+++ Corona-News am Sonntag +++ Steuerzahler im Homeoffice sollen fünf Euro am Tag geltend machen dürfen

Laut einem Medienbericht hat sich die Koalition auf eine Steuerpauschale für das Homeoffice geeinigt. Und: Finanzminister Scholz kündigt weitere Hilfen für Unternehmen an – auch nach Dezember. Der Überblick am 29. November.
Die Arbeit im Homeoffice belastet das Privatleben – eine Steuerpauschale soll zumindest finanzielle Entlastung bringen

Die Arbeit im Homeoffice belastet das Privatleben – eine Steuerpauschale soll zumindest finanzielle Entlastung bringen

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

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WHO sichert Untersuchung zum Virusursprung zu

20.50 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine umfangreiche Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus zugesichert. "Wir müssen den Ursprung des Virus kennen, weil er uns helfen kann, künftige Epidemien zu verhindern", sagte WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus bei einer Pressekonferenz. Angesichts von Kritik, die WHO würde die Leitung der Untersuchung China überlassen, forderte er ein Ende der "Politisierung" des Themas.

Die Position der WHO zu dieser Frage sei "sehr, sehr klar", sagte Tedros. "Wir wollen den Ursprung kennen, und wir werden alles tun, um ihn herauszufinden." Der scheidende US-Präsident Donald Trump hatte der Organisation vorgeworfen, Informationen im Zusammenhang mit der Coronakrise zurückzuhalten. Anfang Juli hatte Trump den Austritt der USA aus der WHO eingeleitet.

Die Organisation plant seit Monaten, ein internationales Experten-Team in die chinesische Stadt Wuhan zu schicken, in der das Virus zuerst festgestellt wurde. Dort sollen die Experten zurückverfolgen, wie das Virus auf den Menschen übertragen wurde. Wann das Team nach China reisen kann, ist aber weiterhin unklar. Die Experten stehen jedoch nach WHO-Angaben mit chinesischen Kollegen in regelmäßigem Kontakt.

Zentralrat der Juden verurteilt Volksverhetzungen bei "Querdenker"-Demos

22.44 Uhr: Der Präsident des Zentralrates der Juden, Josef Schuster, fordert eine konsequente Ahndung von Rechtsverstößen bei den sogenannten »Querdenker«-Demonstrationen. Wenn Teilnehmer der Kundgebung Judensterne zeigten, dann sei dies »nichts anderes als Volksverhetzung«, sagte Schuster am Sonntag in der ARD-Sendung »Bericht aus Berlin«. Dagegen müsse strafrechtlich vorgegangen werden. Es gehe darum, »die Werkzeuge, die die Justiz hat, auch tatsächlich ernsthaft anzuwenden«.

»Wenn man hergeht und einen sogenannten Judenstern sich ans Revers heftet, um damit zu demonstrieren, dann muss man doch ganz klar sagen, dass das völlig abscheuliche Vergleiche sind, die keiner ernsthaften Überlegung und Nachforschung standhalten«, sagte Schuster.

Die sogenannte Querdenken-Bewegung sollte aus seiner Sicht zum Prüffall für den Verfassungsschutz werden. Bestimmte Äußerungen bei den Demonstrationen gingen »einfach bei Weitem über das hinaus, was man auch in einer Demokratie mit freier Meinungsäußerung akzeptieren soll und akzeptieren muss«.

Fauci rechnet mit einer zusätzlichen Welle

21.03 Uhr: Der renommierte US-Immunologe Anthony Fauci rechnet mit einer weiteren Zuspitzung der Corona-Pandemie in den USA. Wegen der Feiertage und mehr Reisen sei mit einer weiteren Zunahme der Neuinfektionen zu rechnen, sagte Fauci dem Fernsehsender NBC. »Was wir mit Blick auf die nächsten Wochen im Dezember erwarten, ist leider, dass wir eine neue Welle haben könnten – zusätzlich zu der Welle, in der wir uns schon befinden«, sagte Fauci.

