Corona-News am Samstag Erstmals zwei Fälle der Omikron-Variante in Deutschland bestätigt

In Deutschland sind zwei Infektionen mit der Omikron-Variante entdeckt worden – ebenso wie in Großbritannien. Außerdem: Jens Spahn hält lange Einschränkungen für Ungeimpfte für eine Option. Das war der Überblick am 27. November.
Am Flughafen Frankfurt am Main kam der erste bekannte Verdachtsfall aus Südafrika an.

Am Flughafen Frankfurt am Main kam der erste bekannte Verdachtsfall aus Südafrika an.

Foto: Thomas Lohnes / Getty Images

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+++ Zwei Fälle der Omikron-Virusvariante in Deutschland bestätigt +++

18.37 Uhr: In München sind nach Angaben des zuständigen Max-von-Pettenkofer-Instituts zwei Fälle der neuen Omikron-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden. Die beiden Reisenden seien am 24. November mit einem Flug aus Südafrika eingetroffen, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU). Nach Angaben des Institutsleiters und Virologen Oliver Keppler steht eine Genomsequenzierung noch aus. Jedoch sei »zweifelsfrei bewiesen, dass es sich um diese Variante handelt«. Die Kombination aus einem mutationsspezifischen PCR-Test und der Reiseanamnese lasse keinen Zweifel zu.

Die Personen befänden sich seit dem 25. November nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation. Nach der Berichterstattung über die neue Variante hätten die beiden Personen vorausschauend selbst eine Untersuchung auf die Variante veranlasst.

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Israel schottet sich ab

23.30 Uhr: Im Kampf gegen Omikron schottet Israel sich ab. Die Regierung unter Ministerpräsident Naftali Bennett untersagt Ausländern aus allen Ländern die Einreise. Die Maßnahme soll 14 Tage dauern. Zudem solle auch wieder die Handy-Überwachung eingesetzt werden, um Infizierte zu finden. In Israel ist bislang bei einer Person Omikron bestätigt worden. Zudem gibt es sieben weitere Verdachtsfälle.

US-Außenminister lobt Südafrikas Transparenz bei Omikron

23.23 Uhr: Die US-Regierung hat Südafrikas Handeln im Zusammenhang mit der Omikron-Variante als vorbildlich gelobt. Außenminister Antony Blinken habe in einem Telefonat mit seinem südafrikanischen Amtskollegen Naledi Pandor insbesondere die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Südafrika für die schnelle Identifizierung der Omikron-Variante hervorgehoben, teilte das US-Außenministerium mit. Blinken habe auch die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen gelobt. Dieses Verhalten sollte als »Vorbild für die Welt« dienen.

Auch in Dänemark zwei Omikron-Verdachtsfälle

23.06 Uhr: Die Südafrika-Variante des Coronavirus hat offenbar auch Dänemark erreicht. Das Gesundheitsministerium des Landes meldet Verdachtsfälle bei zwei Personen, die aus Südafrika eingereist seien. Das endgültige Ergebnis werde erst in den nächsten Tagen nach einer vollständigen Sequenzierung des Virus-Genoms feststehen.

Erster Omikron-Verdachtsfall im österreichischen Tirol

22.34 Uhr: In Österreich gibt es den ersten Omikron-Verdachtsfall. Wie das Land Tirol mitteilt, liegt seit Samstagabend ein mit einer Südafrikareise assoziiertes positives PCR-Testergebnis im Bezirk Schwaz vor. Es bestehe ein konkreter Verdacht, dass es sich um die neue Virus-Mutation handeln könnte. Von der Infektion betroffen sei eine Person, die nach einer Südafrika-Reise positiv auf Covid-19 getestet wurde. Die betroffene Person weise derzeit keine Symptome auf.

Österreich: Zehntausende protestieren gegen Impfpflicht

22.01 Uhr: Bei Protesten gegen Corona-Maßnahmen und die geplante Impfpflicht sind in Österreich rund 40 000 Menschen auf die Straße gegangen. Die größte der Demonstrationen fand am Samstag in Graz statt. Die Polizei berichtete von bis zu 30 000 Teilnehmern, die mit Sprechchören wie »Friede, Freiheit, keine Diktatur« durch Österreichs zweitgrößte Stadt zogen. Auch in St. Pölten, Klagenfurt und Innsbruck kam es zu größtenteils friedlichen Versammlungen. Viele Menschen wurden jedoch angezeigt, weil sie keine Masken trugen.

Erster Fall der Omikron-Virusvariante in Tschechien nachgewiesen

21.49 Uhr: In Tschechien ist erstmals die neu entdeckte Corona-Variante Omikron nachgewiesen worden. Nach einer sogenannten Genomsequenzierung stehe dies »mit rund 90-prozentiger Sicherheit« fest, sagte ein Sprecher des Krankenhauses im nordböhmischen Liberec (Reichenberg) am Samstagabend im öffentlich-rechtlichen Fernsehsender CT. Eine weitere Probe sei zur näheren Analyse an das nationale Referenzlabor in Prag geschickt worden.

Nach Aussage des geschäftsführenden tschechischen Ministerpräsidenten Andrej Babiš handelt es sich bei der Patientin um eine Frau, die mit dem Flugzeug aus Namibia zurückgekehrt war – mit Umstieg in Südafrika und Dubai. Sie befinde sich in Isolierung, alle Kontakte würden nachverfolgt. Die Frau habe einen leichten Krankheitsverlauf und sei geimpft gewesen.

Nicht angemeldeter »Querdenken«-Fußmarsch in Saarbrücken

21.37 Uhr: Die Polizei hat am Samstagnachmittag einen nicht angemeldeten Fußmarsch der »Querdenker«-Szene durch die Innenstadt von Saarbrücken verhindert. Beamtinnen und Beamte hätten vor dem Rathaus eine etwa 90-köpfige Personengruppe festgestellt, die den »Querdenkern« zuzuordnen gewesen sei, teilte die Polizei mit. Die Gruppierung habe unter dem Motto »Spaziergang für die Freiheit« gemeinsam zur Europagalerie gehen wollen.

