Corona-News am Sonntag England hebt Quarantänepflicht für Geimpfte aus EU und USA auf

Bisher müssen Reisende aus Europa und den USA bei einer Einreise in England in Isolation – das ändert sich ab Montag. Und: Der USA droht eine Welle an Zwangsräumungen. Der Überblick.
Reisen nach England werden ab Montag wieder leichter

Reisen nach England werden ab Montag wieder leichter

Foto: ANDY RAIN / EPA

Das waren die Corona-News am 1. August.

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter .

+++ England hebt Quarantäne-Pflicht für Geimpfte auf +++

Reisen nach England werden wieder leichter: Ab Montag entfällt für Geimpfte aus der EU und den USA die bisher geltende Quarantäne-Pflicht. Bislang waren lediglich Menschen von den Quarantäne-Regeln ausgenommen, die den Impfstoff in Großbritannien verabreicht bekommen hatten. Die Regionalregierungen von Schottland, Wales und Nordirland erlassen ihre eigenen Einreisebestimmungen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Reisende aus Frankreich fallen aber wegen der dortigen Verbreitung der Beta-Variante nach britischen Regierungsangaben nicht unter die neue Regelung.

Testpflicht für Reiserückkehrer: Schlechtes Timing

22.40 Uhr: Seit heute müssen Urlauber bei ihrer Rückkehr nach Deutschland geimpft, genesen oder getestet sein – auch wenn sie im Auto oder Zug einreisen. Pünktlich zum Ende der Ferien. Und nicht immer mit Konsequenzen. Erfahren Sie hier mehr.

Nach Infektion: Hamilton klagt über gesundheitliche Probleme

Für Lewis Hamilton ist das Training seit seiner Coronainfektion anders

Für Lewis Hamilton ist das Training seit seiner Coronainfektion anders

Foto: Florion Goga / AP

21.22 Uhr: Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton klagt nach seiner Coronainfektion über gesundheitliche Probleme. »Ich mühe mich seit Ende des letzten Jahres ab, um gesund zu bleiben. Das ist immer noch ein Kampf«, sagte der 36-Jährige nach dem Großen Preis von Ungarn in Budapest.

Der Mercedes-Pilot, der auf dem Hungaroring hinter dem Franzosen Esteban Ocon und Sebastian Vettel Dritter wurde, fehlte zunächst auf der Pressekonferenz nach dem Rennen aufgrund eines Arztbesuches, äußerte sich dann aber über das Leben nach seiner Infektion. »Ich habe bislang noch mit niemandem darüber gesprochen, doch ich glaube, dass die Effekte immer noch spürbar sind. Ich erinnere mich an die Symptome, als ich erkrankt war. Seitdem ist das Training anders«, so der Brite.

Bei der Siegerehrung am Sonntag hatte er »einen richtigen Schwindelanfall auf dem Podium«. Alles sei »ein wenig verschwommen« gewesen, sagte Hamilton: »Wer weiß, was es heute war? Vielleicht die Flüssigkeitszufuhr, aber so eine Erfahrung habe ich noch nie gemacht. Ich hatte so etwas schon in Silverstone, aber dieses Mal war es viel schlimmer.«

Keine Masken, kein Abstand – dafür viel Aggression

Trotz Verbot waren zahlreiche Menschen in der Hauptstadt unterwegs

Trotz Verbot waren zahlreiche Menschen in der Hauptstadt unterwegs

Foto: STEFAN ZEITZ / imago images/Stefan Zeitz

21.02 Uhr: Eigentlich waren alle Demonstrationen von Coronaleugnern und Maßnahmengegnern in der Hauptstadt verboten worden. Trotzdem kamen Tausende – und sorgten für Ausschreitungen. Sehen Sie hier mehr.

Höchstwert an Neuinfektionen – Thailand weitet Ausgangssperre aus

20.35 Uhr: Angesichts einer Rekordzahl an Neuinfektionen hat Thailand die Coronaregeln nochmals verschärft. Die nächtliche Ausgangssperre und andere Beschränkungen würden ab Dienstag in 16 weiteren Provinzen gelten, kündigte die Regierung am Sonntag in Bangkok an. Das südostasiatische Land kämpft derzeit mit einer dritten schweren Corona-Welle, die durch die hochansteckende Delta-Variante befeuert wird.

Obwohl für mehr als zehn Provinzen und auch die Hauptstadt Bangkok mit ihren geschätzt zehn Millionen Einwohnern bereits seit geraumer Zeit eine nächtliche Ausgangssperre und strikte Regeln gelten, nimmt die Zahl der Neuinfektionen immer weiter zu. Deshalb gilt ab Dienstag in nunmehr 29 der 79 Provinzen des Landes nicht nur eine nächtliche Ausgangssperre, sondern auch weitere strikte Regeln: Restaurants dürfen nur Lieferdienste anbieten, öffentliche Parks und Einrichtungen bleiben geschlossen.

