Corona-News am Sonntag Zahl der infizierten Schüler nach Mallorca-Fahrt erhöht sich auf 800

Aus ganz Spanien führten Klassenfahrten nach Mallorca. Dabei haben sich mehr als 800 Schüler infiziert. Und: AstraZeneca erprobt die Wirksamkeit seines abgewandelten Impfstoffs gegen die Beta-Variante. Der Überblick am 27. Juni.
Strand von Mallorca: Mehr als 800 spanische Teenager infizierten sich auf Klassenfahrten Mitte Juni

Strand von Mallorca: Mehr als 800 spanische Teenager infizierten sich auf Klassenfahrten Mitte Juni

Foto: Clara Margais / dpa

Das waren die Corona-News am 27. Juni.

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+++ Noch mehr spanische Teenager infizierten sich auf Mallorca +++

19.00 Uhr: Mehr als 800 Schüler und Schülerinnen aus mehreren Teilen Spaniens haben sich auf Abschlussfahrten nach Mallorca Mitte Juni mit dem Coronavirus infiziert. Nach jüngsten Angaben der verschiedenen Regionalregierungen erhöhte sich die Zahl der infizierten Teenager am Sonntag um mehr als 200 auf mindestens 848.

Allein in Madrid sind mindestens 410 Jugendliche betroffen. Fälle meldeten auch das Baskenland (126), Valencia (104), Galizien (70), Katalonien (64), die Balearen (33), Murcia (20), Kastilien-La Mancha (11) und Aragonien (10).

Es wird vermutet, dass sehr viele der betroffenen jungen Leute mit ein und derselben Fähre von Valencia nach Mallorca fuhren. Andere kamen vermutlich auf der Insel miteinander in Kontakt. Alle Schüler hätten sich mit der Alpha-Variante des Virus infiziert, die zuerst in Großbritannien entdeckt worden war, hieß es.

In den verschiedenen Regionen wurden auch Hunderte Kontaktpersonen unter Quarantäne gesetzt.

Warum die Delta-Variante so gefährlich ist

23.30 Uhr: Die Delta-Variante des Coronavirus ist sehr viel ansteckender als die in Deutschland bisher dominante Alpha-Variante. Dafür gibt es Gründe. Hier erfahren Sie mehr.

Kontakt zu Coronafall: Britin Konta darf nicht in Wimbledon spielen

22.31 Uhr: Die britische Tennisspielerin Johanna Konta darf nicht beim Turnier in Wimbledon antreten. Die 30-Jährige werde als enger Kontakt zu einer positiv auf das Coronavirus getesteten Person eingestuft, teilten die Organisatoren am Sonntagabend mit. Konta müsse sich in Übereinstimmung mit den Richtlinien der britischen Regierung in eine zehntägige Quarantäne begeben, hieß es. Ihren Platz im Hauptfeld nehme die eigentlich in der Qualifikation ausgeschiedene Chinesin Wang Yafan ein.

Südafrika setzt Corona-Alarmstufe herauf

Restriktionen in Südafrika sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot vor

Restriktionen in Südafrika sehen neben nächtlichen Ausgangsbeschränkungen nach 21.00 Uhr auch ein Alkoholverbot vor

Foto: Themba Hadebe / AP

20.51 Uhr: Nach einem ungewöhnlich starken Anstieg der Infektionszahlen verschärft Südafrika seine Corona-Beschränkungen deutlich. Präsident Cyril Ramaphosa setzte die Alarmstufe am Sonntagabend in einer TV-Rede auf die zweithöchste Stufe herauf. Am Vortag war bekannt geworden, dass die hochansteckende Delta-Variante den Kap-Staat im Griff hat. Auch bereits zuvor mit der Beta-Variante infizierte und danach genesene Südafrikaner seien nun gefährdet, so Ramaphosa. »Wir sind im Griff einer verheerenden Welle.«

Besonders betroffen ist das Ballungszentrum um die Städte Pretoria und Johannesburg (Gauteng-Provinz), wo mehr als 60 Prozent aller Neuinfektionen registriert wurden. Die Gesundheitsinfrastruktur befindet sich an der Kapazitätsgrenze. Reisen sind dort nur noch in Ausnahmefällen erlaubt.