Polizei beendet unzulässige Impfaktion in Lübeck

21.06 Uhr: Am Flughafen Lübeck haben Polizei und Stadt eine unzulässige Impfaktion mit großem Andrang beendet. Es bestehe der Verdacht, dass der Impfstoff nicht zugelassen ist und damit eine Straftat nach dem Arzneimittelgesetz darstellt, teilte die Polizeidirektion Lübeck mit. 50 Personen seien wahrscheinlich damit geimpft worden, bevor die Aktion von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst gestoppt worden sei.

Bei Eintreffen der Beamten seien 80 Personen vor dem Flughafengebäude festgestellt worden, weitere Menschen seien zugeströmt. Etwa 150 Impfwillige hätten sich in der Abfertigungshalle aufgehalten.

Der Flughafen gehört dem Unternehmer und promovierten Mediziner Winfried Stöcker, der einen eigenen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat. Im April 2020 hatte sein Büro bestätigt, dass er diesen im Selbstversuch erforscht.

Omikron-Fall in Italien nachgewiesen

19.34 Uhr: In Italien ist ein Fall der neuen Coronavirus-Variante Omikron nachgewiesen worden. Das teilte das Nationale Gesundheitsinstitut (ISS) mit. Demnach wurde das Genom in einem Labor des Sacco-Krankenhauses in Mailand anhand einer positiven Probe eines aus Mosambik stammenden Patienten sequenziert. Der Patient und seine Familienangehörigen seien bei guter Gesundheit, teilte das ISS mit

Strikte Vorlagen für alle Einreisenden nach Großbritannien

18.35 Uhr: Angesichts der als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus verschärft Großbritannien seine Regeln für Einreisende aus aller Welt. Alle Ankommenden müssen an Tag Zwei nach ihrer Einreise einen PCR-Test machen und bis zum Erhalt eines negativen Testergebnisses in Quarantäne gehen, wie der britische Premier Boris Johnson am Samstag mitteilte.

Gesundheitsamt erwartet am Montag Ergebnisse zu Omikron-Verdachtsfall

18.24 Uhr: Im Fall des Verdachts einer Infektion mit der neuen Coronavariante Omikron erwartet das Frankfurter Gesundheitsamt am Montag genaue Ergebnisse. Die Virologin Sandra Ciesek habe in dem Fall des Reiserückkehrers aus Südafrika mehrere typische Merkmale der Virusvariante ermittelt, teilte die Behörde am Samstag mit. Nun stünden noch die Resultate der vollständigen Sequenzierung aus. Das Gesundheitsamt stehe in direktem Kontakt zu der Person, die sich in Isolation befinde. Es seien vor Ort alle nötigen Maßnahmen getroffen worden, um schnell zu klären, wer infiziert sei und wer in Quarantäne müsse.

Der Frankfurter Gesundheitsdezernent Stefan Majer (Grüne) sagte: »Wie mit den vorherigen Coronavirus-Varianten auch, war es nur eine Frage der Zeit, bis die Omikron-Variante bei uns ist.« Nach Angaben der Stadt testet das Gesundheitsamt derzeit alle Reisenden aus Südafrika und Namibia sofort nach ihrem Ausstieg am Frankfurter Flughafen. Bei den bisherigen Tests am Flughafen seien keine Reisenden positiv getestet worden.

Gesundheitsminister: Zwei Omikron-Fälle in Großbritannien entdeckt

17.41 Uhr: Nach Belgien  hat am Samstag auch Großbritannien die ersten Infektionen mit der neuen Coronavariante Omikron gemeldet. Gesundheitsminister Sajid Javid erklärte, es seien zwei miteinander in Verbindung stehende Fälle entdeckt worden, bei denen es einen Zusammenhang mit einer Reise ins südliche Afrika gebe. Zudem kündigte er an, vier weitere afrikanische Staaten auf die Liste mit Reisebeschränkungen zu setzen.

Die Regierung habe »rasch« gehandelt, erklärte Javid. Ein Fall wurde laut den Gesundheitsbehörden in der mittelenglischen Stadt Nottingham, der andere in Chelmsford östlich der Hauptstadt London entdeckt. Die Betroffenen seien in Isolation, die Kontaktnachverfolgung dauere an, sagte Javid.

Großbritannien hatte am Freitag bereits Reisebeschränkungen für Südafrika, Namibia, Lesotho, Eswatini, Simbabwe und Botswana verhängt. Ab Sonntagfrüh sind nun auch Einreisen aus Malawi, Mosambik, Sambia und Angola betroffen.

Die britische Regierung war zu Beginn der Pandemie heftig für ihre Reise- und Quarantänepolitik kritisiert worden, als sie die Grenzen für ausländische Reisende offen hielt, während die Infektionsraten in die Höhe schnellten.

Spahn bringt lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel

17.19 Uhr: Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in der Coronapandemie lange Einschränkungen für Ungeimpfte ins Spiel gebracht. Der CDU-Politiker sagte, er sei grundsätzlich skeptisch, was eine allgemeine verpflichtende Impfung angehe. Eine Alternative, die zu diskutieren sei, sei durchgängig 2G für alle Lebensbereiche, also Zugang nur noch für Geimpfte und Genesene. Es könnte zu einer Ansage kommen: »Stellt Euch darauf ein, 2G, geimpft oder genesen, und war auffrischgeimpft dann ab einem Punkt x, gilt mindestens mal das ganze Jahr 2022. Wenn Du irgendwie mehr tun willst als Dein Rathaus oder Deinen Supermarkt besuchen, dann musst Du geimpft sein.« Dies wäre eine ziemlich klare Ansage.

Das sei eine Option, die besprochen werden müsse. »Wir sehen ja alle, was los ist in diesem Land, weil elf Millionen Erwachsene sich noch nicht haben überzeugen lassen. Und darunter leiden jetzt alle«, sagte Spahn. Deutschland sei wahrscheinlich in der »schwersten« und »dramatischsten« Zeit dieser Pandemie. Man müsse nur den Blick richten nach Sachsen, Bayern, Thüringen und Baden-Württemberg und in viele Kliniken. Die Welle werde weiter gen Westen gehen. Die Frage sei, wie hoch die Welle werde. »Das haben wir in der Hand.«

Mutmaßlich mit Omikron infizierter deutscher Reiserückkehrer war geimpft

17.00 Uhr: Der mutmaßlich mit der Coronavirus-Variante Omikron infizierte deutsche Reiserückkehrer aus Südafrika ist bereits am vergangenen Sonntag über den Flughafen Frankfurt nach Deutschland eingereist. Die infizierte Person »war vollständig geimpft«, teilte das hessische Sozialministerium am Samstag mit. Sie habe im Laufe der Woche Symptome entwickelt und sich daraufhin testen lassen. Danach sei sie häuslich isoliert worden. Das Ergebnis der vollständigen Sequenzierung stehe noch aus; es werde in den nächsten Tagen erwartet.

