Corona-News am Samstag Immer mehr Attacken gegen impfende Ärzte

Impfgegner schrecken immer seltener vor verbaler oder körperlicher Gewalt gegen Ärzte zurück, beklagen Mediziner. Und: Virologe Schmidt-Chanasit plädiert für 1G. Der Überblick.
Frau bei der Corona-Impfung: Angriffe von Impfgegnern

Frau bei der Corona-Impfung: Angriffe von Impfgegnern

Foto: POOL / REUTERS

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter .

+++ Mediziner beklagen zunehmende Angriffe wegen Corona-Impfungen +++

Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sehen sich nach Angaben von Fachverbänden zunehmend Angriffen wegen der Verabreichung von Corona-Impfungen ausgesetzt. Attacken wie die gegenwärtigen seien vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« (FAS) laut Vorabmeldung vom Samstag. »Das macht etwas mit einem.«

Reinhardt sieht die Entwicklung als Teil einer Hysterisierung der Gesellschaft, unter der nun das medizinische Personal in den Praxen leiden müsse. Auch der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, beklagte im Gespräch mit der Zeitung, dass gerade impfkritische Menschen Arztpraxen zunehmend als Instrument der Politik wahrnehmen würden.

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Peter Bobbert, sagte, es gehe um Bedrohungsszenarien, die wir in dieser Form und Häufigkeit noch nie erlebt haben. Ihn erreichten sehr viele Nachrichten von Ärzten, die um Hilfe bitten würden, weil sie Drohbriefe erhielten oder ihre Adressen in sozialen Netzwerken gepostet würden, zusammen mit Ankündigungen wie »Wir kriegen dich«. Auch der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, sieht ebenfalls eine deutliche Zunahme von Aggressivität, was ihn sehr beunruhige. Er selbst habe schon Nachrichten bekommen, man werde ihn anzeigen bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Dem Zeitungsbericht zufolge reichen die Angriffe auf Medizinerinnen und Mediziner von verleumderischen Einträgen auf Bewertungsportalen über Beschimpfungen per E-Mail und Telefon bis hin zu Morddrohungen.

In vielen Fällen ermittelt demnach inzwischen der Staatsschutz. Genaue Zahlen gebe es aber nicht. Das Bundeskriminalamt schätze »Impfgegner oder Corona-Leugner« als »relevantes Risiko« im Zusammenhang mit Angriffen auf Impfzentren oder Arztpraxen ein.

Corona-Todesfälle in Brasilien

22.42 Uhr: Brasilien meldet 328 weitere Todesfälle und 11.866 Neuerkrankungen. Den Daten des Gesundheitsministeriums zufolge sind insgesamt damit mehr als 609.000 Todesfälle und knapp 21,9 Millionen Erkrankungen verzeichnet. In Brasilien sind nach den USA die zweitmeisten Todesfälle weltweit nachgewiesen worden.

US-Gericht stoppt Bidens Impf-Vorgaben für Unternehmen

20.51 Uhr: Ein US-Gericht hat eine Anordnung von Präsident Joe Biden ausgesetzt, die für US-Unternehmen mit mindestens 100 Mitarbeitern eine Impf- oder wöchentliche Test-Pflicht vorsieht. Es gebe unter anderem verfassungsmäßige Bedenken, erklärte das Bundesberufungsgericht am Samstag in einer einstweiligen Verfügung.

Es gab damit einem gemeinsamen Einspruch von mehreren Konzernen und Bundesstaaten statt, darunter Texas. Eine Stellungnahme der US-Regierung lag zunächst nicht vor. Sie hatte die Regelung zwei Tage zuvor vorgelegt. Kritiker – darunter republikanische Gouverneure – haben argumentiert, die Bundesregierung in Washington überschreite ihre Befugnisse.

Costa Rica führt Corona-Impfpflicht für Kinder ein

20.46 Uhr: Kinder ab fünf Jahren müssen in Costa Rica laut einem neuen Mandat des Gesundheitsministeriums Corona-Impfungen erhalten. Dadurch ist das mittelamerikanische Land eines der ersten, das eine solche Pflicht für Kinder einführt. Der Schritt würde Covid-19 zu einer Liste anderer Infektionskrankheiten hinzufügen, bei denen Impfstoffe für Kinder seit Jahren erforderlich sind, einschließlich gegen Polio und Pocken.