Berlins Regierender Bürgermeister will mehr Tests für Reiserückkehrer

20.13 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) befürwortet strengere Regeln für Corona-Tests bei der Rückkehr von Urlaubern nach Deutschland. Er sei eindeutig dafür, sagte Müller, der derzeit auch Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) ist, in der ZDF-Sendung »Berlin direkt« am Sonntagabend. »Diese Stichproben reichen nicht, die im Moment von der Bundespolizei umgesetzt werden«, so der SPD-Politiker.

»Kinder ertrinken leise. Man hört es nicht«

20.00 Uhr: Hunderttausende Kinder in Deutschland konnten wegen der Pandemie ihr Seepferdchen-Abzeichen nicht machen. Ein Schwimmlehrer sagt, ob sich der Rückstand aufholen lässt – und warnt vor den Gefahren am Wasser.

  • Sehen Sie hier den Videobeitrag über die versäumten Schwimmkurse.

Lockerungen in Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg ab Montag

19.15 Uhr: In Schleswig-Holstein wird mit den Lockerungen ab Montag auch der Urlaub an Nord- und Ostsee wieder einfacher. Für das Einchecken im Hotel bleibt es zwar bei der Testpflicht vor der Anreise. Zusätzlich ist aber nur noch einmalig nach 72 Stunden ein weiterer Corona-Test notwendig, und nicht mehr in regelmäßigen Abständen. Außerdem sind in Schleswig-Holstein nun auch wieder deutlich größere Veranstaltungen erlaubt, mit 1250 Personen drinnen und 2500 draußen. Das gilt unter anderem für Konzerte, Theater, Kino oder Gottesdienste.

Auch in Baden-Württemberg werden die Kontaktbeschränkungen gelockert. So dürfen sich in Regionen mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von weniger als zehn 25 Menschen aus beliebig vielen Haushalten treffen. Geimpfte und Genesene werden nicht dazu gerechnet. Die Maskenpflicht dagegen bleibt. Der Mund-Nasen-Schutz muss in geschlossenen Räumen wie in Supermärkten, Museen, Theatern, Kinos, Arztpraxen oder öffentlichen Gebäuden weiter getragen werden. Das gilt auch für öffentliche Verkehrsmittel.

Luxemburgs Regierungschef nach EU-Gipfel positiv getestet

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel

Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel

Foto: OLIVIER MATTHYS / AFP

19.06 Uhr: Kurz nach dem EU-Gipfel ist Luxemburgs Regierungschef Xavier Bettel positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bettel begab sich nach dem Test für zehn Tage in Quarantäne, wie seine Sprecherin am Sonntag sagte. Er leide den Angaben zufolge unter leichten Symptomen wie Fieber und Kopfschmerzen, wird seine Arbeit aber im Homeoffice fortsetzen.

Der 48-Jährige, der bisher nur einmal mit dem Impfstoff von AstraZeneca geimpft wurde, hatte am Donnerstag und Freitag noch am EU-Gipfel teilgenommen. Nach Angaben seiner Sprecherin wurden die 26 anderen Staats- und Regierungschefs aber nicht als Kontaktpersonen eingestuft.

»Keiner der Staats- und Regierungschefs steht auf der Liste der engen Kontakte des Ministerpräsidenten«, sagte Bettels Sprecherin. In Luxemburg gilt als enger Kontakt, wenn mindestens 15 Minuten lang ohne Schutzmaßnahmen wie Maske oder Mindestabstand Kontakt zu einem Infizierten bestand. Beim EU-Gipfel seien die Hygienemaßnahmen eingehalten worden, sagte die Sprecherin.

AstraZeneca und Oxford starten Versuche gegen Beta-Variante

17.37 Uhr: AstraZeneca und die Universität Oxford haben mit neuen Studien zur Wirksamkeit ihres abgewandelten Impfstoffs gegen die Beta-Variante des Coronavirus begonnen. Es sei wichtig, sich auf Veränderungen beim Coronavirus vorzubereiten und somit der Pandemie »einen Schritt voraus zu sein«, erklärte der Direktor der Oxford Vaccine Group, Andrew Pollar, am Sonntag.

