+++ Corona-News +++ Landesregierung beschließt schärfere Coronaregeln für Schleswig-Holstein

Ab Montag dürfen Ungeimpfte in Schleswig-Holstein keine Innenräume von Freizeit- und Gaststätten mehr besuchen. Und: Die Thüringer Linke hat sich für eine Coronaimpfpflicht ausgesprochen. Der Überblick.
Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Foto: Axel Heimken / dpa

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+++ Landesregierung beschließt schärfere Coronaregeln für Schleswig-Holstein +++

18.23 Uhr: Schleswig-Holsteins Landesregierung hat schärfere Coronaregeln auf den Weg gebracht. Die heute vom Kabinett beschlossene Corona-Verordnung schließt Menschen ohne Covid-19-Schutzimpfung ab Montag von weiten Teilen des öffentlichen Lebens aus. Das Grundprinzip lautet: Bei Freizeitveranstaltungen gilt 2G (geimpft, genesen), bei beruflichen Veranstaltungen und für Jugendliche 3G (geimpft, genesen oder getestet). Ungeimpfte dürfen keine Innenräume von Freizeitstätten und Gaststätten mehr besuchen. Kinder bis einschließlich sieben Jahren und minderjährige Schüler, die regelmäßig in der Schule getestet werden, sind davon ausgenommen.

An privaten Zusammenkünften innerhalb geschlossener Räume dürfen nicht mehr als zehn ungeimpfte Personen teilnehmen. Ausnahmen gibt es weiterhin für Kinder unter 14 Jahren. Die neue Corona-Verordnung gilt bis zum 15. Dezember.

Zahl der Covid-Toten in Brasilien auf niedrigstem Stand seit April 2020

23.11 Uhr: In Brasilien entspannt sich die Coronalage angesichts steigender Impfraten. Das Gesundheitsministerium meldet 8833 Neuinfektionen und 217 weitere Covid-19-Tote binnen 24 Stunden. Damit sinkt die Zahl der im Durchschnitt der vergangenen zwei Wochen pro Tag Verstorbenen auf 228. Das ist der niedrigste Wert seit April 2020.

Auf dem Höhepunkt der Krise waren es im April dieses Jahres annähernd 3000 gewesen. Gleichwohl ist Brasilien mit rund 22 Millionen registrierten Infektionen das weltweit am drittstärksten betroffene Land nach den USA und Indien. Bei der Zahl der Toten liegt es mit 612.587 auf Platz 2 noch vor Indien.

In Italien steigen Inzidenzen und Hospitalisierungsrate

19.23 Uhr: Italien meldete am Samstag 49 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gegenüber 48 am Vortag, teilte das Gesundheitsministerium mit. Die tägliche Zahl der Neuinfektionen stieg von 10.544 auf 11.555 an. Italien hat seit Februar letzten Jahres 133.131 Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 registriert, die zweithöchste Zahl in Europa nach Großbritannien und die neunthöchste weltweit. Das Land hat bisher 4,9 Millionen Coronainfektion gemeldet.

Die Zahl der Patienten mit Covid-19 im Krankenhaus – ohne die auf der Intensivstation – stieg von 4.145 am Freitag auf 4.250 am Samstag. Es gab 50 Neuaufnahmen auf Intensivstationen, am Freitag waren es 39. Derzeit befinden sich in Italien 512 Patienten auf der Intensivstation. Gestern wurden 574.812 Coronatests durchgeführt, verglichen mit 534.690 am Tag zuvor, teilte das Gesundheitsministerium mit.

Zehntausende gehen gegen Lockdown auf die Straße

19.07 Uhr: In Österreich haben 35.000 Menschen gegen Coronamaßnahmen protestiert. Impfgegner hatten zuvor in sozialen Netzwerken vor »staatlich organisierten« und »geheimen« Impfaktionen gewarnt. Lesen Sie hier die ganze Meldung.

Slowakei meldet Rekordwert an Corona-Neuinfektionen

17.48 Uhr: In der Slowakei hat die Anzahl der Corona-Neuinfektionen einen Rekordwert erreicht. Innerhalb von 24 Stunden kamen 9171 neue Fälle hinzu, wie die Behörden am Samstag mitteilten. Damit lag die Zahl der nachgewiesenen Neuinfektionen das erste Mal seit Beginn der Pandemie bei mehr als 9000. Den Angaben zufolge waren 71 Prozent der Neuinfizierten nicht geimpft. Knapp 3000 Menschen wurden wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner, schon vergangenen Winter hatte die Pandemie das Land hart getroffen .