Experten wie Fauci hatten bereits mit Blick auf den Feiertag Thanksgiving am Donnerstag im ganzen Land mit einer Zunahme der Ansteckungen wegen vieler Reisen und Familientreffen gerechnet. Gleiches gelte für die bevorstehenden Weihnachtsfeiertage, sagte Fauci. Der prominente Immunologe ist auch ein Mitglied der Corona-Arbeitsgruppe des Weißen Hauses.

Scholz kündigt weitere Hilfen für Unternehmen an

20.11 Uhr: Auch nach dem Auslaufen der staatlichen Hilfen für November und Dezember können Firmen auf Unterstützung des Staates setzen. Das sagte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im ZDF. Es sei richtig, Gastronomie, Kultur und Sport jetzt besonders unter die Arme zu greifen. »Klar ist, ab dem nächsten Jahr gilt das normale Regime der Überbrückungshilfen«, sagte Scholz.

Diese Hilfen sollten bis mindestens Juni 2021 gelten und seien umfassender und großzügiger als bisher. Scholz sei zuversichtlich, dass Deutschland die durch die Coronakrise erhöhten Schulden wieder abbauen könne. Wichtig sei dabei vor allem Wirtschaftswachstum. »Deutschland ist das am geringsten verschuldete G7-Land«, sagte Scholz. Deutschland werde weniger Schulden im Verhältnis zur Wirtschaftskraft haben als in der Finanzkrise vor zehn Jahren.

New Yorks Schulen dürfen wieder öffnen – trotz steigender Zahlen

18.47 Uhr: Trotz steigender Corona-Zahlen sollen die öffentlichen Grundschulen in der US-Metropole New York bald wieder öffnen dürfen. Bürgermeister Bill de Blasio teilte mit, dass der Plan ab dem 7. Dezember umgesetzt werde. Damit lässt die Metropole von ihrer selbst gesetzten Schwelle von drei Prozent positiver Corona-Tests ab, ab der die Schulen eigentlich geschlossen bleiben müssten. Lehranstalten für ältere Kinder bleiben zunächst aber zu.

De Blasio hatte erst Mitte des Monats wegen Überschreiten des Grenzwertes bekannt gegeben, die Schulen bis auf Weiteres dichtzumachen, gab nun aber dem Druck von Kritikern nach. Diese hatten sich unter anderem daran gestört, dass Schulen schließen mussten, Restaurants für den Verzehr im Innenbereich aber nicht.

New York war im Frühjahr zum Epizentrum der Pandemie in den USA geworden und hatte Mitte März alle Schulen schließen müssen. Über den Sommer hatte sich das Infektionsgeschehen wieder stabilisiert. Die ersten Schulen konnten schließlich ab Ende September wieder aufgemacht werden. Zuletzt hatte sich die Covid-19-Lage jedoch wieder angespannt.

Ministerin Karliczek wünscht sich mehr Impfbereitschaft

18.00 Uhr: Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) sieht beim Thema Corona-Impfungen noch viel Aufklärungsbedarf. Man müsse immer wieder verdeutlichen, »dass die Zulassungsbehörden keinerlei Abstriche an den Standards machen, die für die Zulassung eines Impfstoffes gelten«, sagte Karliczek der Nachrichtenagentur dpa. »Die zugelassenen Impfstoffe werden daher wirksam und vor allem sicher sein.«

Es sei erfreulich, dass sich rund die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger impfen lassen wollten. »Es wäre allerdings schön, wenn die Bereitschaft noch etwas steigen würde.« Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist eine Durchimpfungsrate von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung nötig, um die Corona-Pandemie zu bekämpfen. Karliczek bekräftigte aber, dass es keinen Impfzwang geben werde: »Die Impfung wird freiwillig sein.«

Die Bevölkerung müsse von den Vorteilen einer Corona-Impfung überzeugt werden. Die Impfung habe nicht nur einen Vorteil für jede Person selbst, die Impfung sei auch ein Dienst an der Gemeinschaft. »Ich bin zuversichtlich, dass dies immer mehr Menschen auch so sehen werden«, sagte Karliczek.