An den klinischen Studien der Phasen II und III mit dem leicht veränderten Auffrischungsimpfstoff sollen rund 2250 Teilnehmer aus Großbritannien, Südafrika, Brasilien und Polen teilnehmen. Ein Teil der Probanden soll bereits zweimal mit dem Original-Vektorvirenimpfstoff von AstraZeneca oder mit einer der mRNA-Vakzinen wie etwa von Biontech und Pfizer geimpft worden sein, ein anderer Teil soll noch keine Impfung erhalten haben. Erste Daten werden noch in diesem Jahr erwartet.

Die Beta-Mutante war zuerst in Südafrika entdeckt worden. Im Mai hatte die britische Regierung erstmals mit klinischen Studien zur Wirksamkeit einer Auffrischungsimpfung mit bestehenden Covid-Impfstoffen begonnen. Experten gehen davon aus, dass die bestehenden Impfstoffe gegen die Beta-Variante weniger wirksam sind, auch wenn sie weiterhin schwere Erkrankungen verhindern.

Große Sorge bereitet inzwischen aber vor allem die zuerst in Indien entdeckte hochansteckende Delta-Variante, die derzeit in einigen Ländern, darunter auch Großbritannien, auf dem Vormarsch ist.

Australien verschärft Coronamaßnahmen

17.06 Uhr: Nach einem Anstieg bei den Neuinfektionen sind in Australien die Coronamaßnahmen angepasst worden. Im Großraum Darwin im Norden des Landes gilt seit Sonntag zunächst für zwei Tage ein »voller Lockdown«, teilte die Regionalregierung mit. Dort wurden mehrere Menschen positiv getestet, nachdem sich ein Bergarbeiter vermutlich bei einer Übernachtung in einem Quarantänehotel an der Ostküste infiziert hatte. Knapp 200 Menschen befinden sich nun in Isolation.

Bereits seit Samstag ist in der Millionenmetropole Sydney und den umliegenden Regionen ein zweiwöchiger Lockdown in Kraft. Bis auf wenige Ausnahmen müssen Bewohner zu Hause bleiben. Grund ist die zunächst in Indien entdeckte Delta-Variante, die als besonders ansteckend gilt.

Auch für die westaustralische Millionenstadt Perth ordneten die Behörden Beschränkungen an. Dort gelten seit Sonntag zunächst für drei Tage Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht. In dem Land mit rund 25 Millionen Einwohnern meldeten die Behörden bislang mehr als 30.000 Infektionen. 910 Menschen starben mit dem Virus.

Indonesien verzeichnet Rekordwert neuer Corona-Ansteckungen

15.40 Uhr: Indonesien hat mit mehr als 21.000 neuen Fällen innerhalb von 24 Stunden einen Rekordwert der Corona-Ansteckungen verzeichnet. »Wir haben einen Anstieg der Fallzahlen erwartet«, sagte eine Sprecherin der behördlichen Pandemie-Taskforce am Sonntag. Die Experten gehen demnach von weiterhin steigenden Ansteckungsraten in den kommenden zwei bis drei Wochen aus.

In den vergangenen Wochen waren die Fallzahlen in Indonesien sprunghaft angestiegen. Grund sind wohl zahlreiche Reisen nach dem Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan im Mai sowie neue hochinfektiöse Virus-Varianten. Die Befürchtung wächst, dass das fragile Gesundheitssystem zusammenbrechen könnte. Viele Krankenhäuser sind bereits überfüllt.

Deutsche Spieler sehen halb volles Wembley-Stadion kritisch

14.59 Uhr: Das halb volle Wembley-Stadion im EM-Achtelfinale und die angekündigte weitere Zuschauererhöhung für die Halbfinals und das Endspiel werden auch im Kreis der deutschen Nationalmannschaft mit Skepsis gesehen. »Ich finde es schon grenzwertig«, sagte Robin Gosens am Samstag. Während für das erste Achtelfinale in London zwischen Italien und Österreich (2:1 n.V.) am Samstag 21.500 Besucher zugelassen waren, dürfen beim Klassiker England gegen Deutschland am Dienstag 45.000 Fans in die Arena. Das wäre die Hälfte der Plätze. Ab Halbfinale hat der europäische Fußballverband Uefa die Kapazität dann auf 60.000 Fans festgesetzt.