Während Nachbarländer wie Österreich ihre Corona-Regeln verschärft haben, hat die Slowakei trotz steigender Infektionszahlen gerade erst einen Rückzieher von bereits beschlossenen Maßnahmen gemacht. Am Freitag gaben die Gesundheitsbehörden in Bratislava bekannt, dass die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz auf unbestimmte Zeit verschoben werde.

Thüringer Linke spricht sich für Impfpflicht aus

17.21 Uhr: Die Thüringer Linke hat sich für eine Corona-Impfpflicht ausgesprochen. Ein entsprechender Dringlichkeitsantrag wurde am Samstag bei einem Landesparteitag in Bad Blankenburg angenommen. In dem kurzfristig noch leicht veränderten Antrag hieß es: Wenn das sich zuspitzende Corona-Infektionsgeschehen weitere Einschränkungen auch für geimpfte Menschen notwendig mache, »erscheint eine allgemeine Impfpflicht geeignet, erforderlich und angemessen, um eine folgenreiche Überlastung des Gesundheitssystems nachhaltig abzuwenden«.

In einer ersten Version des Antrages war noch von einer Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen die Rede. Per Änderungsantrag wurde dies dann aber in eine allgemeine Impfpflicht umgewandelt.

Tausende demonstrieren in Zagreb gegen Corona-Maßnahmen

17.09 Uhr: Tausende Menschen sind am Samstag durch die kroatische Hauptstadt Zagreb gezogen, um gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung zu protestieren. Nach Angaben des kroatischen Rundfunks hatten Dutzende Autobusse Demonstranten aus dem ganzen Land nach Zagreb gebracht. Die Teilnehmer der Kundgebung forderten immer wieder den Rücktritt des konservativen Regierungschefs Andrej Plenković. Außerdem skandierten sie: »Keine Kapitulation!«

Der Protest richtete sich vor allem gegen die jüngsten Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung, die am letzten Dienstag in Kraft getreten waren. Demnach dürfen Amtsgebäude nur mehr noch von Menschen betreten werden, die entweder geimpft, genesen oder getestet sind. Zu der Kundgebung hatte eine Initiative von Impf- und Maßnahmengegnern aufgerufen. Auch mehrere prominente Vertreter rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien und Organisationen nahmen teil.

In Kroatien stiegen die Corona-Infektionszahlen zuletzt stark an. Nur 46,5 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner lag am Samstag bei 789, mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. In den letzten sieben Tagen starben im Schnitt täglich 58 Menschen an Covid-19.

Spahn wehrt sich gegen Kritik

16.43: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Begrenzung von Bestellmengen beim Corona-Impfstoff von Biontech verteidigt. »Ich weiß, dass diese kurzfristige Umstellung für viele engagierte Helferinnen und Helfer vor Ort in den Arztpraxen und Impfzentren viel zusätzlichen Stress bedeutet. Und das bedauere ich ausdrücklich«, sagte der CDU-Politiker der Nachrichtenagentur dpa.

Die Nachfrage nach Biontech sei in den letzten zwei Wochen so stark gestiegen, dass sich das Lager schnell leere. Allein in der neuen Woche würden fast sechs Millionen Dosen an die impfenden Stellen geliefert. Spahn reagierte damit auf Kritik von Vertretern verschiedener Parteien und des Gesundheitswesens.

ATP und WTA: Rund 20 Prozent der Tennis-Profis nicht geimpft

16.14 Uhr: Rund ein Fünftel der Tennisprofis sind zwei Monate vor dem Beginn der Australian Open noch nicht gegen das Coronavirus geimpft. Die Impfquote der Top-100-Spielerinnen auf der WTA-Tour betrage beinahe 80 Prozent, bestätigte die WTA am Samstag auf Anfrage. Alle Spielerinnen, die an den WTA Finals der Besten des Jahres teilnahmen, seien geimpft gewesen. Auch die Herren-Organisation gab eine Impfquote von rund 80 Prozent an.

Damit haben sich in den vergangenen Wochen etliche Profis impfen lassen. Ende Oktober hatte die ATP noch mitgeteilt, dass rund 65 Prozent geimpft seien. Die WTA hatte erklärt, dass bei den Damen »mehr als 60 Prozent« der Spielerinnen den vollen Impfschutz hätten.

