ethischem Grundsatz und Praktikabilität finden.«

Dass es vor Weihnachten noch stärkere Beschränkungen der Kontakte gibt, wollte Spahn nicht ausschließen. »Wie sich die Pandemie entwickelt, wie viele Menschen mit Corona Weihnachten auf den Intensivstationen liegen, entscheidet sich kommende Woche«, sagte der CDU-Politiker.

Novemberhilfen kommen frühestens im Januar

12.10 Uhr: Die Beschränkungen zur Bekämpfung der zweiten Corona-Welle setzen den betroffenen Betrieben extrem zu. Auf die versprochene schnelle Hilfe müssen sie allerdings noch warten. Lesen Sie hier mehr.

Insgesamt mehr als 50.000 Corona-Tote in Iran

Um den drastischen Anstieg der Fallzahlen zu stoppen, herrscht in Iran seit fast zwei Wochen ein strenger Lockdown in der Hauptstadt Teheran und anderen Groß- und Kleinstädten

Um den drastischen Anstieg der Fallzahlen zu stoppen, herrscht in Iran seit fast zwei Wochen ein strenger Lockdown in der Hauptstadt Teheran und anderen Groß- und Kleinstädten

Foto: Ebrahim Noroozi/ AP

11.51 Uhr: In Iran sind mittlerweile mehr als 50.000 Menschen mit oder an dem Coronavirus gestorben. Binnen 24 Stunden sei die Zahl um 321 auf 50.016 gestiegen, sagt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums. Die Zahl der Infektionen habe um 12.181 auf mehr als 1,02 Millionen zugelegt.

»Querdenken«-Demos in Mannheim und Bremen bleiben verboten

10.38 Uhr: Die für heute geplante Großdemonstration der »Querdenker«-Bewegung in Bremen bleibt verboten. Das Bundesverfassungsgericht bestätigte das Verbot und lehnte den Eilantrag der Veranstalter ab. Auch in Mannheim entschied das Gericht sich dafür, die Demo endgültig zu verbieten.

Die Vorinstanzen hatten ihre Entscheidungen unter anderem mit der hohen zu erwartenden Teilnehmerzahl und einer Gefährdung für die Öffentlichkeit begründet. Es gebe kein milderes Mittel als das Versammlungsverbot. Bei der Demonstration der Initiative »Querdenken 421« waren bis zu 20.000 Teilnehmer auf der Bürgerweide am Hauptbahnhof erwartet worden.

Präsidentin und Regierungschef von Estland in Selbstisolation

10.04 Uhr: Estlands Staatspräsidentin Kersti Kaljulaid und Ministerpräsident Jüri Ratas haben sich vorsorglich in Quarantäne begeben, nachdem sie unter der Woche unabhängig voneinander Kontakt mit einem Infizierten hatten. Auf Anweisung der Gesundheitsbehörde werden beide nach eigenen Angaben in Selbstisolation bleiben, weil sie jeweils als enger Kontakt angesehen werden. Dies teilten Kaljulaid und Ratas in sozialen Medien mit.

Anzeichen einer Corona-Erkrankung zeigten sich bislang weder beim Staatsoberhaupt noch dem Regierungschef des baltischen EU-Landes. »Ich fühle mich im Moment gut und ich habe heute auch einen Covid-19-Test gemacht, der negativ war«, schrieb Kaljulaid auf Facebook . Ratas twitterte : »Ich habe keine Symptome und fühle mich gut.«

Corona-Regeln an Weihnachten fallen nächste Woche

10.03 Uhr: Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) hält wegen der Corona-Pandemie »große Zurückhaltung« im Umgang miteinander zu Weihnachten und zu Silvester für geboten. »Die Bürger und Bürgerinnen bleiben aufgerufen, die AHA-Regeln weiter konsequent einzuhalten und auch über den Jahreswechsel die Kontakte mit anderen auf das Notwendigste zu reduzieren«, sagte sie der »Rheinischen Post« . AHA steht für »Abstand, Hygiene, Alltagsmaske«.