Die Coronavirus-Infektionsraten in Costa Rica sind in letzter Zeit rückläufig, wobei nach offiziellen Angaben mehr als 7.000 Corona-Todesfälle bei einer Bevölkerung von rund 5,1 Millionen Menschen bestätigt wurden. Bisher haben fast drei Viertel der 12- bis 19-Jährigen des Landes mindestens eine Impfdosis erhalten, während etwa 54 Prozent aller Costa Ricaner vollständig geimpft sind.

Frankreichs Wintersportregeln: In der Liftschlange Maske tragen

20.02 Uhr: Frankreichs Wintersportgebiete können unter Corona-Auflagen in die anstehende Saison starten. Dabei soll in den Warteschlangen an Skiliften und bei anderen Ansammlungen eine Masken- und Abstandspflicht gelten, kündigte Premierminister Jean Castex am Samstag an, wie der Sender France Info berichtete.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Der Gesundheitspass sei dort nicht erforderlich, berichten verschiedene Zeitungen unter Berufung auf Ministerpräsident Jean Castex. In offenen Sesselliften dürften die Skifahrer die Masken auch wieder abnehmen. In den Schlangen davor und in geschlossenen Liften wie Gondeln müssten sie aber getragen werden.

Sollte die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz über 200 steigen, werde auch hier der Gesundheitspass erforderlich. Die Inzidenz liegt in Frankreich derzeit bei knapp unter 70.

In der vergangenen Saison waren die Skilifte in Frankreich geschlossen geblieben. In den Skigebieten betrug der Verlust dadurch laut dem Bergtourismusverband France Montagnes 1,4 Milliarden Euro.

Österreich vermeldet höchste Zahl an Neuinfektionen seit Pandemie-Beginn

19.53 Uhr: In Österreich sind innerhalb von 24 Stunden so viele Corona-Infektionen registriert worden wie nie zuvor seit Beginn der Pandemie. Es seien 9943 Neuinfektionen gemeldet worden, teilten die Behörden am Samstag laut der Nachrichtenagentur APA mit. Der bisherige Höchstwert stammte vom 13. November 2020, damals waren 9586 Ansteckungen registriert worden.

Damit sprang die Zahl der Infektionen innerhalb einer Woche um mehr als 60 Prozent nach oben. Am Samstag vergangener Woche waren 6102 neue Fälle gemeldet worden. Angesichts des deutlichen Anstiegs der Ansteckungszahlen in den vergangenen Tagen hatten die österreichische Regierung und Vertreter der einzelnen Regionen am Freitagabend beschlossen, die Corona-Maßnahmen deutlich zu verschärfen.

Ab Montag gilt den Beschlüssen zufolge für die meisten Bereiche des öffentlichen Lebens die 2G-Regelung: Der Besuch von Restaurants, Friseuren oder Veranstaltungen ab 25 Gästen ist dann nur noch für Geimpfte und Genesene erlaubt. Allerdings sollen für eine vierwöchige Übergangsfrist eine erste Impfdosis in Verbindung mit einem negativen PCR-Test ebenfalls anerkannt werden.

Nur etwa 64 Prozent der österreichischen Bevölkerung sind vollständig geimpft. Damit liegt das Land unter dem EU-Durchschnitt von 67 Prozent. Doch die 2G-Ankündigung zeigte offenbar Wirkung:

Faustschlag nach Streit über Maskenpflicht in Erfurter Straßenbahn

16.32 Uhr: Ein Streit über die Maskenpflicht in einer Erfurter Straßenbahn hat zu einem körperlichen Angriff geführt. Ein 19-Jähriger wies am Samstag einen anderen Fahrgast auf die geltende Maskenpflicht hin, wie die Polizei in der thüringischen Hauptstadt mitteilte. Der Mann schlug daraufhin den 19-Jährigen mit der Faust ins Gesicht und beleidigte ihn zudem rassistisch. Auch ein weiterer Fahrgast äußerte den Angaben zufolge rassistische Beleidigungen.

Die beiden Angreifer verließen anschließend die Straßenbahn und liefen in unbekannte Richtung davon. Der Straßenbahnfahrer alarmierte nach einem Hinweis des 19-Jährigen die Polizei, die jedoch die Täter nicht finden konnte. Die Erfurter Polizei bat Zeugen des Vorfalls, sich zu melden.

