+++ Corona-News am Sonntag +++ Geimpfte Amerikaner sollen laut von der Leyen im Sommer in die EU einreisen dürfen

Die Tourismusbranche leidet unter der Coronakrise, die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen macht in einem Interview nun Hoffnung für den Sommer. Und Länder wie die USA haben Indien ihre Hilfe angeboten. Das war der Überblick am Sonntag.
Ursula von der Leyen

Ursula von der Leyen

Foto: POOL / REUTERS

Nichts mehr verpassen: Für die neuesten Entwicklungen und wichtigsten Hintergründe abonnieren Sie unseren Coronavirus-Newsletter.

Geimpfte Amerikaner sollen laut von der Leyen im Sommer in die EU einreisen dürfen

23.38 Uhr: Geimpfte Amerikaner sollen im Sommer in die Europäische Union reisen dürfen. Das sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in einem Interview der »New York Times« . »Die Amerikaner verwenden, soweit ich es sehe, von der Europäischen Arzneimittelagentur (Ema) zugelassene Impfstoffe. (...) Alle 27 Mitgliedstaaten werden bedingungslos alle akzeptieren, die mit Impfstoffen geimpft sind, die von der Ema zugelassen sind«, sagte von der Leyen.

Die USA seien auf einem guten Weg und würden große Fortschritte auf dem Weg zur Herdenimmunität machen, sagte von der Leyen der Zeitung. Die Europäische Kommission wird den Mitgliedstaaten die Änderung der Reiserichtlinie empfehlen, eine Handhabe hat sie jedoch nicht unmittelbar. So können die Länder selbst strengere Grenzen beibehalten, auch für Einreisende, die Impfzertifikate vorlegen können. Angesichts der Millionen amerikanischen Touristen und der unter der Coronakrise leidenden Tourismuswirtschaft scheint eine Öffnung für geimpfte US-Bürger jedoch lukrativ.

In den USA wurden nach offiziellen Angaben bereits mehr als 225,6 Millionen Impfdosen verabreicht, 28 Prozent der Gesamtbevölkerung sind vollständig geimpft. 81,3 Prozent der Bevölkerung im Alter von 65 Jahren oder älter haben bereits mindestens eine Impfdosis erhalten. Mittlerweile ist jeder Amerikaner ab einem Alter von 16 Jahren berechtigt, einen Impftermin zu vereinbaren. Die Amerikaner sind Europa beim Impfen wesentlich voraus, das liegt unter anderem daran, dass sich die USA in Verhandlungen mit Impfherstellern frühzeitig große Mengen an Impfdosen sicherten.

Slowakei verlängert Notstand

22.20 Uhr: Die slowakische Regierung will den seit 1. Oktober geltenden Corona-Notstand verlängern. Der Notstand ermögliche der Regierung die Annahme von Maßnahmen, die Leben und Gesundheit retten könnten, sagte Ministerpräsident Eduard Heger dem Nachrichtensender TA3. Derzeit gilt der Notstand in der Slowakei bis zum 28. April. Er erlaubt den Behörden unter anderem die Zwangsrekrutierung und -verlegung von Gesundheitspersonal sowie das Verhängen von Ausgangssperren.

Das Land hatte am Montag nach vier Monaten Lockdown erstmals die Öffnung der meisten Geschäfte und Dienstleistungsbetriebe erlaubt, allerdings unter Auflagen wie Personenbeschränkung, Mund-Nasen-Schutz und verpflichtenden Corona-Tests für Kunden und Personal. Die zaghaften Lockerungen ermöglichte ein Rückgang der Corona-Neuinfektionen: Nach offiziellen Angaben von Sonntag gab es 1728 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, im gleichen Zeitraum starben 37 Menschen. Die Slowakei hat rund 5,5 Millionen Einwohner.

95 Millionen Menschen in den USA vollständig geimpft

21.31 Uhr: In den USA sind inzwischen fast 95 Millionen Menschen vollständig geimpft, wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte. Insgesamt seien mehr als 290 Millionen Dosen ausgeliefert und fast 229 Millionen verabreicht worden. Rund 140 Millionen Menschen seien mindestens einmal geimpft worden. In den USA leben 328 Millionen Menschen.

Mehrere Länder bieten Indien Hilfe in Coronakrise an

20.34 Uhr: Angesichts der dramatischen Zuspitzung der Corona-Pandemie in Indien haben verschiedene Länder konkrete Hilfen in Aussicht gestellt. Nach Deutschland oder Großbritannien kündigten das nun auch die USA an. Neben spezifischen Rohmaterialien für die Herstellung des Impfstoffs von AstraZeneca, der in Indien unter dem Namen Covishield produziert wird, werden die Vereinigten Staaten dem Land »sofort« Medikamente, Schnelltests, Beatmungsgeräte und Schutzausrüstung zur Verfügung stellen, wie das Weiße Haus mitteilte. Zuvor hatten US-Sicherheitsberater Jake Sullivan und sein indischer Amtskollege Ajit Doval telefoniert. Auch bei der Versorgung mit Sauerstoff soll Indien unterstützt werden.