Er mache sich keine Sorgen, sagte Gosens: »Aber das ist eine Thematik, mit der man sich zumindest auseinandersetzt.« Immerhin spiele man in dem Land, in dem die Inzidenzzahlen wieder hoch seien. »Wir wissen, dass wir in der Bubble leben und weitgehend abgeschottet sind. Wir fühlen uns schon sicher«, bemerkte der Profi von Atalanta Bergamo. Aber wenn man das Gesamtbild sehe, »ist es sicher alles andere als optimal«. In seiner norditalienischen Wahlheimat hatte der 26-Jährige die Corona-Schrecken im Vorjahr ganz nah erlebt.

Kai Havertz vom FC Chelsea erinnerte nochmals an seine Coronainfektion im November des Vorjahres. »Das hat einige Zeit gedauert, bei mir war es etwas härter«, berichtete der Champions-League-Sieger. Die Nachwirkungen seien hart gewesen, erst nach vier, fünf Wochen habe er wieder mit 100 Prozent auf dem Trainingsplatz stehen können. Bei Ilkay Gündogan hatte es nach seiner Covid-19-Erkrankung im Herbst 2020 noch länger gedauert.

Party in italienischem Delta-Hotspot

14.40 Uhr: Hunderte Menschen sollen laut Medienberichten in der Nacht zum Sonntag in einer Corona-Krisenregion Norditaliens stundenlang eine Party gefeiert haben. In Maleo hätten sie die Masken- und Abstandsregeln nicht eingehalten, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag. Der kleine Ort in der Lombardei steht im Fokus, weil dort zuletzt Coronafälle mit der gefährlichen Delta-Variante des Coronavirus nachgewiesen worden waren.

Die Raver-Party in dem früheren Steinbruch in Maleo hatte den Berichten zufolge bereits am Samstagabend begonnen und zog sich bis Sonntagnachmittag. Die Zeitung «Corriere della Sera» schrieb von 700 Menschen, die auf der illegalen Feier tanzten. Die Partygäste sollen sich in den vergangenen Tagen über die sozialen Medien verabredet haben. Nach den Organisatoren der Feier wird derzeit gesucht.

In Großbritannien fehlen 16.200 Schüler wegen Coronainfektion

11:59 Uhr: Das Coronavirus breitet sich unter britischen Schülern einem Bericht der »Sunday Times« zufolge rasant aus. In der Woche zum 20. Juni sei die Zahl der infizierten Fünf- bis Neunjährigen im Vergleich zur Vorwoche um 70 Prozent gestiegen, bei den 10- bis 14-Jährigen sei es ein Plus von 56 Prozent, berichtete die Zeitung unter Berufung auf Zahlen der Gesundheitsbehörde Public Health. Insgesamt 16.100 Schüler waren wegen einer Coronainfektion abwesend, in der Vorwoche waren es noch 10.600. Weil zudem Zehntausende wegen möglichen Kontakts mit Infizierten in Selbstisolation geschickt wurden, fehlten insgesamt 216.000 Schüler im Unterricht.

Grund für die rasche Ausbreitung sei die hoch ansteckende Delta-Variante, berichtete die Zeitung. Der Co-Generalsekretär der Lehrergewerkschaft National Education Union, Kevin Courtney, warnte vor einer Vervielfachung der Fälle. Steve Chalke von der Wohltätigkeitsorganisation Oasis Trust sagte, Schulen seien »Inkubationszentren für die neue Delta-Variante«. »Der Trend in Schulen zeigt seit drei Wochen nach oben. Wir haben offensichtlich noch nicht die Spitze dieser dritten Welle erreicht«, sagte Chalke.

Eltern kritisieren zunehmend die Strategie der Regierung, bei positiven Corona-Selbsttests die ganze Klasse für zehn Tage in Selbstisolation zu schicken. Zehntausende gesunde Kinder würden deshalb den Unterricht versäumen. Befürworter der Praxis weisen indes darauf hin, dass nur 15 Prozent der Eltern ihre Kinder regelmäßig testen. Gewerkschaften fordern eine Beibehaltung der Maskenpflicht sowie eine bessere Belüftung für Schulklassen. Schulleiter hoffen auf eine baldige Entscheidung zugunsten einer Impfung von Kindern.