»Wie genau die Regelungen für Weihnachten aussehen werden, werden wir in der kommenden Woche entscheiden«, sagte Dreyer mit Blick auf die exakte Ausgestaltung im Land. Um die Virus-Ausbreitung einzudämmen, hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten am Mittwoch beschlossen, den seit Anfang November geltenden Teil-Lockdown in Deutschland mit Schließungen zahlreicher Einrichtungen bis zum 10. Januar 2021 zu verlängern.

Verfassungsgericht entscheidet zu »Querdenker«-Demo in Bremen

09.58 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht muss kurzfristig darüber entscheiden, ob die für diesen Samstag geplante »Querdenken«-Demonstration in Bremen gegen die Corona-Auflagen verboten bleibt oder doch stattfinden kann. Die Eilentscheidung auf Antrag der Veranstalter der Kundgebung werde in den nächsten Stunden erwartet, teilte der Sprecher des Gerichts auf Anfrage mit.

Das Oberverwaltungsgericht Bremen hatte das Demonstrationsverbot des Bremer Ordnungsamtes am Freitag bestätigt. Zuvor hatte schon das Verwaltungsgericht so entschieden. Hiergegen riefen die Veranstalter aus der »Querdenken«-Bewegung das Bundesverfassungsgericht an. Sie sehen ihr Grundrecht auf Demonstrationsfreiheit als verletzt an. Der Eilantrag ging beim Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe erst am späten Freitagabend ein, wie der Sprecher mitteilte. Nun muss eine Kammer des Ersten Senats kurzfristig darüber entscheiden.

Argentinien will Reichensteuer für Corona-Kosten

09.57 Uhr: Argentinien will die Corona-Hilfen für kleine Unternehmen und sozial Schwache mit einer Sondersteuer für Reiche finanzieren. Der Senat in der Hauptstadt Buenos Aires beschloss am Freitag (Ortszeit) eine Sonderabgabe für die rund 12.000 reichsten Menschen des Landes. Die Regierung von Präsident Alberto Fernández hofft, mit der Maßnahme 300 Milliarden Pesos (rund drei Milliarden Euro) einnehmen zu können.

42 Senatoren stimmten für die Sondersteuer, 26 dagegen. Zuvor hatte die Abgeordnetenkammer des südamerikanischen Landes das Gesetz bereits verabschiedet. Die in Argentinien als »Millionärsteuer« bezeichnete einmalige Abgabe betrifft Argentinier mit einem Vermögen von mehr als 200 Millionen Pesos (rund zwei Millionen Euro). Laut dem nun verabschiedeten Gesetz müssen die Reichen eine Steuer von bis zu 3,5 Prozent auf ihr Vermögen im Inland und bis zu 5,25 Prozent auf ihr Vermögen im Ausland zahlen.

Die Regierung will nach eigenen Angaben 20 Prozent der Einnahmen für die medizinische Versorgung im Land bereitstellen. Der Rest soll an Unternehmen, Stipendien für Studenten sowie in soziale Entwicklungsmaßnahmen fließen.

Ausgangssperren in der Türkei beginnen

09.37 Uhr: Für Menschen in der Türkei gelten nun an Wochenenden Corona-bedingt landesweite Ausgangssperren. Samstags und sonntags dürfen Menschen nur noch zwischen 10.00 und 17.00 Uhr vor die Tür, um etwa im nächstgelegenen Laden einzukaufen, wie es in einer Verfügung des Innenministeriums heißt. Die Ausgangssperre gilt jeweils bis Montagmorgen um 5.00 Uhr Ortszeit.

Ausgenommen von der Ausgangssperre sind neben anderen Touristen oder andere Reisende. Andere Regeln gelten für Menschen unter 20 und über 65 Jahre. Sie dürfen während der Ausgangssperre nicht vor die Tür. Öffnen dürfen Supermärkte und Lebensmittelläden, Obst- und Gemüsehändler und Metzger. Auch Lieferdienste dürfen zwischen 10.00 und 17.00 Uhr ausliefern, Restaurants und Imbisse zwischen 10.00 und 20.00 Uhr.