Ab Sonntag gelten neue Corona-Regeln in Bayern

16.21 Uhr: Von Sonntag an gelten in Bayern verschärfte Corona-Vorschriften. Aktuell lägen 552 Patienten mit einer Corona-Infektion auf den Intensivstationen im Freistaat, »die bayerische Krankenhausampel steht damit ab morgen auf Gelb«, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag mit.

Damit gilt in Gasthäusern und bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen ab Sonntag die 3G-plus-Regel, also: geimpft, genesen oder PCR-getestet. Ein Antigen-Schnelltest reicht dann nicht mehr. Ausnahmen gelten für Hochschulen, außerschulische Bildungsangebote, Bibliotheken und Archive. Dort reicht für Ungeimpfte weiterhin ein Schnelltest. In Discos und Klubs gilt 2G – mit Test ist Ungeimpften kein Zutritt mehr möglich. Der Maskenstandard wird generell auf FFP2 erhöht. Für den Handel und den öffentlichen Personenverkehr gibt es keine neuen Einschränkungen.

Viele bayerische Regionen gelten aber als »regionale Hotspots«: Wo die Sieben-Tage-Inzidenz über 300 liegt und zusätzlich die Intensivbetten in der Region zu mehr als 80 Prozent belegt sind, gelten die verschärften Vorschriften der roten Krankenhaus-Ampel. Bayernweit schaltet die Ampel nach den Vorgaben der Landesregierung auf Rot, wenn es landesweit 600 Covid-Intensivpatienten gibt.

Mehr als 1000 Menschen bei Demo gegen Corona-Maßnahmen in Leipzig

15.19 Uhr: Ein Jahr nach einer eskalierten Demonstration der Querdenker-Szene in Leipzig haben sich in der Stadt erneut weit mehr als Tausend Menschen versammelt. »Unser absolutes Ziel ist, dass es keinen Aufzug gibt«, sagte Polizeisprecher Olaf Hoppe. Die Polizei war mit zahlreichen Kräften vor Ort und erhielt dabei auch Unterstützung aus anderen Bundesländern.

Die »Bewegung Leipzig« wollte am Nachmittag für Freiheit und gegen die Corona-Maßnahmen demonstrieren. Auch eine Demo gegen eine Impfpflicht war geplant. Ursprünglich hatte die »Bewegung Leipzig« 3000 Teilnehmer angemeldet und es sollte einen Marsch über den geschichtsträchtigen Leipziger Ring geben. Wegen der verschärften Corona-Lage in Sachsen sind aber nur noch stationäre Kundgebungen mit maximal 1000 Teilnehmern zulässig. Schon am frühen Nachmittag wurde der Versammlungsort abgeriegelt, weil die Zahl erreicht war. Allerdings hielten sich außerhalb noch viele weitere Anhänger auf.

Intensivmediziner loben Angebot zur Impfauffrischung für alle

15.17 Uhr: Die deutschen Intensivmedizinerinnen und Intensivmediziner loben die Entscheidung der Gesundheitsministerkonferenz für Corona-Auffrischungsimpfungen für alle. »Das allgemeine Angebot für Booster-Impfungen begrüße ich als Intensivmediziner sehr«, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi), Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). »Das Beispiel Israel zeigt eindeutig, dass Booster-Impfungen das alles Entscheidende sind, um die vierte Welle zu bekämpfen.«

Wichtig sei es allerdings auch, Strukturen zu schaffen, um die Auffrischungsimpfungen zügig vornehmen zu können, mahnte Marx. »Die Wiedereröffnung der Impfzentren würde das sehr viel sicherer machen.« Diese Maßnahme müsse diskutiert werden. Deutschland befinde sich in einem ebenso rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen wie vor einem Jahr, betonte der Divi-Präsident. »Mir macht das größte Sorgen. Wir müssen umgehend handeln.«

Mediziner beklagen zunehmende Angriffe wegen Corona-Impfungen

14.38 Uhr: Ärztinnen und Ärzte in Deutschland sehen sich nach Angaben von Fachverbänden zunehmend Angriffen wegen der Verabreichung von Corona-Impfungen ausgesetzt. Attacken wie die gegenwärtigen seien vor wenigen Jahren noch undenkbar gewesen, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung« (FAS) laut Vorabmeldung vom Samstag. »Das macht etwas mit einem.«

Reinhardt sieht die Entwicklung als Teil einer Hysterisierung der Gesellschaft, unter der nun das medizinische Personal in den Praxen leiden müsse. Auch der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt, beklagte im Gespräch mit der Zeitung, dass gerade impfkritische Menschen Arztpraxen zunehmend als Instrument der Politik wahrnehmen würden.