Aiwanger wirft Söder Unverschämtheit und Falschbehauptung vor

20.30 Uhr: Mit seinen Zweifeln an Coronaimpfungen stellt sich Freie-Wähler-Chef Aiwanger nach Ansicht von Bayerns Ministerpräsident Söder ins politische Abseits. Sein Vize weist die Kritik entscheidend zurück. Lesen Sie hier mehr.

Welle an Zwangsräumungen in den USA droht

19.04 Uhr: In den USA ist am Wochenende ein wegen der Pandemie verhängtes Moratorium für Zwangsräumungen von säumigen Mietern ausgelaufen. Experten zufolge könnten damit inmitten einer neuen Corona-Welle Hunderttausenden Mietern Räumungsklagen drohen – exakte Zahlen dazu gibt es allerdings nicht. Gleichzeitig werden Milliarden Dollar Hilfsgelder für Mieter nicht eingesetzt, weil Bundesstaaten und Kommunen die Mittel nicht abgerufen haben.

Das bisher gültige landesweite Moratorium der Gesundheitsbehörde CDC gegen Zwangsräumungen wurde wegen eines Einwandes des Obersten Gerichts nicht über Ende Juli hinaus verlängert. Bemühungen, eine gesetzliche Neuregelung zu verabschieden, waren am Freitag im Repräsentantenhaus gescheitert. Mehrere demokratische Abgeordnete schliefen daraufhin am Wochenende aus Protest auf den Stufen des Kapitols, dem Sitz des US-Parlaments in Washington. Die Gruppe linker Abgeordneter erklärte, bis zu sechs Millionen Mieter seien mit ihren Zahlungen im Rückstand und müssten nun die Räumung fürchten.

Entwicklungsminister Müller fordert Abgabe von Impfdosen an ärmere Länder

17.47 Uhr: Entwicklungsminister Gerd Müller ruft dazu auf, mehr Corona-Impfstoff an Entwicklungsländer abzugeben. »Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen«, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Müller erinnerte an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zu geben. »Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist«, sagte er. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits Mitte Juli angekündigt, dass Deutschland über die bereits angekündigten 30 Millionen Impfdosen hinaus weiteren Impfstoff an andere Länder geben werde.

Müller sagte, einige Länder hätten sich bis zu acht Impfdosen pro Kopf gesichert. »Sie können ohne Probleme einen Teil davon abgeben, so dass alle Entwicklungsländer Zugang zu Impfstoffen haben.« Er warnte, die Welt dürfe nicht gespalten werden in Länder, die sich mit hohen Impfraten schnell wirtschaftlich erholen könnten und solche, die dem Virus schutzlos ausgeliefert blieben. So seien in Afrika bislang weniger als zwei Prozent der Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft.

Lindner: »Wir brauchen eine Art Corona-Index«

17.35 Uhr: Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fordert, in der Corona-Pandemie den Inzidenzwert als einziges Kriterium für staatliche Schutzmaßnahmen aufzugeben. »Wir brauchen eine Art Corona-Index: Er sollte sich aus Inzidenz, aber insbesondere aus der Quote der Hospitalisierung ergeben«, sagte er der »Welt am Sonntag«.  »Wenn es so ist, dass nun überwiegend Jüngere mit einem geringeren Krankheitsrisiko Überträger sind, dann reduziert sich die Gefahr der Überlastung des Gesundheitssystems. Folglich können und müssen Maßnahmen zurückgenommen werden.«

Die Inzidenz beziffert die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Auch Politiker anderer Parteien hatten sich angesichts der wachsenden Zahl der gegen das Coronavirus geimpften Menschen für angepasste Bewertungskriterien ausgesprochen.

60 Prozent der Italiener vollständig geimpft

17.26 Uhr: Italien hat in seiner Impfkampagne gegen das Coronavirus ein Etappenziel erreicht. Mit 32,4 Millionen Menschen seien 60 Prozent der Bevölkerung über 12 Jahren vollständig geimpft, teilte der außerordentliche Kommissar für den Corona-Notfall, Francesco Figliuolo, mit. Bis Ende September wolle Italien die Marke von 80 Prozent und damit ihm zufolge eine Herdenimmunität erreicht haben.

