Corona-News am Sonntag Tschentscher will Hamburgs Außengastronomie zu Pfingsten öffnen

Eigentlich sollte Hamburgs Außengastronomie frühestens in vier Wochen öffnen. Nun prüft Bürgermeister Tschentscher, das Datum vorzuziehen. Auch in Italien gehen die Fälle zurück. Das war der Überblick am 16. Mai.
Touristen in Venedig mit Maske: Seit Sonntag ist die Einreise für EU-Bürger ohne Quarantänepflicht möglich

Touristen in Venedig mit Maske: Seit Sonntag ist die Einreise für EU-Bürger ohne Quarantänepflicht möglich

Foto: MANUEL SILVESTRI / REUTERS

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Hamburg: Tschentscher will Öffnung der Außengastronomie zu Pfingsten

22:58 Uhr: Essen und Trinken draußen vorm Restaurant – das könnte in Hamburg ab Pfingsten möglich werden. Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher will die Außengastronomie zu den Feiertagen wieder öffnen. »Ja, ich werde das dem Senat vorschlagen am Dienstag«, sagt der SPD-Politiker am Sonntagabend in der ARD-Sendung »Anne Will«. Hamburg sei »sehr sehr gebremst im Infektionsgeschehen«. Die Stadt habe eine »außergewöhnlich stabile Lage« bekommen. Deshalb könne man mit Vorsicht und kontrolliert solche Schritte gehen. Man könne einen Sommer erleben, der mindestens so sei wie 2020, und innerhalb Deutschlands reisen, fügte Tschentscher hinzu. Er mahnte aber auch: »Das sollten wir nicht riskieren, indem wir zu unvorsichtig werden.«

Am Sonntag kamen in Hamburg mit 102 Corona-Neuinfektionen deutlich weniger Fälle hinzu als noch vor einer Woche. Die Inzidenz, also die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen, sank nach Angaben der Gesundheitsbehörde von 55,7 auf 53,2. Vor einer Woche hatte die Sieben-Tage-Inzidenz noch bei 83,8 gelegen.

Weniger als 100 Tote an einem Tag – Italien auf Lockerungskurs

21:10 Uhr: Italien verzeichnet erstmals seit Oktober weniger als 100 neue Todesfälle an einem Tag verzeichnet. Die Zahl liegt bei 93 und die der Neuinfektionen bei 5753, ebenfalls ein Rückgang.

Italien befindet sich bei sinkenden Corona-Zahlen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Seit dem 26. April dürfen Außenbereiche von Restaurants und verschiedene Kultureinrichtungen in sogenannten gelben Zonen mit moderatem Infektionsgeschehen wieder öffnen. Touristen aus Ländern der Europäischen Union und damit auch Deutschland dürfen seit dem 16. Mai nach Italien grundsätzlich wieder ohne Quarantänepflicht einreisen.

Insgesamt gab es laut der Weltgesundheitsorganisation WHO in Italien bislang 4.153.374 bestätigte Fälle von Covid-19-Erkrankten und 124.063 Tote.

Großbritannien und Portugal lockern Restriktionen

19.18 Uhr: In den meisten Teilen Großbritanniens dürfen sich die Menschen ab Montag in geschlossenen Räumen wieder in Gruppen von bis zu sechs Menschen oder zwei Haushalten treffen. Restaurants und Pubs dürfen ihre Innenräume wieder öffnen, Museen, Kinos und Sportstätten ihren Betrieb aufnehmen. Die Lockerungen treten in Kraft, obwohl im Vereinigten Königreich Sorgen wegen der Ausbreitung der besonders ansteckenden Coronavirus-Variante aus Indien bestehen.

Portugal wiederum lockert seine Einreisebestimmungen für Reisende aus den meisten EU-Staaten. Menschen aus EU-Ländern, in denen die Corona-Infektionsrate bei unter 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern im Zeitraum von 14 Tagen liegt, dürfen auch zu »nicht notwendigen« Zwecken wieder einreisen. Für Einreisende gilt allerdings eine strikte Testpflicht.

Britische App soll Impfstatus für Reisen nachweisen

18.16 Uhr: Ihren Impfstatus gegen Corona können Menschen in England von diesem Montag an per App abrufen. Auf vielen Geräten funktionierte die Funktion sogar bereits am Wochenende. Die App ist nicht identisch mit der Corona-Warn-App, sondern dient unter anderem auch dazu, Termine beim Hausarzt zu vereinbaren oder die eigene Krankenakte einzusehen.

Nach Angaben des britischen Gesundheitsdiensts NHS soll der elektronische Impfpass auch für Reisen als Nachweis gegenüber ausländischen Behörden benutzt werden können. Unklar war jedoch zunächst, welche Länder die App als Impfnachweis akzeptieren. Pläne für einen Einsatz der App im Inland sind aber in Großbritannien derzeit nicht mehr im Gespräch.