Das Sozialministerium verwies darauf, dass zum Zeitpunkt der Ankunft des Reiserückkehrers Südafrika weder als Hochrisiko- noch als Virusvariantengebiet eingestuft war.

Der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) hatte am Samstagmorgen auf Twitter mitgeteilt, dass die neue Virusvariante Omikron »mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits in Deutschland angekommen« sei. Bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika bestehe »der hochgradige Verdacht«, dass sie mit der Variante identifiziert sei.

Tschechiens Präsident Zeman aus Krankenhaus entlassen

16.43 Uhr: Der tschechische Präsident Miloš Zeman ist aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das berichtete die Agentur CTK am Samstag. Der 77-Jährige war nach Angaben des Militärkrankenhauses in Prag wegen eines positiven Coronatests mit Antikörpern behandelt worden, zeigte aber keine Krankheitssymptome. Zuvor war Zeman bereits anderthalb Monate lang wegen Komplikationen einer seiner chronischen Erkrankungen in der Klinik gewesen.

Es wird erwartet, dass der Sieger der Parlamentswahl vom Oktober, der Liberalkonservative Petr Fiala, nun wie geplant am Sonntag zum Ministerpräsidenten ernannt werden kann. Der Vorsitzende der Demokratischen Bürgerpartei (ODS) soll in Schloss Lany bei Prag die Ernennungsurkunde entgegennehmen. Wie die Zeremonie ablaufen soll, ist noch unklar, da Zeman sich eigentlich für 14 Tage in Corona-Quarantäne begeben muss.

Die bisherige Regierung unter Multimilliardär Andrej Babis führt in jedem Fall bis zur Ernennung des gesamten neuen Kabinetts kommissarisch die Geschäfte weiter. Mit der Amtsübergabe wird frühestens Mitte Dezember gerechnet. Zeman ist der erste Präsident Tschechiens, der nach einer Verfassungsänderung zweimal direkt vom Volk gewählt wurde. Er steht seit 2013 an der Spitze.

Heil rechnet wegen vermehrter Kurzarbeiter mit Zusatzkosten von 400 Millionen Euro

16.35 Uhr: Der geschäftsführende Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) erwartet in der vierten Coronawelle wieder eine steigende Zahl von Kurzarbeitern und zusätzlichen Kosten für den Staatshaushalt von 400 Millionen Euro. »Aufgrund von Lieferkettenstörungen in der Industrie und Umsatzeinbrüchen aufgrund regionaler Lockdowns rechnen wir mit einer leichten Zunahme der Kurzarbeit in diesem Winter und Zusatzkosten von 400 Millionen Euro«, sagte Heil der »Bild am Sonntag« .

»Das ist eine Menge Geld – aber eine sinnvolle Investition, um Massenarbeitslosigkeit zu verhindern«, fügte er hinzu. Am Mittwoch hatte das Kabinett die Kurzarbeiterregelung noch einmal bis Ende März verlängert.

Berliner Gesundheitssenatorin Kalayci für Lockdown

15.57 Uhr: Angesichts des rasanten Anstiegs der Zahl von Corona-Neuinfektionen hält Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) einen erneuten Lockdown für erforderlich. »Ich fordere den Bund auf, eine Bundesnotbremse einzusetzen«, sagte die geschäftsführende Senatorin am Samstag der »Berliner Morgenpost«. Zugleich bat sie die Menschen in Berlin, Großveranstaltungen vor allem in Innenräumen zu meiden, um das Ansteckungsrisiko zu senken.

Zuvor hatte die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina sofortige umfassende Kontaktbeschränkungen empfohlen. Neue Virusvarianten machten schnelles und konsequentes Handeln noch dringlicher.

Geltungsdauer des digitalen Corona-Impfpasses soll verkürzt werden

15.34 Uhr: Die bislang auf ein Jahr angelegte Gültigkeitsdauer des digitalen Corona-Impfzertifikats soll laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkürzt werden. Da der Impfschutz nach aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach einigen Monaten nachlasse, stehe nun eine Entscheidung darüber an, »dass dieses digitale Impfzertifikat angepasst wird an die tatsächliche Schutzwirkung«, sagte Spahn am Samstag bei einer Digital-Veranstaltung seines Ministeriums in Berlin.

Die Verkürzung werde aber »nicht über Nacht« erfolgen, beteuerte Spahn. »Wir werden das so machen, dass jeder seine Auffrischimpfung hat kriegen können, um das Zertifikat zu verlängern.« In der Frage der Verkürzung strebe er eine EU-weit abgestimmte Regelung zur Geltungsdauer des Digitalnachweises an.

Impfpass und digitaler Impfnachweis

Impfpass und digitaler Impfnachweis

Foto: Sven Hoppe / dpa

Die bislang ausgestellten Impfnachweise, die etwa per Handy-App gespeichert und vorgezeigt werden können, sind auf zwölf Monate befristet. Diese Frist beginnt zwei Wochen nach der Zweitimpfung. Inzwischen hat sich aber gezeigt, dass der Impfschutz nach etwa sechs Monaten nachlässt – deshalb wird zu diesem Zeitpunkt eine Boosterimpfung empfohlen.

Welche Gültigkeitsdauer die Impfpässe künftig haben sollen, wird nach Worten von Lothar Wieler, dem Chef des Robert-Koch-Instituts , derzeit beraten. In der Diskussion sei dabei eine Regelung mit Übergangsfristen, sagte Wieler bei der Veranstaltung mit Spahn. Wieler sagte zu, die Neuregelung rechtzeitig zu kommunizieren.