Berlin wieder unter selbst gesetztem Warnwert für Intensivbetten

17.32 Uhr: Die Berliner Corona-Ampel für Intensivbetten zeigt wieder Gelb. Nach den aktualisierten Werten sind nun 24,2 Prozent der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Ampel war am Sonntag erstmals auf die höchste Warnstufe gesprungen.

Bei den Fallzahlen der vergangenen sieben Tage pro 100.000 Einwohner zeigt das Ampelsystem schon länger Rot an. Dieser Inzidenz-Wert lag nun bei 202,0. Berlin hat inzwischen 64.220 bekannte Infektionsfälle, damit stieg die Zahl gegenüber dem Vortag um 332. Bei den Todesfällen kamen drei hinzu, es sind nun 553.

Bundesländer wollen Firmen in Krise steuerlich entlasten

16.33 Uhr: Baden-Württemberg, Bayern und Hessen fordern die Erweiterung des sogenannten steuerlichen Verlustrücktrags, um Firmen in der Krise weiter zu entlasten. Gemeinsam bringen sie einen Beschlussvorschlag für die Wirtschaftsministerkonferenz am Montag ein. »Der erweiterte steuerliche Verlustrücktrag ist die ideale Hilfe für Unternehmen, die ein tragfähiges Geschäftsmodell haben«, sagte der hessische Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir. »Sie brauchen Liquidität nicht nur zum Überleben, sondern auch für Zukunftsinvestitionen.«

Beim steuerlichen Verlustrücktrag können Firmen einen Verlust mit einem Gewinn aus dem Vorjahr verrechnen. Die drei Länder setzen sich dafür ein, dass der Bund diese Möglichkeit erheblich ausweitet: Die Anhebung der Obergrenze der Verlustverrechnung auf 50 Millionen Euro und die Ausdehnung des Rücktragzeitraums auf zwei Jahre – aktuell wären dies 2019 und 2018.

Zuvor hatten viele Lobbyverbände der Wirtschaft – etwa der BDI für die Industrie oder der ZDH für die Handwerker – für einen erweiterten Verlustrücktrag plädiert. Auch Ökonomen, darunter die Wirtschaftsweisen und das Ifo-Institut, sehen dies als hilfreiches Instrument in der Krise. Bundesfinanzminister Olaf Scholz hatte Mitte November aber erklärt, es gebe schon großzügige Regelungen, von denen 99,5 Prozent der Firmen profitierten. Zudem werde für viele Bürger und Unternehmer ab Januar 2021 der Solidaritätszuschlag abgeschafft beziehungsweise reduziert.

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Oppositionspolitiker warnen vor Unterschätzung der »Querdenken«-Bewegung

15.11 Uhr: Politiker von Linken, FDP und Grünen haben die Sicherheitsbehörden davor gewarnt, die Gefährlichkeit der »Querdenken«-Bewegung zu unterschätzen. Der Verfassungsschutz habe in den vergangenen sechs Monaten »deren Gewaltpotenzial gefährlich ignoriert«, sagte die Linken-Innenexpertin Martina Renner der Nachrichtenagentur AFP. Sie kritisierte zugleich die Debatte über eine mögliche Beobachtung der Bewegung durch den Verfassungsschutz: »Auf die Expertise des Verfassungsschutzes können wir als Linke gerne verzichten.«

Eine effektive Zurückweisung »vormoderner, antisemitischer und rechter Welterklärung« könne »nur erfolgreich sein, wenn sie zivilgesellschaftlich getragen wird«, sagte Renner. Der Ruf nach den Institutionen wie dem Verfassungsschutz werde »die autoritäre Rechtsentwicklung nicht aufhalten«, warnte sie.