Die Impfquote rückt auch deswegen in den Fokus, weil an den Australian Open vom 17. bis 30. Januar nur geimpfte Profis teilnehmen dürfen. Das bestätigte Turnierdirektor Craig Tiley am Samstag in Melbourne. Seit Wochen wird in der Tennis-Szene schon über den Impfstatus des serbischen Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic diskutiert. Der 20-fache Grand-Slam-Turniersieger hat bisher nicht offenbart, ob er geimpft ist. Das sei Privatsache, sagte er.

Nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis

15.57 Uhr: Wegen eines außergewöhnlich starken Anstiegs an Corona-Infektionen dürfen Ungeimpfte im Schwarzwald-Baar-Kreis von Montag an nachts nur noch aus triftigem Grund ihre Wohnungen verlassen. Das Verlassen der eigenen vier Wände in dem Corona-Hotspot zwischen 21.00 Uhr und 5.00 Uhr sei nur für medizinische Notfälle und aus Arbeitsgründen erlaubt, sagte Landrat Sven Hinterseh am Samstag. Die Allgemeinverfügung gilt ab Montag.

Zutritt zu Gastronomie, Hotels (mit Ausnahme von Geschäftsreisenden) und Einzelhandel sei ausschließlich immunisierten – geimpft und genesen – Besuchern und Kunden gestattet. Ausgenommen von dieser Zutrittsbeschränkung sind Geschäfte und Märkte, die der Grundversorgung dienen wie Lebensmittelmärkte, Apotheken, Tank- und Poststellen, Paketdienste und Banken sowie Betriebe von körpernahen Dienstleistungen.

Das Landesgesundheitsamt hatte am Donnerstag für den Schwarzwald-Baar-Kreis einen außergewöhnlich starken Anstieg des Infektionsgeschehens innerhalb der vergangenen sieben Tage gemeldet. »So liegt die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100 000 Einwohner nach dem angegebenen Berichtsstand bei einem Wert von 659,6 und damit deutlich über dem Landesdurchschnitt«, hieß es.

Drei Corona-Fälle beim Skispringen: Deutscher Betreuer betroffen

15.42 Uhr: Beim Weltcup-Auftakt der Skispringer im russischen Nischni Tagil hat es unmittelbar vor dem Auftaktspringen am Samstagnachmittag drei Corona-Fälle gegeben. Betroffen ist auch das Team des Deutschen Skiverbandes (DSV), bei dem ein Betreuer positiv auf das Virus getestet wurde, wie ein Verbandssprecher der Nachrichtenagentur dpa bestätigte. Der namentlich nicht genannte Betreuer wurde vom restlichen Team isoliert, für das sechsköpfige Team um Karl Geiger und Markus Eisenbichler hat der Fall keine Auswirkungen.

Zu den anderen beiden Corona-Fällen äußerte sich der Weltverband Fis bei seiner Bekanntmachung nicht im Detail. Es handelt sich aber um zwei Springer. Die Athleten aus Deutschland und Österreich sind dabei nicht betroffen.

DFL zum Fall Anfang: »Wäre ein nicht hinnehmbarer Affront«

15.20 Uhr: Die Deutsche Fußball Liga (DFL) hat sich mit deutlichen Worten zum bei Werder Bremen zurückgetretenen Trainer Markus Anfang geäußert. »Wir kennen die Fakten nicht. Sollte sich aber der im Raum stehende Verdacht bestätigen, wäre dies ein nicht hinnehmbarer Affront gegenüber allen, die sich in den vergangenen Monaten haben impfen lassen und so ihren Beitrag zur Corona-Eindämmung geleistet haben«, teilte die DFL auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mit.

Anfang hatte sein Amt am Samstag niedergelegt und damit auf Vorwürfe reagiert, ein gefälschtes Impfzertifikat benutzt zu haben. Die Staatsanwaltschaft Bremen hatte am Freitag Ermittlungen gegen den Coach des Fußball-Zweitligisten eingeleitet. Die DFL schrieb, der Verein habe den Ligaverband am Samstagmorgen über den Rücktritt des Trainers informiert. Man sei mit Werder Bremen weiterhin in Kontakt, Anfang hat die Vorwürfe bestritten.