Zuvor hatte das britische Außenministerium mitgeteilt, dringend benötigte Beatmungsgeräte und andere medizinische Ausrüstung zur Verfügung zu stellen. Demnach werden dem Land mehr als 600 wichtige medizinische Gerätschaften geschickt. Das Hilfspaket besteht demnach aus 140 Beatmungsgeräten und 495 Sauerstoffkonzentratoren aus überschüssigen Beständen. Die erste Teillieferung soll bereits am frühen Dienstag in Neu-Delhi eintreffen, weitere im Laufe der Woche folgen.

Selbst Indiens Erzrivale Pakistan bot die Lieferung medizinischer Güter. Als eine »Geste der Solidarität« mit der indischen Bevölkerung wolle man Beatmungsgeräte, digitale Röntgengeräte, Schutzkleidung und andere Ausrüstung bereitstellen, wie das pakistanische Außenministerium mitteilte. Beide Länder haben bereits mehrere Kriege gegeneinander geführt, zuletzt gab es aber immer wieder versöhnlichere Töne zwischen den rivalisierenden Nachbarstaaten.

Indien verzeichnet seit Tagen immer wieder Höchstwerte an Corona-Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums vom Sonntag 349.691 neue Fälle verzeichnet. Dies ist zugleich ein weltweiter Tageshöchstwert. 2767 Menschen starben nach einer Corona-Infektion. Dies ist die bisher höchste erfasste Todeszahl an einem Tag in Indien. Den vierten Tag in Folge wurden mehr als 300.000 Neuinfektionen und über 2000 Tote registriert. Die Dunkelziffer dürfte deutlich höher liegen.

Impfzentren in NRW sollen Überbuchungen zulassen

18.01 Uhr: Angesichts vieler versäumter Impftermine sollen die Impfzentren in Nordrhein-Westfalen künftig Überbuchungen zulassen. Das berichtet die »Rheinische Post« unter Berufung auf das NRW-Gesundheitsministerium. Die Impfzentren seien im jüngsten Impferlass gebeten worden, Überbuchungen von zehn Prozent zuzulassen.

In Städten wie Köln habe es zuletzt Klagen gegeben, dass viele zuvor vereinbarte Impftermine ohne Angabe von Gründen nicht eingehalten worden seien. Das könne zur Folge haben, dass Impfdosen am Ende verfielen. Genaue Zahlen zu den Restdosen lägen dem NRW-Gesundheitsministerium aber nicht vor.

Spahn erwartet kommende Woche erstmals mehr als zwei Millionen Impfungen in Arztpraxen

17.26 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechnet in der Woche ab dem 26. April mit mehr als zwei Millionen Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen. In der darauffolgenden Woche Anfang Mai sollen es bereits mehr als drei Millionen sein, wie es in einer Vorlage des Gesundheitsministeriums für den Impfgipfel von Bund und Ländern am Montag heißt, der am Sonntag bekannt wurde.

Demnach haben die Hersteller für das zweite Quartal insgesamt 80 Millionen Impfdosen zugesagt. Davon entfallen 50 Millionen Dosen auf Biontech/Pfizer. Die auf Kalenderwochen bezogenen Lieferpläne bis Ende Juni lägen bisher aber nur von Biontech und Moderna vor.

Die Lieferdaten und -mengen von AstraZeneca sowie von Johnson & Johnson werden den Angaben zufolge aktuell nur mit sehr kurzer Frist angekündigt. Dies stelle alle Beteiligten vor »logistische Herausforderungen«.

Wie zwischen Bund und Ländern vereinbart, erhielten die Länder im Mai und Juni für den Betrieb der Impfzentren wöchentlich kontinuierlich 2,25 Millionen Dosen von Moderna und Biontech sowie zusätzlich die angemeldeten Bedarfe für noch ausstehende Zweitimpfungen mit AstraZeneca.

Seit der zweiten Aprilwoche werden den Angaben zufolge »in einem eingespielten planerischem und logistischen Ablauf zwischen Bund, pharmazeutischem Großhandel, Apotheken und niedergelassenen Ärzten« zum Anfang einer Woche mindestens eine Million Dosen an die Arztpraxen geliefert und dort innerhalb der Woche verimpft. Mittlerweile beteiligen sich mehr als 65.000 Ärztinnen und Ärzte an der Impfkampagne.

Moskau verspricht Älteren Geschenkkarten als Impfanreiz

16.11 Uhr: Russlands Hauptstadt Moskau will ältere Impfskeptiker mit Geschenkkarten von einer Immunisierung gegen das Coronavirus überzeugen.

Über 60-Jährige können nach ihrer ersten Injektion einen Gutschein im Wert von 1000 Rubel (circa 11 Euro) erhalten und ihn in ausgewählten Geschäften, Apotheken und Cafés einlösen, wie Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin am Sonntag auf seinem Blog schrieb. Die Menschen müssen sich demnach im Internet registrieren, um von der mit Unternehmensspenden finanzierten Aktion zu profitieren.