Am Wochenende demonstrierten in Italien wieder Tausende Menschen gegen die geplanten Corona-Maßnahmen. Die Regierung hatte diese wegen der steigenden Fallzahlen beschlossen. Ab dem 6. August müssen Menschen, die etwa innen im Restaurant essen oder ins Museum wollen, einen Nachweis über mindestens eine Corona-Impfung, die Genesung von der Krankheit oder einen negativen Corona-Test vorlegen. Auch im Parlament kam es zu tumultartigen Protesten rechter Politiker gegen die Maßnahmen.

Tschechien gibt die Tanzflächen frei

17.04 Uhr: In Tschechien sind am Sonntag weitere Corona-Lockerungen in Kraft getreten. Wer geimpft, getestet oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, darf in den schon länger wieder geöffneten Diskotheken nun auch wieder auf die Tanzfläche. Bislang war Tanzen wegen des Infektionsrisikos verboten.

Schwimmbäder dürfen wieder Badegäste ohne Beschränkung der Personenzahl aufnehmen. An Sport- und Kulturveranstaltungen dürfen wieder bis 7000 Menschen im Freien und 3000 in Innenräumen teilnehmen, wenn alle einen Covid-Pass haben.

Auch zahlreiche andere Begrenzungen der Besucherzahlen fallen weg oder werden abgemildert. Das gilt etwa für Ausstellungen sowie Kultur- und Sportveranstaltungen. Nicht in allen Fällen ist ein Covid-Zertifikat als Bedingung für die Lockerungen vorgeschrieben. So sind etwa Besichtigungen von Schlössern oder Führungen durch Zoos auch ohne Nachweis erlaubt, wenn die Teilnehmerzahl die 20 nicht überschreitet.

YouTube sperrt Sky News Australia wegen Corona-Berichterstattung

16.40 Uhr: Das Videoportal YouTube hat den Sender Sky News Australia wegen dessen Corona-Berichterstattung für eine Woche gesperrt. Eine YouTube-Sprecherin bestätigte den Vorwurf an den Sender, falsch über die Pandemie informiert zu haben. Man habe klare und gesicherte Grundsätze, um die Verbreitung von Covid-19-Fehlinformationen zu verhindern, hieß es in einer Stellungnahme. Die einwöchige Sperre ist seit Donnerstag (29.7.) in Kraft.

Detaillierte Angaben zu den beanstandeten Inhalten machte YouTube nicht. Laut einem Bericht der britischen Zeitung »The Guardian«  hatte Sky News Australia zahlreiche Videos gepostet, die die Existenz von Covid-19 leugneten oder dazu ermunterten, gegen Corona das Malaria-Mittel Hydroxychloroquin oder das Anti-Wurmmittel Ivermectin einzunehmen.

Sky News Autralia bewertete die Sperrung als einen »Anschlag auf die Gedankenfreiheit«. »Sky Australia wurde zeitweilig davon suspendiert, auf der von Google betriebenen Plattform YouTube zu posten, weil es Meinungen veröffentlichte, mit denen der Tech-Riese nicht übereinstimmt«, hieß es auf der Seite des Senders. Unter den Videos, die als unangemessen beurteilt wurden, seien unter anderem Debatten darüber, ob Atemschutzmasken nützlich oder Lockdowns gerechtfertigt seien. Der Sender warf YouTube vor, in der Covid-19-Debatte »willkürlich« gegen konservative Stimmen fokussiert zu sein.

Sumatra-Tiger in indonesischem Zoo an Covid-19 erkrankt

16.24 Uhr: Obwohl der Zoo in der indonesischen Hauptstadt Jakarta aufgrund der Corona-Krise seit Juni geschlossen ist, sind zwei Sumatra-Tiger an Covid-19 erkrankt. Die beiden Männchen Tino und Hari seien nach grippeähnlichen Symptomen Mitte Juli positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie seien aber nach eingehender Behandlung weitgehend wiederhergestellt, teilte Jakartas Park- und Forstverwaltung mit.

Wo sich die vom Aussterben bedrohten Raubkatzen angesteckt haben, sei ein Rätsel, erklärte Behördenleiterin Suzi Marsitawati. »Wir haben alle Pfleger und Wärter, die mit den Tigern Kontakt hatten, überprüft, aber zu dem Zeitpunkt, als diese krank waren, war niemand infiziert.« Die Suche gehe weiter.

Söder macht sich »a bissl« Sorgen um Impfskeptiker Aiwanger

15.51 Uhr: Mit seinen demonstrativen Zweifeln an Corona-Impfungen stellt sich Freie-Wähler-Chef Hubert Aiwanger nach Ansicht von Ministerpräsident Markus Söder zunehmend ins politische Abseits. »Meine Sorge ist, dass er sich in eine Ecke manövriert, aus der er selber nicht mehr herauskommt«, sagte CSU-Chef Söder am Sonntag im ZDF-Sommerinterview in Nürnberg. Er mache sich »a bissl« Sorge um Aiwanger, der auch bayerischer Wirtschaftsminister in Söders Kabinett ist.