Grundsätzlich gelte: »Die DFL sowie alle 36 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga haben in den vergangenen Monaten immer die Impf-Kampagne gegen Corona unterstützt – und werden hier gerade in der momentan schwierigen Situation keinesfalls nachlassen.« Außer Anfang war auch dessen Co-Trainer Florian Junge zurückgetreten. Gegen den Anfang-Assistenten gibt es laut Werder-Mitteilung ebenfalls staatsanwaltschaftliche Ermittlungen.

Tausende protestierten gegen Corona-Maßnahmen in Wien

14:34 Uhr: In Österreich protestieren mehrere Tausend Menschen gegen die geplanten Corona-Maßnahmen. Nach Schätzungen der Polizei kamen in Wien am frühen Nachmittag rund 7000 Menschen zu einer Kundgebung. Die Teilnehmer kritisierten den ab Montag verfügten Lockdown sowie die ab 2022 geltende Corona-Impfpflicht als Zwangsmaßnahmen. Immer wieder wurde »Freiheit« skandiert.

Foto: Lisa Leutner / dpa

Viele Demonstranten trugen keine FFP2-Masken und verstießen damit gegen die Auflagen. Die Polizei, die mit 1300 Beamten im Einsatz war, hielt sich aber weitgehend zurück. »Es gibt bisher keine nennenswerten Zwischenfälle«, sagte ein Polizeisprecher. Die Behörden gingen davon aus, dass sich der Zulauf noch verstärkt.

Tausende Menschen protestieren in Australien gegen Corona-Regeln

13.20 Uhr: Tausende Menschen sind in Australien aus Protest gegen die strengen Corona-Auflagen in dem Land auf die Straße gegangen. Die größten Demonstrationen gab es laut örtlichen Medienberichten am Samstag in Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide. Allein in Sydney, der Hauptstadt des Bundesstaates New South Wales, beteiligten sich nach Polizeiangaben rund 10.000 Menschen an einer Kundgebung.

Die Proteste seien weitgehend friedlich verlaufen, hieß es. Einzig in Melbourne im Bundesstaat Victoria sei eine Person festgenommen worden. Zu den Demonstrationen hatten unterschiedliche Gruppen aufgerufen, die sich gegen Corona-Impfstoffe, Impfpflichten in bestimmten Berufsbranchen oder strenge Regeln gegen die Ausbreitung des Virus in den einzelnen Regionen aussprechen. In Melbourne gab es laut Medienberichten auch eine kleinere Gegendemonstration von Impfbefürwortern.

Im Kampf gegen das Coronavirus gelten in dem Land strenge Regeln, es gab auch regional lange Lockdowns. So dürfen etwa in Melbourne und dem Rest des Bundesstaates Victoria nur noch Geimpfte Pubs, Bars und Restaurants besuchen. Ungeimpfte können nur noch Speisen abholen. Auch Kinos, Theater, Zoos und jede Art von Festivals sowie Schönheitssalons und Friseurbesuche sind für Menschen ohne Impfschutz tabu. Diese dürfen zudem nur noch Geschäfte betreten, die unverzichtbar fürs tägliche Leben sind – also etwa Supermärkte und Drogerien.

In dem rund 25 Millionen Einwohner zählenden Land wurden seit Beginn der Pandemie rund 196 000 Corona-Infektionen und etwa 1900 Tote in Verbindung mit Covid-19 bestätigt. Knapp 85 Prozent der Menschen ab 16 Jahren sind nach offiziellen Zahlen bislang landesweit zweifach geimpft.

Demonstranten zziehen durch Melbourne.

Demonstranten zziehen durch Melbourne.

Foto: JAMES ROSS / imago images/AAP

Drosten verweist auf begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests

13.01 Uhr: Der Virologe Christian Drosten hat auf eine begrenzte Aussagekraft von Antigen-Schnelltests zum Erkennen einer Coronavirus-Infektion hingewiesen. »Vor Symptombeginn sind Schnelltests einfach nicht empfindlich genug. Daher meine Zweifel an 3G«, schrieb er auf Twitter mit Bezug auf Regeln, die Geimpften, Genesenen und Getesteten Zugang zu Einrichtungen oder Veranstaltungen gewähren.