Mehr als 100 Tote in Sankt Petersburg binnen 24 Stunden

11.11 Uhr: In der EM-Spielstadt Sankt Petersburg ist vor dem Viertelfinalspiel am nächsten Freitag die Zahl der Corona-Neuinfektionen gestiegen. Am Sonntag meldeten die Behörden der russischen Hafenstadt fast 1300 neue Fälle innerhalb eines Tages, 50 mehr als am Vortag. Es gab erneut mehr als 100 Todesfälle binnen 24 Stunden. Mit mehr als 107 Todesfällen am Samstag wurde ein neuer Höchststand verzeichnet.

Seit Anfang Juni steigen die Zahlen in Russland rasant. Landesweit sprachen die Behörden von 21.600 Neuinfektionen. Am schlimmsten ist demnach die Hauptstadt Moskau betroffen. Moskau hat die höchste Zahl an Coronatoten in einer russischen Stadt seit Beginn der Pandemie registriert. Die Behörden in der Hauptstadt meldeten am Sonntag 144 Todesfälle binnen 24 Stunden – laut den russischen Nachrichtenagenturen so viele wie noch in keiner anderen Stadt im Land.

In ganz Russland wurden am Sonntag 599 Todesfälle registriert; die Behörden meldeten zudem 20.538 Neuinfektionen. Vor allem aufgrund der Ausbreitung der besonders ansteckenden Delta-Variante waren die Corona-Infektionszahlen zuletzt wieder stark angestiegen.

Angesichts der weit verbreiteten Impfskepsis gibt es in mehreren Regionen Russlands für bestimmte Berufe eine Impfpflicht. Dagegen demonstrierten am Samstag Berichten zufolge bis zu hundert Menschen in Moskau. Menschenrechtlern zufolge kamen dabei mindestens acht Menschen vorübergehend in Polizeigewahrsam.

Massenimpfung oder Lockdown

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin drohte im Staatsfernsehen mit einem Lockdown. Er sagte mit Blick auf die rasante Verbreitung der Delta-Variante: »Um dieses Problem grundlegend zu lösen, muss man sich impfen lassen oder in einen Lockdown gehen.« Moskau hatte am Samstag seine EM-Fanzone nach einer Schließung wieder geöffnet.

In Moskau werden Sobjanin zufolge jeden Tag 2000 neue Patienten mit einer Infektion in eine Klinik gebracht. Es gebe mittlerweile nur noch 5000 freie Betten. Nach seinen Angaben meldeten sich inzwischen pro Tag 86.000 Menschen für eine Coronaimpfung. Moskau ist Europas größte Stadt mit schätzungsweise zwölf Millionen Einwohnern.

Die Republik Burjatien am Baikalsee in Sibirien hat als erste Region in Russland bereits eine zweiwöchige Quarantäne verhängt. Die Behörden begründeten den Schritt mit einer hohen Coronasterblichkeit. Zudem gebe es nicht genügend Ärzte und Krankenhausbetten für Patienten.

Metropolregion Sydney abgeriegelt

10.40 Uhr: Australiens größte Stadt Sydney ist seit Samstagabend wegen der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus für mindestens zwei Wochen abgeriegelt. Nach einem Lockdown für Teile der Stadt weiteten die Behörden die Maßnahme auf den Großraum Sydney sowie umliegende Regionen aus. Mehr als fünf Millionen Menschen sind von den Einschränkungen betroffen. Am Sonntag begann auch in der Stadt Darwin im Norden des Landes ein zweitägiger Lockdown.