FDP-Fraktionsvize Stephan Thomae rief die Sicherheitsbehörden zu Wachsamkeit gegenüber den Querdenkern auf. »Schon zu oft wurden derartige Bewegungen in ihren Anfängen unterschätzt«, sagte der Innenexperte. »Dass die Querdenker auf den ersten Blick sich nicht eindeutig als verfassungsfeindlich oder gar extremistisch einordnen lassen, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie eine auffällige Distanzlosigkeit zur rechten Szene praktizieren.« Über eine Beobachtung müssten aber die Verfassungsschutzbehörden selbst entscheiden.

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz bezeichnete es als »gut, dass die Sicherheitsbehörden diese Bewegung verstärkt in den Blick nehmen und die von ihr ausgehende Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung nicht unterschätzen«. Die Bewertung, ob die »Querdenker« als Ganzes oder einzelne Protagonisten zum Beobachtungsobjekt gemacht werden, obliege jedoch »nicht der Politik, sondern allein den Sicherheitsbehörden.«

Wien beginnt Massentests am 4. Dezember

14.37 Uhr: Die freiwilligen Massentests beginnen in Wien am 4. Dezember, zwei Tage später als ursprünglich geplant. Das sagte der Stadtrat für Gesundheit, Peter Hacker (SPÖ). Die Berufsfeuerwehr hat drei größere Testzentren eingerichtet, die zusammen jeden Tag 150.000 Tests durchführen können. Die anderen Bundesländer starten auch am kommenden Freitag oder in den Tagen danach mit ihrem Testangebot. Damit sollen Menschen, die nichts von ihrer Infektion wissen, gefunden und Infektionsketten unterbrochen werden. Die Regierung hat die 8,9 Millionen Einwohner zu reger Teilnahme an den Antigen-Schnelltests aufgerufen.

Die Testung sämtlicher 200.000 Lehrerinnen und Lehrer sowie der Betreuungskräfte in Kindergärten soll je nach Bundesland entweder im Zuge der allgemeinen Massentests oder separat am 5. und 6. Dezember stattfinden. Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) appellierte in einem Brief an die Lehrer, teilzunehmen: »Sie bekommen nicht nur eine Momentaufnahme über Ihren Infektionsstand, sondern leisten einen wesentlichen Beitrag für einen sicheren Schulbetrieb.«

Wegen der drohenden Knappheit von Intensivbetten für Patienten in Krankenhäusern sind in Österreich Kulturbetriebe, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen geschlossen, seit Mitte November auch Schulen und die meisten Geschäfte. Auch Ausgangsbeschränkungen gelten vorläufig bis zum 7. Dezember. Die Infektionen sind zuletzt gesunken, aber immer noch deutlich höher als in Deutschland. Pro 100.000 Einwohner lag die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt bei rund 350, in Deutschland bei 136.

Niederländische Geschäfte schließen früher

14.21 Uhr: Im Kampf gegen die Epidemie lassen Rotterdam und weitere niederländische Großstädte Geschäfte früher schließen. In der Hafenmetropole Rotterdam durften Läden in der Innenstadt am Samstag bereits um 17 Uhr keine neuen Kunden mehr einlassen und mussten dann um 18 Uhr endgültig schließen. Ausgenommen waren Lebensmittelgeschäfte. Wie der Sender NOS berichtete, dürfen Geschäfte in Rotterdam üblicherweise bis 20 Uhr Kunden empfangen.

Wegen vorweihnachtlicher Überfüllung gab es auch in Eindhoven und Dordrecht frühere Schließzeiten, wie die niederländische Nachrichtenagentur ANP berichtete. Amsterdam rief Bürger über die sozialen Netzwerke auf, nicht in die Geschäftszone der Innenstadt zu kommen. Menschen sollten Orte verlassen, wo der vorgeschriebene Mindestabstand von eineinhalb Metern nicht eingehalten werden könne.

Die niederländische Regierung hatte Mitte des Monats die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie vorsichtig gelockert. Seit Mitte Oktober gilt ein Teil-Lockdown.