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Hinsichtlich des Einsatzes solcher Schnelltests bei Geimpften sagte er der »Bild«: »Es sieht nach meiner vorläufigen Einschätzung so aus, als ob Infektionen bei Geimpften gerade in den ersten Tagen der Infektion nicht so gut durch den Antigen-Schnelltest nachzuweisen sind. Leider ist die Studienlage dazu aber noch nicht ausreichend.«

Vor dem Hintergrund hoher Zahlen an Corona-Neuinfektionen hatte der Bundesrat am Freitag für das umstrittene, von SPD, Grünen und FDP vorgelegte Infektionsschutzgesetz gestimmt. Das bedeutet 3G am Arbeitsplatz, in Bussen und Zügen. Zudem dürfen Geimpfte und Genesene nach den Beschlüssen des Bundes mit den Ländern unter bestimmten Umständen, die sich an der Belastung der Kliniken orientieren, nur mit einem negativen Testergebnis in bestimmte Veranstaltungen oder Einrichtungen (2G plus).

Scholz ruft zu großer Werbeaktion für Corona-Impfungen auf

12:58 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat die Bürgerinnen und Bürger dazu aufgerufen, für Corona-Impfungen zu werben und Skeptiker zu überzeugen. »Wir sollten aktiv diejenigen ansprechen, die Zweifel haben«, sagte Scholz am Samstag beim Landesparteitag der SPD Brandenburg in Schönefeld. »Wir sollten versuchen, sie zu überzeugen.« Es gehe darum, Nachbarn, den Freundeskreis, Kolleginnen und Kollegen bei der Arbeit anzusprechen. »Es sind so viele, die man noch überzeugen kann und deshalb ist es, glaube ich, eine große gemeinsame Anstrengung, die wir unternehmen müssen.«

Scholz rief auch zu einem »Ruck« für Booster-Impfungen auf. Millionen Bürgerinnen und Bürger müssten davon überzeugt werden, sich die Auffrischungsimpfung geben zu lassen, sagte der SPD-Kanzlerkandidat. »Das ist der beste Schutz für die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger – und darum geht es jetzt zuallererst.« Scholz warb für die neuen Corona-Regeln aus dem Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien, denen Bundestag und Bundesrat mehrheitlich zugestimmt hat. »Es sind viele neue Möglichkeiten, die viel schärfer sind als das, was wir im letzten Jahr verfügbar hatten.«

Rund 5,6 Millionen Menschen haben Auffrischungsimpfung bekommen

11.40 Uhr: In Deutschland haben mittlerweile 5,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung erhalten. Allein in dieser Woche seien bisher 1,7 Millionen Bürger geboostert worden, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit. »Das Tempo nimmt weiter zu, danke an alle, die mithelfen, es weiter zu steigern!« Nach Angaben des Robert Koch-Instituts kamen allein am Freitag 357.000 sogenannte Booster-Impfungen hinzu. 56,5 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,6 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent.

Wiener Polizei sieht sich für Eskalation bei Protesten gerüstet

10:46 Uhr: Vor Beginn der Corona-Demonstrationen in Wien hat sich die Polizei auf Randale eingestellt. »Wir sind gut und breit aufgestellt, um eine etwaige Eskalation zu verhindern«, sagte ein Polizeisprecher. Es seien zusätzlich zu den normalen Streifen 1300 Polizisten sowie auch Beamte des Verfassungsschutzes in Zivil im Einsatz. In den Niederlanden war es am Freitagabend bei Protesten gegen schärfere Corona-Maßnahmen zu schweren Ausschreitungen gekommen.

In Wien hätten die Organisatoren versucht, mit Dutzenden Kundgebungsanmeldungen die Behörden zu verwirren, sagte der Sprecher weiter. Die Polizei gehe davon aus, dass sich im wesentlichen drei Kundgebungen ab Mittag formieren würden. Es müsse damit gerechnet werden, dass Teile der Innenstadt zeitweise für den Verkehr gesperrt werden müssten. Die rechte FPÖ, einer der Hauptorganisatoren der Kundgebungen, erwartet zu den Protesten insgesamt rund 10.000 Teilnehmer.

Die österreichische Regierung hat wegen der massiven vierten Corona-Welle einen Lockdown für alle ab Montag angekündigt. Während die Ausgangsbeschränkungen für Geimpfte und Genesene am 13. Dezember enden sollen, ist der Lockdown für Ungeimpfte unbefristet. Außerdem wird Österreich als erstes Land in der EU im Februar 2022 eine Corona-Impfpflicht einführen.