Experten halten Impfgesetz für erforderlich

09.35 Uhr: Die Bundesregierung sollte die Impfung gegen Covid-19 nach einer Einschätzung der wissenschaftlichen Dienste des Bundestags nicht einfach per Verordnung regeln, sondern mit einem Gesetz. In einer Ausarbeitung, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es: »Der überwiegend vertretenen Auffassung, wonach die Priorisierung bestimmter Bevölkerungsgruppen beim Zugang zu Impfstoffen eines förmlichen Gesetzes bedarf, das zumindest die wesentlichen Kriterien für die Verteilung eines knappen Impfstoffes regelt, ist zuzustimmen.«

Schließlich habe das Bundesverfassungsgericht festgehalten, dass insbesondere die Grundrechtsrelevanz einer Maßnahme dafür entscheidend sei, ob diese durch ein formelles Gesetz zu regeln sei. Die Möglichkeit, Impfschutz gegen Covid-19 erlangen zu können, sei für die gesamte Bevölkerung von enormer Relevanz, da alle gleichermaßen von der Ansteckungsgefahr und den daraus folgenden Einschränkungen im Alltag betroffen seien. Die Entscheidung, welche Bevölkerungsgruppen bei der Verteilung zunächst zu bevorzugen seien, weise somit »eine hohe generelle Grundrechtsrelevanz auf«, heißt es in der Ausarbeitung, die der FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae angefordert hatte.

Der Entwurf des Bundesgesundheitsministeriums für eine »Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus Sars-CoV-2« wird derzeit noch innerhalb der Regierung abgestimmt. Der Bundestag dürfe hier »nicht wieder nur zum Zuschauer degradiert werden«, mahnte Thomae. In einer Demokratie müsse das Parlament über die wesentlichen Fragen entscheiden.

Moskau startet erste Massenimpfung mit Sputnik V

In Russland melden die Behörden 28.782 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden

In Russland melden die Behörden 28.782 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden

Foto: SERGEY KISILEV / MOSCOW NEWS AGENCY / HO HANDOUT / EPA-EFE / Shutterstock

09.30 Uhr: In Moskau beginnt die erste Massenimpfung in Russland gegen das Coronavirus. In 70 Kliniken werde der Impfstoff Sputnik V verabreicht, teilt die Corona-Arbeitsgruppe mit. Zunächst soll das in Russland hergestellte Mittel kostenlos Ärzten, Pflegekräften, Lehrern und Sozialarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Moskau gilt als das Epizentrum der Corona-Epidemie in Russland. In der Hauptstadt wurden binnen 24 Stunden 7993 Infektionsfälle gemeldet – über tausend mehr als am Vortag (6868) und weit mehr als Anfang September, als noch rund 700 Neuinfektionen am Tag registriert wurden.

Pforzheim erlässt nächtliche Ausgangsbeschränkung

09.12 Uhr: Die Stadt Pforzheim hat zur Eindämmung des Infektionsgeschehens eine nächtliche Ausgangsbeschränkung erlassen. Sie tritt am Samstag in Kraft und gilt bis zum 14. Dezember zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr, wie die Stadt am späten Freitagabend bekannt gab. Als Ausnahme von der Regelung gelten demnach nur »triftige Gründe«. Die Stadt erließ zudem eine erweiterte Maskenpflicht in Fußgängerzonen und ein Veranstaltungsverbot sowie weitere strengere Maßnahmen.

Söder beruft Sondersitzung des Kabinetts ein

05.00 Uhr: Wegen der sich verschärfenden Corona-Lage in Bayern hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für diesen Sonntag sein Kabinett zu einer Sondersitzung zusammengerufen. Um 12.00 Uhr will der Ministerrat nach Angaben der Staatskanzlei per Videoschalte über »weitere Maßnahmen« beraten. Konkret dürfte dies weitere Verschärfungen des Kurses im Kampf gegen die Pandemie bedeuten.