Söder betonte, es gehe dabei nicht um die Frage, ob er sich impfen lassen wolle oder nicht, dies stehe jedem frei. Aber der Sprech dahinter sei problematisch. Wenn Aiwanger etwa von Nebenwirkungen spreche, bei denen ihm »die Spucke wegbleibe« oder er beispielsweise sage, es sei nicht bewiesen, ob die Impfstoffe wirkten. »Da muss man aufpassen«, sagte Söder.

Aiwanger verwende die gleiche Wortwahl wie AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel, sagte Söder und warnte Aiwanger, der wiederum Spitzenkandidat der Freien Wähler für die Bundestagswahl am 26. September ist, »an irgendeinem Rand« nach Wählerstimmen zu fischen. Söder verwies aber darauf, dass Aiwanger im bayerischen Kabinett bisher jeden Beschluss der Anti-Corona-Maßnahmen mitgetragen habe. Er sehe daher keinen Grund, ihn aus dem Kabinett zu entlassen.

Erneuter Lockdown in Teilen Chinas nach Delta-Ausbruch

14.59 Uhr: Die Behörden in China haben angesichts des größten Corona-Ausbruchs seit Monaten drastische Lockdown-Maßnahmen verhängt. Davon waren am Wochenende landesweit mehrere Millionen Menschen betroffen. Die nationale Gesundheitskommission in Peking führt den Anstieg der Infektionsfälle auf die Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante zurück. Am Sonntag meldeten die Behörden landesweit 75 neue Fälle.

Der neue Ausbruch geht nach Einschätzung der chinesischen Gesundheitsbehörden auf einen Infektionsherd in der ostchinesischen Metropole Nanjing zurück, wo Einschränkungen für hunderttausende Menschen gelten. Dort wurden vor knapp zwei Wochen neun Reinigungskräfte am internationalen Flughafen positiv auf das Coronavirus getestet. Seither weitete sich der Ausbruch auf 20 weitere Großstädte in mehr als einem dutzend Provinzen aus. Besonders betroffen ist neben Nanjing die Touristenstadt Zhangjiajie in der Provinz Hunan. Dort gilt seit Freitag eine Ausgangssperre für alle 1,5 Millionen Einwohner. Sämtliche Sehenswürdigkeiten wurden geschlossen.

Peking stellte alle Bahn-, Bus- und Flugverbindungen mit den betroffenen Gebieten vorübergehend ein. Auch Touristen dürfen nicht mehr in die chinesische Hauptstadt einreisen. Zugelassen sind nur noch »unbedingt notwendige« Reisen bei Vorlage eines negativen Testergebnisses.

Olympia-Stadt Tokio registriert erneut mehr als 3000 Corona-Fälle binnen 24 Stunden

13.40 Uhr: In der Olympia-Stadt Tokio liegt die Zahl der Corona-Neuinfektionen am fünften Tag in Serie über der Marke von 3000 Fällen. Die Stadt registrierte am Sonntag innerhalb von 24 Stunden 3058 Neuinfektionen, nachdem am Vortag ein Höchststand von 4058 Fällen registriert erreicht worden war. Am Sonntag sind die Zahlen gewöhnlich niedriger, da weniger getestet wird. Einen Lockdown wie in anderen Ländern hat Japan bisher nicht verhängt. Stattdessen gilt in Tokio und anderen Präfekturen bis 31. August ein Notstand, der nur lockere Maßnahmen vorsieht. So sollen Restaurants und Bars keinen Alkohol ausschenken und früher schließen.

Kritiker verweisen darauf, dass die bisherigen meist unverbindlichen Aufforderungen des Staates nicht mehr greifen. Die Gesellschaft müsse wieder ein »gemeinsames Krisenbewusstsein entwickeln«, um einen Zusammenbruch des Gesundheitssystems zu verhindern, forderte der Mediziner Omi Shigeru, der wichtigste Corona-Berater der Regierung. Die Delta-Variante des Virus sei ein »extrem starker Feind«, sagte Tokios Gouverneurin Yuriko Koike.