Ausgangssperre auf Guadeloupe wegen Corona-Protesten

10:41 Uhr: Wegen anhaltender Proteste gegen Corona-Vorschriften auf Guadeloupe hat der Präfekt des französischen Überseedépartements eine Ausgangssperre zwischen 18 Uhr und 5 Uhr morgens verhängt. Die seit Freitag geltende Maßnahme soll bis Dienstag dauern. Fernsehbilder zeigten Straßenbarrikaden aus brennenden Reifen und versperrte Zugänge zum Universitätskrankenhaus in Pointe-à-Pitre, der Hauptstadt der Inselregion. Laut Frankreichs Innenminister Gérald Darmanin sollen zur Verstärkung 200 Polizisten und Gendarmen in den nächsten Tagen in die Karibik gebracht werden.

Der Gewerkschaftsbund LKP hatte gegen die Impfpflicht für Gesundheitspersonal und andere Maßnahmen ab Montag zum unbefristeten Streik aufgerufen. Wie auch auf dem französischen Festland gilt in dem Überseegebiet eine Impfpflicht für Menschen im Gesundheitswesen und im Kontakt mit besonders gefährdeten Personen.

Nur geimpfte Tennisprofis dürfen an Australian Open teilnehmen

10:18 Uhr: An den Australian Open dürfen nur Sportler teilnehmen, die geimpft sind. Das bestätigte Turnierdirektor Craig Tiley und damit knapp zwei Monate vor dem Auftakt des Grand-Slam-Turniers vom 17. bis 30. Januar. »Jeder auf der Anlage, die Fans, das gesamte Personal, die Spieler werden geimpft sein müssen«, sagte Tiley.

Damit rückt wieder der unklare Impfstatus des Weltranglistenersten Novak Djokovic in den Fokus. Der Serbe, genesen von einer Corona-Erkrankung im vergangenen Jahr, will seinen Impfstatus nicht offenbaren und hat dies zur Privatsache erklärt. »Wir würden Novak liebend gern hier sehen, aber er weiß, dass er geimpft sein muss, um zu spielen«, sagte Tiley. Anders als im vergangenen Jahr, als maximal 50 Prozent der Kapazität ausgelastet war, könnten die Australian Open diesmal wieder vor vollen Zuschauerrängen ausgetragen werden. Der Premierminister des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, hatte kürzlich erklärt, man stehe kurz davor, eine Impfquote von 90 Prozent zu erreichen.

Laut Maas wird es allgemeine Corona-Impfpflicht nicht geben

08:46 Uhr: Nach der Ankündigung einer generellen Corona-Impfpflicht in Österreich lehnen Politiker aus den Reihen der möglichen künftigen Ampel-Koalition einen solchen Schritt in Deutschland ab. »Die wird's nicht geben«, sagte der geschäftsführende Außenminister Heiko Maas (SPD) dem TV-Sender Bild Live. »Weil wir es nicht für notwendig halten, weil wir es auch aus verfassungsrechtlichen Gesichtspunkten für schwierig halten.« Es werde eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen geben, »und das halte ich auch für richtig«.

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sagte der »Bild«: »Die allgemeine Impfpflicht als Drohkulisse in den Raum zu stellen, hilft niemandem.« Gerade die Länder mit dramatischen Corona-Zahlen »sollten sich darauf konzentrieren, wie vereinbart die Impfangebote auszuweiten und die neuen Corona-Maßnahmen umzusetzen«.

Bayerns Ministerpräsident, CSU-Chef Markus Söder, hatte sich am Freitag für eine generelle Impfpflicht ausgesprochen. »Ich glaube, dass wir am Ende um eine allgemeine Impfpflicht nicht herumkommen werden«, sagte er. Sonst werde das »eine Endlosschleife mit diesem Mist-Corona«.

Lauterbach erwartet in weiteren Bundesländern Teil-Lockdowns

08.35 Uhr: Karl Lauterbach rechnet auch in anderen Bundesländern mit ähnlichen Teil-Lockdowns wie in Bayern und Sachsen. Dazu werde es »auf jeden Fall« kommen, weil die Infektionszahlen weiter anstiegen und die beschlossenen Maßnahmen nicht sofort wirkten, sagte der SPD-Gesundheitspolitiker im Deutschlandfunk. Man sei in eine so schwierige Lage gekommen, dass es in Teilen anderer Bundesländer wieder so hohe Fallzahlen und Hospitalisierungsraten geben werde, »dass wir dort auch lokal wieder schließen müssen.«

Bayerns Gesundheitsminister gegen Begrenzung der Biontech-Auslieferungen

07.21 Uhr: Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) hat gegen eine vom Bundesgesundheitsministerium angekündigte Begrenzung der Biontech-Auslieferungen protestiert. Das sei inakzeptabel, sagte er der Deutschen Presse-Agentur in München.