FC Köln hofft auf 500 Zuschauer beim Saison-Finale

17.55 Uhr: Der 1. FC Köln hofft bei seinem Abstiegs-Endspiel in der Fußball-Bundesliga am kommenden Samstag gegen den FC Schalke 04 auf zumindest 500 Zuschauer. »Wir sind permanent in Gesprächen mit den Ämtern und werden die in dieser Woche intensivieren«, sagte Geschäftsführer Alexander Wehrle der »Bild«-Zeitung: »Theoretisch haben wir eine Chance, vor Fans zu spielen, dafür muss der Inzidenzwert eine Woche lang konstant unter 100 sein.« Am Sonntag lag er in Köln bei 89,8.

Spieler des 1. FC Köln beim Spiel gegen Hertha BSC

Spieler des 1. FC Köln beim Spiel gegen Hertha BSC

Foto: Soeren Stache / dpa

Die am Samstag in Kraft getretene Coronaschutz-Verordnung in Nordrhein-Westfalen erlaubt 500 Zuschauer unter freiem Himmel und mit negativem Test-Ergebnis bei einer Inzidenz von unter 100 über fünf Werktage. Der Vorletzte Köln muss gegen Absteiger Schalke gewinnen und auf Schützenhilfe hoffen, um noch die Klasse zu halten.

Italien plant Disco-Test mit 2000 Menschen

16.20 Uhr: Tanzen in der Disco soll in Italien trotz Corona wieder möglich werden: Der Verband der Disco-Betreiber startet zwei Versuche mit Großevents für Getestete und Geimpfte, um den Gesundheitsschutz bei den Veranstaltungen zu erproben. Das berichtete die Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag.

Menschen in der Disco

Menschen in der Disco

Foto: AP/dpa

Am 5. Juni soll ein Experiment in der süditalienischen Hafenstadt Gallipoli starten, wo 2000 Menschen unter freiem Himmel in der Disco »Praja« feiern dürfen. Ein anderer Test sei in geschlossenen Räumen des Clubs »Fabric« in Mailand geplant. Dafür wurde kein Datum genannt.

Wie der Verband der Unterhaltungsbetriebe Silb-Fipe weiter erläuterte, haben in Gallipoli in Apulien nur Tanzwütige Zutritt, die einen frischen Test oder ihren Impfpass vorzeigen können. Drinnen seien keine Sicherheitsabstände vorgeschrieben, aber die Gäste müssten Schutzmasken tragen. Beim Verlassen des Clubs würden erneut Tests vorgenommen.

Verbandschef Maurizio Pasca verwies auf Erfahrungen in Spanien, Holland und Großbritannien. »Wir arbeiten an den Gesundheitsvorschriften für die Wiedereröffnung von covid-freien Discos«, sagte er. Ausgelassene Tanzpartys, besonders in den Strandorten, gehören für junge Italiener zum Sommerleben dazu.

Italien befindet sich bei sinkenden Zahlen auf einem schrittweisen Lockerungskurs. Es wurde erwartet, dass die Außen-Discos Mitte Juni wieder öffnen dürfen. Bisher gilt allerdings im ganzen Mittelmeerland ein nächtliches Ausgangsverbot, das um 22.00 Uhr startet. Für Montag waren Expertengespräche in Rom mit der Regierung geplant, bei denen es auch um eine Verschiebung der Sperrstunde - womöglich auf 23.00 Uhr - gehen sollte.

Katrin Göring-Eckardt fordert zwei bundesweite Testwochen vor den Sommerferien

16.18 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt warnt vor Rückschlägen in der Corona-Pandemie durch eine Reisewelle im Sommer und fordert daher zwei bundesweite Testwochen vor den Sommerferien für alle Regionen mit weiterhin hohen Coronazahlen.

»In diesen zwei Wochen sollen alle Menschen in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 50 Anspruch auf drei Selbsttests für zu Hause haben«, sagte Göring-Eckardt dem Tagesspiegel. Am besten sollten die Selbsttests direkt per Post zugesandt werden. Mit einem solchen Verfahren würden in Gegenden mit einer weiterhin hohen Infektionsraten Cluster entdeckt. »So kann die Inzidenz dort weiter gedrückt werden, bevor durch die Ferien die Mobilität auch innerhalb von Deutschland wieder steigt.«

Bayern will Indien 100 medizinische Beatmungsgeräte zur Verfügung stellen

16.00 Uhr: Bayern will Indien 100 medizinische Beatmungsgerät zur Behandlung von Covid-19-Patienten zur Verfügung stellen. Das kündigt Bayerns Ministerin für Internationales, Melanie Huml, an. Die Geräte sollten voraussichtlich kommende Woche über das Gemeinsame Melde- und Lagezentrum für Bund und Länder (GMLZ) auf den Weg gebracht werden. Die Bundesregierung hat dem von der Pandemie besonders hart betroffenen Indien bereits 120 Beatmungsgeräte und andere medizinische Güter geliefert, weitere Bundesländer planen Hilfen.