Sie wolle die Impfungen von Menschen in ihren 40ern und 50ern beschleunigen, sagte Koike. Im Gegensatz zur jüngeren Generation ist ein Großteil der über 65-Jährigen inzwischen geimpft. Nach einem verspäteten Beginn des Impfprozesses sind bisher erst rund 27 Prozent der japanischen Bevölkerung voll durchgeimpft. Die Behörden in Tokio erwägen jetzt, jüngeren Menschen Impfungen auch ohne vorherige Reservierungen zu ermöglichen. Es gibt aber Klagen über nicht ausreichend Impfstoff.

Hackerangriff auf italienisches Impf-Buchungs-System

12.38 Uhr: Hacker haben die Buchungssoftware lahmgelegt, mit der die italienische Region Lazio Termine für Covid-19-Schutzimpfungen vergibt. Auch die Hauptstadt Rom sei betroffen. »Wir haben es hier mit einem sehr starken Angriff auf unsere Datenbanken zu tun«, verkündete die regionale Verwaltung in einem Facebook-Post . Alle Systeme seien vorerst deaktiviert worden. Durch den Angriff könne es zu Verzögerungen beim Impfprogramm kommen, eine strafrechtliche Untersuchung werde eingeleitet.

Die italienische Regierung hatte, ebenso wie die französische, kürzlich bekannt gegeben, dass ein Immunitätsnachweis künftig für eine Reihe von öffentlichen Aktivitäten verpflichtend sein soll. Die Einführung des »Grünen Passes« sorgte in beiden Ländern für Proteste .

Bundespolizei kontrolliert Reiserückkehrer an Autobahngrenzen und in Zügen

12.12 Uhr: Die Bundespolizei hat am Sonntag erste Kontrollen der verschärften Testpflicht für Reiserückkehrer durchgeführt. »Es erfolgen stichprobenartige Kontrollen. Wir versuchen mit unseren Kräften aber so viele Einreisende wie möglich zu überprüfen«, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Pirna, Holger Uhlitzsch, mit Blick auf die sächsischen Grenzen zu Polen und Tschechien.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: »Die bayerische Grenzpolizei wird in enger Zusammenarbeit mit der Bundespolizei Reiserückkehrer aus dem Ausland im Rahmen der stichprobenartigen Schleierfahndung kontrollieren, um die Einhaltung der verschärften Regeln zu überprüfen«. Dabei werde auch die bayerische Bereitschaftspolizei die Beamten an der Grenze unterstützen. Seit Sonntag  müssen alle Menschen ab zwölf Jahren bei ihrer Einreise nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung, einem Nachweis als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es bisher schon für alle Flugpassagiere. Künftig gilt dies für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

»Der Schwerpunkt der Kontrollen liegt an den Autobahnen und Bundesstraßen sowie an der Zugstrecke Prag-Berlin«, erläuterte Uhlitzsch. An den Grenzen werde aber niemand zurückgeschickt. Die Daten würden erhoben und an das zuständige Gesundheitsamt weitergeleitet. »Wir erheben auch keine Bußgelder, sondern leiten die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit an die zuständigen Behörden weiter«, erklärte der Sprecher der Bundespolizei.

Polizei und Corona-Gegner treffen in Berlin aufeinander

11.50 Uhr: Noch am Samstagabend hatte das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg das Demonstrationsverbot  für mehrere geplante Veranstaltungen der sogenannten Querdenker bestätigt. Wie der Tagesspiegel  mit Berufung auf interne Chatgruppen berichtet, planen diese für den heutigen Sonntag jedoch Guerilla-Aktionen und die Unterwanderung genehmigter Veranstaltungen.

Die Polizei hat am Morgen angekündigt , das Demo-Verbot mit über 2000 Einsatzkräften durchzusetzen. Vereinzelt kam es am Vormittag bereits zu gewaltsamen Auseinandersetzungen  mit Demonstrierenden. Mehrere Hundert Personen hatten unter anderem eine Kreuzung in Westend blockiert. An der Länderallee wurde versucht, eine Polizeisperre zu durchbrechen. Die Polizei bestätigt  den Einsatz von Pfefferspray und körperlicher Gewalt.

London ruft Schwangere wegen Delta-Variante zur Impfung auf

11.05 Uhr: Die britischen Gesundheitsbehörden haben alle Schwangeren aufgefordert, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Einen entsprechenden offenen Brief an schwangere Frauen, Hausärzte und Geburtshelfer veröffentlichte die leitende Hebamme des Gesundheitsdienstes in England, Jacqueline Dunkley-Bent. Sie wies auf eine neue Studie hin, wonach sich bei ungeimpften Schwangeren das Risiko einer schweren Erkrankung erhöht hat, seit die Delta-Variante im Land grassiert.