Das Bundesgesundheitsministerium hatte in einem Schreiben an die Länder betont, dass bis Jahresende genug Impfstoff auch für Auffrischungsimpfungen zur Verfügung stehe. Neben dem Präparat von Biontech/Pfizer solle dafür aber vermehrt das von Moderna eingesetzt werden. Andernfalls drohten eingelagerte Moderna-Dosen ab Mitte des ersten Quartals 2022 zu verfallen, was aber vermieden werden müsse.

Bund und Länder hätten gemeinsam festgelegt, dass es nun eine große, gemeinsame Kraftanstrengung beim Impfen brauche, sagte Holetschek. »Diese werden alle Bundesländer mit aller Kraft in Angriff nehmen.« Erst- und Zweitimpfungen seien wichtig, besonders aber auch die Booster-Impfungen. Wenn man nun höre, dass der Biontech-Impfstoff eingeschränkt werden solle, sei das »absolut inakzeptabel und zerstört das notwendige Vertrauen, dass die Bürgerinnen und Bürger in dieser hochdramatischen Lage in uns haben müssen«. Nicht nur für die Impfzentren sei dies inakzeptabel, sondern vor allem auch für die Ärzteschaft, die darauf sämtliche Planungen ausgerichtet habe.

RKI registriert 63.924 Corona-Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter

07:06 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut auf einen Höchststand gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Samstagmorgen mit 362,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 340,7 gelegen, vor einer Woche bei 277,4 (Vormonat: 80,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 63 924 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 04.02 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 45.081 Ansteckungen.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 248 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 228 Todesfälle.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen –gab das RKI am Freitag mit 5,34 an. Bei dem Indikator muss berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des Vorjahres bei rund 15,5.

RKI-Chef Wieler warnt vor fünfter Welle

07.04 Uhr: Bei unzureichender Impfquote könnte die wellenartige Corona-Ausbreitung laut dem Präsidenten des Robert Koch-Instituts (RKI) nach der vierten Welle weitergehen. »Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen«, sagte Lothar Wieler der Deutschen Presse-Agentur. Es sei bitter, dass sich bisher nicht mehr Menschen für diesen eigentlich leichten Schritt entschieden hätten. »Der weitere Verlauf des Winters hängt stark davon ab, was jetzt geschieht«, sagte Wieler. Es gelte, flächendeckend in Deutschland Kontakte zu reduzieren und die Impfaktivitäten massiv zu steigern.

Schärfere Regeln im Saarland und in Hamburg

00.10 Uhr: Im Kampf gegen eine weitere Corona-Ausbreitung treten heute im Saarland und in Hamburg schärfere Regeln in Kraft. So werden Ungeimpfte in der Hansestadt in weiten Teilen aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen. Eine 2G-Pflicht gilt fortan für Gastronomie, Bars, Klub, Discos, Sport in geschlossenen Räumen sowie Freizeitchöre und Orchester. Wesentliche körpernahe Dienstleistungen wie Fußpflege und medizinische Behandlungen sind weiterhin unter 3G-Bedingungen möglich. Beim 3G-Modell dürfen auch Ungeimpfte eingelassen werden, wenn sie einen negativen Corona-Test vorlegen. Hamburgs Senat will mit den schärferen Regeln eine Zuspitzung der Pandemie wie im Süden und Osten Deutschlands verhindern.

Im Saarland dürfen von Samstag an nur noch Geimpfte und Genesene Innenräume etwa von Gastronomie, Freizeit-, Kultur- und Sporteinrichtungen betreten. Die 2G-Regel gilt auch für Veranstaltungen, Hotelübernachtungen sowie für den Besuch sogenannter körpernaher Dienstleister wie Friseure. Auch für Außenbereiche wurden die bisherigen Maßnahmen verschärft. Veranstalter etwa von Weihnachtsmärkten können im Saarland zwischen der 3G-Regel oder einer Maskenpflicht wählen. Außerdem wird die Maskenpflicht an Schulen und Hochschulen wieder eingeführt.

mpz/hej/mrc/jso/dpa/AFP/Reuters
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