Innengastronomie in Luxemburg wieder geöffnet

14.55 Uhr: Ein Besuch im Restaurant oder im Café ist seit Sonntag in Luxemburg wieder möglich. Nach monatelanger Zwangspause durfte die Gastronomie im Innenbereich wieder öffnen. Voraussetzung für eine Bewirtung drinnen ist ein negatives Coronatestergebnis, das der Gast vorlegen muss. Die Außengastronomie ist in Luxemburg bereits seit 7. April unter Auflagen geöffnet: Draußen ist aber kein Coronatest nötig.

Die luxemburgische Regierung hatte die Lockerungen am 5. Mai angekündigt, am vergangenen Freitag stimmte das Parlament dem neuen Covid-19-Gesetz zu. Demnach dürfen Gastronomen nun innen und außen bis 22.00 Uhr bewirten - zuvor war auf den Terrassen um 18.00 Uhr Schluss. An einem Tisch dürfen bis zu vier Personen sitzen, zwischen den Tischen muss ein Abstand von zwei Metern eingehalten werden.

Ein bisschen lockerer ist auch die nächtliche Ausgangsbeschränkung geworden: Sie beginnt nun um Mitternacht statt wie bislang um 23.00 Uhr - gilt aber weiter bis 6.00 Uhr morgens. Zudem sind Versammlungen bis zu 150 Personen etwa im Kultur- und Sportbereich wieder erlaubt, wenn die Hygienemaßnahmen eingehalten werden. Im Rahmen von Pilotprojekten, die vorher genehmigt werden müssen, dürfen es auch bis zu 1000 Menschen sein.

In Schwimmbädern sind außerdem wieder mehr Schwimmer erlaubt und unter freiem Himmel dürfen bis zu 40 Musiker musizieren, wenn sie einen Abstand von zwei Metern einhalten. Und: Nach den Pfingstferien sollen alle Schüler wieder in Klassenräumen unterrichtet werden. Die Lockerungen sind möglich, da die Zahl der Corona-Infektionen auch in Luxemburg rückläufig ist.

Für die Tests in den Gastro-Betrieben stellt die Regierung 500 000 Kits zur Verfügung. Neben Selbsttests vor Ort können Gäste laut Gesundheitsministerium auch einen PCR-Test, der nicht älter als 72 Stunden sein darf, vorlegen. Oder einen tagesaktuellen Schnelltest, der zum Beispiel in einer Apotheke vor Ort gemacht werden könne.

Anfrageflut auf Campingplätzen

14.32 Uhr: Die Campingplatzbetreiber erleben angesichts der in Aussicht gestellten Lockerungen eine Anfrageflut. »Wir werden wirklich überrannt«, sagte der NRW-Präsident des Bundesverbandes der Campingwirtschaft in Deutschland, Leo Ingenlath, der Deutschen Presse-Agentur. Die E-Mail-Postfächer platzten förmlich vor Anfragen, und auch die Telefone der Betreiber stünden nicht mehr still. Viele Plätze seien bereits ab Ostern reserviert gewesen. Mangels Öffnungsmöglichkeiten sei dann Vieles storniert worden.

Zelt in Brandenburg

Zelt in Brandenburg

Foto: Patrick Pleul / dpa

Zurzeit versuchten noch viele Camper für Pfingsten etwas zu erhaschen. Dabei spiele das Reiseziel kaum noch eine Rolle. »Ich habe den Eindruck, die Leute wollen einfach nur raus aus den eigenen vier Wänden«, sagte Ingenlath. Bei manchen Anfragen nach freien Kapazitäten gehe es erst später darum, wo der Campingplatz eigentlich liege und wo man mit seiner Anfrage letztlich gelandet sei. Die Suche sei auch deshalb sehr schwierig, weil es in den Bundesländern unterschiedliche Regelungen gebe und auch innerhalb der Bundesländer die Öffnungen von Region zu Region unterschiedlich sein könnten.

Ingenlath appellierte an die Camper, nur mit gültigen Nachweisen beispielsweise eines negativen Coronatests entsprechend den Vorgaben anzureisen und rechtzeitig die Frage nach einem freien Stellplatz zu klären. Digitale Lösungen mit Apps könnten den Aufwand deutlich senken, seien aber noch nicht überall Standard. Wenn der Platz voll sei, müsse man Interessenten abweisen. »Das wird so sein.« Man könne Stellplätze nicht etagenweise vermieten oder auf der nächsten Wiese parken. Mit zunehmenden Öffnungsmöglichkeiten werde sich die Nachfrage hoffentlich bald bundesweit entzerren.