Der Impfstoff könne Schwangere davor schützen, ins Krankenhaus zu müssen, erklärte Dunkley-Bent in dem am Freitag veröffentlichten Schreiben. Er könne das Leben von Mutter und Kind retten. Die Behörden in England empfehlen Schwangeren seit April, sich mit den Vakzinen von Biontech/Pfizer oder Moderna impfen zu lassen. Doch viele Frauen lehnen eine Impfung es ab, weil sie nach eigenen Angaben befürchteten, dem Baby zu schaden – oder weil sie auf weitere Informationen warteten.

Laut der neuen Studie der Universität von Oxford  ist der Anteil der schwangeren Frauen, die mit einer mittelschweren bis schweren Infektion ins Krankenhaus eingeliefert wurden, seit dem Auftreten der Delta-Variante im Mai »erheblich« gestiegen. 99 Prozent von ihnen waren demnach nicht geimpft, jede zehnte musste intensivmedizinisch behandelt werden.

»Es ist eine sehr gute Nachricht, dass so wenige geimpfte schwangere Frauen mit Covid-19 ins Krankenhaus eingeliefert wurden«, erklärte die Leiterin der in der vergangenen Wochen online veröffentlichten Studie, Marian Knight. »Aber es ist sehr besorgniserregend, dass die Krankenhauseinweisungen von Schwangeren mit Covid-19 zunehmen und dass sie von der Delta-Variante stärker betroffen zu sein scheinen.« Werdende Mütter könnten »beruhigt« sein, versicherte nun Studienleiterin Knight. Der Corona-Impfstoff sei sicher. Von ihm profitierten auch die Babys im Bauch der Mütter, denn an sie würden die Antikörper ebenfalls weitergegeben.

Internationale Organisationen fordern Impfstoff für alle

10.50 Uhr: Vier der wichtigsten internationalen Organisationen haben in einem gemeinsamen Appell mehr Corona-Impfstoff für ärmere Länder gefordert. In den Entwicklungsländern herrsche eine »akute und alarmierende Knappheit« an Vakzinen, erklärten die Weltgesundheitsorganisation (WHO), die Welthandelsorganisation (WTO), der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank. Länder mit großen Impffortschritten sollten dringend Dosen für ärmere Länder freigeben.

»Wir betonen erneut die dringende Notwendigkeit, Covid-19-Vakzine, Tests und Behandlungsmöglichkeiten für Menschen in Entwicklungsländern bereitzustellen«, heißt es in der Erklärung. Die Hersteller von Corona-Impfstoff müssten ihre Produktion erhöhen, um vor allem diesen Ländern mehr Vakzinen zu liefern. Zugleich sollten bestehende Exportbeschränkungen aufgehoben werden.

Laut Nachrichtenagentur AFP wurden weltweit bisher mehr als vier Milliarden Corona-Impfungen verabreicht. In den Ländern, die laut Weltbank-Kriterien die höchsten Einkommen haben, wurden 98,2 Dosen pro hundert Einwohner gegeben. In den 29 ärmsten Ländern der Welt fällt diese Rate auf 1,6 pro hundert Einwohner.

Mehr als 200 schwer erkrankte Covid-19-Patienten in Israel

10.40 Uhr: Erstmals seit April dieses Jahres hat die Zahl der Corona-Schwerkranken in Israel wieder die 200er-Marke überschritten. Von insgesamt 362 Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden, seien 212 schwer erkrankt , teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag in Tel Aviv mit. 37 müssen künstlich beatmet werden. Auf dem Höhepunkt der Pandemie in Israel im Januar hatte die Zahl der Schwerkranken bei etwa 1200 gelegen.

Angesichts steigender Infektionszahlen hat Israel als erstes Land damit begonnen, Menschen über 60 Jahren eine dritte Impfdosis gegen das Coronavirus zu geben. Ein Expertenteam hatte eine solche Auffrischungsimpfung mit dem Biontech-Pfizer-Präparat empfohlen, obwohl es noch keine entsprechende Vorgabe der US-Arzneimittelbehörde FDA gibt.

Fast 58 Prozent der 9,3 Millionen Israelis sind vollständig geimpft. Von den Menschen über 50 Jahren sind es sogar 88 Prozent. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums hat die Effektivität des in Israel verwendeten Biontech/Pfizer-Impfstoffs seit Anfang Juni aber deutlich nachgelassen. Die Zahl der innerhalb eines Tages gemeldeten Corona-Neuinfektionen liegt seit sechs Tagen in Folge bei mehr als 2000.