Ab Samstag, 18 Uhr (Ortszeit), wurden der gesamte Großraum Sydney, die Bergregion Blue Mountains sowie die nahe gelegenen Küstengemeinden abgeriegelt, wie die Regierungschefin des Bundesstaates New South Wales, Gladys Berejiklian, zuvor angekündigt hatte. »Wir müssen uns auf eine potenziell große Anzahl von Fällen in den kommenden Tagen einstellen.«

Ein Großteil der fünf Millionen Einwohner von Sydney durfte bereits seit Mittwoch die Stadt nicht mehr verlassen, um eine Verbreitung des Virus in andere Gebiete zu verhindern. Die Menschen sind aufgefordert, in den kommenden zwei Wochen nur für notwendige Besorgungen, medizinische Dienstleistungen und Sport aus dem Haus zu gehen.

Der jüngste Ausbruch geht auf einen Fahrdienst zurück, der vor rund zwei Wochen die Besatzung eines Flugzeugs in ein Quarantänehotel brachte. Die Behörden haben seither mehr als 110 Coronafälle registriert. Angesichts der Lage setzte Neuseeland am Samstag für drei Tage die Regelung aus, die Flüge ohne Quarantäne von Australien erlaubt.

Polizei löst erneut Feiern im Hamburger Stadtpark auf

9.24 Uhr: Die Hamburger Polizei hat in der Nacht zum Sonntag erneut Feiern im Stadtpark aufgelöst. Dort hatten sich nach Angaben der Polizei bis zu 2500 Feiernde getroffen, ohne die Corona-Schutzvorschriften zu beachten. Mit Einsetzen der Dunkelheit sei die Stimmung zunehmend aggressiver geworden, so die Polizei. Beamte seien mit Flaschen und Pyrotechnik beworfen worden. Gegen 0.15 Uhr sei damit begonnen worden, die große Wiese zu räumen. Zehn Menschen wurden vorläufig festgenommen. Zwei Beamte seien leicht verletzt worden. Bereits in der Nacht zuvor war es im Stadtpark zu mehreren Auseinandersetzungen und Festnahmen gekommen, als die Polizei Feiern auflöste.

Seit einigen Wochenenden treffen sich abends im Hamburger Stadtpark Feierlustige, allerdings ohne Abstand zu halten: Das Foto zeigt den Polizeieinsatz vom 18. Juni

Seit einigen Wochenenden treffen sich abends im Hamburger Stadtpark Feierlustige, allerdings ohne Abstand zu halten: Das Foto zeigt den Polizeieinsatz vom 18. Juni

Foto: Jonas Walzberg / dpa

CSU gegen »Lockdown-Automatismus« bei vierter Coronawelle

8.53 Uhr: Die CSU lehnt nach den Worten von Generalsekretär Markus Blume einen neuen Lockdown im Fall einer vierten Coronawelle ab. »Wenn sich tatsächlich im Herbst erneut eine Infektionswelle aufbauen sollte, gibt es keinen Lockdown-Automatismus mehr«, sagte Blume dem »Tagesspiegel am Sonntag«. »Dank umfassendem Impfschutz und massenhafter Testkapazitäten sollten uns dann andere Möglichkeiten zur Verfügung stehen«, so Blume.

Blume forderte außerdem die Europäische Fußball-Union Uefa auf, ihr Stadienkonzept für die Europameisterschaft »noch einmal genau zu prüfen«. »Niemandem ist geholfen, Europameister im Inzidenz-Höhenflug zu werden«, sagte der CSU-Politiker. Die Uefa müsse Vorbild für Großereignisse sein. »Dazu gehört auch, die Maskenpflicht in Stadien durchzusetzen«, sagte Blume. Er bekräftigte das Angebot, Spiele vom aktuellen Corona-Hotspot London nach München zu verlegen: »Wir sind in München zu allem bereit.«

Britische Friseure fürchten weiteren Azubi-Rückgang wegen Corona

8.09 Uhr: Wegen der Coronapandemie warnt der britische Friseurverband vor einem weiteren Rückgang bei den Ausbildungszahlen. Salons durften nach Monaten im Lockdown nur mit reduzierter Kapazität öffnen. Deshalb könnten es sich viele Friseure nicht leisten, junge Menschen einzustellen, die zunächst nicht zum Verdienst beitragen, sagte der Chef des Verbands National Hair and Beauty Federation (NHBF), Richard Lambert, der BBC.