Söder hatte bereits in den vergangenen Tagen immer wieder anklingen lassen, dass er aufgrund der weiter steigenden Zahl an Neuinfektionen einen härteren Kurs für notwendig erachtet. Wie die Zahl der Kontakte konkret reduziert werden soll, ließ er dabei aber offen. Denkbar sind etwa strengere Schritte im Bereich der Schulen und des Handels sowie bei den Ausgangsbeschränkungen.

Mehr als 23.000 Neuinfektionen in Deutschland

07.49 Uhr: Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 23.318 neue Corona-Infektionen gemeldet. Vor genau einer Woche lag der Wert noch bei 21.695 gemeldete Neuinfektionen. Mit 483 neuen Todesfällen im Zusammenhang mit dem Coronavirus binnen 24 Stunden wurde der zweithöchste Stand seit dem Ausbruch der Pandemie erreicht.

Am vergangenen Mittwoch war der bisherige Höchstwert mit 487 Todesfällen erreicht worden. Insgesamt sind demnach an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 18.517 Menschen in Deutschland gestorben (Stand: 05.12., 00.00 Uhr). Seit dem Beginn der Pandemie haben sich nach Angaben des RKI insgesamt 1.153.556 Menschen mit dem Virus infiziert.

Höchststand in den USA: Mehr als 227 000 neue Fälle

04.19 Uhr: Die USA haben den zweiten Tag in Folge einen neuen Höchstwert bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen registriert. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität vom Freitagabend mehr als 227.000 neue Fälle registriert, rund 15.000 mehr als am Vortag. Die Zahl der Toten binnen eines Tages lag bei 2506.

Die USA sind das am schwersten von der Pandemie betroffene Land weltweit. Insgesamt verzeichneten die Vereinigten Staaten bereits mehr als 14,3 Millionen Corona-Fälle. Mehr als 278.000 Infizierte starben.

Billie Eilish sagt Welttournee nach Corona-Aufschub ganz ab

Billie Eilish musste ihre Welttournee nach dem Start in den USA im März wegen der Coronakrise abbrechen

Billie Eilish musste ihre Welttournee nach dem Start in den USA im März wegen der Coronakrise abbrechen

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John Locher/ AP

04.01 Uhr: Pop-Superstar und Songwriterin Billie Eilish hat ihre im März wegen der Corona-Pandemie verschobene Welttournee nun ganz abgesagt. Sie hätten viele Szenarien für eine Fortsetzung der Tour durchgespielt, aber derzeit sei wirklich nichts möglich, teilte Eilish am Freitag ihren Fans auf Twitter  mit. Sie wolle nun lieber die Ausgaben für die Konzertkarten zurückerstatten. Sobald die Lage es zulasse, würden sie die nächste Tour ankündigen.

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Sie vermisse es sehr, für ihre Fans auf der Bühne zu stehen, versicherte Eilish. »Ich liebe euch so sehr. Bleibt sicher, trinkt viel Wasser und tragt eine Maske«, schrieb die Sängerin.

Ihre sechsmonatige »Where Do We Go?«-Welttournee hatte Eilish im Herbst 2019 angekündigt. Kurz nach dem Start in den USA im März musste die fünffache Grammy-Gewinnerin die Tour wegen der Coronakrise abbrechen. Zunächst war angedacht, die ausgefallenen Auftritte nachzuholen. Im Rahmen der geplanten Tour, die durch die USA, Südamerika und Europa führen sollte, standen im Juli auch Konzerte in Berlin und Köln auf dem Programm.