Corona-Lockerungen: Impfnachweis in Dänemark immer seltener nötig

10:27 Uhr: Trotz vergleichsweiser hoher Infektionszahlen hat Dänemark am Sonntag mehrere Corona-Regeln gelockert. So gibt es etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln keine Kapazitätsgrenzen mehr. Die Pflicht zu zwei Tests pro Woche für Schüler und Studenten wird in eine Empfehlung geändert. Veranstaltungsorte wie Theater und Kinos mit weniger als 500 Zuschauern sowie Museen, Vergnügungsparks und Zoos müssen keinen Impfnachweis oder Test mehr für den Eintritt verlangen.

Auch in Sportstätten ist kein Nachweis mehr nötig, in Fitnessstudios sind allerdings zufällige Kontrollen möglich. Bei Fußballspielen dürfen wieder Auswärtsfans ins Stadion kommen.

Das Leben in Deutschlands nördlichstem Nachbarland lief schon bisher beinahe beschränkungsfrei. Als Datum für weitere Lockerungen ist der 1. September vorgesehen. Dann fallen Beschränkungen fürs Nachtleben: Alkohol darf nachts wieder verkauft werden, Discos können öffnen. Beim Besuch von Restaurants, Festivals oder körpernahen Dienstleistungen sind dann keine Impfnachweise und Tests mehr nötig. Am 1. Oktober soll der Corona-Pass genannte Nachweis dann ganz auslaufen.

2097 Neuinfektionen – Inzidenz steigt auf 17,5 an

9:11 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen  lag sie bei 17,5 – am Vortag hatte der Wert 16,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen einem Tag 2097 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1548 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.771.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.654.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.659.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Israel beginnt mit dritter Coronaimpfung für ältere Menschen

8.15 Uhr: In Israel können sich ab Sonntag alle Menschen ab 60 zum dritten Mal gegen das Coronavirus impfen lassen, wenn ihre zweite Impfung mindestens fünf Monate zurückliegt. Ab Sonntag erlaubt sind zudem Impfungen von Kindern im Alter zwischen fünf und elf Jahren mit besonders hohem Risiko, bei einer Infektion schwer zu erkranken oder zu sterben. Kindern ab zwölf Jahren stehen die Impfungen bereits seit Anfang Juni offen.

Trotz einer intensiven Impfkampagne steigt auch in Israel die Zahl der Neuinfektionen wieder an. Deshalb hatte sich die Regierung zu dem Alleingang bei den Auffrischungsimpfungen mit dem Mittel von Biontech/Pfizer entschlossen. Trotz der steigenden Infektionszahlen dürfen aber geimpfte Touristen ab Sonntag wieder nach Israel einreisen.

Entwicklungsminister will mehr Impfdosen an ärmere Länder abgeben

8.12 Uhr: Angesichts des schleppenden Impftempos in Deutschland will Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) mehr Impfstoff an Entwicklungsländer abgeben. »Die Abgabe von überschüssigen Impfdosen ist der schnellste Weg, die weltweite Impfkampagne voranzubringen«, sagte der Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Sonntagsausgaben). Müller erinnerte an die Zusage der Bundesregierung, ärmeren Ländern bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Impfstoffdosen zur Verfügung zu stellen.

»Diese Menge sollten wir schrittweise weiter aufstocken, weil inzwischen in Deutschland ausreichend Impfstoff verfügbar ist«, forderte der Minister. Es sei »nicht nachvollziehbar, wenn bei uns Impfdosen verfallen, die in anderen Ländern dringend gebraucht werden«.

Im Hinblick auf den Kauf von riesigen Mengen an Impfstoff durch reiche Länder warnte Müller: »Die Welt darf nicht gespalten werden in Länder, die sich mit hohen Impfraten schnell wirtschaftlich erholen können, und solche, die dem Virus schutzlos ausgeliefert bleiben.« Einige Länder hätten sich bis zu achtmal mehr Impfdosen gesichert, als sie für ihre Bevölkerung benötigten.

In Afrika seien bislang weniger als zwei Prozent der Menschen vollständig gegen Covid-19 geimpft, sagte Müller den Zeitungen. Drängend sei die Lage auch in Lateinamerika und in asiatischen Ländern. Nur eine weltweite Impfkampagne sei ein Weg aus der Krise.

Seehofer kündigt Bußgelder für Testverweigerer an

7.19 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will die seit diesem Sonntag geltende Coronatestpflicht für Reiserückkehrer mit engmaschigen Kontrollen durchsetzen. »Bei Einreisen aus Ländern außerhalb der EU, an den Flug- und Seehäfen wird jeder kontrolliert, ohne Ausnahme«, sagte Seehofer der »Bild am Sonntag«. An den Binnengrenzen werde nur stichprobenartig kontrolliert, um kilometerlange Staus im Urlaubsverkehr zu verhindern. Bei Verstößen drohten aber »empfindliche Bußgelder«.