Söder fordert Reduzierung der Zuschauerzahlen im Fußball

14.57 Uhr: Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder sieht weiterhin Handlungsbedarf bei der Reduzierung der Zuschauerzahlen im Fußball. »Die Zuschauerzahlen müssen auf jeden Fall deutlich reduziert werden, und es muss massiver Abstand sein«, sagte der CSU-Politiker bei Sky. Klar sei, »beim Fußball kann man immer argumentieren, dass Abstand im Stadion möglich ist, aber nebeneinanderzusitzen, ist kein gutes Signal. Die Zu- und die Abfahrt ist immer ein Problem«, betonte Söder.

Aufgrund der rasant steigenden Inzidenzzahlen in Deutschland gab es zuletzt verstärkt Druck von politischer Seite, um die Anzahl der Fans im Stadion zu reduzieren. Einige Politiker forderten sogar eine Unterbrechung der Saison in der 1. und 2. Bundesliga durch die Deutsche Fußball Liga (DFL). In Sachsen werden an diesem Wochenende bereits Geisterspiele ausgetragen.

Nächste Coronafälle bei Fußballverein Fortuna Düsseldorf

14.43 Uhr: Fußball-Zweitligist Fortuna Düsseldorf hat am Samstag die nächsten beiden Coronafälle im Team bekannt gegeben: Defensivspieler Matthias Zimmermann und der derzeit im Rehatraining befindliche Phil Sieben wurden positiv getestet. Beide Spieler sind doppelt geimpft und müssen sich nun in eine 14-tägige Quarantäne begeben. Zuvor wurden in dieser Woche bereits Innenverteidiger Jamil Siebert und Torhüter Florian Kastenmeier positiv getestet. Zudem hatte sich Mittelfeldspieler Thomas Pledl als enge Kontaktperson in häusliche Isolation begeben müssen.

Bayern setzt Verlegungsflüge aus Intensivstationen fort

13.55 Uhr: Das mit Corona-Intensivpatienten überlastete Bayern hat am Samstag die Verlegung aus besonders strapazierten Krankenhäusern in andere Bundesländer fortgesetzt. »Zum Teil sind die Flüge bereits in der Luft«, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Samstagmittag. Bis zum Abend sollten zwei Patienten von München aus nach Hamburg und jeweils zwei nach Köln, Düsseldorf und Dortmund geflogen werden. Mit Krankenwagen sollten weitere drei Patienten von Schwaben aus ins Saarland und nach Rheinland-Pfalz gebracht werden, sagte eine Sprecherin des Innenministeriums am Freitag.

Per Hubschrauber wird eine schwer am Coronavirus erkrankte Patientin nach Hildesheim ins Krankenhaus gebracht

Per Hubschrauber wird eine schwer am Coronavirus erkrankte Patientin nach Hildesheim ins Krankenhaus gebracht

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Bereits am Freitag hatte ein Airbus der Bundeswehr sechs Intensivpatienten aus Bayern ausgeflogen. Der Luftwaffen-Airbus solle erst am Sonntag wieder im Einsatz sein und sechs weitere Intensivpatienten nach Norddeutschland bringen. Die anderen Flüge erfolgten mit Ambulanzflugzeugen privater Anbieter. In der Nacht zum Samstag ging ein weiterer Flug mit zwei Patienten nach Hamburg. Insgesamt sollen bis zum Sonntagabend 30 Intensivpatienten ausgeflogen sein.

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Janosch Dahmen befürchtet derweil, dass noch viel weiter gehende Maßnahmen nötig werden könnten. »Weil der Bedarf so eklatant ansteigen könnte, werden möglicherweise auch Verlegungen in EU-Nachbarstaaten notwendig«, sagte der Gesundheitspolitiker der »Welt am Sonntag« .

Impfstoff-Experte geht nicht von Neustart der Pandemie wegen Omikron aus

13.50 Uhr: Der Entwickler des AstraZeneca-Impfstoffs gegen Corona, Andrew Pollard, geht nicht von einem dramatischen Neuanfang der Pandemie durch die neue Variante Omikron aus. »Es ist sehr unwahrscheinlich, dass es in einer geimpften Bevölkerung einen Neustart der Pandemie wie im letzten Jahr geben wird«, sagte der Immunologe von der Universität Oxford am Samstag in einem BBC-Interview. Man müsse einige Wochen warten, um sichere Ergebnisse zu haben, es gebe jedoch Anlass zur Hoffnung, dass die Impfstoffe gegen schwere Erkrankungen weiterhin wirken würden.

Im vergangenen Jahr war in Großbritannien kurz vor Weihnachten die erste deutlich ansteckende Alpha-Variante aufgetaucht, die eine schwere Welle auslöste. Damals gingen die Coronaimpfungen gerade erst los. Die nun im Süden Afrikas entdeckte Omikron-Variante vereint Mutationen, die bereits bei früher als besorgniserregend eingestuften Varianten aufgetreten waren. »Trotz dieser Mutationen haben die Impfstoffe schwere Erkrankungen verhindert, während wir uns von Alpha, Beta und Gamma bis hin zu Delta bewegt haben«, sagte Pollard, der mit anderen Oxford-Forschern und dem Pharmakonzern AstraZeneca den Impfstoff entwickelt hat. Außerdem zeigte sich der Wissenschaftler zuversichtlich, dass die Impfstoffe zeitnah auf die neue Variante hin angepasst werden könnten.

Omikron-Verdachtsfall – Tobias Hans für schnelle Ministerpräsidentenkonferenz

13.30 Uhr: Angesichts eines Omikron-Verdachtsfalls in Deutschland hat sich der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) eindringlich für eine schnelle Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ausgesprochen. Man stehe erneut vor einer »Stunde Null in der Pandemiebekämpfung«, sagte Hans nach einer Mitteilung der Staatskanzlei in Saarbrücken vom Samstag. »Eine nationale Notlage erfordert den Schulterschluss aller Länder, sowie alter und neuer Bundesregierung.«

Es brauche rasch bundeseinheitliche Maßnahmen zur Eindämmung, Engpässe bei der Bereitstellung von Impfstoff müssten mit aller Macht beseitigt werden, sagte Hans – »damit jetzt der Impf-Turbo gezündet werden kann von der Arztpraxis bis zu den Impfzentren«. Auch Zahnärzte, Veterinäre und Apotheken müssten in die Impfkampagne einbezogen werden. »Es braucht eine Omikron-MPK mit geschäftsführender und neuer Bundesregierung – jeder Tag zählt«, sagte Hans.