Der Präsident der Ärztekammer Berlin, Peter Bobbert, sagte, es gehe um Bedrohungsszenarien, die wir in dieser Form und Häufigkeit noch nie erlebt haben. Ihn erreichten sehr viele Nachrichten von Ärzten, die um Hilfe bitten würden, weil sie Drohbriefe erhielten oder ihre Adressen in sozialen Netzwerken gepostet würden, zusammen mit Ankündigungen wie »Wir kriegen dich«. Auch der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer, Erik Bodendieck, sieht ebenfalls eine deutliche Zunahme von Aggressivität, was ihn sehr beunruhige. Er selbst habe schon Nachrichten bekommen, man werde ihn anzeigen bis hin zum Europäischen Gerichtshof. Dem Zeitungsbericht zufolge reichen die Angriffe auf Medizinerinnen und Mediziner von verleumderischen Einträgen auf Bewertungsportalen über Beschimpfungen per E-Mail und Telefon bis hin zu Morddrohungen. Als Grund werde dabei genannt, dass die Ärzte Menschen gegen Corona impfen.

Kretschmer: Deutschland muss in der Pandemie auf die Bremse treten

14.05 Uhr: Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) hat angesichts drastisch steigender Corona-Infektionen konsequentes Handeln angemahnt – in Deutschland und in Sachsen. »Wir müssen jetzt in einer besonderen Weise auf die Bremse treten«, sagte er am Samstag auf einem CDU-Landesparteitag in Dresden. Die Entwicklung dürfe so nicht weitergehen. »Das kann kein gutes Ende nehmen. Wir wollen keinen neuen Lockdown. Wir wollen, dass Kindergärten und Schulen offen bleiben.« Doch dafür müsse man jetzt handeln.

Kretschmer sprach sich dafür aus, Corona-Schnelltests wieder für alle kostenlos anzubieten. Zugleich stellte er klar, welcher finanzielle Aufwand damit verbunden ist. Pro Monat habe die Bundesrepublik dafür eine Milliarde Euro ausgegeben. Mit Testen allein löse man das Problem jedoch nicht. Die aktuelle Corona-Welle lasse sich nur durch eine radikale Kontaktreduzierung brechen. »Es ist die letzte Ausfahrt, die jetzt kommt vor einem Lockdown«, sagte er. Wenn die Maßnahmen jetzt nicht funktionierten, dauere es nur noch wenige Wochen, bis Kritiker von der Realität eingeholt werden. Das Einhalten der Regeln sei das Gebot der Stunde, um durch den Winter zu kommen.

Kretschmer widersprach erneut dem geschäftsführenden Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der ein Ende der pandemischen Lage in Deutschland für den 25. November angekündigt hatte. Dieser Satz sei nicht nur »kolossal falsch«, er habe auch einen gewaltigen Schaden angerichtet.

Marburger Bund will berufsbezogene Impfpflicht – auch für Lehrkräfte

14.00 Uhr: Der Marburger Bund hat eine Pflicht zur Impfung gegen Covid-19 für bestimmte Berufsgruppen gefordert. »Die Pflicht zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus soll für Personen gelten, die in medizinischen Einrichtungen, Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen und Kindertagesstätten tätig sind«, heißt es in einem Beschluss, den die Ärzte-Vereinigung auf einer Hauptversammlung fasste.

Wie der Bundesverband am Samstag mitteilte, ging dem Votum eine mehrstündige, intensive Debatte der Delegierten voraus. Befürworter des Beschlusses argumentierten demnach, die rasant steigenden Infektionszahlen insbesondere bei Kindern sowie zunehmende Impfdurchbrüche bei älteren Menschen bei gleichzeitig weiterhin teilweise zu niedrigen Impfquoten der Beschäftigten in diesen Bereichen zeigten den akuten Handlungsbedarf.