Der CSU-Politiker sprach sich mit Nachdruck gegen die Einführung einer allgemeinen oder teilweisen Impfpflicht aus. »Wir sollten die Bevölkerung nicht mit dem ständigen Gerede über eine mögliche Impfpflicht verunsichern«, sagte er. Die Impfung müsse für alle freiwillig bleiben. Dies gelte auch etwa für Mitarbeiter im Gesundheitswesen. »Ich hielte es für fatal, wenn man wegen fehlender Impfung vom Arbeitgeber oder einer Versicherung benachteiligt würde«, sagte Seehofer.

Gesundheitsminister wollen laut Bericht Kinderimpfungen beschließen

6.45 Uhr: Die Bundesregierung und die Gesundheitsminister der Länder wollen einem Medienbericht zufolge bei der Gesundheitsministerkonferenz am Montag Impfungen für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beschließen. Wie die »Bild am Sonntag« unter Berufung auf einen Beschlussentwurf für die Konferenz berichtete, sollen die Impfungen den Plänen zufolge in Impfzentren, bei Haus-, Kinder- und Betriebsärzten erfolgen.

Wie die Zeitung weiter berichtete, wollen die Länder jungen Erwachsenen in Universitäten, Berufsschulen und Schulen Impfungen anbieten. »Dies kann maßgeblich zu einem sichereren Start in den Lehr- und Lernbetrieb nach den Sommerferien beitragen«, zitierte die »Bild am Sonntag« aus dem Entwurf.

Das Papier sieht dem Bericht zufolge auch Auffrischungsimpfungen für Risikogruppen vor, die bereits in wenigen Wochen beginnen sollen. Ab September sollen vor allem ältere Menschen, Pflegebedürftige und Menschen mit geschwächtem Immunsystem ein drittes Mal geimpft werden.

Vollständig Geimpfte, die mit einem Vektorvirenimpfstoff geimpft wurden, sollen der Zeitung zufolge die Möglichkeit bekommen, sich beim dritten Mal mit der mRNA-Vakzine der Hersteller Pfizer und Biontech impfen zu lassen. Für Pflegeeinrichtungen und Altenheime sollen dafür wieder mobile Impfteams eingesetzt werden.

Zuletzt hatten sich führende SPD-Politikerinnen und -Politiker für mehr Impfungen gegen das Coronavirus bei jungen Menschen ausgesprochen. »Die Infektion selbst mag bei den meisten Kindern und Jugendlichen harmlos verlaufen. Doch auch bei ihnen gibt es die Gefahr von Long Covid«, sagte die Co-Parteivorsitzende Saskia Esken.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt die Impfung für 12- bis 17-Jährige bislang nicht generell, sondern nur für Risikogruppen. Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hat die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna aber bereits für diese Altersgruppe freigegeben. Mit dem Einverständnis ihrer Eltern können die Kinder und Jugendlichen sich deshalb bereits impfen lassen.

2097 Neuinfektionen – Inzidenz steigt weiter an

4.32 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt weiter kontinuierlich an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Sonntagmorgen  lag sie bei 17,5 – am Vortag hatte der Wert 16,9 und beim jüngsten Tiefststand am 6. Juli 4,9 betragen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen einem Tag 2097 Corona-Neuinfektionen. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1548 Ansteckungen gelegen.

Die Inzidenz war in der Pandemie bisher Grundlage für viele Corona-Einschränkungen, etwa im Rahmen der Ende Juni ausgelaufenen Bundesnotbremse. Künftig sollen daneben nun weitere Werte wie Krankenhauseinweisungen stärker berücksichtigt werden.

Deutschlandweit wurde den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden ein Todesfall verzeichnet. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 3.771.262 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.654.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 91.659.

Vietnam verlängert Lockdown

0.01 Uhr: Vietnam verlängert die strikten Bewegungseinschränkungen in Ho-Chi-Minh-Stadt und weiteren 18 Städten und Provinzen im gesamten Süden für weitere zwei Wochen. Das teilte die Regierung mit. Ursprünglich hatten die Regelungen am Montag auslaufen sollen.

Nachdem das Virus für einen Großteil der Pandemie erfolgreich eingedämmt worden ist, sieht sich Vietnam mit einer schnellen Ausbreitung von Infektionen konfrontiert. Für etwa ein Drittel des Landes wurden Bewegungseinschränkungen verhängt. Insgesamt wurden in dem Land 145.000 Fälle und 1.306 Todesfälle registriert – 85 Prozent davon im letzten Monat.

bbr/kry/mak/hej/mjm/Reuters/dpa/AFP
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.