Kanzlerkandidat Scholz kündigt wegen Corona konsequentes Handeln an

13.06 Uhr: SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat in der sich dramatisch zuspitzenden Coronapandemie konsequentes Handeln angekündigt. Man werde alles tun, was getan werden muss, sagte Scholz am Samstag in Frankfurt am Main beim Bundeskongress der Jusos und sprach von »wieder neuen dramatischen Herausforderungen«. Es gebe nichts, was nicht in Betracht gezogen werde. Ehrgeiziges Ziel sei, dass jetzt alle Betreffenden eine Boosterimpfung zur Auffrischung bekommen. Er habe ja bereits angekündigt, dass ein Krisenstab eingesetzt werden soll. Es gebe derzeit eine enge Zusammenarbeit der künftigen und der jetzigen Regierung, sagte Scholz am Rande des Bundeskongresses.

Italien: Mutmaßliche Corona-Impfzertifikat-Betrüger enttarnt

12.27 Uhr: Eine Bande in Italien soll Internetnutzer betrogen haben, die sich für gefälschte Corona-Impfzertifikate interessiert haben. Jetzt sind Ermittler den mutmaßlichen Betrügern auf die Schliche gekommen. Eine Einheit gegen Internetkriminalität der Finanzpolizei machte die italienischen Staatsbürger in den Regionen Venetien, Ligurien, Apulien und auf der Insel Sizilien aus, wie die Guardia di Finanza am Samstag mitteilte. Sie seien Administratoren eines Kanals im Messenger-Dienst Telegram gewesen. Hier seien Nutzern gefälschte Corona-Impf-Zertifikate für 100 Euro angeboten worden. Die Bezahlung sollte in Kryptowährungen erfolgen.

Erhalten hätten die Kunden jedoch nichts, erklärte ein Polizeioberst auf Nachfrage. Bei ihren Untersuchungen entlarvten die Polizisten das Netzwerk der kriminellen Bande und fanden zahlreiche Fotos von Personalausweisen und Gesundheitskarten sowie Chatverläufe. Ob die mutmaßlichen Täter festgenommen würden, sei noch unklar, da die Ermittlungen noch liefen. Unterstützung erhielten die Verdächtigen laut Mitteilung mutmaßlich von Mitarbeitern im Gesundheitsbereich.

Mehr als zehn Prozent mit Boosterimpfung versorgt

11.25 Uhr: In Deutschland haben mehr als zehn Prozent der Bevölkerung mittlerweile eine Auffrischungsimpfung erhalten. 8,6 Millionen Menschen haben bisher eine sogenannte Boosterimpfung bekommen, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag hervorgeht. In den vergangenen Tagen gab es rund 2,7 Millionen Boosterimpfungen, wie der geschäftsführende Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) twitterte. Allein am Freitag kamen laut RKI 582.000 hinzu.

  • 56,9 Millionen Menschen und damit 68,4 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft.

  • 59,1 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 71,1 Prozent.

Das RKI geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden, heißt es auf der Impfübersicht des RKI.

Weiterhin gibt es beim Stand der Impfungen gegen das Coronavirus erhebliche regionale Unterschiede: Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 82,8 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. 80,1 Prozent der Bevölkerung sind dort vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Sachsen ist Schlusslicht, hier sind 60,4 Prozent erst- und 58,0 Prozent vollständig geimpft.

Omikron-Variante mit hoher Wahrscheinlichkeit in Deutschland und in Tschechien

11.02 Uhr: Die jüngste Variante des Coronavirus hat nach Angaben der hessischen Landesregierung »mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit« auch Deutschland erreicht. Wie der hessische Sozialminister Kai Klose am Samstag mitteilte, wurden bei einem Reiserückkehrer aus Südafrika in der Nacht zuvor mehrere für die Omikron-Variante typische Mutationen gefunden.

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»Es besteht also ein hochgradiger Verdacht«, schrieb der Grünenpolitiker auf Twitter. Der Betroffene sei häuslich isoliert worden. »Die vollständige Sequenzierung steht zum aktuellen Zeitpunkt noch aus«, fügte der Landesminister hinzu und schickte gleich noch einen Aufruf an Reiserückkehrer hinterher, sich testen zu lassen:

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Auch in Tschechien besteht der Verdacht, dass die Omikron-Variante des Coronavirus aufgetreten ist. Wie das Nationale Institut für öffentliche Gesundheit mitteilt, ist eine Person betroffen, die sich in Namibia aufgehalten hat. Weitere Tests würden noch unternommen.

Virologin besorgt über Omikron-Variante – Rat zu Boosterimpfung

10.42 Uhr: Die Münchner Virologin Ulrike Protzer ist besorgt über die im Süden Afrikas entdeckte neue Coronavirus-Variante. Die Variante B.1.1.529 könne dazu führen, dass sich das Virus schneller vermehre oder auch infektiöser werde, sagte Protzer am Samstag im Deutschlandfunk.

Auf die Frage, ob aktuelle Coronaimpfstoffe noch ausreichend gegen die neue Variante wirken, sagte die Virologin, möglich sei, dass Antikörper das Virus nicht mehr so effizient neutralisieren können. Frisch nach einer Impfung gebe es aber viele Antikörper – das reiche dann aus, um auch Virenvarianten »wegzuneutralisieren«. Wenn die Impfung eine Weile her sei, könnten Auffrischungsimpfungen das Immunsystem »hochpushen«. »Und dann, davon gehen wir alle aus, sollte das wieder ausreichen«, sagte Protzer. Sie riet zugleich dazu, Boosterimpfungen mit den jetzt verfügbaren Impfstoffen vorzunehmen. Ob man später eine weitere Impfung brauche oder einen angepassten Impfstoff, könne man jetzt noch nicht sagen.

Grüne rechnen mit erneuter Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes

9.54 Uhr: Angesichts der eskalierenden vierten Coronawelle rechnen die Grünen mit einer erneuten Nachschärfung des Infektionsschutzgesetzes. »Die aktuelle Notlage ist sehr besorgniserregend. Es war und ist völlig klar, dass die beschlossenen Änderungen im Infektionsschutzgesetz allenfalls ein erster Schritt sein können«, sagte der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen der Düsseldorfer »Rheinischen Post« vom Samstag. Es sei offensichtlich, dass es bisher nicht gelungen sei, die Lage unter Kontrolle zu bringen.