Schwesig: Gelockerte Regelungen für Dauercamper in Mecklenburg-Vorpommern

14.18 Uhr: Nach Plänen von Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) sollen einheimische Dauercamper von Pfingsten an wieder über Nacht auf den Plätzen bleiben können. Eine entsprechende Verordnung solle das Kabinett am Dienstag ändern, sagte die Regierungschefin in einem am Sonntag im »Nordkurier« veröffentlichten Interview.

»Im Moment ist es so, dass Bürgerinnen und Bürger aus MV, die noch eine Ferienwohnung oder ein Ferienhaus im eigenen Bundesland haben, diese uneingeschränkt nutzen können. Diejenigen, die einen festen Campingplatz haben, können hingegen nur tagsüber hinfahren, aber nicht über Nacht bleiben«, sagte Schwesig. Voraussetzung sei, dass die Dauercamper eigene sanitäre Anlagen hätten.

Nach Plänen der Landesregierung sollen die Campingplätze sowie alle weiteren Beherbergungsbetriebe im Land vom 7. Juni an wieder Gäste empfangen dürfen, sofern diese ihren Wohnsitz in Mecklenburg-Vorpommern haben. Aus allen anderen Regionen Deutschlands dürfen eine Woche später, vom 14. Juni an, wieder Urlauber in den Nordosten reisen.

Hunderte Fans: Polizei sperrt Stadion bei Spiel von Dynamo Dresden

14.12 Uhr: Mit einem Großaufgebot hat die Polizei am Sonntag das letzte Heimspiel von Fußball-Drittligist Dynamo Dresden gegen Türkgücü München abgesichert. Da Dynamo mit einem Sieg den Wiederaufstieg in die 2. Liga perfekt machen würde, hatten Polizei und Stadt einen Massenandrang von Fans vor dem Stadion befürchtet.

Obwohl der Verein vor der Partie genau wie Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) an die Anhänger appelliert hatte, nicht zum Stadion zu kommen und zu Hause zu bleiben, versammelten sich noch vor dem Anpfiff Hunderte Fans um die Spielstätte. Die Polizei sprach nach dpa-Informationen zu diesem Zeitpunkt von einer »noch nicht angespannten Lage«. Vereinzelt zündeten Anhänger Pyrotechnik.

Hintergrund der Befürchtungen waren Szenen, die sich beim Abstieg von Dynamo Dresden aus der 2. Bundesliga im vergangenen Sommer abgespielt hatten. Rund 2000 Fans waren damals unter Missachtung der Coronaregeln vor das Stadion gezogen.

Ausgangsbeschränkungen in Türkei auch nach Ende des Lockdowns

13.50 Uhr: In der Türkei endet am Montagmorgen ein 17 Tage langer harter Lockdown - Ausgangbeschränkungen am Wochenende bleiben aber weiterhin bestehen. Auch Restaurants und Cafés sind weiter geschlossen und dürfen nur Lieferservice anbieten, wie das Innenministerium am Sonntag mitteilte. Landesweit gelten zudem abendliche Ausgangssperren ab 21.00 Uhr. Reisen zwischen Städten sind außerhalb der Beschränkungen wieder möglich. Schulen bleiben vorerst geschlossen. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 1. Juni.

Touristen in der Türkei

Touristen in der Türkei

Foto: Mirjam Schmitt / dpa

Touristen sind in der Türkei von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Diese Regelung sowie ein Verbot von Verkauf von Alkohol während des Lockdowns hatten zu Unmut in der Bevölkerung geführt. Am Freitag war ein offizielles Werbevideo für Urlaub in der Türkei nach großer Empörung aus dem Netz genommen worden. Darin wurden unter anderem Mitarbeiter im türkischen Tourismussektor gezeigt, die Masken mit der Aufschrift »Enjoy, I'm vaccinated.« (»Genieß es, ich bin geimpft.«) Die Opposition bezeichnete das als Demütigung. Nutzer kritisierten, sie würden in ihrem Land als Bürger zweiter Klasse behandelt. Mitarbeiter im Tourismussektor werden in der Türkei bevorzugt geimpft.

In dem Land mit rund 84 Millionen Einwohnern haben rund 18 Prozent der Bevölkerung mindestens eine Erstimpfung erhalten. Die Türkische Ärztevereinigung wirft der Regierung mangelnde Transparenz bei der Impfkampagne vor und fordert vor allem eine schnelle Impfung von Lehrpersonal.