Ministerpräsident Hans für schärfere Corona-Regeln an Silvester

04.00 Uhr: Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat sich für schärfere Corona-Regeln an Silvester ausgesprochen. »Eines ist doch klar: Wir dürfen kein Risiko eingehen, auch nicht an Silvester«, sagte der CDU-Politiker der »Augsburger Allgemeinen«. »Deshalb sollten wir – wenn sich die Zahlen weiter auf so hohem Niveau befinden – auf Nummer sicher gehen und vor Silvester wieder zu den jetzigen strengen Corona-Regelungen zurückkehren.« Über härtere Maßnahmen müsse zudem gesprochen werden, wenn die Infektionszahlen durch die Decke gingen, wie mancherorts in Hotspots.

Bund und Länder hatten in der vergangenen Woche grundsätzlich vereinbart, bei Familientreffen vom 23. Dezember bis 1. Januar zehn Personen plus Kinder bis 14 Jahren zuzulassen. Einige Bundesländer kündigten aber schon an, auf diese Lockerung zu verzichten oder zumindest den Zeitraum dafür zu verkürzen.

San Francisco verschärft Corona-Maßnahmen

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz läuft auf einem Weg vor der Golden Gate Bridge

Eine Frau mit Mund-Nasen-Schutz läuft auf einem Weg vor der Golden Gate Bridge

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Jeff Chiu / dpa

01.40 Uhr: Für Millionen Kalifornier im Großraum San Francisco gelten wegen steigender Corona-Zahlen ab Sonntag verschärfte Auflagen. In fünf Bezirken mit den Städten San Francisco und Berkeley sind die Bewohner dazu angehalten, ihr Zuhause nicht zu verlassen. »Der düstere Covid-Winter, den wir befürchtet haben, hat die Bay Area erreicht«, sagte der Arzt Chris Farnitano von der Gesundheitsbehörde im Bezirk Contra Costa in einer gemeinsamen Erklärung mit Kollegen anderer Bezirke. Man müsse schnell handeln, um Leben zu retten.

Die Region begibt sich damit schneller als erwartet in einen Teil-Lockdown. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom hatte am Donnerstag härtere Maßnahmen im Kampf gegen die Pandemie angekündigt. Demnach sollen in Gebieten, wo eine Überfüllung der Intensivstationen droht, ab Erreichen einer kritischen Schwelle Ausgangsbeschränkungen und andere Auflagen in den kommenden Wochen in Kraft treten.

Kontakt mit anderen Haushalten soll vermieden werden. Viele nicht lebensnotwendige Geschäfte müssen schließen, darunter Friseure und Bars. Restaurants dürfen nur Essen zum Abholen anbieten. In Geschäften wird die Zahl der Kunden weiter reduziert. Von Reisen wird abgeraten.

Biden rechnet mit karger Amtseinführungszeremonie

01.13 Uhr: Donald Trump hat für seine Amtseinführung sagenhafte 107 Millionen Dollar ausgegeben. Sein Nachfolger will es Corona-bedingt ein paar Nummern kleiner. Der übliche Pomp könnte womöglich sogar virtuell stattfinden. Lesen Sie hier mehr.

Giffey fürchtet Zunahme der Gewalt gegen Frauen an Weihnachten

Franziska Giffey

Franziska Giffey

Foto: CLEMENS BILAN/EPA-EFE/Shutterstock

01.02 Uhr: Familienministerin Franziska Giffey (SPD) rechnet an den Weihnachtstagen im Shutdown mit einer Zunahme an häuslicher Gewalt. In der Zeit des ersten Shutdowns seien die Zahlen um etwa 25 Prozent gegenüber 2019 gestiegen, »auffällig war es an den Osterfeiertagen«, sagte Giffey den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Ich fürchte, an Weihnachten erleben wir das wieder.«

Das Hilfetelefon »Gewalt gegen Frauen« mache zurzeit »bis zu 480 Beratungen in der Woche zu häuslicher Gewalt – das ist etwas weniger als im Frühling«, sagte die Ministerin den Zeitungen. Sie gehe allerdings davon aus, dass es »ein deutlich größeres Dunkelfeld« gebe. Im Gegensatz zum ersten Shutdown im Frühjahr sind Schulen und Kitas derzeit geöffnet.

mjm/kha/fek/dpa/Reuters/AFP/sid
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