»Insofern sind weitreichendere Maßnahmen erforderlich«, betonte Dahmen. »Bei der anstehenden Evaluation der bisherigen Beschlüsse werden für die besonders hart betroffenen Regionen wie in Bayern und Sachsen noch flächendeckendere und weitreichende Maßnahmen beschlossen werden müssen.« Dabei plädierte er für ein regional angepasstes Vorgehen. Die Situation etwa in Schleswig-Holstein müsse von der in Bayern unterschieden werden.

Zudem zeigte sich Dahmen offen für eine allgemeine Impfpflicht. »Ich bin überzeugt davon, dass wir, wenn wir die Impfquote nicht anderweitig erheblich steigern können, eine allgemeine Impfpflicht brauchen werden«, sagte der Grünenpolitiker. Er könne aber noch nicht erkennen, dass es ein gemeinsames Verständnis davon gebe, wie diese konkret ausgestaltet sein könnte, »etwa wie sie umgesetzt, sanktioniert und überprüft werden soll«. Akut könne selbst eine solche Impfpflicht aber nicht helfen: »Sie würde uns allenfalls vor weiteren Wellen schützen.«

Das neue Infektionsschutzgesetz war am Mittwoch in Kraft getreten. Es sieht unter anderem die Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz sowie im öffentlichen Nah- und Fernverkehr vor, außerdem einheitliche Testpflichten in Pflege- und Altenheimen.

Impfpass mit Corona-Eintrag: Zunehmend sind gefälschte Dokumente im Umlauf

Impfpass mit Corona-Eintrag: Zunehmend sind gefälschte Dokumente im Umlauf

Foto: Patrick Pleul / dpa

Polizei meldet deutliche Zunahme von Impfpassfälschungen

8.30 Uhr: Die Polizei verzeichnet einem Bericht der »Welt am Sonntag« zufolge einen deutlichen Anstieg beim Handel mit gefälschten Impfnachweisen. Allein in elf Landeskriminalämtern seien seit Jahresbeginn zusammen mehr als 2500 Fälle bekannt geworden, die meisten in den vergangenen Wochen. Hinzu kommen laut Bericht mehrere Hundert Fälle aus Baden-Württemberg und Niedersachsen, die von Ermittlungsverfahren im dreistelligen Bereich sprechen, und dem Saarland, das von zweistelligen Fallzahlen berichtete.

Nordrhein-Westfalen und Hessen hätten auf Anfrage keine Fallzahlen nennen können. Fast alle Landeskriminalämter hätten mitgeteilt, dass in den vergangenen Wochen der Handel mit gefälschten Impfzertifikaten vor allem im Internet spürbar zugenommen habe – einhergehend mit den 2G-Regeln vielerorts, die Zugang zu öffentlichen Orten nur noch für Geimpfte und Genesene ermöglichen. Besonders viele Fälle habe Bayern gemeldet. Dort seien seit Jahresbeginn 1286 Vorkommnisse bekannt geworden – etwa die Hälfte davon allein im November.

Brinkhaus: Weihnachtsferien notfalls früher beginnen lassen

7.11 Uhr: Der Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat weitere schnelle Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus gefordert – bis hin zu einem möglichen Vorziehen der Weihnachtsferien. Der »Welt am Sonntag« sagte er: »Sollte sich die Lage noch verschlimmern, muss meines Erachtens auch darüber nachgedacht werden, die Weihnachtsferien überall ein bis zwei Wochen früher beginnen zu lassen, um die Kontakte zum Beispiel in den Schulen zu reduzieren.«

Weihnachtsreiseverkehr 2020 in Frankfurt am Main

Weihnachtsreiseverkehr 2020 in Frankfurt am Main

Foto: Andreas Arnold / dpa

Der künftigen Regierungsparteien SPD, Grünen und FDP warf er vor, zu langsam zu handeln. Wenn der wahrscheinliche künftige Kanzler Olaf Scholz einen ständigen Corona-Krisenrat wolle, müsse er ihn sofort einberufen. »Fakt ist doch: Wir müssen jetzt massiv Kontakte reduzieren, um die vierte Welle zu brechen. Dazu müssen alte und neue Regierung, die Regierungsfraktionen und die Opposition schnell und gut zusammenarbeiten.« Die Unionsfraktion sei dazu bereit. Angesichts der neuen in Südafrika aufgetauchten Virusvariante sagte er: »Die Lage ist blitzgefährlich, die Lage ist akut. Wir müssen sofort handeln.«

Zur Frage, wie er zu einer generellen Impfpflicht stehe, sagte Brinkhaus: »Darüber beraten wir in der Fraktion sehr offen.« Er sei in jedem Fall dafür, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die vierte Welle zu brechen. »Am letzten Wochenende waren über 400.000 Menschen als Zuschauer in den Fußballstadien, das ist einfach das falsche Signal«, sagte er.

Montgomery rechnet mit doppelter Coronainzidenz binnen zehn Tagen

4.31 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, rechnet mit einer Verdopplung der Coronainzidenz innerhalb der nächsten zehn Tage. »In der Nikolauswoche könnten wir Inzidenzen zwischen 700 und 800 haben«, sagte der Mediziner den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Alle Maßnahmen zur Bekämpfung der Coronapandemie, die jetzt noch ergriffen würden – selbst Kontaktbeschränkungen oder Lockdowns – würden erst mit einer Verzögerung von zwei Wochen zu wirken beginnen.

»Wir können nichts mehr daran ändern, dass am Tag der Kanzlerwahl von Olaf Scholz die Zahlen dramatisch hoch sein werden«, sagte Montgomery. Der Weltärztebund-Vorsitzende forderte eine strikte Reduzierung der Kontakte und bundesweit das Schließen der Weihnachtsmärkte, um die Infektionskurve wieder zu senken.

Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus in Stuttgart ist aufgebaut – bleibt aber geschlossen. Größere Veranstaltungen, sagen Gesundheitspolitiker wie Karl Lauterbach, sind ein Pandemietreiber.

Der Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus in Stuttgart ist aufgebaut – bleibt aber geschlossen. Größere Veranstaltungen, sagen Gesundheitspolitiker wie Karl Lauterbach, sind ein Pandemietreiber.