Weniger Corona-Patienten in belgischen Krankenhäusern

13.48 Uhr: Die Zahl der Coronapatienten in belgischen Krankenhäusern hat in den vergangenen Wochen spürbar abgenommen. Das berichtete die belgische Nachrichtenagentur Belga am Sonntag unter Berufung auf die amtlichen Coronazahlen. Vor drei Wochen waren die Krankenhäuser teils so voll, dass darum gebeten wurde, Coronapatienten nach Deutschland zu verlegen. Nun hat sich die Zahl der Coronapatienten in Krankenhäusern den Angaben zufolge um 16 Prozent im Vergleich zu Vorwoche verringert. Auf den Intensivstationen des Landes mit rund 11,5 Millionen Einwohnern sei ein Rückgang von zwölf Prozent verzeichnet worden.

Zwischen dem 6. und 12. Mai wurden laut Belga im Schnitt 2634 Coronafälle pro Tag registriert, was einem Rückgang von ebenfalls zwölf Prozent im Vergleich zum vorherigen Sieben-Tage-Zeitraum entspreche. Die 14-Tage-Inzidenz liegt offiziellen Angaben zufolge bei gut 342 Fällen pro 100 000 Einwohnern.

Belgien war - gemessen an der Bevölkerungszahl - vergangenen Oktober zeitweise das Land mit den meisten neuen Coronafällen in Europa. Daraufhin wurden strikte Hygieneregeln eingeführt. In Brüssel etwa galt seit dem 19. Oktober für knapp sieben Monate eine nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 06.00 Uhr. Seit vergangenem Wochenende dürfen die Terrassen von Cafés und Restaurants wieder öffnen. Für den Sommer wurden bereit weitere Lockerungen in Aussicht gestellt.

Mehr als 28.000 Neuinfektionen in den USA

11.50 Uhr: In den USA steigt die Zahl der registrierten Neuinfektionen bis Samstag um mindestens 28.604. Das ergibt eine Reuters-Zählung auf Basis offizieller Daten. Damit haben sich bisher mehr als 32 Millionen Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Virus steigt um mindestens 466 auf 585.994.

England öffnet trotz indischer Variante weiter

11.18 Uhr: Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock hat die Öffnungspläne der Regierung in London trotz lokaler Ausbrüche der indischen Coronavirus-Variante im Land verteidigt. Sollte sich die höhere Übertragbarkeit der Mutante als gering herausstellen, werde es so gut wie keine Auswirkungen auf den Lockerungsfahrplan des Landes geben, sagte Hancock am Sonntag dem Nachrichtensender Sky News. »Wir wissen es einfach nicht, deswegen ist es angemessen, den Fahrplan weiter zu verfolgen, aber die Menschen müssen wachsam und vorsichtig sein«, sagte der konservative Politiker weiter.

Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen. Und das obwohl lokal begrenzt ein starker Anstieg an Infektionen durch die indische Virus-Variante B.1.617.2 verzeichnet wurde. Die Bundesregierung hatte das Land deswegen am Freitag wieder als Risikogebiet eingestuft. Insgesamt hat Großbritannien aber derzeit mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 23 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche vergleichsweise nur wenige Fälle.

Die indische Variante ist nach Ansicht britischer Experten womöglich um bis zu 50 Prozent ansteckender als die bislang in dem Land vorherrschende Virus-Variante B.1.1.7. Sollte sich das bewahrheiten, könnte der Fahrplan für weitere Öffnungsschritte ins Stocken geraten, warnte Premierminister Boris Johnson am Freitag. Eigentlich wollte Johnson am 21. Juni alle Corona-Maßnahmen in dem Land aufheben. Ob das nun tatsächlich geschehen soll, will die Regierung am 14. Juni entscheiden.

In besonders stark betroffenen Gebieten wie dem nordwestenglischen Bolton und dem Londoner Bezirk Hackney sollen Massentests helfen, die Ausbreitung einzudämmen. Zudem soll der Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung für über 50-Jährige landesweit von zwölf auf acht Wochen verkürzt werden.

Lehrerverband: In Pandemie rund die Hälfte des Präsenzunterrichts ausgefallen

11.00 Uhr: Bei Deutschlands rund elf Millionen Schülern sind nach Angaben des Deutschen Lehrerverbands seit Beginn der Coronapandemie rund die Hälfte der Schulstunden im Präsenzunterricht ausgefallen. Seit März 2020 entfielen durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Präsenzunterricht für jeden Schüler, wie Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger der »Bild«-Zeitung vom Samstag sagte. »Das ist im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr.«

Mancherorts ist der Ausfall noch größer. In Hamburg etwa seien durch weitgehende Schulschließungen 540.000 Stunden ausgefallen, berichtete die »Bild« unter Berufung auf die zuständige Schulbehörde. Homeschooling und Distanzunterricht seien in diesen Zahlen nicht eingerechnet. Jeder Hamburger Mittelstufen-Schüler habe demnach im Durchschnitt 900 Schulstunden verpasst. Dies entspreche sogar drei Viertel der Schulstunden eines Schuljahres.