Die Zahl der Friseur-Azubis ist im größten Landesteil England in den vergangenen Jahren deutlich gesunken: Fingen 2016 nach NHBF-Angaben noch 15.450 junge Menschen eine Ausbildung an, waren es im Geschäftsjahr 2019/20 – also vor Beginn der Pandemie – nur noch rund 7000. Der Verband erwartet für dieses Jahr ein erneutes Minus von 30 bis 50 Prozent. Die Regierung bietet allen Betrieben, die vor dem 30. September neue Azubis einstellen, einen Anreiz von 3000 Pfund (rund 3500 Euro).

Bayern stimmt Reiserückkehrer auf strenge Coronakontrollen ein

7.36 Uhr: Reiserückkehrer nach Deutschland müssen sich nach den Worten von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wegen der Delta-Variante des Coronavirus auf strenge Kontrollen ihrer Impfausweise und Negativtests einstellen. »Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut«, sagte Holetschek, der gleichzeitig Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist, in der Zeitung »Bild am Sonntag«.

Entscheidend sei, »dass vor Einreise getestet wird und die Testnachweise an den Grenzübergängen und den Flughäfen nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden«, sagte Holetschek der Zeitung. Bayern sei mit dem Bund in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen während der Reisezeit sicherzustellen.

Bundesweite Inzidenz sinkt auf 5,7

7:22 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 538 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor. Sie geben den Stand des RKI-Dashboards von 04.08 Uhr wieder. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 842 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit bundesweit 5,7 an (Vortag: 5,9; Vorwoche: 8,8).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden acht neue Todesfälle verzeichnet. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Samstagabend bei 0,82, am Vortag hatte der Wert bei 0,78 gelegen. Das bedeutet, dass 100 Infizierte derzeit geschätzt 82 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Opposition für schnellere Zweitimpfungen, Hausärzte skeptisch

6.31 Uhr: Gesundheitsexperten der Opposition im Bundestag plädieren für eine schnellere Zweitimpfung, um die Ausbreitung der Delta-Variante zu bremsen. »Mit Blick auf die Delta-Variante sollte bei mRNA-Impfstoffen die Zweitimpfung dringend vorgezogen werden und bereits drei Wochen nach der ersten Impfung stattfinden«, sagte der Bundestagsabgeordnete der Grünen und Notfallmediziner Janosch Dahmen der Zeitung »Welt am Sonntag«. Der FDP-Abgeordnete und Infektiologe Andrew Ullmann äußerte sich ähnlich. Der Präsident des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, zeigte sich dagegen skeptisch. »Es ist leider weiterhin so, dass wir nicht genügend Impfstoff zur Verfügung haben und fast die Hälfte der Bevölkerung noch nicht einmal die erste Impfung erhalten hat.«

Vor Achtelfinale gegen Spanien: Kroatischer Star fällt wegen Corona aus

6.16 Uhr: Der kroatische Fußball-Nationalspieler Ivan Perisic hat sich mit dem Coronavirus infiziert und wird seinem Team im EM-Achtelfinale gegen Spanien fehlen. Wie der kroatische Verband in der Nacht zum Sonntag mitteilte, habe er das positive Testergebnis bei dem früheren Bundesliga-Profi am Samstagabend im Rahmen einer regulären Testreihe erhalten. Perisic sei sofort von seinen Teamkollegen isoliert worden und habe sich in eine zehntägige Quarantäne begeben. Alle anderen Mitglieder des kroatischen EM-Kaders sowie Trainer und Betreuer seien negativ getestet worden.

Der Vize-Weltmeister werde sich daher am Sonntag auf den Weg nach Kopenhagen machen. Dort trifft das Team am Montag auf die Spanier. Der 32 Jahre alte Perisic ist mit vier Treffern Kroatiens Rekordtorschütze bei Europameisterschaften. Beim 1:1 in der Gruppenphase dieser EM gegen Tschechien rettete der Flügelspieler von Inter Mailand wenigstens ein Remis, gegen Schottland sicherte er mit dem 3:1 Platz zwei. In der Bundesliga spielte er für den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund, ehe er mit dem FC Bayern in der Saison 2019/2020 das Triple gewann.

abl/löw/beb/mjm/AFP/Reuters/dpa
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