Foto: Marijan Murat / dpa

Lauterbach geht von weiteren Corona-Einschränkungen aus

4.04 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht angesichts der vierten Coronawelle und dem Auftauchen einer möglicherweise besonders gefährlichen neuen Virusvariante von weitergehenden Einschränkungen aus. »Tatsächlich ist das Infektionsgeschehen aggressiver als gedacht«, sagte er in den ARD-Tagesthemen am Freitagabend. Zwar hätten die Maßnahmen gewirkt, die Kontakte gingen etwas zurück. »Aber es ist noch nicht da, wo es sein müsste, und es wird auf jeden Fall notwendig werden, dass wir nachschärfen, davon gehe auch ich aus.«

Lauterbach sagte weiter: »Was insbesondere große Probleme macht, ist tatsächlich, dass die Kontrollen von 2G und 2G-plus überhaupt nicht angemessen stattfinden.« Zudem gebe es nach wie vor zu viele große Veranstaltungen. »Und es sind aber gerade diese großen Veranstaltungen und auch die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen.«

Dass die im Süden Afrikas aufgetauchte, möglicherweise gefährliche Variante B.1.1.529 auch Deutschland erreichen könnte, bereitet Lauterbach große Sorgen. Wenn das passieren würde, dann hätten wir ein riesiges Problem. »Denn es ist nichts schlimmer, als eine besonders gefährliche Variante in eine laufende Welle hineinzubekommen.« Die Variante scheine für Geimpfte und Ungeimpfte gefährlich zu sein. »Daher müssen wir mit Reisebegrenzungen hier arbeiten, hier zählt wirklich jeder Tag, der gewonnen werden kann, bis diese Variante kommt.«

Mittelstand: Politik muss Corona-Lockdown verhindern

4.00 Uhr: Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft hat die Politik aufgefordert, einen drohenden Corona-Lockdown unbedingt zu verhindern. Bundesgeschäftsführer Markus Jerger sagte der Deutschen Presse-Agentur: »Müssten Betriebe und Einzelhandel im so wichtigen Weihnachtsgeschäft erneut zwangsweise schließen, hätten wir den wirtschaftlichen Super-GAU: Ganze Branchen wären betroffen, und sehr viele mittelständische Unternehmen würden einen erneuten Lockdown wirtschaftlich nicht überleben.«

Für die Betriebe folge daraus, dass die 3G-Regel streng kontrolliert oder 2G eingeführt werden müsse – das würde bedeuten: Zugang zu Betrieben nur noch für Geimpfte und Genesene. »Im Klartext: Impfunwillige Beschäftigte, außer bei medizinischen Ausnahmen, müssen die Folgen ihres Handelns dann auch in der Lohntüte spüren«, so Jerger. »Überlastete Krankenhäuser und verschobene Operationen kosten Menschenleben, und das Virus nimmt keine Rücksicht auf persönliche Befindlichkeiten.«

Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erreicht mit 444,3 neuen Höchststand

3.49 Uhr: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen verzeichnet weiterhin neue Höchststände. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen erhöhte sich der Wert auf nunmehr 444,3. Am Freitag lag er bei 438,2, am Samstag vergangener Woche bei 362,2.

Die Sieben-Tage-Inzidenz gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Am 8. November hatte der Wert in Deutschland erstmals die Schwelle von 200 und damit die bisherige Höchstmarke seit Pandemiebeginn vom Dezember 2020 (197,6) übersprungen. Seitdem wurden täglich neue Höchstwerte registriert.

Bundesweit wurden laut RKI-Angaben vom Samstag binnen 24 Stunden 67.125 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet, am Vortag war die bisher höchste Zahl von 76.414 neuen Fällen registriert worden.

Die Zahl der Todesopfer der Pandemie in Deutschland stieg laut RKI um 303 auf 100.779 Fälle. Am vergangenen Donnerstag hatte die Zahl der Coronatoten in Deutschland die Schwelle von 100.000 überschritten.

Als entscheidenden Maßstab für eine Verschärfung der Coronamaßnahmen hatten Bund und Länder am 18. November die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz festgelegt. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen.

Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland flächendeckend für Veranstaltungen die 2G-Regel – das heißt, nur gegen das Coronavirus Geimpfte und von Covid-19 Genesene sind zugelassen. Am Freitag lag die Hospitalisierungsinzidenz laut RKI bundesweit bei 5,97.

  • Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg den RKI-Angaben zufolge auf 5.717.295.

  • Die Zahl der von einer Erkrankung durch das Coronavirus genesenen Menschen in Deutschland bezifferte das Institut mit rund 4.803.100.

WTO verschiebt Ministerkonferenz wegen Coronavariante Omikron

2.35 Uhr: Angesichts der Ausbreitung der neuen Coronavirus-Variante Omikron hat die Welthandelsorganisation (WTO) ihre erste große Ministerkonferenz seit vier Jahren kurzfristig verschoben. »Diese Empfehlung war nicht einfach«, sagte WTO-Generaldirektorin Ngozi Okonjo-Iweala am Freitag in Genf. »Aber als Generaldirektorin haben für mich die Gesundheit und die Sicherheit aller Teilnehmer Priorität.«

Die Reisebeschränkungen hätten es vielen Ministern unmöglich gemacht, nach Genf zu kommen, sagte Okonjo-Iweala. Eine gleichberechtigte Teilnahme an der 12. WTO-Ministerkonferenz wäre somit nicht möglich gewesen.

Die Entscheidung zur Verschiebung der viertägigen Konferenz wurde von allen 164 WTO-Mitgliedstaaten unterstützt. Nach Angaben des WTO-Generalratsvorsitzenden Dacio Castillo soll die Konferenz nachgeholt werden, »sobald es die Bedingungen erlauben«.