Um den Unterrichtsausfall auszugleichen, forderte Meidinger »differenzierte Lösungen, begleitende Zusatzangebote am Nachmittag im nächsten Schuljahr, aber auch Angebote am Wochenende und in den Ferien«. Dies könne auch digitale Nachhilfe umfassen. Die Angebote müssten für die Schüler allerdings verpflichtend sein.

Zugleich warnte Meidinger, noch wisse »niemand, woher angesichts des Lehrermangels die zusätzlichen Kräfte für die Lernförderung herkommen sollen. Ohne Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, die schon in Rente oder Pension sind, wird es nicht gehen.«

Steinmeier will »Heilung der Wunden, die Corona in Gesellschaft geschlagen hat«

10.40 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der Fortschritte bei der Überwindung der Coronakrise die Deutschen aufgerufen, den in der Pandemie entstandenen Streit zu beenden und sich wieder anzunähern. Zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt am Main sagte Steinmeier am Sonntag: »Wir müssen die Wunden heilen, die Corona in unserer Gesellschaft geschlagen hat.« Es sei »erbittert« gestritten worden - über das Virus, die Maskenpflicht, Beschränkungen und Lockerungen, über Kitas und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge. »Bei vielen ist die Geduld erschöpft, die Nerven lagen blank«, sagte der Bundespräsident. »Freundschaften sind zerbrochen, Familien entzweit, tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft.« Eine Heilung dieser Wunden bedeute Wiederannäherung. »Wir müssen wieder Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat«, sagte Steinmeier.

10.40 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat angesichts der Fortschritte bei der Überwindung der Coronakrise die Deutschen aufgerufen, den in der Pandemie entstandenen Streit zu beenden und sich wieder anzunähern. Zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags in Frankfurt am Main sagte Steinmeier am Sonntag: »Wir müssen die Wunden heilen, die Corona in unserer Gesellschaft geschlagen hat.«

Es sei »erbittert« gestritten worden - über das Virus, die Maskenpflicht, Beschränkungen und Lockerungen, über Kitas und Schule, über Impfstoffe und Impfreihenfolge. »Bei vielen ist die Geduld erschöpft, die Nerven lagen blank«, sagte der Bundespräsident. »Freundschaften sind zerbrochen, Familien entzweit, tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft.«

Eine Heilung dieser Wunden bedeute Wiederannäherung. »Wir müssen wieder Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat«, sagte Steinmeier.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Die Ständige Impfkommission hält baldige Auffrischung der Impfung für nötig

10.00 Uhr: Die Bürger in Deutschland müssen sich nach Ansicht der Ständigen Impfkommission (Stiko) wohl spätestens im nächsten Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen. »Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein«, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Online Sonntag/Print Montag). »Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen.«

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass die Immunität nach einer Impfung rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagte er den Funke-Zeitungen. Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen. Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von Astrazeneca und Johnson & Johnson nicht so gut. »Sollte sich diese Variante bei uns stark verbreiten, sollten die betroffenen Personen dann als erste besser immunisiert werden.«

Mertens wies darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Nach Angaben des Stiko-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnte es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens.

Umfrage: Deutsche bei Hotelöffnungen noch gespalten

09.38 Uhr: Kurz vor Pfingsten sind die Deutschen bei der Frage nach der Öffnung von Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen noch gespalten. Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sind 43 Prozent dafür, Beherbergungsbetriebe unabhängig von den Corona-Infektionszahlen sofort bundesweit unter bestimmten Auflagen wie Testpflichten zu öffnen. 31 Prozent meinen dagegen, Hotelöffnungen sollten von den Infektionszahlen in den jeweiligen Regionen abhängig gemacht werden. 14 Prozent meinen, die Unterkünfte sollten für Touristen noch geschlossen bleiben.

Bank vor einem Hotel in Oberstdorf, Bayern

Bank vor einem Hotel in Oberstdorf, Bayern

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Bisher sind Hotels nur vereinzelt für Touristen geöffnet, etwa in einigen Modellregionen in Schleswig-Holstein. In der nächsten Woche sollen weitere Öffnungsschritte in Schleswig-Holstein, aber zum Beispiel auch in Bayern folgen. Der Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) dringt auf einen konkreten Zeitplan für die Öffnung von Gaststätten und Beherbergungsbetrieben, um mehr Planungssicherheit zu erhalten.

Nordkorea zieht Nationalmannschaft wegen Corona aus WM-Qualifikation zurück

09.30 Uhr: Nordkorea hat seine Fußball-Nationalmannschaft aus den Qualifikationen zur Weltmeisterschaft 2022 und Asien-Meisterschaft 2023 zurückgezogen. Diese Entscheidung teilte der asiatische Kontinentalverband AFC am Sonntag zunächst ohne Angabe von Gründen mit. Nordkorea hatte bereits Anfang Mai entschieden, auf die anstehenden Spiele in der asiatischen WM-Qualifikation zu verzichten.