Russland hat bereits im Dezember mit Massenimpfungen begonnen, doch viele Menschen zögern noch immer. Auch viele Alte sind skeptisch, ob der russische Corona-Impfstoff Sputnik V sicher ist. Jüngsten Angaben zufolge haben im größten Land der Erde erst knapp fünf Prozent der Bevölkerung beide Injektionen bekommen. Während es aus Regionen teils Berichte über Impfstoffmangel gibt, kann man sich in Moskau das Vakzin sogar in Einkaufszentren spritzen lassen.

In der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole sind laut Bürgermeister Sobjanin bislang rund 400.000 ältere Menschen geimpft. In der Stadt verteilt hängen Plakate, die gezielt über 60-Jährige zur Immunisierung aufrufen. Nach einem harten Lockdown im vergangenen Frühjahr wurden Moskauer dieser Altersgruppe noch monatelang dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

EU rechnet mit Herdenimmunität bis Mitte Juli

15.20 Uhr: Die Europäische Union wird genug Impfstoff produzieren, um die Immunität der erwachsenen Bevölkerung bis Mitte Juli erreichen zu können. Das sagte EU-Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton der griechischen Wochenzeitung »To Vima«.

»Wir sind zuversichtlich, genug Impfstoff zu produzieren, um eine Herdenimmunität zu erreichen«, sagte Breton. Dafür müssten 70 Prozent der Bürgerinnen und Bürger geimpft sein.

Breton sagte, die Produktion von Impfstoff in der EU verdoppele sich jeden Monat. Ende des Jahres werde eine Produktionskapazität von drei Milliarden Impfeinheiten pro Jahr erreicht.

Die Europäische Kommission hatte vor wenigen Tagen angekündigt, kurz vor dem Abschluss der weltgrößten Impfstoff-Bestellung  mit Biontech/Pfizer zu stehen. Allein im zweiten Quartal würden 400 Millionen weitere Impfdosen erwartet. »Die Mitgliedsstaaten müssen bereit sein, ihr Impftempo zu erhöhen«, sagte Breton.

NRW will an allen Grund- und Förderschulen »Lolli-Tests« anbieten

14.42 Uhr: Nordrhein-Westfalen will bis Mitte Mai an allen Grund- und Förderschulen im Land sogenannte Lolli-Tests zum Erkennen von Corona-Infektionen anbieten. Das sagte Schul-Staatssekretär Mathias Richter der »Westdeutschen Allgemeinen Zeitung« .

Der Umfang sei gewaltig. »Wir reden hier über fast 735.000 Kinder, dafür benötigen wir derzeit Laborkapazitäten für rund 35.000 Tests am Tag«, erklärte er.

Bei der sogenannten Lolli-Methode muss kein Stäbchen in die Nase oder tiefer in den Rachen geführt werden. Kinder lutschen stattdessen 30 Sekunden lang an einem Abstrichtupfer – dem »Lolli«. Die Tupfer werden danach in einem Labor ausgewertet. Es handelt sich um PCR-Tests, die beim Erkennen von Infektionen mit dem Coronavirus als sehr genau gelten. In Köln sind die Tests bereits in Kitas und Schulen im Einsatz.

Nordrhein-Westfalen sei nun das erste Bundesland, das damit beginne. Dass sie bislang noch nicht in ganz NRW verfügbar sind, hänge mit der komplexen Logistik zusammen, erklärte Staatssekretär Richter. Man brauche dafür etwa ein Dutzend geeignete Labore, ein sicheres Logistikkonzept und eine verlässliche Materialbeschaffung. »Über 400 Routen müssen täglich abgefahren, Proben eingesammelt, in die Labore gebracht und ausgewertet werden«, erläuterte er der »WAZ«.

Corona-Lockerungen in Italien – Außengastronomie und Museen öffnen

14.21 Uhr: Ab Montag wollen Restaurants und Bars in vielen Regionen Italiens ihre Außengastronomie öffnen und Kulturstätten wieder Besucher empfangen. In Rom öffnen zahlreiche Museen, wie der Palazzo Barberini mit seiner bedeutenden Kunstsammlung, die Trajansmärkte und auch die berühmte Ausgrabungsstätte der antiken Rennstätte Circus Maximus, wie die Stadt mitteilte.

Venedigs Oper La Fenice will ab Montag wieder Zuschauer einlassen, und die Uffizien in Florenz wollen schrittweise, beginnend mit dem Boboli-Garten, öffnen. Ab Dienstag sollen Besucher auch wieder den Archäologiepark der in der Antike bei einem Vulkanausbruch zerstörten Stadt Pompeji besuchen können.

Der Circus Maximus in Rom soll bald wieder für Besucher geöffnet werden

Der Circus Maximus in Rom soll bald wieder für Besucher geöffnet werden

Foto: ALBERTO PIZZOLI/ AFP

Die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche einen Fahrplan für schrittweise Lockerungen der Corona-Beschränkungen beschlossen. Die Öffnungen in Gastronomie und Kulturbereich gelten demnach in den Gelben Zonen mit einem moderaten Infektionsgeschehen. Dazu zählen ab Montag insgesamt 15, darunter die Lombardei mit der Metropole Mailand, Latium mit der Hauptstadt Rom, die Autonome Provinz Bozen-Südtirol und die Urlaubsregion Toskana.