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Merz schließt seine Zustimmung zur allgemeinen Impfpflicht nicht aus

2.02 Uhr: Der Kandidat für den CDU-Vorsitz, Friedrich Merz, hat angesichts der dramatischen Coronalage eine allgemeine Impfpflicht nicht ausgeschlossen. »Wenn die heutigen Maßnahmen auch nicht ausreichen, dann kann ich meine Zustimmung zu einer allgemeinen Impfpflicht nicht ausschließen«, sagte er der »Rheinischen Post«. »Dass sich jemand nicht impfen lassen möchte, ist grundsätzlich Teil unserer freiheitlichen Ordnung. Aber in der gegenwärtigen Lage wird diese Haltung immer mehr zu einer Belastung der Freiheit derer, die sich impfen lassen.«

Deswegen sei er zunächst für eine konsequente Anwendung der 2G-Regeln (Zugang für Geimpfte und Genesene), wo immer dies möglich sei. Er hoffe, dass sich ein allgemeiner Lockdown vermeiden lasse. »Was würde das denn bedeuten? Sollen Betriebe, Hotels, Gaststätten, Schulen, Unis und Sportplätze wieder monatelang schließen? Das kann doch niemand ernsthaft wollen«, sagte er. Gerade die Familien und vor allem Kinder und Jugendliche hätten unter den Lockdowns bereits genug gelitten. »Und auch für viele kleine und mittelständische Betriebe ist eine weitere Schließung schlicht nicht zumutbar.«

Weltärztebund-Chef fordert bundesweites Verbot für Weihnachtsmärkte

1.45 Uhr: Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, fordert eine strikte Reduzierung der Kontakte, um die Infektionskurve wieder zu senken. »Wir sollten deswegen die Weihnachtsmärkte bundesweit schließen. Es bringt nichts, die Weihnachtsmärkte in der einen Region zu verbieten, wenn die Leute dann in eine andere fahren, wo sie noch geöffnet sind«, sagt Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.

Länder und Kommunen sollten zudem zu Silvester größere Feiern, Feuerwerk und private Böllerei flächendeckend verbieten. »Das verhindert nicht nur Ansteckungen, sondern entlastet auch die Notfallambulanzen«, sagt der Chef des Weltärztebundes. Wenn man die Inzidenzen nicht in den Griff bekomme, müssten die Länder auch wieder flächendeckend Betriebe schließen oder Ausgangssperren verhängen können.

Dutzende von Coronavirus-Fällen auf Flügen aus Südafrika

1.00 Uhr: Die niederländischen Gesundheitsbehörden teilen mit, dass Dutzende von Menschen, die am Freitagabend mit zwei Flügen aus Südafrika in Amsterdam ankamen, wahrscheinlich mit dem Coronavirus infiziert sind. Nun werden alle Passagiere getestet, um herauszufinden, ob sie sich möglicherweise schon mit der kürzlich entdeckten Omikon-Variante angesteckt haben. »Von den positiven Testergebnissen untersuchen wir so schnell wie möglich, ob es sich um die neue Variante handelt«, so die Gesundheitsbehörden. Rund 600 Fluggäste kamen mit zwei KLM-Flügen auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol an. Die niederländische Regierung hatte am Freitagmorgen bereits alle Flugreisen aus dem südlichen Afrika verboten. Reisende, die bereits auf dem Weg waren, wurden bei Ankunft getestet und danach in Quarantäne.

Bundesregierung hat keine Infos zur Impfquote in Pflegeberufen

0.14 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium hat nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) keine Informationen darüber, wie hoch die Impfquote in medizinischen Berufen ist. »Informationen zu den Impfquoten bei pflegerischen und ärztlichen Berufen liegen dem Robert Koch-Institut nur auf der Basis von einzelnen stichprobenartigen Studien vor«, zitierten die RND-Zeitungen aus einer Antwort des Ministeriums auf eine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Konstantin Kuhle.

Daten über den beruflichen Hintergrund von geimpften Personen würden im digitalen Impfquoten-Monitoring des RKI regelmäßig »nicht erfasst«. Kuhle sagte dem RND dazu, angesichts der dramatischen Pandemiesituation müsse die Debatte über Impfpflichten für bestimmte Bevölkerungsgruppen offen geführt werden.

»Man kann eine Impfpflicht jedoch nicht einfach in den Raum stellen, ohne sich über die genaue Ausgestaltung oder die Datengrundlage im Klaren zu sein«, sagte Kuhle. Auch die Prüfung, ob eine Impfpflicht verfassungsgemäß sei, könne nur anhand eines konkreten Vorschlags erfolgen.

Kretschmer kritisiert 3G-Regel – wegen Mangels an Schnelltests

0.10 Uhr: Wegen des Mangels an Schnelltests hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) die Wirksamkeit der sogenannten 3G-Regel infrage gestellt. »Es ist eine gravierende Fehleinschätzung, dass für die 3G-Regel am Arbeitsplatz und im öffentlichen Nahverkehr das tägliche Testen für die Ungeimpften so einfach ist«, sagte Kretschmer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) einem Vorabbericht zufolge. In Sachsen habe man deswegen schon früh große Teile des öffentlichen Lebens wieder heruntergefahren und auf die 2G-Regel gesetzt. »Wir kommen mit den Kapazitäten der Schnelltests schon an die Grenzen und die Preise steigen rapide«, so der sächsische Ministerpräsident.

Lauterbach fordert nach Auftreten von Omikron-Variante schärfere Coronaregeln

0.01 Uhr: Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat angesichts der aktuellen Coronalage und des Auftretens einer möglicherweise noch gefährlicheren Variante des Virus weitere Einschränkungen gefordert. Das Infektionsgeschehen sei »aggressiver als gedacht«, sagte Lauterbach am Freitagabend im Interview mit den ARD-Tagesthemen. »Es sind die großen Veranstaltungen, die vollen Lokale, die vollen Geschäfte, die uns die Probleme machen.«

Die Politik müsse nun möglicherweise noch einmal nachsteuern, sagte Lauterbach weiter. Besonders problematisch sei, »dass die Kontrollen von 2G und 2G-plus überhaupt nicht angemessen stattfinden«.

»Nichts ist schlimmer als eine besonders schwere Variante in eine laufende Welle hineinzubekommen«, sagte Lauterbach zur neu aufgetretenen Coronavariante Omikron, die zunächst in Südafrika festgestellt worden war. Der neue Erreger scheine »gefährlich für die Geimpften wie für die Ungeimpften« zu sein. Er sei aber dennoch zuversichtlich, dass »die Booster-Impfungen auch vor dieser Variante schützen«.

oka/asa/tfb/AFP/AP/dpa/Reuters/sid