Das Ansteckungsrisiko angesichts der Coronapandemie sei zu groß, habe es zur Begründung geheißen, sagte damals eine Sprecherin des Vereinigungsministeriums im südkoreanischen Seoul, wo die Spiele hätten stattfinden sollen. Daraufhin hatte der AFC Nordkorea gebeten, die Entscheidung noch einmal zu überdenken. Bereits zuvor hatte das abgeschottete Land entschieden, keine Athleten zu den Olympischen Spielen in Tokio im Sommer zu entsenden. Nordkorea hatte dies ebenfalls mit den Gesundheitsrisiken durch Corona begründet.

Welche Konsequenzen die Entscheidung auf die Qualifikation für die WM 2022 in Katar hat, soll nach Angaben des AFC zeitnah bekanntgegeben werden. Nordkorea liegt in der Gruppe H mit Turkmenistan, Südkorea, dem Libanon und Sri Lanka nach fünf Partien mit acht Zählern punktgleich mit dem Dritten Libanon und dem Zweiten Südkorea auf dem vierten Platz. Turkmenistan führt die Gruppe mit neun Punkten an.

Umfrage: Vor allem jüngere Arbeitnehmer drängen ins Homeoffice

09.26 Uhr: Vier von fünf Arbeitnehmern wollen einer Umfrage zufolge künftig zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erhebung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY äußerten 81 Prozent aller Befragten, sie wollten in Zukunft nicht mehr an allen Wochentagen im Büro arbeiten. 38 Prozent bevorzugen demnach wöchentlich drei bis vier, 36 Prozent nur noch ein bis zwei Büroarbeitstage. 7 Prozent gaben an, ausschließlich von zu Hause arbeiten zu wollen. Umgekehrt wollen 19 Prozent der Befragten künftig nicht (mehr) aus dem Homeoffice arbeiten, wenn es nach ihnen geht. Besonders groß ist der Wunsch nach flexibleren Modellen bei den 20- bis 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe gaben 86 Prozent an, einen Teil ihrer Arbeitszeit künftig aus dem Homeoffice erledigen zu wollen. Weniger ausgeprägt ist dieses Bedürfnis bei den 31- bis 40-Jährigen (77 Prozent) sowie bei den 41- bis 50-Jährigen (78 Prozent). Ältere sowie jüngere Arbeitnehmer wurden nicht befragt. Auf dem Bild arbeitet eine Mutter im Home-Office, während ihr Kind ein Bild malt.

09.26 Uhr: Vier von fünf Arbeitnehmern wollen einer Umfrage zufolge künftig zumindest einen Teil ihrer Arbeitszeit im Homeoffice verbringen. In einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Erhebung des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens EY äußerten 81 Prozent aller Befragten, sie wollten in Zukunft nicht mehr an allen Wochentagen im Büro arbeiten. 38 Prozent bevorzugen demnach wöchentlich drei bis vier, 36 Prozent nur noch ein bis zwei Büroarbeitstage. 7 Prozent gaben an, ausschließlich von zu Hause arbeiten zu wollen. Umgekehrt wollen 19 Prozent der Befragten künftig nicht (mehr) aus dem Homeoffice arbeiten, wenn es nach ihnen geht.

Besonders groß ist der Wunsch nach flexibleren Modellen bei den 20- bis 30-Jährigen: In dieser Altersgruppe gaben 86 Prozent an, einen Teil ihrer Arbeitszeit künftig aus dem Homeoffice erledigen zu wollen. Weniger ausgeprägt ist dieses Bedürfnis bei den 31- bis 40-Jährigen (77 Prozent) sowie bei den 41- bis 50-Jährigen (78 Prozent). Ältere sowie jüngere Arbeitnehmer wurden nicht befragt.

Auf dem Bild arbeitet eine Mutter im Home-Office, während ihr Kind ein Bild malt.

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Tausende Händler planen offenbar Klage wegen zu geringer Corona-Hilfen

6.57 Uhr: Auf die deutschen Verwaltungsgerichte kommt einem Zeitungsbericht zufolge im Zuge der Pandemie voraussichtlich eine Klagewelle aus dem Einzelhandel zu. Derzeit seien mehrere tausend Einzelhändler entschlossen, großzügigere staatliche Corona-Hilfen auf dem Rechtsweg zu erstreiten, berichtet die »Welt am Sonntag« unter Berufung auf eine ihr vorliegende Erhebung des Handelsverbands Deutschland (HDE).