Französisches Gericht kippt Obergrenze von 30 Gläubigen bei Messen

14:00 Uhr: Zum ersten Advent hat das oberste französische Verwaltungsgericht die coronabedingte Maximalzahl von 30 Gläubigen bei religiösen Veranstaltungen gekippt. Nach Auffassung des Staatsrats in Paris ist die bisher geltende Regelung nicht verhältnismäßig, wie die katholische Kirche Frankreichs mitteilte. Wie französische Medien und die dortige Nachrichtenagentur AFP einstimmig berichteten, hat die Regierung drei Tage Zeit, um die Vorgabe zu überarbeiten.

Seit Samstag gelten in Frankreich erste Lockerungen der strikten Corona-Regeln. Auch nicht lebensnotwendige Geschäfte dürfen wieder öffnen, für Sport und Spazieren im Freien wird mehr Zeit eingeräumt. Präsident Emmanuel Macron hatte die Lockerungen in einer Fernsehansprache verkündet – darunter auch, dass Messen wieder mit maximal 30 Gläubigen stattfinden können. Die französische Bischofskonferenz hatte sich daraufhin an die Justiz gewandt.

Nach Corona-Schutz weniger andere Infektionskrankheiten

13.58 Uhr: Die Schutzmaßnahmen in der Pandemie haben nach einer Analyse der AOK Nordost im Herbst andere Infektionskrankheiten stark ausgebremst. Für die Kasse gilt das als Beleg, dass sich viele Menschen in Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern an die Regeln im Teil-Lockdown halten. Auch wenn die Corona-Zahlen vielerorts noch immer sehr hoch liegen – bei Grippe oder Bronchitis zeigen sich in der Statistik Effekte, die für die Kasse nicht allein mit Zufällen zusammenhängen können.

So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte im Nordosten wegen Grippe krankgeschrieben, wie die Kasse mitteilte. Allerdings haben sich wahrscheinlich auch mehr Menschen gegen Influenza impfen lassen. Dazu gibt es für die Region noch keine Zahlen.

Alltagsmasken, häufiges Hände waschen und Distanzgebote halten augenscheinlich aber auch andere Infektionskrankheiten häufiger in Schach als früher: So sanken die Krankschreibungen wegen Magen-Darm-Infekten und Lungenentzündungen nach AOK-Angaben um ein gutes Drittel. Bei akuter Bronchitis gingen sie sogar um mehr als die Hälfte zurück.

Insgesamt umfasst die AOK-Analyse mehr als 63.000 Krankschreibungen aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Rund jeder vierte Einwohner dieser Bundesländer ist nach AOK-Angaben bei ihr versichert. Für die Vergleichzeiträume zog die Kasse Daten aus den Jahren 2017, 2018 und 2019 heran.

Kurz wollte harten Lockdown »schon früher«

13.32 Uhr: In einem Interview dämpft Österreichs Kanzler Kurz die Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Corona-Einschränkungen. Und er gibt den Bundesländern die Schuld am späten Lockdown.

CDU-Chefin: Weitere Schließungen abhängig von Verhalten der Bevölkerung

13.10 Uhr: CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer betont, dass weitere Schließungen von Branchen stark vom Verhalten der Bevölkerung in Deutschland abhängen. Allen müsse klar sein, dass der Staat im Notfall weiter sehr viel Geld einsetzen müsse, um finanzielle Hilfen für Unternehmen zu leisten, sagt Kramp-Karrenbauer. Dieses Geld fehle dann für Zukunftsausgaben. Deshalb müssten die Zahlen an Neuinfektionen sinken – schon mit Blick auf die Generationengerechtigkeit.