Die Ärzte hielten in ihrem Beschluss fest, auch für Menschen, die in Obdachlosenunterkünften, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, in Arztpraxen oder bei ambulanten Pflegediensten arbeiten, sollte eine Impfpflicht gelten. Der Marburger Bund ist ein Berufsverband der angestellten und verbeamteten Ärztinnen und Ärzte in Deutschland.

Konzertveranstalter fordern weitere Corona-Hilfen

13.54 Uhr: Die deutschen Konzertveranstalter fordern angesichts der nach Branchenangaben enttäuschenden Besucherzahlen weitere Unterstützung von der Politik. »Die Konzertveranstalter haben anderthalb Jahre gar kein Geld verdient. Jetzt ist auch noch der Neuanfang viel schwieriger als erwartet«, sagte der Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV), Jens Michow, der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«.

Die Politik müsse die sogenannte Überbrückungshilfe III für die Branche über das Jahresende hinaus bis Mitte 2022 verlängern, forderte er. Außerdem solle ein Termin für einen »Freedom Day« genannt werden, an dem alle Corona-Beschränkungen entfielen: »Wir benötigen weiterhin dringend Hilfe von der Politik.«

Veranstalter in ganz Deutschland haben derzeit nach Angaben des Blattes große Probleme, Käufer für Konzerttickets zu finden. Der BDKV-Präsident berichtet von einem »sehr schleppenden« Ticketverkauf. Viele Konzerte müssten deshalb abgesagt werden, obwohl sie nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen derzeit wieder möglich wären. Viele Bürger hätten vermutlich weiter Angst vor einer Ansteckung und mieden deshalb größere Veranstaltungen, sagte Michow. Auch die Maskenpflicht mache den Konzertbesuch unattraktiver.

Ex-Dortmunder Diallo positiv auf Corona getestet

13.51 Uhr: Der ehemalige Dortmunder und Mainzer Bundesliga-Profi Abdou Diallo vom französischen Spitzenklub Paris St. Germain ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er steht PSG damit am Samstagabend bei Girondins Bordeaux nicht zur Verfügung.

Damit muss der Hauptstadtklub auf etliche Spieler im Punktspiel verzichten, denn auch Superstar Lionel Messi, Marco Verratti, Leandro Paredes, Presnel Kimpembe, Rafinha und Sergio Ramos können nicht eingesetzt werden.

Polizeigewerkschaften regen wegen Corona erneutes Böllerverbot an Silvester an

10.55 Uhr: Wegen der erneut steigenden Corona-Infektionszahlen haben sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) für erneute Böllerverbote an Silvester ausgeprochen. »Wir fordern die Kommunen auf, sogenannte Böllerverbote möglichst restriktiv auszusprechen und genügend Ordnungskräfte zur Überwachung bereitzuhalten«, sagte der DPolG-Vorsitzende Rainer Wendt der »Neuen Osnabrücker Zeitung« vom Samstag. »Angesichts der steigenden Infektionszahlen durch Corona ist es ohnehin derzeit nicht angezeigt, sich in großen Gruppen zu treffen und die Risiken noch zu vergrößern.«

GdP-Bundesvize Jörg Radek verwies auf die Niederlande, wo mehrere Kommunen bereits ein Böllerverbot für den Jahreswechsel ausgesprochen hätten. Das sei »eine Entscheidung, die unter dem Aspekt der Sicherheit total nachvollziehbar und aus unserer Sicht nachahmenswert ist«.

Russland verzeichnet trotz arbeitsfreier Woche Rekord bei Neuinfektionen

10.27 Uhr: Russland meldet 41.335 Neuinfektionen binnen 24 Stunden, so viele wie nie an einem einzigen Tag seit Beginn der Pandemie. Zudem starben weitere 1188 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. In Russland wurde angesichts der Lage eine arbeitsfreie Woche angeordnet, die sich nun aber ihrem Ende nähert. Einige Landesteile wollen die Einschränkungen verlängern, andere habe sich dafür ausgesprochen, dass ab Montag wieder gearbeitet werden darf.