Demnach haben rund 10.000 Unternehmen bis zum Ende der Antragsfrist am 30. April aus verfahrenstechnischen Gründen die staatlichen November- und Dezemberhilfen beantragt. Auf eine Zuteilung können die Kaufleute nicht hoffen, weil die November- und Dezemberhilfen vor allem für die Gastronomie vorgesehen sind.

Leeres Geschäft in Heidelberg

Leeres Geschäft in Heidelberg

Foto: Uwe Anspach / dpa

Erhalten die Einzelhändler wie erwartet einen ablehnenden Bescheid, können sie Widerspruch einlegen und so ein verwaltungsrechtliches Vorverfahren in Gang setzen. Dieses wiederum ist Bedingung für spätere Klagen gegen die Verletzung des Gleichheitsgrundsatzes im Grundgesetz.

Vor allem der Gastronomie ersetzt der Staat bis zu 75 Prozent der entgangenen Umsätze. Doch obwohl auch viele Geschäfte seit Monaten geschlossen seien, würden sie nur auf den schmaleren Fixkostenzuschuss verwiesen, erklärte der HDE. »Das ist eine klare Ungleichbehandlung im Vergleich zur Gastronomie«, sagte Verbandschef Stefan Genth.

Fast 24,7 Millionen Infektionsfälle in Indien

6.40 Uhr: In Indien hat das Gesundheitsministerium 311.170 Infektionsfälle binnen 24 Stunden registriert. Die Gesamtzahl der nachgewiesenen Ansteckungsfälle steigt auf 24,68 Millionen. 4077 weitere Menschen starben in Zusammenhang mit dem Coronavirus. Insgesamt sind es damit 270.284 Tote. Die Dunkelziffer in dem Land mit seinen mehr als 1,36 Milliarden Einwohnern dürfte Experten zufolge aber deutlich höher sein.

8500 Neuinfektionen, Inzidenz sinkt auf 83,1

05.52 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen einem Tag 8500 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus Zahlen vom Sonntagmorgen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.34 Uhr wiedergeben. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 12.656 gelegen. Am Sonntag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird.

Aufgrund des Feiertags am 13. Mai sei bei der Interpretation der Fallzahlen zu beachten, dass an Feier- und Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden, hieß es im Lagebericht des RKI vom Samstagabend. »Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.«

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Sonntagmorgen bundesweit bei 83,1 (Vortag: 87,3; Vorwoche: 118,6). Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 71 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 127 Tote gewesen.

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie insgesamt 3.593.434 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit etwa 3.286.400 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 86.096.

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Samstag bei 0,84 (Vortag: 0,87). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Drei Viertel der Deutschen wollen sich laut einer Umfrage impfen lassen

4.00 Uhr: Seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland vor fast fünf Monaten ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre wollen sich nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur nun gegen das Coronavirus immunisieren lassen.

36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen. Weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent.

Kurz vor Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember hatten 65 Prozent der damals Befragten gesagt, sie würden sich impfen lassen. 19 Prozent lehnten das ab, jetzt sind es nur noch 15 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist seit Ende Dezember von 16 auf 11 Prozent gesunken.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Damit soll eine sogenannte Herdenimmunität erreicht werden, die auch diejenigen vor Ansteckung schützt, die nicht geimpft sind. Nach unterschiedlichen Einschätzungen von Forschern ist dafür eine Impfquote zwischen 60 und 80 Prozent notwendig.

Nach offiziellen Angaben haben bis zum Samstag 30,4 Millionen Menschen in Deutschland mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das sind 36,5 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Stiko-Chef für bundesweite Impfschutz-Auffrischung schon 2022

1.14 Uhr: Die Ständige Impfkommission (Stiko) rechnet damit, dass sich die Bundesbürger im kommenden Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen müssen. »Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein«, sagt der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe laut Vorabbericht. Die Deutschen müssten sich darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssten. Die Hersteller arbeiteten nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen, die gegen derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen.

Einzelhändler wollen Corona-Hilfen vor Gericht erstreiten

0.53 Uhr: Tausende Einzelhändler wollen sich nach Angaben des Handelsverbands Deutschland (HDE)großzügigere staatliche Corona-Hilfen auf dem Rechtsweg erstreiten. Laut einem Vorabbericht der »Welt am Sonntag«, der sich auf eine HDE-Erhebung bezieht, haben rund 10.000 Unternehmen staatliche November- und Dezemberhilfen beantragt, die vor allem für die Gastronomie vorgesehen sind. Geschäfte, die seit Monaten geschlossen seien, hätten darauf jedoch keinen Anspruch, sondern würden auf den schmaleren Fixkostenzuschuss verwiesen, sagt HDE-Chef Stefan Genth der Zeitung: »Das ist eine klare Ungleichbehandlung im Vergleich zur Gastronomie«. Eine Muster-Klageschrift sei vorbereitet.

jpz/mjm/jok/mnk/AFP/dpa/Reuters