Für Streit in der Regierung sorgt unterdessen das nächtliche Ausgangsverbot von 22 Uhr bis 5 Uhr morgens. Die mitregierende Lega des früheren Innenministers Matteo Salvini forderte, diese später beginnen zu lassen. Mit den Lockerungen können mehr Kinder zum Präsenzunterricht kommen. Außerdem ist in den Gelben Zonen Sport im Freien in Gruppen wieder erlaubt.

Dem Plan zufolge sollen ab dem 15. Mai Schwimmbäder wieder öffnen. Beginnend mit dem 1. Juni darf die Gastronomie ihre Gäste demnach auch drinnen bewirten und die Menschen können in Fitnessstudios trainieren. Mit Blick auf die Fußball-EM sollen ab Juni wieder begrenzt Fans in Stadien erlaubt sein.

Weltärzte-Präsident fordert Schutzmaßnahmen gegen indische Corona-Mutante

13.58 Uhr: Angesichts der rasant steigenden Coronazahlen und einer neuen Virusmutation in Indien hat Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery umfassende Schutzmaßnahmen gefordert.

Die indische Mutante sei offenbar »ansteckender und im Krankheitsverlauf schlimmer« als bisher bekannte Virusvarianten, sagte er der »Rheinischen Post« . »Daher sind alle Maßnahmen der Kontakteinschränkung gegenüber potenziell hiermit Infizierten gerechtfertigt.«

Neben Flug- und Einreiseverboten sowie strengen Quarantäneauflagen für Heimkehrer aus dem Risikogebiet rief Montgomery auch zu Hilfsangeboten für Indien auf. »Die indischen Krankenhäuser sind überfüllt. Es gibt keinen Sauerstoff zur Beatmung mehr, und viele Menschen sterben, ohne eine Behandlung erhalten zu haben«, sagte er der Zeitung. Es sei »in unser aller Interesse«, die Infektionslage so schnell wie möglich in den Griff zu bekommen.

Montgomery verwies auf die jüngste Vorstandssitzung des Weltärztebundes, bei der eine Notfall-Resolution verabschiedet wurde. Darin fordert der Weltärztebund die internationale Staatengemeinschaft auf, Länder wie Indien und Brasilien mit Hilfen zu unterstützen, darunter mit Sauerstoff, Medikamenten und Schutzausrüstung. »Die Pandemie wird nicht enden, bis wir Covid in jeder Nation bekämpfen, und jetzt ist es Zeit für globale Kooperation, Solidarität und Unterstützung füreinander«, heißt es in der Resolution.

Deutschland kündigt Corona-Nothilfen für Indien an

13.25 Uhr: Angesichts der dramatischen Corona-Lage in Indien hat Deutschland Nothilfen für das Land angekündigt. »Deutschland steht Seite an Seite in Solidarität mit Indien. Wir bereiten so schnell wie möglich eine Unterstützungsmission vor«, erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag in Berlin nach Angaben ihres Sprechers Steffen Seibert. »Der Kampf gegen die Pandemie ist unser gemeinsamer Kampf.«

Aus Indien wurden am Sonntag fast 350.000 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, landesweit fehlt es an Medikamenten und medizinischem Sauerstoff. Die Regierung in Neu-Delhi hatte bereits am Freitag mitgeteilt, dass eine Lieferung von 23 Anlagen zur Aufbereitung von Sauerstoff aus Deutschland geplant sei.

Für den zuletzt massiven Anstieg der Infektionszahlen in Indien werden eine doppelte Mutation des Coronavirus sowie religiöse, politische und sportliche Massenveranstaltungen verantwortlich gemacht. Zahlreiche Länder, darunter Deutschland und Großbritannien, haben Einreisen aus dem Land vorläufig gestoppt.

Erster Fall mit indischer Doppelmutante in der Schweiz

12.45 Uhr: In der Schweiz wurde der erste Fall einer Infektion mit der »Doppelmutante« aus Indien nachgewiesen. Die Gesundheitsbehörde teilt mit, es handele sich um einen Passagier, der nicht direkt aus Indien, sondern über Transitflughäfen in die Schweiz eingereist sei. Deutschland hat die Einreise aus Indien weitestgehend gestoppt. Bereits am Donnerstag hatten die belgischen Behörden den Nachweis der Coronavariante bei einer 20-köpfigen indischen Studentengruppe gemeldet, die über einen Zwischenstopp in Paris nach Belgien gekommen war.

Impfzentrum in Niedersachsen: Mitarbeiterin spritzt Kochsalzlösung statt Impfstoff

12.25 Uhr: Gegen eine Mitarbeiterin des DRK-Kreisverbandes Jeverland e.V. wurden Ermittlungen wegen möglicher Körperverletzung aufgenommen. Wie die Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland mitteilt , habe die Frau am 21. April in sechs Fällen den BioNTech-Impfstoff durch eine Kochsalzlösung ausgetauscht.