Virologe Schmidt-Chanasit: 2G-Regel vermittelt Scheinsicherheit

10.06 Uhr: Der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit hat davor gewarnt, die Wirkung von 2G-Regeln, also der Zulassung nur von Geimpften und Genesenen zu Veranstaltungen, zu überschätzen. 2G gebe eine Scheinsicherheit, sagte Schmidt-Chanasit im Deutschlandfunk. Auch Geimpfte könnten sich infizieren und das Virus übertragen, auch wenn die Wahrscheinlichkeit geringer sei.

Wenn man wirklich Sicherheit wolle, helfe nur 1G weiter – also alle zu testen, egal ob geimpft, ungeimpft oder genesen. Das sollte vor allem für problematische Bereiche gelten, wo vulnerable Menschen gefährdet seien. Man sollte das wichtige Instrument des Testens nicht aus der Hand geben, mahnte der Virologe. Er warb zugleich für eine Testoffensive und kritisierte, dass die kostenlosen Bürgertests Mitte Oktober abgeschafft wurden.

Österreich hatte am Freitag im Kampf gegen die vierte Corona-Welle beschlossen, eine bundesweite 2G-Regel einzuführen. Menschen ohne Impfung oder Nachweis der Genesung dürfen ab Montag keine Lokale, Friseure und Veranstaltungen mehr besuchen. Dasselbe gilt für den Zutritt zu touristischen Betrieben. In Deutschland setzt ab Montag als erstes Bundesland Sachsen die 2G-Regel in Teilen des öffentlichen Lebens flächendeckend und verpflichtend um.

Stiko-Mitglied Terhardt: Stellungnahme zu Corona-Impfung bei Kindern im Dezember

10.01 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) will offenbar zügig eine Empfehlung zu Corona-Schutzimpfungen bei Kindern ab fünf Jahren abgeben. Das Gremium werde »jetzt im Laufe des Novembers anfangen, dieses Thema zu beraten«, sagte Stiko-Mitglied Martin Terhardt am Freitagabend dem TV-Sender »Welt«. Es werde »sicherlich eine Stellungnahme in welcher Richtung auch immer im Dezember auch von der Stiko geben«.

Terhardt verwies auf die Zeitplanung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA). Diese will voraussichtlich noch vor Weihnachten über die Zulassung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer für die Altersgruppe von fünf bis elf Jahren entscheiden. »Ich denke, sie wird kommen«, sagte der Berliner Kinder- und Jugendmediziner mit Blick auf die Zulassung.

Kevin Kühnert: Kimmichs Verhalten »nicht schlüssig«

08.55 Uhr: SPD-Vize Kevin Kühnert hält die Intensität der Debatte über die Impfbedenken von Joshua Kimmich für verständlich. »Wer als Nationalspieler wie Kimmich letztes Jahr eine Anti-Corona-Initiative gründet, exponiert sich in der Frage und muss sich ein Jahr später durchaus fragen lassen, warum er in der Impffrage so offensiv Zweifel sät«, sagte Kühnert der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«. Bayern-Profi Kimmich hatte für Aufsehen gesorgt, als er zuletzt einräumte, nicht gegen das Coronavirus geimpft zu sein, weil er Langzeitfolgen fürchtet.

Der 26-Jährige hatte im vergangenen Jahr mit seinem Münchner Teamkollegen Leon Goretzka die Hilfsinitiative »We kick Corona« gegründet und auf diesem Weg Millionen für den guten Zweck eingesammelt. Kühnert sagte, es gehe ihm im Fall Kimmich um die Konsistenz der Argumentation. »Ein Nationalspieler, ein Profi dieser Kategorie ist ja quasi ein mittleres Unternehmen heutzutage, und da interessiert mich schon die Frage: Wie viel Kalkül steckte hinter so einer Initiative wie »We kick Corona« von Kimmich?«, sagte der 32 Jahre alte Politiker.

Kimmich hatte für seine Haltung zur Impfung neben Verständnis auch scharfe Kritik geerntet.

Umfrage: 71 Prozent haben Weihnachtsmarktbesuch eingeplant

08.51 Uhr: Deutschland steht vor dem zweiten Corona-Winter. Die Weihnachtsstimmung wollen sich viele davon nicht verderben lassen.

71 Prozent der Bundesbürger wollen in diesem Jahr »bestimmt« oder »wahrscheinlich« auf einen Weihnachtsmarkt gehen (36 bzw. 35 Prozent), wie eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Nachrichtenagentur dpa ergab.