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Auch nach 7. Dezember massive Einschränkungen in Österreich

11.40 Uhr: Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz dämpft die Erwartungen auf baldige Lockerungen der Maßnahmen nach dem aktuellen Lockdown. »Wir werden nach dem 7. Dezember mit weiteren massiven Einschränkungen leben müssen«, sagt er der »Kleinen Zeitung«. Es werde keine übereilten Öffnungsschritte geben. »Jedem muss bewusst sein, dass wir noch Wochen und Monate mit gewissen Einschränkungen leben müssen.« Ziel sei es, ab 7. Dezember im Handel und für Schulen vorsichtige Öffnungsschritte zu setzen. Dies sei von den Infektionszahlen abhängig. Je höher diese sind, »desto schwieriger wird es sein, Öffnungsschritte zu setzen«. Was das für die derzeit geschlossenen Ski-Gebiete bedeutet, ist offen. Für Mittwoch kündigt Kurz entsprechende Regierungspläne an. »Was klar ist: Après-Ski wird es frühestens in einem Jahr wieder geben.«

Britischer Minister sieht Gefahr einer dritten Welle

11.10 Uhr: Der britische Außenminister Dominic Raab sieht die Gefahr einer dritten Welle. Dieses Risiko bestehe, sollte es in den kommenden Wochen nicht gelingen, das notwendige Maß an Beschränkungen zu finden, sagt er der BBC auf die Frage nach einer möglichen dritten Welle im Januar und Februar. »Es besteht diese Gefahr, wenn wir nicht die richtige Balance finden.« Die Regierung tue alles, um einen landesweiten Lockdown zu vermeiden.

Festnahmen nach Anti-Lockdown-Protesten in London und Lüttich

10.45 Uhr: Bei Protesten gegen Gesetze und Maßnahmen in der Coronakrise ist es zu Festnahmen gekommen. In London hat die Polizei mehr als 150 Menschen unter anderem wegen Missachtung der geltenden Corona-Regeln festgenommen. Das teilte die Polizei nach der Demonstration mit. Im aktuellen Teil-Lockdown sollen die Bürger in England ihr Zuhause nur aus triftigen Gründen wie Arbeit, Einkauf oder der Pflege Angehöriger verlassen. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Teilnehmer zogen am Samstag durch die Londoner Innenstadt. Es kam mehrfach zu Zusammenstößen mit der Polizei.

Im belgischen Lüttich haben hunderte Menschen trotz Versammlungsverbots gegen die nächtliche Ausgangssperre demonstriert. Bei Auseinandersetzungen seien vier Polizisten und drei Demonstranten verletzt worden, meldete "L'Avenir.net" am Sonntag. Die Polizei habe 17 Personen in Gewahrsam genommen. In Belgien sind wegen der Pandemie öffentliche Versammlungen von mehr als vier Personen verboten.

Tschechien lockert Beschränkungen zum Weihnachtsgeschäft

10.30 Uhr: Die tschechische Regierung lockert die Beschränkungen des öffentlichen Lebens, da die tägliche Zahl der Neuinfektionen zurückgeht. Von Donnerstag an dürften Restaurants und Geschäfte, die keine Dinge des täglichen Bedarfs anbieten, wieder öffnen, teilt Gesundheitsminister Jan Blatny mit. Die Risikostufe wird von vier auf drei gesenkt, der höchste Wert ist fünf. Das heißt, dass alle Geschäfte öffnen dürfen, aber die Anzahl der Kunden begrenzen müssen, damit ausreichend Abstand gehalten werden kann. Die nächtliche Ausgangssperre wird aufgehoben, sportliche Aktivitäten dürfen eingeschränkt wieder aufgenommen werden.

Bouffier zweifelt an Erreichbarkeit von Merkels Lockdown-Ziel

10:22 Uhr: Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hat Zweifel daran geäußert, ob das von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ausgegebene Ziel bei der Senkung der Infektionszahlen erreichbar ist. »Es wird nicht einfach sein, das Infektionsgeschehen auf das Niveau von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner zu senken«, sagte Bouffier den Funke-Zeitungen. »Ich kann auch nicht ausschließen, dass wir das Ziel nicht erreichen.« Den Inzidenzwert von 50 hatte Merkel am Mittwoch nach den Spitzenberatungen von Bund und Ländern als Ziel der Maßnahmen genannt. In den meisten Regionen Deutschlands liegt der Wert derzeit deutlich über dieser Marke.