Die Frau hatte demnach im Impfzentrum Friesland die Aufgabe, die Spritzen vorzubereiten. Sie gab der Polizei gegenüber an, eine zu Boden gefallene Ampulle mit der Kochsalzlösung ersetzt zu haben. Sie habe ihre Kollegen nicht über die zerbrochene Ampulle informieren wollen, so die Frau. Später beichtete sie einer Kollegin von ihrer Tat, die einen Mitarbeiter des Landkreises informierte. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg prüft nun, ob der Fall strafrechtlich relevant ist.

Für die sechs Betroffenen bestehe durch die Kochsalzlösung keinerlei Gesundheitsgefährdung. Allerdings konnte bisher nicht nachvollzogen werden, welche der Personen, die am entsprechenden Tag bis mittags geimpft wurden, eine der sechs Spritzen erhalten haben. Der Landkreis Friesland kontaktiert daher ab Sonntag die möglicherweise Betroffenen. Es handelt sich um insgesamt 200 Personen. Sie erhalten einen Antigentest, um festzustellen, ob die BioNTech-Impfung erfolgt ist. Zudem hat der Landkreis ein Bürgertelefon eingerichtet.

Landrat Sven Ambrosy zeigte sich entsetzt: »Dieser Fall ist zutiefst schockierend und für mich hat jetzt oberste Priorität, die betroffenen Bürgerinnen und Bürger zu kontaktieren und zu verhindern, dass solch ein Vorfall wieder möglich wird.« Er habe im Impfzentrum nun ein Vier-Augen-Prinzip vorgegeben, sodass ab sofort immer zwei Personen beim Umgang mit den Impfdosen und Aufziehen der Spritzen beteiligt sind.

Erneut Sicherheitslücke bei Corona-Schnelltests

12.01 Uhr: Aufgrund einer Sicherheitslücke in einer Schnelltest-Software konnten Unbefugte erneut auf Testergebnisse und andere sensible Informationen zugreifen. Wie der »Tagesspiegel« berichtete , können etwa an zwei Berliner Testzentren die Daten von mehr als 6000 Registrierungen seit Anfang April abgerufen werden, darunter sensible Angaben wie Adresse und Geburtsdatum.

Nach Recherchen der Zeitung nutzen auch viele andere Teststationen beispielsweise in Hamburg, Düsseldorf, Stuttgart, Würzburg oder Heidelberg die fehlerhafte Software des Betreibers Innofabrik aus Haßloch (Rheinland-Pfalz).

Die Sicherheitslücke sei am Samstag »innerhalb kürzester Zeit« behoben worden, erklärte Innofabrik-Geschäftsführer Dennis Messer am Sonntag der dpa. Er bedauere den Fehler zutiefst, »Datenschutz nimmt bei uns eine sehr hohe Priorität ein«.

Bei einer stichprobenartigen Prüfung des »Tagesspiegel« in 13 Teststationen, die nach ersten Recherchen der Zeitung die Software von Innofabrik nutzen, sei am Samstag auch der Abruf fremder Daten möglich gewesen. Laut der Zeitung geht es um insgesamt mehr als 45.000 Termindaten. Messer geht dagegen von einem deutlich geringeren Wert aus: »Die genaue Zahl müssen wir noch prüfen«, sagte er.

In den vergangenen Wochen kam es wiederholt zu Schwachstellen in der Software von Corona-Schnelltestanbietern. Mitte März war beispielsweise bei der Firma 21DX und ihrem Dienstleister Medicus Ai eine Sicherheitslücke entdeckt worden, über die Daten von rund 130.000 Betroffenen abgerufen werden konnten.

Volkswirte: Boom könnte vor der Tür stehen

11.35 Uhr: Dank der starken Nachfrage aus den USA und China nach Industrieprodukten Made in Germany hält sich die Konjunktur in Deutschland trotz des anhaltenden Corona-Lockdowns wacker. Während die Dienstleistungsbranche weiter darbt, brummt die Industrie derzeit wie zuletzt vor der Corona-Krise.

Volkswirte führender Wirtschafts- und Finanzorganisationen gehen bis zum Ende der Lockdown-Maßnahmen weiter von einer zweigeteilten Konjunktur aus, wie eine dpa-Umfrage ergab.

Sobald die Pandemie unter Kontrolle ist, könnte es sogar zu einem regelrechten Boom kommen. »Wir erwarten eine kräftige Erholung im zweiten Quartal. Die Auslandsnachfrage vor allem aus China und den USA treibt jetzt schon die positive Entwicklung in der Industrie«, sagte die »Wirtschaftsweise« Veronika Grimm.

»In den USA gingen die Einzelhandelsumsätze nach der Wiedereröffnung um fast zehn Prozent nach oben«, sagte Katharina Utermöhl von der Allianz-Gruppe. Auch auf dem deutschen Dienstleistungssektor gebe es erste Anzeichen für eine Frühjahrsbelebung. »Man begibt sich in die Startlöcher«, sagte Utermöhl.

»In den nächsten Monaten kommt es darauf an, die Weichen für einen erfolgreichen Aufschwung zu stellen«, sagte Fritzi Köhler-Geib, Chefvolkswirtin der staatlichen KfW-Gruppe. Allerdings kommen auch warnende Stimmen – die Pandemie dürfe nicht vorschnell ad acta gelegt werden.