Jeder Zehnte geht laut eigenen Angaben vier bis fünfmal pro Saison auf den Weihnachtsmarkt. 38 Prozent bummeln dort zwei bis dreimal, 29 Prozent haben schon nach einem einzigen Ausflug genug. Und dann ist da noch die Gruppe der echten Fans des Budenzaubers: 6 Prozent sagen von sich, dass sie häufiger als fünfmal pro Saison auf Weihnachtsmärkten zu finden sind.

Da trifft es sich gut, dass die Märkte in diesem Jahr nach dem weitgehenden Ausfall 2020 mancherorts besonders früh öffnen. Seit Freitag hat etwa der »Winterzauber Berlin« geöffnet. Andernorts geht es am 15. oder 16. November los statt wie üblich eine Woche später. Grund ist, dass Städte ihre Besucher erfreuen und Schaustellern nach der langen Corona-Auszeit höhere Umsätze ermöglichen wollen.

Amtsärzte fordern Corona-Tests für Geimpfte

08.39 Uhr: Deutschlands Amtsärzte fordern angesichts neuer Höchstwerte bei den Corona-Neuinfektionen eine deutliche Ausweitung der Covid-Schnelltests bei Geimpften. »Je höher die Inzidenzen jetzt werden, desto notwendiger ist es, dass grundsätzlich neben den Ungeimpften auch Geimpfte getestet werden«, sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge.

Die Verbandschefin betonte, die »bisherige faktische Gleichstellung von Geimpften, Genesenen und Getesteten in Form der 3G-Regel ist zu überdenken«. Impfen und Testen seien völlig unterschiedliche Dinge, »wer geimpft ist, kann das Virus trotzdem in sich tragen und es weiter geben, auch wenn er selbst nicht erkrankt.« Das müsse in der Öffentlichkeit viel stärker herausgestellt werden.

Ukraine meldet neuen Höchstwert bei Corona-Toten

08.34 Uhr: Das ukrainische Gesundheitsministerium verzeichnet so viele Corona-Tote binnen 24 Stunden wie noch nie. Innerhalb eines Tages starben demnach 793 Menschen im Zusammenhang mit dem Virus. Der bisherige Tages-Höchstwert datiert auf den 26. Oktober, als 734 Corona-Todesfälle registriert wurden. Zudem meldet das Ministerium 25.063 Neuinfektionen. Insgesamt kommt die Ukraine mittlerweile auf 3,06 Millionen bestätigte Fälle und 71.635 Corona-Tote.

Verfassungsschützer warnt vor immer radikaleren Corona-Leugnern

08.32 Uhr: Der Präsident des thüringischen Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, hat vor einer zunehmenden Radikalisierung der Szene der Corona-Leugner gewarnt. Vor geplanten neuen Protesten sogenannter Querdenker an diesem Samstag in Leipzig sagte Kramer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: »Die vierte Welle, die Diskussion über Booster-Impfungen und Verschärfungen von Corona-Maßnahmen wie die Ausweitung von 2G-Regelungen können zu einem neuen Push für die Szene führen.«

Kramer verwies darauf, dass dies über Demonstrationen hinaus auch in Internet-Kommentaren zu erkennen sei. »Wir erleben im ganzen Land Pöbeleien, Beleidigungen, tätliche Angriffe und ultraaggressives Verhalten«. Das gehöre mittlerweile bundesweit zur Tagesordnung. Die vierte Welle der Pandemie sowie »Kommunikationsdefizite und Widersprüche der Politik etwa zu den Booster-Impfungen« führten dazu, dass sich die Szene bestätigt fühle und »weiter angeheizt« werde.

Am Samstag will eine Gruppe namens »Bewegung Leipzig« in der sächsischen Großstadt gegen Corona-Maßnahmen demonstrieren. Ursprünglich hatte sie 3000 Teilnehmer angemeldet. Wegen der Entwicklung der Pandemie in Sachsen sind jedoch nur 1000 Teilnehmer erlaubt. Zudem soll es eine ganze Reihe von Gegendemonstrationen geben. Die Polizei hat sich auf einen Großeinsatz vorbereitet. Vor einem Jahr waren in Leipzig mehr als 20.000 Menschen bei einer »Querdenken«-Demonstration auf der Straße.

asc/joe/feb/jso/AFP/AP/dpa/Reuters