Bouffier warnte zugleich davor, die vereinbarten Lockerungen für Weihnachten und Silvester infrage zu stellen. »Ich rate dazu, dass wir uns an die vereinbarte Linie halten«, sagte er. »Viele Menschen wollen sich gerade um die Weihnachtszeit mal wieder sehen. Wenn wir darauf nicht eingehen, werden wir große Probleme bekommen.«

Lambrecht hält Hilfen für Wirtschaft bis Ende der Pandemie für geboten

09.45 Uhr: Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Entschädigungszahlungen für die Wirtschaft bis zum Ende der Pandemie für rechtlich geboten. Solange es die »gravierenden Einschränkungen« gebe, »muss es aus meiner Sicht auch Hilfen geben«, sagte die Ministerin der »Welt am Sonntag«. »Dies mildert die Schwere der Eingriffe ab und trägt dadurch auch zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bei.«

Allerdings seien die finanziellen Möglichkeiten des Bundes nicht grenzenlos: »Die Bekämpfung der Pandemie ist eine gesamtstaatliche Aufgabe, die von Bund und Ländern gemeinsam zu stemmen ist«, sagte die SPD-Politikerin. Die Forderung nach einer finanziellen Beteiligung der Länder an den Hilfszahlungen war zuvor unter anderem von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) aufgestellt worden.

Die Ministerin sagte zudem, die Verzögerungen bei der Auszahlung der Hilfsleistungen seien nun überwunden. »Es geht um Steuergeld. Deshalb müssen wir Regeln aufstellen, die Missbrauch verhindern«, sagte Lambrecht. »Das Wirtschaftsministerium hat dafür eine Weile gebraucht. Jetzt aber läuft die Hilfe an, die Unternehmen können damit rechnen.«

Frau in Singapur bringt Baby mit Antikörpern zur Welt

08.45 Uhr: In Singapur hat eine Frau ein Kind mit Antikörpern zur Welt gebracht. Das Baby sei im November ohne Covid-19 geboren worden und trage Antikörper gegen das Virus in sich, berichtet die »Straits Times« und zitiert die Mutter. Sie sei selbst im März infiziert gewesen, als sie schwanger war, habe aber nur schwache Krankheitssymptome gezeigt. Der Fall gebe neue Hinweise auf eine mögliche Übertragung des Virus von der Mutter auf ihr Kind, heißt es in dem Bericht. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO ist noch nicht bekannt, ob eine Frau das Virus während der Schwangerschaft oder Entbindung auf ihren Fötus oder ihr Baby übertragen kann.

Verschiebung der Olympischen Spiele wegen Corona kostet 1,9 Milliarden Dollar

07.43 Uhr: Die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio wegen der Corona-Pandemie kostet nach Schätzung der Organisatoren rund 1,9 Milliarden Dollar. Das berichtet die Zeitung »Yomiuri Shimbun« unter Berufung auf Insider. Die japanische Regierung und das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatten im März die eigentlich für dieses Jahr geplanten Spiele auf 2021 verschoben. Vor diesem Schritt seien die Kosten mit 13 Milliarden Dollar veranschlagt worden, heißt es in dem Bericht.

Rund 153.000 Neuinfektionen und rund 1200 weitere Tote in USA

07.00 Uhr: In den USA haben die Behörden mindestens 152.910 Neuinfektionen binnen 24 Stunden registriert. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Damit haben sich rund 13,24 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Menschen, die mit oder an dem Virus starben, steigt um mindestens 1187 auf 266.000. Die USA sind das mit Abstand am stärksten von der Pandemie betroffene Land der Welt.

14.611 Fälle – Corona-Neuinfektionen unter Vorwochenniveau

05.14 Uhr: Erwartungsgemäß haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) am Wochenende vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Innerhalb eines Tages sind 14.611 neue Fälle übermittelt worden, wie das RKI am Sonntagmorgen bekannt gab. Der bisherige Höchststand war am Freitag vor einer Woche (20.11.) mit 23.648 gemeldeten Fällen erreicht worden. Am vergangenen Sonntag hatte die Zahl bei 15.741 gelegen.