»Wenn wir nicht weitere Maßnahmen ergreifen, wird es zu einem ›Jojo-Effekt‹ kommen«, warnte Grimm. »Es braucht mehr als die Notbremse, um die Infektionszahlen in den Griff zu bekommen. Es braucht den Impffortschritt und es braucht die Testpflicht in den Betrieben, die man konsequent umsetzen sollte«, sagte die Professorin der Universität Erlangen-Nürnberg.

Grimm befürchtet langfristig negative Auswirkungen auf die Wirtschaft durch die von der Pandemie angerichtete Bildungsmisere. »Was wir aktuell an Bildung vernachlässigen, die Schüler, die wir verlieren, das wird uns noch einige Zeit beschäftigen und langfristig signifikante Effekte auf das Wachstum haben«, betonte sie.

Zahl der Todesopfer nach Brand in Iraker Krankenhaus steigt auf 82

11.02 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach dem Brand auf der Corona-Station eines Krankenhauses in Bagdad ist nach offiziellen Angaben noch höher als zuvor gedacht. 82 Menschen seien beim Vorfall in der irakischen Hauptstadt ums Leben gekommen und 110 weitere verletzt worden, teilte das Innenministerium der staatlichen Agentur INA zufolge am Sonntag mit.

Kurz zuvor hatte ein Mitglied der vom Parlament gewählten irakischen Menschenrechtskommission noch von 58 Toten gesprochen. Die Kommission bezeichnete den Vorfall als »Verbrechen gegen Patienten«, die in dem Krankenhaus nach ihrer Corona-Infektion Schutz gesucht hätten. »Im Ergebnis wurden sie verbrannt, statt sich zu erholen«, teilte die Kommission mit.

Wie genau es zum Brand im Al-Khatib-Krankenhaus im Süden von Bagdad kam, blieb zunächst unklar.

Rettungskräfte stehen vor dem Al-Khatib-Krankenhaus in Bagdad

Rettungskräfte stehen vor dem Al-Khatib-Krankenhaus in Bagdad

Foto: AP / dpa

#allemalneschichtmachen statt #allesdichtmachen – Ärztin übt Kritik

10.44 Uhr: In der Debatte über die Aktion #allesdichtmachen wird die Kritik an den prominenten Teilnehmern immer lauter. Unter #allemalneschichtmachen kritisierten zahlreiche Nutzer im Netz die Aktion als zynisch und nicht konstruktiv.

Die Notärztin und Bloggerin Carola Holzner – im Netz bekannt als »Doc Caro« – rief die an der Aktion beteiligten Künstler dazu auf, mal für eine Schicht im Rettungsdienst oder auf einer Intensivstation mitzuarbeiten. »Ihr habt eine Grenze überschritten«, sagte Holzner, Leitende Oberärztin am Universitätsklinikum Essen, zur Aktion #allesdichtmachen am Samstagabend in einem Instagram-Video. »Und zwar eine Schmerzgrenze all jener, die seit über einem Jahr alles tun.«

Unter dem Motto #allesdichtmachen hatten Dutzende Film- und Fernsehschauspieler, darunter Jan Josef Liefers, Heike Makatsch und Volker Bruch, mit Clips die Corona-Politik der Bundesregierung kommentiert. Nach heftiger Kritik und teils Zustimmung aus dem rechten Lager distanzierten sich einige Teilnehmer später von ihren Beiträgen.

GEW fordert vorgezogene Impfungen für alle Lehrer

10.06 Uhr: Die Bildungsgewerkschaft GEW fordert eine vorgezogene Impfung für sämtliche Lehrerinnen und Lehrer. »Wer öffnet, muss impfen«, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Marlis Tepe, den Zeitungen der Funke Mediengruppe  mit Blick auf den in der Bundes-Notbremse festgelegten Inzidenzwert von 165.

Wenn Schulen bis zu diesem Wert geöffnet bleiben müssten, sei es notwendig, alle Lehrkräfte in die Impf-Priorisierungsgruppe zwei vorzuziehen, forderte Tepe. »Nur so kann der Gesundheitsschutz der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern gesichert werden.«

Bisher seien nur Lehrkräfte an Grund- und Förder-, beziehungsweise Sonderschulen in der Impf-Priorisierungsgruppe zwei eingeordnet, sagte Tepe. Alle anderen Lehrkräfte an allgemein- und berufsbildenden Schulen seien in der Gruppe drei.

Die Corona-Notbremse schreibt fest, dass bei mehr als 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen an drei aufeinanderfolgenden Tagen der Wechselunterricht ab dem übernächsten Tag Pflicht wird.

Ab einem Wert von 165 wird ab dem übernächsten Tag der Präsenzunterricht in Schulen, Berufsschulen, Hochschulen, Einrichtungen der Erwachsenenbildung und ähnlichen Einrichtungen verboten. Ausnahmen für Abschlussklassen und Förderschulen sind möglich. Diese Bremse gilt auch für Kitas, die Länder können aber Notbetreuung ermöglichen.

Die Schulbremse tritt außer Kraft, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen den Schwellenwert von 165 wieder unterschreitet.

Wo jetzt die Bundes-Notbremse greift

9.28 Uhr: Seit Samstag gilt die bundesweite Corona-Notbremse. Damit müssen ab sofort einheitliche Mindestmaßnahmen ergriffen werden, sobald das Infektionsgeschehen in einer Region bestimmte Grenzwerte überschreitet.

Stufe 1 der Notbremse tritt in Kraft, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz in einer Stadt oder einem Landkreis den Wert 100 überschreitet. Dies ist aktuell in mehr als 300 Kreisen der Fall.

Stufe 2 und 3 folgen ab einem jeweiligen Grenzwert von 150 und 165. Lesen Sie hier, welche Mindestmaßnahmen für jede Stufe gelten.

Lage im Mittelstand entspannt sich offenbar kaum

08.37 Uhr: Die Situation vieler deutscher Mittelständler in der Corona-Krise hat sich einer Umfrage zufolge im Frühjahr leicht gebessert, bleibt aber angespannt. Im März hatten 45 Prozent der befragten Unternehmen Mitarbeiter in Kurzarbeit, im Herbst 2020 waren es noch 49 Prozent. Der Anteil der Firmen, die coronabedingt Stellen abbauen wollten, ging von 16 auf 14 Prozent zurück, wie aus der dritten Corona-Sonderbefragung im Auftrag der DZ Bank unter 1000 mittelständischen Unternehmen hervorgeht.

»Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Lage im Mittelstand nach wie vor ernst ist«, sagte DZ-Bank-Vorstand Uwe Berghaus. So mussten etwa mehr Unternehmen aus den Bereichen Ernährung und Dienstleistungen im Frühjahr Kurzarbeit beantragen als noch im Herbst 2020. Im Metall-, Maschinen- und Fahrzeugbau sowie in der Chemiebranche ging die Nutzung von Kurzarbeit der Umfrage zufolge hingegen deutlich zurück.

Insbesondere kleinere Mittelständler mit einem Umsatz von weniger als fünf Millionen Euro stehen in der Corona-Krise weiter unter Druck. So stieg der Anteil der Firmen mit Kurzarbeit und Plänen zum Stellenabbau in dieser Gruppe gegen den allgemeinen Trend. Etwa jedes fünfte kleinere Unternehmen war auf Sonderkredite angewiesen.

»Sehr viele Firmen sind immer noch auf staatliche Hilfen angewiesen«, kommentierte Berghaus. Dass größere Firmen besser durch die Krise gekommen seien, liege daran, dass sie breiter aufgestellt seien und sich am Kapitalmarkt refinanzieren könnten.

Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland steigt auf über 165

07.35 Uhr: In Deutschland sind innerhalb eines Tages 18.773 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Morgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 120 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus gemeldet.

Vor einer Woche hatte das RKI 19.185 Neuansteckungen, also etwa 400 mehr als diesen Sonntag, sowie 67 Todesfälle gemeldet. An Wochenenden liegt die Zahl der Neuinfektionen in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg am Sonntag auf 165,6. Am Samstag war sie mit 164,4 angegeben worden.

Peru verhängt doppelte Maskenpflicht beim Einkaufen

07.29 Uhr: Gleich zwei Masken zum Schutz vor dem Coronavirus müssen die Menschen in Peru ab Montag bei ihren Einkäufen tragen. Wie es in einem am Samstag veröffentlichten Dekret heißt, gilt die doppelte Maskenpflicht außer in Supermärkten auch an anderen Orten mit einem Risiko für Menschenansammlungen wie Märkte, Einkaufszentren, Apotheken und Galerien.

Die doppelte Maskenpflicht kommt zu der Pflicht hinzu, an den genannten Orten ein durchsichtiges Visier zu tragen. Diese Verfügung der Regierung war vergangenen Montag ergangen. Am Donnerstag hatte Perus Übergangspräsident Francisco Sagasti erklärt, sein Land befinde sich auf dem Höhepunkt einer weiteren Pandemie-Welle. Er ordnete daher die Verteilung von Gratis-Masken an die Bevölkerung an.

Bislang wurden in Peru 1,7 Millionen Corona-Infektionen sowie 59.440 Todesfälle nachgewiesen.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dutzende Tote und Verletzte bei Feuer auf Corona-Station in Bagdad

07.16 Uhr: Bei einem Brand auf einer Intensivstation für Corona-Patienten in der irakischen Hauptstadt Bagdad sind mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen. Es gebe mindestens 23 Todesopfer und etwa 50 Verletzte, teilten Sicherheitskräfte und medizinisches Personal in der Nacht mit. Der Brand war demnach durch die Explosion falsch gelagerter Sauerstoffflaschen ausgelöst worden und hatte sich wegen des Fehlens einer Brandschutzanlage schnell ausgebreitet.

Das Feuer in der schweren Covid-19-Fällen vorbehaltenen Intensivstation brach mitten in der Nacht aus. An den Betten der rund 30 Patienten hielten demnach Dutzende Angehörige Wache. Die Flammen breiteten sich auf mehrere Stockwerke aus. »Die Mehrheit der Opfer starb, weil sie bewegt und von den Beatmungsgeräten getrennt werden mussten«, teilte die Zivilschutzbehörde mit. Andere seien an Rauchvergiftungen gestorben.