An Sonntagen und Montagen sind die Zahlen vergleichsweise gering, weil laut RKI am Wochenende weniger Proben genommen werden und dadurch auch insgesamt weniger getestet wird.

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten binnen 24 Stunden zudem 158 neue Todesfälle. In der Tendenz war die Zahl der täglichen Todesfälle zuletzt nach oben gegangen, was nach dem steilen Anstieg bei den Neuinfektionen auch erwartet wurde. Die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Sars-CoV-2 Infektion gestorben sind, stieg auf insgesamt 16.123.

Großbritannien sichert sich weitere zwei Millionen Dosen von Moderna-Impfstoff

05.03 Uhr: Die britische Regierung hat sich nach eigenen Angaben weitere zwei Millionen Dosen des Impfstoff-Kandidaten des US-Pharmakonzerns Moderna gesichert. Insgesamt habe Großbritannien nun Zugriff auf 357 Millionen Dosen von sieben verschiedenen Impfstoff-Entwicklern.

»Unwort des Jahres« – Corona-Begriffe im Fokus

04.55 Uhr: Das »Wort des Jahres« wird bereits an diesem Montag gekürt, das »Unwort des Jahres« lässt noch bis Mitte Januar auf sich warten. Bislang sind nach Angaben der Jury 760 Einsendungen mit 316 Vorschlägen zum »Unwort« eingegangen. In die engere Wahl kommen hiervon 30, die den Kriterien entsprechen, wie die Sprecherin der Jury, Nina Janich, der Deutschen Presse-Agentur in Darmstadt sagte. 

Schwerpunkt in diesem Jahr der Pandemie ist der Jury zufolge die Sprachwahl rund um das Coronavirus. »Zu Corona haben wir jede Menge«, sagte Janich. Vorschläge sind »Alarmismus«, »Systemling«, »Corona-Diktatur«, »Wirrologen« oder »Covidioten«. Die meisten Vorschläge bislang seien aber mit 88 für »systemrelevant« im Zusammenhang mit empfundener mangelnder Wertschätzung bei Begrenzungen des Lockdowns eingegangen. Bei aller Notwendigkeit, festzulegen, wer öffnen dürfe und wer nicht, werde dies als verheerendes Signal einer Bewertung gesehen. 31 Vorschläge gebe es für »Öffnungsdiskussionsorgien«.

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51 Prozent halten Warn-App für ungeeignet

01.56 Uhr: Die Corona-Warn-App stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit der Deutschen auf Skepsis.

  • 51 Prozent halten die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, wie die Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Kantar im Auftrag der Funke Mediengruppe ergibt.

  • 49 Prozent werten das Instrument dagegen als sinnvoll.

Weitgehende Zustimmung gibt es bei der Maskenpflicht.

  • 90 Prozent betrachten das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in Geschäften, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten als hilfreich.

  • 85 Prozent befürworten den Verzicht auf nicht notwendige Kontakte sowie auf berufliche und private Reisen.

Göring-Eckardt nennt Lockerungen an Silvester riskant

01.12 Uhr: Die Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, hält die Ergebnisse des jüngsten Corona-Gipfels für nicht konsequent genug. Es sei riskant, dass die Lockerungen der Maßnahmen auch an Silvester gelten sollen, sagt sie der Zeitung »Bild am Sonntag«. »Vielleicht muss nach Weihnachten noch mehr zugemacht werden, damit die Infektionen wirklich sinken.« Göring-Eckardt kritisiert, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder hätten erneut keine klaren Regeln vereinbart. »Es muss Schluss sein mit dem Ausrufen ständig neuer Maßnahmen, auf die sich die Ministerpräsidenten alle paar Wochen nur mühsam verständigen können.« Erforderlich sei vielmehr ein vom Bundestag beschlossenes »festes Regelwerk für ganz Deutschland«. 

rai/kfr/oka/sak/hba/jok/dpa/Reuters/AFP
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