Scholz fordert Fahrplan aus dem Shutdown

06.55 Uhr: Millionen von Menschen haben schon einen Impfschutz oder sind von einer Covid-Erkrankung genesen. Für sie sind Lockerungen der Beschränkungen in Vorbereitung. SPD-Kanzlerkandidat Scholz blickt noch weiter in die Zukunft.

Polizeigewerkschaft: Kontrollen der Ausgangssperren kaum möglich

01.54 Uhr: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hält flächendeckende Kontrollen zur Einhaltung der Ausgangssperren in Deutschland für unrealistisch. »Eine flächendeckende Kontrolle der Ausgangssperren ist für die Polizei und die zuständigen Ordnungsbehörden der Kommunen kaum möglich«, sagte der stellvertretende GdP-Vorsitzende Dietmar Schliff einem Vorabbericht der »Bild am Sonntag« zufolge. Sorge bereite der GdP eine zunehmende Aggressivität mit verbaler oder teilweise auch körperlicher Gewalt bei den Kontrollen.

Günther Jauch wieder gesund: »Bin ab jetzt wieder negativ«

01.00 Uhr: Günther Jauch hat seine Corona-Infektion überstanden. »Ich bin jetzt praktisch ein paar Stunden zu spät frei getestet worden, wie man das sagt, sonst hätte ich heute Abend schon dabei sein können«, sagte der Moderator am Samstagabend in der RTL-Show »Denn sie wissen nicht, was passiert!«. Diese Sendung hätte er eigentlich mitmoderieren sollen, fiel aber aufgrund seiner Erkrankung zum dritten Mal aus. Er wurde aber wie an den vorigen Samstagen live zugeschaltet und stellte bei dieser Gelegenheit klar: »Ich bin ab jetzt wieder negativ, und insofern hab ich's überstanden.«

Weltweit eine Milliarde Corona-Impfdosen verabreicht

00.38 Uhr: Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde überschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis Samstagabend weltweit gut 1,002 Milliarden Spritzen mit Corona-Impfstoff injiziert. Mehr als die Hälfte davon entfallen auf die drei Länder USA, China und Indien.

Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt Israel in Führung, hier sind bereits mehr als 60 Prozent der Menschen geimpft. Es folgen die Vereinigten Arabischen Emirate mit 51 Prozent der Bevölkerung, Großbritannien mit 49 Prozent und die USA mit 42 Prozent.

In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Spitzenreiter in der EU ist Malta, wo 47 Prozent der Einwohner bereits geimpft sind, gefolgt von Ungarn mit 37 Prozent. In Deutschland liegt die Impfquote laut Robert Koch-Institut derzeit bei 22,8 Prozent.

Obwohl – vor allem dank der internationalen Covax-Initiative – inzwischen auch in den meisten armen Ländern Impfkampagnen begonnen haben, ist die Impfung bislang vor allem ein Privileg der reichen Länder. Die von der Weltbank als Länder mit hohem Einkommen definierten Staaten stellen gemeinsam 16 Prozent der Weltbevölkerung, haben aber 47 Prozent der Impfdosen verabreicht. In zwölf Ländern haben die Corona-Impfungen noch immer nicht begonnen.

Am verbreitetsten ist der Impfstoff des britisch-schwedischen Konzerns AstraZeneca. Er wurde in zwei Dritteln der 207 erfassten Staaten und Territorien verabreicht.

Corona-Modellrechnungen: Die Prognosen, die niemand hören wollte

00.21 Uhr: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler warnten vor erneut ansteigenden Fallzahlen. Doch wie gut waren ihre Berechnungen? Und warum wird exponentielles Wachstum noch immer häufig missverstanden? Lesen Sie hier die Datenanalyse. 

Dutzende Patienten in Frankreich versehentlich mit Kochsalzlösung »geimpft«

00.15 Uhr: Durch ein Versehen sind in Frankreich dutzende Patienten mit Kochsalzlösung statt der Corona-Vakzine von Biontech/Pfizer »geimpft« worden. Insgesamt 140 Patienten hätten die wirkungslose Injektion erhalten, erklärte das Krankenhaus von Reims im Nordosten des Landes am Samstag. Zwar habe dies für die Betroffenen keine gesundheitlichen Folgen, doch müssten sie nun erneut zur Impfung antreten. Kochsalzlösung wird unter anderem als Verdünnungsmittel bei Injektionen eingesetzt.

Das Krankenhaus nahm nach eigenen Angaben eine Untersuchung zu den Ursachen für den Irrtum vor. Eine Mitarbeiterin sei damit beauftragt worden, die Sicherheitsverfahren bei den Corona-Impfungen zu verstärken.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version der Corona-News hieß es, in Israel sei mehr als ein Sechstel der Bevölkerung geimpft. Was in der darunter stehenden Grafik angeführt wird, ist korrekt: Es sind bereits mehr als 60 Prozent.

zob/mxw/hba/dpa/AFP/AP/Reuters